Gewalt in Nahost: Der unendliche Bruderzwist

Gewalt in Nahost: Zwischen Bodenoffensive und Feuerpause | tagesschau.de.

der jüdische Ire

Schon einige Jahre alt, aber aktueller denn ja!

Der Nahe Osten erweckt in den letzten Tagen den Eindruck, als wäre er ein Pulverfaß. – Ich würde es etwas anders ausdücken wollen:

Der Nahe Osten ist einer der Blindgänger, die im Globalen Bürgerkrieg, der immer noch über den Planeten tobt, von der Propaganda in den „Weltfrieden“ hinübergerettet wurden.

 Und es gibt einen Politiker namens Benjamin Netanjahu, der versucht hat, den Blindgänger mit dem Vorschlaghammer zu entschärfen. – In seinem Unverstand hat er den Zeitzünder aktiviert, von dem keiner weiß, wann er die Bombe hochgehen läßt und welche Sprengkraft diese entfalten wird.

Die Medien halten Benjamin Netanjahu für einen „Staatsmann“ und berichten über ihn, als sei er von den Regeln der menschlichen Gemeinschaft befreit.

Da liegen die Medien, die unsere Meinung machen wollen, leider falsch. Auch Benjamin Netanjahu hat sich an die Grundspielregeln der menschlichen Gemeinschaft, des „globalen Dorfes“ zu halten. – Wie der Zufall es so will, war es ein Jude, der das Nadelöhr in das „Wort Gottes“ eigeführt hatte. Das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie griff 1999 die Metapher auf:

Kam der moderne Mensch durch ein „Nadelöhr“?

Die heutige Menschheit fing  ganz klein an / Schimpansen sind genetisch wesentlich vielfältiger als Menschen zeigen neue DNA-Analysen

Seit kurzem zählt man sechs Milliarden Menschen auf der Erde – verteilt über alle Kontinente sowie auf unzählige, nach Hautfarbe, Sprache, Religion, Kultur und Geschichte unterscheidbare Gruppen. Doch diese bunte Vielfalt ist nur „Fassade“. Denn auf molekulargenetischer Ebene, das zeigen jüngste Analysen an Schimpansen (Science, 5. November 1999), durchgeführt am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, bietet die Menschheit ein überraschend einheitliches, geradezu „familiäres“ Bild: Verglichen mit ihren nächsten tierischen Verwandten, den Schimpansen, sind alle derzeit lebenden modernen Menschen immer noch „Brüder“ beziehungsweise „Schwestern“…

Mörderische Absichten gegenüber dem eigenen Bruder sind den Völkern des Nahen Ostens nicht gerade fremd, wie die Geschichte von Kain und Abel zeigt. Und Kain schaut nach seinem Mordanschlag Gott mit den Augen eines Labradors an, der gerade eine „Schwarzwälder Kirschtorte“ vom Tisch gezogen und sich einverleibt hat. „Soll ich meines Bruders Hüter sein“?

Meine Frage an die Theologen der Welt lautet:

Warum hat Gott nicht

„Verdammt nochmal, Kain, ja, du sollst deines Bruders Hüter sein, wer denn sonst?“

gesagt?

Der Brudermord im Nahen Osten nahm schon zu alttestamentarischen Zeiten Dimensionen an, die im 20. Jahrhundert erst von Barry McGuire in seinem Lied „Eve of Destruction“ wiederentdeckt wurden:

„And even the Jordan has bodies float’n“ – Und sogar im Jordan schwimmen Leichen:

Das Grauen ist in der Bibel in zwei Versen zusammengafaßt:

Und die Gileaditer nahmen ein die Furten des Jordans vor Ephraim. Wenn nun die Flüchtigen Ephraims sprachen: Laß mich hinübergehen! So sprachen die Männer von Gilead zu ihm: Bist du ein Ephraimiter? Wenn er dann antwortete: Nein!

Hießen sie ihn sprechen: Schiboleth; so er sprach Siboleth und konnte es nicht recht reden; alsdann griffen sie ihn und schlugen ihn an den Furten des Jordans, daß zu der Zeit von Ephraim fielen zwei und vierzig tausend.

(Richter 12, 5,6)

Es war Jephthah, der diesen Genozid zu verantworten hatte.- Netanjahu ist von diesem seiner Brüder und den Brüdern, die er gedenkt zu „vernichten“, nicht weiter entfernt als von mir und dem Leser dieser Zeilen.

Wir müssen uns vor Augen halten: Die Erde beherbergt fast 7 Mrd. Menschen. Alle sind so „blutsverwandt“, daß ein „Jude“ seine Organe einem „Nigger“ spenden kann; jeder „Nigger“ oder jede „Rothaut“ kommt als Organ- bzw. Samenspender für den „Weißen Mann“ in Frage. – Außen vor bleiben merkwürdigerweise die „Asiaten“. Deren Stellung im „Rassenspektrum“ haben die Rassisten dieser Welt offenbar ausgespart. Bis auf „Rostock 1992“  blieben Asiaten in Europa von der Disussion über „Rassenfragen“ ausgenommen. – Japan und Deutschland waren „Achsenmächte“, die Deutschen galten im England des frühen 20. Jahrhunderst als „Hunnen“, und aus China bezogen die Juden des Altertums ebenso ihre Seide wie die Kalifen und Sultane des Nahen Ostens.

Menschen sind Menschen. Überall auf der Welt. – Alle Unterscheidungen sind nichts anderes als „Etiketten“, die man sich selbst oder anderen anheftet.  – Die grundlegenden Verhaltensmuster sind bei allen Menschen auf dem Planeten Erde gleich:

Benjamin Netanjahu denkt ebenso wie Barack Obame in die falsche Richtung. Beide sind bzw, waren auf der Schiene, die auf einer kleineren Größenskala als „Blutrache“ etikettiert wird. – Und Blutrache, die kann sich über Generationen hinziehen. – Wie der Nahost-Konflikt. – Aber „Blutrache“ ist keine gottgegebene Institution, sondern eine Entartung dessen, was ich als „Tausch-und-teile-Instinkt“ bezeichne:

Ein „gefundenes Fressen“ hatten unsere Vorfahren allenfalls dann, wenn sie irgendwo ein Stück Aas fanden. Ansonsten haben sie im Gegensatz zu den Schimpansen bereits frühzeitig nicht nur anderen Affen, Waldschweinen oder Antilopen nachgestellt, sie mußten mit größeren Brocken fertig werden und sie verteilen.

Stellen wir uns einfach einmal einen Trupp Australopithecinen vor, der einen Büffel erlegt hat. Die Männer stehen vor einem für ihre Verhältnisse gigantischen Fleischberg, Frauen und Kinder ziehen in der Nähe der ge- meinsamen Schafplätze auf der Suche nach pflanzlicher Nahrung umher. Hätten sich die Männer nach Altväter Sitte hingesetzt, dem letztlich „erfolgreichen“ Jäger das Recht der Zuteilung überlassen und ansonsten um Futter gebettelt, wäre die Menschheit seit damals keinen Schritt weiter. Damit zeigt sich aber, daß die Taktik des Bettelns und Gewährens für die Jägerhorde zunehmend unpassender wurde. Selbstverständlich beschwor diese Art der Erschließung neuer Nahrungsquellen Konflikte herauf, die das bis zu diesem Zeitpunkt vorherrschende Sozialsystem überforderte. Angesichts der im wahrsten Sinne des Wortes fetten Beute, die nun nicht mehr nur gelegentlich auf dem Speisezettel stand, mußte die gewöhnliche Konfliktlösungstrategie der Primaten versagen.

Der hier deutlich werdende Gabelungspunkt wirkte sich nicht nur auf die Beuteverteilung aus, sondern ebenso auf die Führung innerhalb der Gruppe. Denn mit der Jagd war der Macht des auf körperlicher Überlegenheit beruhenden Alphatieres die Konkurrenz des erfolgreichen Jägers erwachsen, der plötzlich ungewollt als „Herr der Nahrung“ dastand.

Es mußte sich also etwas ändern im menschlichen Verhalten.

Für eine Veränderung, die sich im subtilen Bereich des Verhaltens abspielen, sich also genetisch allenfalls als Nuance niederschlagen, fehlt zwangs- läufig jeder versteinerte Beleg. Deshalb müssen wir nach Verhaltensmustern suchen, die uns aus der heutigen Zeit geläufig sind, die aber auch,

ohne daß der Verstand eingeschaltet wird, für die Lösung des angesprochenen Problems einschlägig sind.

Merkwürdigerweise finden wir das, was wir weiter oben als Team beschrieben haben, unter dem Begriff Gesellschaft im Bürgerlichen Gesetz- buch (BGB) wieder; dort findet sich unter § 705 folgende Definition der Gesellschaft:

„Durch den Gesellschaftsvertrag verpflichten sich die Gesellschafter ge genseitig, die Erreichung eines gemeinsamen Zweckes in der durch den Vertrag bestimmten Weise zu fördern,…“

Lassen wir den Gesellschaftsvertrag als Rechtsinstitut einmal weg, so haben wir hier eine Beschreibung des Musters des ursprünglichen Jägertrupps. Demzufolge bestimmt das BGB, in § 726, daß die Gesellschaft endet, wenn der Zweck erreicht ist oder die Erreichung des Zwecks un- möglich geworden ist. – Und jetzt wird es interessant, denn in § 734 BGB regelt das Gesetz die Verteilung der „Beute“. Spontan würde man meinen, daß die Verteilung des Überschusses (Beute) einer Gesellschaft zu gleichen Teilen erfolgen würde. Das Gesetz sagt in § 734 BGB jedoch, daß der Überschuß den Gesellschaftern nach dem Verhältnis ihrer Anteile gebührt. Dem Gießkannenprinzip, das alle „gleich“ behandelt, folgt das Gesetz also nicht, vielmehr tariert es die Verteilung des Gewinns sehr fein aus.

Daß es sich bei der Gewinnverteilung im Rahmen der bürgerlich-rechtlichen Gesellschaft um ein aus unvordenklichen Zeiten stammendes Muster handelt, wird durch einen verblüffend ähnlichen Beuteverteilungsschlüssel der Pygmäen im südlichen Afrika belegt:

„Bei den Bayaka-Pygmäen gehört ein bei der Treibjagd erbeutetes Tier auf jeden Fall dem Besitzer des Netzes, in dem es sich gefangen hat. Der Töter bekommt Kopf und Hals. Das sind meist die älteren Männer, die mit ihren Speeren hinter dem Netz in Wartestellung hocken. Wer sonst beim Töten mitgeholfen hat, bekommt ein Stück Brust. Der Netzbesitzer, dem nach Traditionsrecht der ganze restliche Körper gehört, behält im allgemeinen einen Keule und alle Innereien einschließlich der Gedärme, bei den Pygmäen eine echte Delkatesse. Den Rest des Körpers teilt er dann nach eigenem Ermessen unter den an der Jagd beteiligten Leuten auf. Bei den Efe-Pygmäen im Ituri hat der Schütze auch Anrecht auf den Hauptteil der Beute, nämlich auf das Lendenstück mit den Hinterläufen. Der Organisator der Jagd erhält den Rücken, der Eigentümer des Hun- des, der das Wild aufgestöbert hat, bekommt Kopf und Hals. Der Rest wird an die übrigen Jagdteilnehmer verteilt. Man sollte annehmen, daß es sich in den verschiedenen Gemeinschaften um festgelegte Regeln han- delt, doch ganz ohne Streit geht eine solche Verteilung der Beute nie aus. Auch bei den Bayaka-Pygmäen war ich häufig Zeuge, wie es beim Vertei- len zu wilden und lautstarken Streitereien kam. Man beschimpfte sich mit den übelsten Verbalinjurien, zumal es den Pygmäen an einem lockeren Mundwerk nicht fehlt. Man bedrohte sich auf Distanz mit den Fäusten und ging auch einmal aufeinander los, ohne daß es dabei aber zu wirkli- chen Handgreiflichkeiten kam. Man blieb meist in etwa 2 m Abstand von- einander stehen und drohte und schimpfte mit einer ausdrucksstarken Gesichtsmimik. Dabei wurde laut und für alle hörbar hoch und heilig verkündet, daß man niemals mit dem da auf die Jagd gehen werde. Doch am gleichen Abend noch, ins Wohnlager zurückgekehrt, saßen alle wieder friedlich am Feuer vor ihren Hütten, verspeisten den Gemüse-Eintopf mit dem wohlschmeckenden Fleisch und stopften sich genüßlich schmat- zend die Bäuche voll. Wer beim Verteilen der Gazelle im Wald zu kurz gekommen war oder gar nichts abbekommen hatte, konnte dann spätes- tens beim Abendessen seinen Anteil verzehren…“(51)i

In dieser Schilderung können Sie nicht nur die Ähnlichkeit des Musters bei der „Beuteverteilung“ in einer reinen Jäger- und Sammlerkultur und bei der „zivilisierten“ Variante erkennen, Sie sehen auch den hohen Re- spekt, den das Eigentum des erfolgreichen Jägers genießt, was wiederum die Nahtstelle zu unseren felltragenden Vettern erahnen läßt. Die Ähnlichkeit eines von hochgebildeten Juristen ersonnenen Gesetzes (52)ii und natur- verbundem Gerechtigkeitsempfinden zeigt überdies, wie nahe wir alle den Pygmäen sind, die als einer der ältesten lebenden Volksstämme gelten. Wir mit unserer „fortschrittlichen“ Zivilisation sind im sozialen Bereich keinen Schritt weiter! – Die Fülle von Gerichtsentscheidungen zu § 734 BGB belegt nämlich ebenfalls unsere Nähe zu den Pygmäen.

Die Parallele der Verhaltensweisen rechtfertigt den Schluß, daß es sich um ein Verhalten handelt, das einer biologischen Wurzel entpringt und damit in den Tiefen des menschlichen Gehirns verankert ist. Es ist damit der Natur des Menschen zuzurechnen. Der hier wie dort auftretende Streit belegt ebenfalls, daß hier nicht kaltes Kalkül und nüchterner Verstand am Werke sind, sondern emotionale Antriebsmuster.

Das „Austarieren“ der Anteile, das Gewichten von Geben und Nehmen hat innerhalb der menschlichen Gemeinschaften überall auf der Welt einen hohen Stellenwert. Eibl-Eibesfeld hat das anhand vieler Beispiele aus verschiedenen Kulturkreisen und im Rahmen von Untersuchungen mit Kindern nachweisen können. (53)iii

Das Phänomen des Austauschs wird unter dem Begriff des reziproken Altruismus diskutiert. – Selbstverständlich passen die Ergebnisse der Humanethologie nicht in unsere vom Streit über die Richtigkeit miteinander wetteifernder Ideologien geprägte Zeit. Also schweigt man sie am liebsten tot und leugnet die Ergebnisse weg. Denn nur mit dem Homo oeconomicus, dem streng egoistisch und streng ratio- nal handelnden Menschen, lassen sich Ideologien von Kapitalismus bis Kommunismus rational begründen und verteidigen.

Und dennoch finden wir in unserer Zivilisation eine genaue Entsprechung für das Muster des reziproken Altruismus:

Sie gehen frühmorgens zum Büdchen. „Eine Bild-Zeitung, bitte.“ – „Siebzig Pfennig.“ – „Danke, Tschüs!“ – „Vielen Dank auch, schönen Tag!“ In diesem Augenblick haben Sie den ersten Vertrag des Tages schon hinter sich. Gegen Mitternacht verspüren Sie Hunger und bestellen eine Pizza. Wenn Sie den Pizzafahrer bezahlt haben, war das für diesen Tag der letzte Vertrag.

Wir sind unablässig damit beschäftigt, Verträge zu schließen und zu erfüllen. Das System des Gebens, damit der andere gibt, ist die Keimzelle dessen, das weltweit unter dem Begriff Zivilrecht bekannt ist. Es ist vollkommen gleichgültig, in welchen Winkel der Welt sie sich begeben. Überall, wo Sie auf Menschen treffen, können Sie deren reziproken Altruismus mit den dürren Worten der §§ 145 ff des § 305 BGB beschreiben: Die §§ 145 ff BGB beschreiben das Zustandekommen eines Vertrges durch die unmißvertändlich erklärte Willensübereinstimmung zweier oder mehrerer Menschen. § 305 BGB ((ursprüngliche Fassung!) spiegelt das Bedürfnis des Menschen zu reziprokem Verhalten wider: „Zur Begründung eines Schuldverhältnisses sowie zur Änderung des Inhalts eines Schuldverhältnisses ist ein Vertrag zwischen den Parteien erforderlich, soweit nicht das Gesetz ein anderes vorschreibt.“

Sie werden unschwer feststellen, daß Vertrag etwas damit zu tun hat, daß man sich verträgt. Denn nur wer sich mit einem anderen verträgt, kann einen mit diesem übereinstimmenden Willen haben.

Allerdings wird die Unzahl von Verträgen, in die der Mensch in seinem Leben verwickelt wird, in der Regel nicht bemerkt. Daß es sich um „Schuldverhältnisse“ handelt, merkt der Mensch erst, wenn bei dessen Abwicklung etwas schiefläuft. – Bleiben wir bei unserem Beispiel: wenn Sie die Pizza in Empfang nehmen, dem Boten aber die Tür vor der Nase zuschlagen anstatt zu bezahlen, verletzen Sie die Regeln. Der Bote wird aber nicht zum Gesetzbuch greifen um festzustellen, gegen welche Regel Sie verstoßen haben, sondern sich spontan fürchterlich aufregen. Das wiederum zeigt, daß der gegenseitige Vertrag, wie ihn das BGB beschreibt, kein Konstrukt der Ratio des Menschen ist; seine Wurzeln reichen viel- mehr tief in den animalischen Teil des menschlichen Gehirns hinein.

Damit kam allerdings nichts grundsätzlich Neues in die Welt, denn das Prinzip des gegenseitigen Vertrages ist den Juristen unter der Bezeichnung Synallagma geläufig, die biologische Entsprechung heißt Symbiose. Auch die Partner in einer Symbiose geben, weil und damit der Partner gibt.

Australopithecus Superbus S. 95ff

Es hat einige Jahre gedauert, und ich mußte erst Armin Falks Abhandlung „Homo oeconomicus versus homo reciprocans“ lesen, bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel: Reziprokes Verhalten, reziproker Altruismus sind Ausdrucksformen eines an Komplexität kaum zu überbietenden Instinkts.

Wir tauschen und teilen, weil wir nicht anders können. – Wir haben eigentlich nur die Freiheit,zu entscheiden, was wir tauschen und teilen. Und die Zahl der Freiheitsgrade sit so hoch wie die Zahl der Rotationsachsen eines Fußballs.

Dem Tausch-und-teile-Instinkt ist es vollkommen egal, ob man Informationen oder Artilleriegranaten tauscht. Allein die Begriffe „Vergeltung“ und  „Vergeltungswaffen“ im militärischen Sprachgebrauch deuten auf die Steuerung des Verhaltens durch einen Instinkt hin. – Instinkte sind nun einmal nur begrenzt durch das Großhirn und damit „bewußt“ steuerbar.

Vor einigen Jahren wurde von der der Uni Zürich, an der Armin Falk gearbeitete hatte,  nachgewiesen, daß „Rache“ tatsächlich „süß“ ist, weil „Bestrafung“ das „Belohnungszentrum“ im Gehirn aktiviert. – Benjamin Netanjahu, seine „Befehlsempfänger“ und auch seine „Widersacher“ im Gaza-Streifen wissen vielleicht gar nicht, was sie tun.

Das wird und muß sich ändern:

Der auf die Obrigkeit gemünzte Antrag Jesu:

„Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“

ist vom  Jüngsten Gericht zurückzuweisen.

Benjamin Netanjahu,  seine Soldatinnen und Soldaten können sich im Internet ebenso über die Grundlagen ihres eigenen Verhaltens informieren wie ihre „Feinde“. –

i (51) Armin Heymer, Die Pygmäen, München 1995, S. 204f

ii (52) Die Vorarbeiten zum Bürgerlichen Gesetzbuch begannen kurz nach der Reichs- gründung 1871, waren aber erst 1896 abgeschlossen. Das BGB faßt in seinem Kern die mitteleuropäischen Rechtstraditionen von Jahrtausenden zusammen.

iii (53) vlg. Eibl-Eibesfeld aaO 497 ff, er faßt seine Ergebnisse u.a. wie folgt zusam- men: „…In allen von uns untersuchten Kulturen verfügen bereits Säuglinge im vorsprachlichen Alter über die Strategien des Anbietens, und sie erfreuen sich spielerischer Dialoge des Gebens und Nehmens, die bereits die Regeln der Reziprozität beachten. Aus dem reziproken Geschenkeaustausch entwickelte sich der Handel. Die ethologischen Erhebungen bestätigen die Annahme von Marcel Mauss, daß die soziale Funktion des Objekttransfers am Anfang der Entwicklung stand. Bindungen an Mitmenschen werden als Besitz geachtet und verteidigt. Soziale Bindungen sind jedoch stets partnerschaftlich wechselseitig.( S. 508)

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