„Christ“ian Wulff – der „Familienpräsident“

Weihnachtsansprache: Wulff fordert Respekt – und bricht mit der Tradition – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE.

Als ich in grauer Vorzeit auf der „Penne“ war, beendete unser Philosophielehrer und Schuldirektor Hajek seine Stunden stets mit den Worten: „Lauschen Sie meinen letzten goldenen Worten“!

Ganz ehrlich, hätte ich zu den „geladenen“ Gästen des Operettenpräsidenten gehört, ich wäre am Ende seiner „goldenen Worte“ mehr als geladen gewesen:

Da steht einer, statt zu „sitzen“, wie es ihm zukäme, und alle Welt hält ihn für „erhaben“ – Der Lateiner nennt den Erhabenen einfach „Augustus“. – Unser lieber Augustin wird von der Rheinischen Post (nicht in der Online-Ausgabe!) gar zum „Familienpräsidenten“ erhoben. – Aber erhebt das den Bundeshausbesetzer über alle anderen? – Ich denke nicht, es reduziert ihn zu dem, was er in Wirklichkeit ist: ein Familienpräsident. Er ist Präsident seiner Familie – mehr nicht.

Und, das ist das erste Mal in der deutschen Geschichte, stellt er sich vor die Nation und zeigt in aller Öffentlichkeit, daß er mit leeren Händen dasteht.

In allen Kirchen wird zu Weihnachten immer dieselbe Geschichte erzählt, nämlich die des unterwürfigen Volkes, das wegen der Gier des Augustus wie eine Hammelherde zu den Volkszählstationen eilte. – Heute verlangen die Schergen des Augustus lediglich „Steuererklärungen“, die mehr oder weniger ortsunabhängig sind. – An der Intention hat sich freilich nicht viel verändert: Zahlen!

Und da wird in diese von Steuern und Abgaben dominierten Welt ein kleines Kind geboren, das im Laufe seines Lebens erkennt, daß dieser Weg auf Dauer nicht gangbar ist und soziale Spannungen geradezu heraufbeschwört:

Jesus von Nazareth.

Aber statt dem aufmerksam zuzuhören, was Jesus zu sagen hat, treten auch die „christlich“ geprägten Berufspolitiker in die Fußstapfen des Augustus. – Keiner – ob König, Kaiser oder Präsident – hat sich diesbezüglich je einen „Fehltritt“ geleistet. – Sie alle lebten und leben auf Kosten derjenigen, die ihnen eine gewisse „Erhabenheit“ zubilligten.

Jesus hatte über die Seidenstraße einen ganz natürlichen Zugang zur fernöstlichen Philosophie, auch zu der des Konfuzius, die an manchen Stellen verblüffend „christlich“ klingt.

Nachrichten vom anderen Ende des römischen Reiches hatten ihn dagegen wahrscheinlich nicht erreicht, nämlich der Untergang dreier Legionen in Germanien, die dem Kaiser nicht eintreiben konnten, was selbst nach Jesu Einschätzung „des Kaisers“ war: Geld.

Quinctilius Varus bekam die Jacke voll, was Germanien über Jahrhunderte vor der Gier der Caesaren bewahrte. – Bis mit der zweiten Christianisierung Germaniens das römische Recht und damit die „spätrömische Dekadenz“, das Schmarotzertum der Caesaren, auch in Deutschland Einzug hielt. – In Italien hat sich diese altrömische Unrechtstradition in Gestalt der Mafia ebenfalls bis heute erhalten: Beutelschneiderei und Schutzgelderpressung. – Unbeschränkter Eigennutz, Gier und asoziales Vehalten wurden Staatsreligion. – Unrühmliches Erbe der „ewigen Stadt“.

Jesus fiel am Ende dieser Gier zum Opfer. – Aber alle Könige, Kaiser und Präsidenten, die auf ihren christlichen Glauben so stolz sind, stehen fiskalisch in der Tradition des Augustus und der übrigen Caesaren:

Sie können die Wohltaten, die sie verteilen, nicht aus eigener Tasche finanzieren, deswegen plündern sie skrupellos. Früher plünderte man im Wege der „Tributpflicht“ fremde Völker, heute plündert man das eigene Volk über die „Steuerpflicht“ aus.

Auch der „Familienpräsident“ lebt nicht schlecht auf Kosten der Solidargemeinschaft, und das ganz ohne Gegenleistung. – Gerade er, der doch vor Jahr und Tag gepredigt hatte, es gäbe vom „Staat“ kein Geld ohne Gegenleistung.

Skeptiker werden fragen, welche „Gegenleistung“ ein Bundespräsident dem „Staat“ denn wohl schulde. -Ganz einfach die, die er mit dem Amtseid zu erbringen hoch und heilig und mit Gottes Hilfe geschworen hat:

Seine Kraft dem Wohl des deutschen Volkes zu widmen, dessen Nutzen zu mehren, Schaden von ihm zu wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes zu wahren und zu schützen und Gerechtigkeit gegenüber jedermann zu üben… (Art. 56 GG)

– Wie in der Bibel kommt die Offenbarung am Ende:

Der Fürst steht – unser Light-Wulff zeigt es zu Weihnachten in aller Öffentlichkeit – am Ende mit leeren Händen da!

 

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