Leben in der Finsternis: Von wegen „Grusel-Skorpion“

Leben in der Finsternis: Grusel-Skorpion in vietnamesischer Höhle entdeckt – Nachrichten Wissenschaft – WELT ONLINE.

Was ist an diesem Skorpion so Besonderes? – Daß er keine Augen hat? Daß er farblos ist? – Dieses Schicksal teilt er mit vielen anderen Höhlenbewohnern.

Die Frage ist doch, warum derartige Krüppel überhaupt existieren, obwohl sie – im wahrsten Sinne des Wortes -augenscheinlich den Anforsderungen des „Darwinismus“ nicht annähernd genügen. Eigentlich hätte die „Selektion“ sie aussortieren müssen. Der darwinistische „Hilfsansatz“, wonach Strukturen, die nicht „gebraucht“ werden, rudimentieren, also verkrüppeln, verfängt nicht. Wir sind selbst der beste Beweis: obwohl kaum eine unserer Mütter ein Fell hat, funktioniert der Klammerrefdlex beim menschlichen Säugling so hervorragend wie bei anderen Affenkindern auch.

Betrachtet man die Evolution hingegen als dynamisches System, in dem der „Druck“ von den Organismen kommt, ist die Sache ganz einfach:

Die Besiedlung der Insel Surtsey durch eine Vielzahl von Lebewesen beweist, daß ein neuer Lebensraum rasch besiedelt wird. Surtsey wurde Mitte der sechziger Jahre durch einen Vulkanausbruch vor Island geschaffen.
– Wir wissen es nicht, aber viele Pflanzen und Tiere, die heute auf Surtsey leben, hätten ohne diese Insel vermutlich keine Chance gehabt. Nur ein Beispiel: Das Samenkorn einer Pflanze, deren Nachkommen heute auf Surtsey beheimatet sind, hätte nie keimen können, wenn es an derselben Stelle bereits 1960 von einem Vogel „abgeworfen“ worden wäre.
Die von Mount St. Helens verwüstete Landschaft erholte sich ebenfalls erstaunlich schnell. So erstaunlich ist das aber nicht mehr, wenn man die belebte Natur als laminares System ansieht. Organismen fließen in den frei gewordenen Lebensraum zurück. Das werden sie auch nach den – für menschliche Maßstäbe – verheerenden Waldbränden des Jahres 2000 tun. Die Zeiträume, in denen das geschieht, kommen uns nur sehr lang vor, tat- sächlich aber wird dies im Handumdrehen geschehen.
Das gesuchte Spannungsverhältnis entspricht also der Differenz zwischen freiem Lebensraum und dem Fortpflanzungspotential der Gesamtheit der Organismen. Da die Menge aller Organismen aus den   Teilmengen der einzelnen Fortpflanzungsgemeinschaften gebildet wird, erscheint es zulässig zu sagen, daß über das Fortpflanzungspotential jeder Organismus auf seine Umwelt einen Fortpflanzungs- oder Reproduktionsdruck ausübt.
Sie erinnern sich an meine Ausführungen über das gemeine Gänseblümchen? – Jedes Jahr fallen Millionen von Gänseblümchen den chemischen Angriffen des Menschen zum Opfer; kaum aber sind die letzten verendet, keimen die ersten schon fast wieder. Gänseblümchen haben eine hohe Reproduktionsrate. Mit der Zeit läßt die Wirkung der Gifte nach. Der Reproduktionsdruck läßt die Gänseblümchen einfach auf die Wiese zurückfließen.

Viele Tiere, die unter der Erde leben, können nicht sehen; ihre Augen sind, wie der Biologe sagt, nur rudimentär angelegt, also nicht voll entwickelt. Biologen erklären dieses Phänomen regelmäßig damit, daß Organe, die nicht gebraucht werden, verkümmern. Damit wird aber keine Erklärung dafür geliefert, was Maulwürfe unter der Erde und Höhlenbewohner ins Dunkel der Höhle getrieben haben. Im Dunkel der Höhle verliert sich vor allem die Frage, welchen evolutionären Vorteil das bringen soll.
Eine Höhle, die aus irgendwelchen Gründen einen Lebensraum darstellt, wird irgendwann von Lebewesen zufällig aufgesucht. Tiere, die Angst vor der Dunkelheit haben, werden sich nicht in die Höhle hineinwagen. Nun kommt es immer wieder vor, daß Nachkommen gezeugt werden, die blind sind. Blindgeborene gibt es schließlich nicht nur unter Menschen. Wenn der Zufall die Mütter der Blinden in die Nähe einer Höhle verschlagen hat, bot die Höhle den Blinden, die den Unterschiede zwischen Licht und Dunkelheit nicht kannten, eine Überlebenschance, und damit eine Chance, Nachkommen zu zeugen. Wenn in der Höhle keine Monster hausten, bekamen alle blinden Nachkommen unter dem schützenden Dach die Gelegenheit, sich fortzupflanzen. Damit war der Widerstand gegenüber einer Ausbreitung der „blinden“ Variante praktisch Null, einer positiven Rückkoppelung zur Ausfüllung des Lebensraums stand nichts im Wege.“  (G. Altenhoff, Australopithecus Superbus, S. 39ff)

Damit ist der ‚“Grusel-Skorpion“ nicht gruseliger als die Spinne an der Wand, die mich mit ihren acht Augen begutachtet und denkt: „Warum hat der Kerl bloß Angst vor mir?“

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