EU-Gipfel-Antworten: Wir brauchen keinen € – Rettungsschirm!

EU-Gipfel-Antworten: Wie teuer kommt uns der Euro zu stehen? – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE.

Nein, wir brauchen keinen „Rettungsschirm“ für den Euro, weil der €  nicht so einfach wieder verschwinden kann:

Sind die, die die Frage stellen, ob man den EURO noch retten kann, eigentlich noch zu retten?

Der EURO ist eine Währungseinheit wie andere auch. – Der EURO ist eine Währungseinheit, keine Natur und kein Klima, das man „retten“, also vor dem unmittelbar drohenden Tod bewahren müßte. Der EURO kann nicht „gerettet“ werden, weil der EURO nicht in Gefahr ist. – die Gefahr für den EURO ist nicht größer als die Gefahr für den US-$ während des Bürgerkrieges 1861-65. – Eine „Gefahr“ für den EURO besteht erst dann, wenn seine Funktion als „Geld“ infrage gestellt wird., der EURO also als Tauschmittel zum Verschwinden gebracht werden soll:

Was ist Geld? – Das ist die erste Frage, die in diesem Zusammenhang gestellt werden muß. – Nicht unbedingt klügere Köpfe als ich, zumindest aber in den Wirtschaftswisssenschaften ausgebildete Köpfe haben zu „Geldfunktionen, Geldmenge und die Instrumente der Geld­politik“ aufschlußreiche Dinge geschrieben:

Geld gilt gleichsam als Symbol für marktwirtschaftliche Systeme. Was ist jedoch überhaupt „Geld“? Historisch isiGeld in sehr ver­schiedenartiger Form aufgetreten, von dem aus Edelmetallen (Gold, Silber) bestehenden Münzgeld über von staatlichen Zentralbanken herausgegebenen Banknoten, die keinen Materialwert mehr auf­weisen, bis hin zu dem abstrakten, im Bankensystem geschaffenen (Bankeinlagen). Entscheidend ist aus ökonomischer Sicht aber nicht die Form, sondern die Funktionen, die Giralgeld ausübt. So ist es bspw. ein zentrales Kennzeichen arbeitsteiliger marktwirtschaft­licher Systeme, daß die Wirtschaftssubjekte die von ihnen angcbotenen/nachgefragtcn Güter nicht direkt (Gut X gegen Gut Y} tau­schen (Naturaltausch), sondern indirekt, nämlich „Gut X gegen Geld“ und „Geld gegen Gut Y“ (Tauschmittelfunktion des Geldes). Als weitere wichtige Funktionen des Geldes wird seine Rolle als Recheneinheit (Preise werden in Geldeinheiten ausgedrückt) und als Mittel der Wertaufbewahrung angesehen. Der Vorteil der Ver­wendung von Geld besteht vor allem in der starken Verminderung der Kosten für die in einer arbeitsteiligen Gesellschaft notwendigen Tauschvorgänge (Transaktionskosten). Aus ökonomischer Sicht kann folglich als Geld alles das angesehen werden, was diese Funk­tionen ausüben kann. (Wolfgang Kerber, Wirtschaftspolitik in Rolf Walter (Hrsg) Wirtschaftswissenschaften – eine Einführung, Pderborn, München, Wien Zürich, 1997, S. 629)

Der EURO hat keinen nennenswerten Materialwert, aber schon vor seiner materiellen Einführung 2002 war er über Jahre hinweg als Recheneinheit gegenwärtig. – Als Rechengröße, als „Währungseinheit“ war er lange vor Ausgabe der €-Münzen und -Scheine schon da. Auf den Konten wurden auch vor 2002 die EUROs hin- und hergeschoben, ohne daß sich an den Vermögensverhältnissen der Beteiligten auch nur ein Jota änderte! – Damit war bezüglich der europäischen Währungseinheit EURO im Hinblick auf das „Tauschen“ nach Jahrhunderten des „Geldhandels“ ein Abstraktionsgrad bezüglich des Geldes erreicht, den es zuvor nur in der Südsee gab:

