Sex für den Weltfrieden

—–Ursprüngliche Nachricht—–

Von: the.history@planet.ms

Gesendet: 23.12.06 01:47:54

An: leserbriefe@bild.de, redaktion@express.de

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Betreff: Express: Sex für den Weltfrieden/ Bild: Bild erklärt die Krippe

Sehr geehrte Damen und Herren,

so ein Zufall:

Ich saß heute (22.21.2006) im Café Noir des HIT_Markts in Dormagen und blätterte im EXPRESS. Dort fiel mir eine Schlagzeile auf: „Heute gilt’s drum: Sex für den Weltfrieden.” Der Tenor des Artikels war eigentlich selbstverständlich: Sex macht nicht nur Spaß, er ist zudem gut für den Weltfrieden. Allein, diese Erkenntnis ist nicht neu, ich hatte sie bereits vor einigen Jahren grafisch dargestellt und in dem Slogan: BUMSEN STATT BOMBEN zusammengefaßt.

Ich war in der Folgezeit damit beschäftigt, vor meinem geistigen Auge ein Bild auszumalen, das den (rekonstruierten) Neandertaler zeigt und ihm als Rat an den „modernen” Menschen in den Mund legt: „Kuscheln statt Killen”. – Denn, alles deutet darauf hin, es ging in der langen Reihe unserer Vorfahren bis ins Neandertal hinein zu wie in einem Sex-Club.

An einem etwas entfernt gelegenen Tisch las ein Mann in der BILD. Als ich zu ihm sah, wendete er gerade das Blatt um und plötzlich sah ich die Schlagzeile, die mir ohne Vorwarnung zugewandt worden war: „BILD ERKLÄRT DIE KRIPPE”

Ich schnappte mir umgehend eines der dort üblicherweise auf der Theke liegendes Exemplare der BILD und fand meinen Verdacht bestätigt: Die Anwesenheit des Verkündigungsengels wurde zwar erwähnt, aber die eigentliche Botschaft, die er trägt, wurde wieder einmal verschlabbert: „FÜRCHTET EUCH NICHT!”

Angeblich, so behauptet auch die BILD, sei bei der Geburt Jesu ein Ochse zugegen gewesen. – Wer aber kann mit Sicherheit sagen, daß dem „Ochsen” tatsächlich die Körperteile fehlten, die einen Stier vom Ochsen unterscheiden. Stiere sind, das ist bewiesen, im „Innenverhältnis” zu den Mitgliedern ihrer Herde genauso sanftmütig wie Ochsen. Nur im „Außenverhältnis” scheinen sie „angrifffslustig” zu sein; diese angebliche Angrifslust ist freilich nur Ausfluß ihres Verantwortungsbewußtseins für die ganze Herde.

Wenn aber der „Ochse” in Wahrheit ein Stier war, so ergibt sich ein schlüssiges Bild vom gemeinsamen Erscheinen des Göttervaters, Christi und des Engels, das der „Rückkehr des Zeus” am 4.7.2004 sehr nahe kommt:

Es fing eigentlich ganz harmlos an. Bei der Fußball-Europameisterschaft des Jahres 2004 bekleckerte sich die deutsche Nationalmannschaft nicht gerade mit Ruhm. Dafür probte die Nationalmannschaft Griechen­lands unter ihrem Trainer Otto Rehagel den Durchmarsch ins Finale. Sie erin­nern sich vielleicht, Rehagel er­hielt damals von den Medien den Beinamen „Rehakles“.

Mich persönlich veranlaßte die ganze Veranstaltung zu einer Frotzelei. Auf die Frage, welcher Mannschaft ich den Europameistertitel zutrauen würde, gab ich zur Antwort: „Es können nur die Griechen oder die Deut­schen Eu­ropameister werden, denn Zeus ist mit den Griechen und Gott mit den Dummen.“

Zeus war mit den Griechen.

Natürlich kann auch alles ein Zufall gewesen sein, der sich am 4.7.2004 an­läßlich des Endspiels in Lissabon ereignete:

Im Postskriptum einer Mail an die „Rheinische Post“ stellte ich für den 4.7.2004 eine Art „Gottesurteil“ in Aussicht:

P.S.:

Sollte Griechenland am 4.7.2004 tatsächlich Europameister werden, würde damit eine von mir vor Jahr­zehnten gestellt Frage beantwortet werden: Kön­nen Götter dadurch verschwinden, daß niemand mehr an sie glaubt? – Ich hat­te diese Frage als Student einem katholischen Theologiestundenten gestellt und kurz vor meiner ersten Eheschließung dem Priester gegenüber wiederholt, der mich später getraut hatte: In beiden Fällen blieb die Frage ohne Antwort. Nun ist der vierte Juli der Geburtstag meiner Mutter, aber nicht nur das: am 4.7.1940 wurde mein Vater Soldat, am 4.7.1947 durfte er das In­ternierungslager wieder verlassen. Am 4. Juli 1954 lag in der Wiege. Meine Mutter hatte meinem Vater versprochen, er dürfte auch an ihrem 30. Geburt­stag das Endspiel anschauen gehen, wenn die deutsche Mannschaft ins Endspiel käme. – Mein Vater hatte von dieser großzügig gewährten Freiheit natürlich Gebrauch gemacht.

Am 4. Juli 2004 wird meine Mutter ihren 80. Geburtstag feiern. Was kann auf den Tag genau 50 Jahre nach einem historischen Datum passieren? – Wenig und viel, denn am 11. Januar 1938 hatte sich meine Mutter einen Fuß ge­brochen. Am 11. Januar 1968 wiederholte sich dieser Vorgang….

