Geht Deutschland pleite?

Oktober 12, 2008
Deutschland - er wartet!

Deutschland - er wartet!

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bullshit

Karaoke für die Geier

die deutsche Pleite

Bezüglich dieser Frage war die RHEINISCHE POST ausnahmsweise schneller als die BILD-Zeitung, denn die Headline erschien in der RP genau einen Tag früher als in der BILD. Das ändert nichts daran, daß in beiden Zeitungen die Frage nur halbwahrheitlich beantwortet wurde:

Weder im Kommunismus noch im Kapitalismus, vor allem in seiner heutigen Gestalt des Shareholder-Value-Kapitalismus hat reziprokes Verhalten seinen Platz. Es ist aber auch aus Sicht der menschlichen Evolution unabdingbar. Deswegen ist der Shareholder-Value-Kapitalismus ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Kommunismus. Die Frage ist nur, unter welchen Turbulenzerscheinungen er zugrunde gehen wird.

Diese Sätze haben schon einige Jahre auf dem Buckel:

Anfang Mai 2004 wollte ich den nachfolgend wiedergegebenen Text bei OPINIO, der „Leserredaktion” der RHEINISCHEN POST unter dem Titel „Tod der Volkswirschaftslehre” posten. Die Redakteure meinten allerdings, der Text eigne sich nicht. – Nun ist er brutalstmögliche Realität. Der Shareholder-Value-Kapitalismus ist in genau die Turbulenzen geraten, die ich ihm seinerzeit ans Herz gelegt hatte. – Und jetzt läuft alle Welt laut gackernd der Asche hinterher, die der „rote Hahn” vom „guten” Geld hinterläßt. – Dabei kennen doch Merkel und Steinbrück die „Politik des verbrannten Geldes” nur zu gut. – Unter Merkels „Schirmherrschaft” wurden allein auf Rügen allein in den Jahren 1990 bis 1995 zig-Millionen Steuergelder verbraten, ohne daß sich die „Bonner Politik” groß darüber aufgeregt hätte. Den Augenzeugenbericht finden Sie bei www.lulu.com/advocatusdeorum unter dem Titel „Störtebekers Erben – Geschichten aus Merkels Leichenkeller” . Der Steinbrück hat in seiner Eigenschaft als Finanzminister und Ministerpräsident in der Kasse des Landes NRW ein größeres „schwarzes Loch” hinterlassen als die Physiker am CERN je schaffen können. – Wie dem auch sei, jetzt ist das apokalyptische Heulen und Zähneklappern nicht mehr zu überhören. – Merkwürdig, aber vor vier Jahren war die von Steinbrück verteufelte „Gier” noch beim SPD-Chef angesiedelt:

Die Hiobsbotschaften häufen sich: In der „Wirtschaft“ werden exorbitante Gewinne erzielt und trotzdem Arbeitsplätze abgebaut. Franz Müntefering, der unlängst gefordert hatte, dem „Staat“ mehr Geld zu geben, entpuppt sich als Killerdackel, denn zu mehr als zur Wadenbeißerei ist er nicht fähig. Er hat die Ausnahme vor Augen, prügelt aber auf die Regel ein. Das kann nicht gutgehen und wird auch nicht gutgehen. Aber das Getöse, das er damit ausgelöst hat, ist für einen ganz anderen Prozeß, der sich unterdessen abgespielt hat, vielleicht ganz hilfreich.

Denn die „Volkswirtschaftlehre“ konnte still und sanft entschlafen, ohne daß es jemand gemerkt hätte. Eingeschläfert wurde sich an der Universität Zürich, genauer gesagt vom Institute for Emperical Research in Economics. Eine der grundlegenden Arbeiten wurde von Armin Falk als Working Paper Nr 79 unter dem Titel „Homo Oeconomicus versus Homo Reciprocans“ veröffentlicht. Danach entspricht die absolute Mehrheit der Menschen nicht dem Standardmodell der Wirtschaftswissenschaften, die den Menschen für ein streng rational handelnden und nur auf den eigenen Vorteil bedachtes Wesen hält. Die Lehren vor Volks- und Betriebswirtschaft sind ausnahmslos auf dieser Prämisse aufgebaut. Stimmen aber die Prämissen nicht, ist die Lehre falsch.

Ich wußte nichts von den Forschungsarbeiten der Schweizer Volkswirte, als ich 1999 begann, den Tausch-und-teile-Instinkt aus alten Mythen, Berichten über das Verhalten von Schimpansen und dem Bürgerlichen Gesetzbuch zu extrahieren. Konfuzius und Aristoteles waren vor langer Zeit auch auf diesen Instinkt gestoßen, ohne ihn aber einordnen zu können, weil für sie der Begriff „Instinkt“ noch in ferner Zukunft lag. Das alles hier näher auszuführen, würde zu weit führen, aber ich kann Ihnen versichern, daß Abel den Mordanschlag seines Bruders überlebte. Er mußte nur in der alttestamentarischen Erzähltradition sterben, weil das alttestametarischen Israel eine voll entwickelte Sklavenhaltergesellschaft war. Und Sklaverei ist nun einmal eine eklatante Frustration des Tausch-und-teile-Instinkts.

>>Als ob es eine Ironie des Schicksals gäbe, spiegeln gerade die kulturell vorgegebenen Tötungsweisungen reziprokes Verhalten wider: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Die Todesstrafe, die Blutrache, die „Vergeltungswaffen“ V-1 und V-2, die „Vergeltung“ Israels für palästinensische Terrorangriffe und die „Vergeltung“ Amerikas für das zerstörte World-Trade-Center durch Krieg gegen den Irak haben im reziproken Verhalten ihren Ursprung. Und als hätte es der „moderne“ Mensch nicht schwer genug, aber hier fällt ihm reziprokes Verhalten leichter als beim Zahlen fairer Löhne für ordentliche Arbeit.

Hier redet man seit Adam Smith Kain das Wort. Der alte Früchtefresser, der nichts abgeben will, gewann in der Wirtschaft die Oberhand, obgleich sowohl die klassische chinesische Philosophie als auch die griechische das reziproke Verhalten als Grundlage der Wirtschaft erkannt hatten. Der kindliche Nachahmungstrieb wird wieder einmal Pate gestanden haben. Im Absolutismus gab es nur einen, der sich die Taschen nach Belieben auf Kosten anderer füllen durfte. Nach dem Abschütteln des absolutistischen Jochs konnte im Prinzip jeder diese Rolle übernehmen. Das Echo des Absolutismus, die starren Grenzen zwischen den Bevölkerungsschichten bildete nach der Entmachtung des Adels den Nährboden für das aufstrebende Bürgertum. Seit Generationen kannten die Menschen in Europa nichts anderes, als daß die höheren Schichten die jeweils niederen ausplünderten.

Auf diesen Nährboden fiel 1859 Charles Darwins Arbeit „Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“. Darwins unvermeidlicher Fehler, der „natürlichen Zuchtwahl“ oder „Selektion“ den aktiven Part im Evolutionsgeschehen zuzubilligen, mündete nach kurzer Zeit in den „Sozialdarwinismus“. Und dieser wiederum führte Schnurstracks an die „Selektionsrampe“ von Auschwitz. Auf unserer Skala ( 1 Jahr entspricht 1 Millimeter )macht das gerade einmal eine Zigarettenlänge aus. Nahezu zeitgleich mit Darwin erschien Karl Marx auf der Weltbühne und stellte seine Theorien vor. Auch der Marxismus blieb von Darwin nicht unbeeinflußt.

Denn der „Kampf ums Dasein“ als Grundlage des Lebens eint Kapitalismus und Kommunismus. (Es ist nicht auszuschließen, daß gerade der „Kampf ums Dasein” englischer Industriearbeiter im 19. Jahrhundert Darwin zu seiner Vorstellung vom Wirken der Evolution inspiriert hatte)

Die „Arbeit“ fing an, mit dem „Kapital“ um die Macht zu rivalisieren.

