Die Geschichte des Lebens (1/4) und der falsche Blickwinkel

PHOENIX – Die Geschichte des Lebens (1/4).

Die Sendereihe „Die Geschichte des Lebens“ basiert auf der von Charles Darwin entwickelten Variante der Evolutionstheorie. Darwin postulierte den „Kampf ums Dasein“, den erbarmungslosen Kampf aller gegen alle. – Der aber findet so nicht statt, vielmehr ist das „Leben“ ein einheitlicher und harmonischer Vorgang. – Ohne die drei Grundprinzipien der Evolution:

Wechselwirkung, Zusammenwirken und Harmonie

Die "Dreifaltigkeit der Natur"

könnten Sie diese Zeilen nicht lesen. Denn bereits ihre Vorfahren wären an „Knorpelsklerose“  endgültig untergegangen:

>>Vor etwa 500 Mio Jahren enwickelten sich die ersten Knochenfische. Die Einlagerung von Kalzium im Knorpelskelett ermöglichte ihnen, den Ozean zu verlassen und in das Süßwasser der Flüsse vorzudringen. Das in den Knochen deponierte Kalzium, das andere ozeanische Lebensformen direkt dem Meerwasser entnehmen mußten, nahmen sie innerhalb des Körpers mit. Sie konnten damit den Lebensraum Süßwasser erobern.

Versetzen wir uns in die Situation eines Knorpelfisches. Das Knorpelskelett ist das non plus ultra der Evolution. Jede Verknöcherung des geschmeidigen Knorpels muß von diesem Standpunkt aus als nachteilig gelten, als Krankheit empfunden werden, denn die von dieser Veränderung betroffenen Artgenossen werden wahrscheinlich bereits in frühester Jugend Freßfeinden zum Opfer gefallen sein. Der Widerstand, der einer Ausbreitung dieser „Erbkrankheit“ im Wege stand, war hoch.

Die Verknöcherung des Knorpelgewebes als ursprüngliche Krankheit aufzufassen, klingt abenteuerlich. – Schon fast zu abenteuerlich, wäre da nicht eine „verlorene Abwehrschlacht“ des Knorpels, die vor Jahren auch in Ihrem Körper tobte und die sich Tag für Tag in Milliarden und Abermilliarden von Wirbeltierembryonen wiederholt:

„Während des embryonalen Lebens erscheinen die Gebeine zuerst als Knorpel. Dann aber kommt einer der bemerkenswerten Augenblicke im Ablauf des menschlichen Lebens: der Knorpel wird zu Knochen. Knorpel ist ein relativ weiches Gewebe, und die ernährenden Blutgefäße durchziehen ihn nicht, sondern kriechen an der Oberfläche entlang wie Efeu an einer Mauer. Eines Tages werden dann die Zellen des aufliegenden Gewebes gleichsam aggressiv – sie dringen in den Knorpel ein; vielleicht gibt ein spezifischer Stoff, ein Hormon, das Signal zu diesem Einbruch. Die Knorpelzellen vermehren sich daraufhin stärker und ordnen sich in Reihen an wie Soldaten, die sich gegen Angreifer verteidigen. Die Rebellen aber haben in ihrem Gefolge Blutgefäße, die ebenfalls in den Knorpel hineinwuchern und den Zellen den Nachschub liefern. Auf diese Weise können die eindringenden Zellen leicht die Knorpelzellen überwinden. Nach ihrem Sieg bauen sie neue, kräftigere Knochenzellen, ja ganze Säulen von Zellen.(…) Nach der erfolgreichen Rebellion gegen das Knorpelgewebe erbaut sich die neue Herrschaft einen neuen Palast – das knöcherne Skelett..“ .(Fritz Kahn, Knaurs Buch vom menschlichen Körper, München, Zürich 1973,  S. 52f)

Wie gesagt, diese „Erkrankung“ war für Meeresbewohner durchaus nicht förderlich. – Anders sah es in den Flußmündungen aus. Hier erlaubte der Überschuß an Kalzium im Körper den Krüppeln möglicherweise die Flucht ins Süßwasser. Einer Region, in die Ozeanbewohner wegen ihres Kalziumhaushalts nicht mehr vordringen konnten. Wenige Meter Vorsprung reichen aus. Mit der ersten Fortpflanzung hatte die Evolution be reits „gelernt,“ daß auch unter diesen Bedingungen Leben möglich ist. Die Rückkoppelungsschleifen in Richtung Kalkskelett hatte einen Ansatzpunkt gefunden.

