Geht Deutschland pleite?

Oktober 12, 2008
Deutschland - er wartet!

Deutschland - er wartet!

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bullshit

Karaoke für die Geier

die deutsche Pleite

Bezüglich dieser Frage war die RHEINISCHE POST ausnahmsweise schneller als die BILD-Zeitung, denn die Headline erschien in der RP genau einen Tag früher als in der BILD. Das ändert nichts daran, daß in beiden Zeitungen die Frage nur halbwahrheitlich beantwortet wurde:

Weder im Kommunismus noch im Kapitalismus, vor allem in seiner heutigen Gestalt des Shareholder-Value-Kapitalismus hat reziprokes Verhalten seinen Platz. Es ist aber auch aus Sicht der menschlichen Evolution unabdingbar. Deswegen ist der Shareholder-Value-Kapitalismus ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Kommunismus. Die Frage ist nur, unter welchen Turbulenzerscheinungen er zugrunde gehen wird.

Diese Sätze haben schon einige Jahre auf dem Buckel:

Anfang Mai 2004 wollte ich den nachfolgend wiedergegebenen Text bei OPINIO, der „Leserredaktion” der RHEINISCHEN POST unter dem Titel „Tod der Volkswirschaftslehre” posten. Die Redakteure meinten allerdings, der Text eigne sich nicht. – Nun ist er brutalstmögliche Realität. Der Shareholder-Value-Kapitalismus ist in genau die Turbulenzen geraten, die ich ihm seinerzeit ans Herz gelegt hatte. – Und jetzt läuft alle Welt laut gackernd der Asche hinterher, die der „rote Hahn” vom „guten” Geld hinterläßt. – Dabei kennen doch Merkel und Steinbrück die „Politik des verbrannten Geldes” nur zu gut. – Unter Merkels „Schirmherrschaft” wurden allein auf Rügen allein in den Jahren 1990 bis 1995 zig-Millionen Steuergelder verbraten, ohne daß sich die „Bonner Politik” groß darüber aufgeregt hätte. Den Augenzeugenbericht finden Sie bei www.lulu.com/advocatusdeorum unter dem Titel „Störtebekers Erben – Geschichten aus Merkels Leichenkeller” . Der Steinbrück hat in seiner Eigenschaft als Finanzminister und Ministerpräsident in der Kasse des Landes NRW ein größeres „schwarzes Loch” hinterlassen als die Physiker am CERN je schaffen können. – Wie dem auch sei, jetzt ist das apokalyptische Heulen und Zähneklappern nicht mehr zu überhören. – Merkwürdig, aber vor vier Jahren war die von Steinbrück verteufelte „Gier” noch beim SPD-Chef angesiedelt:

Die Hiobsbotschaften häufen sich: In der „Wirtschaft“ werden exorbitante Gewinne erzielt und trotzdem Arbeitsplätze abgebaut. Franz Müntefering, der unlängst gefordert hatte, dem „Staat“ mehr Geld zu geben, entpuppt sich als Killerdackel, denn zu mehr als zur Wadenbeißerei ist er nicht fähig. Er hat die Ausnahme vor Augen, prügelt aber auf die Regel ein. Das kann nicht gutgehen und wird auch nicht gutgehen. Aber das Getöse, das er damit ausgelöst hat, ist für einen ganz anderen Prozeß, der sich unterdessen abgespielt hat, vielleicht ganz hilfreich.

Denn die „Volkswirtschaftlehre“ konnte still und sanft entschlafen, ohne daß es jemand gemerkt hätte. Eingeschläfert wurde sich an der Universität Zürich, genauer gesagt vom Institute for Emperical Research in Economics. Eine der grundlegenden Arbeiten wurde von Armin Falk als Working Paper Nr 79 unter dem Titel „Homo Oeconomicus versus Homo Reciprocans“ veröffentlicht. Danach entspricht die absolute Mehrheit der Menschen nicht dem Standardmodell der Wirtschaftswissenschaften, die den Menschen für ein streng rational handelnden und nur auf den eigenen Vorteil bedachtes Wesen hält. Die Lehren vor Volks- und Betriebswirtschaft sind ausnahmslos auf dieser Prämisse aufgebaut. Stimmen aber die Prämissen nicht, ist die Lehre falsch.

Ich wußte nichts von den Forschungsarbeiten der Schweizer Volkswirte, als ich 1999 begann, den Tausch-und-teile-Instinkt aus alten Mythen, Berichten über das Verhalten von Schimpansen und dem Bürgerlichen Gesetzbuch zu extrahieren. Konfuzius und Aristoteles waren vor langer Zeit auch auf diesen Instinkt gestoßen, ohne ihn aber einordnen zu können, weil für sie der Begriff „Instinkt“ noch in ferner Zukunft lag. Das alles hier näher auszuführen, würde zu weit führen, aber ich kann Ihnen versichern, daß Abel den Mordanschlag seines Bruders überlebte. Er mußte nur in der alttestamentarischen Erzähltradition sterben, weil das alttestametarischen Israel eine voll entwickelte Sklavenhaltergesellschaft war. Und Sklaverei ist nun einmal eine eklatante Frustration des Tausch-und-teile-Instinkts.

>>Als ob es eine Ironie des Schicksals gäbe, spiegeln gerade die kulturell vorgegebenen Tötungsweisungen reziprokes Verhalten wider: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Die Todesstrafe, die Blutrache, die „Vergeltungswaffen“ V-1 und V-2, die „Vergeltung“ Israels für palästinensische Terrorangriffe und die „Vergeltung“ Amerikas für das zerstörte World-Trade-Center durch Krieg gegen den Irak haben im reziproken Verhalten ihren Ursprung. Und als hätte es der „moderne“ Mensch nicht schwer genug, aber hier fällt ihm reziprokes Verhalten leichter als beim Zahlen fairer Löhne für ordentliche Arbeit.

Hier redet man seit Adam Smith Kain das Wort. Der alte Früchtefresser, der nichts abgeben will, gewann in der Wirtschaft die Oberhand, obgleich sowohl die klassische chinesische Philosophie als auch die griechische das reziproke Verhalten als Grundlage der Wirtschaft erkannt hatten. Der kindliche Nachahmungstrieb wird wieder einmal Pate gestanden haben. Im Absolutismus gab es nur einen, der sich die Taschen nach Belieben auf Kosten anderer füllen durfte. Nach dem Abschütteln des absolutistischen Jochs konnte im Prinzip jeder diese Rolle übernehmen. Das Echo des Absolutismus, die starren Grenzen zwischen den Bevölkerungsschichten bildete nach der Entmachtung des Adels den Nährboden für das aufstrebende Bürgertum. Seit Generationen kannten die Menschen in Europa nichts anderes, als daß die höheren Schichten die jeweils niederen ausplünderten.

Auf diesen Nährboden fiel 1859 Charles Darwins Arbeit „Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“. Darwins unvermeidlicher Fehler, der „natürlichen Zuchtwahl“ oder „Selektion“ den aktiven Part im Evolutionsgeschehen zuzubilligen, mündete nach kurzer Zeit in den „Sozialdarwinismus“. Und dieser wiederum führte Schnurstracks an die „Selektionsrampe“ von Auschwitz. Auf unserer Skala ( 1 Jahr entspricht 1 Millimeter )macht das gerade einmal eine Zigarettenlänge aus. Nahezu zeitgleich mit Darwin erschien Karl Marx auf der Weltbühne und stellte seine Theorien vor. Auch der Marxismus blieb von Darwin nicht unbeeinflußt.

Denn der „Kampf ums Dasein“ als Grundlage des Lebens eint Kapitalismus und Kommunismus. (Es ist nicht auszuschließen, daß gerade der „Kampf ums Dasein” englischer Industriearbeiter im 19. Jahrhundert Darwin zu seiner Vorstellung vom Wirken der Evolution inspiriert hatte)

Die „Arbeit“ fing an, mit dem „Kapital“ um die Macht zu rivalisieren.

Man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, daß die NSDAP nicht von „Kapitalisten“ gegründet worden war, sondern von Hoffnunglosen, die die Abschlachtungsorgie des ersten Weltkrieges überlebt hatten. Der erste Weltkrieg war zu Beginn noch eine Art „Familienfehde“ der europäischen Fürstenhäuser gewesen. Der „Kampf ums Dasein“ der Weltmodelle gipfelte in den Abschlachtungsorgien des zweiten Weltkriegs, den Abschlachtungsorgien der chinesischen Kulturrevolution und den Abschlachtungsorgien in Südostasien. Vietnam, Laos, Kamboscha.

Das alles mit rationalen Argumenten nicht erklärbar, denn das Scheitern des Kommunismus hatte bereits Aristoteles erkannt. Bezüglich des Gemeineigentums an Land und Erträgen schreibt er:

Wenn die Leute, die die Felder bebauen, andere sind (als die Staatsbürger), dann ist es etwas anderes und die Sache geht leichter; wenn aber die Bürger für sich selbst arbeiten, dann wir der Kommunismus große Schwierigkeiten mit sich bringen. (…) Dagegen wird der Egoismus mit Recht getadelt. Denn dieser besteht nicht darin, daß man sich selbst liebt, sondern daß man sich mehr liebt als man darf: geradeso tadelt man die Habsucht, obwohl jeder etwas zu haben liebt. Es gewährt ja doch auch große Freude, Freunden oder Fremden oder Bekannten zu helfen oder einen Dienst zu erweisen. Das aber ist nur möglich unter der Voraussetzung des Priavteigentums (Älteste Politik, Kap. 2)

Im vorletzten Satz läßt Aristoteles die Neigung zu reziprokem Verhalten anklingen, dessen Wert für das Zusammenleben er in seiner Nikomachischen Ethik nicht zuletzt durch die Worte unterstreicht:

Allerdings bewährt sich die wiedervergeltende Gerechtigkeit in allem auf Gegenseitigkeit beruhenden Verkehr eine zusammenhaltende Kraft, aber nach dem Grundsatz der Proportionalität und nicht der Gleichheit. Denn dadurch, daß er verhältnismäßig Vergeltung ausübt, erhält sich der Staat. Denn entweder versucht man das Böse zu vergelten, weil man ohne das keinen Staat, sondern einen Zustand der Sklaverei hätte, oder das Gute, weil ohne das keine Mitteilung des Guten stattfinden würde, worauf doch die Volksgemeinschaft beruht“ (Nikomachische Ethik, Ethische Tugenden: Gerechtigkeit)

Die konfuzianische Lehre erschließt sich nicht so einfach durch den Ur-Text wie bei Aristoteles, da Konfuzius selbst keine Schriften hinterlassen hat. Ein Bestandteil der konfuzianischen Lehre ist ren, welches „Fähigkeit zur Integration in die Gemeinschaft“ und „Mit-Menschlichkeit“ bedeutet.

