In Sachen CDU & Co ./. Pressefreiheit

Mai 4, 2016

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Franz Kafka zum130. Geburtstag

Juli 3, 2013

130. Geburtstag : Franz Kafka und seine Welt aus Angst und Unglück – Nachrichten Wirtschaft – Webwelt & Technik – DIE WELT.

Die nachfolgend wiedergegebene „Prozeßordnung“ ist die einzige, mit mit nur einem Paragraphen auskommt. – Deswegen hat sie wohl bei jedem, der „behördenerfahren“ ist, einen hohen Wiedererkennungswert.  Happy Birthday, lieber Franz K.

 

Franz Kafkas Prozeßordnung (FKPO)

§ 1 – Verwaltungsverfahren

  1. Der Betroffene ist darauf hinzuweisen, daß der Betroffene Kenntnis darüber hat oder infolge von Fahrlässigkeit nicht hat, in welcher Angelegenheit der für den Betroffenen zuständige Sachbearbeiter für oder gegen den Betroffenen gegenwärtig tätig ist.

  2. Von Amts wegen ist der Betroffene auf die Unzuständigkeit des befragten Sachbearbeiters und auf die mögliche Zuständigkeit eines anderen Sachbearbeiters hinzuweisen.

  3. Dem Betroffenen ist auf Antrag zu eröffnen, daß die Sachbearbeitung einen nicht näher bestimmbaren Zeitraum im Anspruch nehmen könne.

Durchführungsverordnung zu § 1 FKPO:

Art. 1.

Sinn und Zweck dieser Vorschrift sind nicht näher ersichtlich, bedürfen aber auch keines nachvollziehbaren gesetzgeberischen Grundes.

Art. 2.

Für den Verwaltungsbeamten ist das Gesetz klar und unmißverständlich strukturiert.

Art. 3.

Im praktischen Fall wird der Verwaltungsbeamte dem Betroffenen in Fällen des Absatzes 1 kurz und knapp erklären:

„Sie wissen selbst am besten, worum es geht!“

Art. 4.

Absatz 2 schützt den unzuständigen Sachbearbeiter vor dem Verlust wertvoller Arbeitszeit. Er sollte dem Betroffenen im Rahmen des gebotenen sparsamen Umgangs mit der für die Sachbearbeitung zur Verfügung stehenden Zeit mündlich erläutern, daß der für den Betroffenen möglicherweise zuständige Sachbearbeiter im Nachbarzimmer seinen Arbeitsplatz hätte. Zur pflichtgemäßen Erfüllung dieser Vorschrift ist es ausreichend, daß der unzuständige Sachbearbeiter den Betroffenen mit den Worten

„Ich bin nicht zuständig, gehen Sie zur nächsten Tür“, höflich, aber bestimmt des Dienstzimmers verweist.

Art. 5.

Die Verwaltung ist zur sparsamen Verwendung der ihr vom Staat zur Verfügung gestellten Mittel verpflichtet. Deswegen ist es erforderlich, daß der Betroffene, der sein Recht wahrnimmt, über den gegenwärtigen Sachstand seiner sich in der Sachbearbeitung befindlichen Angelegenheit die anderweitig gesetzlich vorgesehene Kenntnis zu erlangen, in der gebotenen Kürze informiert wird. Der zuständige Sachbearbeiter hat in Beantwortung eines Auskunftsersuchens, sofern dieses den Anforderungen, die an einen Antrag zu stellen sind, erfüllt, dem Begehren des Betroffenen unter Verwendung der nachfolgenden Formulierung stattzugeben:

„Wir können Ihnen nichts sagen, Sie müssen warten!“


Mayakalender: Nur die Dombauhütte kann uns retten, denn ORION hat Verspätung

November 20, 2012

Mayakalender: Wissenschaftler sagt Weltuntergang 2012 ab – Nachrichten Wissenschaft – DIE WELT.

Vor fast genau 45 Jahren war die Fernsehnation schockiert über die Meldung: „Die Invasion ist nicht mehr aufzuhalten, ich schlage vor, mit den Frogs zu verhandeln.“

Originalrep0rtage

Aus den Verhandlungen wurde nichts. – Sie erübrigten sich am Ende, weil, wie Sie gesehen haben,  von der Obersten Raumbehörde Order an die Crew der „Orion“ erging: „Gehen Sie auf Hyperspace-Geschwindigkeit und fliegen Sie „Gordon“ an! Eliminieren Sie „Gordon“ mit Overkill! Dies ist ein Befehl der Weltregierung!“

Es wurde ein Wettlauf mit der Zeit, aber „Gordon“ wurde rechtzeitig eliminiert.

All das geschah innerhalb weniger Minuten.

Innerhalb weniger Minuten kann viel passieren. – Mit diese Worten wirbt die WELT für WELT-ONLINE.- Daß die zuständige Werbeagentur den Slogan mit einem Bildnis des Papstes unterlegt hat, versetzt mich doch etwas in Erstaunen, denn weder die Wahl eines Papstes noch dessen Amtszeit sind eine Sache von wenigen Minuten.

Es sei, wie es ist, denn innerhalb weniger Minuten kann allerdings tatsächlich viel passieren, das hat sich am 2.3.2007 gezeigt:

Kurz vor den 15-Uhr Nachrichten des Senders n-tv hatte ich begonnen, das Feuilleton der WELT durchzublättern. Unter der Überschrift „Ecce Herbert!“ sollte Herbert Grönemeyer auf Seite 27 zum Religionskritiker hochstilisiert werden. – Da Grönemeyer keine Alternativen zu bieten hat, gewissermaßen mit leeren Händen dasteht, ist dem Verfasser des Artikels seine Absicht wohl nicht so ganz gelungen. Als gelungen empfand ich jedoch, daß auf der Folgeseite in der o.g. Anzeige der Papst ebenfalls mit leeren Händen dastand.

N-tv meldete, nach einem geheimen UN-Bericht wäre die Klimakatastrophe nicht mehr aufzuhalten. Mit wem aber sollte die UNO diesmal verhandeln?

Die WELT, obwohl erdgebunden, ging ebenfalls auf Hyperspace-Geschwindigkeit, denn die WELt und n-tv überholten sich bei der Berichterstattung gegenseitig:“ ‚Orion‘ hat Verspätung“, meldete sie auf ihrer Wissenschaftsseite (Seite 31). – Wenn „Orion“ Verspätung hat, wer soll die Welt dann noch retten können? – Captain Kirk?

Laut n-tv werden auch er und seine Crew zur Rettung der Erde nichts beitragen können. Laut n-tv nämlich wurde „Enterprise“ von Tornados weitgehend zerstört. Die Schäden waren so gravierend, daß George W. Bush sie höchstpersönlich inspizieren mußte. (Enterprise ist eine Kleinstadt im Südwesten der USA)

Gibt es dennoch eine Rettung? – So könnte man vermuten, wenigstens dann, wenn die elektrische Anlage der „Enterprise“ von Siemens gefertigt wurde. Denn laut WELT (S. 31) heißt Siemens: „Gott hat gehört“.

Ob Gott gehört hat, weiß ich nicht, die Götter jedenfalls scheinen gehört zu haben, denn auf Seite 32 berichtet die WELT mit erheblicher zeitlicher Verzögerung über den Ausbruch des Stromboli. Und dieser räusperte sich fast zur gleichen Zeit, als folgender Text durch das Netz der Netze gejagt wurde:

„Ob es sich bei den Ausbrüchen des Krakatau, des Vesuv oder des Mount St. Helens tatsächlich um „Katastrophen“ handelt, die „die Umwelt“ beeinträchtigen, darf nach der Lektüre der oben zitierten Wissenschaftsseite der WELT mit Fug und Recht bezweifelt werden. Denn offensichtlich bildet die Vulkanasche, die nach und nach wieder zu Boden sinkt,  globalen Dünger, der Organismen zu Lande und zu Wasser nützt. „Es ist, als wenn der Vulkangott Vulcanus und die Fruchtbarkeitsgöttin Freya mit Neptun eine Vereinbarung getroffen haben, von der wir erst jetzt etwas erfahren.“ So zitiert die WELT (Vulkanasche ist Dünger) den Geomar-Wissenschaftler Svend Duggen.

Da ist was Wahres dran.

Und es ist erstaunlich, diese Worte aus dem Munde eines Naturwissenschaftlers zu hören. Noch erstaunlicher ist, daß der Mann am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften tätig ist. – Leibniz hatte den Tieren den Verstand abgesprochen. Laut Leibniz brauchen Tiere keinen Verstand, weil Gott ihn für sie habe. – Der Verstand, der Leibniz vorschwebte, reicht offenbar weit über das Tierreich hinaus. Die olympische Düngemittelgesellschaft läßt sich tatsächlich so darstellen, wie Duggen es getan hat. Freilich sind ihm zwei Details entgangen: Die olympische Fruchtbarkeitsgöttin heißt Demeter und nicht Freya. Ferner hat Duggen Aeolos vergessen, der mit von der Partie ist, weil er für den weltweiten Vertrieb des Düngers verantwortlich zeichnet.“

Die Mail ging am 27.2.2007 an die FAZ ab, hier der Original-Header:

—-Ursprüngliche Nachricht—–

Von: gerhard.altenhoff@email.de

Gesendet: 27.02.07 15:43:19

An: redaktion@faz.de

CC: jora@jora-hypno.de, wissenschaft@welt.de,

wissen-online@sueddeutsche.de, leserbriefe@bild.de

Betreff: FW: Unser Planet stirbt

– Die Liparischen Inseln, zu denen der Vulkan Stromboli gehört, werden auch die  Aeolischen(!) Inseln genannt! –

Das Mitlesen von Mails ist offenbar keine Erfindung der Geheimdienste, der Olymp liest wohl schon recht lange mit, zumindest seit der Einführung des Internet.

Für die eingefleischten Mechanistiker kommt es noch schlimmer:

Am 8.3.2007 wurde die Zufahrt zum Düsseldorfer Flughafen in der Zeit von 21.45 Uhr bis 23.00 Uhr gesperrt, weil ein Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg entschärft werden mußte. An dieser Bombe muß ich in jungen Jahren einige hundert Mal vorbeigegangen und mit Rad und Auto vorbeigefahren sein, denn sie wurde nur wenige hundert Meter von meinem Elternhaus entfernt gefunden.

