Mail an die Giordano-Bruno-Stiftung

Der Text der nachfolgenden Mail war zu groß für die Eingabemaske der Giordano-Bruno-Stiftung. Da ich keine Lust habe, die Informationen häppchenweise zu übermitteln, bat ich den Vorsitzenden de Stiftung, die Botschaft an dieser Stelle in Empfang zu nehmen:

Sehr geehrter Herr Steffen,

Herr Vogt, der gestern erneut mit Ihnen telefoniert hatte, hat sich bei mir bitterlich über Sie beklagt.

Ich kann in seine Klage eigentlich nur einstimmen, denn offenbar liegt die Girodano-Bruno-Stiftung noch nicht ganz auf der Wellenlänge Brunos.

Bruno hat einmal gesagt: Wen das eine Jahrhundert zum Tode verurteilt, der lebt in allen anderen. – Ich kann und will das nicht bestreiten.

Bruno würde mir darin zustimmen, daß das Vaterunser eigentlich eine Unverschämtheit ist:

“ An den Wänden der Höhlen von Shanidar, Mugharet es-Skhul, Mugharet et-Tabun oder anderen gibt es außer den „Lichtwesen“, die der Fackelschein spontan an die Höhlenwand zaubert, – nichts.

Der Neandertaler hat zwar Anhaltspunkte für Zeremonien hinterlassen, darunter sind allerdings keine, die man als Beschwichtigungsritual gegenüber den Geistern und Göttern deuten könnte.

Allerdings auch nichts, was darauf hindeuten könnte, daß die Neandertaler Ahnen, Geister oder Götter angerufen hätten, den nächsten Jagdzug erfolgreich sein zu lassen. Ihre Kultstätten geben uns keinen Hinweis auf derartige Zauberrituale.

Erst bei Crô-Magnon waren sie gang und gäbe und sind noch heute weltweit verbreitet. Selbst das Christentum kennt diesen Zauber: Beim Vaterunser kommt erst einmal das Signal der Bereitschaft zur Unterwerfung: „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe…auch auf Erden.“ – Ein deutlicher Hinweis, daß der Mensch die Unterwerfung unter die Herrschaft Gottes erst in einer ungewissen Zukunft in Aussicht stellt. Und dann kommt der Forderungskatalog:

„Unser täglich Brot gib uns heute! Und vergib uns unsere Schuld!“

Darauf folgt die Stelle des Vaterunser, an der der Mensch seine Nähe zu Kain nicht mehr leugnen kann:

„Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!°“ – Die wahren Absichten werden verschleiert. – Der „gottesfürchtige“ Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat es nach dem 11. September 2001 auf den Punkt gebracht, als er sinngemäß verlautbarte: „Gott mag vergeben, wir nicht.“

Es wird auch gerne übersehen, daß erst nach der Ankündigung der Vergebung die schärfste Forderung folgt: „Und führe uns nicht in Versuchung!“: Es ist das Abschieben der Eigenverantwortung auf eine höhere Instanz, der man auf der einen Seite vertraut, auf der anderen Seite aber zutraut, Dinge anzuordnen oder zumindest zuzulassen, die man aus eigenem Antrieb wohl nicht tun würde. – Das „sondern erlöse uns von dem Bösen! –Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit“! – Beide Sätze sind nicht voneinander zu trennen, den sie beinhalten die bedingungslose Kapitulation vor der Fremdbestimmung, und zwar auch dann, wenn die dadurch ausgelöste eigene Handlung als Unrecht wahrgenommen wird; es wird erwartet, daß die „höchste“ Instanz den Befehl, den man widerwillig befolgt hat, als „Oberster Gerichtsherr“ wieder aufheben wird. – Und zum Schluß des Vaterunser wird dem lieben Gott nochmals so richtig Honig um den Bart geschmiert. „Von nun an bis in Ewigkeit.“ – Glauben Sie wirklich, daß der Allmächtige sich auf einen derart durchsichtigen Kuhhandel mit Menschen einläßt?

