Ostern einmal anders – bevor der Papst 80 wurde

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: gerhard.altenhoff@email.de
Gesendet: 08.04.07 02:37:27
An: heutejournal@zdf.de, redaktion@tagesschau.de
CC: b.reinke-kt@t-online.de, jora@jora-hypno.de
Betreff: Ostern verkehrt – Fürchtet Euch nicht! – Apokalypse ist gleich Panikmache plus Propaganda in Klammern zum Quadrat

Frohe Ostern!

Der Planet ist pünktlich!
Pünktlich zu Ostern warten die Medien mit den Schreckensmeldungen über die zukünftige Entwicklung des Klimas auf. – Die Katastrophe ist nicht mehr abzuwenden! Klimaveränderungen apokalyptischen Ausmaßes stehen uns bevor.
Und alle Medien und Politiker stürzen sich wie gewohnt darauf und malen den Teufel an die Wand, weil das einfacher ist als das Menetekel zu lesen.
Freilich werden dabei die Begriffe etwas durcheinandergeworfen; das Chaos, dem man die Tür weist, bittet man durch das Fenster wieder herein:
Die Katastrophe ist, wenn ich es recht in Erinnerung habe, in der griechischen Tragödie die Wendung zum Schlechten.
Ich bin nun weder Altphilologe noch habe ich auf der „Penne“ eine „humanistische Erziehung“ genossen. Ich war Schüler des Max-Planck-Gymnasiums in Düsseldorf, Schüler eines mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasiums. Mit anderen Worten, Altgriechisch gehörte nicht zu den Unterrichtsfächern, im Gegensatz zu Latein.
Deswegen werde ich werde bis ans Ende meiner Tage meinen Lateinlehrern böse sein, weil sie uns nicht zu den Ursprüngen des Begriffs „Religion“ hingeführt hatten.
Seien wir einmal ehrlich (8. Gebot!) Welcher Schüler interessiert sich für die Ursprungsbedeutung des Begriffs „Religion“? – Weder Sie noch ich haben uns jemals damit auseinandergesetzt. Warum auch?.
Dabei ist es so einfach, den „Kleinen Stowasser“ aufzuschlagen und einmal nachzuschauen. Ich habe 28 Jahre dafür gebraucht, aber dann war mir schlagartig klar, wie wenig „Religion“ mit dem lateinischen „religio“ noch zu tun hat. „religio“ ist gleich „Bedenken, Skrupel“
Wie wenig Skrupel „religiöse“ Menschen haben können, zeigen die „Fundamentalisten“ aller „Religionen“.
Deswegen war ich auch ein wenig erstaunt, als ich kurz nach dem 11.September beim Stöbern in einer Buchhandlung den wahren Begriffsinhalt des Wortes „Apokalypse“ zur Kenntnis nehmen mußte: „Entschleierung“.
Ei, wo bleibt denn bei der Apokalypse der Weltuntergang?
Entschleierung? – Kann man da nicht auch sagen: Demaskierung, Enttarnung, Entlarvung?
Wenn man diese Übersetzungsalternativen in Erwägung zieht, ist die Apokalypse gelaufen, lange bevor sie offiziell jemals wird beginnen können. Sie fand im Februar 2001 statt. Tony Blair war der erste, dem die Maske vom Gesicht fiel:

(Beginn des Zitats)
Für uns selbst müssen wir freilich einen anderen Namen wählen, der zwar ebenfalls mit australopithecus beginnen muß, aber die Weisheit, lat. sapientia, nicht mehr  enthalten darf. Der letzte König Roms, Tarquinius, trug den Beinamen superbus. Das bedeutet stolz, aber auch überheblich, hochmütig.  Hochmut kommt vor dem Fall,  Tarquinius wurde gestürzt und über Jahrhunderte hinweg war den Römern der „König“ so verhaßt, daß Caesar sterben mußte, weil man ihm unterstellte, die Königswürde anzustreben.
Australopithecus superbus, mit dieser Namensgebung hätte es sein Bewenden haben können, wäre da nicht zu Beginn des Jahres 2001 die Maul- und Klauenseuche nach England heimgekehrt. Die britische Regierung reagierte militärisch: Tötet den Feind! Was nicht paßt wird passend gemacht! – Mir fiel in diesem  Zusammenhang ein alter Bekannter aus dem Lateinunterricht wieder ein: Procrustes.  Procrustes ist eine sehr unfeine Gestalt der griechischen Mythologie. Er betrieb eine Herberge. Wanderer, die bei ihm einkehrten, bekamen natürlich ein Bett angeboten. Procrustes wies den Reisenden allerdings ein nicht ganz passendes Nachtlager zu; die großén bekamen ein Bett, das für sie zu klein war, die kleinen mußten mit einem Lager vorlieb nehmen, das für sie eigentlich zu groß war.  In der Nacht kam dann Procrustes  und paßte die Gäste den Betten an. Diese überlebten freilich weder das hierfür erforderliche Abschlagen der Gliedmaßen noch das Strecken. Australopithecus superbus procrustes. – Der überhebliche Südaffe, der sich mit Gewalt alles passend macht.
Ohne es zu ahnen, hat ihrer Majestät Regierung bei der Taufe Pate gestanden. Die Ereignisse am 11.9.2001 und danach zeigen, daß es der einzig zutreffende biologische Name für den Menschen sein kann.
Ich weiß, daß diese Sicht der Dinge unbequem ist, und ich stelle Ihnen anheim, sie vehement zu  bestreiten. Allerdings gebe ich zu bedenken, daß das Bestreiten bedeuten würde, den 2. Hauptsatz der Thermodynamik in Frage zu stellen. Denn er ist es schließlich, der uns entstehen und wieder vergehen läßt.