Man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, daß die NSDAP nicht von „Kapitalisten“ gegründet worden war, sondern von Hoffnunglosen, die die Abschlachtungsorgie des ersten Weltkrieges überlebt hatten. Der erste Weltkrieg war zu Beginn noch eine Art „Familienfehde“ der europäischen Fürstenhäuser gewesen. Der „Kampf ums Dasein“ der Weltmodelle gipfelte in den Abschlachtungsorgien des zweiten Weltkriegs, den Abschlachtungsorgien der chinesischen Kulturrevolution und den Abschlachtungsorgien in Südostasien. Vietnam, Laos, Kamboscha.

Das alles mit rationalen Argumenten nicht erklärbar, denn das Scheitern des Kommunismus hatte bereits Aristoteles erkannt. Bezüglich des Gemeineigentums an Land und Erträgen schreibt er:

Wenn die Leute, die die Felder bebauen, andere sind (als die Staatsbürger), dann ist es etwas anderes und die Sache geht leichter; wenn aber die Bürger für sich selbst arbeiten, dann wir der Kommunismus große Schwierigkeiten mit sich bringen. (…) Dagegen wird der Egoismus mit Recht getadelt. Denn dieser besteht nicht darin, daß man sich selbst liebt, sondern daß man sich mehr liebt als man darf: geradeso tadelt man die Habsucht, obwohl jeder etwas zu haben liebt. Es gewährt ja doch auch große Freude, Freunden oder Fremden oder Bekannten zu helfen oder einen Dienst zu erweisen. Das aber ist nur möglich unter der Voraussetzung des Priavteigentums (Älteste Politik, Kap. 2)

Im vorletzten Satz läßt Aristoteles die Neigung zu reziprokem Verhalten anklingen, dessen Wert für das Zusammenleben er in seiner Nikomachischen Ethik nicht zuletzt durch die Worte unterstreicht:

Allerdings bewährt sich die wiedervergeltende Gerechtigkeit in allem auf Gegenseitigkeit beruhenden Verkehr eine zusammenhaltende Kraft, aber nach dem Grundsatz der Proportionalität und nicht der Gleichheit. Denn dadurch, daß er verhältnismäßig Vergeltung ausübt, erhält sich der Staat. Denn entweder versucht man das Böse zu vergelten, weil man ohne das keinen Staat, sondern einen Zustand der Sklaverei hätte, oder das Gute, weil ohne das keine Mitteilung des Guten stattfinden würde, worauf doch die Volksgemeinschaft beruht“ (Nikomachische Ethik, Ethische Tugenden: Gerechtigkeit)

Die konfuzianische Lehre erschließt sich nicht so einfach durch den Ur-Text wie bei Aristoteles, da Konfuzius selbst keine Schriften hinterlassen hat. Ein Bestandteil der konfuzianischen Lehre ist ren, welches „Fähigkeit zur Integration in die Gemeinschaft“ und „Mit-Menschlichkeit“ bedeutet.

In Kapitel XII,22 finden wir den Satz:

(Der Schüler) Fan Chi wollte wissen, was sittliches Verhalten (ren) sei.

Konfuzius antwortete: „Die Menschen lieben.“

Die Menschen lieben, das heißt sich selbst zurücknehmen, sich eben nicht selbst lieben, sondern Eigensucht und Egoismus ablegen und die Expansion des Ego verhindern. (…) Das Verfahren, in welchem ren umgesetzt wird, ist shu, oft als „gegenseitige Rücksichtnahme“. „Reziprozität“ übersetzt. Wir verstehen die folgende Textstelle aus XII, 2 als Erklärung:

Was du selbst nicht wünschst, das tue auch anderen nicht an.“

Auffällig ist die negative Formulierung dieses Grundsatzes, bei der nicht davon ausgegangen wird, daß das, was für einen selbst gut ist, auch für andere gut sein muß; sie bedeutet damit eine stärkere Zurücknahme des Ego im Verhältnis zu einer positiven Formulierung. (Moritz, Ralf, Konfuzius „Gespräche“, Stuttgart 1998, S. 193f

Also stellt auch bei Konfuzius das reziproke Verhalten eines der wichtigsten Verhaltensmuster dar, das für ein geordnetes menschliches Miteinander unabdingbar ist. Aber weder die Kaiser noch die Diktatoren Chinas wollten diesen Teil der konfuzianischen Lehre in die Tat umsetzen.

Weder im Kommunismus noch im Kapitalismus, vor allem in seiner heutigen Gestalt des Shareholder-Value-Kapitalismus hat reziprokes Verhalten seinen Platz. Es ist aber auch aus Sicht der menschlichen Evolution unabdingbar. Deswegen ist der Shareholder-Value-Kapitalismus ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Kommunismus. Die Frage ist nur, unter welchen Turbulenzerscheinungen er zugrunde gehen wird.

Das über die Jahrmillionen herausgebildete reziproke Verhalten des Menschen ging nur zu einem geringen Teil verloren, aber das reichte aus, die Welt auf den Kopf zu stellen. Die explosive Verbreitung des Crô-Magnon-Typs trug der Evolution erneut eine turbulente Phase ein, von der niemand sagen kann, wann sie abgeschlossen sein wird. Jeder von uns ist Teil und Zeuge dieses Prozesses. Eines ist allerdings mit Sicherheit auszuschließen: es wird nie gelingen, einen „perfekten“ Menschen zu „züchten“ oder gar durch Genmanipulation zu „kreieren“. Die Evolution läßt sich nicht überholen, und wenn wir es übertreiben, wird sie uns ad acta legen. Und es wird niemand geben, der sich für die Spuren, die wir hinterlassen, interessieren wird. So einfach ist das.

So einfach vollzog sich die Evolution des Menschen. Aber sie ist noch nicht an ihrem Endpunkt angelangt. Wir dürfen gespannt sein, wie sie weitergeht. Trotz allen gegenteiligen Beteuerungen führender Politiker hängt es nicht von uns ab, wie es mit der Menschheit weitergeht. Im Positiven wie im Negativen sind wir zu unbedeutende Lebewesen, als daß sich die Evolution in ihrem Wirken davon großartig beeinflussen ließe. Die Tendenz ist freilich unverkennbar: Alles in der Natur strebt nach Selbstähnlichkeit und Harmonie, nach gleichmäßiger Energieverteilung. Ohne dieses Streben gäbe es keinen osmotischen Druck, ohne osmotischen Druck kein Leben. Die durch das Ungleichgewicht der Energieverteilung bewirkten Ströme sind es, die uns am Leben halten. Wie der Mensch im Alltagsleben nicht mit dem Feuerzeug in den Benzintank hineinleuchten sollte, wie er vermeiden sollte, Stromkreise kurzzuschließen, so muß er dafür Sorge tragen, daß die innerartlichen Energieströme in den Bahnen des Handels und Wandels fließen und nicht durch Plünderung und Krieg wirkungslos verpuffen. Die Prinzipien der Evolution lassen sich durch menschliches Handeln nicht aushebeln. Wir werden uns diesen beugen müssen, es sei denn, wir entschließen uns in einem demokratischen Prozeß für den gemeinschaftlichen Untergang der Menschheit.

Dazu wird es jedoch nicht kommen, denn vielleicht ist es ja wirklich so, wie Hoimar von Ditfurth vor mehr als dreißig Jahren schrieb:

Bei ihren Versuchen, Pflanzen in Atmosphären künstlicher, „nichtirdischer“ Zusammensetzung aufzuziehen, machten amerikanische Raumfahrtbiologen jüngst eine bemerkenswerte Entdeckung. Ihre Schützlinge gediehen am besten nicht etwa in der gewöhnlichen Luft, die wir auf der Erde atmen, sondern in einem experimentell erzeugten Gasgemisch. Am üppigsten wucherten Tomaten, Blumen und andere Alltagsgewächse dann, wenn man das Sauerstoffangebot auf etwas weniger als die Hälfte reduzierte und gleichzeitig den CO2-Anteil – normalerweise nur 0,3% – kräftig erhöhte.

Dieses Resultat erscheint zunächst einmal deshalb bemerkenswert, weil es eine geläufige und ohne großes Nachdenken für selbstverständlich gehaltene Ansicht als Vorurteil entlarvt, die Ansicht nämlich, die auf der Erde herrschenden Bedingungen seinen für alle hier existierenden Lebensformen optimal. Aber die Bedeutung des Befundes der amerikanischen Biologen reicht darüber weit hinaus. Ihr Experiment erweist sich bei näherer Betrachtung als ein Exempel für die von vielen Zeitgenossen noch immer nicht erkannte Tatsache, daß die Menschen heute erst die Erde wirklich kennenlernen, da sie sich anschicken, sie zu verlassen. Erst die Beschäftigung mit dem, was jenseits der Erde liegt, gibt uns die Möglichkeit, zu begreifen, was uns als alltägliche Umwelt umgibt.

Pflanzen setzen bei der Photosynthese Sauerstoff frei. Ohne Pflanzenwelt wäre der Sauerstoffvorrat der Erdatmosphäre innerhalb von etwa drei Jahrhunderten verbraucht, wäre die Erde nach dieser Zeit für Menschen unbewohnbar. Die Versuche der Exobiologen erinnern uns nun daran, daß auch das Umgekehrte gilt. Bevor die Pflanzen auf der Erdoberfläche erschienen, war die Erdatmosphäre praktisch frei von Sauerstoff. Als die Pflanzen ihn zu erzeugen begannen, gab es noch niemanden, dem er hätte nützen können. Er war Abfall. Dieser Abfall reicherte sich in der Atmosphäre unseres Planeten mehr und mehr an bis zu einem Grad, der die Gefahr heraufbeschwor, daß die Pflanzen in dem von ihnen selbst erzeugten Sauerstoff würden ersticken müssen. Der Versuch der Exobiologen zeigt, wie nahe die Entwicklung dieser Gefahrengrenze tatsächlich schon gekommen war.

In dieser kritischen Situation holte die Natur zu einer gewaltigen Anstrengung aus. Sie ließ eine Gattung ganz neuer Lebewesen entstehen, deren Stoffwechsel just so beschaffen war, daß sie Sauerstoff verbrauchten. Während wir gewohnt sind, die Pflanzen einseitige als die Lieferanten des von Tieren und Menschen benötigten Sauerstoffs anzusehen, verschafft uns die Weltraumforschung hier eine Perspektive, die uns das gewohnte Bild aus einem ganz anderen Blickwinkel zeigt.: Wir stehen unsererseits im Dienste pflanzlichen Lebens, das in kurzer Zeit erlöschen würde, besorgten wir und die Tiere nicht laufend das Geschäft der Beseitigung des als Abfall der Photosynthese entstehenden Sauerstoffs

Wenn man auf diesen Aspekt der Dinge erst einmal aufmerksam geworden ist, glaubt man, noch einen anderen seltsamen Zusammenhang zu entdecken. Die Stabilität der wechselseitigen Partnerschaft zwischen dem Reiche pflanzlichen Lebens und dem von Tier und Mensch ist ganz sicher nicht so groß, wie es die Tatsache vermuten lassen könnte, daß sie heute schon seit mindestens einer Milliarde Jahre besteht. Es gibt viele Faktoren, die ihr Gleichgewicht bedrohen. Einer von ihnen ist der Umstand, daß ein beträchtlicher Teil des Kohlenstoffs, der für den Kreislauf ebenso notwendig ist wie Sauerstoff – keine Photosynthese ohne CO2 –, von Anfang an dadurch verlorengegangen ist, daß gewaltige Mengen pflanzlicher Substanz nicht von Tieren gefressen, sondern in der Erdkruste abgelagert und von Sedimenten zugedeckt wurden. Dieser Teil wurde dem Kreislauf folglich laufend entzogen, und zwar, so sollte man meinen, endgültig.

Wieder aber geschieht etwas sehr Erstaunliches: In eben dem Augenblick – in den Proportionen geologischer Epochen –, in dem der systematische Fehler sich auszuwirken beginnt, erscheint wiederum eine neue Lebensform und entfaltet eine Aktivität, deren Auswirkungen die Dinge wie beiläufig wieder ins Lot bringen. Homo faber tritt auf und bohrt tiefe Schächte in die Erdrinde, um den dort begrabenen Kohlenstoff wieder an die Oberfläche zu befördern und durch Verbrennung dem Kreislauf von neuem zuzuführen.

Manchmal wüßte man wirklich gern, wer das Ganze programmiert. (Hoimar v. Ditfurth, Zusammenhänge, Reinbek 1979, S. 18ff)

Wer das Ganze programmiert? – Das Ganze! – Aber das Ganze „programmiert“ nicht. Es wirkt, aber keiner wird je erfahren, wie. Eines jedenfalls steht fest, der 2. Hauptsatz der Thermodynamik duldet auf Dauer keine Energiekonzentrationen an einem Ort. Wie wir gesehen haben, bilden Feuer, Wasser; Luft, Erdball und Zellen ein Gesamtsystem. Keines dieser Teilsysteme kann mehr oder gänzlich andere Eigenschaften haben als das Gesamtsystem selbst, auch der Mensch nicht.

Aus diesem Grunde ist es nicht so falsch, was am Anfang des Dekalogs gesagt wird:

Ich bin der Herr!

Und die Vorstellung der alten Griechen, Göttervater Zeus schleudere die Blitze zur Erde, ist ebenfalls nicht ganz unrichtig. Denn es ist der 2.Hauptsatz der Thermodynamik, der die Trennung elektrischer Ladungen anläßlich eines Gewitters wieder aufhebt. Damit läßt sich das 1. Gebot unschwer in eine physikalische Fassung bringen:

Wer vorsätzlich oder fahrlässig den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik verletzt, mißachtet oder im Einzelfall Für nicht anwendbar erklärt, kann Katastrophen unübersehbaren Ausmaßes für sich und andere bewirken.

Niemand macht uns das Recht streitig, die Wege der Natur zu erforschen. Aber das angemaßte Recht, die Natur zu beherrschen, wird, wenn wir nicht darauf verzichten, uns gnadenlos um die Ohren gehauen.

Das größte Spannungsverhältnis, das der Mensch je auf Erden erzeugt hat, hat er durch Einsperren ungeheurer Energien in die nuklearen Knallfrösche geschaffen. Kehren wir zum Anfang und zum Ohmschen Gesetz zurück: Wie lange können die Isolatoren der nach Entladung drängenden Energie standhalten. Wohlgemerkt, es geht nicht um die Frage, wie lange die Behälter bei guter Pflege halten; der Mensch mit seinen Entscheidungsalternativen ist Bestandteil der „Isolatoren“. Und er ist die entscheidende Schwachstelle im Gesamtsystem. Wie lange kann er die Finger noch weit genug vom „roten Knopf“ weglassen? – Wird es ihm gelingen, Atomwaffen zu delaborieren und das spaltbare Material für uns nutzbringend in Wärme umzurubeln?