Alle Opfer, die Göttern, Geistern und Ahnen je dargebracht wurden, dienten nur dem einen Zweck, den Kräften der Natur einen Vertrag aufzuzwingen: „Wir geben Dir das, von dem wir meinen, daß Du es willst, damit Du das gibst, was wir wollen.“ – In seiner Orientierungslosigkeit überträgt und projiziert der moderne Mensch seinen Drang nach reziprokem Verhalten auch auf die Kräfte der Natur. „Do ut des“ – Ich gebe, damit Du gibst. Nach des Menschen Vorstellung soll auch im Verhältnis Mensch-Natur, Mensch-Gott das gegenseitige Vertragsverhältnis gelten, das die Juristen mit Synallagma betiteln. Dabei möchte freilich der Mensch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen festlegen, ein Vorhaben, das von vornherein zum Scheitern verurteilt ist.“ (G. Altenhoff, Australopithecus Superbus – Der Mensch im Licht nichtlinear-thermodynamsicher Evolution S. 184f)

Als Aeolos am 8.4.2005 anläßlich der Trauerfeier für Johannes-Paul II im Evangelium des Papstes „Akteneinsicht“ nahm, hat er wohl den Fehler Jesu, der in Matthäus 6, 9-13 geschildert ist, ebenso erkannt wie den Fehler, den Jesus in seinem Gleichnis vom „Guten Hirten“ gemacht hat. Der Hirte, der sich für seine Herde aufopfert, ist der schlechteste aller Hirten, denn er läßt eine rat- und führungslose Herde zurück– Rasch hat er daher das Evangelium vor den Augen der Welt zugeklappt, damit kein anderer es sehe, außer denen, die vorher gelernt hatten zu sehen.

Aus gegebener Veranlassung, sprich: dadurch daß ich die Chance erhielt, Nigel Calders „Der Zukunft eine Chance“ in einem Ramschladen für wenige Cent zu erwerben, bin ich in die Lage versetzt worden, daß nicht erst Vogt und Altenhoff auf den Gedanken kamen, dem „Nationalstaat“ eine Absage zu erteilen. Bereits Calder hat das Phänomen „Staat“, wie wir es kennen, als „Symbiose des Terrors“ entlarvt: „Es ging zu wie bei der Erpressung von Schutzgeldern: Bezahl deine Steuern, gehorche meinem Befehl, dann werde ich dich gegen die gräßlichen Leute unten am Fluß verteidigen. Der andere Kriegerkönig unten am Fluß sagte dasselbe – es war eine Symbiose des Terrors.“

Calder schrieb diese Worte etwa zu der Zeit, als Reagan das Einreißen der Mauer forderte, nämlich 1986.

Die Mauer ist gefallen, aber der globale Bürgerkrieg hat an Heftigkeit zugelegt.

Denken Sie einmal darüber nach. Und klicken Sie in Vorbereitung zu Ihrer Vortragsveranstaltung am 1.7.2007 ruhig einmal http://www.advocatusdeorum.wordpress.com an. Dort finden Sie grundlegend Neues über Liebe und Leidenschaft.

Diese Zeilen wurden Ihnen weniger mit Liebe, aber mit Leidenschaft übersandt von dem, der beim heutigen Einschalten des Computers vom Tagesspruch:

„Was immer du auch tun willst, führe es mit Geduld zuende. Denn wenn du geduldig alles auf dich nimmst, wird Gott dir helfen, bei all deinem Tun und in allem, was dir begegnet und widerfährt.“ (Antonius der Große)

So wird’s wohl sein!

Schauen Sie sich doch bitte meine letzten Postings bei http://www.advocatusdeorum.wordpress.com an. – Sie werden sehen, die Welt ist anders, als sie uns erscheint!

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff

Da geht einem der Hut hoch!

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