Es lohnt sich also, intensiv nachzudenken über das Verhältnis zwischen uns und dem freundlichen, sinnenfrohen  Wesen aus dem Neandertal:
Nur wegen der lediglich noch rudimentär angelegten sozialen Instinkten konnten sich unsere Vorfahren überhaupt gegen den „klassischen“ Neandertaler „durchsetzten“. Wir selbst sind der beste Beweis dafür, daß die Evolution kein „Kampf ums Dasein“ ist, sondern daß mitunter der ärgste Krüppel den Fortbestand des Lebens sichert.
Den weltweiten „Erfolg“ verdankt der „moderne“ Mensch demnach wieder einmal der Neotenie. Das bedeutet, daß das Erbgut an irgendeiner Stelle „vergessen“ hat, wie es weitergeht. Tragik und Ironie des menschlichen Schicksals liegen darin, daß die menschliche DNA ausgerechnet die Faktoren „vergessen“ zu haben scheint, die über Jahrmillionen sein Überleben gesichert hatten. Und die Neotenie steht uns im wahrsten Sinne des Wortes ins Gesicht geschrieben. Unsere Schnauze hat das Maximum der Verkümmerung erreicht, denn der menschliche Gesichtschädel ist auf die Proportionen eines Schimpansenembryos zurückgeworfen.
Diejenigen, deren soziales „Instinktprogramm“ ausnahmsweise die Zeiten überdauert hat, gelten in der Regel als verrückt.  – Es sei denn, man hat Glück und heißt Albert Schweitzer oder Mutter Theresa.
Leider ist die Liste der „berühmten“ Namen, die Geschichte machten, indem sie das Lied vom Tod spielten, um ein Vielfaches länger.
Odysseus, Alexander der Große, Hannibal, Caesar… Je näher man der Gegenwart kommt, nimmt die Zahl der Leichen unter dem Kiel  ständig zu, bis Discovery  abrupt und schockartig eine in 100mm dicke Mauer aus Hunderten von Millionen menschlicher Leichen rammt.  – Es ist das zwanzigste Jahrhundert.
Das zwanzigste Jahrhundert: Man kann es auch das Jahrhundert des ungebremsten Größenwahns nennen. Wobei dieser sich nicht auf die formalen Inhaber sozialer Dominanz beschränkt. Das zwanzigste Jahrhundert – das Jahrhundert, in dem der Mensch sich aufmachte, die Natur endgültig zu „besiegen“: Mit Penicillin die Infektionskrankheiten, mit Dämmen und Deichen den „blanken Hans“. „Sputnik“ sandte 1957 die ersten Signale aus dem All zur Bodenstation, ein „Sieg“ über die Gravitation. – Einen Atemzug der Erde später konnte Neil Armstrong zwar noch zwischen Schritt und Sprung unterscheiden; den wahnwitzigen Sturmlauf des Menschen bis an die Grenzen des Universums konnte auch er nicht mehr aufhalten. Die Herzen der Menschen wurden zu Ersatzteilen, der Mensch selbst zur Maschine degradiert. Gentechnik und Klonen haben die Raumfahrt als „Wissenschaft der Zukunft“ abgelöst.
Weder Raumfahrt noch Gentechnik konnten im Sommer 2002 die Fluten der Elbe aufhalten oder den Ausbruch des Ätna verhindern. Gentechnik und Raumfahrt verhinderten auch nicht den Übergang der Aktienmärkte in den Sturzflug. Sie waren nicht einmal in der Lage, dem Menschen die Flausen aus dem Kopf zu treiben, – nämlich die, er könnte „Herr“ der Schöpfung werden und es gäbe für jedes Ereignis in dieser Welt einen „Schuldigen“.
Es gibt auf dem Planeten Erde keinen größeren Unsinn, als Klonkolonien klonen zu wollen. Kein ernst zu nehmender Physiker würde sich erdreisten zu behaupten, er könne die exakte  Kopie einer Schneeflocke herstellen. Auch die „primitivste“ Zelle eines Archaebakteriums ist um ein vielfaches komplexer als eine Schneeflocke, erst recht aber eine Kolonie von Billionen von Zellen. – Nur weil niemand sich die Mühe macht, genau hinzusehen, können selbsternannte „Forscher“ die Welt mit ihren Klonversuchen verrückt machen. Es gibt wahrlich wichtigere Dinge auf der Welt. Und es sei in diesem Zusammenhang daran erinnert, daß die infolge der genetischen Information entstehenden Eiweißkörper 20150 Gestalten annehmen können. „Es ist also gut denkbar, daß jedes Lebewesen sein arteigenes Eiweiß besitzt, ja, daß überhaupt keine zwei völlig gleichartige Eiweißmoleküle auf der Erde existieren“.  Dafür, da können Sie sicher sein, sorgt allein schon das radioaktive Isotop C14.
Soweit zum selbsternannten zukünftigen „Herrn der Schöpfung“; und nun zum selbsternannten „Ankläger der Geschichte“, der für alles Übel einen passenden Teufel parat hat. Bis vor kurzem stand Hitler als Alleinschuldiger an erster Stelle, jetzt sind es Osama Bin Laden und Saddam Hussein.
Solange er auch sucht, der Mensch wird nie jemanden finden, dem er die Schuld für all die kollektiven Eruptionen der Gewalt im vergangenen Jahrhundert die Schuld in die Schuhe schieben kann. Keinen Kaiser Wilhelm und keinen Adolf Hitler. Auch seine Suche nach den Verantwortlichen gegenwärtiger Gewaltausbrüche wird erfolglos bleiben. Weder Jassir Arafat noch Osama bin Laden kann man beschuldigen, ohne ihnen Unrecht zu tun. Auch Saddam Hussein ist nicht die Inkarnation des Bösen, er ist einer unserer Artgenossen. Das gleiche gilt für George W.Bush.