Wenn Sie so wollen legten die Götter ihrem Advocatus Deorum den „Blindgänger“ zu Füßen, und zwar mit Vorankündigung:

Planmäßig hob Flug LT 147 am 8.3.2007 von der Rollbahn des Flughafens in Alicante ab. Weil auch der Landeanflug planmäßig verlief, setzte LT 147 mit dem Advocatus Deorum an Bord pünktlich um 22.55 Uhr auf der Düsseldorfer Rollbahn auf. – Während des Landeanflugs war ein Feuerwerker damit beschäftigt, einen Spagat zu absolvieren: einerseits

mußte er den „Blindgängereffekt“ zu vermeiden suchen, andererseits mußte er ihn fördern. Er mußte vermeiden, daß das Ding hochging und ihm damit „Zukunft“ sichern.

Mutter Erde ist schon erstaunlich: Ich glaube nicht, daß die Besatzung der B-17, die seinerzeit die Bombe ausgeklinkt hatte, jemals einen Gedanken daran verschwendete, daß wenig mehr als 63 Jahre nach dem Abwurf derjenige , der den „Blindgängereffekt“ der klassischen Evolutionstheorie hinzufügte und „Uncle Sam“ die Worte „Join the IRA – Drop! Your! Fucking! Guns! Now!“ in den Mund legte, ihren Kurs kreuzen würde, – wenn sie denn den eigenen Fliegerhorst je wieder erreichte.

Der „Blindgängereffekt“ wurde inspiriert durch eine Textstelle in Hoimar von Ditfurths „Wir sind nicht nur von dieser Welt“:

>Das hier beschriebene Experiment wurde tatsächlich durchgeführt, und zwar vom amerikanischen Nobelpreisträger Joshua Lederberg. Zum Ergebnis dieses Experiments und zum Phänomen des Albinismus bemerkt Hoimar von Ditfurth:

„Dies Ergebnis – es ist für das Verständnis so wichtig, daß ich es noch einmal hervorheben möchte – war weder angezielt worden (das Genom kann nicht zielen: Mutationen erfolgen zufällig und ungerichtet!) noch vorhersehbar gewesen (Eiszeiten, geologische Katastrophen oder die Invasion überlegener Konkurrenten kündigen sich nicht vorher an). Vielleicht war der Treffer, das ist alles, was dazu gesagt werden soll, unter diesen Umständen allein als Folge gerade eines völlig ziellosen >Herumballerns< durch den Mutationsprozeß möglich geworden. Denn ein zum Zielen befähigter Schütze hätte, wie gesagt, die >richtige< Richtung womöglich planmäßig ausgespart, weil es dort noch nichts gab, worauf er in dem Augenblick, in dem er abdrückte, hätte zielen können.“[1]

Ich habe lange darüber nachgedacht, warum die gewählte Metapher vom sinnlosen „Herumballern“ nicht stimmen konnte. Das paßte nicht zu dem. was v.Dithfurth auf der vorhergehenden Seite geschrieben hatte:

„Das Genom (die Summe der Erbanlagen eines Organismus) ist zwar unbelehrbar, unfähig, aus der Umwelt Informationen zu beziehen und aus Fehlern mutativer Anpassung zu lernen. Daran läßt sich nichts ändern. Aus der Welt der Organismen gelangt keine Information in die Welt der Elementarteilchen. Aber die daraus resultierende Blindheit jeder einzelnen Mutation gegenüber der Situation des Organismus, an dessen Bauplan sie planlos herumspielt, hat immerhin auch einen Vorteil: Diese gänzlich unvermeidliche Blindheit läßt die Art >offen< bleiben für noch gänzlich unvorhersehbare zukünftige Möglichkeiten.

Es wurde schon gesagt, daß die Lernunfähigkeit des Genoms sich zum Beispiel darin äußert, daß bei den verschiedensten Arten immer wieder Albinos auftauchen: eine Mutation, die einem Hirsch, einer Amsel oder einer Maus unter normalen Umständen nichts als Nachteile einträgt. Unter den Bedingungen der freien Natur werden diese Varianten denn auch von der Umwelt sehr schnell wieder <ausgelesen>“.[2]

Bei ziellosem „Herumballern“ wären der Evolution mit Sicherheit bald die Patronen ausgegangen, wenn sie mit einem Gewehr eine Zielscheibe hätte treffen müssen. Sie haben oben aber gesehen, daß der „Munition“, die die Natur verwendet, eine explosive Tendenz innewohnt. Die Evolution gleicht daher nicht einem „herumballernden“ Präzisionsschützen, sie gleicht vielmehr dem Trommelfeuer des Ersten Weltkrieges oder den Bombenteppichen des Zweiten Weltkrieges. Beide hinterließen eine Unzahl von Bomben und Granaten, die zwar nicht ihr Ziel, aber zunächst einmal ihren Zweck verfehlten, indem sie als Blindgänger zu Boden gingen. Alle „perfekt“ an den „Zweck“ ihres „Daseins“ angepaßten Sprengkörper hatten ihre Mission erfüllt. Allein die Blindgänger nicht. Einige von ihnen harren heute noch tief im Boden ihrer „Zweckbestimmung“.

Je häufiger aber „Blindgänger“ in die Welt gesetzt werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß irgendwann einmal einer von ihnen explodiert. – Der Präzisionsschütze, der seine Munition „verballert“ hat, kann demgegenüber keinen einzigen Treffer mehr erzielen. Das ist der Unterschied. Vielleicht wäre v. Ditfurth auf den richtigen Gedanken gekommen, hätte er die zutreffende Metapher benutzt.

Darwin prägte den Begriff vom „survival of the fittest“. Die deutsche Sprache machte daraus das „Überleben des Tüchtigsten“. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts und die europäische Einigungsbestrebung rechtfertigen es wohl, in versöhnlichem Ton vom „survival of the blindgängers“ zu reden.<

Wie der Zufall es so wollte, wurde die Maschine von Flugkapitän Lütgemüller gesteuert. Trotz erheblicher Turbulenzen während des Fluges, sah ich einer sicheren Landung entgegen, denn F.W. Lütgemüller hieß der Mann, der die Mensuren, die ich als Corpsstudent ausfechten mußte, sekundiert hatte. Und der Zufall wollte es so, daß all dies an dem Tag stattfand, an dem Rudolf Reiner Anicetus Jirka Geburtstag hat, der Mann, dessen Nachname Karel Zeemans „Reise in die Urwelt“ unauslöschlich in mein Gedächtnis gebrannt hat. – Wenn das „Zufall“ war, Reiner Zufall war das nicht.

   „Als so der Gott, wer immer es war, die Materie geordnet,

So sie zerteilt und die Teile zu wirklichen Gliedern gestaltet,

Ballte er gleich zu Beginn die Erde, damit sie auf jeder

Seite sich gänzlich gleiche, zur Form einer riesigen Kugel.“

„Quisquis fuit ille deorum“, so lautet „der Gott, wer immer es war“ im Original. Ovid und seine Zeitgenossen rätselten über die Identität des „Schöpfergottes“. Die naturwissenschaftliche Kriminalistik hat ihn eindeutig identifizierbar gemacht. Es ist Vulkanus, den die Griechen Hephaistos nannten. – Den Passus der Identifikation des Schöpfergottes hatte ich aus meiner o.g. Mail an die FAZ gestrichen, weil ich ihn für zu dick aufgetragen hielt…

Alle Substanzen, ich vermeide das Wort „Bausteine“, denn Bausteine sind passiv, die zur Organisation des Lebens beitragen, wurden und werden von Hephaistos aus dem Bauch der Erde an deren Oberfläche befördert. Allen voran das Wasser, gefolgt vom Kohlenstoff bis hin zu den „Spurenelementen“. Die besten Zeugen sind die thermophilen Archaebakterien, die nach wie vor Schwefelwasserstoff fressen, heute aber nur noch in der Nähe von unterseeischen Vulkanen (Black Smoker) siedeln. Sie sind die ältesten Lebewesen des Planeten.

Und, das sei hier nur am Rande erwähnt, Hephaistos kann zwar hervorragend mit Hammer und Amboß umgehen, er ist aber kein Waffenschmied, sondern eher als Werkzeugmacher anzusehen, der Poseidon und Aeolos die Werkzeuge schmiedet, mit denen sie den Menschen nach Belieben Freude bereiten oder Schrecken einjagen.

In der heutigen Welt sind und bleiben die mittelozeanischen Rücken das Haupttätigkeitsgebiet des Hephaistos, seine Black Smokers sind nämlich vor allem da zu finden, wo neue Erdkruste sich bildet, eben an den mittelozeanischen Rücken.

Warum aber bildet sich überhaupt neue Erdkruste, warum wandern die Kontinente ziellos über den Planeten. Diese Frage wurde mir bislang von keiner geologischen oder geophysikalischen Veröffentlichung beantwortet. Es besteht der Verdacht, daß sie nicht einmal gestellt worden ist.

Um sie zu beanworten, müssen wir unseren Blick wohl wieder einmal gen Himmel richten, wo der Mond seine Bahnen zieht. Die Erde dreht sich um ihre eigene Achse, der Mond auch. Beide zusammen drehen sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt, um eine gemeinsame Achse. Diese wirkt im flüssigen Erdinneren gewissermaßen als „Rührstab“, der für ein wenig Chaos sorgt, das sich auf die Erdkruste als Plattenbewegung auswirkt.

Betrachten wir deshalb zur Abwechslung einmal den Mond als den Hammer des Hephaistos. Dann bekommt der Zufall, daß die sich eingangs erwähnten Ereignisse innerhalb von wenigen Minuten genau am 2.3.2007 abspielten, eine neue Bedeutung, denn es war der Tag des Vollmonds und der Vorabend der Mondfinsternis, die am 3.3.2007 von Spanien aus von Anfang bis Ende zu beobachten war.

Wie der „Zufall“ es wollte, sind Naturereignisse und Spielfilme im Fernsehen wenig kompatibel. Also zappte ich solange, bis ich eine Musiksendung gefunden hatte, die die Himmelserscheinung ein wenig untermalte. Wie der „Zufall“ es so wollte, strahlte der NDR just zu der Zeit, in der der Mond verdunkelt war, die Wiederholung der Wahl für den deutschen Beitrag des „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ des Jahres 2006 aus. – Der Gewinner verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden, denn es handelte sich dabei um „No, no, never“ von Texas Lightning. – Es war für mich von Anfang an ein besonderes Lied, ohne daß ich diese Besonderheit zunächst hätte beschreiben können. Erst viel später erkor ich es zum Gegenstück des 23. Psalms. Aber erst anläßlich der Wiederholung wurde mir bewußt, daß der „Grand Prix“ im Jahre 2006 in Athen stattgefunden hatte.

Sie können mich gerne für verrückt erklären, da wären Sie nicht der Erste, aber während ich mir Gedanken über die letztgenannten Zeilen machte, schaute ich kurz in das Video-Band aus dem Jahre 1984, auf dem sich sowohl „Der Tag, an dem die Erde Feuer fing“ als auch der BBC-Dreiteiler „Die Entstehung eines Kontinents“ befinden. Dort wird „El Capitan“ erwähnt, eine vom Eis extrem glatt geschliffene Felswand in Kalifornien, die 1000 Meter hoch ist. Und was soll ich Ihnen sagen? – Kaum fünf Minuten später wird im ARD-Nachtamagazin der neu Film von Pete Dankwart vorgestellt, der die Besteigung des „El Capitan“ zum Thema hat: „Am Limit“.

Ich gehe davon aus, daß Sie nunmehr am Limit ihres rationalen Fassungsvermögens angelangt sind.

Was würde der „Vulkanier“ wohl dazu sagen?

  „Faszinierend“

Und was macht der Papst? – Er steht immer noch mit leeren Händen in der WELT vom 2.3.2007. Auf Seite 28.

Und der Kölner Dom wird auch am 22.12.2012 noch an  „sinnem ahle Plaas“ zu finden sein. – Und das ist gut so!

ä


[1] H. von Ditfurth, Wir sind nicht nur von dieser Welt, Hamburg 1981, S. 103

[2] v.Ditfurth aaO, S 101f


Das muß mir mal einer erklären – aber so, als wäre ich vier Jahre alt!

November 16, 2012

Gerhard Altenhoff.

Seit mehr als 2 Stunden versuche ich, den Link

https://advocatusdeorum.wordpress.com/2012/11/16/ob-elbers-staatsanwalt-pas-auf/

dauerhaft auf Facebook zu psten. – Keine Chance!

Bei jeder Aktualisierung ist er wie von Geisterhand verschwunden.


„Kandidatenduelle“ – Vertane Sendezeit

Oktober 4, 2012

TV-Duell: Amerikaner wollen echte Debatte statt Phrasen | tagesschau.de.

Wenn die Frage „wer kann Präsident“  davon abhängen sollte, er sich rhetorisch am besten verkauft, der sollte seine Zuflucht im alten rom suchen, nicht aber in einem demokratisch verfaßten Gemeinwesen. – Derartiger Quatsch erinnert fatal an das Verhalten der Laubenvögel.

Wer sich am besten präsentieren kann, bekommt den Zuschlag.  – Obama „konnte“ wohl nicht so ganz „Präsident“, denn hätter es gekonnt, müßte er nicht im „Kandidatenduell“ antreten. – Und Romney kann wohl auch nicht mehr als Worte machen.

Und im nächsten Herbst werden wir die Kopie dieses originellen Schauspiels auch live erleben dürfen: Das „Duell“ zwischen der Rügenwalder Teewurst und dem „Kabeljau der Nation“.

Ich darf in diesem Zusammenhang an ein „Kanzlerkandidatenduell“ erinnern, das einem gewissen Gerhard Schröder die Besetzung des Kanzleramts gesichert hatte. Der nachfolgende Text ging damals als Leserbrief an die Redaktionen der „großen“ Tageszeitungen, wurde aber meines Wissens nie veröffentlicht.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Nun ist es vorüber, das erste „Duell“ zwischen dem Kanzler und seinem „Herausforderer“. – Ein Medienspektakel aller gesellschaftlich relevanten Fernsehkanäle.

Wer hingeschaut hat, wird mir am Ende darin beipflichten, daß „Ben Hur“ spannender war und daß Charlton Heston und Stephen Boyd die besseren Schauspieler sind.

Es ging und geht jedoch nicht um den „Oscar“. – Den hatte Schröder schon, der ist ihm aber davongelaufen. Es geht auch nicht um die Frage, ob man der Wirtschaft Beine macht oder ihr mit „ruhiger Hand“ im Laufen die Schuhe besohlt.

Es geht vielmehr um das Entsetzen, das eine derartige Horrorshow verbreiten muß. Erschreckend ist nämlich, daß Deutschland offenbar den „Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland“ verlassen hat. Mit ihrer Teilnahme am verbalen Wagenrennen haben beide „Kandidaten“ ohne jeden Zweifel öffentlich zur Schau gestellt, daß sie es mit der Verfassung nicht so genau nehmen.

Guido Weterwelle, dem Kanzlerkandidaten der FDP, hat man die Starterlaubnis verweigert. Er hätte wohl gern das „Duell“ per Gerichtsbeschluß in einen Schußwechsel mit drei Pistolen verwandelt. Aber er wäre gut beraten, die Prozeßart zu wechseln:

Statt auf Teilnahme an der Kandidatenkirmes zu klagen, nimmt man in solchen Fällen das Grundgesetz zur Hand und liest es. Nach der Lektüre fällt einem ide Entscheidung leichter, ob man zum Hörer greift und den „Personalchef“ der Bundeskanzler anruft oder sich über 11 88 0 mit Karlsruhe verbinden läßt. – In beiden Fällen werden Sie geholfen:

Ich zitere aus Abschnitt VI des Grundgesetzes den Artikel 63 Absatz 1:

„Der Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom Bundestage ohne Aussprache gewählt.“

Der Bundespräsident hat nach dem Wortlaut des Grundgesetzes das alleinige Vorschlagsrecht, somit haben ihn alle Bewerber für das Amt des Bundeskanzlers  als Personalchef zu akzeptieren. In der Kanzlerfrage hat der Bundespräsident folglich die Qual der Wahl nach der Wahl. Und die kann ihm niemand abnehmen. Das ergibt sich aus dem weiteren Procedere, das Art. 63 anordnet:

Das Parlament darf erst dann aus eigenem Antrieb einen Dummen für das Kanzleramt finden, wenn der vom Bundespräsidenten Vorgeschlagene nicht mit der erforderlichen absoluten Mehrheit gewählt wird. Dafür hat der Bundestag nach Art. 63 Abs. 3 vierzehn Tage Zeit. Einigen sich die parlamentarischen Streithähne innerhalb dieser Frist nicht, reicht im nächsten Wahlgang die einfache Mehrheit. Wenn in dieser Situation von den mehr als sechshundert Abgeordneten nur noch zehn im Plenarsaal sind, weil die anderen genervt in der Kantine oder bei ihren Freundinnen herumhängen, reichen sechs Stimmen zur Kanzlerwahl. Ob eine solche Kanzlerwahl im Sinne des „Wählervotums“ ist, darüber hat erneut der Bundespräsident zu befinden. Er hat sieben Tage Zeit, den auf den Schild Gehobenen zum Kanzler zu ernennen. Tut er das nicht, muß er den Bundestag auflösen. So will es das Gesetz. Nachzulesen ist das in Artikel 63 Absatz 4 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland.

Da stehen sie nun: Schröder, Stoiber und Westerwelle; – obwohl getrennt, rappeln sie doch gemeinsam am Tor zum Kanzleramt und betteln um jede Simme. Auf der anderen Seite steht in aller Erhabenheit Artikel 63 des Grundgesetzes.

Aber keiner weiß, wie es weitergeht, denn Art. 63 GG gibt keine Auskunft darüber, wie der Bundespräsident an die Vorschläge kommt, die er dem Parlament zu machen hat. Soll er sie zufällig aus dem Stuttgarter Telefonbuch auswählen? – So jedenfalls wurde die Jury für die in vergangen Zeiten beliebte Sendung „Wie würden Sie entscheiden?“ zusammengestellt. – Wie soll der arme Johannes Rau herausfinden, wen er dem Parlament vorschlagen kann? – Nur keine Panik!:

Der gesetzgeberischen Tradition entsprechend hat auch das Grundgesetz so etwas wie einen Allgemeinen Teil und einen Besonderen Teil. Für den Juristen hat das den Vorteil, daß er die Antwort auf Fragen, die der Besondere Teil aufwirft, meist im Allgemeinen Teil findet. Traditionell finden sich die allgemeinen Regelungen vorne im Gesetz. Die Abschnitte des Grundgesetzes sind zwar nicht ausdrücklich so gegliedert, dennoch folgt die Unterteilung dem traditionellen Muster.

Bezüglich der Stellenbesetzung im Öffentlichen Dienst wird man im Abschnitt II fündig, der überschrieben ist mit  „Der Bund und die Länder“. In Artikel 33 GG heißt es unter dem Begriff „staatsbürgerliche Rechte“ in Absatz 2:

„Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.“

Diese Regelung gilt aufgrund seiner Stellung im Gesetz für den Bund und die Länder. Art. 33 GG ist nach seiner Stellung im Gesetz eine allgemeine Vorschrift. Art. 33 GG ist damit für die Vergabe von öffentlichen Ämtern in Bund, Ländern und Gemeinden einschlägig, mangels spezialgesetzlicher Regelung damit auch für das Amt des Bundeskanzlers.

Im Normalfall sucht die öffentliche Hand die nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung geeigneten Bewerber aus, indem sie die freiwerdende Stelle öffentlich ausschreibt. Die öffentliche Ausschreibung ist auch die einzige Methode, das Recht aller Deutschen auf freien Zugangs zu allen öffentlichen Ämtern bundesweit sicherzustellen.

Im Normalfall. – Aber was ist schon normal in der Politik? – Und: „ach nun kommen Sie mir doch nicht mit dem Grundgesetz, wenn wir da erst anfangen wollten…“ (Originalton MdL -MV Gesine Skrepski, CDU, zitiert nach Stadtanzeiger Bergen auf Rügen vom 4.3.1995 S. 11)

Zur Zeit jedenfalls buhlen offiziell nur drei Bewerber, nämlich Schröder, Stoiber und Westerwelle um die Gunst des „Wählers“. Sie betteln um das „Wählervotum“, das den Weg ins Kanzleramt ebnen soll. Sie präsentieren sich so, als hätten sie nach  dem „Wahlsieg“ ihrer Partei einen Rechtsanspruch auf das Hausrecht im Kanzleramt.

Die Kontrahenten des Fernsehduells können aber für sich das Amt des Bundeskanzlers nur dann beanspruchen, wenn das Gesetz es vorsieht, wenn also das Grundgesetz bezüglich des Bundeskanzlers eine Ausnahme vom oben zitierten Regelfall der Stellenbesetzung bestimmt.

Dann müßte das Grundgesetz vorschreiben, daß das Amt des Bundeskanzlers ein „öffentliches Amt“ ist, das eben nicht für Jedermann offensteht.

Wo aber steht geschrieben, daß nur der Kanzler werden kann, der von einer Partei als „Kanzlerkandidat“ nominiert wurde? – Und das auch nur, wenn die Nominierung durch eine „große“ Partei oder gar eine „Koalition“ erfolgt?

Das mag die Verfassung der Republik Lummerland so vorschreiben, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland tut es jedenfalls nicht. Die einzige verfassungsrechtliche Zugangsschranke gilt für Präsidentschaftskandidaten. Diese müssen gemäß Art. 54 Abs. 1 Satz 2 GG das Wahlrecht zum Bundestage besitzen und das vierzigste Lebenjahr vollendet haben.

Der gegenwärtig geübte Brauch der Bewerberauswahl für das Amt des Bundeskanzlers ist also mit den Buchstaben des Grundgesetzes nicht vereinbar. Nicht mit den Buchstaben und erst recht nicht mit dessen Geist:

Es ist das alleinige und unbeschränkte Recht des Bundestages, den Bundeskanzler zu wählen. Und das aus demselben guten Grund, der Aristoteles vor mehr als 2.300 Jahren veranlaßte, sich in seiner „Politik“ gegen die „Volksdemokratie“ zu entscheiden. Das Volk als „Monarch“ verhält sich laut Aristoteles nicht anders als ein tyrannischer König: „…beide vergewaltigen die tüchtigeren Bürger, die Volksbeschlüsse sind das, was dort persönliche Befehle sind, und der Demagog und der Schmeichler sind dieselbe Menschenart und entsprechen einander. Beide haben bei beiden die einflußreichste Stellung: die Schmeichler bei dem Tyrannen und die Demagogen bei einem solchen Volke. Diese sind daran schuld, daß die Volksbeschlüsse und nicht die Gesetze den Ausschlag geben, da sie alles vor das Volk bringen. Sie gewinnen dadurch den Vorteil, daß sie großmächtige Herren werden, da das Volk Herr über alles ist, sie selbst aber Herren über die Meinung des Volkes; denn die Menge schenkt ihnen Glauben.“

Die Demagogen, von denen Aristoteles spricht, gibt es freilich nicht mehr. – Die Deutsche Mark gibt es aber auch nicht mehr. Was mal Mark war ist heute Euro. Aber Geld bleibt Geld. Weil bei den Römern der Name des Volkes populus war, und weil die Griechen das Volk demos nannten, bleibt der Populist ein Demagoge.

Verfassung hin, Verfassung her, mangels Klagebefugnis des Bürgers bei Verletzung formaler Verfassungsbestimmungen konnten und können Politiker aller Couleur das Grundgesetz auf Teufel-komm-‘raus mit Füßen treten.

Und die Medien schalten sich selbst gleich und verkaufen den offensichtlichen Verfassungsbruch des „Fernsehduells“ als so etwas wie den demokratischen Orgasmus im Nachkriegsdeutschland.

Dabei fußt das verfassungswidrige Brauchtum bei der Kanzlerwahl auf dem Ammenmärchen vom „Wählerauftrag“. Der aber existiert nur in der Phantasie der Politiker. Bei der Wahl geht es um Mandate. Mandat kommt aus dem Lateinischen: mandare = anvertrauen. – „Auftrag“ heißt auf Latein imperium.

–  Also, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, reicht Eure Bewerbungsunterlagen und Wahlvorschläge beim Bundespräsidenten ein. Bis zum 22.9.2002 habt Ihr dafür Zeit.

Und, lieber Herr Westerwelle, wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer handfesten „Konkurrentenklage“? – Vielleicht kommen Sie damit nicht ins Kanzleramt, aber für einen Einzug in die Geschichtsbücher, da reicht es allemal. Und da wollt Ihr doch alle hin, oder?


E.T. und die Dampflok – ein unlösbares Problem der Wissenschaft

September 18, 2012

Wenige Jahre vor der Ankunft von E.T.  gehörten Anblicke wie die folgenden zum Alltag auf deutschen Schienen:  Die Jumbos kommen – BR 44 – YouTube.

Neben dem Komiker ALF gehört E.T. zu den beliebtesten Aliens in den Kinderstuben der Welt. – Und die Kinderzimmer dieser Welt sind die letzten Refugien der Dampflokomotiven. – In „freier Wildbahn“ sind diese „Dinosaurier der Schiene“  fast ausgerottet. – Im übrigen haben sie ihr Rückzugsgebiet neben den Kinderstuben nur noch in den Hobbykellern dieser Welt.

Was aber haben E.T. und Dampfloks mit der Wissenschaft zu tun?

Augenscheinlich gar nichts!

Portrait

E.T. startete von einem fernen Planeten in einem fernen Sternensystem. Laut Steven Spielbergs landeten die Aliens in Kalifornien. Was Spielberg verschwieg, ist die Tatsache, daß sie ihn auch wieder abholten. Dabei haben sie sich verflogen und landeten in der schwäbischen Provinz. Die Koordinaten des intergalaktischen Navigationssystems weisen auf Göppingen hin. – Göppingen, Göppingen  und die schwäbische Sparsamkeit waren den Aliens fremder als die kalifornische Lässigkeit. Also verließen sie den Ort so rasch wie möglich wieder. E.T., hatte sich bei der Zwischenlandung freilich in seinem jugendlichen Leichtsinn in eine Fabrikhalle der Firma MÄRKLIN verirrt, Er wurde einfach vergessen und blieb erneut auf der Erde zurück.

Wer sich in interstellaren Verkehrssystemen auskennt, ist naturgemäß daran interessiert, wie die endemische Population eines fernen Planeten – also die „einheimische Bevölkerung der Erde“ ihre Transportprobleme in den Griff kriegt.

Im Weltraum gibt es keine Schienen, also war die Rad-Schiene-Technik für E.T. von besonderem Interesse. – Faszniert war er vor allem von diesen bizarren schwarzen Maschinen mit den roten Rädern und den seitlich angebrachten Stangen, die sich hin- und herbewegten.

Zunächst unbemerkt verfolgte E.T. den Produktionsprozeß. Wie der Zufall es so wollte,wurde E.T. Zeuge der Herstellung einer Lokomotive der Baureihe 44. Auf Erden eine schwere Güterzuglokomotive mit einer Vorlauf- und fünf Treibachsen.

Mit 47 Jahren noch ein schönes Model

Dampflok mit Elektroantieb

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzten Achsen, Zahn- und Speichenräder in zwei Zinkgußteile ein und schraubten diese aneinander. Zwischen der dritten und vierten Treibachse entstand so ein Gelenk. Mit einer weiteren Schraube wurde die Vorlaufachse beweglich mit dem Chassis verbunden.

Mit für Aliens unbekannten Tricks, die der Erdenmensch „Feinmechanik“ nennt, wurden die Treibstangen mit den Rädern und zwei offensichtlich funktionslosen ovalen Anhängseln des Fahrgestells verbunden.

Und alles wird über die Zahnräder angetrieben, die man – wohl aus ästhetischen Gründen – hinter den Treibrädern versteckt.

Wie in jedem Betrieb gab und gibt es auch bei MÄRKLIN erfahrene und unerfahrene Mitarbeiterinnen und -arbeiter. Beim Anbau des Gestänges mußte E.T. miterleben, daß es ein Problem gab, das aber alsbald gelöst wurde:

„Muscht nur die Stange in die Zylinder schtecke“! – Und dann klappte es. E.T. blätterte in seinem „Intergalaktischen Wörterbuch“ und fand dort den Zylinder als „merkwürdige Kopfbedeckung der irdischen Spezies Mensch“ beschrieben.

Für E.T. machte das seine Beobachtungen immer merkwürdiger. – Zylinder nicht oben sondern an der Seite?

Es blieb freilich keine Zeit, sich weiter über den Zylinder Gedanken zu machen, denn die nächsten Schritte beim Bau einer Dampflok weckten Vertrauen in die universalen Gesetze des Antriebs: Strom.

Elektromagnetismus und Ohmsches Gesetz. – Überall im Universum daheim. Deswegen war für E.T. der Einbau von Motor und Umschaltrelais auch ein vertrauter Anblick. – Elektromotoren finden sich auch in jedem Raumschiff..

Am Ende stülpte man über das Fahrgestell ein bizarres schwarzes Gehäuse mit einer Art „Hasenohren“ an der Seite. – Allein, echte Hasenohren weisen nach oben und sind nicht längsseits am Körper befestigt. – „Merkwürdige Menschen!“ – dachte sich E.T.

Was die Gestalt der Dampflok anbelangt, geriet E.T. vollkommen in Verwirrung, als der Lok auch noch ein kastenförmiger Schwanz angehängt wurde, ein Schwanz, mit dem sich nicht einmal wedeln läßt. – Ein Schwanz ist zum Wedeln da, so steht es in den interstellaren Handbüchern für den Planeten Erde. Dieser aber hat Räder und folgt immer derselben Spur wie die Lokomotive.

Bei der Endabnahme der Lok war es E.T. schnell klar, wie eine Dampflok funktioniert, denn Elektrotechnik ist nicht nur global, sie ist universal: Die zur Fortbewegung nötige Energie wird Dampflokomotiven durch Skischleifer über Punktkontakte zugeführt, die sich zwischen den Fahrschienen befinden. Ein Überspannungsimpuls sorgt für das Wechseln der Fahrtrichtung.

E.T. wußte nun, was eine Lokomotive ist, aber ihm war noch ncht klar, wofür eine Lok, die mit so viel Liebe hergestellt wird, überhaupt da ist.

E.T.’s Streifzug durch die Produktionsstätten führte ihn auch an den Ort, wo die Produkte verpackt werden. Sein Blick fällt fast unwillkürlich auf eine „Anfangspackung“. – E.T. war schließlich, was die Eisenbahn anbelangt, Anfänger.

„Oh! – die Menschen müssen unheimlich viel Ahnung von Raumkrümmung haben!“ – dachte sich E.T., als er den Inhalt einer Anfangspackung unter die Lupe nahm. Eine kleine Lok, zwei Wagen und Schienen, die einen Kreis beschreiben. – Wenn die Lok sich in einer Richtung fortbewegt, gelangt sie an ihren Ausgangspunkt zurück, ohne daß sie die Fahrtrichtung wechseln muß. – Lokomotiven, so E.T.’s Schlußfolgerung, beschreiben einen Orbit. – Wie ein Raumschiff oder ein Mond um einen Planeten oder ein Planet um eine Sonne.

„Die Dampflok ist ein Orbiter um einen winzig kleines „schwarzes Loch“. – anders kann es nicht sein, weil ein Zweck in der durch und durch zweckbestimmten Welt des Menschen nicht erkennbar ist.“ – so jedenfalls stellte sich E.T. das Wesen einer Dampflokomotive vor.

In der Abteilung, in der Gleispläne entworfen werden, fand E.T. seine Vermutung bestätigt. Er stellte erstaunt fest, daß bei aller Verzerrung, Kreuz- und Querverbindung der Geleise, trotz aller Weichen und Brücken die Orbit- oder Kreislaufstruktur der Eisenbahn erhalten blieb. Die Gleispläne waren so durchdacht, daß ein Zug immer wieder seinen Ausgangspunkt erreichen konnte ohne die Fahrtrichtung zu wechseln. E.T begriff, weshalb die Dampflok zwischen der dritten und vierten Treibachse ein Gelenk hatte: Die Konstruktion war dem Erfordernis geschuldet, möglichst viel Eisenbahn auf kleiner Fläche unterzubringen und die engen Kurvenradien zu befahren.

Große Welt auf kleinen Schienen! – E.T. wird Eisenbahnfan.

Davon wiederum sind die MÄRKLIN-Mitarbeiter regelrecht begeistert. – Man hat ja nicht jeden Tag einen Alien zu Gast, der sich für die Firma und ihre Produkte interessiert. Aus diesem Grunde entschließt sich die Firmenleitung, E.T. Die Teilnahme an einer Dampfloksonderfahrt zu ermöglichen, damit er das „große Vorbild“ kennenlernt.

( Quelle: http://www.dampfsound.de/44db/44db-sound/44db-sound.html)

Wie gesagt – so getan.

Bevor E.T. auf die Reise geht, überzeugt er sich von der Leistungsfähigkeit der Dampfloks zunächst im Internet. – „Ach,du liebe Galaxis! – Was ist das denn? – Die Dinger machen ja einen Krach wie ein UFO beim Start!“:

Die Jumbos kommen – BR 44 – YouTube.

E.T. bekommt große Augen, als er zum ersten mal eine Dampflok sieht, die nicht in Göppingen gefertigt wurde. – Das „Ding aus einer anderen Welt“ kann er auf einmal mit allen fünf Sinnen erfassen: Er kann es nicht nur sehen, er hört und riecht es . – Und – sobald er Rußpartikel im den Mund bekommt, schmeckt er es auch . – Nur anfassen, das ist nicht unbedingt angesagt, denn das Ding ist heiß, verdammt heiß!

Und dann das Cockpit einer Dampflok– es ist mit seinen Rädern , Hebeln und Monometern verwirrender als die Kommandozentrale eines schnellen Raumkreuzers.

Sein Blick fällt auf den Schrecken aller Astonauten: „Feuer im Cockpit!“ ruft er laut und springt aus dem Führerstand.

E.T hat keine Zeit mehr zum Nachdenken, denn mit ohrenbetäubendem Zischen bläst das Sicherheitsventil überschüssigen Dampf in die Luft.- Verstört sucht E.T. Schutz unter der Lok.

Was er da sieht, nein, was er dort nicht sieht, stellt sein Weltbild vollkommen auf den Kopf:

Das kennt er nicht, das ist mit seiner interstellaren Dampfloktheorie nicht vereinbar. – Skischleifer fehlen! – Zwischen den Schienen gibt es keine Punktkontakte! – Und die gigantische Schraube zwischen der dritten und vierten Treibachse fehlt auch. – Wie soll das Ding mit seinen fünf Achsen die Kurve kriegen?

E.T. ist vollkommen durcheinander, er versteht die irdische Welt nicht mehr.: In der Rauchkammer fehlen Elektromotor und Umschaltrelais. Es gibt auch keine Zahnräder. Es gibt keine mechanische Verbindung zwischen dem Kesselinneren und den Rädern – Wie bewegt sich dieses „ Ding aus einer anderen Welt“ denn überhaupt?

Die Crew der Lok lockt E.T aus seinem Versteck, denn weder als Lokführer noch als Heizer möchte man einen Alien überfahren.

Sie entführen ihn erneut auf den Führerstand und erklären ihm die Funktionsweise der Lokomotive:

Mit dem Feuer im Cockpit wird Dampf erzeugt. Der Dampf wird in die Zylinder gepreßt, die sich im Innerern der merkwürdigen ovalen Anhängsel verbergen. Diese Zylinder bewegen die Treibstangen. Die Treibstangen sind mit Kuppelstangen verbunden, die so etwas wie einen „Treibsatz“ bilden. Sie setzen die mannshohen Räder in Bewegung und sorgen für den Vortrieb.

E.T. begreift: Alles ist anders! – Jetzt wird ihm auch die Bedeutung des kastenförmigen Schwanzes klar. – So eine Art Brennstoffzelle.

Der Lokführer erklärt ihm auch, daß die Eisenbahn ein Transportmittel ist, dazu bestimmt, weit voneinander entfernte Orte auf möglichst kurzem Weg miteinander zu verbinden. Paradebeispiel ist die „Union Pacific“, die Ost- und Westküste der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert zusammenführte. – Eine ringförmige Anordnung der Streckenführung kommt nur in Ausnahmefällen (Berliner Ringbahn) vor.

Und nun kommt E.T. ins Nachdenken darüber, wie Dampflok und Schienenstrang existieren können, obwohl sie seiner Theorie widersprechen. – Oder ist seine Theorie von Dampflok und gekrümmter Schienenwelt falsch? Weil Dampfloks existieren, obwohl sie der Theorie widersprechen, kann eigentlich nur die Theorie falsch sein. – So die Schlußfolgerung des Außerirdischen.

Und damit wären wir bei der Wissenschaft und ihrem größten Problem angelangt, nämlich der Theorienbildung anhand von „Modellen“.

Eine MÄRKLIN – Dampflok ist ein Modell, das eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Vorbild hat, aber in seinem Verhalten fundamentale Unterschiede zeigt. Warum sollten wissenschaftliche „Modelle“ nicht das Schicksal der MÄRKLIN-Dampflok teilen?

„Modelle“ gibt es in allen wissenschaftlichen Disziplinen. – Wie bei der Eisenbahn ist eines der beliebtesten Modelle das „Kreislaufmodell“. Die Medizin verwendet es ebenso wie Biologie, Geologie, die Physik und die Wirtschaftswissenschaft. – Aber in der Natur gibt es keinen einzigen Prozeß, der jemals wieder an seinen Ausganspunkt zurückkehren würde, also einen vollkommenen „Kreis“ beschreibt. – Nicht einmal die Bahn des Mondes läuft in sich zurück, weil der Mond sich pro Jahr um rund 3 cm von der Erde entfernt. – Eine Abweichung von auch nur einem Tausendstel Millimeter pro Umlauf bedeutet eine einhundertprozentige Abweichung von der Kreisbahn:

Das Sonnensystem umläuft das Zentrum der Milchstraße und macht zugleich die Expansionsbewegung des Universums mit. – Auch die Erdbahn und die Bahnen der anderen Planeten laufen nicht in sich selbst zurück.

– Wieder einmal kann man nur die Modellbahn im Kreis laufen lassen, aber keinen natürlichen Vorgang. – Nicht einmal der Ursprung aller „Kreislaufmodelle“, nämlich der menschliche Blutkreislauf, läuft in sich selbst zurück. – Das Blut, das vom Herzen aus auf die Reise durch ein immer komlexer werdenes Röhrensystem geschickt wird, ist kein Zug auf der Schiene, sondern ein hochkomplexes Gemisch aus einer Nährlösung, Zellen und nichtzellulären komplexen Molekülen. – Es gibt keinen „Rückwärtsgang“; auf dem Weg sterben Zellen ab und neue kommen hinzu. – Das „Blut“, das am Ende seiner komplexen Reise wieder am Herzen ankommt, ist nicht mehr dasselbe „Blut“, das vom Herzen weggepumpt wurde. Ferner landet das Gemisch in einer anderen Herzkammer als der, von der es startete…

Ob Wasser oder Kohlendioxid, auch in der Atmosphäre finden „Kreisläufe“ nicht statt. Nehmen wir das Kohlendioxid: Es ist schwerer als Luft. Es kommt aus den Vulkanen, aber es kommt auch von oben aus der Stratosphäre. Methan, das ebenfalls von der Erde, aber auch von Organismen ausgegast wird, steigt nach oben. Methan ist ein Kohlenstoffatom im Wasserstoffballon und so leicht, daß es problemlos die Stratosphäre erreicht. Hier sprengt die Höhenstrahlung das Methanmolekül auseinander. Der Wasserstoff entweicht in den Weltraum, der Kohlenstoff verbindet sich mit dem vagabundierenden Sauerstoff ehemaliger Wassermoleküle zu Kohlendioxid. Durch den Einfluß der Höhenstrahlung entsteht auch das radioaktive Isotop des Kohlenstoffs, der als „C-14“ bekannt ist. Die Kohlendioxidmoleküle schweben langsam zum Erdboden und werden von den Organismen aufgesogen. Obwohl das radioaktive C-14 sehr selten ist, ist es doch so häufig, daß es noch nach rund 50.000 Jahren in den Überresten von Organismen nachweisbar ist.

Das „Kreislaufmodell“, das so viele Prozesse in der Welt darstellen soll, ist zur Beschreibung der Prozesse in dieser Welt dermaßen untauglich, daß man es unverzüglich aufgeben sollte.

Vor allem die berühmten „Kreisläufe“ des „Fressens und Gefressenwerdens“ und „von Werden und Vergehen“ sind alles andere als Kreisprozesse, die in sich selbst zurücklaufen:

Hasen fressen keine Hunde, Gras frißt keine Kühe. – Und Kühe fressen nicht einmal Gras, denn die Pflanzen, deren Halme sie abweiden, überleben den „erbarmungslosen“ Angriff der Weidetiere unbeschadet.

„Werden und Vergehen“ – auch hier kehrt die Natur nie an den Startpunkt zurück. – Sie und ich waren am Anfang des Lebens ein Einzeller. – Aber wir landen am Ende auf dem Friedhof und nicht erneut in einer Gebärmutter.

Der Sprachgebrauch leistet Mythen Vorschub und versperrt dabei gleichzeitig den Blick auf die Vorgänge, die tatsächlich und unabhängig von unseren Vorstellungen und Theorien über sie ablaufen.

Das allseits beliebte „Kreislaufmodell“ hat sich aber nicht nur in der Naturwissenschaft in unzulässiger Weise etabliert.

Besonderer Beliebtheit erfreut es nach wie vor in den – ach so wichtigen – „Wirtschaftswissenschaften“:

Wirtschaftskreislauf

Ähnlich wie es im Körper von Lebewesen einen Kreislauf des Blutes gibt, der sich ständig wiederholt, läßt sich auch die Wirtschaft durch einen Kreislauf wiedergeben. Ständig fließen Güterströme von den Produzenten zu den Konsumenten (Güterkreislauf), denen Gegenströme (Geldkreislauf) in entgegengesetzter Richtung entsprechen.

Die Haushalte fragen auf dem Markt Güter nach (Nachfrage), die dort von den Unternehmen angeboten werden. Zur Produktion der Güter benötigen die Unternehmen Produktionsfaktoren (z. B. Arbeit), die ihnen auf dem Faktormarkt von den Haushalten angeboten werden und in die Produktion als Realkosten (Kosten) eingehen. Damit ist der Güterkreislauf geschlossen. Die in diesem Kreislauf den Haushalten zugeleiteten Güter sind gleichsam ihr reales Einkommen für die von ihnen bereitgestellten Produktionsfaktoren. In ländlichen Gebieten werden gelegentlich immer noch Naturalien (z. B. Kartoffeln, Eier, Fleischwaren) als Gegenleistung für eine Arbeit (z. B. für eine ärztliche Dienstleistung) „gezahlt“. Allgemein üblich ist in der modernen Wirtschaft jedoch die Bezahlung in Geld. Für das Angebot der Haushalte an Faktorleistungen erhalten sie ein Geldeinkommen. Dieses Geld geben die Haushalte für den Kauf von Gütern aus; diese Ausgaben stellen wiederum die Erlöse (Umsatz) der Produzenten dar, die davon nun erneut Produktionsfaktoren nachfragen. Dieser Geldkreislauf ist (im Gegensatz zum Güterkreislauf) ein echter Kreislauf, weil (wie im menschlichen Körper das Blut) immer dasselbe Geld umläuft.

Das Schaubild zeigt einen einfachen Wirtschaftskreislauf, der aber das wesentliche des Wirtschaftprozesses (Produktion und Konsumtion) kennzeichnet. Es könnte erweitert und den komplizierten Erscheinungen in der Wirtschaft weiter angenähert werden, wenn beispielsweise das Sparen der Haushalte bei den Kreditinstituten und die daraus finanzierten Investitionen der Unternehmen, der Staat mit seinen Einnahmen (Steuern) und Ausgaben (Staatshaushaltsplan), die Einfuhr und Ausfuhr eines Landes (Zahlungsbilanz) und das Wirtschaftswachstum der Güterproduktion berücksichtigt würden. Die Idee des Wirtschaftskreislaufs stammt von dem französischen Gelehrten Francois Quesnay (1694-1774), der den Zusammenhang von Produktion und Konsum in seinem „Tableau econonomique“ darstellte und in Geldgrößen erfaßte. Er gilt wegen dieser Leistung als der Begründer der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft. Quesnay, selbst Arzt, stand dabei unter dem Eindruck des erstmals 1628 von dem Engländer William Harvey erkannten menschlichen Blutkreislaufs. ( Horst Günter, Jugendlexikon Wirtschaft, Reinbek 1981, S. 180ff)

Von Anbeginn der Welt an haben sich Organismen zur Erreichung bestimmter Ziele zur Organisationseinheiten zusammengeschlossen. Egal, wie man sie nennt: Rudel, Herde, Schar, Schwarm oder Staat. Manche von ihnen sind „arbeitsteilig“ organisiert. Obwohl Arbeitsteilung in der Natur gang und gäbe ist, gilt sie nach wie vor als „Privileg“ des Menschen. Die „Arbeitsteilung“ gilt sogar manchen als der Ursprung der Wirtschaft. Und so nimmt es auch nicht wunder, daß man sich über Herkunft und Funktion einer „Organisation“ streitet:

Wie in der Alltagssprache wird der Organisationsbegriff auch in der Wissenschaftssprache inhaltlich unterschiedlich verwendet. Es lassen sich v. a. 3 Grundauffassungen unterscheiden:

1. Organisation in institutionaler Begriffsauffassung wird als zielgerichtetes, offenes, sozio-technisches System bzw. soziales Gebilde aufgefaßt. Organisation ist ein Oberbegriff für Institutionen aller Art, wie z. B. Unternehmungen, Krankenhäuser. Die Unternehmung ist eine Organisation!

2. Der instrumentale Organisationsbegriff versteht unter Organisation die Gesamtheit aller generellen expliziten Regelungen zur Gestaltung von Aufbau- und Ablaufstrukturen des Betriebes. Er setzt die Struktur als ein System formaler Regeln mit der Organisation gleich. Die Unternehmung hat eine Organisation!

3. Der funktionale Organisationsbegriff beinhaltet das Organisieren. Er umfaßt die Strukturierung bzw. die Organisation als Tätigkeit. Es geht um die Gestaltungsfunktion der Führung. Die Unternehmung organisiert!

Im Rahmen der Organisationslehre wird insbesondere der zweite Begriff verwendet. Betriebe sind dabei der Intention nach rational gestaltete Gebilde und Prozesse die sich wie folgt beschreiben lassen:.

Unter der Aufbauorganisation wird die Festlegung des Gebildes „Betrieb“ nach den Merkmalen der Verrichtung und des Objekts verstanden. Dies betrifft die Gliederung des Betriebes in arbeitsteilige Einheiten (Spezialisierung) und hierarchische Elemente (Konfiguration) sowie ihrer Koordination.

Die Ablauforganisation ist durch die Festlegung der spezifischen Arbeitsteilung der Zeit und des Raums im Arbeitsprozeß gekennzeichnet. Sie strukturiert somit das prozessuale Geschehen und determiniert das in der Aufbauorganisation festgelegte Handeln weiter.

Bei der Aufbau- und Ablauforganisation handelt es sich um zwei Betrachtungsweisen des gleichen Gesamtproblems der Organisation nach verschiedenen Gesichtspunkten. Sie stehen dabei einem Wechselverhältnis zueinander, so daß in der konkreten Organisationsarbeit keine der beiden Betrachtungsseiten vernachlässigt werden kann.

Fred G. Becker, Organisationslehre, in Rolf Walter (Hrsg) – Wirtschaftswissenschaften – Eine Einführung, Paderborn, München,Wien, Zürich 1997 S. 334 ff

Der „Wirtschaftskreislauf“ ist nicht das einzige Modell der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, das bei näherem Hinsehen einer eingehenden Überprüfung nicht stadhält.

Der „Homo oeconomicus ‚Wirtschaftsmensch“ ist laut Wikipedia in der Wirtschaftswissenschaft das theoretische Modell eines Nutzenmaximierers zur Abstraktion und Erklärung elementarer wirtschaftlicher Zusammenhänge. – Er ist der „Marktteilnehmer“ des „Anlégerfernsehens“, der jederzeit über alle Informationen des Marktgeschehens verfügt und aufgrund seiner Kenntnisse rationale Entscheidungen trifft. – Er ist nicht das einzige „Menschenmodell:

Andere Modelle in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sind beispielsweise der

Homo sociologicus (der Mensch als Resultante seiner sozialen Rollen nach Ralf Dahrendorf)

Homo politicus (der politisch tätige Mensch, siehe auch: Neue Politische Ökonomie)

Homo oecologicus (der Mensch als ökologisch handelndes Wesen)

Homo culturalis (starke Schnittmengen mit den Konzepten des Homo sociologicus und

Homo oecologicus)

Homo biologicus

Homo reciprocans (berücksichtigt das Verhalten anderer Akteure)

Homo laborans (der Mensch als arbeitendes Wesen)

Homo ludens (der Mensch als spielendes Wesen)

Homo cooperativus (der Mensch als Akteur innerhalb einer Gruppe von Menschen)

Homo socio-oeconomicus

Wahrscheinlich fahren alle diese „Modellmenschen“ wie die Modelleisenbahn irgendwie im Kreis herum, so wie es der „Homo oeconomicus“ von Geburt an tut:

In seiner grundlegenden Arbeit “Homo oeconomicus versus homo reciprocans” konnte Armin Falk das „Modell“ vom Menschen als “krasssem Egoisten” widerlegen. 

Güter „fließen“ vom Produzenten zum „Verbraucher“, aber sie fließen nicht wieder zu ihm zurück. Das „Geld“ wiederum ist nur ein Symbol für die „Werthaltigkeit“ anderer Tauschobjekte: Waren und Dienstleistungen. – Wie lange muß z. B. ein Kneipengast singen oder Gläser spülen, bis er seinen Deckel von 13,50 € „bezahlt hat? – Die Behauptung : „Dieser Geldkreislauf ist (im Gegensatz zum Güterkreislauf) ein echter Kreislauf, weil (wie im menschlichen Körper das Blut) immer dasselbe Geld umläuft.“ (siehe oben, Horst Günter aaO.) ist, wie wir oben gesehen haben, schlicht falsch, weil Blut eben nicht gleich Blut ist.

Das Herz ist also kein Modellbahner, der seinem Zug freie Fahrt gibt, es gleicht eher einem Croupier, der die Kugel in den Kessel wirft. – Auch diese Kugel beschreibt augenscheinlich eine Kreisbahn, bis sie in einem der Zahlenfächer hängenbleibt.

Der französische Mathematiker, Physiker und Philosoph Henri Pointcaré erkannte frühzeitig die Unvollständigkeit der Kreisbahn und deren „Schraubenform“, die so empfindlich gegenüber ihren Anfangsbedingungen ist, daß eine exakte Voraussage, welche Zahl bei dieser Runde des Roulettes gewinnt, exakt unmöglich ist:

„Es war angemessen, daß Poincaré als erster die Empfindlichkeit iterativer Systeme gegenüber ihren Anfangsbedingungen bemerkte. Als leidenschaftlicher Spieler hatte der große französische Mathematiker beobachtet, daß die winzigen Unterschiede in dem Schwung, den ein Croupier der Kugel im Rouletterad verleiht, unermeßlichen Einfluß darauf haben, in welches Fach die Kugel schließlich fallen wird. Der Ruf des Croupiers wird uns nun verständlich als der Ruf des Chaos, der Ordnung, des Wandels – und als der hallende Ruf des Ganzen: »Immer rundherum im Kreis, wie lange noch – wer weiß?«“ (John Briggs/David Peat, Die Entdekcung des Chaos, München 1993, S. 110f)

Und jetzt verlassen wir die Kreisbahnen, die keine sind und wenden uns anderen „Modellen“ zu:

„Organisation“ hat offenbar sehr viel mit „Organ“ zu tun. – Wir alle spüren im Straßenverkehr die „Macht der staatlichen Organe“ , die uns als „Polizei“ begegnen. – Daß man dem „Staat“ überhaupt „Organe“ zudiktiert, hängt wieder mit einem „Modell“ zusammen:

Ich darf wiederholen:

Wie in der Alltagssprache wird der Organisationsbegriff auch in der Wissenschaftssprache inhaltlich unterschiedlich verwendet. Es lassen sich v. a. 3 Grundauffassungen unterscheiden:

1. Organisation in institutionaler Begriffsauffassung wird als zielgerichtetes, offenes, sozio-technisches System bzw. soziales Gebilde aufgefaßt. Organisation ist ein Oberbegriff für Institutionen aller Art, wie z. B. Unternehmungen, Krankenhäuser. Die Unternehmung ist eine Organisation!

2. Der instrumentale Organisationsbegriff versteht unter Organisation die Gesamtheit aller generellen expliziten Regelungen zur Gestaltung von Aufbau- und Ablaufstrukturen des Betriebes. Er setzt die Struktur als ein System formaler Regeln mit der Organisation gleich. Die Unternehmung hat eine Organisation!

3. Der funktionale Organisationsbegriff beinhaltet das Organisieren. Er umfaßt die Strukturierung bzw. die Organisation als Tätigkeit. Es geht um die Gestaltungsfunktion der Führung. Die Unternehmung organisiert!

Im Rahmen der Organisationslehre wird insbesondere der zweite Begriff verwendet. Betriebe sind dabei der Intention nach rational gestaltete Gebilde und Prozesse die sich wie folgt beschreiben lassen:.

Unter der Aufbauorganisation wird die Festlegung des Gebildes „Betrieb“ nach den Merkmalen der Verrichtung und des Objekts verstanden. Dies betrifft die Gliederung des Betriebes in arbeitsteilige Einheiten (Spezialisierung) und hierarchische Elemente (Konfiguration) sowie ihrer Koordination.

Die Ablauforganisation ist durch die Festlegung der spezifischen Arbeitsteilung der Zeit und des Raums im Arbeitsprozeß gekennzeichnet. Sie strukturiert somit das prozessuale Geschehen und determiniert das in der Aufbauorganisation festgelegte Handeln weiter.

Bei der Aufbau- und Ablauforganisation handelt es sich um zwei Betrachtungsweisen des gleichen Gesamtproblems der Organisation nach verschiedenen Gesichtspunkten. Sie stehen dabei einem Wechselverhältnis zueinander, so daß in der konkreten Organisationsarbeit keine der beiden Betrachtungsseiten vernachlässigt werden kann“ (Fred G. Becker, s.o. AaO.))

Haben Sie aufmerksam glesen: „Die „Organisationslehre verwendet vor allem den zweiten Begriff: ein Unternehmen „hat eine Organisation“. – Ein Unternehmen hat die Organisation, weil es sie der Lehre nach zu haben hat. – Und weil die „Organisation“ etwas ist, das dem Unternehmer „gehört“ – unterliegt sie der Willkür des „Eigentümers“. – Jeder darf schließlich die Betriebsanleitung seines Autos „entsorgen“, wenn er meint, seinen Wagen bis ins Detail „beherrschen“ zu können.

Allein das Organisationsmodell Nr. 1 würde unsere Ökonomen und Politiker in Erklärungsnot bringen. – Wenn Unternehmen und „Staaten“ Organisationen sind, wo gibt es dann „oben“ und „unten“. – Die Hierarchien kommen ins Schleudern. Und man muß sich ernsthaft fragen, ob die, die sich als „Kopf“ eines Unternehmens betrachten, vielleicht am anderen Ende des Verdauungstrakts ihr einzig zulässiges Siedlungsgebiet haben.

Für die Organisation des „Staates“ ist das mittlerweile offensichtlich. „Der Staat und seine Organe“ gehen in Lösung über, wenn das liberale Wirtschafts- und Menschenbild sich als unzutreffend erweist.

Nicht nur die Ökononomie modelliert sich den Menschen, den sie zur Stützung ihrer Theorie braucht:

„…das Sozialwissenschaftliche Standardmodell (SSM), dominiert seit den zwanziger Jahren das intellektuelle Leben. Es entstand aus der Verbindung zweier Ideen aus Anthropologie und der Psychologie.

1. Wahrend Tiere strikt von ihren biologischen Gegebenheiten
gesteuert werden, wird das menschliche Verhalten von der Kultur,
einem autonomen System aus Symbolen und Werten, bestimmt.
Da sie frei von biologischen Zwängen sind, können Kulturen
willkürlich und ohne Einschränkung variieren.

2. Menschliche Säuglinge besitzen bei ihrer Geburt nichts weiter als
ein paar Reflexe und die Fähigkeit zu lernen. Das Lernen ist ein
Allzweckmechanismus, der in allen Wissensbereichen angewendet
wird. Kinder lernen ihre Kultur durch Unterweisung, Belohnung
und Bestrafung sowie durch Rollenmodelle.

Das SSM ist nicht nur die akademische Grundlage der Humanwissen­schaften, sondern gilt auch als die säkulare Ideologie unseres Zeitalters, als diejenige Haltung gegenüber dem Wesen des Menschen, die jede anständige Person einnehmen sollte. Von ihrer Alternative,die manchmal »biologischer Determinismus« genannt wird, wird behauptet, daß sie den Menschen starre Positionen in der soziopolitisch-ökonomischen Hier­archie zuweist und zahlreiche Greuel der letzten Jahrhunderte verschul­det hat — wie Sklaverei, Kolonialismus, Diskriminierung von Rassen und Völkergruppen, wirtschaftliche und soziale Kasten, erzwungene Sterilisierung, Sexismus und Genozid.Zwei der berühmtesten Begründer des SSM, die Anthropologin Margaret Mead und der Psychologe John B. Watson, hatten diese sozialen Schlußfolgerungen eindeutig im Sinn:

Wir werden zu der Folgerung gezwungen, daß die menschliche Natur außerordentlich formbar ist und auf verschiedene Kulturbe­dingungen entsprechend reagiert. … Die Anlagen, die wir einem Geschlecht als natürlich zuordnen, sind vielleicht nichts anderes als Abwandlungen eines allgemein menschlichen Temperaments, denen die Angehörigen jedes Geschlechtes durch Erziehung mehr oder weniger angenähert werden können. … Wollen wir unsere Kultur bereichern, müssen wir die ganze Skala menschlicher Möglichkeiten anerkennen und unsere soziale Strukturen weniger willkürlich gestalten, so daß sie allen menschlichen Fähigkeiten einen passenden Platz einräumen kann. [Mead 1970]

Geben Sie mir ein Dutzend gesunder Kinder, wohlgebildet, und meine eigene besondere Welt, in der ich sie erziehe! Ich garantiere Ihnen, daß ich blindlings eines davon auswähle und es zum Vertreter irgendeines Berufs erziehe, sei es Arzt, Richter, Künstler, Kaufmann, oder auch Bettler,Dieb,ohne Rücksicht auf seineTalente.Neigungen, Fähigkeiten, Anlagen, Rasse oder Vorfahren. [Watson 1930]*

Zumindest in den schönen Reden der gebildeten Welt hat das SSM auf der ganzen Linie gesiegt. Bei höflicher intellektueller Konversation und im soliden Journalismus wird jede allgemeine Aussage über menschliches Verhalten sorgfältig mit Losungsworten des SSM eingeleitet, mit denen sich der Sprecher von all jenen schändlichen Anhängern der Vererbungs­lehre distanziert – angefangen von den mittelalterlichen Königen bis hin zu Alfred Tetzlaff. (Steven Pinker, Der Sprachinstinkt, München 1998, S 455ff m.w. Nachweisen)

„Menschliche Säuglinge besitzen bei ihrer Geburt nichts weiter als ein paar Reflexe und die Fähigkeit zu lernen. Das Lernen ist ein Allzweckmechanismus, der in allen Wissensbereichen angewendet wird. Kinder lernen ihre Kultur durch Unterweisung, Belohnung und Bestrafung sowie durch Rollenmodelle.“ – Sagen Sie mal ehrlich, würden Sie als solch ein armseliges Wesen zur Welt kommen wollen? – Ich jedenfalls nicht!

In Chemie und Physik herrscht zur Zeit das von Niels Bohr entworfene Atommodell vor, das die Elektronen mit Planeten gleichsetzt, die die Sonne umkreisen. – Da mag etwas Wahres dransein, aber Elektronen verhalten sich nicht wie Planeten, denn sie können in Verbindungen von Atomen, Moleküle genannt, auch andere Atome umkreisen. – Etwa so, als könnten Erde, Jupiter und Saturn mal eben von der Sonne zu Alpha-Centauri überwechseln und wieder zur Sonne zurückkehren. – Daß das nicht geht, ist wohl sonnenklar.

In der Biologie gibt es eine Reihe von Modellorganismen, zu denen auch Mäuse und Ratten gehören – Man versucht, Dinge, die Mäusen und Ratten widerfahren möglöichst 1:1 auf Menschen zu überatrgen. – Dabei kann es zu gewaltigen Fehlschlüssen kommn:

Die Maus, die ich später „Speedy Ferrero“ getauft hatte, hatte zunächst einmal die Schachtel mit den Spülmaschinen-Tabs geplündert. – Essen sie mal einen Tab – dann kommt aber mit Blaulicht der Krankenwagen!

Und dann war da noch eine Sendung über Tierversuche, die so etwa 1971 oder 1972 ausgestrahlt worden war:

Man hatte Dutzende von Laborratten in enge Röhren gespertt und sie automatisch mit Zigarettenrauch begast. – Es war ein „Rauchautomat“, der rund ein Dutzend Zigaretten enthielt und ununterbrochen qualmte. – Ich nehme an, daß die Rauchdosis so gewählt war, daß die Tierchen gerade einmal dem sicheren Tod durch akute Rauchvergiftung entkommen konnten:

Ratten sind soziale Tiere, die gern zusammen sind und soziale Kontakte unterhalten. Ratten können sich aufgrund ihres Skelettaufbaus durh engste Röhren quetschen. Das heißt aber noch lange nicht, daß sie sich dort auch gerne aufhalten, vor allem nicht zwangsweise. Es sit nicht von der Hand zu weisen, daß Ratten unter der genannten „Laborgbedingung“ starkem Streß ausgesetz sind. – Ob Tabakrauch dazukommt oder nicht, Ratten, die in engen Röhren über längere Zeit gefangen sind, empfinden wohl ähnlich wie ein verschütteter Mensch. – Seit dieser Zeit gilt das Rauchen als „potentiell krebserregend“ – Was allerdings fehlte, war ein Kontrollversuch mit Ratten, die in ihren engen Röhren mit Kaffee oder Schnaps abgefüllt worden waren oder einfach nur in den engen Röhren ihr Dasein fristen mußten. – Ich möchte fast wetten, daß auch die entsprechenden Kontrollgruppen eine erhöhte Bereitschaft zur Entwicklung von Krebserkrankungen gezeigt hätten.

Wws für uns nichts Gutes bedeutet, weil wir in unserer urbanen Umwelt fast so leben wie die Laborratten.

Auf die nicht geringe Zahl der diversen Wetter- und Klimamodelle will ich an dieser Stelle nicht eingehen, das würde zu tief in die fraktale Geometrie und die Chaos-Theorie hineinführen und den Rahmen, den E.T. und die Dampflok setzen, unzulässigerweise sprengen

Ich hoffe, anhand der Beispiele gezeeigt zu haben, daß es nicht ungefährlich ist, sich ein Bild über die Wirklichkeit anhand von „Modellen“ zu machen. – Man kann verdammt danebenhauen und dieIllusion für die Wirklichkeit halten.

Die Zahl der die Wirklichkeit des Universums verzerrenden „Modelle“ ist überaus groß. Ich hoffe, die geeignete Auswahl getroffen zu haben um zu verdeutlichen, daß es nicht unproblematisch ist, die uns umgebenden physikalischen, chemischen und biologischen Phänomene zu erfassen und und zu erklären.

Den Fehlschlüssen, die E.T. Bei der Untersuchung der Funktionsweise einer Dampflok unterlaufen sind, wäre E.T. Auch bei der Beurteilung von Dieselloks zum Opfer gefallen. – Keine der bei MÄRKLIN gefertigten Dieselloks kann mit Diesel betrieben werden.

Modelle können durchaus geeignet sein, das Verhalten und die Funktionsweise der verschiedensten Dinge zu studieren. So testet man beispielsweise anhand von maßstabsgetreuen Modellen das aerodynamische Verhalten von Flugzeugen im Windkanal. – Auch Schiffsmodelle helfen Ingenieren bei der Konstruktion immer größerer Passagier- und Frachtschiffe.

In dem Film „Flug des Phoenix“ wurde der Unterschied zwischen „Modell“ und Modell“ deutlich herausgestellt. Hardy Krüger spielte den Konstrukteur von Modellflugzeugen, der sich bemühte, aus den Trümmern einer abgstürzten Maschine ein flugfähiges Gerät zu basteln. – Der von James Stewart dargestellte Kapitän des Flugzeuges war geschockt, als er erfuhr, daß sein ehemaliger Passagier „Modellflugzeuge“ konstruiert hatte. Er mußte sich anhören, daß „Modellflugzeuge“ und „Flugzeugmodelle“ sich grundlegend voneinander unterscheiden. „Modellflugzeuge“ müssen als Flugmaschinen sorgfältig durchdacht sein, weil sie keinen Piloten haben, der auf die Feinheiten der Flugbewegungen reagieren kann. Es ist keiner da, der Ungleichgewichte aerodynamisch „austrimmen“ könnte. – Das „Flugzeugmodell“ hingegen ist nur ein dreidimensionales „Abbild“ des Flugzeugs in einem beliebigen Maßstab. Am Ende obsiegen die Überlegungen des „Modellbauers“: http://www.youtube.com/watch?v=IACjOvyx5hs&feature=related und der „Phoenix“ hebt ab.

Der Flug des Phoenix, E.T. Und die Dampflok lehren uns also, daß die Verwendung von Modellen die Gefahr in sich birgt, von der Funktionsweise des Modells auf die Funktion des „Vorbilds“ zu schließen.

Nun muß ich doch noch ganz kurz auf die Chaos-Theorie, die Erforschung nichtlinearer dynamischer Systeme eingehen:

Nichtlinear-dynamische Systeme und die fraktlae Geometrie haben ein gemeinsames Kennzeichen: Die Selbstähnlichkeit auf allen Größenskalen:

Die Kerzenflamme verhält sich nicht anders als das flammende Inferno eine Waldbrandes.

Eine Welle in der Badewanne folgt denselben einfachen Gesetzen wie der Kawentsmann, der einem Luxusliner die Aufbauten zerschlägt.

Die Luftströmungen, mit denen Ihr Friseur einer Braut die Haare formt, unterscheiden sich nicht von denen, it denen en Hurricane dieselbe Frisur wieder durcheinanderwirbelt.

Und die Kräfte, die das flüssige Erndinnere an die Oberfläche treiben, sind dieselben, die Ihre Tomatensoße zum Überkochen bringen.

Es ändert sich die Größenskala, nich aber das Verhalten der Dinge.

Das Herz einer Maus verhälts sich wie das Herz eines Elefanten. Der Magen eines Mäusejungen verarbetet die Muttermilch in derselben Weise wie der Magen eines Menschenkindes: Alle machen aus Milch Frischkäse und Molke.

MÄRKLIN hingegen wird nie echte Dampflokomotiven herstellen, weil das von den Eisenbahningenieuren der „realen“ Welt verwendete Material sich nicht im Maßstab 1:87 verkleinern läßt. – Im Maßstab 1:87 würde die Wandstärke des Kessels einer Dampflok so gering sein, daß die Lok beim geringsten Windstoß davonfliegen würde. – Umgekehrt würde die maßstäbliche Vergrößerung des Gehäuses einer MÄRKLIN – Lok diese so schwer machen, daß sie sich aufgrund ihres Gewichts nicht von der Stelle bewegen könnte.

Was lehrt uns also die Problematik der „Modellbildung“?

Es läßt sich in wenigen Worten zusammenfassen:

Wenn man sich von der Welt ein Modell macht, muß man darauf achten, daß das Verhalten des Modells mit dem der übrigen Welt übereinstimmt – und umgekehrt.

Die „Selbstähnlichkeit“ des Verhaltens muß auf allen Größenskalen erhalten bleiben.

Vereinfacht, oder „modellhaft“ gesagt:

Ob man die „Kirche im Dorf läßt“, oder ob „mer dä Dom en Kölle losse“ ist keine Frage des Prinzips, sondern nur eine der Größenskala.

Nun kann E.T. Seine „Anfangspackung“ mit nach Hause nehmen und den Bewohnern seines Heimatplaneten das Wesen der Eisenbahn näherbringen.


O Sancta Iustitia!

Februar 16, 2012

Prozess gegen Richter Garzón – Beispiellose Hatz – Politik – sueddeutsche.de.

Ich kann nachempfinden, wie sich Herr Garzón vorkommt. – Auf einer anderen Größenskala ist mir Ähnliches passiert. Vor rund 20 Jahren hatte ich mich erdreistet, gegen die Korruption auf der Insel Rügen anzukämpfen.

Der damalige Landrat und seine Sponsoren hatten jedoch einen Rettungsschirm, den schon damals unsere Bundesrettungsschirmherrin Angela Merkel über ihrem Parteifreund Eckfeld aufgespannt hatte.

In diesem Zusammenhang fand ich die Karikatur von „McFly“ in der Tageszeitung „INFORMATIÓN“ so richtig passend:


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