Vier M für Deutschland

 

 

 

 

Zur Pressefreiheit gehört, daß sich die Medien auch der Themen annehmen, die nicht unter dem Rubrum „Hofberichterstattung“ anzutreffen sind. – Gerade die Boulevardblätter backen diesbezüglich – trotz entgegenstehender Propaganda – mehr als kleine Brötchen:

 

Betreff: Darf sich eine Politikerin so zeigen

 

Von: der.waehler@deutschland.ms

 

An: leserbriefe@bild.de

 

Datum: 28.03.07 23:46:18 Uhr

 

 

 

Liebe BILD-Reaktion,

 

ich muß mich bei Euch für die Steilvorlage bedanken, die Ihr mir mit Eurem Artikel „Darf sich eine Politikerin so zeigen“ geliefert habt. Wieder einmal kam sie „just in Time“ , um einer kleinen Abhandlung, die ich in Arbeit hatte, einen aktuellen Bezug zu liefern:

 

 

4 M für Deutschland

 

Merkel, „Münte“, Macchiavelli und Majestätsbeleidigung

 

Im Jahre 1530 schrieb Macchiavelli, der von allen Mächtigen dieser Welt in den Rang eines Gottes erhoben wurde und wird:

 

 

Wie rühmlich es ist für einen Fürsten, die Treue zu halten und redlich, ohne Falsch zu leben, sieht jeder ein. Nichtsdestoweniger lehrt die Erfahrung, daß gerade in unseren Tagen die Fürsten Großes ausgerichtet haben, die es mit der Treue nicht genau nahmen und es verstanden, durch List die Menschen zu umgarnen; und schließlich haben sie die Oberhand gewonnen über die, welche es mit der Redlichkeit hielten. Man muß nämlich wissen, daß es zweierlei Waffen gibt: die des Rechts und die der Gewalt. Jene sind dem Menschen eigentümlich, diese den Tieren. Aber da die ersten oft nicht ausreichen, muß man gelegentlich zu den ändern greifen. Deshalb muß ein Fürst verstehen, gleicherweise die Rolle des Tieres und des Menschen durchzuführen […] Es ist nicht nötig, daß ein Fürst alle aufgezählten Tugenden besitzt, wohl aber, daß er sie zu besitzen scheint. Ja, ich wage zu behaupten, daß sie schädlich sind, wenn man sie besitzt und stets ausübt, und nützlich, wenn man sie zur Schau trägt-. So muß der Fürst Milde, Redlichkeit, Treue, Menschlichkeit und Frömmigkeit zur Schau tragen und besitzen, aber, wenn es nötig ist, imstande sein, sie in ihr Gegenteil zu verkehren. Deshalb muß er verstehen, sich zu drehen und zu wenden nach dem Winde und den Wechselfällen des Glücks, und am Guten festhalten, soweit es möglich ist, aber im Notfall vor dem Schlechten nicht zurückschrecken […] Zudem beurteilt man die Taten der meisten Menschen, und insbesondere der Fürsten, die keinen Richter über sich haben, nach dem Erfolg. Ein Fürst braucht nur zu siegen und seine Herrschaft zu behaupten, so werden die Mittel dazu stets für ehrenvoll gelten.

 

[Als Beispiele nannte Machiavelli Papst Alexander VI. Borgia, der „die Well von dieser Seite vorzüglich kannte“, und Ferdinand den Katholischen von Spanien.]

 

N. Machiavelli. Der Fürst [„II principe“, entstanden 1513. gedruckt 1532; deutsche Erstveröffentlichung 18041. (Klassiker der Politik, Bd. 8), Berlin 1923, Auszug aus Kapitel 18 – zitiert nach Michael Fuhs, Herrschaftsformen der frühen Neuzeit, Freiburg/Würzburg 1978, S. 31.

 

Macchiavelis Machwerk wurde natürlich von den „Fürsten“ seiner Zeit mit Wohlwollen vermerkt, schaffte es doch den philosophischen Background für das kurze Zeit später hereinbrechende Zeitalter des Absolutismus. – Vielleicht war „Il Principe“ gar Ursache des Absolutismus?