„Schuld“ an unserer Misere ist einzig und allein die Evolution. Sie hat uns, wie oben dargelegt, zu „verkampfhundeten“ Neandertalern gemacht, das Übermaß an Gewalt ist Konsequenz unserer Geschichte. – Alle anderen „Schuldigen“ sind letztlich Opfer; nämlich Opfer fehlender Tötungshemmung, Opfer der Bereitschaft zum absoluten Gehorsam und Opfer des Zwangs, irgend jemanden das Etikett des „Schuldigen“ anzuheften.
Aber die Tatsache, daß auch die ärgsten Instinktkrüppel letzlich Opfer sind, heißt noch lange nicht, ihr Wirken als gottgegeben hinzunehmen. Jeder Mensch kommt mit einer sozialen Behinderung auf die Welt. Mangels angeborener Tötungshemmung sind wir für jeden Sozialpartner lebensgefährlich. Daß es überhaupt noch Menschen gibt, zeigt, daß die Krücken „Recht“ und „Moral“ wirksame Mittel sind, mit der Behinderung fertig zu werden. Und gerade diejenigen, die Tötungsbefehle geben, müssen sich am Ende in den Gefängnissen und forensischen Psychiatrien dieser Welt versammeln. Wir sind dazu verdammt, für unsere fehlenden Instinkte Prothesen zu finden. Und im Grunde weiß das die Menschheit zumindest seit der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen von 1948.
Aber statt sich um eine angemessene Prothetik zu kümmern, verlieren sich die Eltern dieser Welt in Schuldzuweisungen: „Diebe und Mörder gibt es bei uns nicht, die leben im Nachbardorf.“ In diesem Zusammenhang verstehe ich unter dem Begriff „Eltern“ jeden Inhaber einer sozialen Dominanzstellung – bis hinauf zum Präsidenten der USA.
Des Menschen Neigung, das Etikett des Bösen Fremden anzuheften, ist schier unendlich. Dieses Verhaltensmuster zeigt sich nicht zuletzt in Fernsehserien wie „Raumpatrouille“ oder  „Star-Trek“:
Die Raumschiffe  „Orion“ bzw, „Enterprise“ beherbergen die „Guten“. Die „Bösen“ kommen aus den unendlichen Weiten des Alls. „Frogs“ und „Klingonen“ haben intergalaktisch die Rolle übernommen, die bei General Sheridan ausschließlich mit Einheimischen besetzt wurde, nämlich die des guten Indianers. – „Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer.“
Es ist zu befürchten, daß unsere Vorfahren auch so dachten und nur einen toten Neandertaler für einen guten Neandertaler hielten. Denn selbst für viele Biologen und Anthropologen bilden unsere verblichenen Artgenossen aus dem Neandertal genügend Projektionsfläche für die eigenen Kainsmale: Tumbe Deppen, die unmotiviert mit Keulen aufeinander eindreschen…
Indes, gerade die tumben Deppen prägten das Gesicht des zwanzigsten Jahrhunderts. Wie die Heuschrecken schwärmten sie aus den Schützengräben. Nach dem Verklingen des „Hurra! verschwanden sie millionenfach wieder unter der Erde. – Wer Glück hatte, dessen Reste wickelte man vorher in eine Zeltbahn.
Die Keule heißt heute Kampfjet oder Kalaschnikow. Die fehlende Motivation ersetzte die Propaganda nach Belieben durch Kaiser, Volk und Vaterland; durch Führer, Volk und Vaterland; durch die „Werte“ angeblich zivilisierter Gesellschaften. – Daneben finden sich im Katalog der fehlenden Völkermordmotive vor allem Marx, Lenin und Mao und eine Reihe anderer „–ismen“. Und wenn weltliche Ideologien versagen, tritt an deren Stelle göttlicher Ratschluß. Ob Christen, Moslems, Juden oder Hindus: bei aller Religiosität – von religio gegenüber dem Artgenossen findet sich keine Spur.
Mit der Eroberung Trojas, den Todeslagern von Auschwitz, Treblinka und Majdanek; aber auch mit dem Völkermord im Kosovo ist das Hölzerne Pferd verbunden, nämlich als Symbol der Verdeckung der wahren Absichten. Odysseus’ List diente dem Völkermord an den Trojaner. Diese  sollten nicht merken, daß es ihnen an den Kragen ging. Die Euphemismen „Endlösung“ oder „Ethnische Säuberung“ sind weniger anschaulich, dienen aber demselben Zweck. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde über die „Begrenzung von Massenvernichtungsmitteln“ zwischen Ost und West hart verhandelt. Die hübsche Umschreibung des millionenfachen Tötens ist nicht das Erschreckende, wirklich erschreckend ist die grundsätzliche Bereitschaft der Verhandelnden, millionenfach zu töten, und das ohne Rücksicht auf Verluste, ohne religio also.
Fast die gesamte geschriebene Menschheitsgeschichte liegt unter dem Kiel der  Discovery begraben. Drumherum  liegen Millionen und Abermillionen von Leichen. – Erschlagen, erstochen, erschossen, vergast. Mit Sicherheit ist das nicht das rühmlichste Kapitel im Buch der Evolution des Menschen.
