Steinbrück, die Kinder und die Kohle

Peer Steinbrück, der besser bekannt ist unter dem Titel „Finanzminister“, weigert sich, Kohle für die Kinderbetreuung ‚rauszutun. Dabei müßte er von Amts wegen sich stärker um die Belange und das Wohlergehen der Kinder kümmern als Frau von der Leyen. Es ist seine ureigenste Aufgabe darauf aufzupassen, daß die Gelder des Staates dahin fließen, wo sie seit Urzeiten gebraucht werden: zu den Kindern.

Und zwar aus folgenden Gründen:
—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: der.souveraen@deutschland.ms
Gesendet: 12.04.07 03:28:51
An: sonntagszeitung@faz.de
CC: redaktion@faz.de, jora@jora-hypno.de, leserbriefe@wams.de, forum@welt.de
Betreff: Ausgabe 8.4.2007 – „So nicht bezahlbar“

Hi!

So, so, die Krippenplätze sind also „so nicht bezahlbar“.
Wie gut, daß „der Staat“ in dieser Frage seine häßliche Fratze zeigt. Vergleicht man nämlich die Verfassung eines von Menschen geschaffenen „Staates“ mit der Verfassung „staatenbildender“ Insekten, so stellt sich schnell heraus, daß bei Insekten „der Staat“ identisch ist mit dem, was wir „Sozialsystem“ nennen. Und die einzige „Legitimation“ für die Existenz des Insektenstaates ist der Nachwuchs, um den sich alles dreht. „Der Staat“ steht bei Insektens im Dienste des Nachwuchses. Ganz ähnlich sind auch die Sozialsysteme, die der Biologe als Horde, Herde, Rudel oder wie auch immer bezeichnet, verfaßt. Alle sind in erster – und meist auch letzter – Linie für den Nachwuchs da.
Zu den wenigen Ausnahmen gehört das Löwenrudel. Hier finden wir eine Anomalie, die sich die Löwinnen offenbar „leisten“ können. Der „Pascha“ eines Löwenrudels nimmt an der Jagd nicht teil. Er wartet, bis die Frauen die Beute nach Hause getragen haben und nimmt sich seinen „Löwenanteil“, wobei er auch nicht vor der Anwendung von Gewalt zurückschreckt. (vgl. G. Altenhoff, Die Biene Maja, der glückliche Löwe und die Sozialversicherung, www.lulu.com/advocatusdeorum )
So besehen, ist der Sphinx von Gizeh die größte Karikatur der Welt. Sie zeigt einen Löwen mit dem Kopf des Pharao. Dieser wiederum verhielt sich wie der Pascha eines Löwenrudels:
Die Untertanen beschaffen die Nahrung, die der Pharao verzehrt.
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Das Volk beschafft das Geld, das „der Staat“ verbrät. Und schafft das Volk es nicht, zur rechten Zeit genügend Geld für „den Staat“ herbeizuschaffen, macht „der Staat“ Schulden, wobei Zins und Tilgung selbstverständlich dem Volk überlassen bleibt.
Und „der Staat“ rührt natürlich auch fleißig die Werbetrommel für „Bundeswertpapiere“. In ganzseitigen Anzeigen verspricht er „Gute Zinsen für gutes Geld“, immerhin sei „der Staat“ für alle da. – Daß er ganz offensichtlich für die Kinder nicht da ist, verschweigt er geflissentlich.
Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite sollte Frau von der Leyen einmal darüber nachdenken, ob es wirklich sinnvoll ist, Frauen zum verstärkten Kinderkriegen zu rekrutieren. Der „Führer“ ist tot, er braucht keine Soldaten mehr. Auch Frau Merkel braucht weniger Soldaten als sie denkt. Soldaten braucht niemand.
Demgegenüber wird die Erde von immer mehr Menschen in zunehmendem Maße verwüstet. Die Bevölkerungsexplosion, die mit dem Industriezeitalter eingesetzt hatte, ist noch nicht zum Stillstand gekommen, kann aber nicht so weitergehen, ohne daß die Kräfte der Natur den Bestand der Menschen ohne dessen Zutun drastisch vermindern. – Auch der Mensch ist ein Kind der Natur und deren Gesetzen ohne die Möglichkeit von „Umgehungstatbeständen“ unterworfen. Die Eindämmung der Überbevölkerung der Erde wurde bereits 1974 von Prof. Heinz Haber in „Stirbt unser blauer Planet“ als die größte Herausforderung der Menschheit dargestellt. Hoimar von Ditfurth griff das Thema in seinem Büchlein „Zusammenhänge“ auf:

Die lautlose Explosion
Ein angesehener amerikanischer Bevölkerungsstatistiker hat vor einiger Zeit ausgerechnet, daß der Weltuntergang am 13. Juni des Jahres 2116 stattfinden wird -einem Freitag notabene, wie könnte es anders sein. Die Ursache der Vernichtung wird weder ein thermonuklearer Krieg sein – falls wir uns zu dieser Lösung nicht schon lange vorher entschlossen haben sollten – noch eine kosmische Katastrophe, sondern einfach der Umstand, daß die Menschen sich von diesem ominösen Datum ab gegenseitig physisch erdrücken werden.
Die Berechnung des Amerikaners ergab, daß am 13. 6. 2116 auf der gesamten Landmasse der Erde für jeden einzelnen Lebenden nur noch ein Stehplatz frei sein wird, wenn die augenblickliche Zuwachsrate der Weltbevölkerung unverändert bleiben sollte.
Ein einziger Frosch legt im Laufe seines Lebens 10000 Eier. Auch die meisten anderen Spezies sind mit einer so hohen Vermehrungsfähigkeit ausgestattet, daß sie innerhalb weniger Generationen den ganzen Globus überschwemmen würden, stände ihrem Vermehrungspotential nicht eine entsprechend hohe natürliche Vernichtungsrate gegenüber. Allein der Mensch hat es gelernt, im Verlaufe seiner Geschichte mit zunehmender Wirksamkeit in dieses Gleichgewicht einzugreifen und die von der Natur über seine Art verhängte Vernichtungsrate durch die Ausschaltung aller Konkurrenten, durch die Verbesserung seiner Ernährungsgrundlage und schließlich durch die Ausrottung der großen Volksseuchen immer weiter zu senken. Das Resultat dieses Eingriffs nimmt sich folgendermaßen aus:
Die Geschichte des Homo sapiens begann spätestens vor 100000 Jahren. Nicht weniger als 98% dieses gewaltigen Zeitraums, nämlich 98000 Jahre, benötigte unsere Spezies, um bis zu der bescheidenen Anzahl von insgesamt 250 Millionen Individuen anzuwachsen. So wenige Menschen gab es noch vor 2000 Jahren, zur Zeit von Christi Geburt. Die erste Verdoppelung dieser Zahl erfolgte in der schon erstaunlich verkürzten Zeitspanne von nur 1 1/2 Jahrtausenden. Etwa 500 Millionen Menschen lebten zur Zeit der Entdeckung Amerikas. Die nächste Verdoppelung benötigte gar nur noch 300 Jahre : i Milliarde Menschen zählte die Weltbevölkerung zu Beginn des vorigen Jahrhunderts. Bis heute ist die Zeitspanne, innerhalb derer sich die Zahl der auf der Erde lebenden Menschen verdoppelt, bereits auf 35 Jahre zusammengeschrumpft, und noch immer nimmt sie weiter ab. Bei der jetzigen Wachstumsrate von rund 2 % pro Jahr würde sich die Menschheit in der lächerlichen Frist der nächsten 100 Jahre versechsfachen.
Angesichts dieser Situation dürfen wir nicht übersehen, daß es einen Faktor der natürlichen Vernichtungsrate gibt, der auch bei unserer Spezies unangetastet geblieben, ja dessen Bedeutung in den letzten Jahrzehnten sogar ähnlich sprunghaft angewachsen ist wie die Vermehrungsrate der Menschheit, nämlich die durch kriegerische Auseinandersetzungen dargestellte potentielle Vernichtungsrate.
Die logisch einzig mögliche Alternative einer derart katastrophalen «Beseitigung» des Problems ist die eines Eingriffs auf der anderen Seite des aus den Fugen geratenen Gleichgewichts: die Reduzierung der Wachstumsrate durch eine planmäßige Bevölkerungspolitik. Dieser einzig denkbaren humanen Lösung stehen nun aber nicht nur mächtige psychologische und – bei ihrer weltweit notwendigen Koordinierung – politische Hindernisse im Wege, sondern ein noch viel schwerer wiegendes Phänomen:
Wir kennen die Zahlen, und wir können die Konsequenzen berechnen, und trotzdem erscheint uns die Gefahr gar nicht als real. Das kommt daher, daß sich der kritische, explosionsartige Charakter der Entwicklung nur dann zu erkennen gibt, wenn man sie über die Jahrtausende hinweg betrachtet. Solchen Zeiträumen gegenüber versagt aber einfach unsere Vorstellungskraft. Die Gefahr wird von einem Prozeß gebildet, den wir nicht wahrzunehmen vermögen.
So scheint alles davon abzuhängen, ob wir noch rechtzeitig einsehen werden, daß eine Explosion auch dann tödlich sein kann, wenn sie für unsere Ohren unhörbar abläuft.

Selbstverständlich hatten die Politiker in aller Welt Besseres zu tun, als sich um das Problem der Überbevölkerung zu kümmern. Man nahm nicht einmal zur Kenntnis, daß die lokale „Trendumkehr“, der „Pillenknick“ und der Rückgang der Geburtenzahl, im eigenen Hause zu Problemen führen könnte. Bei steigenden Ausgaben für den „Luxus“ mit Namen „Staat“ würde den staatenbildenden Bürgern am Ende ihres Lebens immer weniger zum Leben bleiben.
Auch nach dem Zusammbruch des „kalten Krieges“ scheuten die Politiker in aller Welt sich, die heraufziehenden Wolken auch nur zur Kenntnis zu nehmen, obwohl Prof. Heinz Haber sie in unnachahmlicher Weise vor Augen geführt hatte:

Die Folgen eines weltweiten Atomkrieges wären so furchtbar und sind deshalb heute Allgemeingut im Bewußtsein der Menschen. Moderne Historiker haben schon vielfach die Meinung geäußert, daß uns just die Atombombe vor einem dritten Weltkrieg bewahrt hat. Diese historische Tatsache des gesunden Menschenverstandes ist der einzige Lichtblick und die einzige Hoffnung in der heutigen Situation mit den schrecklichen Zukunftsaussichten der Überbevölkerung.
Zum Schluß allerdings wollen und müssen wir noch einen Schritt weitergehen. Der große schwedische Naturforscher Karl von Linne (1707-1778) hat den Biologen einen Hinweis gegeben, wie sie in der unübersehbaren Fülle der Lebensformen von Fauna und Flora eine Übersicht gewinnen können. Er gab jeder Art und Gattung der Lebewesen einen lateinischen Doppelnamen, der ganz knapp die wesentlichen und charakteristischen Eigenschaften aller Geschöpfe kennzeichnen soll. Dem Menschen gab er den Namen »homo sapiens«. Mir will scheinen, daß Linne uns voreilig einen zu schmeichelhaften Namen gegeben hat, denn eine andere Bezeichnung wäre für uns Menschen viel treffender: »homo bellicosus« – das heißt: der kriegführende Mensch. Von allen anderen Geschöpfen unterscheidet uns offenbar weniger unsere Klugheit, sondern vielmehr unser unbezwinglicher Hang, uns unaufhörlich gegenseitig zu bekämpfen. Die Lösung unserer schweren Zukunftsprobleme kann nur darin liegen, daß wir uns der voreiligen Bezeichnung von Linne wirklich würdig erweisen.
Die Natur wird so oder so das goldene Gleichgewicht wieder herstellen, das wir zu zerstören begonnen haben. Die Mittel der Natur gegen die Katastrophe der Überbevölkerung und auch des Treibhauseffektes mit seinen Wirkungen sind ebenfalls, wie wir gesehen haben, alle katastrophal. Wir müssen als Menschheit weltweit zur Besinnung kommen.
Jüngste Berichte aus der Medizin vermelden, daß es gelungen ist, für Männer und Frauen eine Unfruchtbarkeitsspritze zu entwickeln, die ohne jeden Eingriff in die Gesundheit und das Wohlbefinden für ein Jahr lang unfruchtbar machen. Freilich müssen wir dazu kommen, daß die Menschheit sich eines solchen Mittels freiwillig bedient und daß es nicht, wie nach dem chinesischen Vorbild, unter einem weltweiten Zwang erfolgen müßte. Spätestens in der nächsten Generation – nein, lieber früher noch – muß die Menschheit sich zu solchen Eingriffen freiwillig entschließen. Vielleicht kommt es dann dazu, daß die Menschheit sich dazu durchringt, freiwillig auf das dritte Kind zu verzichten. Wenn jedes Elternpaar nur zwei Kinder bekommt, pflanzt es sich in der Zahl nur selbst fort, und die Weltbevölkerung würde endlich stagnieren. Ja, es ist sogar so, daß durch die unvermeidliche, wenn auch geringer werdende Kindersterblichkeit die Zahl der Menschen langsam abnähme, und das muß auch das Ziel sein.
Wir müssen uns von dem biblischen Wert lossagen: »Seid fruchtbar und mehret Euch.« Dieses Gebot haben wir längst übererfüllt. Denken wir statt dessen lieber an das Wort aus der Bergpredigt: »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.« An dieser göttlichen Weisung gibt es noch viel zu erfüllen.
Mir will scheinen, daß die einzige Zukunftshoffnung darin besteht, daß wir weltweit die Moral ändern. Die Geschichte zeigt uns, daß der Mensch auf Gebote und Verbote vielfach nur trotzig reagiert und vielfach doch so handelt, wie er will. Etwas anderes ist es, wenn er mit seinem Ansehen und seiner Ehre in der Gesellschaft bestehen will. Dann kann der Mensch plötzlich sehr diszipliniert sein.
Es muß in naher Zukunft dazu kommen, daß das dritte Kind als ein Verbrechen an der Menschheit angesehen wird. Es muß eine Schande für jedes Elternpaar sein, mehr als zwei Kinder zu haben. Die Menschheit hat bisher einen vergeblichen Traum geträumt, der dann vielleicht auch endlich Wirklichkeit werden kann: der weltweite Frieden.

Diese Zeilen Habers entstanden bereits im Jahre 1989, sie sind seinem Buch „Eiskeller oder Treibhaus“ entnommen. Bezeichnend ist, daß sie irgendwann vom Ullstein-Verlag ausgesondert und an „Restposten-Läden“ verramscht wurden. So hatte ich das Glück, ein Exemplar am 3.4.2007 für 99 Euro-Cent erwerben zu können.
Mitunter ist es hilfreich, Bücher wie Gesetze anzusehen. „Der Staat“ fordert von seinen Bürgern Gesetzeskenntnis, auch wenn sie sie gar nicht haben können, weil niemand das „Bundesgesetzblatt“ abboniert hat, in dem Bundesgesetze „verkündet“ werden. Mit der Verkündung aber „treten sie in Kraft“. Wer sie nicht befolgt, kriegt einen drüber.
Wer als Politiker nicht in der Lage ist, wichtige Bücher zur Kenntnis zu nehmen und bei seinem Handeln zu berücksichtigen, der muß sich so behandeln lassen, als würde er sie kennen: Gleiches Recht für alle!
Wer Verantwortung übernimmt, der muß auch verantwortlich handeln. Und wer sich nicht aus allgemein zugänglichen Quellen informiert, der handelt unverantwortlich. So einfach ist das!
In der Zwischezeit ist auch mein Manuskript „Australopithecus Superbus – Der Mensch im Licht nichtlinear-thermodynamischer Evolution – zu einer dieser allgemein zugänglichen Informationsquellen geworden, denn es ist als E-Book unter http://www.lulu.com/advocatusdeorum erhältlich. Dort heißt es:

Halten wir als Zwischenergebnis fest, daß treibende Kraft der Evolution der Reproduktionsdruck einzelnen Organismen ist. Dieser wird durch die resultierenden Kräfte des Reproduktionsdrucks anderer Organismen beeinflußt, so daß ein scheinbares Gleichgewicht der Kräfte entsteht.
Da das entscheidende Moment der Reproduktionsdruck ist, wird auch klar, warum Organismen, die absichtlich oder unabsichtlich in eine „fremde“ Umgebung verschleppt werden, sich mitunter explosionsartig ausbreiten. Die eingeschleppten Arten werden als Exozoen bezeichnet. Kaninchen und Dingo in Australien; Mustangs und die Feuerameise in Nordamerika, der Waschbär in Europa; – das sind wohl die bekanntesten Fälle. – Aids und andere Krankheitserreger gehören ebenfalls in diese Kategorie.
Greifen wir als Paradebeispiel die Kaninchen in Australien heraus: Diese wurden von Einwanderern aus Europa mitgebracht. Kaninchen haben eine hohe Fortpflanzungsrate, können also einen beachtlichen Reproduktionsdruck aufbauen. Demgegenüber ist der Reproduktionsdruck der Beuteltiere gering, damit auch der von ihnen ausgeübte Kontrolldruck. Folglich überschwemmten bereits nach wenigen Jahrzehnten die Kaninchen den fünften Kontinent und verdrängten eine Reihe von Beuteltierarten. Viele starben aus, einige sind nur noch in bestimmten Gebieten anzutreffen, in die die Kaninchen nicht einfließen konnten. Der selektive Widerstand ließ ein Vordringen in diese Gebiete nicht zu. Und der Grund dafür ist verblüffend einfach, denn dort wachsen Pflanzen, die Stoffe enthalten, welche für Beuteltiere zwar unschädlich, für Kaninchen jedoch Gift sind. Um der Kaninchenplage Herr zu werden, versuchte man es mit der Kaninchenpest. Der Reproduktionsdruck des Erregers wurde aber ebenfalls jäh abgebremst, weil er auf Kaninchen traf, die gegen den Erreger immun waren.
Und auch die Menschheit ist diesem System ohne Einschränkung unterworfen. Die weltweite Absenkung des von Krankheitserregern ausgeübten Kontrolldrucks bewirkte die „Bevölkerungsexplosion“. Die Folge ist, daß wir drohen, an unserem eigenen Reproduktionsdruck zu ersticken. In den Ländern der Dritten Welt zeigt sich eine andere Folge, denn der Reproduktionsdruck der Nahrungsquellen ist nicht stark genug, damit Schritt zu halten. Die natürliche Folge sind Elend und der Hungertod. Selbstverständlich hat die Bevölkerungsexplosion noch andere Wirkungen ausgelöst, die Sie – so glaube ich jedenfalls – mit den Mitteln der laminaren Evolution selbst bestimmen können. Wenn wir nicht akzeptieren, daß uns die Natur einen Platz zugewiesen hat, den wir nicht verlassen dürfen, ist die Zukunft der Menschheit durch die logistische Gleichung vorgegeben: „Für Werte von r (Zahl der Nachkommen je Generation) größer als ungefähr 3,57 tritt Chaos auf, das heißt, von Generation zu Generation kann irgendein beliebiger Wert für die Bevölkerungsdichte auftreten. Es ist unmöglich, eine Vorhersage über den Wert der nächsten Generation zu machen. Allerdings gibt es im chaotischen Bereich immer wieder Unterbereiche mit stabilen, periodischen Bahnen. – Ob die Natur der Menschheit dann allerdings gestatten wird, in stabile, periodische Bahnen zurückzukehren, darf bezweifelt werden.
Wahrscheinlicher ist jedoch, daß der Reproduktionsdruck des Menschen durch die selbstregulierenden Prozesse der Natur gebremst wird. Über den Weltluftverkehr können Mitgeschöpfe aus dem Mikrokosmos, deren Reproduktionsdruck der Mensch nicht bremsen kann, sich innerhalb weniger Stunden über den Globus ausbreiten, erheblich schneller als einst der „Schwarze Tod“ in Europa. Ein einzelnes Schleusenereignis würde dazu ausreichen. Die Angst vor den „Killerviren“ ist also nicht ganz unberechtigt; obwohl der Begriff falsch ist und nur unsere anthropozentrische Perspektive widerspiegelt.
Die Pest wurde einst als Geißel Gottes bezeichnet, weil deren Ausbreitung wie eine Heimsuchung wirkte, wie ein gezielter Anschlag auf die Christenheit. Daß auch diese Sichtweise „anthropzentrischer Unsinn“ ist und allein auf dem Unverständnis der tatsächlichen Zusammenhänge beruht, zeigt sich, wenn man die Evolution aus der Sicht eines Quantenphysikers betrachtet:

„Im Verlauf der biologischen Evolution haben Schleusenereignisse meistens beträchtliche Steigerungen der Komplexität zur Folge und bringen zudem bedeutsame Vorteile mit sich. Die Öffnung einer entscheidenden Schleuse führt zu einer explosionsartigen Zunahme ökologischer Nischen; die Auffüllung dieser Nischen kann durchaus den Anschein erwecken, als sei sie durch eine Triebkraft in Richtung einer größeren Komplexität verursacht.
Da wir Menschen die komplexesten Organismen in der Geschichte der biologischen Evolution auf der Erde sind, ist es verständlich, daß in den Augen einiger Leute der gesamte Evolutionsprozeß direkt auf die Herausbildung des Homo sapiens sapiens zusteuerte. Zwar ist diese Ansicht anthropozentrischer Unsinn, aber in gewissem Sinne findet die biologische Evolution in uns – zumindest vorläufig – ihre Vollendung.“
Gell-Mann fährt fort: „Bei der Erörterung der Schleusenereignisse haben wir einige Beispiele für Entwicklungen in der biologischen Evolution aufgezeigt, die wie riesige Sprünge aussehen; wir haben jedoch gleichzeitig betont, daß derlei Ereignisse sehr selten sind und an dem einen Ende eines ganzen Spektrums von Veränderungen verschiedener Größenordnung liegen; die Veränderungen am anderen Ende des Spektrums sind in den meisten Fällen eher klein. In welcher Größenordnung ein solches Ereignis auch liegen mag, es steht fest, daß die biologische Evolution normalerweise mit dem arbeitet, was zur Verfügung steht. Bereits existierende Organe werden an neue Verwendungsmöglichkeiten angepaßt. Die Arme des Menschen beispielsweise sind nichts weiter als leicht modifizierte Vorderbeine. Vorhandene Strukturen werden nicht mit einem Schlag im Rahmen einer revolutionären Umgestaltung des gesamten Organismus verworfen. Die Mechanismen der natürlichen Auslese begünstigen solche Diskontinuitäten in keiner Weise. Dennoch kommt es gelegentlich zu Revolutionen.
Wir sind darauf eingegangen, daß die vergleichsweise plötzlichen Veränderungen – das Phänomen des >punktierten Gleichgewichts< – unterschiedliche Ursachen haben können. Eine ist der Wandel der physikochemischen Umgebung, der die Selektionsdrücke erheblich verändert. Eine andere ist die Folge von >Drift<, bei der neutrale Mutationen, die die Lebensfähigkeit des Phänotyps nicht beeinträchtigen (und manchmal auch den Genotyp kaum verändern), allmählich zu einer Art Instabilität des Genotyps führen. in dieser Situation können eine einzige oder einige wenige Mutationen den Genotyp beträchtlich verändern und den Weg für eine wahre Sturzflut von Veränderungen auch bei zahlreichen anderen Spezies bereiten. Manchmal lösen kleine Veränderungen Schleusenereignisse – oft biochemischer Natur- aus, die neue Reiche von Lebensformen eröffnen. In einigen Fällen sind derlei revolutionäre Veränderungen die Folge eines Zusammenschlusses von Organismen zu komplexen Strukturen. Doch ist in jedem Fall die Grundeinheit des Wandels eine Mutation (oder eine Rekombination mit oder ohne Crossing-over), die auf etwas bereits Vorhandenes einwirkt. Nichts entsteht aus dem Nichts.“
(Die von mir zitierte Textpassage stammt aus Murray Gell-Manns „das Quark und der Jaguar“ Die Fußnoten des Manuskripts können hier aus technischen Gründen nicht wiedergegeben werden.)
Sie können den verwendeten Begriff Selektionsdruck getrost durch selektiven Widerstand ersetzen, ohne daß sachlich eine Änderung eintreten würde. Wir haben oben gesehen, daß der Reproduktionsdruck anderer Organismen einen wesentlichen Teil des selektiven Widerstands ausmachen. Hinzugefügt werden müssen freilich die Faktoren aus dem anorganischen Bereich.
Nun können wir mit den neugewonnen Begriffen vom Reproduktionsdruck und dem selektiven Widerstand schon einiges anfangen. Denn die „Selektion“ ist damit längst nicht mehr so erbarmungslos und unerbittlich, wie es früher den Anschein hatte. Ganz im Gegenteil. – Das Vorhandensein von Organismen jedweder Art beweist, daß das Leben eine gigantische Stromstärke besitzen muß:
Dieser Strom fließt seit gut 3,5 Mrd. Jahren und besteht aus einer unablässigen Folge von Individuen. Angefangen vom Bakterium, das nach gut einer halben Stunde seine Nachkommen dadurch erzeugt, daß es sich teilt, bis hin zum Menschen, der zur Zeit zwischen 15 und 45 Jahren benötigt, bis er ein Lebewesen der nächsten Generation erzeugt. Als Individuen sind die Lebewesen vergänglich, als Elemente des Stroms unterliegen sie lediglich einer immerwährenden Umwandlung, und das in einer ungeheuren Zeitdehnung.

Wenn James Lovelock, der Begründer der Gaia-Hypothese, sein jüngstes Werk mit „Gaias Rache – Warum die Erde sich wehrt“ tituliert, trifft er mit dem Titel nicht den Kern. Gaia, unsere Mutter Erde „wehrt“ sich nicht, sie tut, was sie immer getan hat. Sie hat für alle ihre Handlungen einen jeweils zuständigen Gott, denn wie auf Erden, so gibt es im Olymp auch eine Art von Bürokratie: Aeolos schickt seine Tornados hin, wo immer er will, sogar bis nach Quirla in Thüringen (Nomen est eben Omen!). Wenn der Mensch Gebäude in die „Tornado Alley“ stellt, dann darf er sich nicht wundern, wenn die Gebäude zerstört werden. Wer auf der San-Andreas-Spalte baut, darf sich nicht wundern, wenn sein Haus zerrissen wird. Poseidon schickt sich an, in rund 25.000.000 Jahren Los Angeles zum Vorort von San Francisco zu machen. Das weiß man doch! Wenn der Mensch meint, Städte unterhalb des Meeresspiegels bauen zu müssen, darf er nicht darauf vertrauen, daß Poseidon ihm den Gefallen tut, den Meeresspiegel auf „Normalnull“ zu halten. Poseidon hat keinen Vertrag mit uns. Und niemand garantiert dem Erzbischof von Köln, daß nicht dereinst eine explodierende Eifel den Dom unter Bimsstein und Asche begräbt. Auch Hephaistos (Vulcanus) hat keinerlei vertragliche Beziehungen zu uns Menschen. Er tut, was immer er will.
Und die Natur kennt keinen „Schaden“, sie kennt nur Veränderungen. Der „Schaden“ als juridisch-ökonomischer Begriff kam erst mit der rezenten Variante des Australopithecus in die Welt, weil sein Tausch-und-teile-Instinkt verkrüppelt ist. Aus demselben Grund ist Lovelock bezüglich Gaias Rache entgegenzutreten. De Begriff „Rache“ ist Mutter Gaia fremd, denn auch dieser ist Folge der Rudimentierung des Tausch-und-teile-Instinkts.
Je früher wir das begreifen, desto eher können wir endlich damit anfangen, Politik zu machen: Politik ist, soweit meine Definition, das Organisieren der Erledigung von Gemeinschaftsaufgaben. – Mehr hat selbst die „hohe Politik“ auf Erden nicht zu tun.
Halten wir zum Abschluß fest: Alles für die vorhandenen Kinder, aber nicht noch mehr davon!
Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff
Bismarckstr. 40
41542 Dormagen
Tel. 0 21 33 97 30 29
www.bundesadel.de
Publikationen:
http://www.lulu.com/advocatusdeorum

Der Steinbrück ist offenbar nicht in der Lage, seinen Job zu machen, falls doch, ist sein Verhalten als Arbeitsverweigerung zu werten. In jedem Fall ist er reif für eine fristlose Entlassung.

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