 

Mit dem Absolutismus einher ging die Wirtschaftsform des Merkantilismus:

 

>Merkantilismus (von lat. mercator = Kaufmann) ist das wirtschaftspolitische System der absolutistischen Staaten des 16. bis 18. Jahrhunderts. Der Staat nahm in dieser Zeit starken Einfluß auf die Wirtschaft., um mit ihrer Hilfe den nationalen (volkswirtschaftlichen) Reichtum zu vergrößern und die Macht des Staates zu erhöhen. Die Grundüberlegung der Merkantilisten bestand darin, daß Staatsreichtum mit hohen Edelmetallbeständen gleichzusetzen sei. Daher war die Wirtschaftspolitik darauf ausgerichtet, alles zu fördern und zu unterstützen, was Geld und Edelmetalle ins Land brachte. Als Ziel galt daher eine aktive Handelsbilanz, also ein Überschuß der Ausfuhr über die Einfuhr. Dies sollte unter anderem erreicht werden durch Ausfuhr hochwertiger Fertigwaren, Exportprämien, Einfuhrverbote und –zölle (Zoll), billigen Bezug der Rohstoffe aus eigenen Kolonien und gezielte Bevölkerungspolitik (mehr Arbeitskräfte).

 

In Deutschland, bzw. in den nach dem Dreißigjährigen Krieg auf deutschem Boden entstandenen auf deutschem Boden, entwickelte sich eine besondere Art des Merkantilismus, die Kameralismus genannt wird (von lat. camera = Kammer, gemeint ist die Schatzkammer der Fürsten). Beim Kameralismus, der „Lehre vom fürstlichen Staatshaushalt“ kam es darauf an, möglichst hohe fürstliche Staat6seinkünfte zu erzielen, um die Staatsausgaben (z.B. Besoldung des Militärs und der Beamten, Finanzierung des Baus von Schlössern) decken zu können. Die Steuer wird in dieser Zeit zu einer ständigen Einrichtung. Noch heute ist die staatliche Verwaltung nach den Grundsätzen des Kameralismus gestaltet. (Kameralistische Buchführung bei Behörden).

 

Bedeutende politische Vertreter des Merkantilismus waren in Frankreich Ludwig XIV und sein Finanzminister J.B. Colbert, in Preußen Friedrich der Große und in England Oliver Cromwell. Auf den Merkantilismus folgte der Liberalismus. (Kapitalismus)<

 

– „Einfache Antworten auf schwierige Fragen“, so lautet der Untertitel des „Jugendlexikons Wirtschaft“, dem dieser Text entnommen ist.

 

Es bedarf wohl keiner näheren Begründung, daß wir die von Macchiavelli beschriebenen Verhaltensmuster sowohl bei Frau Merkel als auch bei Franz Müntefering wiederfinden. Merkel und „Münte“ sind diesbezüglich keine Ausnahme, sondern bei „Berufspolitikern“ eher der Regelfall.

 

Und niemand wird bestreiten können, daß die „Finanzverfassung“ der Bundesrepublik Deutschland, wie sie in Art. 104a ff des Grundgesetzes verankert ist, immer noch dieselbe ist wie vor 300 Jahren, als der „Fürst“ noch der Souverän war.

 

Nun sind seit 1513 einige Jahre und ein paar Revolutionen ins Land gegangen. Mit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika wurde der „Fürst“ als Souverän eines Landes durch das Volk als „Souverän“ abgelöst und damit die Vorstellung der maßgeblichen Philosophen der Aufklärung in die Verfassungen geschrieben.

 

Man schrieb die „Souveränität des Volkes“ zwar in die Verfassungen, setzte sie aber nie um: Die Stellung des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika entspricht der Stellung des Präsidenten der französischen Republik: „Sonnenkönig auf Zeit“.

 

Das Prinzip der „Volkssouveränität“ haben weder die „Väter“ der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung begriffen noch die Sansculotten in Frankreich.

 

Napoleon I.und George Bush II. zeigen es überdeutlich: das „Staatssäckel“, dessen Inhalt dem „Souverän“ gehört, wird vorwiegend für solche überflüssigen Dinge wie das Militär verwendet.