In Kapitel XII,22 finden wir den Satz:

(Der Schüler) Fan Chi wollte wissen, was sittliches Verhalten (ren) sei.

Konfuzius antwortete: „Die Menschen lieben.“

Die Menschen lieben, das heißt sich selbst zurücknehmen, sich eben nicht selbst lieben, sondern Eigensucht und Egoismus ablegen und die Expansion des Ego verhindern. (…) Das Verfahren, in welchem ren umgesetzt wird, ist shu, oft als „gegenseitige Rücksichtnahme“. „Reziprozität“ übersetzt. Wir verstehen die folgende Textstelle aus XII, 2 als Erklärung:

Was du selbst nicht wünschst, das tue auch anderen nicht an.“

Auffällig ist die negative Formulierung dieses Grundsatzes, bei der nicht davon ausgegangen wird, daß das, was für einen selbst gut ist, auch für andere gut sein muß; sie bedeutet damit eine stärkere Zurücknahme des Ego im Verhältnis zu einer positiven Formulierung. (Moritz, Ralf, Konfuzius „Gespräche“, Stuttgart 1998, S. 193f

Also stellt auch bei Konfuzius das reziproke Verhalten eines der wichtigsten Verhaltensmuster dar, das für ein geordnetes menschliches Miteinander unabdingbar ist. Aber weder die Kaiser noch die Diktatoren Chinas wollten diesen Teil der konfuzianischen Lehre in die Tat umsetzen.

Weder im Kommunismus noch im Kapitalismus, vor allem in seiner heutigen Gestalt des Shareholder-Value-Kapitalismus hat reziprokes Verhalten seinen Platz. Es ist aber auch aus Sicht der menschlichen Evolution unabdingbar. Deswegen ist der Shareholder-Value-Kapitalismus ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Kommunismus. Die Frage ist nur, unter welchen Turbulenzerscheinungen er zugrunde gehen wird.

Das über die Jahrmillionen herausgebildete reziproke Verhalten des Menschen ging nur zu einem geringen Teil verloren, aber das reichte aus, die Welt auf den Kopf zu stellen. Die explosive Verbreitung des Crô-Magnon-Typs trug der Evolution erneut eine turbulente Phase ein, von der niemand sagen kann, wann sie abgeschlossen sein wird. Jeder von uns ist Teil und Zeuge dieses Prozesses. Eines ist allerdings mit Sicherheit auszuschließen: es wird nie gelingen, einen „perfekten“ Menschen zu „züchten“ oder gar durch Genmanipulation zu „kreieren“. Die Evolution läßt sich nicht überholen, und wenn wir es übertreiben, wird sie uns ad acta legen. Und es wird niemand geben, der sich für die Spuren, die wir hinterlassen, interessieren wird. So einfach ist das.

So einfach vollzog sich die Evolution des Menschen. Aber sie ist noch nicht an ihrem Endpunkt angelangt. Wir dürfen gespannt sein, wie sie weitergeht. Trotz allen gegenteiligen Beteuerungen führender Politiker hängt es nicht von uns ab, wie es mit der Menschheit weitergeht. Im Positiven wie im Negativen sind wir zu unbedeutende Lebewesen, als daß sich die Evolution in ihrem Wirken davon großartig beeinflussen ließe. Die Tendenz ist freilich unverkennbar: Alles in der Natur strebt nach Selbstähnlichkeit und Harmonie, nach gleichmäßiger Energieverteilung. Ohne dieses Streben gäbe es keinen osmotischen Druck, ohne osmotischen Druck kein Leben. Die durch das Ungleichgewicht der Energieverteilung bewirkten Ströme sind es, die uns am Leben halten. Wie der Mensch im Alltagsleben nicht mit dem Feuerzeug in den Benzintank hineinleuchten sollte, wie er vermeiden sollte, Stromkreise kurzzuschließen, so muß er dafür Sorge tragen, daß die innerartlichen Energieströme in den Bahnen des Handels und Wandels fließen und nicht durch Plünderung und Krieg wirkungslos verpuffen. Die Prinzipien der Evolution lassen sich durch menschliches Handeln nicht aushebeln. Wir werden uns diesen beugen müssen, es sei denn, wir entschließen uns in einem demokratischen Prozeß für den gemeinschaftlichen Untergang der Menschheit.

Dazu wird es jedoch nicht kommen, denn vielleicht ist es ja wirklich so, wie Hoimar von Ditfurth vor mehr als dreißig Jahren schrieb:

Bei ihren Versuchen, Pflanzen in Atmosphären künstlicher, „nichtirdischer“ Zusammensetzung aufzuziehen, machten amerikanische Raumfahrtbiologen jüngst eine bemerkenswerte Entdeckung. Ihre Schützlinge gediehen am besten nicht etwa in der gewöhnlichen Luft, die wir auf der Erde atmen, sondern in einem experimentell erzeugten Gasgemisch. Am üppigsten wucherten Tomaten, Blumen und andere Alltagsgewächse dann, wenn man das Sauerstoffangebot auf etwas weniger als die Hälfte reduzierte und gleichzeitig den CO2-Anteil – normalerweise nur 0,3% – kräftig erhöhte.

Dieses Resultat erscheint zunächst einmal deshalb bemerkenswert, weil es eine geläufige und ohne großes Nachdenken für selbstverständlich gehaltene Ansicht als Vorurteil entlarvt, die Ansicht nämlich, die auf der Erde herrschenden Bedingungen seinen für alle hier existierenden Lebensformen optimal. Aber die Bedeutung des Befundes der amerikanischen Biologen reicht darüber weit hinaus. Ihr Experiment erweist sich bei näherer Betrachtung als ein Exempel für die von vielen Zeitgenossen noch immer nicht erkannte Tatsache, daß die Menschen heute erst die Erde wirklich kennenlernen, da sie sich anschicken, sie zu verlassen. Erst die Beschäftigung mit dem, was jenseits der Erde liegt, gibt uns die Möglichkeit, zu begreifen, was uns als alltägliche Umwelt umgibt.

Pflanzen setzen bei der Photosynthese Sauerstoff frei. Ohne Pflanzenwelt wäre der Sauerstoffvorrat der Erdatmosphäre innerhalb von etwa drei Jahrhunderten verbraucht, wäre die Erde nach dieser Zeit für Menschen unbewohnbar. Die Versuche der Exobiologen erinnern uns nun daran, daß auch das Umgekehrte gilt. Bevor die Pflanzen auf der Erdoberfläche erschienen, war die Erdatmosphäre praktisch frei von Sauerstoff. Als die Pflanzen ihn zu erzeugen begannen, gab es noch niemanden, dem er hätte nützen können. Er war Abfall. Dieser Abfall reicherte sich in der Atmosphäre unseres Planeten mehr und mehr an bis zu einem Grad, der die Gefahr heraufbeschwor, daß die Pflanzen in dem von ihnen selbst erzeugten Sauerstoff würden ersticken müssen. Der Versuch der Exobiologen zeigt, wie nahe die Entwicklung dieser Gefahrengrenze tatsächlich schon gekommen war.

In dieser kritischen Situation holte die Natur zu einer gewaltigen Anstrengung aus. Sie ließ eine Gattung ganz neuer Lebewesen entstehen, deren Stoffwechsel just so beschaffen war, daß sie Sauerstoff verbrauchten. Während wir gewohnt sind, die Pflanzen einseitige als die Lieferanten des von Tieren und Menschen benötigten Sauerstoffs anzusehen, verschafft uns die Weltraumforschung hier eine Perspektive, die uns das gewohnte Bild aus einem ganz anderen Blickwinkel zeigt.: Wir stehen unsererseits im Dienste pflanzlichen Lebens, das in kurzer Zeit erlöschen würde, besorgten wir und die Tiere nicht laufend das Geschäft der Beseitigung des als Abfall der Photosynthese entstehenden Sauerstoffs

Wenn man auf diesen Aspekt der Dinge erst einmal aufmerksam geworden ist, glaubt man, noch einen anderen seltsamen Zusammenhang zu entdecken. Die Stabilität der wechselseitigen Partnerschaft zwischen dem Reiche pflanzlichen Lebens und dem von Tier und Mensch ist ganz sicher nicht so groß, wie es die Tatsache vermuten lassen könnte, daß sie heute schon seit mindestens einer Milliarde Jahre besteht. Es gibt viele Faktoren, die ihr Gleichgewicht bedrohen. Einer von ihnen ist der Umstand, daß ein beträchtlicher Teil des Kohlenstoffs, der für den Kreislauf ebenso notwendig ist wie Sauerstoff – keine Photosynthese ohne CO2 –, von Anfang an dadurch verlorengegangen ist, daß gewaltige Mengen pflanzlicher Substanz nicht von Tieren gefressen, sondern in der Erdkruste abgelagert und von Sedimenten zugedeckt wurden. Dieser Teil wurde dem Kreislauf folglich laufend entzogen, und zwar, so sollte man meinen, endgültig.

Wieder aber geschieht etwas sehr Erstaunliches: In eben dem Augenblick – in den Proportionen geologischer Epochen –, in dem der systematische Fehler sich auszuwirken beginnt, erscheint wiederum eine neue Lebensform und entfaltet eine Aktivität, deren Auswirkungen die Dinge wie beiläufig wieder ins Lot bringen. Homo faber tritt auf und bohrt tiefe Schächte in die Erdrinde, um den dort begrabenen Kohlenstoff wieder an die Oberfläche zu befördern und durch Verbrennung dem Kreislauf von neuem zuzuführen.

Manchmal wüßte man wirklich gern, wer das Ganze programmiert. (Hoimar v. Ditfurth, Zusammenhänge, Reinbek 1979, S. 18ff)

Wer das Ganze programmiert? – Das Ganze! – Aber das Ganze „programmiert“ nicht. Es wirkt, aber keiner wird je erfahren, wie. Eines jedenfalls steht fest, der 2. Hauptsatz der Thermodynamik duldet auf Dauer keine Energiekonzentrationen an einem Ort. Wie wir gesehen haben, bilden Feuer, Wasser; Luft, Erdball und Zellen ein Gesamtsystem. Keines dieser Teilsysteme kann mehr oder gänzlich andere Eigenschaften haben als das Gesamtsystem selbst, auch der Mensch nicht.

Aus diesem Grunde ist es nicht so falsch, was am Anfang des Dekalogs gesagt wird:

Ich bin der Herr!

Und die Vorstellung der alten Griechen, Göttervater Zeus schleudere die Blitze zur Erde, ist ebenfalls nicht ganz unrichtig. Denn es ist der 2.Hauptsatz der Thermodynamik, der die Trennung elektrischer Ladungen anläßlich eines Gewitters wieder aufhebt. Damit läßt sich das 1. Gebot unschwer in eine physikalische Fassung bringen:

Wer vorsätzlich oder fahrlässig den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik verletzt, mißachtet oder im Einzelfall Für nicht anwendbar erklärt, kann Katastrophen unübersehbaren Ausmaßes für sich und andere bewirken.