Oder wird das eintreten, was anläßlich des „Militärschlags“ der NATO gegen Jugoslawien beinahen eingetreten wäre, demnächst Wirklichkeit:

Der Fehlwurf eines Bombers traf seinerzeit die chinesische Botschaft. Es bedurfte aller nur erdenklichen diplomatischen Anstrengungen, die chinesische Führung davon abzuhalten, dies als „feindseligen Akt“ zu betrachten und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen

Der arme Pilot, dem das Malheur passiert war, hatte dem Kaiser von China nur versehentlich „ins Revier gepinkelt“. Die „diplomatischen Kanäle“ waren intakt und haben gehalten. Was aber ist, wenn ein unpassendes „Bächlein“ über keinen diplomatischen Kanal mehr abfließen kann? – Wenn der, dessen Hose naß wird, ähnlich borniert reagiert wie der Präsident der Vereinigten Staaten auf den 11.9.2001? << G. Altenhoff, Australopithecus Superbus Procrustes – der Mensch, ein Hologramm der Evolution, unv. Manuskript, 2001)

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, den zellulären Aufbau und die thermodynamische Natur des Phänomens „Wirtschaft“ näher zu erläutern. Ich verweise insoweit auf meine Ausführungen unter www.bundesadel.de.

„Soziale Spannungen“ sind ganz in Ordnung. Ohne sie gäbe das Phänomen „Wirtschaft“ gar nicht. Aber diese Spannungen sind, in die Sprache der Elektrotechniker übersetzt, Niederspannungen. Lege ich an an ein Niederspannungssystem Hochspannung an, geht es unweigerlich kaputt. Und „soziale Hochspannung“ entsteht unweigerlich bei dauerhafter Verletzung des Tausch-und-teile-Instinkts. Sie entwickeln sich gerade jetzt unter unseren Augen, mitten in Deutschland.

Sie brauchen mir all das, was Sie gelesen haben, nicht zu glauben. Aber wenn Sie mir nicht glauben wollen, machen Sie zumindest folgendes Experiment: Verbinden Sie Ihre Modellbahnanlage unter Umgehung des Trafos unmittelbar mit dem 220 Volt-Netz. Aber informieren Sie bitte vorher die Feuerwehr, damit das Haus Ihrer Nachbarn nicht auch noch abfackelt.

Ich glaube nicht, daß es Ihnen aufgefallen ist, aber ich habe soeben – in aller Weltöffentlichkeit, denn das „Web“ ist die Weltöffentlichkeit – in das Revier eines „staatstragenden“ Wissenschaftszweigs hineingepinkelt. Gut, daß die von „Münte“ angefachte Diskussion alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Sicher werden Sie jetzt fragen, wie man das Phänomen, das wir „Wirtschaft“ nennen, denn überhaupt wissenschaftlich beschreiben könne, ohne die „Volkswirtschaftslehre“ zu bemühen? Die Antwort liegt nicht fern, aber sie würde den hier gegebenen Rahmen sprengen.

Zum Schluß noch einmal der Kernsatz:

Weder im Kommunismus noch im Kapitalismus, vor allem in seiner heutigen Gestalt des Shareholder-Value-Kapitalismus hat reziprokes Verhalten seinen Platz. Es ist aber auch aus Sicht der menschlichen Evolution unabdingbar. Deswegen ist der Shareholder-Value-Kapitalismus ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Kommunismus. Die Frage ist nur, unter welchen Turbulenzerscheinungen er zugrunde gehen wird.

Es ist schon merkwürdig: Noch nie habe ich mir bewußt einen Boxkampf angesehen. Aber nach Abschluß der Korrekturen an diesem Beitrag, der als Leserbrief gedacht war, wollte ich wissen, ob Vitali Klitschko genügend Milchschnitten gegessen hat. – Prompt gibt der Weltmeister wenige Minuten vor 12 den Kampf auf. – Welcher Weltmeister wird den Kampf noch aufgeben? – Der im Geldverbrennen?

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Stuttgart: Dritter Todesfall durch „Schweinegrippe“ – Nachrichten :: Baden-Württemberg | SWR.de

November 5, 2009

Stuttgart: Dritter Todesfall durch „Schweinegrippe“ – Nachrichten :: Baden-Württemberg | SWR.de.

Wo ist eigentlich die Vogelgrippe geblieben, die doch so gefährlich war. Wer erinnert sich nicht an die Worte: „das auch für den Menschen gefährliche H5N1-Virus“, die ständig in den Medien wiederholt wurden. – H1N1 aber scheint das Rennen zu machen. Es könnte sein, daß es das Rennen macht, weil es „für den Menschen ungefährlich“ ist. – Das macht im Rahmen der Evolution Sinn. Je besser die Anpassung an den Lebensraum, desto gröer die Chancen, sich über den Planeten zu verbreiten. – Und zwar explosionsartig, so will des die „logistische Funktion“, die diesen Vorgang steuert:

Auszug aus der "Prozeßordnung" der Thermodynamik

Man ist mittendrin

Weil die „logistische Funktion“ dei Prozeßordnung desr Thermodynamik ist,  läßt sich das, was passiert, mit derselben Methode modellieren, mit der man die nukleare Kettenreaktion modelliert.

http://www.youtube.com/watch?v=_f4kYYAQC3c

- Wobei zu bedenken ist, daß der Begriff „Kettenreaktion“ aus der Chemie stammt und in jedem Motor ebenfalls stattfindet- Auch die „Hindenburg“ ist 1937 in die Falle der Kettenreaktion geraten. Es genügte ein Funke von rund 625 Grad Wärme. – 200.000 Kubikmeter Wassserstoff wurden innerhalb von 36 Sekunden zu Wasser.

Immer ist es ein Prozeß, der sich selbt beschleunigt. – Man darf sich also nicht wundern, wenn sich die „Ausbreitungsgeschwindigkeit“ von H1N1 in den nächsten Tagen und Wochen zu verdoppel scheint. – Es kann aber auch sein, daß die Ausbreitung jäh stoppt. – Aus scheinbar „unerklärlichen“ Gründen. – Aber so schriebt es die Mathematik der Evolution nun einmal vor.  – Insoweit sind die Wege des Herrn tatsächlich „unerforschlich„.


Deppendorfs Woche: Kongress, Krieg und Opel | tagesschau.de

November 5, 2009

Deppendorfs Woche: Kongress, Krieg und Opel | tagesschau.de.

Merkel, Karsai und Platon

Derjenige, der in den ganzen Turbulenzen den Weltpolitik am ärmsten dran ist, heißt Barack Obama. Gutgläubig hat erseinen Nachen mit seinem Slogan „Yes we can!“  zwischen die Schlachtschiffe gesteuert. – Er kann nur froh sein, daß deren Kapitäne, Karsai und Merkel eingeschlossen, glücklicherweise keine Ahnung von Navigation haben:

„Ja spotte nur noch, nachdem du mich in eine so schwierige Untersuchung hineinverwickelt hast! Höre also das Gleichnis; es wird dir noch deutlicher zeigen, wie vorsichig ich mit Gleichnissen bin. Das Verhältnis, in dem jene Tüchtigen sich zum Staate befinden, ist ein so schwieriges, daß sich nirgends ein einzelner Gegenstand findet, der ähnliche Zustände hätte. Man muß den Zustand aus vielen vergleichbaren Zuständen zusammenstellen, wenn man diese Männer verteidigen will, muß es also machen wie die Maler, die Zusammensetzungen von Bock und Hirsch und anderen Tieren malen. – Denke dir, es ging auf einem Schiff oder vielen Schiffen folgen­dermaßen zu. Der Schiffseigentümer ist größer und stärker als die ganze Bemannung; er ist aber schwerhörig und kurzsichtig, und sein Verständnis für das Seewesen ist ebenfalls mangelhaft. Nun zanken sich die Schiffsleute untereinander, weil jeder meint, ihm käme die Führung des Schiffes zu. Dabei hat aber keiner je die Steuerkunst gelernt, kann auch seinen Lehrer und seine Lehrzeit nicht nachweisen. Ja sie erklären, diese Kunst sei gar nicht lehrbar, und wollen jeden in Stücke hauen, der sie lehrbar nennt. Sie stürmen also beständig auf den Schiffseigentümer ein, er solle ihnen das Steuerruder in die Hand geben. Überredet ihn einmal ein anderer, so ermorden sie ihn oder werfen ihn über Bord. Haben sie dann den braven Eigentümer zahm gemacht, durch einen Schlaftrunk, Wein oder dergleichen, so stellen sie eigene Schiffsleute an, das Schiff zu lenken, und segeln nun, wie es bei solchen Leuten zu erwarten ist, unter Trinken und Schwelgen dahin. Wer sich beim Überreden oder Überwältigen des Schiffseigentümers geschickt erweist und ihnen behilflich ist, die Macht in ihre Hände zu bekommen, der steht als seetüchtig, als kundiger Steuermann und Kenner des Seewesens bei ihnen in Ehren. Wer kein Geschick dazu hat, wird unbrauchbar gescholten. Dabei wissen sie nicht einmal, daß ein wahrer Steuermann sich mit dem Jahre und den Jahreszeiten, mit dem Himmel, den Gestirnen, den Winden und überhaupt allem, was eben in sein Fach schlägt, beschäftigen muß, um wirk­lich ein Schiff führen zu können. Sie halten es gar nicht für möglich, daß man neben den Künsten und Mitteln, die man braucht, um sich zum Steueramt emporzuarbeiten, auch noch Zeit zur Erlernung der Steuerkunst hat. – Bei dieser Lage der Dinge auf einem Schiffe wird doch der wahre Steuermann von den Schiffsleuten entschieden für einen Sterngucker, einen Schwätzer, einen für sie unbrauchbaren Menschen erklärt?“

„Allerdings“, sagte Adeimantos.

„Ich brauche das Gleichnis wohl nicht auszulegen. Du siehst, daß sich die Staaten dem wahren Philosophen gegenüber ebenso betragen, und verstehst, was ich meine.“

„Ja, freilich.“

„Wenn sich also jemand wundert, daß die Philosophen im Staate nicht in Ehren stehen, so trge ihm zunächst dies Gleichnis vor und mache ihm daran klar, daß das Umgekehrte viel wunderbarer wäre.“

(Platon, der Staat, Sechstes Buch IV)

Wie Sie sehen, hat sich seit rund 2.500 Jahren in der Politk nichts, aber auch gar nichts geändert.

- Wenn das aber so ist, ist es an der Zeit, daß sich etwas ändert!

Denn wer vor Repräsentantenhaus und Senat die Liebe zu den für DDR-Bürger unerreichbaren Jeans herausstreicht, muß auch zur eigenen Schirmherrschaft für Stasi-Spitzel stehen, als für diese die DDR unerreichbar geworden war.


Zivildienst vor dem Aus? | tagesschau.de

November 4, 2009

Zivildienst vor dem Aus? | tagesschau.de.

Brauchen wir „Zivildienst“ oder brauchen wir nach rund 6000 Jahren eine Reformation der „Politik <!– @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } –>“?:

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Politik ist das Organisieren der Erledigung von Gemeinschaftsaufgaben.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auf diese Begriffsbestimmung haben mich übrigens die Kno­chen der Neandertaler gebracht, die der Planet fre­undlicherweise für uns konserviert hatte. Eine Reihe der geborgenen Skelette und Skelettreste gehört zu Individuen, die man heute als „Pflege­fall“ einstufen würde. Neandertaler kannten noch keine Pflegever­sicherung, dennoch wurden sie bis ans Ende ihrer Tage von der „Allge­meinheit“ der Horde offenbar rührend umsorgt. Der Neandertaler kannte weder Kranken- noch Renten- noch Pflegeversicherung. Er hatte sie nicht, weil er sie ein­fach nicht brauchte! – Sie glauben das nicht? – Dann lassen Sie sich einfach überraschen:


Die Neandertaler müssen deutlicher als alle anderen Geschöpfe vor ihnen empfunden haben, wie kostbar ein Leben ist, denn auf der fundamentalsten Ebene sind Begräbnisriten gleichbedeutend mit dem Wunsch, das Menschliche zu bewahren. Das Begraben besagt, daß irgendein wesentlicher Teil des menschlichen Lebens – man mag es Geist oder Seele nennen   nicht zerstört werden kann, son­dern nach dem Tode irgendwo anders in irgendeiner anderen Form weiterexistiert.

Dieser zunehmende Sinn für den Wert des Lebens spiegelt sich nicht nur in den Begräbnisriten der Neandertaler, sondern auch in ihrer Fürsorge für alte und behinderte Menschen. So war zum Bei­spiel der Mann von La Chapelle-aux-Saints längst über die besten Mannesjahre hinaus, als er starb. Sein Skelett läßt erkennen, daß er unter Arthritis litt und unmöglich noch an Jagden teilnehmen konnte. Selbst das Essen muß ihm schwergefallen sein, da er alle Zähne bis auf zwei verloren hatte. Hätte er zu einer früheren Zeit gelebt, hätte man ihn wahrscheinlich ausgesetzt und verhungern las­sen, nachdem er für die Gruppe nicht mehr von Nutzen war. Aber die Neandertaler ließen sich an­scheinend nicht von einer derart grausamen Logik leiten. Die Gefährten dieses Mannes versorgten ihn selbstlos mit Essen, vielleicht kauten sie es ihm sogar vor.

Auch die Funde von Shanidar lassen vermuten, daß die Neandertaler für Behinderte sorgten. Einige der dort gefundenen Knochen gehören einem 40jährigen Mann, der vermutlich durch Steinschlag getötet wurde. Die Untersuchung seines Skeletts ergab, daß ihm vor dem tödlichen Unfall nur ein Arm zur Verfügung gestanden hatte. Der rechte Arm und die Schulter waren verkümmert – vermut­lich ein angeborener Defekt. Trotz dieser erheblichen Behinderung erreichte er ein für einen Nean­dertaler hohes Alter. Seine Vorderzähne sind ungewöhnlich stark abgenutzt, was darauf hindeutet, daß er einen großen Teil seiner Zeit damit verbrachte, Tierhäute weichzukauen, damit sie als Klei­dung verwendet werden konnten, oder daß er seine Zähne anstelle des fehlenden Arms zum Festhal­ten von Gegenständen benutzte. (…) Auch der ursprüngliche Neandertaler aus Deutschland hat eine schwere Verletzung überlebt, sich allerdings nicht gut von ihr erholt: Die Knochen seines linken El­lenbogens waren so deformiert, daß er nicht imstande war, die Hand zum Mund zu heben; ob Mensch oder Tier für diese Verletzung verantwortlich war, läßt sich nicht feststellen (George Con­stable, Der Neandertaler, 1979, S. 101f)


Diese Feststellungen machen doch erschreckend deutlich, daß während der Eiszeit Kranke und Be­hinderte offensichtlich einen Stellenwert hatten, den man sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts ei­gentlich nur wünschen kann.

Es ist nicht anzunehmen, daß der Neandertaler die Fürsorge für Kranke und Behinderte erfunden hat. Angesichts seiner Lebensbedingungen hätte man aus heutiger Sicht eher das Gegenteil erwartet. Allein deswegen ist die Vermutung nicht von der Hand zu weisen, daß bereits die frühesten Formen des Menschen ihre kranken und behinderten Gruppenmitglieder nicht einfach ihrem Schicksal über­ließen, sondern sich vielmehr ebenso intensiv wie um ihren Nachwuchs kümmerten.

Weil das so war und weil der heutige „Staat“ nicht einmal seine zum Krüp­pel geschossenen Solda­ten angemessen versorgt, finden wir die „eigentlichen“ Staatsaufgaben eher im Katalog der „ver­sicherbaren Risiken“ als im Grundgesetz.


Zivildienst vor dem Aus? | tagesschau.de

November 4, 2009

Zivildienst vor dem Aus? | tagesschau.de.