Die Rückbildung der Instinktreaktionen auf soziale Signale brachte diese nicht zum Verschwinden; es kam lediglich zu einem Zwiespalt zwischen unbedingtem sozialem Handlungsimpuls und Handlungsalternativen, die den egoistischen Interessen des Individuum entsprachen oder die diesem im Einzelfall von außen vorgegeben waren, beispielsweise als das Töten aufgrund kulturell „vorgeschriebener“ Handlungsanweisung.
Als ob es eine Ironie des Schicksals gäbe, spiegeln gerade die kulturell vorgegebenen Tötungsweisungen reziprokes Verhalten wider: Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Die Todesstrafe, die Blutrache, die „Vergeltungswaffen“ V-1 und V-2, die „Vergeltung“ Israels für palästinensische Terrorangriffe und die „Vergeltung“ Amerikas für das zerstörte World-Trade-Center durch Krieg gegen den Irak haben im reziproken Verhalten ihren Ursprung. Und als hätte es der „moderne“ Mensch nicht schwer genug, aber hier fällt ihm reziprokes Verhalten leichter als beim Zahlen fairer Löhne für ordentliche Arbeit.
Hier redet am seit Adam Smith  Kain das Wort. Der alte Früchtefresser, der nichts abgeben will, gewann in der Wirtschaft die Oberhand, obgleich sowohl die klassische chinesische Philosophie als auch die griechische das reziproke Verhalten als Grundlage der Wirtschaft erkannt hatten. Der kindliche Nachahmungstrieb wird wieder einmal Pate gestanden haben. Im Absolutismus gab es nur einen, der sich die Taschen nach Belieben auf Kosten anderer füllen durfte. Nach dem Abschütteln des absolutistischen Jochs konnte im Prinzip jeder diese Rolle übernehmen. Das Echo des Absolutismus, die starren Grenzen zwischen den Bevölkerungsschichten  bildete den Nährboden für das aufstrebende Bürgertum. Seit  Generationen kannten die Menschen in Europa nichts anderes, als daß die höheren Schichten die jeweils niederen ausplünderten.
Auf diesen Nährboden fiel 1859 Charles Darwins Arbeit „Die Entstehung der Arten  durch natürliche Zuchtwahl“. Darwins unvermeidlicher Fehler, der „natürlichen Zuchtwahl“ oder „Selektion“ den aktiven Part im Evolutionsgeschehen zuzubilligen, mündete nach kurzer Zeit in den „Sozialdarwinismus“. Und dieser wiederum führte Schnurstracks an die „Selektionsrampe“ von Auschwitz. Auf unserer Skala macht das gerade einmal eine Zigarettenlänge aus. Nahezu zeitgleich mit Darwin erschien Karl Marx auf der Weltbühne und stellte seine Theorien vor. Auch der Marxismus blieb von Darwin nicht unbeeinflußt. Denn der „Kampf ums Dasein“ als Grundlage des Lebens eint Kapitalismus und Kommunismus. Die „Arbeit“ fing an, mit dem „Kapital“ um die Macht zu rivalisieren. Man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, daß die NSDAP nicht von „Kapitalisten“ gegründet worden war, sondern von Hoffnunglosen, die die Abschlachtungsorgie des ersten Weltkrieges überlebt hatten. Der erste Weltkrieg war zu Beginn noch eine Art Familienfehde“ der europäischen Fürstenhäuser gewesen.
Der „Kampf ums Dasein“ der Weltmodelle gipfelte in den Abschlachtungsorgien des zweiten Weltkriegs, den Abschlachtungsorgien der chinesischen Kulturrevolution und den Abschlachtungsorgien in Südostasien. Vietnam, Laos, Kamboscha.
Das alles mit rationalen Argumenten nicht erklärbar, denn das Scheitern des Kommunismus hatte bereits Aristoteles  erkannt  Bezüglich des Gemeineigentums an Land und Erträgen schreibt er:
„Wenn die Leute, die die Felder bebauen, andere sind (als die Staatsbürger), dann ist es etwas anderes  und die Sache geht leichter; wenn aber die Bürger für sich selbst arbeiten, dann wir der Kommunismus große Schwierigkeiten mit sich bringen. (…) Dagegen wird der Egoismus mit Recht getadelt. Denn dieser besteht nicht darin, daß man sich selbst liebt, sondern daß man sich mehr liebt als man darf: geradeso tadelt man die Habsucht, obwohl jeder etwas zu haben liebt. Es gewährt ja doch auch große Freude, Freunden oder Fremden oder Bekannten zu helfen oder einen Dienst zu erweisen. Das aber ist nur möglich unter der Voraussetzung des Priavteigentums.
Im vorletzten Satz läßt Aristoteles die Neigung zu reziprokem Verhalten anklingen, dessen Wert für das Zusammenleben er in seiner Nikomachischen Ethik nicht zuletzt durch die Worte unterstreicht:
„Allerdings bewährt sich die wiedervergeltende Gerechtigkeit in allem auf Gegenseitigkeit beruhenden Verkehr eine zusammenhaltende Kraft, aber nach dem Grundsatz der Proportionalität und nicht der Gleichheit. Denn dadurch, daß er verhältnismäßig Vergeltung ausübt, erhält sich der Staat. Denn entweder versucht man das Böse zu vergelten, weil man ohne das keinen Staat, sondern einen Zustand der Sklaverei hätte, oder das Gute, weil ohne das keine Mitteilung des Guten stattfinden würde, worauf doch die Volksgemeinschaft beruht“.
Die konfuzianische Lehre erschließt sich nicht so einfach durch den Ur-Text wie bei Aristoteles, da Konfuzius selbst keine Schriften hinterlassen hat. Ein Bestandteil der konfuzianischen Lehre ist ren, welches „Fähigkeit zur Integration in die Gemeinschaft“ und  „Mit-Menschlichkeit“  bedeutet.