Niemand macht uns das Recht streitig, die Wege der Natur zu erforschen. Aber das angemaßte Recht, die Natur zu beherrschen, wird, wenn wir nicht darauf verzichten, uns gnadenlos um die Ohren gehauen.

Das größte Spannungsverhältnis, das der Mensch je auf Erden erzeugt hat, hat er durch Einsperren ungeheurer Energien in die nuklearen Knallfrösche geschaffen. Kehren wir zum Anfang und zum Ohmschen Gesetz zurück: Wie lange können die Isolatoren der nach Entladung drängenden Energie standhalten. Wohlgemerkt, es geht nicht um die Frage, wie lange die Behälter bei guter Pflege halten; der Mensch mit seinen Entscheidungsalternativen ist Bestandteil der „Isolatoren“. Und er ist die entscheidende Schwachstelle im Gesamtsystem. Wie lange kann er die Finger noch weit genug vom „roten Knopf“ weglassen? – Wird es ihm gelingen, Atomwaffen zu delaborieren und das spaltbare Material für uns nutzbringend in Wärme umzurubeln?

Oder wird das eintreten, was anläßlich des „Militärschlags“ der NATO gegen Jugoslawien beinahen eingetreten wäre, demnächst Wirklichkeit:

Der Fehlwurf eines Bombers traf seinerzeit die chinesische Botschaft. Es bedurfte aller nur erdenklichen diplomatischen Anstrengungen, die chinesische Führung davon abzuhalten, dies als „feindseligen Akt“ zu betrachten und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen

Der arme Pilot, dem das Malheur passiert war, hatte dem Kaiser von China nur versehentlich „ins Revier gepinkelt“. Die „diplomatischen Kanäle“ waren intakt und haben gehalten. Was aber ist, wenn ein unpassendes „Bächlein“ über keinen diplomatischen Kanal mehr abfließen kann? – Wenn der, dessen Hose naß wird, ähnlich borniert reagiert wie der Präsident der Vereinigten Staaten auf den 11.9.2001? << G. Altenhoff, Australopithecus Superbus Procrustes – der Mensch, ein Hologramm der Evolution, unv. Manuskript, 2001)

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, den zellulären Aufbau und die thermodynamische Natur des Phänomens „Wirtschaft“ näher zu erläutern. Ich verweise insoweit auf meine Ausführungen unter www.bundesadel.de.

„Soziale Spannungen“ sind ganz in Ordnung. Ohne sie gäbe das Phänomen „Wirtschaft“ gar nicht. Aber diese Spannungen sind, in die Sprache der Elektrotechniker übersetzt, Niederspannungen. Lege ich an an ein Niederspannungssystem Hochspannung an, geht es unweigerlich kaputt. Und „soziale Hochspannung“ entsteht unweigerlich bei dauerhafter Verletzung des Tausch-und-teile-Instinkts. Sie entwickeln sich gerade jetzt unter unseren Augen, mitten in Deutschland.

Sie brauchen mir all das, was Sie gelesen haben, nicht zu glauben. Aber wenn Sie mir nicht glauben wollen, machen Sie zumindest folgendes Experiment: Verbinden Sie Ihre Modellbahnanlage unter Umgehung des Trafos unmittelbar mit dem 220 Volt-Netz. Aber informieren Sie bitte vorher die Feuerwehr, damit das Haus Ihrer Nachbarn nicht auch noch abfackelt.

Ich glaube nicht, daß es Ihnen aufgefallen ist, aber ich habe soeben – in aller Weltöffentlichkeit, denn das „Web“ ist die Weltöffentlichkeit – in das Revier eines „staatstragenden“ Wissenschaftszweigs hineingepinkelt. Gut, daß die von „Münte“ angefachte Diskussion alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Sicher werden Sie jetzt fragen, wie man das Phänomen, das wir „Wirtschaft“ nennen, denn überhaupt wissenschaftlich beschreiben könne, ohne die „Volkswirtschaftslehre“ zu bemühen? Die Antwort liegt nicht fern, aber sie würde den hier gegebenen Rahmen sprengen.

Zum Schluß noch einmal der Kernsatz:

Weder im Kommunismus noch im Kapitalismus, vor allem in seiner heutigen Gestalt des Shareholder-Value-Kapitalismus hat reziprokes Verhalten seinen Platz. Es ist aber auch aus Sicht der menschlichen Evolution unabdingbar. Deswegen ist der Shareholder-Value-Kapitalismus ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Kommunismus. Die Frage ist nur, unter welchen Turbulenzerscheinungen er zugrunde gehen wird.

Es ist schon merkwürdig: Noch nie habe ich mir bewußt einen Boxkampf angesehen. Aber nach Abschluß der Korrekturen an diesem Beitrag, der als Leserbrief gedacht war, wollte ich wissen, ob Vitali Klitschko genügend Milchschnitten gegessen hat. – Prompt gibt der Weltmeister wenige Minuten vor 12 den Kampf auf. – Welcher Weltmeister wird den Kampf noch aufgeben? – Der im Geldverbrennen?

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60 Jahre Grundgesetz – 18 Jahre, 7 Monate und 20 Tage zuviel.

Mai 23, 2009

60 Jahre Grundgesetz. Das ist kein Grund zum feiern. Denn spätestens am 3.10.1990 hätte die deutsche Verfassung in Kraft treten können und müssen, die von Artikel 146 des Grundgesetzes gefordert wird. – Artikel 146 enthält den einzigen “Auftrag des Grundgesetzes”,  der in der Weltschichte je existierte.

Und den hätte man am 3.10.1990 erfüllen können und müssen!

Gemäß Artikel 146 des Grundgesetzes hätte dieses an dem Tag ungültig werden müssen, an dem eine Verfassung hätte in Kraft treten sollen, die “von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.” (Artikel 146 des Grundgesetzes)  – Wohlgemerkt – “von dem deutschen Volke” – nicht von subalternen, speichelleckenden  “Parlamentären”.

-Bei allem zur Schau gestellten Überschwang anläßlich des 60. Geburtstages des Grundgesetzes – es gibt nicht den geringsten Anlaß zum Jubeln:

Das Grundgesetz wurde noch am Tage seiner Verkündung zur Makulatur gemacht. Denn die eigentlichen “Normadressaten” des Grundgesetzes scheren sich einen feuchten Dreck um die klaren Regeln, die darin enthalten sind.

Und weil Juristen in der Regel nun einmal so sind wie sie sind, scheren auch sie sich nicht darum. – Aber zum 60 Geburtstag des Grundgesetzes ist nicht der Platz und nicht die Zeit, Juristenschelte zu üben.

Am 3.10.1990 hätte das Heer von Juristen, das den “Einigungsvertrag” zwischen der untergehenenden DDR und der real existierenden Bundesrepublik Deutschland ausgekaspert hatte, unschwer eine Verfassung nach Artikel 146 des Grundgesetzes ausarbeiten und am 3. Okltober 1990 dem gesamten Deutschen Volk zur “freien Entscheidung” vorlegen können.

Statt dessen haben sich die Regierungen der “beiden deutschen Staaten” die dictatura legibus scrbundis et rei publicae constutendae angemaßt. Diese “Diktatur für zu schreibende Gesetze und Staatsverfassung” wollte Caesar auf Lebenszeit haben. Die Iden des März machten ihm einen Strich durch die Rechnung und seinem Leben ein Ende. Die dictatura legibus scribundis et rei publicae constutendae war für die Caesaren kein Problem mehr und die römische Republik Geschichte.

Die dictatura legibus scrbundis et rei publicae constutendae sind auch für die deutschen Caesaren nach 1949 kein Problem, denn wo kein Kläger, da kein Richter; erst recht kein Verfassungsrichter. Verfassungsrichter sind das geringste Problem. In dem Bereich, in dem sich die eigentlichen “Normadressaten” des Grundgesetzes (Parlamentarier, Regierungsmitglieder, Verfassungsrichter) kennt das Bundesverfassungsgerichtsgesetz keine Klagemöglichkeit für den “Bürger”, der – so wollen es die demokratischen Spielregeln – der Souverän dieses unseres Landes ist. Zudem halten die Verfassungsrichter, die Regierung und die Parlamentäre an der feudalistischen Rechtsquellenlehre fest, – ja schlimmer noch, sie verkaufen sie als “demokratisch”: Ein Gesetz ist ein Gesetz, es ist auch dann zu befolgen, wenn es nichtig ist, also gar nicht existiert. – Und zwar zumindest so lange, bis das Bundesverfassungsgericht dessen Nichtigkeit festgestellt  hat.  – Mit Friedrich Schiller gesprochen: Der Geßlerhut ist so lange zu grüßen, bis Leuthold und Friesshardt ihn von der Stange nehmen. – Nein, so kann Demokratie nicht funktionieren. – Vor allem dann nicht, wenn die, für die das Grundgesetz geschaffen wurde, eben diesen Hut des Souveräns nicht grüßen, sondern machen was sie wollen. – Und das noch als “legitim” verkaufen.

“Nein”, so schallt es seit 1949 aus allen Rohren der Propaganda, “für die höchsten Staatämter bewirbt man sich nicht, man läßst sich dafür “nominieren” – Ich zitere Janosch, “Guten Tag, kleines Schweinchen”: “War gelogen, klar-.” – Dennoch wurde seit 1949 nicht ein einziges Mal die Stelle des Bundespräsidenten öffentlich ausgeschrieben. Zumindet nicht vom dafür zuständigen Präsidenten des Deutschen Bundestages.

Jeder Jurist dieser Welt kennt den Pfad, der zwischen dem erklärten, dem wirklichen und mutmaßlichen Willen einer Person zum Ziel führt, nämlich kann das, was da passiert, wirklich so gewollt sein?

Kann Herr Köhler wirklich der vom Volk “gewollte” Bundespräsident sein? – Er kann es nicht. Kraft “seiner verfassungsgebenen Gewalt” hat nämlich das deutsche Volk in Artikel 33 Absatz 2 des Grundgesetzes niedergelegt, daß jeder Deutsche nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung gleichen Zugang zu allen öffentlichen Ämtern hat. – Ohne jede Einschränkung, die die “höchsten Ämter” im Staate betrifft. Sichergestellt wird dieses -von der Kommentarliteratur als “politisches Grundrecht der Deutschen” titulierte Zugangsrecht zu den öffentlichen Ämtern durch öffentliche Stellenausschreibung. – Mit andren Worten, auch die “höchsten Staatsämter” müssen öffentlich ausgeschrieben werden. Punkt, Ende, Aus.

Vor allem den politischen Parteien ist es untersagt, “Kandidaten” für politische Ämter zu “nominieren”. Sie dürfen, so hat es der Inhaber der verfassungsgebenden Gewalt in Artikel 21 des Grundgesetzes festgeschrieben, an “der Willensbildung des Volkes mitwirken”. – Da steht nicht: die politischen Parteien dürfen die Willensbildung des Volkes ersetzen.