Einmal ist es die Höhle, ein andermal die abweichende chemische Zusam- mensetzung des Wassers, die Veränderungen mit negativen Vorzeichen in Veränderungen mit positivem Vorzeichen verwandeln. Der Zufall ist hier das entscheidende Moment. Er führt die Vorzeichenumkehr herbei. Wenn aber das Vorzeichen einmal umgekehrt ist, bricht der selektive Widerstand, der dem Reproduktionsdruck Grenzen setzte, an dieser Stelle zusammen. Wir haben also ein Schleusenereignis vor uns. Der ursprünglich „kranke“ oder „verkrüppelte“ Organismus kann sich gemäß der logisitischen Fuinktion explosionsartig ausbreiten, bis neue selektive Widerstände diesem im Wege der negativen Rückkoppelung erneut Grenzen auferlegen. << (Gerhard Altenhoff, Australopithecus Superbus, S. 39ff)

vgl. auch Lerbinger/Kuchenbuch, Faszination Fraktale S 123:

„Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: In einem Teich gäbe es eine bestimmte Anzahl von Fischen einer Sorte. Wir nehmen nun an, daß die Variable x die Anzahl der i-ten Generation von diesen Fischen bezeichnet. Jeder ausgewachsene Fisch bekomme r Nachkommen für den Fall, daß die Prpbleme der Überbevölkerung vernachlässigt werden können. Weiterhin muß man noch annehmen, daß aufeinanderfolgende Generationen zeitlich deutlich voneinander getrennt sind. Für den Fall, daß sich das Fortpflanzungspotential von Generation zu Generation nicht ändert, kann diese Situation durch folgende lineare Gleichung X’ = r*x beschrieben werde, wobei x’ die Anzahl der Fische der fol- genden Generation bezeichnet. Diese Gleichung ist jedoch eine zu starke Vereinfachung der Wirklichkeit. Kein Teich kann beliebig viele Fische enthalten. Man muß deshalb im Modell berücksichtigen, daß die Anzahl der Fische der nächsten Generation nicht nur linear von der derzeitigen Anzahl abhängen kann. Man benützt deshalb eine etwas kompliziertere Gleichung x’ = r*x*(1-x), um die zeitliche Entwicklung der Anzahl von Fischen in einem Teich zu modellieren. Der Term (1-x) beschreibt den Einfluß einer hohen Bevölkerungsdichte auf die nach- folgende Generation, das heißt, falls zu viele Fische in der i-ten Generation vor- handen sind, reicht das Nahrungsangebot nicht für alle Fische, und in der nachfolgenden Generation gibt es nur noch wenige Fische.“-

Auch die Kettenreaktionen der Physiker und Chemiker sind eine lineare Näherung an die tatsächlichen Verhältnisse, die auch bei der Atombombe nichtlinear sein dürften. Prof. Heinz Haber hat in einer seiner Fernsehsendungen die Kettenreaktion beispielhaft anhand von Tischtennisbällen auf Mausefallen vorgeführt. Mehrere Hundert Tischtennisbälle wurden von einem in die Menge geworfenen Tischtennisball zum Tanzen gebracht. Die mathematische Folge 1,2,4,8,16 usw wurde damit aber nicht gezeigt, vielmehr bekam der Zuschauer die nichtlineare Dynamik auch dieses Vorgangs unmittelbar vor Augen geführt. Nach anfänglichem Zögern schienen sich alle Bälle wie von Geisterhand auf einmal in der Luft zu bewegen. Und die Zeitlupenaufnahme verdeutlichte den chaotischen Verlauf des Vorgangs. – Als diese Zeilen entstanden, gabe es „You-tube“ noch nicht, also auch keine Aufnahmen des „Kettenreaktionsexperiments“. – Jetzt ist You Tube voll davon:

http://www.youtube.com/watch?v=D9iSvpFJc2k&feature=related

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