In Kapitel XII,22 finden wir den Satz:
(Der Schüler) Fan Chi wollte wissen, was sittliches Verhalten (ren) sei.
Konfuzius antwortete: „Die Menschen lieben.“
Die Menschen lieben, das heißt sich selbst zurücknehmen, sich eben nicht selbst lieben, sondern Eigensucht und Egoismus ablegen und die Expansion des Ego verhindern. (…) Das Verfahren, in welchem ren umgesetzt wird, ist shu, oft als „gegenseitige Rücksichtnahme“. „Reziprozität“ übersetzt. Wir verstehen die folgende Textstelle aus XII, 2 als Erklärung:
„Was du selbst nicht wünschst, das tue auch anderen nicht an.“
Auffällig ist die negative Formulierung dieses Grundsatzes, bei der nicht davon ausgegangen wird, daß das, was für einen selbst gut ist, auch für andere gut sein muß; sie bedeutet damit eine stärkere Zurücknahme des Ego im Verhältnis zu einer positiven Formulierung.
Also stellt auch bei Konfuzius das reziproke Verhalten eines der wichtigsten Verhaltensmuster dar, das für ein geordnetes menschliches Miteinander unabdingbar ist. Aber weder die Kaiser noch die Diktatoren Chinas wollten diesen Teil der konfuzianischen Lehre in die Tat umsetzen.
Weder im Kommunismus noch im Kapitalismus, vor allem in seiner heutigen Gestalt des Shareholder-Value-Kapitalismus hat reziprokes Verhalten seinen Platz. Es ist aber auch aus Sicht der menschlichen Evolution unabdingbar. Deswegen ist der Shareholder-Value-Kapitalismus  ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Kommunismus. Die Frage ist nur, unter welchen Turbulenzerscheinungen er zugrunde gehen wird.
Das über die Jahrmillionen herausgebildete reziproke Verhalten des Menschen ging nur zu einem geringen Teil verloren, aber das reichte aus, die Welt auf den Kopf zu stellen. Die explosive Verbreitung des Crô-Magnon-Typs trug der Evolution erneut eine turbulente Phase ein, von der niemand sagen kann, wann sie abgeschlossen sein wird. Jeder von uns ist Teil und Zeuge dieses Prozesses. Eines ist allerdings mit Sicherheit auszuschließen: es wird nie gelingen, einen „perfekten“ Menschen zu „züchten“ oder gar durch Genmanipulation zu „kreieren“. Die Evolution läßt sich nicht überholen, und wenn wir es übertreiben, wird sie uns ad acta legen. Und es wird niemand geben, der sich für die Spuren, die wir hinterlassen, interessieren wird. So einfach ist das.
– So einfach vollzog sich die Evolution des Menschen. Aber sie ist noch nicht an ihrem Endpunkt angelangt. Wir dürfen gespannt sein, wie sie weitergeht. Trotz allen gegenteiligen Beteuerungen führender Politiker hängt es nicht von uns ab, wie es mit der Menschheit weitergeht. Im Positiven wie im Negativen sind wir zu unbedeutende Lebewesen, als daß sich die Evolution in ihrem Wirken davon großartig beeinflussen ließe. Die Tendenz ist freilich unverkennbar: Alles in der Natur strebt nach Selbstähnlichkeit und Harmonie, nach gleichmäßiger Energieverteilung. Ohne dieses Streben gäbe es keinen osmotischen Druck, ohne osmotischen Druck kein Leben. Die durch das Ungleichgewicht der Energieverteilung bewirkten Ströme sind es, die uns am Leben halten. Wie der Mensch im Alltagsleben nicht mit dem Feuerzeug in den Benzintank hineinleuchten sollte, wie er vermeiden sollte, Stromkreise kurzzuschließen, so muß er dafür Sorge tragen, daß die innerartlichen Energieströme in den Bahnen des Handels und Wandels fließen und nicht durch Plünderung und Krieg wirkungslos verpuffen. Die Prinzipien der Evolution lassen sich durch menschliches Handeln nicht aushebeln. Wir werden uns diesen beugen müssen, es sei denn, wir entschließen uns in einem demokratischen Prozeß für den gemeinschaftlichen Untergang der Menschheit.
Dazu wird es jedoch nicht kommen, denn  vielleicht ist es ja wirklich so, wie Hoimar von Ditfurth vor mehr als dreißig Jahren schrieb:
Bei ihren Versuchen, Pflanzen in Atmosphären künstlicher, „nichtirdischer“ Zusammensetzung aufzuziehen, machten  amerikanische Raumfahrtbiologen jüngst eine bemerkenswerte Entdeckung. Ihre Schützlinge gediehen am besten nicht etwa in der gewöhnlichen Luft, die wir auf der Erde atmen, sondern in einem experimentell erzeugten Gasgemisch. Am üppigsten wucherten Tomaten, Blumen und andere Alltagsgewächse dann, wenn man das Sauerstoffangebot auf etwas weniger als die Hälfte reduzierte und gleichzeitig den CO2-Anteil  – normalerweise nur 0,3% – kräftig erhöhte.
Dieses Resultat erscheint zunächst einmal deshalb bemerkenswert, weil es eine geläufige und ohne großes Nachdenken für selbstverständlich gehaltene Ansicht als Vorurteil entlarvt, die Ansicht nämlich, die auf der Erde herrschenden Bedingungen seinen für alle hier existierenden Lebensformen optimal. Aber die Bedeutung des Befundes der amerikanischen Biologen reicht darüber weit hinaus. Ihr Experiment erweist sich bei näherer Betrachtung als ein Exempel für die von vielen Zeitgenossen noch immer nicht erkannte Tatsache, daß die Menschen heute erst die Erde wirklich kennenlernen, da sie sich anschicken, sie zu verlassen. Erst die Beschäftigung mit dem, was jenseits der Erde liegt, gibt uns die Möglichkeit, zu begreifen, was uns als alltägliche Umwelt umgibt.