Nun werden sich sicher Berufspolitker und eilfertige Juristen gegen diese Argumentation zur Wehr setzen und sich auf “demokratische” Traditionen berufen. – Gerne. Die demokratische Tradition, daß Parteienvertreter hergehen und dem “Präsidenten” vorschlagen, eine Kreatur XY zum “Kanzler” zu ernennen, hat Hitler an die Macht gebracht. Dieses Procedere wollte das Deutsche Volk mit dem Grundgesetz ausschalten. Gleichwohl hat seit den Tagen Adenauers noch jeder real existierende Bundeskanzler vom real existierenden Bundespräsidenten seine Ernennungsurkunde nur deshalb erhalten, weil die Parteien dem “Bundespräsidenten” vrschlugen, dem für die Kanzlerwahl zuständigen Parlament den von ihnen erkorenen und “nominierten” Kandidaten vorzuschlagen. Bei allem nötigen Respekt vor dem “hohen Haus” – Mehr als ein Affentheater ist das nicht, vor allem hat es mit den Buchstaben und dem Geist des Grundgesetzes nichts, aber auch gar nichts gemein.

23. Mai 2009 – Es wir ein neuer Geßlerhut auf die Stange gehängt – alles wird bleiben wie es war, denn das wußte schon Friedrich Schiller: ist der Hut erst auf der Stange, wird er vom Gros des Volkes auch gegrüßt. Rauchverbot und Umweltzone lassen grüßen.ausschreibungbuprae

in bewegten Bildern stellt sich das so da:

Und jetzt kommt der Beweis, daß Horst Köhler für das Amt des Bundespräsidenten im Sinne des Artikel 33 Absatz 2 des Grundgesetzes denkbar ungeeignet ist:

mail 200705 an horst köhler


Danksagung an Roman Herzog

März 6, 2008

Von dieser Stelle aus ein ganz herzliches Dankeschön an Roman Herzog für seinen Vorschlag, auch in Deutschland das Mehrheitswahlrecht einzuführen. – Er ist der zweite ehmelige Verfassungsrichter, der sich dafür stark macht. Das in der Rosenmontagsausgabe der BILD-Zeitung erschienene Interview mit Ernst Benda ist in den Medien wohl im Karnevalstrubel untergegangen. Auch Ernst Benda hatte sich für ein reines Mehrheitswahlrecht ausgesprochen! – Meines Erachtens freilich acht Jahre zu spät. – Wie das nun einmal so ist: “Politiker” sind nicht gerade für vorausschauendes Denken bekannt und berühmt. Sie lassen den Karren erst soweit in den Dreck fahren, bis er rettunglos verloren ist.

Der Bundesadel enthält eine ausführliche Analyse der Verwerfungen, die das gegenwärtige Wahlrecht bereits im Jahr 2000 hervorgebracht hatte. Seitdem ist es nicht besser, sondern schlimmer, viel, viel schlimmer gekommen:

Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament wurde die grotesken Züge der Listenwahl deutlich gemacht. Auf dem Wahlzettel erschienen nur die „Großen Unbekannten“. Zufällig erkannte ich den Kandidaten „meiner“ Partei als denjenigen wieder, den ich Jahre zuvor als Referendar kennen- aber nicht schätzen gelernt hatte. Meine Stimme war damit für „meine“ Partei natürlich verloren.

Aber dieses Ereignis zeigte mir, daß diese Wahlen nach dem Losbudenverfahren stattfanden, denn der Wähler hatte lediglich die freie Auswahl innerhalb des von den Parteien festgelegten Angebots. Auch die deutschen Abgeordneten des Europäischen Parlaments werden ihren Obolus an die Parteien entrichten müssen, was bedeutet, daß sich unsere Mitbürger in 14 nichtdeutschen EU-Staaten an der Finanzierung bundesdeutscher Parteien beteiligen müssen. Toll!

Demokratie heißt aber Volks-, nicht Parteienherrschaft. Bei einer repräsentativen Demokratie leitet sich die Gesetzgebungsbefugnis des Parlaments aus den Wahlen ab. Nehmen wir das beim Wort: „Abgeordnet“ kann nur jemand sein, den das Wahlvolk „entsandt“ hat. Es kann daher nur derjenige sein, der sich unmittelbar im Wahlkreis um Wählerstimmen bewirbt. Das kann nur der sogenannte Direktkandidat sein. Diese Kandidaten machen aber nur die Hälfte des Parlaments aus. Jedem direkt gewählten Abgeordneten steht in der Bundesrepublik infolge des Wahlrechts automatisch ein „Schattenabgeordneter“ zur Seite, der zwangsläufig reiner „Parteisoldat“ ist, sonst wäre er nicht auf einem „sicheren“ Listenplatz gelandet. Denn wer auf die Landesliste kommt, das bestimmen ausschließlich die Parteien nach ihrem Gutdünken.

Irre ich mich? – Oder haben wir tatsächlich dadurch eine Verdoppelung der notwendigen Parlamentsgröße bewirkt?

Parlamentarier pflegen ihre Existenz damit zu rechtfertigen, daß die Aufgaben der Gesetzgebung in einer immer komplizierter werdenden Welt nicht weniger werden; es seien noch längst nicht alle Lebensbereiche so geregelt, wie es im Hinblick auf die verfassungsrechtlichen Vorgaben der Gleichheit, insbesondere der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Chancengleichheit politisch wünschenswert und erforderlich wäre; außerdem sei in der laufenden Legislaturperiode noch der eine oder andere Wählerauftrag zu erfüllen; dies müsse notfalls im Wege der Gesetzgebung geschehen, wenn die laufenden Konsensgespräche zu keinem greifbaren und alle gesellschaftlich relevanten Gruppen befriedigenden Ergebnis kommen sollten… – In ähnlich geschwollener Art und Weise versuchen Politiker zu begründen, daß der Gesetzgeber einen nahezu unendlichen Handlungsbedarf habe.

Unendlich ist nicht der Handlungsbedarf des Gesetzgebers, unendlich sind lediglich die Geschichten, die diese Legende produziert. Ich darf in diesem Zusammenhang auf das Titelblatt der „Rheinischen Post“ vom 8.7.1974 verweisen. Dort wird unterhalb des Konterfeis des damals frischgebackenen Weltmeisters Paul Breitner die Frage gestellt: Doch noch Steuerreform?

Wir Bürger der Bundesrepublik Deutschland und wir Bürger der Europäischen Union werden mit Vorschriften des Bundes und der Länder sowie der EU überschüttet. Langsam aber sicher fragen sich alle, ob das denn wirklich alles sein muß. Präzisiert man diesen Unmut, muß die Frage richtigerweise lauten: haben wir alle Gesetze, die wir brauchen, oder brauchen wir alle Gesetze, die wir haben?

Widmet man sich dieser Frage eingehend, kommt man sehr schnell zu dem Ergebnis, daß wir nicht alle Gesetze brauchen, die wir haben. Denn selbst im wohlorganisierten Deutschland ist ein Rechtsgebiet, das für die Wirtschaft wie für den privaten Bereich von zentraler Bedeutung ist, nur fragmentarisch gesetzlich geregelt, nämlich das Arbeitsrecht. Seit den Zeiten Willy Brandts versuchte man ein einheitliches Arbeitsgesetzbuch zu schaffen; ein Vorhaben, das glücklicherweise bislang scheiterte. Das Arbeitsrecht ist in Deutschland die unangefochtene Domäne dessen, was man im angelsächsischen Rechtskreis als common law bezeichnet. Das aber, glaubt man deutschen Rechtsgelehrten, dürfte es im durchkodifizierten Kontinentaleuropa eigentlich gar nicht geben… Es geht also auch ohne detaillierte gesetzliche Regelung nebst fünfzig Durchführungsverordnungen und ähnlichem Schnickschnack – Auch andere Gesetze haben über die sogenannten Generalklauseln den Strukturen des common law den Weg in das deutsche Rechtsleben geebnet. Daher ist der Handlungsbedarf für den Gesetzgeber kleiner als gemeinhin angenommen. Die Produktivität des Parlaments als Gesetzgeber erweist sich unter diesen Gesichtspunkten bei aller Geschäftigkeit als erstaunlich gering.

So viele Abgeordnete, wie wir haben, brauchen wir nicht. Durch das Wahlrecht haben wir aber ein Parlament, das mindestens die doppelte Anzahl der notwendigen und unmittelbar demokratisch legitimierten Abgeordneten enthält.

Die Väter des Grundgesetzes hatten sich auf das vorhandene Wahlrecht verständigt, um einerseits einer Zersplitterung des Parlaments durch Abgeordnete kleiner Parteien vorzubeugen, andererseits kleinere Parteien aber nicht gänzlich an den Rand zu drängen. Dieses Ansinnen ist auch der Grund für das Quorum von 5%, die berühmte 5%-Hürde. Das alles war gut gemeint…

Daß bei der Gestaltung der Parlamentsarbeit tatsächlich die Parteien und nicht die Abgeordneten das Heft in der Hand haben, zeigt sich daran, daß Koalitionsvereinbarungen der Zustimmung durch die Parteien bedürfen. Das ist systemwidrig und mit der verfassungsmäßigen Stellung des Abgeordneten unvereinbar. Mit böser Zunge kann man hier schon vom „imperativen Mandat“ sprechen.

Ein konsequentes Mehrheitswahlrecht drängt zwar den Einfluß kleinerer Parteien innerhalb des Parlaments zurück, aber ob das so nachteilig ist, wie die Väter des Grundgesetzes meinten, wage ich zu bezweifeln. Immerhin muß sich jeder Abgeordnete bei reiner Mehrheitswahl nach Ablauf einer Legislaturperiode dem Urteil des Wählers stellen. Das Schlupfloch des Einzugs ins Parlament über eine Landesliste gibt es nicht. Auch das Mehrheitswahlrecht läßt parteilosen Kandidaten und Angehörigen kleinerer Parteien die Chance zum Einzug in das Parlament. Wenn sie es schaffen, die Mehrheit der Wählerstimmen in einem Wahlkreis für sich zu gewinnen, ist ihnen das Mandat sicher. Sichergestellt ist aber in jedem Falle die Rückkopplung zwischen Abgeordnetem und Wähler. Damit bleibt als Nebeneffekt die Verankerung des Parlaments im Volk erhalten. Auch die Lobbyisten bleiben da, wo sie hingehören, nämlich in die Lobby. – Wir sind doch alle nur Menschen, machen wir uns doch nichts vor! Durch die Spendenpraxis nehmen bestimmte Kreise Einfluß auf die Kandidatenauswahl der Parteien. Lobbyisten werden in die Plenarsäle entsandt und deren Tätigkeit auch noch vom Steuerzahler honoriert. Besser geht es doch nicht; aber es ist zutiefst undemokratisch.