So einfach kann man es sich nicht machen. Der „Zivildienst“ ist ein Abkömmling der „Allgemeinen Wehrpflicht“. – Man wollte die, die im Kalten Krieg nicht bereit waren, mit der Waffe in der Hand „Frieden zu schaffen“  zum Friedenschaffen ohne Waffen heranziehen.

Bequem für die „Sozialeinrichtungen“. Die haben dvon profitiert, weil sie keine „Profis“ mehr benötigten. -Aber auch im Pflegebereich ist die unbezahlte Arbeitskraft ein Sklave.

Das muß man sich vor Augen halten.

Keiner hat Anspruch auf Sklavenhaltung.

Punkt. Ende. Aus die Maus.

Was würde der Neandertaler dazu sagen, wenn er es erführe? – Er würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. – Aber dazu später.


Schweinegrippe | meta.tagesschau.de

Oktober 31, 2009

Schweinegrippe | meta.tagesschau.de.

Es ist gerade einmal zweieinhalb Jahre her, da schwärmte das Müllsack-Geschwader „Horst Seehofer“ über die Strände Rügens und sammelte Kadaver ein. Tornados gegen Wildgänse – und keine Epidemie. – Das war die Bilanz „eines deutschen Vorfrühlings“. – So geschehen im Februar 2007. – Von dem „AUCH FÜR DEN MENSCHEN GEFÄHRLICHEN H5N1-VIRUS“ – wem klingen diese Worte nicht mehr in den Ohren – ist weit und breit nichts mehr zu sehen.
Hat sich H5N1 aus Angst vor Tyrannopithecus Majestix (Mensch) den Planeten mit dem nächsten UFO aus dem Staub gemacht?
H1N1 – fünf Menschen „allein in Deutschland“ sind daran gestorben. 5 von 82.000.000!
Tag für Tag sterben mehr Menschen durch militärische Gewalteinwirkung, also infolge eigenen oder fremden Gehorsams,als durch die Schweinegrippe. Wer impft die Menschheit endlich gegen den Gehorsam?
Wer impft uns gegen den Gehorsam?


Kommentar: Merkels unaufhörliche Modernisierung der CDU – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE

Oktober 29, 2009

Kommentar: Merkels unaufhörliche Modernisierung der CDU – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE.

Die Analogdemokratie

Analogkäse sieht aus wie Käse, riecht wie Käse und schmeckt wie Käse, ist aber kein Käse.
Die Analogkanzlerin hat ihren Analogeid geleistet. – Immerhin hatte der Analogbundespräsident dem Bundestag zur Wahl vorgeschlagen. – Das Wesen einer Wahl ist nun, daß man die Wahl hat – zumindest zwischen Teufel und Beelzebub. – Letzerer wurde dem Bundestag vom Analogpräsidenten freilich nicht als Alternative vorgestellt. – Somit liefen die „Kanzlerwahlspielregeln“ des Grundgesetzes von vornherein leer. – Damit teilen sie das Schicksal weiter Teile des Grundgesetzes, die dazu führen, daß wir seit 60 Jahren in einer Analogdemokratie leben, die der Deutsch-demokratischen Demokratie der DDR ebenbürtig ist.
Wenn das Gesetz Stellenausschreibungen zwingend vorschreibt, das aber nicht getan wird, ist das eine Mißachtung des Gesetzes, die sich nur eine Diktatur leisten kann. – Wie im alten Rom: Dictatura legibus scribundis et rei publicae constituendae. – (Diktatur für zu erlassende Gesetze und Staatsverfassung) – griffig formuliert: Koalitionsvertrag. – Mit den Buchstaben und dem Geist des Grundgesetzes ist das alles nicht vereinbar, aber was soll’s:
Der Deutsche ist gewohnt, den Geßlerhut auch dann zu grüßen, wenn er gar nicht auf der Stange ist. – Demnach ist Demokratie auch dann Demokratie, wenn sie gar keine ist. Gruß aus der Deutschen Demokratischen Republik.
Mit unschuldigem Augenaufschlag nahm die „Schirmherrin der Stasi-Spitzel und Alt-Stalinisten des Wahlkreises Stralsund/Rügen“ die Wahl, die keine war, an.
Und dann kam der Eid.  – Stauffenberg und andere Offiziere wurden hingerichtet, weil sie ihren Fahneneid verletzt hatten. Unzählige Soldaten, die die Schnauze voll hatten, gingen ihnen voran und folgten ihnen. – Auch heute noch werden Bundeswehrsoldaten hart bestraft, wenn sie ihren Fahneneid bzw den Inhalt des „Feierlichen Gelöbnisses“ verletzen. – Merkel kann es sich leisten, den Eid, den sie sei vier Jahren Tag für Tag, Minute für Minute, Sekunde für Sekunde verletzt und mißachtet hat, nochmals zu leisten. Fragen Sie mal bei Frau Kässmann nach, was Gott, den Merkel bemüht, dazu wohl sagen wird – Immerhin liegen gravierende Verstöße gegen die Gebote 2, 7 und 8 vor. – Nimmt man den nicht vorhandenen Krieg in Afghanistan dazu, kommt auch ein Verstoß gegen Gebot 5 möglicherweise hinzu.
Vielleicht gewinnen wir dereinst eine Einstellung zu denen, die ihren Amtseid verletzen, die analog zu der ist, mit der Verletzungen des Fahneneides in aller Welt geahndet wurden.


Oktober 27, 2009

Lieber Herr Müller-Vogg,
die Wahrheit über unsere gegenwärtige und wohl auch zukünftige Analogkanzlerin finden sie hier: https://www.triboox.de/autoren-leser/community/manuskripte/?scriptid=ZV4d6iSqkUZ.
Morgen wird ein pflichtvergessener Analogpräsident „vorschlagen“,die Mekel zur Kanzlerin zu wählen. „Vorschlag“ und „Wahl“ sind ein Witz, über den keiner mehr lachen kann. Wo bitte steht im Grundgesetz, daß der Bundestag den Kanzler „aus seiner Mitte“ wählt? – Nirgends. Nimmt man Art. 33 Absätze 1 und 2 GG hinzu, stellt sich heraus, daß das Procedere, das seit 60 Jahren „geübt“ wird, knapp neben dem erklärten Willen des Inhabers der verfassungsgebenden Gewalt liegt. Da die aus Art 33 Abs 2 fließende Ausschreibungspflicht für die „höchsten“ Staatsämter keine Ausnahme vorsieht, führen die „Wahlen“ zu Präsident bzw Kanzler eben nicht zur rechtmäßigen Amtsinhaberschaft. Wie der Analogkäse kein Käse ist, ist eben auch Köhler nur Analogpräsident. Und ein „Bundeskabinett gibt es gleich gar nicht, ein Kabinett als Willensbildungs- und Beschlußorgan sieht das Grundgestz nicht vor. Es ist ein parakonstitutionelle Institution. – Ich schlage vor diese Institution in „Bundeswohlfahrtsauschuß“ umzubenennen. Dann wäre die Merkel-Westerwelle-Gruppe wenigstens nach dem Ergebnis ihrer „Arbeit“ benannt.
Mit freundlichen Grüßen
Altenhoff


Koalition, Verfassungsgericht und die Gerechtigkeit

Oktober 22, 2009

Von: gerhard.altenhoff@giordano-bruno-institut.de

An: leserbriefe@bild.de, forum@welt.de , redaktion@faz.de, HeuteJournal@zdf.de

Datum: 22.10.09 01:26:32

Betreff: hartz IV und die Gerechtigkeit: FW: Quaestio in re iustitia vs. regnum merkelensis

Inhalt:

Received: from [78.49.40.5] by freemailng5302.web.de with HTTP;

Thu, 22 Oct 2009 01:26:32 +0200

Date: Thu, 22 Oct 2009 01:26:32 +0200

Message-Id: <1226832904@web.de>

—–Ursprüngliche Nachricht—–

Von: gerhard.altenhoff@giordano-bruno-institut.de

Gesendet: 22.10.09 01:01:45

An: guido.westerwelle@bundestag.de,moderation@abgeordnetenwatch.de

Betreff: Quaestio in re iustitia vs. regnum merkelensis

Ave Guido,

nescito lingunam Graecam antiquam. Sed habeo Latinum Magnum. Ergo mihi non est nisi iterare quaestionem Augustini: Remota iustitia quod sunt regna magna latrocinia?

Salute optima!

Nehmen Sie die Frage des Augustinus durchaus ernst: Was sind Regierungen ohne Gerechtigkeit ? – Nichts als eine große Räuberbande.

Daß die „Bundesregierung“ ohen Gerechtigkeit ist, können Sie unschwer an der Diskussion über die geltenden „Hartz IV“ – Regelsätze ablesen:

Der alleinstehende Erwachsene bekommt € 359,– zum Leben zugebilligt. Davon nimmt ihm „der Staat“, der ihm das Geld gibt, allein über die Mehrwertsteuer € 44,82 wieder ab. Das sind 12,53%. Hinzu kommen nach gängigem Klischee Branntwein- Bier- und Tabaksteuer. – Sehen wir von den anderen „indirekten Steuern“ wie Leuchtmittelsteuer und Kohlepfennig einmal ab, dürfte Otto Normalhatrtzvierempfänger am Ende gut und gern die Hälfte seines „Einkommens“ wieder an „Vater Staat“ abgedrückt haben. – Wenn das „sozial gerecht“ ist, dann stimmt mit meinem Gerechtigkeitsempfinden was nicht. – Kann ja sein.

Aber schauen wir auf die Kinder:

Bei Kindern sieht das etwas anders aus. – Nehmen wir nur die „Pampers-Fraktion“, also die Neugeborenen bis 5-jährigen. – Wohlgemerkt: Auf Pampers, Spielzeug und alles andere, was ein Säugling neben Futter so braucht, lasten 19% Mehrwertsteuer. – Zigaretten und Schnaps fallen bei Säuglingen nicht an, also lassen wir die „Lastersteuern“ außen vor. – Und jetzt müssen Sie mir mal erklären, warum ein Säugling von seinem „stattlichen“ „staatlichen“ Einkommen rund einen Prozentpunkt, also rund 8% mehr Mehrwertsteur bezahlt als ein alleinstehender Erwachsener. Von den € 215,–, die man ihm gnädigweise zum Überleben gewährt, nimmt ihm „der Staat“ über die MwSt genau € 28,46 wieder weg. Und das sind 13,49% seiner Einkünfte. – Babies kommen nun einmal ohne Windeln nicht aus, deswegen kann man mit Fug und Recht behaupten, daß „der Staat“ seinen Kindern die Kohle unterm Hintern wegnimmt. – Und denen, die er so behandelt, mutet er zu, die Schulden, die die „verfassungsmäßigen Organe“ des „Staates“ heute machen, morgen zu bezahlen. – Wenn das „gerecht“ ist, dann stimmt mit meinem Gerechtigkeitsempfinden was nicht, kann ja sein.

Kann aber auch sein, daß es Menschen auf dieser Welt gibt, denen jegliches Gerechtigkeitsgefühl irgendwie abhanden kam. Und die sitzen auf unsere Kosten in den Parlamenten und futtern sich auf unsere Kosten durch die Kantinen und Restaurants. – Kann auch sein – oder?

Ist das „gerecht“? – Ist das „christlich“? – Ist das „liberal“? – Sozialistisch ist es Gott sei Dank (!) nicht, denn „Hartz IV“ ist eine Erfindung der „deutschgrünen Linken“; – deren absolute und endgültige Disqualifikation.

Mit Mhh? – Mhh? – Mhh? – na-ja freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff

Hallo,

wir können gespannt sein, ob uns Guido überhaupt antwortet. – Mit an fast Tödlichkeit grenzender Sicherheit nicht.

Quod erat atque est demonstrandum!

Gruß

Gerhard Altenhoff


Staatsform im Zwielicht: Deutsche, hadert nicht mit der Demokratie! – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE

Oktober 20, 2009

Staatsform im Zwielicht: Deutsche, hadert nicht mit der Demokratie! – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE.

Wenn man das stets sich wiederholende Procedere der Regierungsbildung mit den klaren Regeln des Grundgesetzes vergleicht, stellt man unschwer fest, daß seit den Tagen Adenauers die Parteien sich die „Dictatura legibus scribundis et rei publicae constituendae“ anmaßen. Sie, die immer die Worte „Verfassung“ und „Wertekanon des Grundgesetzes“ im Munde führen, treten es in Wahrheit mit Füßen. Wie der Analogkäse eben kein Käse ist, ist unsere Analogdemokratie eben auch keine Demokratie: Die Bildung eines „Kabinetts“ ist im Grundgestz nicht vorgesehen. Die Bundesregierung ist nach dem Willens des Inhabers  der verfassunggebenden Gewalt kein Willensbildungs-und Beschlußorgan, sondern reines Exekutivorgan, in dem jeder „Minister“ (lat. Diener) sein Ressort in eigener Verantwortung zu verwalten hat – (Artikel 62ff des Grundgesetzes). Wenn, wie die „Verfassungswirklichkeit“ zeigt, das „Bundeskabinett“ das einzige Willensbildungs- und Beschlußorgan ( Bundestag/Bundesrat ) dominiert, ist das wider Buchstaben und Geist des Grundgesetzes. – Diese Analogdemokratie kann nur funktionieren, solange die Propaganda dem Volk die „Verfassungswirklichkeit“ als „grundgesetzkonform“ zu verkaufen. Der Rheydter Klumpfuß hätte seine helle Freude an den Medien, die den Bullshit „so lange wiederholen, bis ihn auch der letzte kapiert hat“.


Adieu homo sapiens

Oktober 19, 2009

Wenn ich „Ardi“ mit „Angie“ vergleiche, kann ich mich eines kräftigen Lachens nicht erwehren.

„Ardi“, die sympathische Dame aus vergangener Zeit auf der einen Seite – auf der anderen Seite die typische Vertreterin des Australopithecus superbus Procrustes. – Fast bin ich geneigt, diese Namensgebung ad acta zu legen und die gegenwärtige Form des Menschen in Tyrannopithecus umzutaufen:

von Mensch zu Mensch

von Mensch zu Mensch

Nun aber Spaß beiseite: Die im ersten Teil angesprochene „kraniale Flexur“ hat mich nicht losgelassen. Also begab ich mich in die Düsseldorfer Universitätsbibiliothek und wollte die Tabelle sehen, die mir seit mehr als 30 Jahren im Kopf herumspukte. – Das ermöglicht uns, die anatomische „Nähe“ von „Ardi“ zum „modernen“ Menschen näher zu bestimmen ( Keine Ahnung, warum der rechte Rand der Tabelle in der Anzeige nicht in eine Spalte zu kriegen ist – Sorry!):

Beibehaltung der kranialen Flexur:                                           ja

Langer, schlanker Hals:                                                                  ja

Vorgerückte Position des Foramen Magnum:                      ja

Orbita unter der kranialen Kavität:                                           ja

Flachheit des Gesichtes:                                                              nein

Verzögerte Schließung der kranialen Nähte:                         ?

Beträchtliches Gehirnvolumen:                                               nein

Kleines Gesicht und großer Schädel:                                         ?

Rundköpfigkeit:                                                                                  ?

Kleine Zähne:                                                                                      ja

Später Durchbruch der bleibenden Zähne:                            ?

Fehlen des Augenbrauenwulstes:                                               ?

Fehlen der kranialen Leiste:                                                        ja

Dünne Schädelknochen:                                                                 ?

Kugelförmigkeit des Schädels:                                                 nein

Haarlosigkeit des Körpers:                                                        nein

Fehlen der Hautpigmente bei manchen Rassen:              nein

Dünne Nägel:                                                                                      ?

Fehlende Rotation der großen Zehe:                                    nein

Inkomplette Rotation des Daumens:                                    nein

Verlängerte Abhängigkeit der Jungen:                                  ?

Verlängerte Wachstumsperiode:                                             ?

(Tabelle nach Jonas & Jonas, Signale der Urzeit, 1977, S. 67)

Daß nur sechs der neotenen Merkmale, die den „Menschen“ vom „Affen“ unterscheiden, bei „Ardi“ ein eindeutiges „Ja“ tragen, liegt daran, daß das Gros der übrigen Abgrenzungskriterien erst später entstand:

Die Füße konnten erst in der Savanne die heutige Form der Laufsohle annehmen, nachdem sie von der „Last des Kletterns“ befreit waren. – Der menschliche Fuß näherte sich, wie die Neotenie nahelegt, sich wieder dem „klassischen“ Bild des unspezifizierten Sohlengängers an, wie man ihm u.a. beim Bären heute noch vorfindet. – Freilich wurde der menschliche Fuß zum Laufen auf nur zwei Beinen „perfektioniert“.

Die Hand, vom Zwang zum Hangeln befreit, konnte „frei“ zu der Greifhand mit opponierbarem Daumen mutieren, wie wir ihn heute noch haben.

Alle übrigen neotenen Merkmale des menschlichen Körpers kann die nichtlinear-thermodynamsiche Variante der Evolutionstheorie unschwer erklären. – Mit Ausnahme der Haut sind sie sind keine spezifische Anpassung an einen „bestimmten“ Lebensraum, sie sind einfach in dem Lebensraum, den „Ardi“, „Lucy“ und wir bevölkern, einfach „zugelassen“ – ohne jede Wertung.

Ich muß gegenüber meinem letzten Beitrag eine Korrektur einfügen, denn „Signale der Urzeit“ kann nicht vor 1977 zu mir gekommen sein. Der Irrtum im Datum liegt wohl darin begründet, daß das „Begleitbuch“ auf dem Gabentisch tatsächlich das „Mannheimer Forum 72“ war. – Man sehe es mir nach.

Immerhin verblüffte mich auch nach 32 statt nach 37 Jahren die Lektüre des Kapitels „Die Entwicklung des Neotenie-Konzepts“. – Die ersten Ansätze entstanden bereits sieben Jahre nach Darwins „Entstehung der Arten“. Karl Ernst von Baer hatte schon 1866 im Bulletin der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften eine Abhandlung über „Padogenesis“ veröffentlicht. 1883 tauchte erstmals der Begriff „Neotenie“ auf; das Phänomen war bekannt, aber niemand wußte es recht zu deuten. Deshalb geisterten Begriffe wie „Protogenese“, „Fötalisation“ oder „Bradygenese“ durch die wissenschafliche Literatur, ohne jedoch bei denen, die es anging, nähere Beachtung zu finden. – Im Laufe des frühen 20. Jahrunderts ging es weiter mit „Neomorphose“ „Protrogenese“ oder „Paedomorphose“ ( Jonas & Jonas aaO, S. 65ff).

Das Phänomen der Erhaltung „verkrüppelter“ Strukturen bei lebenden Organismen paßte und paßt nicht in das Konzept der „klassischen“ Evolutionstheorie. Deswegen wurde und wird das „Neoteniekonzept“ in der darwinistischen, neodarwinistischen und vor allem in der sozialdarwinistischen Diskussion totgeschwiegen.

Dank „Ardi“ dürfte sich die „wissenschaftliche Omerta“ – das Gesetz des Totschweigens unliebsamer Erkenntnisse, auch im Biologieunterricht der Zukunft in Luft auflösen. – Ein Phänomen, das nicht einmalig in der Wissenschaftsgeschichte ist. Man denke nur an die Plattentektonik in der Geologie. Alfred Wegener wurde von der „Fachwelt“ verlacht, als er 1916 das Wandern der Kontinente postulierte. 60 Jahre später mußten die Geologen den Hut vor ihm ziehen.

Noch länger wird Ludwig Bolk (1866-1930) auf den Durchbruch seiner Erkenntnisse warten müssen. Die o.a Liste hatte Bolk erstellt. Hierzu bemerken Jonas & Jonas, daß die Beibehaltung der kranialen Flexur für Bolk von besonderem Interesse gewesen sei, eben weil sie sich bei den Föten aller Säuger und der meisten übrigen Wirbeltiere findet; mit Ausnahme des Menschen finde in den lezten Monaten der intrauterinen Entwicklung eine Rotation des Kopfes statt, wodurch die Richtung der Körperachse sich in der Richtung der Kopfachse fortsetze, wie beispielsweise beim Hund; beim Hund seien sowohl die Sehachse als auch die Körperachse horizontal. (Jonas & Jonas aaO, S. 67f)

„Der Säugling des Menschenaffen“, so schreiben Jonas & Jonas wörtlich, „muß seinen Kopf aufrecht halten wie der Mensch; daher findet man das Foramen Magnum beim neugeborenen Menschenaffen in zentraler Position. Die Rückwärtsbewegung des Foramens beginnt zur Zeit der Beendigung der Saugperiode, während der Mensch dieses infantile Merkmal beibehält.“ (Jonas & Jonas aaO, S. 69)

Daß ich „Signale der Urzeit“ bei Abfassung meines Manuskripts nicht zur Hand hatte, können Sie unschwer daran erkennen, daß ich es mir am unteren Ende der Wirbel“säule“ hätte einfacher machen können:

„“die pubische Flexur, in der die Sexualorgane und das Rektum eingeschlossen sind, ist beim Embryo nach vorne gerichtet. Bei allen anderen Säugern rotieren diese Strukturen, bis sie sich parallel zu der Wirbelsäule eingerichtet haben. Beim erwachsenen Menschen aber ist die embryonale Richtung beibehalten, wodurch die Vaginalöffnung nach vorn gerichtet ist. Die menschliche Eigenheit der ventralen Position beim Geschlechtsverkehr ist daher mit der neotenen Morphologie der Schamregion verbunden.“ (Jonas & Jonas aaO)

Diese Feststellung könnte schon fast wieder zum Schmunzeln anregen. Denn berücksichtigt man das Sexualverhalten der Bonobos, so ist es durchaus vorstellbar und macht es wahrscheinlich, daß das Sexualverhalten die Kompensation der Wirbelbogenverkrümmung am unteren Ende des Wirbelbogens nicht unerheblich beschleunigte. – Die Evolution geht manchmal seltsame Wege, aber kaum den des „Kampfes ums Dasein“. – Da lag Darwin voll daneben.

Und die Biologen, die seit Carl von Linné versuchen, den Ursprüngen des „Homo Sapiens Sapiens“ auf die Spur zu kommen, laufen in die Irre. „HSS“ gab und gibt es nicht. Die Gattung „Homo“ existiert nicht. Wir sitzen mit „Ardi“, „Lucy“ und „Angie“ in einem Boot. – Wir unterscheiden uns von „Ardi“ weniger als ein Labrador vom Dackel.

Wenn wir unserer „Gestalt“ schon einen eigenen Artbegriff zulegen wollen, dann kann er – angesichts der „Produktion“ von gut und gern(?) einer halben Milliarde menschlicher Leichen in den letzten 250 Jahren durch „militärische“ Gewalteinwirkung – sicherlich nicht HOMO SAPIENS SAPIENS lauten.

Wie eingangs erwähnt:

Fast bin ich geneigt, auch die Namensgebung „AUSTRALOPITHECUS SUPERBUS PROCRUSTES“ ad acta zu legen und die gegenwärtige Form des Menschen in Tyrannopithecus Caesar umzutaufen.