Dann kam, auf den Tag genau 50 Jahre nach dem „Wunder von Bern“ das „Wunder von Lissabon“. Meine Mutter feierte ihren 80. Geburtstag, „Re­hakles“ Mannschaft holte mit 1 : 0 den EM-Titel und mein Orakel ging in Erfüllung. Zeus aber kam nicht allein, um bei den Griechen zu sein. Das erkennt man am Namen des Torschützen: Angelos Charisteas. Angelos – das griechische Wort für Engel; aber eigentlich heißt es „Bote“. Aber wessen Bote?

Um diese Frage zu beantworten, müssen einen kleinen Umweg über Lim­erick machen und einen „Limerick“ zu Rate ziehen:

Es war mal ein Mann aus Frechen,

Der konnte Vokale nicht sprechen,

Und war er mal blau

Sprach er zu seiner Frau:

Rch mr dn Npf, ch mss brchn.

Mn knn flglch hn Schwrgkt jds Wrt ch hn jdn Vkl vrsthn. Rstnlch, ncht? Br s kmmt nch bssr:

Jetzt nehmen Sie bitte dem Herrn Charisteas die Vokale weg:

Chrsts!

Sie können es gerne für „reinen“ Zufall halten, daß Otto Rehagel die Buch­staben R,E, H und A in seinem Namen führt. Aber es ist nun einmal unbe­streitbar, daß diese vier Buchstaben ein Anagramm zum Namen der Gattin des Göttervaters bilden: „Hera“. – Nur ein Schelm würde in diesem Zusam­menhang an die „Heili­ge Familie“ denken.

Soviel wäre zur Europameisterschaft des Jahres 2004 zu sagen, wäre da nicht der Name Europas eng mit Zeus verknüpft. Der Göttervater hatte, so will der Mythos, die Prinzessin Europa in Gestalt eines Stiers ange­macht und sie kurzerhand entführt. Sie setzte sich auf seinen Rücken und begab sich auf eine Mittelmeer­kreuzfahrt. Zeus versprach ihr, dem Erdteil ihren Namen zu geben, an dem er sie anlanden würde.

Der Stier gilt seit jeher als das Sinnbild unbeugsamer Manneskraft. – Das aber ist so nicht richtig, aber er ver­körpert eine Gestalt, die für Frauen nicht weniger attraktiv sein dürfte als das „klassische“ Bild, das man ge­wöhnlich von einem Stier hat. Der Stier versinnbildlicht nämlich in erster Linie soziale Kompetenz, Sanft­mut und Führungsverantwortung. (vgl. G. Altenhoff, Der Schnitter ging über den Jordan, http://www.lulu.com/advocatusdeorum S. 8ff) – Die „Verfassung” einer Rinderherde, das sei hier eingeflochten, mutet menschlicher an als das „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland” und die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika zusammen!

Auch Maria und der Esel, der laut Angaben der BILD für Laszivität steht, bekommen damit ihren eigenen, sehr menschlichen Sinn. Maria wird von der BILD beschrieben als Frau, die heiraten „mußte”, weil sie als ledige Mutter sonst in Schande hätte leben müssen. – Wenn sie denn eine Schwangerschaft als unverheiratete Frau im Nahen Osten zu jener Zeit lebend überstanden hätte.- Damit kehrt sich die Rolle der Maria durch die Nähe des Esels vom Objekt männlicher Dominanz um ins Subjekt sexueller Begierde, was den natürlichen Verhältnissen entspricht: denn in der Natur ist es die Regel, daß sich das Weibchen den Vater ihrer Kinder auswählt. Jesus dürfte mit seiner Mutter sogar ziemlich offen über seinen tatsächlichen „Vater” gesprochen haben, denn anders ist es nicht zu erklären, daß er gesagt hat: „Was Gott, der Herr, (= die Natur) zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.”

Der Zustand der „Verliebtheit” ist ein angeborenes Verhaltensmuster. Ebenso ist das Lächeln ein angeborenes Verhaltensmuster. Während die „Verliebtheit” erstmals in der „Pubertät” auftritt, ist Lächeln das erste Mittel, das ein Mensch seiner Umwelt zum Tausch anbietet. Zu diesem Zeitpunkt gilt er noch als „Säugling”! – Vor allem seiner eigenen Mutter bietet ein Säugling das Lächeln an und erwartet, daß es erwidert wird.

Josef, das wird hier klar, ist in dieser Version nur „Statist”. – Der „Vater”, der in der Kultur, in die Jesus hineingeboren worden war, als „Oberhaupt” der Familie die unumschränkte Herrschaft hatte, spielt in der Weihnachtsgeschichte wie in der Natur eigentlich nur eine untergeordnete Rolle.

Dies ist eine sehr gewöhnungsbedürftige Version der Weihnachtsgeschichte, aber sie spiegelt im Kern mehr Menschlichkeit wider als Theologen über sie erzählen können.

Aus diesem Grunde bin ich der BILD ebenso zu Dank verpflichtet wie der WELT AM SONNTAG, deren Karikatur vom 19.12.2004 mich dazu inspiriert hatte, den Part des Verkündigungsengels zu übernehmen: Es kamen nur zwei Hirten zur Krippe, denen der Karikaturist in den Mund gelegt hatte: „Außer uns kommt keiner mehr: Die Zahl der Hirten ist sozialverträglich abgebaut worden, für die Engelschöre ist kein Geld mehr in den öffentlichen Kassen und die Heiligen drei Könige sind unter Terroverdacht verhaftet worden.” – Es fehlte halt der Himmelsbote, der verkündet hatte: FÜRCHTET EUCH NICHT!

In diesem Sinne!

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff

Bismarckstr. 40

41542 Dormagen

Tel. 0 21 33 97 30 29

http://www.bundesadel.de

Publikationen:

http://www.lulu.com/advocatusdeorum

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