Von Grundgesetzes wegen wird sich in Deutschland an den gegenwärtigen Zuständen vorerst nichts ändern. Dafür werden unsere Parteien schon sorgen. Aber die sind fleißig dabei, den Bogen zu überspannen, zumal sich jetzt herausgestellt hat, daß die Abgeordneten für die ihnen gewährte Gnade auch noch bezahlen müssen. Es kann doch wohl nicht wahr sein, daß Inhaber politischer Ämter in Bund, Ländern und Gemeinden einen Teil des Salärs, das ihnen der Steuerzahler zahlt, an ihre jeweilige Partei abführen müssen, gewissermaßen als Dank für die Verschaffung des Postens. Und weil die „Zwangsbeiträge,“ die auf diese Weise in den Kassen der Parteien landen, als „Spende“ deklariert werden, legt der Steuerzahler für jede gezahlte Mark noch fünfzig Pfennige drauf. „Unter dem Strich landet bei einer Spende, die den Geber netto 250,– DM kostet, am Ende das Dreifache in der Parteikasse.“ (von Arnim RP 5.1.2000 ) – Keine schlechte Verzinsung, kann man da nur sagen.

Diese Praxis hat bezüglich der „Schattenabgeordneten“ einen weiteren unerfreulichen Nebeneffekt. Wer jeden Monat durch seine Kontoauszüge daran erinnert wird, wem er Dank schuldet, der kommt leicht in einen Loyalitätskonflikt. Die Politiker selbst waren es, die im Zusammenhang mit der Diskussion um die doppelte Staatsbürgerschaft diesen Begriff in den Ring warfen. Können deutsche Politiker zwei Herren dienen? – Sind sie Übermenschen? – Ich denke nein. Meines Erachtens sind zumindest die „Schattenabgeordneten“ steuerbar und somit Lenkwaffen der Parteien in den Parlamenten. Ob das mit den Prinzipien der repräsentativen Demokratie im allgemeinen und mit dem Grundgesetz im besonderen vereinbar ist, unterliegt erheblichen Zweifeln.

Die Herren Professoren Morlok (Hagen) und von. Arnim (Speyer) bezeichnen die oben geschilderte Praxis als „verfassungswidrig.“ Also, so wird man folgern dürfen, ist dieser Trick zur Geldvermehrung wohl nicht ganz legal. Und was nicht ganz legal ist, ist ein bißchen rechtswidrig. Die Rechenschaftsberichte, in denen die abgepreßten „Spenden“ als „ordentliche“ Spenden deklariert sind, sind daher auch nur ein wenig objektiv falsch.

 

(Gerhard Altenhoff, der Bundesadel, als Manuskript erschienen bei www.lulu.com/advocatusdeorum)

Wenn Roman Herzog hinzufügt, es sei eine grundlegende Reform notwendig, so ist ihm darin beizupflichten. Als Kenner der Materie sollte er sich freilich dafür stark machen, daß die Deutschen endlich die von Artikel 146 des Grundgesetzes geforderte Verfassung verabschieden könnnen. – Ich schätze, dann hört der Spuk, den die Parteien und “Berufspolitiker”-  der Bundesadel eben – ganz von selbst auf. Denn für eine Verfassung nach Artikel 146 des Grundgesetzes gibt es Grundpositionen, die im Nievenheimer Manifest festgehalten sind.

 

Die “vergessene” Staatsgewalt

Das deutsche Volk ist, soweit ersichtlich, das einzige Volk weltweit, das als Ganzes die höchste Staatsgewalt, nämlich die verfassungsgebende Gewalt, nicht allein tatsächlich innehat, es ist wohl auch das einzige Volk, dessen verfassungsgebende Gewalt schriftlich fixiert ist, und zwar in der Präambel des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland:

Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Mitglied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.

In Artikel 146 des Grundgesetzes ist die Geltungsdauer des Grundgesetzes eindeutig begrenzt, und zwar auf einen Tag:

Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

An einem Volksentscheid über eine deutsche Verfassung führt kein Weg vorbei!

untergangarndt.jpg

 


Rügen stirbt – Merkel machtlos

Januar 27, 2008

kaparkona.jpgKreideabbruch am Kap Arkona
Die Luftaufnahme vom 21. Januar 2008 zeigt den Steilküstenabbruch am Kap Arkona auf der Insel Rügen. Bei dem Erdrutsch am 19. Januar sind nach Angaben eines Feuerwehrsprechers auch Teile einer slawischen Wallanlage in die Tiefe gestürzt. Rund 1500 Kubikmeter Sand, Lehm und Mergel seien rund dreißig Meter in den Uferbereich gerutscht. (Quelle: www.spektrumdirekt)

Der Planet ist pünktlich, denn mein Beitrag: http://www.derwesten.de/community/problembaerbruno/stories/55065/

erschien nur wenige Stunden, bevor am Kap Arkona die Hölle losbrach.


Gott geht’s gut!

Januar 19, 2008

Wenn es Knut gut geht, wenn es “Flocke” gut geht, warum sollte es Gott dann nicht gut gehen.

Jedenfalls überkam mich der Gedanke beim Anblick der jüngsten Bilder von “Flocke” und dem Kontrast, den sie bilden zum gegenwärtigen “Dschungelcamp” und zu den nicht mehr fernen Bildern der Sendereihe

“Ich bin Soldat, holt mich hier raus! -Tausche blaue Bohnen gegen Känguruhhoden.”

gottgehtsgut.jpg


Der Tabak, das Gras und der Salat

Januar 2, 2008

rauchertolernanz.jpgVon: gerhard.altenhoff@giordano-bruno-institut.de

An: leserbriefe@rheinische-post.de

Datum: 01.01.08 22:57:07

Betreff: Kommentar “Raucher-Toleranz”, RP 31.12.07

Inhalt:

Received: from [78.48.33.244] by freemailng5303.web.de with HTTP;

Tue, 01 Jan 2008 22:57:07 +0100

Date: Tue, 01 Jan 2008 22:57:07 +0100

Message-Id: <797723273@web.de>

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wird Gregor Mayntz eigentlich für seine Beiträge bezahlt? – Oder strebt er – wie sein Nachname phonetisch andeutet – die Würde eines Karnevalsprinzen an?

Sein “Salatesser-Gleichnis” zeigt zumindest, daß er sein Geld nicht wert ist. Nimmt man nämlich eine andere Pflanze, so läßt sich unschwer zeigen, daß Gras erheblich höhere Gefahren in sich birgt als Salatblättchen. Das Rauchen von Gras wird in Deutschland streng bestraft. Das Hineinbeißen wird aber auch von der Bundesregierung direkt gesponsort. Mit ganzseitigen Anzeigen rühren die Rekrutierungsbüros die Werbetrommel. Es locken nun nicht mehr Handgeld und Specksaite, sondern ein sicherer “Arbeitsplatz”. – Daß es nicht eine Berufsgenossenschaft gibt, die sie um “Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz” der professionellen Grasbeißer kümmert, wird verschwiegen. Die mit angelernter Zerknischtheit vorgetragenen Trauerreden am Sarg eines durch “Arbeit” vernichteten Menschens beweisen immer wieder, daß die Selbst- und Fremdgefährdung, daß Mord und Selbstmord für Merkel, Volk und Vaterland eine gute Sache sein müssen.

Weit gefehlt, Gregor Mayntz! Das große Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist der militärische Befehl, der ohne die Fähigkeit des Menschen zum “unbedingten” Gehorsam nicht denkbar wäre. – Der “unbedingte” Gehorsam ist eine der größten Schwächen, die der Mensch hat. Im Gegensatz zum Bestrafen, das wegen seines Suchtpotentials gefährlich ist, braucht man keine Belohnung, um Menschen zum Gehorsam zu veranlassen. – Man man danach nicht süchtig werden, ihn aber trotzdem unablässig leisten. – Genau das macht das Prinzip von Befehl und Gehorsam so gefährlich. Vergleicht man die Zahlen, sieht die Welt etwas anders aus:

Seit 1900 stirbt im Durchschnitt alle drei Sekunden ein Mensch an den Folgen eigenen oder fremden Gehorsams. Das sind einige Zehnerpotenzen mehr als die von Ihnen erwähnten “Zehntausende”; – es sind 10.000.000, die Jahr für Jahr Opfer des Gehorsams werden.

Beachten Sie bitte die entsprechenden Warnhinweise unter www.gehorsam.wordpress.com. – Sie genügen höchsten EU-Ansprüchen, weil sie “Schockfotos” enthalten.

Und denken Sie bitte daran, jährlich fallen allein in Deutschland rund 15.000 Personen dem “Ärztepfusch” zum Opfer. – Wo bleiben die Warnhinweise an den Praxisschildern.

Und offenbar hat Gregor Mayntz den Beitrag seines Kollegen Hans-Ullrich Jörges im “Stern” vom 13.12.2007 nicht gelesen, in dem Jörges nicht nur die Raucher auffordert, aufzustehen: “Die Praxis muß auch politisch wache Nichtraucher empören”.

Noch ein Schälchen Salat gefällig, Her Mayntz? – Oder ist Ihnen eine Extraportion Gras lieber?

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff

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Die Geschichte des “Freizeichens”

Dezember 31, 2007

Dieses ist die unglaubliche, aber Wort für Wort wahre Geschichte des „Freizeichens”, die würdig wäre, Einzug in die Sendung „X-Factor – unglaubliche Geschichten” zu halten:

Als ich den Schnitter über den Jordan schickte, verwies ich an einigen Textstellen auf den „Autralopithecus Superbus Procrustes“. Erst später kam ich darauf, daß dieser eigentlich nur aus dem Manuskript, dem ich den Arbeitstitel „Australopithecus Superbus – Der Mensch im Licht nichtlinear-dynamischer Evolution“ gegeben hatte und einem Haufen von Notizzetteln bestand.

Am „Procrustes“ war der britische Premierminister Tony Blair schuld, als er im Jahre 2001 die Royal Army zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche in Marsch setzte und Englands Kühe Feuer fingen.

Im tatsächlich vorhandenen Manuskript fehlen demnach eine Reihe von Informationen, die den Titel „Australopithecus Superbus Procrustes“ rechtfertigen.

Was also war zu tun?

Mir kam da so eine Idee, und die sollte sich als richtig erweisen, spätestens in dem Augenblick, als ich erstmals mit dem Phänomen „Book-Crossing“ in Kontakt kam und die Worte „Books just wanna be free“ vernahm:

Es gibt tatsächlich Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir uns nicht vorstellen können, die aber durchaus wirklich sind.

Merkwürdig genug, daß der Hinweis „Books just wanna be free“ sozusagen „just in time“ kam. Merkwürdig ist auch, daß das Buch den Titel „Freizeichen“ trägt. – Sie können seinen bisherigen und künftigen Weg unter www.BookCrossing.com verfolgen. Der BCID ist 609-4444-128.

Noch merkwürdiger sind allerdings die „Fundumstände“, die meinem Verdacht Vorschub leisten, daß die Informationen mich suchen.

Noch am Vorabend hatte ich darüber nachgedacht, ob es nicht sinnvoll wäre, meine Manuskripte einfach über lulu.com in die „Welt zu setzen“. Diese waren schließlich immer noch bei mir „gefangen“, ohne daß ich mir dessen bewußt war. Daß ich es tun würde, wurde mir am 27.10.2006 klar, als die Folge „Der Feuerball“ aus der Serie „Missing – verzweifelt gesucht“ in Kabel 1 über den Bildschirm flimmerte. Ich sah eigentlich gar nicht hin, aber unablässig drang der Name „Haisenbörg“ an mein Ohr. Wohlgemerkt, ich hatte den Fernseher laufen, aber eigentlich war ich mit der o.a. Frage beschäftigt.

Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: „Haisenbörg“ ist „Heisenberg“.- Werner Heisenberg, der Schöpfer der „Unschärferelation“. Als mir dieses Licht aufging, stand fest, daß meine Manuskripte kurzfristig als E-Books das „Licht der Welt“ erblicken würden.

Der Name Heisenberg hat mich förmlich elektrisiert, denn einige Tage zuvor war folgendes geschehen:

In der Dormagener Bibliothek lieh ich mir u.a. Fred. A. Wolfs „Der Quantensprung ist keine Hexerei“ aus. Darin fand ich einige Dinge, die ich mir so gedacht hatte, widergespiegelt. Das Wichtigste war jedoch der Umstand, daß Erwin Schrödinger das Atom in Analogie zu einer schwingenden Violinsaite betrachtet hatte. Da war sie wieder, die Harmonie der natürlichen Phänomene, nur auf der kleinsten beobachtbaren Größenskala. Das machte mich neugierig und ich holte „Gerthsen, Physik“ (21. Auflage) aus dem Regal , um mir die Schrödinger-Gleichung anzusehen. Für mich, der ich es mit abstrakten Gleichungen nicht so habe, enthielt sie kein Muster mit Wiedererkennungswert. Ich blätterte noch wenig in Kapitel 19 „nichtlineare Dynamik“ und schlug wie durch Zufall die Seite 1021 auf. Dort entdeckte ich, eigentlich ohne hinzusehen, Das Wort Kaffeemaschine und begann zu lesen:

„Als Percolation bezeichnet man das Durchsickern von Wasser durch den Erdboden oder durch Kaffeepulver (percolator = Kaffeemaschine), aber auch des Stromes oder des elektrischen Feldes durch ein inhomogenes Haufwerk von Teilchen verschiedener Leitfähigkeit bzw. Dielekrizitätskonstante.“ – Waren des doch meine Kaffeemaschine und das Ohmsche Gesetz gewesen, die am Ende zur Umkehr der Vorzeichen von Darwins Erkenntnissen geführt hatten!

Wenn man mit dem Gedanken schwanger geht, allen gängigen Weltanschauungen die Stirn zu bieten, ist einem doch recht mulmig zumute. Also stellt man die Frage in den Raum, ob es richtig ist, was man tut.

Und dann antwortet „der Raum“, er sendet zunächst einmal sein „Freizeichen“ in den Edeka-Markt in Dormagen-Nievenheim.

Mein Kühlschrank ist gut gefüllt, ich hätte am 28.10.2006 eigentlich nichts mehr einkaufen müssen.

Dennoch legte ich die gut 10 Minuten Fußweg zum EDEKA-Markt zurück, weil ich am 27.10.2006 im dortigen Getränkemarkt drei Flaschen „Füchsen- Alt“ (eine Düsseldorfer Bierspezialität) erworben hatte. Sie waren wegen des Mindesthaltbarkeitsdatums preisreduziert. „Füchsen“ schmeckt meines Erachtens nicht ohne „Flönz“. „Flönz“ ist die Düsseldorfer Übersetzung für das deutsche „Blutwurst“.

Nur wegen der „Flönz“ war ich eigentlich am 28.10.2006 bei EDEKA in Nievenheim. – Und ob man es glaubt oder nicht, es war nicht das erste Buch, das mich „gefunden“ hat.

Ich weiß nicht, wann ich es wieder „freilassen“ kann, aber am 29.9.2006 fand ich in der Stadtbibliothek Dormagen das Buch „Alles geben die Götter“. Man konnte es kostenlos mitnehmen. Ausweislich der im Buch vorhandenen Leserkarte war es zuletzt am 8.6.2001 ausgeliehen worden, davor hatte es nach dem 19.6.1992 niemand mehr der Lektüre für würdig befunden.

Aber auch dieses Buch kam bei mir durchaus nicht „zufällig“ vorbei. – Denn der französische Originaltitel „Un déjeuner de soleil“ hat ja eigentlich mit den Göttern herzlich wenig zu tun. Der Verfasser, Michel Déon, gehört laut Schutzumschlagvermerk zu den „Unsterblichen“ der Académie Francaise. – Selbstredend lebt oder lebte Déon abwechselnd in Irland und auf einer griechischen Insel. – Alle ‘Wege mögen nach Rom führen, aber keiner kommt an Irland vorbei!

Nein, noch kann ich dieses Buch nicht freilassen, denn ich entdecke gerade auf der anderen Seite des Schutzumschlages folgenden Text:

In dem Safe lag ein grüner Aktendeckel, auf dem in Großbuchstaben geschrieben stand:

ALLES GEBEN DIE GÖTTER.

Der Aktendeckel enthielt nur ein aus einem Notizbuch herausgerissenes Blatt:

Tut mir leid, mein Lieber, aber suche nicht. Ich habe das Manuskript vernichtet. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluß gekommen, daß die Geschichte von Audrey nur mir gehört…“

Wie kann man Manuskripte nur vernichten! – Das darf man nicht einmal im Roman!

Manuskripte gehören ins Archiv. In früheren Zeiten, als Manuskripte tatsächlich noch „Handschriften“ waren, gab es davon immer nur ein Exemplar. Weil manche Manuskripte sehr wertvoll sind, versteckt man sie hinter Panzertüren. Sie sind unzugänglich, damit sie erhalten bleiben. Manuskripte, die mit dem Computer generiert werden, sollten meines Erachtens demgegenüber in der Welt der Bits und Bytes archiviert werden. Denn ob Tinte oder Laser, der Ausdruck des Manuskripts ist nicht das Manuskript, sondern eben nur dessen Ausdruck.

Bücher sind wie Bilder. Von es ersten Skizze bis zum fertigen Bild evolvieren sie. Zuweilen ist diese Form der Evolution erstaunlich. Mich erstaunt es immer wieder, wenn ich in meinen Manuskripten blättere und feststellen muß, wie grobmaschig das Netz der Informationen noch war, als ich es vor mehr als fünf Jahren geknüpft hatte. Aber es war doch engmaschig genug, daß viele Informationen, die danach auf mich zukamen, sich darin verfingen und das Netz immer engmaschiger werden ließen.

Aus diesen Gründen habe ich mich entschlossen, den folgenden Text so zu belassen, wie er ursprünglich war. Mit allen Tippfehlern und sachlichen Irrtümern. Sie halten also tatsächlich mein Originalmanuskript in Händen bzw. auf dem Bildschirm. Durch Sie wird das Manuskript aus Nullen und Einsen sicht- und erlebbar. Wenn Sie es lesen, geschieht etwas, das eine verblüffende Ähnlichkeit mit Beethovens „Neunter“ hat. Beethoven hat eine Ansammlung von Noten hinterlassen, mehr nicht. Erst durch die Augen eines Menschen, der die Schrift lesen und, das ist entscheidend, „hören“ kann, werden aus Noten wieder Musik.

Erst durch Sie, lieber Leser, wird aus der „Buchstabensammlung“ wieder das Manuskript, das ich verfaßt habe. Das Internet, das für mich die Re-Globalisierung menschlicher Kommunikation darstellt, ist ein wunderbares Archiv. Alles, was darin archiviert wird, ist für alle zu jederzeit zugänglich, ohne daß ein Museumswärter den Zugang zum Dokument mit dem Hinweis auf einen fehlenden Stempel des Kurators verweigern könnte… .

Ich wüßte nicht, daß vor mir jemand auf die Idee gekommen wäre, eine Notiz oder ein Manuskript dadurch zu „archivieren“, daß er es allgemein und jederzeit „wiederholbar“ zugänglich gemacht hätte.

Das Besondere am Netzwerk-Archiv ist die „Bombensicherheit“. Die Sprengkraft aller auf der Welt existierenden Atombomben, Bomben, Granaten und Minen reicht nicht aus, das Internet vollkommen zu zerstören. Und ist eine Information durch Ausruck erst einmal in die „physikalische“ Wirklichkeit des mit den Händen zu fassenden „Tauschens und Teilens“ umgesetzt, bleibt sie auch dann erhalten, wenn auf der ganzen Welt endgültig der Strom ausfallen sollte.

Der Australopithecus Superbus, wie er nachfolgend beschrieben wird, unterscheidet sich nur in Details vom Australopithecus Superbus Procrustes, dem Hologramm der Evolution.

Einzufügen ist noch das Kaptiel „Let’s talk about Sex, Lucy“.In die Liste der beispielhaften Genozide werden noch der Völkermord der Gileaditer an den Flüchtigen von Ephraim aufgenommen werden (Richter 12, 4-6) und der Völkermord Trajans an den Dakern Einzug halten.

Das „Freizeichen“ ertönte übrigens bis zum 1.11.2006. Für das Zeitmaß der Evolution nicht einmal ein Wimpernschlag. Dann kam das „Go!“ Während der „Schnitter“ sich auf den Weg über den Jordan machte, braute sich über der Nordsee ein Sturm zusammen und fegte über die Nordseeküste. In ihrer Ausgabe vom 1.11. 2006 titelte die FAZ unter der Rubrik „Natur und Wissenschaft“

Die Honigtöpfe der Lebenswissenschaften

Mit der genetischen Entzifferung der Biene beginnt eine neue Ära

Spur des Neandertalers im modernen Menschen

Furchterregende Vögel

Aufmarsch der Viren

Viren marschieren nicht auf, die Vögel, von denen die Rede ist, gibt es schon seit Jahrtausenden nicht mehr, die Spur des Neandertalers im modernen Menschen ist eine Selbstverständlichkeit und hat, gestatten Sie mir den Ausflug in die Vulgärsprache, mit Vögeln zu tun. Aber, dem Verfasser des Artikels über die Honigtöpfe, Jürgen Tautz, sei es ins Stammbuch geschrieben, die Biene Maja läßt sich nicht entziffern, nur bestaunen.

Am 4. 11. 2006 „bastelte” ich gegen 22.00 Uhr an obigen Zeilen. Ohne daß es mir aufgefallen wäre, gingen in halb Europa die Lichter aus. Der „reine Zufall und nichts als der Zufall” können als „Ursache” nahezu ausgeschlossen werden. Denn der „Stromausfall” stellte gleichzeitig eine „leitende” Verbindung zur Insel Rügen her: Man stellte den Strom ab, weil ein Produkt der Meyer-Werft auf dem Weg in „Poseidons Reich” war. In den frühen 90-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war die Meyer-Werft Tagesgespräch auf Rügen. Man wollte sie in Saßnitz ansiedeln, dann wollte man sie wieder nicht in Saßnitz ansiedeln. Die Meldungen wechselten sich ab wie die Blütenblätter des Gänseblümchens: Die Meyer-Werft kommt – die Meyer werft kommt nicht – die Meyer-Werft kommt – die Meyer-Werft kommt nicht…

In der Folgezeit griff ich oft zum Notizzettel, um die „zufälligen” Hinweise aus dem „Raum” festzuhalten, ohne zu ahnen, daß daraus eine eigenständige Geschichte des „Freizeichens” entstehen würde. Immer wieder hinderte mich etwas daran, das „Freizeichen” freizulassen, eines der schönsten Beispiele hierfür sind die Ereignisse vom 7.12.2006, die ich in einer E-Mail an den EXPRESS unter dem 8.12.2006 festgehalten habe:

Ich war gerade im Begriff, das Buch „Freizeichen”, das im Wege des „Book-Crossings” zu mir gefunden hatte, im Foyer der VHS Düsseldorf am Berta-von-Suttner-Platz wieder „freizulassen” als mir die Ankündigung einer Vortragsveranstaltung des Internationalen Bildungszentrums „Die Brücke” ins Auge sprang.

„Halt! – dachte ich.

Der Reihe nach:

Das Buch „Freizeichen” ist ein Buch, das sich „auf Reisen” befindet. Sein Weg kann unter www.bookcrossing.com unter dem BCIdentity-Code 609-444 128 zurück- bzw. weiterverfolgt werden.

Seit das „Freizeichen” bei mir ist, haben sich, ich will es vorsichtig ausdrücken, einige Kommunikationswege erheblich verfeinert.

Nachdem ich im November das Gefühl nicht loswurde, bei allen „in den Raum” gestellten Fragen ein „Freizeichen” bei den Göttern zu vernehmen und am Ende deren „Go!” zu hören, wurde ich am 7.12.2006 das Gefühl nicht los, als würde jemand erwarten, daß ich auf sein „Freizeichen” hin den Hörer abnähme:

Die Ankündigung, auf die mein Blick fiel, war überschrieben mit: „Die Wiederkehr des Dyonisos bei Nietzsche – Harmonie der Liebe oder tragischer Untergang?”

Im folgenden Text tauchen dann die Götter Eros und Pan auf.

Nahezu gleichzeitig arbeiteten die Redakteure der RHEINISCHEN POST an Artikeln, in denen von Mars, Venus und Vulkan die Rede war. Gleichzeitig dachten sie Redakteure des Kölner EXPRESS ein Bild aus, in dem sie Kardinal Meissner vor dem Hauptwerkzeug des „Göttervaters”, dem Blitz, erscheinen ließen:”UNGEWITTER ÜBER KARDINAL MEISSNER”. Wenige Stunden zuvor hatte Aeolos in London seinen Schabernack getrieben und Pan ein wenig die Flöte geblasen. Ein Mini-Tornado hatte die Bevölkerung im Norden Londons in Angst und Schrecken versetzt.

- Der arme Kerl weiß doch gar nicht, wie ihm geschieht, und er weiß nicht, welcher der Götter mit ihm seinen Schabernack treibt.

„Quisquis fuit ille deorum?” – Wer von den Göttern war das? – so möchte man fast fragen, wären die Götter nicht alle lediglich Aspekte des EINEN.

Aus diesem Grunde war es richtig, das das „Freizeichen” noch einige Tage festzuhalten. Der Kardinal Meissner aber, der wird sich ein wenig die Leviten anhören müssen.

Ich schätze, dann wird die Mission des „Freizeichens” erfüllt sein, es kann seine Reise fortsetzen:

 

Lieber Kardinal Meissner,

ich schätze, Sie haben mit Ihrem Verbot, multireligiöse Feiern zuzulassen, voll daneben gegriffen.

Das kann vorkommen, sollte Sie aber dazu veranlassen, sich ein paar Gedanken zu machen, ob „Verbote” im Sinne des Schöpfers sind.

Dieser hat nämlich alle Menschen gleich geschaffen, wie das MPI für evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausgefunden hat

„Seit kurzem zählt man sechs Milliarden Menschen auf der Erde – verteilt über alle Kontinente sowie auf unzählige, nach Hautfarbe, Sprache, Religion, Kultur und Geschichte unterscheidbare Gruppen. Doch diese bunte Vielfalt ist nur “Fassade”. Denn auf molekulargenetischer Ebene, das zeigen jüngste Analysen an Schimpansen (Science, 5. November 1999), durchgeführt am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, bietet die Menschheit ein überraschend einheitliches, geradezu “familiäres” Bild: Verglichen mit ihren nächsten tierischen Verwandten, den Schimpansen, sind alle derzeit lebenden modernen Menschen immer noch “Brüder” beziehungsweise “Schwestern”…”

So das Statement der Presseerklärung, die von der Max-Planck-Gesellschaft am 4.11.1999(!) zur Veröffentlichung freigegeben wurde. Sie finden es als PDF-Datei in der Anlage.

Wenn wir alle, Sie und ich, ich sage besser Du und ich, Brüder und Schwestern sind, wer soll denn da von woher die Befugnis haben, den Bruder oder die Schwester vom Tisch des Herrn zu weisen?

Muß es nicht vorrangiges Ziel aller Konfessionen sein, den Kindern in der sich reglobalisierenden Welt wieder beizubringen, auch im „Fremden” den „Bruder” bzw. die „Schwester” zu erkennen?

Ist es nicht an der Zeit, dem „globalisierten” Wahnsinn des „globalen Bürgerkriegs” ein Ende zu setzen?

Ich habe oben den Begriff „Konfession” benutzt, denn es gibt auf dem Planeten keine unterschiedlichen „Religionen”. Juden, Christen, Moslems, Buddhisten, oder die Anhänger der verschiedensten „kleineren Religionen”, sie haben nur unterschiedliche „Konfessionen”, unterschiedliche Glaubensbekenntnisse.

Von „religio” ist jedoch bei kaum einer etwas zu spüren:

Katholische wie evangelische Theologen haben Latein gelernt. Sie haben aber offenbar vergessen, was „religio” in seiner ursprünglichen Bedeutung meint: „Bedenken, Skrupel”. Bedenken gegenüber dem eigenen Handeln und Skrupel gegenüber den Mitmenschen und dem Planeten, der unser aller Leben garantiert.

Bei Karl Kéreny (Antike Religion) fand ich übrigens die schönste Übertragung des lateinischen „religio” – „wählerische Behutsamkeit”.

„Behutsamkeit”, das hat viel mit „Hüten” zu tun. „Hüten” aber heißt aufpassen, nicht kommandieren. Insofern ist jeder Stier einer Rinderherde ein besserer Hüter als jeder Episcopos.

Eine Art „rechtsvergleichender” Betrachtung über die Verfassung eines Bienenstaats, eines Löwenrudels, einer Rinderherde und des „Staates” finden Sie unter www.lulu.com/advocatusdeorum.

Dort finden Sie auch die überraschende Antwort Gottes auf Kains Frage: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?”

Mit freundlichen Grüßen

 

Am 9.12.2006 hatte ich meine Ex-Frau besucht. Eigentlich wollte ich mit dem Bus um 16.10 Uhr nach Hause gefahren sein. „Hast Du nicht Lust, mit mir zum HIT zu fahren, ich muß noch ein paar Sachen einkaufen, und wir können da noch einen Kaffee trinken”. – Also fuhr ich nicht nach Hause sondern mit meiner Ex zum HIT.

Überrascht war ich dann doch, als wir den HIT verließen, denn dann kam der Hit:

Frisch plakatiert erschien da die Silhouette des Stiers, wie von hinten angestrahlt. Die Firma Osborne mußte den Auftrag erteilt haben, just an diesem Wochenende die entsprechende Plakatwand mit der Osborne-Reklame zu versehen.

Der Sender Pro7 strahlte am 10.12.2006 ein „Galileo Spezial” über sogenannte Killermeteoriten aus. Die Sendung begann mit einem Zitat aus der Offenbarung de Johannes und forderte nachgerade dazu heraus, das aus dem Zusammenhang gerissene Zitat zu vervollständigen und den Autoren der Sendung entgegenzuhalten.

Auch am Abend des 12.12.2006 war ich mit dem Abfassen der entsprechenden Mail beschäftigt. Gegen 18.20 Uhr rief ich aus einer Laune heraus meine Mutter an. Zwanzig Minuten später legte ich wieder auf und zappte zum ZDF, weil mir eingefallen war, daß dort gerade die neueste Folge von „SOKO Wismar” lief. – Sie müssen wissen, daß ich im Jahre 1991 die Stadt Wismar zu meiner „Lieblingsstadt” erkoren hatte. – Der Drehbuchautor hatte dieser Folge den Titel „Tödliche Hörner” gegeben. In den letzten 10 Minuten des Films stellte sich heraus, daß ein Stier den am Boden liegenden Bauern mit Todesfolge attackiert hatte. – Allerdings nicht aus „eigenem Antrieb”. Erst nachdem ihn die Bäuerin mit der Mistgabel malträtiert hatte, war er wütend geworden… – Der arme Kerl mit den unschuldigen Augen war nicht einmal ein „gewöhnliches” Rind, er war Bulle bei den Schottischen Hochlandrindern.

