Ciceros Herzklabastern: Wie lange noch? – soll das gutgehen?

EZB will laut Medienberichten spanische Anleihen kaufen | tagesschau.de.

Cicero stellt vor rund 2000 Jahren in einer dramatischen Senatssitzung die Frage: „Quo usque tandem, Catilina, abutere patientia nostra?“ – – Wie lange noch, Catilina, willst du unsere Geduld mißbrauchen?“ – Catilina, ein „Sozialreformer“, war mit der römischen „Obrigkeit“ auf Kollisionskurs gegangen und kurzerhand als „Verschwörer“ und „Terrorist“ diskreditiert worden.

– Assad läßt grüßen.-

Als er sein mit den von Sallust überlieferten Worten Plädoyer  eröffnete, spielte Cicero die Rolle des „Staatsanwalts“. – Uns so erlaube ich mr, heute als Geschäftsführer ohne Auftrag und Vertreter ohne Vertretungsmacht für den Inhaber der „verfassungsgebenden Gewalt im Sinne der Präambel und des Artikel 146 des Grundgesetzes“  die von Cicero aufgeworfene Frage erneut zu stellen:

Quo usque tandem?:

Richard Day, ein Professor der Wirtschaftswissenschaften an der Uni-versity of Southern California, hat gezeigt, daß viele der in der Volkswirt­schaft wichtigen Gleichungen jener Art von Iterationen unterliegen, die ins Chaos führen und die Vorhersagbarkeit unterminieren. Day bemerkt, daß Wirtschaftswissenschaftler normalerweise annehmen, Wirtschafts­zyklen würden durch Anstöße von außen und durch unerwartete Ereig­nisse durcheinandergebracht. Er fand aber, daß diese Zyklen aus ihrer inneren Natur heraus chaotisch sind. »Perioden erratischer Schwankun­gen können sich mit Perioden mehr oder weniger stabilen Wachstums abwechseln. Offensichtlich läßt sich das >zukünftige< Verhalten einer Modellösung nicht aus ihrem Verhalten in der >Vergangenheit< ableiten.« Und was hier den Modellen zustößt, ist genau das, was in der Realität geschieht: Regelmäßige Ordnung wird durch Einsprengsel chaotischer Ordnung unterbrochen.

Die offensichtlich vertraute und die chaotische Ordnung liegen geschichtet wie jene Bänder von Intermittenz, die wir schon kennenlern­ten. Wenn ein System in gewisse Bänder hineinwandert, so wird es durch die weiteren Iterationen hinausgepreßt und auf sich selbst zurückgefaltet, in Richtung des Zerfalls, des Wandels, des Chaos gezogen. In anderen Bändern aber verharren die Systeme in Schwingungen und behalten ihre Gestalt für lange Zeit bei. Schließlich aber werden alle geordneten Systeme die wilde, verführerische Anziehungskraft des seltsamen chaoti­schen Attraktors verspüren.

Es war angemessen, daß Poincare als erster die Empfindlichkeit iterati­ver Systeme gegenüber ihren Anfangsbedingungen bemerkte. Als leiden­schaftlicher Spieler hatte der große französische Mathematiker beobach­tet, daß die winzigen Unterschiede in dem Schwung, den ein Croupier der Kugel im Roulettrad verleiht, unermeßlichen Einfluß darauf haben, in welches Fach die Kugel schließlich fallen wird. Der Ruf des Croupiers wird uns nun verständlich als der Ruf des Chaos, der Ordnung, des Wan­dels – und als der hallende Ruf des Ganzen: »Immer rundherum im Kreis, wie lange noch – wer weiß?«

Diese Worte von John Briggs und David F. Peat, zu finden in Die Entdeckung des Chaos“, München 1993, S. 110 f, zeigen in all ihrer Einfachheit, daß „die „Politik“ nicht in der Lage sein wird, die  „Überschuldungskrise“ der „Nationalstaaten“ in den Griff zu bekommen. – Mehr  – aber auch nicht weniger – ist die sogenannte – „Euro-Krise“ nämlich nicht. – Die „Nationalstaaten“, wie sie sich im Zeitalter des Absolutismus entwickelt hatten, sind platt. – Sie haben immer „auf Pump“ gelebt, leben „auf Pump“ – und werden „auf Pump“ untergehen. – Und der Tag des Untergangs ist nahe, weil durch „Überschuldung“ der „Point of

NO-RETURN

längst überschritten ist.

Wenn die „Finanzmärkte“ diese einfachen Zusammenhänge nicht erkannt haben, dann sind auch sie nicht mehr zu retten, vor allem sind sie nicht mehr „rettungswürdig“. – Sie hätten

ALLES WISSEN KÖNNEN!

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