Trotz der Unsicherheit des Lebens unter­hielten die Eingeborenen Handelsbeziehungen, die oft weit über die Grenzen ihres Siedlungsbereiches hinausgingen und sowohl Lebens- und Genußmittel wie handwerkliche Erzeugnisse, Roh­stoffe, ja sogar Meerwasser und gelegentlich Menschen­fleisch betrafen. Auf den großen Inseln Melanesiens bestand vielfach ein lebhafter Güteraustausch zwischen der Küstenbe­völkerung und den Inlandbewohnern. Für diesen Tausch­handel gab es Märkte. Die Handelsgeschäfte wickelten die Frauen untereinander ab, wobei sie aber der gespannten Lage zwischen den beiden Parteien wegen von ihren bewaffneten Männern begleitet und beschützt wurden. Außerdem trieben die Küstenstämme großer Inseln oder die ganze Bevölkerung klei­ner Inseln häufig noch einen Handel über See, bei dem gelegent­lich weite Fahrten mit großen Booten unternommen wurden. Die übliche Form des Handels der Südsee-Insulaner war ein rei­nes Tauschgeschäft von gebrauchsfertigen Gegenständen oder verwertbaren Rohstoffen gegeneinander, die die Funktion des Geldes erfüllten. Daneben gibt es aber auch Geld im engeren Sinne, also Dinge, die an sich keinen Nutzwert besitzen, son­dern ohne Rücksicht auf ihre praktische Verwendbarkeit als Wertmesser angesehen werden. Hierzu zählen in Polynesien lediglich gewisse äußerst fein geflochtene Matten auf Samoa; die eine Sorte dient zur Entlohnung der Haus- und Bootsbauer und als Mitgift, die andere zur Bezahlung von Bundesgenossen. Alle anderen polynesischen >Geldformen<, wie rote und gelbe Federchen, andere Matten und ähnliche Dinge, werden letz­ten Endes immer einem bestimmten Gebrauchszweck, der An­fertigung von Federmänteln, Gürteln, zugeführt. Es ist demnach auffallend, daß gerade in der am höchsten entwickelten Kultur Ozeaniens, der polynesischen, eigentliches Geld so gut wie ganz fehlt, während es uns in den frühen melanesischen Kulturen am ausgeprägtesten entgegentritt. Am häufigsten ist hier das Mu­schel- und Schneckengeld, das in seiner gebräuchlichsten Form aus zahllosen auf Stränge aufgereihten, zugeschlif­fenen, runden Scheibchen vieler Conchylienarten besteht und sich offenbar aus Schmuckketten entwickelt hat. Der Wert solcher Geldschnüre richtet sich einmal nach der Schnecken- bzw. Muschelart, zum anderen natürlich nach der Anzahl der Scheibchen, also der Länge der ganzen Schnur. Diese wird bei dem Diwarra genannten Nassa-Geld der Gazelle-Halbinsel Neu-Britannien; nach den menschlichen Körpermaßen gemessen. Ein Klafter z. B.. also die Länge von Fingerspitze zu Fingerspitze der ausgebrei­teten Hände zählt rund 450 Schnecken und hatte im Jahre 1880 einen Wert von zwei bis drei Mark. Es gab Häuptlinge, die ein Vermögen in Diwarra-Geld im Werte von 40000 bis 60000 Mark besaßen. Große Längen von Diwarra wurden zu auto­reifenähnlicnen Gebilden aufgerollt und mit Blättern umwickelt in besonderen Geldhäusern unter Bewachung aufbewahrt, beim Tode des Besitzers aber ausgestellt als Zeichen des Reich­tums und schließlich an die Teilnehmer der Trauerfeierlichkeit verteilt.

Die übrigen Geldformen der Südsee lassen sich dem Material nach gliedern in Zahngeld, Feder-, Perlmutt-, Mat­ten- und Steingeld, von denen in Mikronesien aber nur die drei letztgenannten vorkommen, darunter aber, als das zweifel­los eigenartigste primitive Geld überhaupt, das nach seiner Form so genannte Mühlsteingeld von Yap der Karolinen. Der Stein, ein Aragonit, wird auf den etwa 250 Seemeilen süd­westlich gelegenen Palau-Inseln von den Yap-Leuten gebrochen, zu Scheiben von Handtellergröße bis zu solchen von über zwei Meter Durchmesser zugeschlagen, geschliffen, durchbohrt und mit Auslegerbooten nach ihrer Insel gebracht. Die großen Geld­steine sind im Besitz von Häuptlingen oder gehören einem gan­zen Dorf; so stehen sie als Repräsentationsobjekte — manchmal reihenweise zu beiden Seiten des Weges — vor den Versamm­lungsgshäusern, wo sie auch bleiben, wenn sie ihren Besitzer wechseln. (Herbert Tischner, Das Fischer-Lexikon der Völkerkunde, Frnakfurt/Main 1963, S 276f.

Die eingangs gestellte Frage, ob die, die den EURO „retten“ wollen, noch zu retten sind, ist eindeutig mit

N E I N

zu beantworten.

Auf diesen Gedanken hätten eigentlich die Journalisten der „freien Presse“  und die Redakteure und Reporter des „öffentlich-rechtlichen “ Rundfunks, die mehr als BILD und EXPRESS der Wahrhaftigkeit in der Berichterstattung verpflichtet sind, auch selbst kommen können.

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