Pflanzen setzen bei der Photosynthese Sauerstoff frei. Ohne Pflanzenwelt wäre der Sauerstoffvorrat der Erdatmosphäre innerhalb von etwa drei Jahrhunderten verbraucht, wäre die Erde nach dieser Zeit für Menschen unbewohnbar. Die Versuche der Exobiologen erinnern uns nun daran, daß auch das Umgekehrte gilt. Bevor die Pflanzen auf der Erdoberfläche erschienen, war die Erdatmosphäre praktisch frei von Sauerstoff. Als die Pflanzen ihn zu erzeugen begannen, gab es noch niemanden, dem er hätte nützen können. Er war Abfall. Dieser Abfall reicherte sich  in der Atmosphäre unseres Planeten mehr und mehr an bis zu einem Grad, der die Gefahr heraufbeschwor, daß die Pflanzen in dem von ihnen selbst erzeugten Sauerstoff würden ersticken müssen. Der Versuch der Exobiologen zeigt, wie nahe die Entwicklung dieser Gefahrengrenze tatsächlich schon gekommen war.
In dieser kritischen Situation holte die Natur zu einer gewaltigen Anstrengung aus. Sie ließ eine Gattung ganz neuer Lebewesen entstehen, deren Stoffwechsel just so beschaffen war, daß sie Sauerstoff verbrauchten. Während wir gewohnt sind, die Pflanzen einseitige als die Lieferanten des von Tieren und Menschen benötigten Sauerstoffs anzusehen, verschafft uns die Weltraumforschung hier eine Perspektive, die uns das gewohnte Bild aus einem ganz anderen Blickwinkel zeigt.: Wir stehen unsererseits im Dienste pflanzlichen Lebens, das in kurzer Zeit erlöschen würde, besorgten wir und die Tiere nicht laufend das Geschäft der Beseitigung des als Abfall der Photosynthese entstehenden Sauerstoffs.
Wenn man auf diesen Aspekt der Dinge erst einmal aufmerksam geworden ist, glaubt man, noch einen anderen seltsamen Zusammenhang zu entdecken. Die Stabilität der wechselseitigen Partnerschaft zwischen dem Reiche pflanzlichen Lebens und dem von Tier und Mensch ist ganz sicher nicht so groß, wie es die Tatsache vermuten lassen könnte, daß sie heute schon seit mindestens einer Milliarde Jahre besteht. Es gibt viele Faktoren, die ihr Gleichgewicht bedrohen. Einer von ihnen ist der Umstand, daß ein beträchtlicher Teil des Kohlenstoffs, der für den Kreislauf ebenso notwendig ist wie Sauerstoff – keine Photosynthese ohne CO2 –, von Anfang an dadurch verlorengegangen ist, daß gewaltige Mengen pflanzlicher Substanz nicht von Tieren gefressen, sondern in der Erdkruste abgelagert und von Sedimenten zugedeckt wurden. Dieser Teil wurde dem Kreislauf folglich laufend entzogen, und zwar, so sollte man meinen, endgültig.
Wieder aber geschieht etwas sehr Erstaunliches: In eben dem Augenblick – in den Proportionen geologischer Epochen –, in dem der systematische Fehler sich auszuwirken beginnt, erscheint wiederum eine neue Lebensform und entfaltet eine Aktivität, deren Auswirkungen die Dinge wie beiläufig wieder ins Lot bringen. Homo faber tritt auf und bohrt tiefe Schächte in die Erdrinde, um den dort begrabenen Kohlenstoff wieder an die Oberfläche zu befördern und durch Verbrennung dem Kreislauf von neuem zuzuführen.
Manchmal wüßte man wirklich gern, wer das Ganze programmiert.
Wer das Ganze programmiert? – Das Ganze! – Aber das Ganze „programmiert“ nicht. Es wirkt, aber keiner wird je erfahren, wie. Eines jedenfalls steht fest, der 2. Hauptsatz der Thermodynamik duldet auf Dauer keine Energiekonzentrationen an einem Ort. Wie wir gesehen haben, bilden Feuer, Wasser; Luft, Erdball und Zellen ein Gesamtsystem. Keines dieser Teilsysteme kann mehr oder gänzlich andere Eigenschaften haben als das Gesamtsystem selbst, auch der Mensch nicht.
Aus diesem Grunde ist es nicht so falsch, was am Anfang des Dekalogs gesagt wird:
Ich bin der Herr!
Und die Vorstellung der alten Griechen, Göttervater Zeus schleudere die Blitze zur Erde, ist ebenfalls nicht ganz unrichtig. Denn es ist der 2.Hauptsatz der Thermodynamik, die Trennung elektrischer Ladungen anläßlich eines Gewitters wieder aufhebt. Damit läßt sich das 1. Gebot unschwer in eine physikalische Fassung bringen:
Wer vorsätzlich oder fahrlässig den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik verletzt, mißachtet oder im Einzelfall Für nicht anwendbar erklärt, kann Katastrophen unübersehbaren Ausmaßes für sich und andere bewirken.
Niemand macht uns das Recht streitig, die Wege der Natur zu erforschen. Aber das angemaßte Recht, die Natur zu beherrschen, wird, wenn wir nicht darauf verzichten, uns gnadenlos um die Ohren gehauen.