 

In den „modernen“ Staaten“ ist das Perfide dieses Systems durch die „Allgemeine Wehrpflicht“ auf die Spitze getrieben worden. Es müssen nicht nur alle für die militärischen Abenteuer der „Fürsten“ zahlen, es müssen auch noch alle den Kopf dafür hinhalten!

 

 

 

„Der Staat“ blieb das Gebilde, das er seit der Zeit der Pharaonen immer gewesen ist: ein Phänomen, eine „Erscheinung“, die „real existiert“: Sie findet in den Köpfen statt und ist ein Ergebnis der pseudoreligiösen Propaganda: Der Herrscher ist ein Gott. Von der Gottgleichheit des Herrschers führt über das Gottesgnadentum der direkte Weg zum „Wählerauftrag“. – In der Sache hat sich indes nichts geändert, auch die „Verfassung“ eines modernen Staates entspricht wie die des Pharaonenstaates der eines Löwenrudels:

 

> Im Reich der Säugetiere gibt es – soweit ersichtlich – nur innerhalb der Ordnung der sogenannten Sandgräber (lat. Rodentia) eine dem Bienen-„Staat“ analoge Sozialordnung. Bei Nackt- und Graumullen, so behaupten die Biologen, „herrsche“ eine Königin über eine „kastenmäßig“ organisierte Gemeinschaft. Obwohl sie sich darüber klar sind, daß das als „Königin“ bezeichnete Individuum die „Mutter der Nation“ ist, nehmen sie deren „Prinzen“ und „Prinzessinnen“ so wahr, als wären sie Angehörige des indischen Kastenwesens, das davon abweichend neben den vielen Kindern eine Unzahl von Vätern und Müttern kennt.. – Aus Platzgründen sei wegen der Einzelheiten verwiesen auf die Darstellung von Jenny U.M Jarvis „Sandgräber“ in D. Macdonald, Enzyklopädie der Säugetiere, Königswinter 2003, S. 690 ff. – „Prinzen“ und „Prinzessinnen“ im „Mullestaat“ sind außergewöhnlich fleißig. Im wahrsten Sinne des Wortes unermüdlich graben sie sich auf der Suche nach Wurzeln und Zwiebeln durch den Wüstenboden und tragen damit zum Überleben der Gesamtkolonie bei. Und alle Aktivitäten „dienen“ der Aufzucht des Nachwuchses. Auch der „Mullestaat“ ist nur für den Nachwuchs da.

 

Vergleicht man nun die Bienen- oder die Mullkönigin mit „menschlichen“ Monarchinnen und Monarchen, so benehmen sich weder Bienen- noch Mullkönigin „königlich“.

 

Demgegenüber ist es durchaus zutreffend, den Löwen als „König der Tiere“ zu bezeichnen. – Nur den Löwen, nicht die Löwin:

 

Ein Löwenmännchen, das ein Rudel Weibchen dominiert, wird von diesen wie ein Junges versorgt. Er nimmt an den Beutezügen des Rudels nicht teil, vielmehr holt er sich seinen „Löwenanteil“ mit bracchialer Gewalt von „seinen“ Weibchen. – Offensichtlich stellt dieses asozile Verhalten des Löwen für die Arterhaltung keinen Nachteil dar. Der von den Löwenweibchen „erwirtschaftete“ Gewinn erlaubt die parasitäre Lebensweise der Männchen. Seit Jahrmillionen können es Löwinnen „sich leisten“, den Vater ihrer Kinder durchzufüttern. Löwen sind also das, was man nach menschlichen Maßstäben als „reich“ bezeichnet. Und ein Löwe, dessen Gebiß sich für den Daseinskampf vorzüglich eignet, dessen Körper für die Jagd geradezu prädestiniert ist, läßt sich von den Weibchen durchfüttern wie ein Kleinkind. So nimmt es nicht wunder, daß Löwenkater, wenn sie im Rivalenkampf den „Pascha“ eines Rudels besiegt und das Rudel übernommen haben, dessen Kinder töten, denn die Kinder des Vorgängers sind – aus seiner Sicht – lästige „Nahrungskonkurrenten“. Somit lassen sich die Verhaltensmuster eines humanen Königs durchaus mit denen des „Königs der Tiere“ gleichsetzen.< (G. Altenhoff, Die Biene Maja, Der glückliche Löwe und die Sozialversicherung, erhältlich bei http://www.lulu.com/advocatusdeorum )

 

Macchiavelli fehlte ebenso wie seinen Jüngern, angefangen von Ludwig XIII. bis hin zu Lenin, Stalin, Hitler, Mao Tse-Tung, Bush, Merkel&“Münte“ eines, nämlich eine Definition des Begriffs „Politik“. Dabei ist dieser Begriff nicht schwer zu definieren, seine Definition läßt sich von jedem Gerichtsmediziner dieser Welt aus den Knochen der Neandertaler ableiten:

 

 

Politik ist das Organisieren der Erledigung von Gemeinschaftsaufgaben.

 

 

Legen Sie diese Begriffsbestimmung zugrunde, werden Sie unschwer erkennen, daß „Politik“ bei den Politikern dieser Welt den Stellenwert Null hat. Man schart sich um den großen Fleischtopf, den man immer noch „Etat“ nennt und frißt sich daraus voll, wenn man vollgefressen ist, dann schickt man seine „Soldaten“ los, neues „Futter“ zu besorgen.

 

Heute dreht sich der Streit mehr ums Öl als um Gold und Edelsteine, die im „Staatssäckel“ landen sollen, aber ohne Öl gibt es zur Zeit keine „Kohle“ mehr für „Staat“, der sich eifrig in den Taschen des Souveräns bedient. Das „Beutemachen“, das einstmals den „Staatssäckel“ füllte, ist heute durch Einkommen- und Mehrwertsteuer ersetzt.

 

Was „die Politiker“ anbelangt, ergibt sich aus dem Gesagten unschwer, daß ein Spruch Jesu aktueller ist als zu der Zeit, in der er geprägt wurde: „Wo aber ein Aas ist, da versammeln sich die Geier(Adler)“ (Matthäus 24, 28 und Markus 17,37) – Ob Adler oder Geier, darüber streiten sich die Bibelübersetzer.

 

Fakt ist, daß der Regimekritiker Jesus kurz nach dieser Äußerung verhaftet und ans Kreuz genagelt wurde…

 

Als Ergebnis der Philosphie der Aufklärung bleibt festzuhalten, daß in einem „Staat“ das Volk „der Souverän“ ist, der keinem Herren außer dem Herrn zu Diensten verpflichtet ist. Aus diesem Grunde ist das macchiavellistische Gehabe von Angela Merkel und Franz Müntefering, der sich zu Propagandazwecken den Titel „Vizekanzler“ zugelegt hat, nichts als eine Majestätsbeleidigung.

 

Ich kann nur hoffen, daß Sie, sobald sich die sogenannte Bundeskanzlerin und der selbsternannte „Vizekanzler“ wieder einmal an ihre „lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger“ wenden, umgehend intervenieren und sie auffordern, dem Bürger gegenüber die Formulierung „Euer Majestät“ zu verwenden. – Das aber wird die „freie Presse“ sich nicht trauen, obwohl die BILD-Zeitung in Düsseldorf an nahezu allen Straßenbahnhaltestellen mit dem Slogan warb:

„Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht.“

 

– Die Redakteure der BILD-Zeitung zählen da wohl eher zu den Feiglingen.

 

Sie hat nur Augen für „die schöne Landrätin“ Gabriele Pauli. In ihrer Ausgabe vom 28.3.2007 stellt sie die Frage: „Darf sich eine Politikerin so zeigen?“

 

Frau Pauli hatte in der „Park Avenue“ durch ihre Latex-Verhüllung enthüllt: Auch den Frauen in der „Politik“ geht es ausschließlich um Macht und Dominanz. – Nicht ganz so schön wie Frau Pauli ist Frau Merkel, aber ihre Annonce können Sie wenigstens bei http://www.lulu.com/advocatusdeorum herunterladen und als Postkarte versenden.

 

Ob Merkel oder Pauli, ob Bundes- oder Kreisdomina: wir, die wir zahlen, haben Anspruch auf die nackte Wahrheit!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Gerhard Altenhoff

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