INET Council on the Euro Zone Crisis – EURO-KRISE?

Was Hoffmann von Fallersleben noch nicht wissen konnte...

Die „Deutsche Pleite“ in Gedichtform

INET Council on the Euro Zone Crisis – 23-7-12.pdf (application/pdf-Objekt).

„Denkfabriken“ gibt es nicht nur in den USA – Nur sind sie hierzulande erheblich kleiner. – Eher „mittelständig“ organisiert. – Mitunter auch als „Einzelunternehmen“. Deswegen müssen sie nicht schlechter sein:

„Alles flüssige Wasser strebt den Ozeanen zu. Wenn es nicht vorher verdunstet, kann nichts das Wasser daran hindern, dieses Ziel zu erreichen. Es kann durch diverse Widerstände nur aufgehalten werden. Welch verheerende Wirkungen es haben kann, wenn Wasser ungebremst fließt, lehren uns die Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre. Kann es daher sein, daß Ohmsches Gesetz und sein quivalent für den geschlossenen Wasserkreislauf lediglich Sonderfälle eines allgemeinen Prinzips darstellen? – Es erscheint ausgeschlossen, daß das Ohmsche Gesetz erst Gültigkeit erlangte, nachdem Georg Simon Ohm es formuliert hatte. Es muß so alt sein wie die Welt, Ohm hat es nur sicht- und erfahrbar gemacht.

Ich hoffe, Ihr Kaffee ist inzwischen fertig. Bevor Sie ihn jetzt in Ihre Tasse schütten, wollen wir uns Ihrer Kaffeemaschine aus der Sicht des Wassers nähern. Ihre Kaffeemaschine kann definiert werden als Vorrichtung, die geeignet und bestimmt ist, das Wasser auf seinem natürlichen Weg in den Ozean aufzuhalten. Einer der Widerstände, die dem Wasser dabei begegnen, ist Ihr Kaffeefilter. Er läßt an seinem unteren Ende weniger Wasser durch als oben hineinfließen kann. Das ist auch gut so, denn Ihr Kaffee würde sonst allzu dünn, aber darauf kommt es hier nicht an. Wenn Sie den Abfluß des Filters verstopfen, wird der Widerstand zunächst unendlich hoch, es wird folgendes passieren: Der Wasserspiegel im Filter wird ansteigen, bis er randvoll ist. Dann sinkt der Widerstand für das Wasser plötzlich auf Null. Die Folge ist eine mittlere berschwemmung in Ihrer Küche. Chaos nennt man das. Nicht nur das berlaufen bringt Chaos. Denken Sie an die Bombenangriffe auf Möhne- Eder- und Sorpetalsperre während des Zweiten Weltkrieges. Aufgabe der Bomberpiloten war es, eine Bombe so abzuwerfen, daß diese die Chance erhielt, ein kleines Leck in die Sperrmauer zu schlagen. Den Rest würde das Wasser selbst besorgen. So geschah es auch. Innerhalb weniger Minuten hatte der Wasserdruck die Sperrmauern eingerissen. Der Widerstand der Staumauern war durchgeschlagen.

Analoges geschieht, wenn ein elektrischer Widerstand durchschlägt, denn dann gibt es einen Kurzschluß, der grundsätzlich unerwünscht ist; aber technisch wird das Phänomen z.B. für Lichtbogenlampen und Schweißgeräte genutzt. Der Widerstand, den die Luft dem Stromfluß entgegensetzt, wird so hart von Elektronen bedrängt, daß er förmlich aufgibt. Der Strom bahnt sich unter starker Licht- und Hitzeentwicklung seinen Weg.

Das aber nicht nur in der technischen Anwendung, sondern auch in der freien Natur. Blitz und Donner sind die Folge. Die bizarren, unvorhersehbaren Formen eines Blitzes zeigen, daß dieses Wetterphänomen ein Aspekt des Chaos ist. Auf die natürlich vorhandene Elektrizität bezogen, haben Sie das Durchschlagen eines Widerstandes auch schon öfters am eigenen Leibe verspürt, nämlich immer dann, wenn Sie beim Berühren einer Türklinke einen „gewischt“ bekamen. Kurz bevor Sie die Türklinke tatsächlich berühren konnten, sprang ein Funke über. In einem Miniblitz eilte Ihre statische Aufladung Ihnen voran. Bevor Sie die Klinke berühren konnten, hatte sich der Strom seinen Weg bereits gebahnt.

In der freien Natur begegnen wir den vom Stromkreis her bekannten drei Größen Spannung bzw. Druck, Widerstand und Stromstärke oder Flußgeschwindigkeit also eigentlich überall. Zumindest in Teilbereichen ist dieses Phänomen auch den Biologen nicht fremd. Wir finden diese drei Größen, wo immer auf der Welt etwas fließt. Hier wie da ist der Widerstand das eher statische Element. Das Sprichwort vom Fels in der Brandung mag diese Betrachtungsweise verdeutlichen. Dennoch ist die Statik des Widerstands nur virtuell. Die beiden anderen Größen beeinflussen dessen Wert in beträchtlichem Umfang. – Vom Fels in der Brandung werden am Ende nur Sand und Kies übrigbleiben. – Schauen Sie nur in Ihren Kaffeefilter:

Ich hatte Sie auf den Hügel aus Kaffeemehl aufmerksam gemacht, der sich darin gebildet hatte. Der aber ist jetzt verschwunden. Aus dem Hügel ist ein Tal geworden. Der Fluß des Wassers hat in der Zeit, in der Sie diese Zeilen gelesen haben, die Größe des Widerstands verändert. Der Hügel, der dem Wasser zunächst einen hohen Widerstand entgegengesetzt hatte, wurde abgetragen, das Kaffeemehl aufgeschwemmt und dadurch der Widerstand vermindert. Sie merken es daran, daß der Kaffee zunächst in Ihre Kanne hineintröpfelt und nach einer gewissen Zeit kontinuierlich weiterfließt.

Das ist in der Natur nicht anders: Vor allem in ariden Gegenden wird dies deutlich. Nach längerer Trockenzeit beginnt es endlich zu regnen. Zunächst prallen die dicken Tropfen an der verbackenen Erde ab. Nach und nach bilden sich erst Rinnsale, die breiter werden und jede erreichbare Bodensenke füllen. Das aber reicht nicht aus, das Wasser zu bremsen. Rasch werden sich Bäche und Flüsse bilden, die zunächst der Landschaft folgen, die dem Wasser durch die Unebenheiten des Geländes Widerstände entgegensetzt. Die Unebenheiten legen durch ihre Höhe den Lauf des Wassers fest. Hört es auf zu regnen, dörrt das Flußbett wieder aus. Erst in der nächsten Regenperiode wird sich das Schauspiel wiederholen. So scheint es.

Aber das Schauspiel wird sich nicht wiederholen. Wenn sie nach dem ersten Regenguß eine Photo machen und es mit dem Zustand nach dem nächsten vergleichen, werden Sie feststellen, daß alles ganz anders aussieht. Das Wasser hatte durch seine Kraft die Landschaft verändert. Der nächste Regenguß muß daher in anderen Bahnen verlaufen als der gegenwärtige. Aber wir nehmen das im allgemeinen nicht wahr. Manche Veränderungen nehmen wir nicht wahr, weil wir sie nicht erwarten, andere verlaufen für uns so unendlich langsam, daß wir nicht lange genug leben, um eine Veränderung feststellen zu können. Nicht umsonst sprechen wir davon, ein Fluß habe eine Landschaft geprägt. Intuitiv haben wir damit einen zutreffenden Sachverhalt erfaßt.

Das Wasser verändert im Laufe der Zeit den Flußlauf. Geländeunebenheiten, die zuvor außerhalb der Reichweite des Flusses lagen, werden plötzlich für diesen relevant, weil sie bei einer nderung des Flußlaufs den Wasserspiegel überragen und damit dem Wasser neue Widerstände entgegensetzen. Auch diese wird das Wasser im Laufe der Zeit abtragen… Diese Geschichte ließe sich nahezu unendlich fortsetzen. Als Quintessenz läßt sich festhalten, daß es der Fluß ist, der sich seinen Weg bahnt. Nicht die Widerstände sind es, die ihm diesen Weg unverrückbar vorschreiben.

Der unmittelbare Augenschein gaukelt uns also lediglich vor, ein statisches Element namens Widerstand „reguliere“ die beiden dynamischen Größen Spannung bzw. Druckdifferenz und Fluß.

Diese scheinbare Wirklichkeit wurde dem Bestreben des Menschen zugrundegelegt, als man Flüsse „begradigte“ und in Betonrinnen quetschte. Die Folgen der Verkennung des tatsächlichen Sachverhalts sind heute unter dem Begriff „Hochwasserkatastrophen“ bekannt. Die Vermutung, daß auch bei der bisherigen wissenschaftlichen Betrachtung der Evolution eine Wahrnehmungstäuschung die Theorie beeinflußt haben könnte, ist nicht von der Hand zu weisen:

Wir haben drei Größen vor uns, die sich gegenseitig beeinflussen und nebenbei auch Einflüssen von außen unterliegen. Drei Variable also bestimmen das System. Aus einem anderen höchst dynamischen Zusammenhang, der auf den ersten Blick mit der Natur nichts zu tun hat, sind uns drei Parameter gut bekannt, denn Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, so sagt man. Dieser Satz gilt als Grundgesetz der Marktwirtschaft. Betrachten wir uns das einmal genauer:

Um Marktwirtschaft zu betreiben, brauche ich ein Angebot. Gut, ich kaufe mir einen Marktstand und biete Brötchen feil. Ist das bereits ein Angebot? – Wenn ich den Stand mitten in der Wüste aufbaue, wo alle zwei Jahre eine Menschenseele vorbeikommt, sicher nicht. Stelle ich mich mit dem Stand an eine Bushaltestelle, sieht die Sache schon anders aus. Voraussetzung für ein Angebot im wirtschaftlichen Sinne ist also ein korrespondierender Bedarf. – Den Bedarf oder das „Bedürfnis“ als Motor der Wirtschaft erkannte bereits Aristoteles.1 – Hier finden wir das Spannungsverhältnis, das wir von Wasser und Strom her kennen, wieder. Die Nachfrage ist ebenfalls eine dynamische Größe. „Ich hätte gerne fünf Brötchen,“ das ist die Nachfrage. Daß der Preis dem Widerstand entspricht, ergibt sich aus folgender berlegung: Verkaufe ich die Brötchen für fünf Mark das Stück, ist die Nachfrage sehr gering. Biete ich sie zu einem Preis von einem Pfennig an, habe ich reißenden Absatz. Der Preis ist aber nicht als absolute Größe anzusehen. Auch wenn das Brötchen nur einen Pfennig kostet, kann dieser Preis sehr hoch sein. Wer keinen Pfennig hat, kann sich eben kein Brötchen kaufen. Und haben sehr viele keinen Pfennig, nennt man das Wirtschaftskrise. Dann wird die Spannungsdifferenz zwischen Angebot und Bedarf groß. Der Widerstand schlägt gelegentlich durch, es kommt zu Plünderungen. – Sie sehen an diesem einfachen Beispiel, wie hochkomplex die wirtschaftlichen Zusammenhänge sind, weil sich Angebot, Nachfrage und Preis nicht nur gegenseitig beeinflussen, sondern ihrerseits von einer Vielzahl anderer Faktoren abhängig sind.

Ein anderes Beispiel: Alljährlich beginnt im Frühjahr der erbitterte Kampf ums Dasein. Er wird ausgefochten zwischen den Liebhabern eines englischen Rasens und Lebewesen, zu denen das gemeine Gänseblümchen gehört. Es beginnt die Zeit der -zide. Herbizide, Fungizide, Pestizide und Insektizide, das sind die hauptsächlichen chemischen Waffen, die der zivilisierte Mensch zur Abwehr des gemeinen Gänseblümchens und seiner Alliierten erfunden hat. Denn diese sind, eben weil es Frühjahr ist, zur Großoffensive gegen die gottgewollte Ordnung des englischen Rasens angetreten.

Der zivilisierte Mensch schwärmt in die Baumärkte aus und deckt sich mit -ziden ein. Der Bedarf ist da, das Angebot ist da, die Nachfrage ist hoch, der Preis für Unkraut-Ex auch.

Schauen wir uns an, wie es im Herbst aussieht. Dann hat der zivilisierte Mensch nach mehrmonatigem Einsatz von Chemiewaffen den Eindruck gewonnen, im Kampf gegen die Gänseblümchen endlich einen Sieg errungen zu haben. – Die Nachfrage nach -ziden läßt relativ rasch nach. Nun sollte man erwarten, daß der Preis für -zide sinkt. Das aber tut er nicht. -Warum? – Aufgrund der Wachstums- und Ruheperioden in der Natur ist etwas geschehen, das dem Zusammenbrechen der Spannung entspricht, denn einen Bedarf für -zide gibt es im Winter kaum. – Die Batterie ist leer.

Erst im nächsten Frühling, wenn das gemeine Gänseblümchen sich erdreistet, das Farbempfinden der Besitzer eines englischen Rasens zu stören, wird die Batterie erneut aufgeladen.

Das weiß die chemische Industrie, deswegen ist der fehlende Absatz der Produkte in den Wintermonaten einkalkuliert. – Nicht nur Angebot und Nachfrage, auch das gemeine Gänseblümchen bestimmt den Preis! – Die Evolution hat also unmittelbaren Einfluß auf die Wirtschaft.

Auch in der Marktwirtschaft sind also unsere drei Variablen zu finden, die sich gegenseitig beeinflussen. Ihr Zusammenwirken ist das, was der Nationalökonom Adam Smith als „unsichtbare Hand“ bezeichnet: „Wenn jeder seine Erwerbstätigkeit so ausrichtet, daß die Größte Wertschöpfung erfolgt, denkt er nur an seinen eigenen Vorteil, und dabei wird er, wie in vielen anderen Fällen auch von einer unsichtbaren Hand geleitet, einem Zweck zu dienen, der nicht in seiner Absicht lag.“ Diese unsichtbare Hand wird auch als ökonomische Vernunft bezeichnet. Nach mehr als zweihundert Jahren geisterhaften Daseins hat die unsichtbare Hand Profil gewonnen, sie ist ein Aspekt des deterministischen Chaos, Fingerabdruck eines sogenannten nichtlinearen dynamischen Systems. Es ist also durchaus kein Wunder, daß es Wirtschaftwissenschaftler mit ihren Prognosen ähnlich schwer haben wie Meteorologen. Das System entzieht sich der exakten Berechnung.

1Nikomachische Ethik, Ethische Tugenden: Gerechtigkeit: „(…)Dem Verhältnis des Baumeisters zum Schuster entspricht es also, daß soundso viel Schuhe auf ein Haus kommen; dem des Schusters zum Bauern, daß soundso viel Schuhe auf ein bestimmtes Quantum von Lebensmitteln kommen. Ohne diese Proportionalität gäbe es weder den Austausch noch Gemeinschaft. Und diese können nur bestehen, wenn in gewissem Sinn Gleichheit herbeigeführt wird. Es muß also, wie gesagt, eine Einheit geben, an der man alles messen kann. Diese ist in Wahrheit das Bedürfnis, das alles zusammenhält. Denn wenn die Menschen keine Bedürfnisse hätten und nicht in der gleichen Weise, so würde es entweder keinen Austausch geben oder nur einen ganz ungleichen.“ – zitiert nach W. Nestle, Aristoteles Hauptwerke, Stuttgart 1941, S 259f, Hervorhebung im Original)

Sie finden den von mir verfaßten Originaltext unter https://www.triboox.de/manuskripte/australopithecus-superbus/zmRm24GGadEe/

Gibt es wirklich eine „EURO-Krise? – Ist es nicht vielmehr die Krise aller „Staaten“, die nicht deswegen „pleite“ sind, weil sie ihre laufenden Verbindlichen nicht mehr bezahlen können? – Sind sie nicht vielmehr deswegen „pleite“, absolut „platt“, weil sie heillos „überschuldet“ sind. – Überschuldet aber waren sie schon bei Einführung des Euro. – Schon damals waren sie nicht in der Lage, ohne neue Kredite die laufenden Kreditkosten zu decken. – Der „Point of no-return“ war 2002 für alle schon längst überschritten. – Es war also nur noch eine Frage der Zeit, bis die Überschuldung sich als „Zahlungsunfähigkeit“ auswirken würde. – Und in dieser Phase sind wir jetzt. – Das aber hat mit der „Währungseinheit“, unter der man Schiffbruch erleidet, nichts zu tun. – Auch mit einer neu etablierten D-Mark wird die „BRD“ niemals in der Lage sein, ihre Schulden zu begleichen. – Deutschland ist und bleibt „PLEITE“

Und jetzt droht auch noch die „unabhängige“ Europäische Zentralbank damit, die „Notenpresse“ anzuwerfen. – Schlimmer kann man die „Urangst“ der Deutschen vor Inflation nicht herausfordern. – Und selbst eine „neue“ „Hyperinflation“ könnte die „Staaten“ Europas nicht retten.

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