Das größte Spannungsverhältnis, das der Mensch je auf Erden erzeugt hat, hat er durch Einsperren ungeheurer Energien in die nuklearen Knallfrösche geschaffen. Kehren wir zum Anfang und zum Ohmschen Gesetz zurück: Wie lange können die Isolatoren der nach Entladung drängenden Energie standhalten. Wohlgemerkt, es geht nicht um die Frage, wie lange die Behälter bei guter Pflege halten; der Mensch mit seinen Entscheidungsalternativen ist Bestandteil der „Isolatoren“. Und er ist die entscheidende Schwachstelle im Gesamtsystem. Wie lange kann er die Finger noch weit genug vom „roten Knopf“ weglassen? – Wird es ihm gelingen, Atomwaffen zu delaborieren und das spaltbare Material für uns nutzbringend in Wärme umzurubeln?
Oder wird das eintreten, was anläßlich des „Militärschlags“ der NATO gegen Jugoslawien beinahe eingetreten wäre, demnächst Wirklichkeit:
Der Fehlwurf eines Bombers traf seinerzeit die chinesische Botschaft. Es bedurfte aller nur erdenklichen diplomatischen Anstrengungen, die chinesische Führung davon abzuhalten, dies als „feindseligen Akt“ zu betrachten und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen.
Der arme Pilot, dem das Malheur passiert war, hatte dem Kaiser von China nur versehentlich „ins Revier gepinkelt“. Die „diplomatischen Kanäle“ waren intakt und haben gehalten. Was aber ist, wenn ein unpassendes „Bächlein“ über keinen diplomatischen Kanal mehr abfließen kann?  – Wenn der, dessen Hose naß wird, ähnlich borniert reagiert wie der Präsident der Vereinigten Staaten auf den 11.9.2001?
Im Moment sieht es nicht so aus, als würde die Menschheit in absehbarer Zukunft  „Nein!“ sagen das Joch des Krieges abschütteln. Sie wird es selbst dann nicht tun, wenn am Ende des dritten Weltkrieges „der dritte Teil der Menschheit“, also rund zwei Milliarden Menschen dem Verfolgungswahn verkrüppelter Affen zum Opfer gefallen sein werden:
13. Und der sechste Engel blies seine Posaune; und ich hörte eine Stimme aus den vier goldenen Ecken des Altars vor Gott; die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Laß los die vier Engel, die gebunden sind an den großen Strom Euphrat.
15. Und es wurden losgelassen die vier Engel, die bereit waren für die Stunde und den Tag und den Monat und das Jahr, zu töten den dritten Teil der Menschen.
16. Und die Zahl des reitenden Heeres war vieltausend mal tausend, und ich hörte ihre Zahl.
17. Uns so sah ich in dieser Erscheinung die Rosse und die darauf saßen: Sie hatten feuerrote und blaue und schwefelgelbe Panzer, und die Häupter der Rosse waren wie die Häupter der Löwen, und aus ihren Mäulern kam Feuer und Rauch und Schwefel.
18.Von diesen drei Plagen wurde getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihren Mäulern kam.
19 Denn die Kraft der Rosse war in ihrem Maul und in ihren Schwänzen; denn ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit denen taten sie Schaden.
20.Und die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, bekehrten sich doch nicht von den Werken ihrer Hände, daß sie nicht mehr anbeteten die bösen Geister und die goldenen, silbernen, ehernen, steinernen und hölzernen Götzen, die weder sehen noch hören noch gehen können,
21 und sie bekehrten sich auch nicht von ihren Morden, ihrer Zauberei, ihrer Unzucht und ihrer Dieberei.

Da flogen vier Engel los, drei erreichten ihr Ziel. – Johannes knüpft die Reduzierung von vier auf drei zwar an die Erscheinung von Feuer, Rauch und Schwefel an, gönnen wir Johannes jedoch die traumartige Verdichtung seiner Vision:
Das „Feuerroß“ ist eigentlich jedem als die indianische Übersetzung für Dampflokomotive bekannt. Der Rythmus der Auspuffschläge einer Dampflok erinnern in der Tat an das Stampfen und Keuchen eines Pferdes.
Das gilt nicht für ein Düsenflugzeug. Dessen Abgasgeräusch ist mit dem Wort „Brüllen“ nicht unzutreffend beschrieben. Die Geräusche, die ein Pferd erzeugt, sind wohlvertraut und beruhigend. Das Gebrüll des Löwen hingegen ist furchteinflößend. – Für einen Menschen, der nicht weiß, was ein Jet ist, muß daher ein solches „Feuerroß“ einem Löwen gleichen. Egal aus welcher Perspektive er es betrachtet, sein brüllender Lärm löst Angst aus.
Das alles ist selbstverständlich Spekulation, bleibt aber im Gegensatz zu denen Erich von Dänikens auf der Erde. Spekulieren wir also ein wenig weiter, nämlich hinsichtlich des „Dritten Teils“ der Menschheit, der bei dem Anschlag der Engel draufgehen sollte. Aber könnte es sein, daß die Worte des biblischen Urtextes auch mit „dreitausend“ übersetzt werden können. ﷓ Dann käme selbst die Zahl der Todesopfer ungefähr hin, und zwei Milliarden Menschen wären aus dem Schneider. Immerhin muß bedacht werden, daß nicht alle Visionäre kühl kalkulieren.
Die Offenbarung des Johannes läßt überdies offen, ob tatsächlich am Ende der dritte Teil der Menschheit vernichtet wird oder ob ex nur eine Risikobeschreibung ist; bislang jedenfalls hat Johannes zu 100% recht mit seiner Feststellung:
20.Und die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, bekehrten sich doch nicht von den Werken ihrer Hände, daß sie nicht mehr anbeteten die bösen Geister und die goldenen, silbernen, ehernen steinernen und hölzernen Götzen, die weder sehen noch hören noch gehen können,
21 und sie bekehrten sich auch nicht von ihren Morden, ihrer Zauberei, ihrer Unzucht und ihrer Dieberei.
Schaut man sich die Streitmacht an, die gegenwärtig am persischen Golr zusammengezogen wird, so muß man Johannes auch darin beipflichten, ohne ihn vorerst auf die genaue Zahl festzunageln, denn niemand kann voraussagen, welche Folgen ein „Militärschlag“ haben wird:
16. Und die Zahl des reitenden Heeres war vieltausend mal tausend, und ich hörte ihre Zahl.
Wie auch immer man die Offenbarung des Johannes auslegen will, was immer auch in Zukunft geschehen mag: die drei Prinzipien der Evolution, nämlich Kommunikation, Kooperation und Harmonie werden den Menschen nicht aus ihren Fängen herauslassen.
Die Wiederherstellung der weltweiten ungestörten Kommunikation zwischen den Menschen nahm vor wenigen Jahren erst seinen Anfang und explodiert als Internet über den Planeten. Diese Art der Verständigung  ist freilich anders geartet als zu Zeiten des Neandertalers, dafür um ein Vielfaches effizienter. Hoimar von Ditfurth würde angesichts des Internet zu einer ähnlichen Frage gelangen wie in seinem oben zitierten Aufsatz: „Manchmal wüßte man gerne, wer das Ganze programmiert.“
Damit ist der einzig gangbare Weg, den die Menschheit in Zukunft gehen kann, in groben Umrissen durch unsere Geschichte vorgezeichnet. Die Alternative ist der kollektive Untergang. Discovery sitzt an einem Gabelungspunkt auf Grund, aber sie wird wieder flott werden, denn erneut ist es nicht die Wissenschaft, die den Wegweiser bereithält, sondern die Kunst des Geschichtenerzählens:
Neben uralten Mythen erzählen auch moderne Drehbuchautoren ewige Wahrheiten. Dazu zählt der englische Drehbuchautor und Regisseur Val Guest, der 1963 den Film „Der Tag, an dem die Erde Feuer fing“ produzierte.
Der Plot des Films ist simpel: Amerika und Rußland hatten in der Nähe der Pole durch zufällig gleichzeitige Zündung von Wasserstoffbomben den Planeten aus der Umlaufbahn geworfen. Die Politik versuchte das zu vertuschen, die Presse deckte es auf. Am Ende versuchte man, mit Wasserstoffbomben den Fehler zu korrigieren. Ob das gelang, läßt der Film offen.
In der Schlußsequenz läßt der Guest  seinen Protagonisten durchs Telefon diktieren:
»Wir hatten den Wind gesät, jetzt haben wir den Sturm geerntet. Vielleicht wird er in wenigen Stunden die Erinnerung an das Vergangene und die Hoffnung auf die Zukunft ausgelöscht haben. Dann werden alle Werke des Menschen von dem Feuer verschlungen, das er selbst entfacht hat.
Aber vielleicht ist im Herzen des Feuers eine unfaßbare Kraft verborgen, die mehr zu seiner endgültigen Rettung beitragen wird, als er es selbst je konnte.
(Einblendung alternativer Schlagzeilen: „Wird die Welt gerettet? – Die Menschheit betet.“ – „Ist die Welt zum Untergang verdammt? – Die Menschheit betet.“)
Und sollte dem Menschen noch eine neue Zukunft gegeben sein, dann wäre es an der Zeit, daß er seinen erbarmungslosen Stolz und sein Streben nach Macht vergißt. Dann muß er an die Stelle all dessen die Liebe setzen. Vielleicht darf er dann eines Tages wieder sagen „wie schön ist doch das Licht!“ – und seine Augen zur Sonne erheben.«
Ersetzen Sie einfach das Wort „Liebe“ durch religio. – Dann haben Sie das Ziel unserer Reise erreicht, von dem auch ich zu Beginn nicht ahnte, daß es überhaupt existiert.
(Ende des Zitats, Fußnoten und Anmerkungen sind aus technischen Gründen hier nicht wiedergegeben. Sie finden Sie in meinem Manuskript Australopithecus Superbus – der Mensch im Licht nichtlinear-thermodynamischer Evolution bei http://www.lulu.com/advocatusdeorum  ab Seite 203)
Muß ich dem noch viel hinzufügen? – Außer der Bemerkung vielleicht, daß für jeden Politiker einfacher ist, Maßnahmen zum „Klimaschutz“ zu ergreifen, als dafür Sorge zu tragen, daß der „globale Bügerkrieg“, der die Menschheit seit dem 4.7.1776 fest im Griff hat, endlich ein Ende findet.
Waffen schaffen keinen Krieg, aber die Hochspannung, die zwischen dem Inneren von Bomben, Granaten, Patronen  und der Außenwelt besteht, die hält den Krieg in Gang.
Wertvolles, angereichertes Uran ist ebenso wie Plutonium eingesperrt in „Atomsprengköpfe“. Wieviel Kilowattstunden Strom ergäbe diese Menge, wenn man Bomben zu Kraftwerken machen würde?
Ich gebe in diesem Zusammenhang zu bedenken, daß keine Waffe dieser Welt gegen das Phänomen gesichert ist, das Jesus ans Kreuz gebracht hat: Keine Waffe dieser Welt ist gegen den „unbedingten Gehorsam“ gesichert.
Und genau das ist das Menetekel, das mit lautem Geschrei übertüncht wird.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: