Saint Angela und St.Einmeier – der deutsche „Einheits“-Brei

Saint Angela und St.Einmeier buhlen um die Gunst der „Wähler“. Dabei ist eine „Kanzlerwahl“ durch das zahlende Publikum der Bundesrepublik Deutschland von Grundgesetzes wegen gänzlich ausgeschlossen. Nicht einmal das „Wählervotum“ findet vor dem Grundgesetz Beachtung, denn das Procedere, das dem Bundespräsidenten zwingend vorschreibt, die Stelle des Bundeskanzlers öffentlich auszuschreiben, ist in Artikel 33 Absätze Eins  und Zwei abschließend geregelt. Seit 1949 haben sich um das, was das Grundgesetz vorschriebt, unsere „Berufspolitiker“ einen Dreck gekümmert. – Bereits mit der Wahl von „Papa“ Heuss zum Bundespräsidenten hatte man das gerade geschaffene Grundgesetz zur Makulatur degradiert und den Willen der Parteien über den des Inhabers der verfassungsgebenden Gewalt gestellt. – Das war und ist bis heute die Anmaßung der „DICTATURA LEGIBUS SCRIBUNDIS ET REI PUBLICAE CONSTITUENDAE“ – die Anmaßung der Diktatur für zu schreibende Gesetze und Verfassung  der Republik.  – Gaius Julius Caesar stolperte über den Wunsch, die „DICTATURA LEGIBUS SCRIBUNDIS ET REI PUBLICAE CONSTITUENDAE“ auf Lebenszeit zu erhalten. – St. Angela und St.Einmeier sind da bescheidener. Sie fordern die „DICTATURA LEGIBUS SCRIBUNDIS ET REI PUBLICAE CONSTITUENDAE“ lediglich für die kommenden vier Jahre. – Die aber könnten uns teuer zu stehen kommen, wenn man einmal die Parallele zu Caesars „Großer Liebe“ und deren Anverwandten zieht.

Manchmal ist es doch erstaunlich, was in dieser Welt geschieht:

Da erscheint die Kanzleramtsbesetzerin aufgrund der Ähnlichkeiten der unersättlichen Geldgier unseres „Staates“ mit der der Ptolemäer im antiken Alexandria schon fast als Cleopatra aus der Uckermark:

„Nach dem Recht des Eroberers betrachtet Ptolemaios I. das Land sowie die Kräfte und Fähigkeiten aller seiner Untertanen als sein höchstpersönliches Eigentum. (…) Aus diesen Quellen strömte alljährlich eine Fülle von Korn in die staatlichen Scheuern. Was der königliche Hausherr nicht für die Bedürfnisse der Bevölkerung, für die Versorgung des Heeres, des königlichen Hofes und vor allem für die Hauptstadt Alexandria brauchte, brachte er zu konkurrenzlosen Preisen auf den Weltmarkt. Er hielt nämlich nicht nur für den Anbau, sondern auch den Getreidehandel als Monopol in seiner Hand. Kein Wunder, wenn bei den billigen Arbeitskräften der Scheffel ägyptischen Weizens zu Beginn des 3. Jahrhunderts trotz der Transportkosten in Griechenland für vier Drachmen abgesetzt wurde, während der griechische Bauer im eigenen Lande ihn nicht unter vier bis fünf Drachmen erzeugen konnte. Mit der gleichen Form des Monopols, das die Produktion und den Verkauf umfaßte, erzielte der Staat als Unternehmer – und das war der König – aus dem in der Antike starken Ölkonsum bedeutende Gewinne. Öl war ja bei der Zubereitung von Speisen, für die Haut- und Körperpflege und für Beleuchtungszwecke unentbehrlich. Bei einem Verkaufspreis von 48 Drachmen für etwa 40 Liter strich der Staat 27 ½ Drachmen weit über 50% an Reingewinn ein, während der die Ölkulturen betreuende Bauer sich mit 16 Drachmen zu begnügen hatte. Die Papyrusfabrikation, die Bierbereitung, die Heerstellung von Kleidern, die Verarbeitung der Gewürze, Spezereien und Drogen, die der Südosthandel ins Land brachte, waren mit dem gleichen Ziel, die Staatseinnahmen zu mehren, geregelt und kontrolliert. Wohl abgewogene Zolltarife sicherten die Wirksamkeit der Staatsmonopole und erschlossen zugleich neue Quellen für die Staatsfinanzen. So wurde ausländisches Öl mit 50% Zoll belegt, für griechische Weine und frische Feigen waren 33 ½ % Zoll zu entrichten. Für den begehrten Zuckerersatz wie attischen, rhodischen und lykischen Honig, für Leckerbissen wie Wildschwein- und Hirschfleisch mußten Liebhaber 25 % des Wertes als Zoll bezahlen, während die eingeführte Wolle mit 20 % in die unterste Zollklasse eingestuft war. Bergwerke und Steinbrüche, vor allem die reichen Goldbergwerke in Nubien unterstanden der staatlichen Ausbeutung. Wo aber der Staat nicht in eigener Regie arbeitete, strich er in Abgaben und Gebühren seinen Anteil ein. Aus der bunten Fülle der Steuern, die heute noch jeden Gesetzgeber begeistern, seien nur die Gewerbe-, die Umsatz-, die Gebäude-, die Vieh- und Sklavensteuern, die Kanalgebühren und die Bade- und Brückengelder genannt.“ (Hans Volkmann, Kleopatra, zitiert nach Dr. Erich Bayer, Das Zeitalter des Hellenismus, Quellen- und Arbeitshefte zur Geschichts- und Gemeinschaftskunde, Stuttgart ohne Jahresangabe S. S. 27f).

In Frankreich erscheinen die Fackelträger M. und Mme. Sarkozy als Inkarnationen der Freiheitsstatue, an deren Fackel sich der Zorn Ernst Moritz Arndts entzündete:

„Doch haben sich viele in diese französischen Herrlichkeiten vergafft und stehen und staunen sie an und meinen immer noch, einmal müsse die verzauberte Prinzessin doch vor aller Augen verwandelt herausfliegen und als eine glänzende Lichtgestalt der Schönheit zu uns auf die Erde herabkommen und irdisch unter uns wandeln. Dies gewahrt man bei jeder Bewegung der Welt, besonders bei jeder neuen Bewegung in Frankreich. Da stehen Tausende in Erstaunen und gaffen, nicken, winken und verkünden: Nun wird’s bald sein! Und es wird nicht, und der gleißende Frosch platzt wieder, der sich zu einem Ochsen aufblasen wollte. – Und ich habe das rechte Gleichnis gefunden und das rechte Wort für die Sache: A u f g e b l a s e n h e i t. Das waren vormals andere Menschen, welche Gesetze gegeben und den Völkern die Bürgerordnung und die Freiheit befestigt haben, als die Leute von heute und von gestern sind. (…) Wir Jetztlebende – und ich meine die Franzosen und die meisten von uns – haben Ideen genug gehabt von Gesetzgebung und Staatsverfassung und Ansichten genug, ja zuviele, aber der Mäßigung haben wir gemangelt und jener stattlichen und großartigen Männertugend, welche nach der eigenen Unvollkommenheit und Gebrechlichkeit das Maß und Verhältnis der irdischen Dinge wägt und mißt, besonders der Dinge, die von dem Menschen gemacht werden, w e l c h e d a h e r n i c h t m e h r w i l l, a l s s i e w o l l e n k a n n u n d d a r f. Daher die Sprünge in den Ideen und in den Werken oder vielmehr in den Proben von Werken, welche das letzte Jahrdreißig uns gezeigt hat, das Prahlerische, Unstete, Übermütige, ja Verbrecherische; denn die meisten Gesetzgeber unserer Tage mit den großen Worten und mit der hellklingenden Glocke von Freiheit und Gleichheit, durch Einbildung und Aufgeblasenheit verführt, heuchelten sich und ihr Volk besser und edler, als sie waren, und daher ist uns das Unheil gewachsen und wächst uns bis diesen Tag. (Ernst Moritz Arndt, Kleine Schriften II, Phantasien zur Berichtigung der Urteile über künftige deutsche Verfassungen, 1815, S. 74f – Hervorhebungen des Originals).

Und Steinmeier und seine Kollegen, die scheinen sich angesichts des Votums eines Teils des europäischen Souveräns gar zu Elefanten aufblasen zu müssen: „Wenn die Iren unser Spiel nicht mitspielen wollen, werden sie vom Platz gestellt“ – Wer am Ende vom Platz gestellt wird, weil er sich nicht an die Spielregeln hält, entscheidet immer noch der Souverän, und der ist das Volk. Europa – das sind wir! Und wir sind der Inhaber der verfassungsgebenden Gewalt.

„Solche hohe und geheime Polizei, solche Gedankenklapperjagd und Geistesplackerei war bei und Deutschen vor fünfzehn Jahren noch etwas Unerhörtes; bloß eine Hauptstadt im Vaterlande ward damals beschuldigt, verkappte Fliegen- und Mücken(86)fänger der Gedanken zu besolden. Wir verdanken diese vortreffliche Anstalt wie so manches andere Unsaubere den Welschen. Man meinte sich gegen ihre Tücke und Schliche besser wehren zu können, wenn man ihre Waffen gegen sie selbst kehrte. So ward das unlöbliche und Undeutsche ihnen nachgemacht. Man übte sich in der Giftmischerei, jedoch mit dem guten Vorsatze und dem geistlichen Vorbehalt des Gewissens, sowohl das Rezept als auch die Töpfe und Tiegel zu vernichten, wann die welsche Gefahr vorüber sei, und dann wieder in einem reinen und deutschen Leben zu wandeln. Alle Regierungen verkünden uns öffentlich, die Späherei und Lauscherei, die Briefbrecherei, die Angeberei, die ganze weitgreifende und weitschleichende Sünde sei nun abgeschafft. Wir müssen den Wort ja wohl glauben; aber das müssen wir gegen diese Ankündigungen erinnern, daß in vielen deutschen Landen alle freie und unschuldige Bewegung de Menschen, wie sie weiland bestand, noch immer gehemmt ist, daß alle Menschen unter dem Titel öffentliche Sicherheit wie die Schelme und Spitzbuben betrachtet und behandelt werden, kurz daß die meisten der gehässigen Weisen und Arten, wie wir sie von den Welschen bekamen, und die vielschreibenden und vielgeschäftigen Polizeikammern und Polizeibuden nach wie vor bestehen, daß auch manche Polizeidiener die Art und die Gesinnung, worin sie einmal geübt waren, schwerlich so bald ableben werden, wenn auch von oben herab ausgesprochen wird, es soll bloß die kleine und unschuldige Polizei sein, welche für den Magen und die Kehle am tätigsten ist. –Ich glaube nicht, daß wir ein schlechteres Volk geworden sind, als wir vor zwanzig Jahren waren; ich möchte sogar sagen, wir sind besser als damals. O goldne Zeit, wann kommst du wieder? Es sind nun zwanzig Jahre, als ich zu Fuße und zu Wagen von Stralsund bis Triest ganz Deutschland durchreiste, und nirgends hat man mich nach meinem Paß gefragt als in Wien. Wie frei, wie ungezwungen, wie ungestört und ungeplagt, lebte, ging, stand und schlief man damals! Und es waren wohl nicht mehr Diebe und Mörder damals als jetzt, vielleicht ein paar hundert unbedeutende Gauner und Tagediebe mehr als jetzt liefen und streunten etwas länger ungestraft durch (87) die Welt herum; aber das große und hohe Freie und Edle war wirklich frei und edel und ward dafür gehalten, bis die Richter den Beweis führten, es sei es nicht.“ (Ernst Moritz Arndt, Geist der Zeit – Verfassung und Preßfreiheit, 1818)

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