Ein Grund mehr, den Sender Pro7 aufzufordern, sich wegen des Meteoriteneinschlags vom 8.10.-2006 in Troisdorf, der einem alten Mann sein Zuhause genommen hatte, gegenüber der Dynamit-Nobel AG und den Troisdorfer Kommunalpolitikern für einen vollen Ersatz des erlittenen Schadens einzusetzen. Denn der „Kelch” eines kosmischen Katastrophe war an Troisdorf um Haaresbreite vorübergegangen. Hätte ein nur wenig größerer Meteorit das Betriebsgelände der Dynamit-Nobel AG getroffen, Troisdorf wäre „ausradiert” worden. Am 15.12.2006 hatte ich die Mail noch nicht ganz fertig. Gegen 17.30 hatte ich beim „Autohaus Tolles” in Dormagen Ückerath getankt und war auf dem Weg, den Wagen zu meiner Ex-Frau nach Dormagen-Gohr zu bringen. Zwischen Ückerath und Gohr liegt ein kleiner Wald, den man hier Mühlenbusch nennt. Beim Durchqueren des Mühlenbuschs fiel mir links oben ein weißer Streifen am Himmel auf, ähnlich einer Rauchfahne. Ich fuhr langsamer um, zu schauen: ein „Kondensstreifen” konnte es nicht sein, dafür war das Ding zu unregelmäßig und zu nahe. Als ich den Mühlenbusch verließ, konnte ich die „Leuchtspur” im Licht der untergehenden Sonne genau verfolgen. Sie zog sich von Ost nach West über Nievenheim-Ückerath, Gohr bis hin ins Rheinische Braunkohlerevier. Die Schlangenlinien, die das Objekt an den Himmel gezaubert hatte, ließen drei Schlüsse zu: Entweder hatte der Weihnachtsmann zuviel getrunken oder ein Flugzeug war abgestürzt oder ein Meteorit war hier und heute in die Erdatmosphäre eingetreten. Die Fallvariaten eins und zwei ließen sich schnell ausschließen. Folglich bleibt nur die dritte Alternative. – Und wieder einmal muß die Frage erlaubt sein: war das „reiner” Zufall?

Waren die Dinge, die sich am 18.12.2006 ereigneten, „reiner” Zufall? – Gegen 17.20 war ich bei EDEKA in Nievenheim einkaufen, da, wo mir das „Freizeichen” begegnet war. An der Wursttheke sah ich ein Stück „Flönz”. Zur Bedienung sagte ich: „Da, das Stück Blutwurst hat „Mitnehmen” gerufen.” Da ich noch Bier brauchte, stand ich vor einer Entscheidung: Ich hätte mit dem Bus um 17.29 Uhr bequem zum ALDI fahren und einen Six-Pack „Karlskrone Gold” kaufen können. Im Getränkemarkt bei EDEKA gibt es Oettinger „Hell”, das auch sehr gut schmeckt. Ich entschied mich für den Getränkemarkt. Und, was soll ich Ihnen sagen, an der Kasse stand ein fast leerer Kasten „Füchsen-Alt”, 50% Rabatt wegen MHD.

Damit ist das Signal zur „Freilassung” des „Freizeichens” gegeben. Da ich mir noch nicht sicher bin, wo ich es freilassen werde, wird wohl die „Holstentor” – 2€ -Münze darüber entscheiden. Denn auch diese ist mir unter der „Aufsicht” des „Freizeichens” zugespielt worden.

Das “Holstentor” entschied, das “Freizeichen” an der Fundstelle wieder freizulassen.


Der Papst fordert ein Ende des Blutvergiessens

Dezember 26, 2007

Der El Guru hat in diesem Jahr aus unerklärlichen Gründen den “Friedensnobelpreis” bekommen. Sie und ich werden uns den nächsten wohl teilen müssen. Vielleicht werden wir uns auch vor dem “jüngsten Gericht” darum streiten müssen, denn lange vor Ihrem Amtsantritt hatte ich per E-mail den Deputy des Teufels in Washington aufgefordert: Join the IRA – Drop! your! fucking! guns! NOW!
Benedikt der XVI. hat es in der Hand. Tony Blair gehört seit einigen Tagen zu seinen “Jüngern”. Er braucht nur den militärischen Gehorsam zur Todsünde zu erklären, und ein Teil des Problems wäre gelöst. – Da er es nicht tut, ist die von ihm repräsentierte Kirche nicht wirklich an der Beendigung des “globalen Bürgerkriegs” interessiert. – So einfach, aber auch so schrecklich ist das, und es ist fürchterlich, dies an einem Weihnachstag aussprechen zu müssen!dropyourgunsnow.jpgglobalcivilwar.jpg


Gruß vom Weihnachtsengel

Dezember 17, 2007

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“Fürchtet Euch nicht” – die eigentliche Weihnachtsbotschaft.

Mehr über Ovids Verwandlungen

Mehr über das Feigenbaum-Diagramm


Bundestag und Sterbehilfe

November 21, 2007

Von: gerhard.altenhoff@giordano-bruno-institut.de

An: dieter.wiefelspuetz@bundestag.de, hubert.hueppe@bundestag.de, ewk@egon-w-kreutzer.de, krimsem@jura.uni-bonn.de

Datum: 20.11.07 23:04:57

Betreff: Rheinische Post v. 20.11.2007 “Sterbehelfer kommen nach Deutschland”

Inhalt:

Received: from [77.183.140.134] by freemailng5302.web.de with HTTP;

Tue, 20 Nov 2007 23:04:57 +0100

Date: Tue, 20 Nov 2007 23:04:57 +0100

Message-Id: 771060620@web.de

Lieber Dieter Wiefelspütz, lieber Hubert Hüppe,

jetzt regt Euch doch bitte nicht künstlich auf. Es ist doch noch gar nicht lange her, da habt Ihr der großen “Sterbehilfeaktion” im Deutschen Bundestag zugestimmt. – Die Qualifikation des Bundestagsbeschlusses, der die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes an allen Fronten des globalen Bürgerkriegs vorsieht, als “Sterbehilfe” ist so euphemistisch wie der Begriff “Endlösung”:

Welch ein Zufall! – Am 7.11.2007 platzt die Nachricht herein, in der Schweiz seien zwei Deutsche der “aktiven Sterbehilfe” zum Opfer gefallen. Am selben Tage strahlte um 20.40 Uhr der Sender “Arte” Stanley Kubricks Meisterwerk “Wege zum Ruhm” aus. Auch dieser Film beschäftigt sich mit dem Thema “Sterbehilfe”. – Einer Form von “Sterbehilfe” freilich, die ganz ohne “Sterbewillige” auskommt:

Weil es an “Sterbewilligen” mangelte, die auf den Pfiff des Unteroffiziers hin zum Sterben antreten wollten, entschloß sich ein französischer General, anstelle des deutschen Feindes diesen Leuten mit der eigenen Artillerie “Sterbehilfe” zu leisten. – Diese Form von Nachhlfeunterricht in “aktiver Sterbehilfe” fruchtete nicht so recht. Also besann sich der General auf die römische Form der “Sterbehilfe”: Das Dezimieren. Er ließ einige Soldaten durch die Mühlen der Militärjustiz drehen. Die “Sterbewilligkeit” dieser armen Teufel wurde am Ende dadurch erhöht, daß man sie an einen Pfahl band. Die “Sterbehilfe” leistete ein Exekutionskommando.

Wie der Zufall es so will, verstarb am Allerheiligentag der Pilot des Flugzeugs, das 70.000 Einwohnern Hiroshimas beim Sterben half.

Bis vor wenigen Wochen konnte man im “Reisebüro des Todes” die Reise ohne Wiederkehr auch beim Reiseveranstalter Schwarzenegger buchen. – Intravenöser Begrüßungscocktail inklusive!

Erst vor wenigen Wochen kam der Oberste Gerichtshof der USA auf den Gedanken, die “Sterbehilfe” des “Terminators” könnte eventuell gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten verstoßen. – Wieder so ein Zufall: Ich suche auf WELT-online nach dem Datum der Entscheidung, und was springt mir ins Auge:

Todesstrafe – im Preisvergleich

Die “staatliche” Sterbehilfe in ihren absurden Formen ist ohne ein Phänomen nicht denkbar, das man den “unbedingten Gehorsam” nennt. Den verlangen unsere “Berufspolitiker” von den “Bürgern in Uniform”. Mit dem Marschbefehl und einem “robusten Mandat” haben ihnen die “Politiker” außerdem die “Lizenz zum Sterben” erteilt. Aber wenn ein Taliban oder “Sebstmordattentäter” dann tatsächlich “Sterbehilfe” leistet, ist das Geschrei groß!

Seit 1900 erfreut sich im Durchschnitt alle drei Sekunden ein Mensch der von Seiten des “Staates” geleisteten “Sterbehilfe”.

Machen Sie doch einmal eine Umfrage zu diesem Thema:

Welche Art des Sterbens würden Sie vorziehen

a.) mit dem “goldenen Schuß” auf einer Bahnhofstoilette?

b.) mit einem Bauchschuß im Niemandsland?

Wie könnt Ihr euch allen Ernstes des Themas “Beihilfe zur Selbsttötung” annehmen, ohne dabei puterrot zu werden. Wie ich in meinem Buch “Akte 6/6/44 – Mordsache Private James Ryan – Gottes Antwort auf Kains Frage” ebenso eindringlich wie eindeutig nachgewiesen habe, ist der “Marschbefehl” in ein sogenanntes “Krisengebiet” eine Waffe, weil der Marschbefehl geeignet und bestimmt ist, Menschen zu töten oder zu verletzen. – Ihr habt den Marschbefehl ausgestellt, und Ihr habt den Soldaten, die bislang für Schröder, Volk und Vaterland, aber auch für Merkel, Volk und Vaterland “gefallen” sind, höchstpersönlich auf dem Gewissen. Aber auch die Menschen, denen die Besatzungen Eurer “Tornados” beim Sterben geholfen haben.

“Wir können uns diese Provokation des Rechtsstaates nicht gefallen lassen” – so Ihr Zitat, lieber Hubert Hüppe, gegenüber der Rheinischen Post. Ihr müßt Euch eine noch größere Provokation gefallen lassen, nämlich meinen Gesetzentwurf zu Qualifizierung des “Befehls” als “Verbrechen gegen die Menschlichkeit”.

Gemäß Artikel 38 GG sind Abgeordnete an Aufträge und Weisungen nicht gebunden, das bedeutet aber kein Verbot, Aufträge an Abgeordnete zu vergeben oder ihnen Weisungen zu erteilen. – Immerhin ist Ihre Kollegin Bätzing “Drogenbeauftragte der Bundesregierung”. Ihr alle liebt den “Wählerauftrag”. Ich bin “Wähler” und erteile hiermit den Wählerauftrag, unverzüglich den in der Anlage beigefügten Gesetzesentwurf dem Bundestag zur Entscheidung vorzulegen.

Im übrigen solltet Ihr den größten Zapfenstreich aller Zeiten unverzüglich herbeiführen: Sofortige Entbindung aller Soldaten von Fahneneid und feierlichem Gelöbnis. – Schickt die “Bürger in Uniform” umgehend nach Hause. Deren Platz ist an der Seite ihrer Frauen und Kinder, nicht an der Front.

Niemand braucht Eure “Lizenz zum Sterben”. – Das wird wohl das wahre Motiv eines Berufspolitikers sein, einmal in den Genuß der Herrschaft über Leben und Tod zu gelangen.

Anliegend finden Sie als PDF Datei mein erwähntes Buch und den Gesetzentwurf, den ich unlängst Ihrem Kollegen Gröhe zugeleitet hatte: – Was soll ich Ihnen sagen, er hat sich nicht einmal für meine “Vorarbeit” bedankt.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff