Mayakalender: Nur die Dombauhütte kann uns retten, denn ORION hat Verspätung

November 20, 2012

Mayakalender: Wissenschaftler sagt Weltuntergang 2012 ab – Nachrichten Wissenschaft – DIE WELT.

Vor fast genau 45 Jahren war die Fernsehnation schockiert über die Meldung: „Die Invasion ist nicht mehr aufzuhalten, ich schlage vor, mit den Frogs zu verhandeln.“

Originalrep0rtage

Aus den Verhandlungen wurde nichts. – Sie erübrigten sich am Ende, weil, wie Sie gesehen haben,  von der Obersten Raumbehörde Order an die Crew der „Orion“ erging: „Gehen Sie auf Hyperspace-Geschwindigkeit und fliegen Sie „Gordon“ an! Eliminieren Sie „Gordon“ mit Overkill! Dies ist ein Befehl der Weltregierung!“

Es wurde ein Wettlauf mit der Zeit, aber „Gordon“ wurde rechtzeitig eliminiert.

All das geschah innerhalb weniger Minuten.

Innerhalb weniger Minuten kann viel passieren. – Mit diese Worten wirbt die WELT für WELT-ONLINE.- Daß die zuständige Werbeagentur den Slogan mit einem Bildnis des Papstes unterlegt hat, versetzt mich doch etwas in Erstaunen, denn weder die Wahl eines Papstes noch dessen Amtszeit sind eine Sache von wenigen Minuten.

Es sei, wie es ist, denn innerhalb weniger Minuten kann allerdings tatsächlich viel passieren, das hat sich am 2.3.2007 gezeigt:

Kurz vor den 15-Uhr Nachrichten des Senders n-tv hatte ich begonnen, das Feuilleton der WELT durchzublättern. Unter der Überschrift „Ecce Herbert!“ sollte Herbert Grönemeyer auf Seite 27 zum Religionskritiker hochstilisiert werden. – Da Grönemeyer keine Alternativen zu bieten hat, gewissermaßen mit leeren Händen dasteht, ist dem Verfasser des Artikels seine Absicht wohl nicht so ganz gelungen. Als gelungen empfand ich jedoch, daß auf der Folgeseite in der o.g. Anzeige der Papst ebenfalls mit leeren Händen dastand.

N-tv meldete, nach einem geheimen UN-Bericht wäre die Klimakatastrophe nicht mehr aufzuhalten. Mit wem aber sollte die UNO diesmal verhandeln?

Die WELT, obwohl erdgebunden, ging ebenfalls auf Hyperspace-Geschwindigkeit, denn die WELt und n-tv überholten sich bei der Berichterstattung gegenseitig:“ ‚Orion‘ hat Verspätung“, meldete sie auf ihrer Wissenschaftsseite (Seite 31). – Wenn „Orion“ Verspätung hat, wer soll die Welt dann noch retten können? – Captain Kirk?

Laut n-tv werden auch er und seine Crew zur Rettung der Erde nichts beitragen können. Laut n-tv nämlich wurde „Enterprise“ von Tornados weitgehend zerstört. Die Schäden waren so gravierend, daß George W. Bush sie höchstpersönlich inspizieren mußte. (Enterprise ist eine Kleinstadt im Südwesten der USA)

Gibt es dennoch eine Rettung? – So könnte man vermuten, wenigstens dann, wenn die elektrische Anlage der „Enterprise“ von Siemens gefertigt wurde. Denn laut WELT (S. 31) heißt Siemens: „Gott hat gehört“.

Ob Gott gehört hat, weiß ich nicht, die Götter jedenfalls scheinen gehört zu haben, denn auf Seite 32 berichtet die WELT mit erheblicher zeitlicher Verzögerung über den Ausbruch des Stromboli. Und dieser räusperte sich fast zur gleichen Zeit, als folgender Text durch das Netz der Netze gejagt wurde:

„Ob es sich bei den Ausbrüchen des Krakatau, des Vesuv oder des Mount St. Helens tatsächlich um „Katastrophen“ handelt, die „die Umwelt“ beeinträchtigen, darf nach der Lektüre der oben zitierten Wissenschaftsseite der WELT mit Fug und Recht bezweifelt werden. Denn offensichtlich bildet die Vulkanasche, die nach und nach wieder zu Boden sinkt,  globalen Dünger, der Organismen zu Lande und zu Wasser nützt. „Es ist, als wenn der Vulkangott Vulcanus und die Fruchtbarkeitsgöttin Freya mit Neptun eine Vereinbarung getroffen haben, von der wir erst jetzt etwas erfahren.“ So zitiert die WELT (Vulkanasche ist Dünger) den Geomar-Wissenschaftler Svend Duggen.

Da ist was Wahres dran.

Und es ist erstaunlich, diese Worte aus dem Munde eines Naturwissenschaftlers zu hören. Noch erstaunlicher ist, daß der Mann am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften tätig ist. – Leibniz hatte den Tieren den Verstand abgesprochen. Laut Leibniz brauchen Tiere keinen Verstand, weil Gott ihn für sie habe. – Der Verstand, der Leibniz vorschwebte, reicht offenbar weit über das Tierreich hinaus. Die olympische Düngemittelgesellschaft läßt sich tatsächlich so darstellen, wie Duggen es getan hat. Freilich sind ihm zwei Details entgangen: Die olympische Fruchtbarkeitsgöttin heißt Demeter und nicht Freya. Ferner hat Duggen Aeolos vergessen, der mit von der Partie ist, weil er für den weltweiten Vertrieb des Düngers verantwortlich zeichnet.“

Die Mail ging am 27.2.2007 an die FAZ ab, hier der Original-Header:

—-Ursprüngliche Nachricht—–

Von: gerhard.altenhoff@email.de

Gesendet: 27.02.07 15:43:19

An: redaktion@faz.de

CC: jora@jora-hypno.de, wissenschaft@welt.de,

wissen-online@sueddeutsche.de, leserbriefe@bild.de

Betreff: FW: Unser Planet stirbt

– Die Liparischen Inseln, zu denen der Vulkan Stromboli gehört, werden auch die  Aeolischen(!) Inseln genannt! –

Das Mitlesen von Mails ist offenbar keine Erfindung der Geheimdienste, der Olymp liest wohl schon recht lange mit, zumindest seit der Einführung des Internet.

Für die eingefleischten Mechanistiker kommt es noch schlimmer:

Am 8.3.2007 wurde die Zufahrt zum Düsseldorfer Flughafen in der Zeit von 21.45 Uhr bis 23.00 Uhr gesperrt, weil ein Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg entschärft werden mußte. An dieser Bombe muß ich in jungen Jahren einige hundert Mal vorbeigegangen und mit Rad und Auto vorbeigefahren sein, denn sie wurde nur wenige hundert Meter von meinem Elternhaus entfernt gefunden.

Wenn Sie so wollen legten die Götter ihrem Advocatus Deorum den „Blindgänger“ zu Füßen, und zwar mit Vorankündigung:

Planmäßig hob Flug LT 147 am 8.3.2007 von der Rollbahn des Flughafens in Alicante ab. Weil auch der Landeanflug planmäßig verlief, setzte LT 147 mit dem Advocatus Deorum an Bord pünktlich um 22.55 Uhr auf der Düsseldorfer Rollbahn auf. – Während des Landeanflugs war ein Feuerwerker damit beschäftigt, einen Spagat zu absolvieren: einerseits

mußte er den „Blindgängereffekt“ zu vermeiden suchen, andererseits mußte er ihn fördern. Er mußte vermeiden, daß das Ding hochging und ihm damit „Zukunft“ sichern.

Mutter Erde ist schon erstaunlich: Ich glaube nicht, daß die Besatzung der B-17, die seinerzeit die Bombe ausgeklinkt hatte, jemals einen Gedanken daran verschwendete, daß wenig mehr als 63 Jahre nach dem Abwurf derjenige , der den „Blindgängereffekt“ der klassischen Evolutionstheorie hinzufügte und „Uncle Sam“ die Worte „Join the IRA – Drop! Your! Fucking! Guns! Now!“ in den Mund legte, ihren Kurs kreuzen würde, – wenn sie denn den eigenen Fliegerhorst je wieder erreichte.

Der „Blindgängereffekt“ wurde inspiriert durch eine Textstelle in Hoimar von Ditfurths „Wir sind nicht nur von dieser Welt“:

>Das hier beschriebene Experiment wurde tatsächlich durchgeführt, und zwar vom amerikanischen Nobelpreisträger Joshua Lederberg. Zum Ergebnis dieses Experiments und zum Phänomen des Albinismus bemerkt Hoimar von Ditfurth:

„Dies Ergebnis – es ist für das Verständnis so wichtig, daß ich es noch einmal hervorheben möchte – war weder angezielt worden (das Genom kann nicht zielen: Mutationen erfolgen zufällig und ungerichtet!) noch vorhersehbar gewesen (Eiszeiten, geologische Katastrophen oder die Invasion überlegener Konkurrenten kündigen sich nicht vorher an). Vielleicht war der Treffer, das ist alles, was dazu gesagt werden soll, unter diesen Umständen allein als Folge gerade eines völlig ziellosen >Herumballerns< durch den Mutationsprozeß möglich geworden. Denn ein zum Zielen befähigter Schütze hätte, wie gesagt, die >richtige< Richtung womöglich planmäßig ausgespart, weil es dort noch nichts gab, worauf er in dem Augenblick, in dem er abdrückte, hätte zielen können.“[1]

Ich habe lange darüber nachgedacht, warum die gewählte Metapher vom sinnlosen „Herumballern“ nicht stimmen konnte. Das paßte nicht zu dem. was v.Dithfurth auf der vorhergehenden Seite geschrieben hatte:

„Das Genom (die Summe der Erbanlagen eines Organismus) ist zwar unbelehrbar, unfähig, aus der Umwelt Informationen zu beziehen und aus Fehlern mutativer Anpassung zu lernen. Daran läßt sich nichts ändern. Aus der Welt der Organismen gelangt keine Information in die Welt der Elementarteilchen. Aber die daraus resultierende Blindheit jeder einzelnen Mutation gegenüber der Situation des Organismus, an dessen Bauplan sie planlos herumspielt, hat immerhin auch einen Vorteil: Diese gänzlich unvermeidliche Blindheit läßt die Art >offen< bleiben für noch gänzlich unvorhersehbare zukünftige Möglichkeiten.

Es wurde schon gesagt, daß die Lernunfähigkeit des Genoms sich zum Beispiel darin äußert, daß bei den verschiedensten Arten immer wieder Albinos auftauchen: eine Mutation, die einem Hirsch, einer Amsel oder einer Maus unter normalen Umständen nichts als Nachteile einträgt. Unter den Bedingungen der freien Natur werden diese Varianten denn auch von der Umwelt sehr schnell wieder <ausgelesen>“.[2]

Bei ziellosem „Herumballern“ wären der Evolution mit Sicherheit bald die Patronen ausgegangen, wenn sie mit einem Gewehr eine Zielscheibe hätte treffen müssen. Sie haben oben aber gesehen, daß der „Munition“, die die Natur verwendet, eine explosive Tendenz innewohnt. Die Evolution gleicht daher nicht einem „herumballernden“ Präzisionsschützen, sie gleicht vielmehr dem Trommelfeuer des Ersten Weltkrieges oder den Bombenteppichen des Zweiten Weltkrieges. Beide hinterließen eine Unzahl von Bomben und Granaten, die zwar nicht ihr Ziel, aber zunächst einmal ihren Zweck verfehlten, indem sie als Blindgänger zu Boden gingen. Alle „perfekt“ an den „Zweck“ ihres „Daseins“ angepaßten Sprengkörper hatten ihre Mission erfüllt. Allein die Blindgänger nicht. Einige von ihnen harren heute noch tief im Boden ihrer „Zweckbestimmung“.

Je häufiger aber „Blindgänger“ in die Welt gesetzt werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß irgendwann einmal einer von ihnen explodiert. – Der Präzisionsschütze, der seine Munition „verballert“ hat, kann demgegenüber keinen einzigen Treffer mehr erzielen. Das ist der Unterschied. Vielleicht wäre v. Ditfurth auf den richtigen Gedanken gekommen, hätte er die zutreffende Metapher benutzt.

Darwin prägte den Begriff vom „survival of the fittest“. Die deutsche Sprache machte daraus das „Überleben des Tüchtigsten“. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts und die europäische Einigungsbestrebung rechtfertigen es wohl, in versöhnlichem Ton vom „survival of the blindgängers“ zu reden.<

Wie der Zufall es so wollte, wurde die Maschine von Flugkapitän Lütgemüller gesteuert. Trotz erheblicher Turbulenzen während des Fluges, sah ich einer sicheren Landung entgegen, denn F.W. Lütgemüller hieß der Mann, der die Mensuren, die ich als Corpsstudent ausfechten mußte, sekundiert hatte. Und der Zufall wollte es so, daß all dies an dem Tag stattfand, an dem Rudolf Reiner Anicetus Jirka Geburtstag hat, der Mann, dessen Nachname Karel Zeemans „Reise in die Urwelt“ unauslöschlich in mein Gedächtnis gebrannt hat. – Wenn das „Zufall“ war, Reiner Zufall war das nicht.

   „Als so der Gott, wer immer es war, die Materie geordnet,

So sie zerteilt und die Teile zu wirklichen Gliedern gestaltet,

Ballte er gleich zu Beginn die Erde, damit sie auf jeder

Seite sich gänzlich gleiche, zur Form einer riesigen Kugel.“

„Quisquis fuit ille deorum“, so lautet „der Gott, wer immer es war“ im Original. Ovid und seine Zeitgenossen rätselten über die Identität des „Schöpfergottes“. Die naturwissenschaftliche Kriminalistik hat ihn eindeutig identifizierbar gemacht. Es ist Vulkanus, den die Griechen Hephaistos nannten. – Den Passus der Identifikation des Schöpfergottes hatte ich aus meiner o.g. Mail an die FAZ gestrichen, weil ich ihn für zu dick aufgetragen hielt…

Alle Substanzen, ich vermeide das Wort „Bausteine“, denn Bausteine sind passiv, die zur Organisation des Lebens beitragen, wurden und werden von Hephaistos aus dem Bauch der Erde an deren Oberfläche befördert. Allen voran das Wasser, gefolgt vom Kohlenstoff bis hin zu den „Spurenelementen“. Die besten Zeugen sind die thermophilen Archaebakterien, die nach wie vor Schwefelwasserstoff fressen, heute aber nur noch in der Nähe von unterseeischen Vulkanen (Black Smoker) siedeln. Sie sind die ältesten Lebewesen des Planeten.

Und, das sei hier nur am Rande erwähnt, Hephaistos kann zwar hervorragend mit Hammer und Amboß umgehen, er ist aber kein Waffenschmied, sondern eher als Werkzeugmacher anzusehen, der Poseidon und Aeolos die Werkzeuge schmiedet, mit denen sie den Menschen nach Belieben Freude bereiten oder Schrecken einjagen.

In der heutigen Welt sind und bleiben die mittelozeanischen Rücken das Haupttätigkeitsgebiet des Hephaistos, seine Black Smokers sind nämlich vor allem da zu finden, wo neue Erdkruste sich bildet, eben an den mittelozeanischen Rücken.

Warum aber bildet sich überhaupt neue Erdkruste, warum wandern die Kontinente ziellos über den Planeten. Diese Frage wurde mir bislang von keiner geologischen oder geophysikalischen Veröffentlichung beantwortet. Es besteht der Verdacht, daß sie nicht einmal gestellt worden ist.

Um sie zu beanworten, müssen wir unseren Blick wohl wieder einmal gen Himmel richten, wo der Mond seine Bahnen zieht. Die Erde dreht sich um ihre eigene Achse, der Mond auch. Beide zusammen drehen sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt, um eine gemeinsame Achse. Diese wirkt im flüssigen Erdinneren gewissermaßen als „Rührstab“, der für ein wenig Chaos sorgt, das sich auf die Erdkruste als Plattenbewegung auswirkt.

Betrachten wir deshalb zur Abwechslung einmal den Mond als den Hammer des Hephaistos. Dann bekommt der Zufall, daß die sich eingangs erwähnten Ereignisse innerhalb von wenigen Minuten genau am 2.3.2007 abspielten, eine neue Bedeutung, denn es war der Tag des Vollmonds und der Vorabend der Mondfinsternis, die am 3.3.2007 von Spanien aus von Anfang bis Ende zu beobachten war.

Wie der „Zufall“ es wollte, sind Naturereignisse und Spielfilme im Fernsehen wenig kompatibel. Also zappte ich solange, bis ich eine Musiksendung gefunden hatte, die die Himmelserscheinung ein wenig untermalte. Wie der „Zufall“ es so wollte, strahlte der NDR just zu der Zeit, in der der Mond verdunkelt war, die Wiederholung der Wahl für den deutschen Beitrag des „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ des Jahres 2006 aus. – Der Gewinner verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden, denn es handelte sich dabei um „No, no, never“ von Texas Lightning. – Es war für mich von Anfang an ein besonderes Lied, ohne daß ich diese Besonderheit zunächst hätte beschreiben können. Erst viel später erkor ich es zum Gegenstück des 23. Psalms. Aber erst anläßlich der Wiederholung wurde mir bewußt, daß der „Grand Prix“ im Jahre 2006 in Athen stattgefunden hatte.

Sie können mich gerne für verrückt erklären, da wären Sie nicht der Erste, aber während ich mir Gedanken über die letztgenannten Zeilen machte, schaute ich kurz in das Video-Band aus dem Jahre 1984, auf dem sich sowohl „Der Tag, an dem die Erde Feuer fing“ als auch der BBC-Dreiteiler „Die Entstehung eines Kontinents“ befinden. Dort wird „El Capitan“ erwähnt, eine vom Eis extrem glatt geschliffene Felswand in Kalifornien, die 1000 Meter hoch ist. Und was soll ich Ihnen sagen? – Kaum fünf Minuten später wird im ARD-Nachtamagazin der neu Film von Pete Dankwart vorgestellt, der die Besteigung des „El Capitan“ zum Thema hat: „Am Limit“.

Ich gehe davon aus, daß Sie nunmehr am Limit ihres rationalen Fassungsvermögens angelangt sind.

Was würde der „Vulkanier“ wohl dazu sagen?

  „Faszinierend“

Und was macht der Papst? – Er steht immer noch mit leeren Händen in der WELT vom 2.3.2007. Auf Seite 28.

Und der Kölner Dom wird auch am 22.12.2012 noch an  „sinnem ahle Plaas“ zu finden sein. – Und das ist gut so!

ä


[1] H. von Ditfurth, Wir sind nicht nur von dieser Welt, Hamburg 1981, S. 103

[2] v.Ditfurth aaO, S 101f


LUCA und die letzten Zeugen des biologischen Urknalls

Oktober 23, 2011

oe1.ORF.at Wissen.

Heute nachmittag lief ein wunderschöner Film in Arte:

Die phantastische Vielfalt der Natur:

Sonntag, 23. Oktober 2011 um 15.05 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Die wunderbare Artenvielfalt
(Frankreich, 2008, 81mn)
ARTE F
Regie: Denis van Waerebeke, Vincent Gaullier
Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Nach Schätzungen von Wissenschaftlern besiedeln zwischen fünf und 100 Millionen verschiedene Arten von Lebewesen unseren Planeten. Mit humorvoller Distanz betrachtet der Dokumentarfilm die Wissenschaft von der Einordnung dieser Lebewesen in Arten, Familien und Gattungen.

Wissenschaftler, die in diesem Dokumentarfilm zu Wort kommen, gehen davon aus, dass die Millionen von Arten, die sich auf der Erde bewegen – einschließlich des Menschen – zu einer einzigen, riesigen Familie gehören. Aber wie und nach welchen Kriterien lassen sich diese Arten klassifizieren? Etwa nach der Anzahl ihrer Beine oder danach, ob sie Flügel, Federn, Fell oder Schuppen haben?
„Die wunderbare Artenvielfalt“ gibt einen Überblick über den derzeitigen Stand der Wissenschaft und räumt mit manchem Vorurteil in Sachen Evolution auf. Der Mensch stammt nicht vom Affen ab, sondern Mensch und Affe haben einen gemeinsamen Vorfahren. Der Mensch ist auch nicht höher entwickelt als eine Bakterie. Menschen haben zwar die Wissenschaft, die Philatelie und die Schwarzwälder Kirschtorte erfunden, Bakterien können sich dafür bei einer Temperatur von 100 Grad Celsius 14 Mal pro Minute teilen.
Denis van Waerebeke und Vincent Gaullier gewähren – mitunter überraschende – Einblicke in die Verwandtschaftsbeziehungen der Menschen zu anderen Lebewesen und informieren auf klare, unterhaltsame Weise über den aktuellen Stand der Forschung. Und ihr Film liefert Verständnishilfen zur heutigen wissenschaftlichen Debatte über die Entstehung und Entwicklung von Leben auf der Erde.

Und so nebenbei erfuhr ich von „LUCA“ (Last Universal Common Ancestor) – der letzte universelle gemeinsame Vorfahre aller Lebewesen.

Nun kam LUCA mir sehr bekannt vor, hatte ich ihn doch bereits vor gut 10 Jahren postuliert:

Also müssen wir uns über die Breite des Flusses klar werden: Nehmen Sie ein Biologiebuch zur Hand und schlagen sie die Übersicht mit dem Stammbaum der Organismen auf. Oben finden Sie schematisch dargestellt die Ordnung der rezenten Organismen. Nehmen Sie nun das Buch, drehen Sie es auf den Kopf und schauen Sie vom Rand aus darauf. Dann haben sie die Breite des Stroms.

Damit drängt sich unwillkürlich der oben erwähnte Vergleich zur Geschichte der Waffentechnik geradezu auf. Stellen Sie jeweils einen Krieger jeder Epoche nebeneinander auf, bilden diese die klassische griechische Schlachtordnung, die Phalanx.

Von der Amöbe bis zum Menschen, vom Bakterium bis zum Mammutbaum – die Natur bildet keine Hierarchien, keine „höheren“ oder „niedrigen“ Lebewesen. Die Evolution ging nicht in die Höhe, sondern in die Breite! Die Evolution strebt nicht vom Einfachen zum Komplexen. Die Komplexität wurde erforderlich, weil andere Wege versperrt waren. Die hierarchische Struktur der Evolution, an deren Spitze wir uns so gerne sehen, entpuppt sich aus diesem Blickwinkel tatsächlich als Wahnvorstellung des Menschen. Erst unter diesem Blickwinkel offenbart sich auch die schier unglaubliche Kraft und Kreativität der Evolution, trotz aller Widrigkeiten Nachkommen in die Welt zu setzen.

Wir glaubten bisher allzu gerne, außerhalb dieser Phalanx der übrigen Organismen zu stehen und sie eines Tages unterwerfen zu können. Der Phalanx des Lebens hat kein Mensch auf der Welt etwas entgegenzusetzen. Sie macht uns deutlich, daß der weit verbreitete Glaube, da regulierend eingreifen zu können, ein gewaltiger Irrtum und Ausfluß unserer eigenen Überheblichkeit ist. Das zeigt uns bereits das gemeine Gänseblümchen. Kein Wunder, daß gegen Unkraut letztlich kein Kraut gewachsen ist. Kein Wunder, daß Mediziner und Pharmakologen immer wieder vor der Anpassungsfähigkeit ihrer Widersacher aus dem Mikrokosmos kapitulieren müssen. Sieht man die Evolution als ein fließendes Etwas an, wird es verständlich, warum letztlich alle Widerstände, die der Mensch ihr entgegensetzt, immer wieder an Wirkung einbüßen. Sie werden umflossen oder weggeschwemmt.1

Weiter oben hatten wir den „Planeten Mensch“ erwähnt, der erst sichtbar wurde, nachdem der Mensch den „Mikrokosmos“ hatte sichtbar machen können. Mit Hilfe des Computers ist der Mensch heute in der Lage, eines der erstaunlichsten virtuellen Gebilde auf den Bildschirm zu zaubern, das man sich vorstellen kann. Es ist die Darstellung der sogenannten „Mandelbrot-Menge“. Vielen dürfte sie als „Apfelmännchen“ bekannt geworden sein. Betrachtet man den Rand des „Apfelmännchens“, so erscheinen bei jeder Vergrößerung immer neue „Apfelmännchen“. Wie wir gesehen haben, ist der Mensch so etwas wie ein Planet auf dem Planeten. Anderen Lebewesen ergeht es nicht anders. Ein Baum wird von einer Unzahl anderer Lebewesen bevölkert. Auch er erscheint als Planet auf dem Planeten. Das Eichhörnchen, das den Baum bewohnt, teilt als Säugetier weitgehend unser Schicksal und sieht damit aus wie ein Planet auf einem Planeten auf dem Planeten… .

Da nicht einmal alle rezenten Arten entdeckt und beschrieben sind, kann gegenwärtig auch niemand ermessen, wie breit der Strom des Lebens tatsächlich ist. – Jedenfalls ist er so breit, daß Jirkas Boot nicht steckenbleiben wird.   (PDF mit Fußnoten und Quellenangaben: phalanx)

Und immer wieder wird betont,- so auch im Ausgangsartikel, welch grandiose Ausnahmeerscheinung das Leben doch sei. – Weit gefehlt! – Das Leben widerspricht nicht dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik, es ist vielmehr sein eigenes Geschöpf. – Der Fehler inder Burteilung des Phänomens Leben beruht darauf, daß für uns Lebendige Materie „ordentlich“ ist, der 2. Hauptsatz aber alle Ordnung am Ende auflöst.

Das liegt aber daran, daß unser Gehirn uns vorschreibt, die Dinge zu kategotisieren“ sie „einzuordnen“. – Die scheinbare „Ordnung“ steckt im Gehirn, nicht in der Natur. Die sit und bleibt nichtlinear-thermodynamisch. – Und vor den nichtlienar-thermodynamischen Eigenschaften haben die Menschen einen derartigen Respekt, daß sie seinen schlimmsten Phantasien Flügelnverleiht:

Filme wie „Outbreak“ und andere Pandemie-Szenarien bezeugen das.

Dabei bei wiederholt sich jeden Tag der „Biologische Urknall“  innerhalb der Menschheit, nämlich immer dann, wenn ein „Neuer Mensch“ gezeugt wird:

Muster finden wir also auf allen Größenskalen.
Doch kehren wir auf die uns gerade noch geläufige Ebene des Atoms zurück. An ziemlich unscheinbarer Stelle im Periodensystem versteckt, da liegt eben das Element, den unzweifelhaft schöpferische Eigenschaften zugebilligt werden müssen: Das Kohlenstoffatom.
Kohlenstoffverbindungen bilden die Grundlage allen Lebens, ohne Kohlenstoff keine Biochemie.
Es neigt dazu, langkettige Moleküle, sog. Polymere zu bilden und damit Energie gewissermaßen zu „sammeln“ (Alle unsere Treib- und Sprengstoffe sind Kinder des Kohlenstoffs!). Trotz der theoretisch Unbegrenztheit der atomaren Zusammensetzung eines Polymers, läßt das Auftreten immer wiederkehrender Muster darauf schließen, daß die Zahl der Möglichkeiten zwar außerordentlich hoch, aber eben endlich ist. Was ist in der Frühzeit der Erde abgelaufen?
Nachdem die Erde sich hinreichend abgekühlt hatte, entstanden die ersten Ozeane. Diese dürften zunächst kochend heiß gewesen sein. Im Laufe der Zeit kühlten sie sich dann ab. Dabei wurden zwangsläufig alle Temperaturstufen durchlaufen, die den Kohlenstoffatomen ermöglichten, mit allen erdenklichen Elementen zu reagieren. Zwangsläufig fand der Kohlenstoff nach und nach immer weniger „freie“ Atome und Moleküle für die Polymerisation. Statt dessen stieg die Wahrscheinlichkeit, mit Polymeren anderer Provenienz zusammenzutreffen und in Wechselwirkung zu treteten. Es bildeten sich immer größere Bausteine, deren Zahl mit zunehmender Zeit zwar stetig abnahm, aber gleichzeitig die Basis für die Bildung immer komplexerer Einheiten schuf. – Das deutet auf einen sich selbst beschleunigenden Prozeß, auf eine positive Rückkopplungsschleife hin. Damit war die Entstehung des ersten Zelle bereits vorprogrammiert, es bedurfte lediglich eines Schleusenereignisses, um sie zu schaffen. Nachdem die erste Zelle sich erst einmal geteilt hatte, war das Leben nicht mehr aufzuhalten; es „explodierte“ regelrecht, der logistischen Gleichung x’ = r*x*(1-x) folgend. Unser Leben verdanken wir demnach einer Neigung des Kohlenstoffatoms. Da aber der Kohlenstoff im Laufe der Jahrmillionen alle tatsächlichen Möglichkeiten der Polymerisation durchgespielt haben muß, ist es umso erstaunlicher, daß er an den uns bekannten Mustern „hängenblieb“.
Es kann einem schon kalt den Rücken herunterlaufen, wenn man bedenkt, daß dieses relativ simple Atom einerseits das härteste Mineral, den Diamanten, hervorbringt, der das Licht in einmaliger Weise erstrahlen läßt; daß dieses simple Atom andererseits die komplexeste Struktur geschaffen hat, die auf Erden bekannt ist, nämlich das menschliche Gehirn. Dieses wiederum ist in der Lage, die Gesetze der nichtlinearen Mathematik zu ergründen und Rechenmaschinen zu entwickeln, die in der Lage sind, dem menschlichen Gehirn die Ähnlichkeiten zwischen den Mustern der reinen Mathematik und denen der Natur begreifbar zu machen. (PDF mit Fußnoten und Quellenangaben: biourknall)

Erstaunlich, was im Inneren der "logistischen Funtion" so alles los ist.

Schleusenereignisse en masse

Die Archaebakterien, die es immer noch gibt und die sich im kochenden Wasser unter vollständigem Luftabschluß wie die Geiseskranken vermehren, sind die „letzten Zeugen“ des bilogischen Urknalls.


Dunkle Materie – dunkle Energie? – Ein wenig Licht ins Dunkel

August 19, 2011

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=21864

Welche Kräfte schufen das Universum? – Wie enstand das Leben?

All diesen Fragen begegnete auch ich bei meiner Reise durch die Evolution. – DieFragen sammelte ich zunächst in Notizen und spontanen Gedanken dazu  am Ende meines Manuskripts. – Daraus wurde ein Fragenkatalog mit vorläufigen Antworten, die ich hier und jetzt gerne zur Diskussion stellen möchte.

Ich habe in den folgenden Ausführungen einfach frei gedacht. – Merkwürdig, aber ich bin dabei auf das Nernst’sche Wärmetheorem gestoßen, bloß dadurch, daß ich auf die „Teilchenbremse“ getreten habe. Also kann ich nicht so ganz neben der Wahrheit liegen. – Auch deshalb nicht, weil das Weltall in jeder Sekunde um Aberbillionen Tonnen leichter wird. – Allein durch die Kernfusion, bei der rund 0,78% der Materie in Strahlung umgewandelt wird. Und Strahlung hört nicht auf den Ruf der Gravitation:

Die Grenzen des Universums
Ursprünglich beabsichtigte ich, im Rahmen einer Fußnote auf die Musterbildung im Universum hinzuweisen und fing bei der Sonne und ihren Entwicklungstadien an. Die urprüngliche Arbeit verwarf ich wieder, dennoch ging mir die Sonne nicht aus dem Kopf.
Je mehr ich darüber nachdachte, desto drängender wurde die Frage, wie die Kraft der Gravitation, die mit abnehmender Entfernung quadratisch beschleunigt, die nichtlinearen dynamischen Prozesse, die die Sonne leichter werden lassen, so genau kontrollieren können. – Warum also, explodiert die Sonne nicht wie ein Dampfkessel?
Der Überlieferung nach soll Newton die Idee der Massenanziehung beim Anblick eines fallenden Apfels gekommen sein. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, sagt man; aber der Apfel hat es auch nicht weit bis zur Erde. Kann es daher sein, daß der Weg des Apfels nicht durch die lineare Schwerkraft vorgezeichnet ist; kann es sein, daß er nach Loslösung vom Ast in eine positive Rückkoppelungsschleife gerät, die ihn zu Boden zwingt?
Wenn das atomare Feuer im Inneren der Sonne ein nichtlineares dynamisches System ist; wenn eigentlich alles, was uns umgibt, nichtlinear ist, gibt es keinen Grund anzunehmen, daß die Gravitation aus dem Rahmen fallen sollte.
Über das Wesen der Gravitation machen sich die Physiker seit den Tagen Einsteins vermehrt Gedanken. Denn die Relativitätstheorie hat gezeigt, daß wir zwischen Schwere, die durch Beschleunigung erzeugt wird, und der durch die Gravitation erzeugte Schwere nicht unterscheiden können.
Die Newtonschen Berechnungen sind durchaus alltagstaugliche Näherungen. Wir sind mit unseren Sinnen nicht in der Lage, Abweichungen davon festzustellen. Dennoch beschreiben Newtons Gleichungen die Verhältnisse im Universum nicht ganz zutreffend. Es sind eben lineare Gleichungen, die eine nichtlineare Welt zum Gegenstand haben. Die Einführung eines nichtlinearen Terms in Newtons Fallgesetz dürfte im Nahbereich kaum Auswirkungen auf das Ergebnis haben. In den Weiten des Alls, über Millionen von Lichtjahren hinweg, könnte das schon anders aussehen.
Machen wir es wie Newton, nähern wir uns dem Problem: Die Entwicklung leistungsfähiger Computer hat es ermöglicht, nichtlineare Gleichungen in der Mathematik zu lösen und graphisch darzustellen. Die Lösungen zeigen eine extrem starke Neigung zur Musterbildung. („Apfelmännchen“ & Co ), wobei sich die entstehenden Muster auf allen Größenskalen zu wiederholen scheinen. Immer ähnlich, aber nie identisch.
An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert widmete sich der französische Mathematiker Henri Poincaré dem Dreikörperproblem in der Himmelsmechanik. Dabei handelt es sich um die relative Bewegung dreier Körper, die sich gegenseitig anziehen. Auch er konnte keine Lösung dafür finden. Er hatte aber bereits die ungeheure Komplexität der Bahnen, die diese Körper beschreiben, vor Augen. Er zeigte, daß einfache deterministische Bewegungsgleichungen eine unglaubliche Komplexität erzeugen können. „Was sich Poincaré seinerzeit bildlich vorstellte, wird heutzutage ein <seltsamer Attraktor> genannt. Oder um es mit Ian Stewart zu sagen: Poincaré erblickte <die Fußspuren des Chaos>.“ ( Fritjof Capra, Lebensnetz 1996 S. 150 ) – Poincaré führte die nichtlineare Mathematik in die Physik ein, leider nur in die Himmelsmechanik.
Spätestens seit dem Unfall von Tschernobyl dürfte jedermann klar sein, daß das Einsperren des nichtlinearen atomaren Feuers in lineare Strukturen per se die Katastrophe in sich birgt. Auch der Fusionsreaktor Sonne ist nichtlinear dynamisch. Handelte es sich bei der Gravitation um eine lineare Größe, könnte diese im Zweifel „dynamische Ausrutscher“, etwa einen plötzlichen Druckanstieg, im Sonneninneren nicht bremsen. Wenn derartige Fälle auch nur äußerst selten auftreten würden, müßte der Nachthimmel mit explodiernden Sonnen aller Größenordnungen übersät sein. Das aber ist offensichtlich nicht der Fall. Demnach kann auch aus diesem Grunde die Gravitation keine lineare Größe sein.
Unser Sonnensystem ist aus einem lokalen Gravitationskollaps entstanden. Dieser führte zum fortgesetzten Aufheizen der Sonne bis zur Zündung des Fusionsfeuers.
Übersteigt ein Himmelskörper eine bestimmt Größe, hält auch der Druck, den die Kernfusion erzeugt, am Ende den Gravitationskollaps nicht mehr auf. Der Stern schrumpft zu einem Schwarzen Loch zusammen, in dessen Zentrum sich eine Singularität befinden soll. Das Wesen einer Singularität besteht darin, daß Raum, Zeit und alle Vorhersagbarkeit ihr Ende finden. Diesen unter seiner Schwerkraft zusammengestürzten Körper kann nichts entkommen, nicht einmal das Licht. Im Bereich des sichtbaren Universums kann ein Beobachter nur drei Eigenschaften messen, nämlich Masse, elektrische Ladung und Drehimpuls. Ansonsten bleibt uns der Blick in das Innere des Schwarzen Lochs verwehrt.
Das Weltall ist, alles spricht dafür, aus einer Singularität hervorgegangen. Wenn der Gravitationskollaps eines überschweren Sterns eine Singularität hervorruft, scheint die Gravitation die Kraft zu sein, die das Universum in den Zustand der Singularität zurückführen will. Wenn ein Schwarzes Loch in seinem Zentrum eine Singularität beherbergt, erhebt sich die Frage, ob es eine Singularität ist, oder ob das Weltall lokal in die Singularität zurückgefallen ist. Das aber ist nicht unser Thema, ich will es den Physikern und Kosmologen überlassen.
– Irgendwie macht es mich allerdings stutzig, daß ich vor einigen Wochen im Antiquariat um die Ecke das Buch „Die linke Hand der Schöpfung“ von J.D Barrow und J. Silk entdeckte. Ich habe DM 8,– dafür bezahlt und wurde für diese Investition reich belohnt. Auf Seite 227ff fand ich unter der Überschrift „Das Mixmaster-Universum“ folgende Zeilen:
Nun lassen sich, wenn wir wollen, als Modell für die Dynamik des Weltalls sogar noch ungewöhnlichere Kandidaten ausfindig machen, die die frühesten Stadien des Kosmos beschreiben könnten; schließlich wissen wir nicht, wie ungleichmäßig die Expansion damals verlief. Die Sache hat nur einen Haken. Newtons berühmte Gravitationstheorie ist relativ einfach. Sie besteht lediglich aus einer Diefferentialgleichung für einen die Gravitationskraft beschreibenden Parameter. Die sie übergreifende Einsteinsche Theorie besitzt dagegen zehn aufs engste miteinander verknüpfte Gleichungen für zehn das Gravitationsfeld beschreibende Parameter. Allein der Statistik zufolge wird es also alles andere als einfach sein, Lösungen für die Einsteinschen Gleichungen zu finden! Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, zeichnen sich die Einsteinschen Gleichungen noch durch eine andere unangenehme Eigenschaft aus, die ihrer Lösung ein fast unüberwindliches Hindernis entgegenstellt: Sie sind nichtlinear.“
Quod erat demondstrandum. – Allerdings war das für mich Anlaß genug, noch näher hinzuschauen.
Ist die Gravitation möglicherweise die einzige Kraft, die die Kräfte der Kernfusion wirksam kontrollieren kann? – Die letzgenannte Frage dürfte im Rahmen der angestrebten Entwicklung von Kernfusionsreaktoren von Bedeutung sein. Sollte die Physik sie bejahen, wären alle Gelder für die Entwicklung eines Fusionsreaktors von vornherein in den Sand gesetzt. Einen solchen zu bauen, wäre dann bereits aus prinzipiellen Gründen unmöglich.
Unser Thema, nämlich die Evolution, benötigt die Chemie, genauer gesagt, die Biochemie. Biochemische Vorgänge sind hochkomplex und bilden Muster. Die vom Menschen generierte technische Chemie erzeugt im Gegensatz zur Biochemie allenfalls Langeweile im Klassenzimmer, unterbrochen von ein paar Knalleffekten. In der Biochemie aber hat offenbar über das Kohlenstoffatom die Kreativität freien Zutritt. Biochemie ist nichtlinear. Das biochemisch kreierte Molekül Desoxyribonukleinsäure (DNA) seinerseits schafft die unübersehbarer Vielfalt der Lebewesen, denen ebenfalls Muster zugrunde liegen.
An dieser Stelle dürfte es sich als sinnvoll erweisen, einen Ausflug zu den Anfängen der nichtlinearen Mathematik, besser bekannt unter dem Namen fraktale Geometrie, zu unternehmen:
Zunächst beschrieb Mandelbrot seine Ideen in einzelnen wissenschaftlichen Artikeln und Vorträgen. Richtig bekannt wurde seine bahnbrechende Erkenntnis, daß eine Beschreibung von natürlich auftretenden Formen und Prozessen mit Hilfe der bekannten geometrischen Modelle nicht möglich sei, aber durch seine zwei Bücher. Darin bewies er anhand vieler Beispiele, daß die >Monsterkurven< und ähnliche pathologische Objekte, die einige Mathematiker um die Jahrhundertwende untersucht hatten, viel besser geeignet waren, natürliche Formen wie Bäume, Lungengewebe, Wolken und Galaxien zu beschreiben.
… Ein großer englischer Wissenschaftler, etwas schrullig, wie man es von einem englischen Wissenschaftler erwarten darf, Lewis Richardson, durchstöberte Enzyklopädien verschiedener Länder und machte dabei eine überraschende Entdeckung. Die Länge von Landesgrenzen wies bemerkenswerte Unterschiede auf, je nachdem in welchem Land die Enzyklopädie erschienen war. So differierte die Angabe der Länge der gemeinsamen Landesgrenze zwischen Spanien und Portugal (987 km gegenüber 1214 km) sowie zwischen den Niederlanden und Belgien (380 km gegenüber 449 km) deutlich. Er wunderte sich über seine Entdeckung, konnte aber keine Erklärung angeben.
Richardson untersuchte auch noch die Länge von Küsten in Abhängigkeit des Maßstabs der verwendeten Landkarten. Es gelang ihm sogar, seine Ergebnisse auf eine einleuchtende Art graphisch darzustellen, so daß eine Art von Gesetz abgeleitet werden konnte. Allerdings konnte er keine Erklärung geben, wie seine Untersuchung auf eine grundlegende Art zu verstehen sei.
(…) Es stellt sich also prinzipiell heraus, daß die Küste um so länger wird, je kürzer der verwendete Maßstab ist. Es scheint sogar so zu sein, daß die Küstenlänge gegen Unendlich geht, für den Fall eines beliebig kleinen Maßstabes. Hat es da überhaupt noch einen Zweck, von Länge im gewohnten Sinn zu sprechen?
Es gelang nun Mandelbrot eine überaus einfache und einleuchtende Erklärung, die es erlaubte, eine Vielzahl von Entdeckungen der obigen Art zu verstehen. Das Hauptergebnis obiger Untersuchungen und Überlegungen kann wie folgt zusammengefaßt werden. Analysiert man die einzelnen Teile mit Meßstäben unterschiedlicher Länge, so stößt man immer wieder auf dieselben Grundelemente. Solch ein Verhalten nennt man Skaleninvarianz. Die Essenz der Mandelbrotschen Botschaft ist also, daß ein Gebilde äußerster Komplexität, die sich einer einfachen Beschreibung zu entziehen scheinen, tatsächlich eine geometrische Regelmäßigkeit besitzen – die sogenannte Skaleninvarianz. Das aus ihr folgende Zusammenspiel von immergleichen Strukturen in verschiedenen Maßstäben findet im Begriff der fraktalen Dimension eine angemessene mathematische Beschreibung. Das wirklich Faszinierende ist aber, daß im Gegensatz zu den idealen Körpern und Vorstellungen der euklidischen Geometrie, die Natur fast nur aus >pathologischen Strukturen< besteht.“ (Lerbinger/Kuchenbuch, Fasziantion Fraktale, München 1992, S 18f)
Als „vollkommenste geometrische Figur“ des Euklid gilt nach wie vor der Kreis. Allerdings dürfte es ein Schlag in das Gesicht der Anhänger Euklids bedeuten, wenn man behauptet, der Kreis sei nicht der euklidischen Geometrie zuzurechnen, er sei vielmehr ein Fraktal.
Wie werden Umfang und Flächeninhalt eines Kreises berechnet? – 2r*Pi, danach „berechnet“ sich der Umfang des Kreises, r²*Pi gibt Auskunft über den Flächeninhalt. Die Vollkommenheit der euklidischen Geometrie wird allerdings ein wenig dadurch gestört, daß Pi eine Zahl ist, die zwar mit der Ziffer drei beginnt, aber eine bis heute unbekannte Anzahl weiterer Ziffern hinter dem Komma nach sich zieht. Ich weiß nicht, wie weit die Berechnungen von Pi bislang gediehen sind, aber es wäre eine Sensation gewesen, wenn man dabei eine Periodizität entdeckt hätte. Die Überlegungen Richardsons und Mandelbrots zur Länge der Küstenlinie Großbritanniens treffen auch auf den Kreis zu. Nie werden wir exakt erfahren, welchen Umfang ein Kreis hat oder welche Fläche er enthält. Mit jeder neu errechneten Ziffer von Pi ändert sich der Größenmaßstab und damit das Ergebnis unserer „Berechnung“. Letztlich ist der Kreis bei all der Vollkommenheit, die er ausstrahlt, ein reichlich chaotisches Gebilde.– Auch die vollkommenste Figur des euklidischen Universums ist eine >pathologische Struktur<.
Wenn nichtlineare Mathematik Muster erzeugt, nichtlineare Chemie ebenfalls und auch die Biologie mit Mustern arbeitet, müßte eine nichtlineare Physik ebenfalls von Mustern durchzogen sein. – Poincarés Arbeit zum Dreikörperproblem deutet es bereits an.
Schauen Sie nur durch ein Fernrohr. Sie werden Muster erkennen, nichts als Muster. Vom Kleinplaneten über Sonnensysteme bis hin zu Galaxien. Damit nicht genug. Galaxien bilden lokale Gruppen, Cluster und Supercluster. Das Universum ist voll von Mustern und Strukturen. – Drehen wir die Blickrichtung um und schauen auf das Kleinste. Das Periodensystem der chemischen Elemente beruht auf deren physikalischen Besonderheiten. Das Periodensystem ist seinerseits ein Muster. Betrachten wir die Anzahl der Protonen und Elektronen eines Elements einmal als „Organisationshöhe“, so ergeben sich aus dem Periodensystems für „verwandte“ Elemente trotz der Unterschiede in der Organisationshöhe ähnliche chemische Eigenschaften. Muster – nie identisch, aber immer ähnlich.
Es scheint, als könne das Muster des Atoms, das sich im Periodensystem der Elemente offenbart, nur ein gewisses Maß an Energie aufnehmen. Das Periodensystem ist endlich. Die Grenze liegt beim Uran. Alle Elemente, die „schwerer“ sind, also mehr Energie enthalten, sind instabil und zerfallen nach kurzer Zeit. Ebenso ergeht es radioaktiven Isotopen, wie etwa dem Kohlentoffisotop C14 Alle chemischen Elemente sind in der Lage, Muster zu bilden. Allein oder in Verbindung mit anderen Elementen.
Auf der Ebene der Atomkerne beobachten wir, daß diese sich mehr oder weniger in Muster aufzulösen scheinen. „(…) So muß man beispielsweise drei Quarks zusammenfügen, um ein Neutron oder ein Proton zu erhalten. Das Proton besteht aus zwei >u-Quarks< (für Up) und einem >d-Quark< (für Down), während sich das Neutron aus zwei >d-Quarks< und einem >u-Quark< zusammensetzt. Die u- und d-Quarks haben unterschiedliche elektrische Ladungen. In den Einheiten der Elektronenladungen ausgedrückt, hat das Elektron die elektrische Ladung -1, das Proton die Ladung +1 und das Neutron die Ladung 0. In denselben Einheiten ausgedrückt, besitzt das u-Quark eine Ladung von 2/3, und das d-Quark eine Ladung von -1/3. Addiert man 2/3, 2/3 und -1/3, erhält man 1, addiert man -1/3 und – 1/3 und 2/3, erhält man 0, die Ladung des Neutrons.“ (M. Gell-Mann, Das Quark und der Jaguar, München 1994, S. 263) – Man kann Proton und Neutron damit ebenfalls als die beiden verschiedenen „Baumuster“ ansehen.
Aber es geht noch weiter: Im Hinblick auf die „wirklich“ fundamentalen Grundbausteine dieser Welt hat man die „Superstring“-Theorie entwickelt. Welche Bedeutung aber hat der Begriff „Superstring“? – „Was läßt sich allgemein über den Teilchenkatalog der heterotischen Superstring-Theorie sagen? Die Antwort auf diese Frage hängt mit der Bedeutung des Wortes string (Saite) und der Vorsilbe super zusammen.Wie das Wort string andeutet, beschreibt diese Theorie Teilchen nicht als Punkte, sondern als winzige Schleifen; die typische Größe einer Schleife entspricht dabei annähernd der fundamentalen Längeneinheit, also einem Milliardstel eines Billionstel eines billionstel Zentimeters…“ (Gell-Mann aaO, S. 292) – Sollte diese Theorie auch nur annähernd zutreffen, wären auch die kleinsten Masseneinheiten gemustert.
Muster finden wir also auf allen Größenskalen.
Doch kehren wir auf die uns gerade noch geläufige Ebene des Atoms zurück. An ziemlich unscheinbarer Stelle im Periodensystem versteckt, da liegt eben das Element, den unzweifelhaft schöpferische Eigenschaften zugebilligt werden müssen: Das Kohlenstoffatom.
Kohlenstoffverbindungen bilden die Grundlage allen Lebens, ohne Kohlenstoff keine Biochemie.
Es neigt dazu, langkettige Moleküle, sog. Polymere, zu bilden und damit Energie gewissermaßen zu „sammeln“ (Alle unsere Treib- und Sprengstoffe sind Kinder des Kohlenstoffs!). Trotz der theoretisch Unbegrenztheit der atomaren Zusammensetzung eines Polymers, läßt das Auftreten immer wiederkehrender Muster darauf schließen, daß die Zahl der Möglichkeiten zwar außerordentlich hoch, aber eben endlich ist. Was ist in der Frühzeit der Erde abgelaufen?
Nachdem die Erde sich hinreichend abgekühlt hatte, entstanden die ersten Ozeane. Diese dürften zunächst kochend heiß gewesen sein. Im Laufe der Zeit kühlten sie sich dann ab. Dabei wurden zwangsläufig alle Temperaturstufen durchlaufen, die den Kohlenstoffatomen ermöglichten, mit allen erdenklichen Elementen zu reagieren. Zwangsläufig fand der Kohlenstoff nach und nach immer weniger „freie“ Atome und Moleküle für die Polymerisation. Statt dessen stieg die Wahrscheinlichkeit, mit Polymeren anderer Provenienz zusammenzutreffen und in Wechselwirkung zu treteten. Es bildeten sich immer größere Bausteine, deren Zahl mit zunehmender Zeit zwar stetig abnahm, aber gleichzeitig die Basis für die Bildung immer komplexerer Einheiten schuf. – Das deutet auf einen sich selbst beschleunigenden Prozeß, auf eine positive Rückkopplungsschleife hin. Damit war die Entstehung des ersten Zelle bereits vorprogrammiert, es bedurfte lediglich eines Schleusenereignisses, um sie zu schaffen. Nachdem die erste Zelle sich erst einmal geteilt hatte, war das Leben nicht mehr aufzuhalten; es „explodierte“ regelrecht, der logistischen Funktion folgend. Unser Leben verdanken wir demnach einer Neigung des Kohlenstoffatoms. Da aber der Kohlenstoff im Laufe der Jahrmillionen alle tatsächlichen Möglichkeiten der Polymerisation durchgespielt haben muß, ist es um so erstaunlicher, daß er an den uns bekannten Mustern „hängenblieb“.
Es kann einem schon kalt den Rücken herunterlaufen, wenn man bedenkt, daß dieses relativ simple Atom einerseits das härteste Mineral, den Diamanten, hervorbringt, der das Licht in einmaliger Weise erstrahlen läßt; daß dieses simple Atom andererseits die komplexeste Struktur geschaffen hat, die auf Erden bekannt ist, nämlich das menschliche Gehirn. Dieses wiederum ist in der Lage, die Gesetze der nichtlinearen Mathematik zu ergründen und Rechenmaschinen zu entwickeln, die in der Lage sind, dem menschlichen Gehirn die Ähnlichkeiten zwischen den Mustern der reinen Mathematik und denen der Natur begreifbar zu machen.
Also erhebt sich die Frage, welchem Umstand es zu verdanken ist, daß immer wieder einander ähnliche Muster in der Natur auftreten. Wie wir gesehen haben, muß es mit den in der Natur vorhandenen Grundkräften zu tun haben. Fangen wir mit unseren Computerbildern an:
Wir haben gesehen, daß die numerische Lösung nichtlinearer Gleichungen auf dem Bildschirm eines Computers wunderschöne, organisch wirkende Bilder hervorruft. Bei der Zuweisung der Bildpunkte wird folgendes Verfahren angewandt: „Die Julia-Menge, die zu einem bestimmten Wert von c gehört, ist genau dann zusammenhängend, wenn die Zahlenfolge nicht über alle Schranken wächst. Anderenfalls bildet die Julia-Menge eine Cantor-Menge, sie ist also nicht zusammenhängend.“ (Lerbinger/Kuchenbuch aaO, S. 29). Musterbildend ist also das Zusammentreffen der beiden Faktoren Unbestimmtheit des Einzelergebnisses und Entweder/Oder Prinzip. Kennen wir nicht in der Physik die Heisenbergsche Unschärferelation auf der einen Seite und das Paulische Ausschließungsprinzip auf der anderen Seite?
Die Unschärferelation besagt, daß es nicht möglich ist, Ort und Impuls eines Teilchens gleichzeitig zu ermitteln.
Das Paulische Ausschließungsprinzip teilt die Welt auf. Teilchen, die keine Lichtgeschwindigkeit haben, können nicht denselben Quantenzustand einnehmen, bei Teilchen, die Lichtgeschwindigkeit haben, ist das aber zulässig. Lichtgeschwindigkeit ist aber in unserem Universum der elektromagnetischen Strahlung vorbehalten. Elektromagnetische Strahlung, zu der auch das Licht gehört, breitet sich mit Lichtgeschwindigkeit aus. Diese ist überall konstant. Einstein hat gezeigt, daß keine Materie so schnell wie das Licht sein kann, denn je näher Materie an die Lichtgeschwindigkeit kommt, desto größer wird seine Masse.
Ich gebe zu, ich habe mich nach Kräften bemüht, die Relativitätstheorie zu verstehe, so ganz ist es mir aber bis heute nicht gelungen. Also ist es an der Zeit, die Bemühungen etwas zu intensivieren.
Lichtteilchen, sog. Photonen, rauschen mit Lichtgeschwindigkeit durch das All, und zwar wellenförmig. – Ziemlich langweilig, finden Sie nicht? – Im Universum, in dem die Bewegungen weit unterhalb der Lichtgeschwindigkeit ablaufen, gibt es zwar auch Wellen, aber die Muster sind erheblich vielfältiger.
Seit Einstein sein berühmtes E = mc² zum ersten Mal an eine Wandtafel schrieb, wird immer wieder versucht, die Welt in eine mathematische Formel zu pressen. – Vergeblich. Warum will das nicht klappen?
Vielleicht hängt das mit der Neigung der Physiker zusammen, alle Naturphänomene in lineare Gleichungen quetschen zu wollen; vielleicht hängt es mit unseren linearen Denkstrukturen zusammen? – Wir werden sehen.
Das Universum ist erfüllt von Mustern. Muster deuten auf nichtlineare Vorgänge hin.
Masse und Energie sind äquivalent. Energie kann man nicht in Eimern tragen, Masse dagegen schon. Reine Energie kann, wie wir gesehen haben, ausschließlich Wellenmuster annehmen. In Masse gegossene Energie hat demgegenüber viele Gesichter.
Die Superstring-Theorie führt letztlich zu er Frage, ob nicht das, was wir als Masse bezeichnen, lediglich Energiemuster sind. Auskunft darüber bekommen wir aber nur, wenn wir zum Anfang des Universums zurückgehen:
Kurz nach dem Urknall, so die gängige Theorie, entstanden Teilchen und Antiteilchen, die sich gegenseitig vernichteten und in Strahlung auflösten. Dabei soll es zu einem Symmetriebruch gekommen sein, der zu einem geringfügigen Überschuß der Materie gegenüber der Antimaterie führte. Betrachtet man diesen Symmetriebruch als Schleusenereignis in einem nichtlinearen dynamischen System, so mußte das Weltall geradezu explodieren. Dennoch führt uns diese Erkenntnis nur wenig weiter.
Allerdings zwingt uns die Verwendung des Begriffs Symmetrie dazu, eine symmetrische Entsprechung des Urknalls zu suchen. – Betrachten wir das frühe Universum doch einmal näher. Zu Beginn gab es eine Phase, in der Teilchen und Antiteilchen entstanden, die sich gegenseitig vernichteten und in Strahlung auflösen. Wenn aber nur ein geringfügiger Überschuß an Materie entstand, muß der weitaus überwiegende Teil des damaligen „Universums“ zerstrahlt worden sein. Danach aber sieht es so aus, als hätte sich das Universum damals auf den Weg in eine strahlende Zukunft begeben, sie aber nicht vollständig erreicht.
Nun kennen wir aus dem Physikunterricht noch den Ersten Hauptsatz der Thermodynamik, wonach bei allen physikalischen Vorgängen die Gesamtenergie gleich bleibt (Energieerhaltungssatz). Demnach muß die Gesamtenergie des Weltalls auch gleich bleiben, egal was passiert. Wir haben auf der einen Seite die Urknallsingularität, auf der anderen Seite die reine Strahlung. Damit müßte das Universum bipolar sein.
Bipolarität ist Grundbedingung für den Ablauf von Prozessen. – Bipolarität erst läßt nichtlineare dynamische Prozesse überhaupt zu. Bipolarität beherrscht auch die eher „geistigen“ Prozesse der Wirtschaft und des Rechts. – Der Namenspatron aller Prozesse in der Natur, nämlich der juristische Prozeß, „lebt“ ebenfalls von Bipolariatät. Sein Ablaufdiagramm durch die Instanzen ähnelt in verblüffender Weise den Bifurkationskurven diverser nichtlinearer Gleichungen.
Gibt es weitere Anhaltspunkte für ein bipolares Universum? – Den einen könnte uns der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik bieten.
Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt, daß in einem geschlossenen System die Unordnung (Entropie) zunimmt. Dieses Gesetz ist entwickelt worden im Zusammenhang mit der bei jedem Reibungsprozeß erzeugten Wärme. Man hatte nämlich festgestellt, daß bei der Reibung sich die „geordnete“ Form der Bewegung zu Teil in die „ungeordnete“ Form der Wärmestrahlung umwandelte. (z.B. „Heißlaufen“ eines Rades, Heißwerden von Bremsen). Die Vorgänge, die dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik unterliegen, sind nicht umkehrbar, sie sind irreversibel. – Das erscheint uns als selbstverständlich, denn durch Erhitzen einer Bremse kann kein Rad angetrieben werden, ebensowenig durch Erhitzen der Achse.
Wenn am Anfang des Universums eine Singularität stand, wenn nach dem Ersten Hauptsatz der Thermodynamik die Energie konstant bleibt und nach dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik die Entropie zunimmt, bleibt am Ende nur Strahlung übrig. – Die Ordnung löst sich auf. – Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt dann aber, daß die Muster unterhalb der Lichtgeschwindigkeit immer weniger werden, die „Energiepakete“ der Teilchen immer seltener werden. Unter diesem Aspekt ließe sich Materie als Phasenübergang zwischen der Singularität des Urknalls und dem Zustand reiner Strahlung ansehen.
Das führt dann schon fast zwangsläufig zu der Frage, ob nicht das Universum selbst einen Phasenübergang zwischen den beiden Zuständen Singularität und „reiner“ Strahlung repräsentiert.
Nun hat Einstein gezeigt, daß mit zunehmender Annäherung an die Lichtgeschwindigkeit die Masse ebenfalls zunimmt, bis sie nahe an der Lichtgeschwindigkeit unendlich hoch ist. Die Zeit läuft dann unendlich langsam. Aus der Unendlichkeit bei der Annäherung folgt, daß bei Lichtgeschwindigkeit die Zeit exakt Null ist. Alle Lichtteilchen durchqueren den Raum also in der Zeit Null. Der Raum ist für sie praktisch nicht da.
Wir haben ferner das Paulische Ausschließungsprinzip, wonach die uns vertrauten Materieteilchen, niemals den gleichen Quantenzustand einehmen können. Bei Teilchen mit Lichtgeschwindigkeit (Photonen) ist das aber ausdrücklich zulässig:
Wenn wir die Welle-Teilchen-Dualität zugrunde legen, so läßt sich alles im Universum, auch das Licht und die Schwerkraft, in Form von Teilchen beschreiben. Diese Teilchen haben eine Eigenschaft, die Spin genannt wird. Man kann bei diesem Wort an Teilchen denken, die sich wie kleine Kreisel um eine Achse drehen: Diese Drehung ist der Spin. Allerdings kann diess Vorstellung auch irreführend sein, weil der Quantenmechanik zufolge Teilchen keine genau definierte Achse haben. Tatsächlich teilt uns der Spin eines Teilchens mit, wie es aus verschiedenen Blickwinkeln aussieht. Ein Teilchen mit dem Spin 0 ist ein Punkt. Es sieht aus allen Richtungen gleich aus. Ein Teilchen mit dem Spin 1 ist dagegen wie ein Pfeil: Es siet aus verschiedenen Richtungen verschieden aus. Nur bei einer vollsätndigen Umdrehung (360 Grad) sieht das Teilchen wieder gleich aus. Ein Teilchen mit dem Spin 2 ist wie ein Pfeil mit einer Spitze an jedem Ende. Es sieht nach einer halben Umdrehung (180 Grad) wieder gleich aus. Entspechend sehen Teilchen mit höherem Spin wieder gleich aus, wenn man Drehungen um kleinere Bruchteile einer vollständigen Umdrehung vollziet. All das wäre ziemlich einfach, wäre da nicht der bemerkenswerte Umstand, daß es Teilchen gibt, die nach einer Umdr ehung noch nicht wieder gleich aussehen. Es sind dazu vielmehr zwei vollständige Umdrehungen erforderlich! Der Spin solcher Teilchen wird mit ½ angegeben.
Alle bekannten Teilchen im Universum lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Teilchen mit einem Spin ½, aus denen die Materie im Universum besteht, und Teilchen mit dem Spin 0, 1 und 2, die wie wir sehen werden, für die Kräfte zwischen den Materieteilchen verantwortlich sind. Die Materieteilchen gehorchen dem sogenannten Paulischen Ausschließungsprinzip, das 1925 von dem österreichischen Physiker Wolfgang Pauli entdeckt wurde(…) Nach dem Paulischen Ausschließungsprinzip können sich zwei gleiche Teilchen nicht im gleichen Zustand befinden, das heißt, sie können innerhalb der Grenzen, die die Unschärferelation steckt, nicht die gleiche Position und die gleiche Geschwindigkeit haben. Das Ausschließungsprinzip ist von entscheidender Bedeutung, weil es erklärt, warum Materieteilchen unter dem Einfluß der Kräfte, die von Teilchen mit dem Spin 0,1 und 2 hervorgerufen werden, nicht zu einem Zustand von sehr hoher Dichte zusammenstürzen. … (S.W. Hawking, Eine kurze Geschichte der Zeit, Hamburg 1989, S 91f)
Nun haben aber alle Teilchen mit Lichtgeschwindigkeit ein und dieselbe Geschwindikeit. Also können dem Pauli-Verbot nur solche Teilchen unterliegen, die langsamer sind als das Licht.
…Die Quantenmechanik liefert eine natürliche Einheit für den Spin, und in dieser Einheit gemessen, besitzt ein Boson einen ganzzahligen Spin (0, 1, 2 usw), während ein Fermion einen halbzahligen Spin ( ½, 3/2 oder 5/2 usw. ) aufweist.“ (Gell-Mann S.283)
…Es gibt zwei Grundklassen von Teilchen: die Fermionen, etwa die Elektronen, die dem sogannten Pauli-Prinzip gehorchen, nach dem zwei gleiche Teilchen niemals zur selben Zeit den gleichen Quantenzustand besetzen können, und die Bosonen, die einer Art Anti-Pauli-Prinzip unterliegen, nachdem zwei oder mehr gleiche Teilchen dazu neigen, zur selben Zeit den gleichen Zustand zu besetzen.( Auf dieser Eigenschaft der Photonen beruht die Funktionsweise des Lasers; hierbei regen Photonen, die sich in einem bestimmten Zustand befinden, die Emission weiterer Photonen m selben Zustand an…“) (Gell-Mann S. 189f)
Das Paulische Ausschließungsprinzip bildet also die Grenze, an die Materie stößt, wenn sie sich mit hoher Energie der Lichtgeschwindigkeit nähert. Neben dem Photon gibt es noch eine Reihe exotischer Teilchen, die dem Pauli-Verbot nicht unterliegen. Allein daran erkennt man, wie turbulent sich ein Versuch, die Lichtgeschwindigkeitsgrenze zu überschreiten, gestalten muß. Turbulenzen aber gehören wieder in den Bereich der Nichtlinearitäten. Jedenfalls hätte ein Übertritt in die Lichtgeschwindigkeit zur Voraussetzung, das sich alle uns vertrauten Teilchen und deren Musten irgendwie auflösen müßten. Es muß dann also so etwas wie einen Phasenübergang geben.
Das Problem der Phasenübergänge zweiter Ordnung wird von den meisten Physikern seit den Arbeiten von M.E. Fisher, L. Kadanoff und K. Wilson, er wurde dafür mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, als erledigt betrachtet. Ein solcher Phasenübergang liegt zum Beispiel vor, wenn ein eisenhaltiges Material durch Temperaturerhöhung aus der Phase, in der es eine endliche Magnetisierung besitzt, in die Phase gebracht wird, in der keine Magnetisierung vorliegt. In einer vor einigen Jahren erschienenen Arbeit wurde nun die Natur der Phasengrenze in der komplexen Temperaturebene untersucht. Dies erscheint auf den ersten Blick sehr ungewöhnlich zu sein, ist die Temperatur doch eine reelle Größe. Im Rahmen einer theoretischen Untersuchung kann man die Temperatur natürlich auch als komplexe Größe auffassen, wenn man die Hoffnung besitzt, damit interessante Einsichten über das ursprüngliche Problem zu finden. Das überraschende Resultat dieser Untersuchung war nun, daß die Phasengrenzen in der komplexen Temperaturebene alles andere als einfache Gebilde sind. Wenn die bislang untersuchten, sogenannten hierarchischen Modelle nicht völlig untypische Eigenschaften haben, dann sind die Grenzlinien, die in der komplexen Ebene der Temperaturgebiete, die zu den verschiedenen Gebieten gehören, Fraktale. Es ist noch offen, ob man aus dieser Erkenntnis auch einen praktischen Nutzen ziehen kann. Der Reiz liegt zunächst einmal darin, daß Entwicklungen aus völlig verschiedenen Bereichen zusammengefaßt werden, obwohl diese Bereiche bislang kaum Notiz voneinander nahmen, wenngleich jeder für sich eine reiche Geschichte hat.“ ( Lerbinger/Kuchenbuch, Fasziantion Fraktale, 1992, S. 177 )
Auch unter diesem Aspekt wäre der Übergang von Materie zur Strahlung nicht linear zu beschreiben.
Wenn es so schwierig ist, wie kann es dann aber, nimmt man den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik ernst, dazu kommen, daß der Strahlungsanteil im Universum zunimmt?
Im Innern eines Sternes findet Kernfusion statt. Die Kerne von Wasserstoffatomen verschmelzen zu Heliumatomen. Ein Prozeß, bei dem ein Teil der Masse in Strahlung umgewandelt wird. Der Kern eines Heliumatoms ist also geringfügig leichter als zwei Wasserstoffatomkerne.
Das Sterneninnere kommt aber nicht von selbst. Sterne entstehen aus Gaswolken, die sich unter dem Einfluß der Schwerkraft verdichten. Die Gravitation ist bestrebt, die Masse des Sterns auf einen Punkt zu konzentrieren. Das führt zu verstärkter Teilchenbewegung im Innern der Sonne und letzlich zum Zünden des atomaren Feuers. Die treibende Kraft für die Kernfusion ist also letztlich die Schwerkraft, die bestrebt ist, die Masse in einem Punkt zu konzentrieren. Auf das Sterneninnere bezogen verleiht die Gravitation dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik erst richtigen Schwung.
Die Konsequenz aus dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik ist aber die, das letzlich das gesamte Universum in Strahlung übergeht. Nun müssen wir feststellen, daß es eine kosmische Hintergrundstrahlung gibt, die als Überbleibsel des Urknalls gilt. Ihre Temperatur liegt mit etwa 3° Kelvin knapp über dem absoluten Nullpunkt. Und trotz der ständigen Wärmeproduktion in den Sternen wird das Weltall nicht wärmer, es wird vielmehr kälter und nähert sich insgesamt dem absoluten Nullpunkt. Dieser Befund ist Anlaß genug, sich die Verhältnisse am absoluten Nullpunkt einmal näher zu betrachten:
Bei Lichtgeschwindigkeit ist die Zeit Null.. – Wie sieht es am absoluten Temperaturnullpunkt aus?:
Ein Teilchen mit der Temperatur Null bewegt sich nicht mehr, es hätte nur noch einen Ort, aber keine Geschwindigkeit mehr; das würde der Heisenbergschen Unschäferelation widersprechen. Außerdem würde jeder Beobachter, der mit einem solchen Teilchen wechselwirkt, diesem in irgendeiner Form „Wärme“ zuführen, Dann aber hätte es nicht mehr die Temperatur Null. Ferner bekommen wir Schwierigkeiten mit dem Pauli-Verbot. Denn das Pauli-Prinzip setzt ebenfalls Bewegung voraus, es ist innerlich mit der Unschärferelation verknüpft. Am absoluten Nullpunkt ist die Existenz der uns vertrauten Teilchen also nicht mehr zulässig, Daher kann es am absoluten Nullpunkt nur Strahlung geben. Auch durch Abkühlung kann Materie einen nur für Strahlung zulässigen Zustand ebenfalls nicht erreichen.. Am absoluten Nullpunkt ist nur noch Strahlung zulässig , und diese hat Lichtgeschwindigkeit. Bei Lichtgeschwindigkeit ist die Zeit Null, folglich ist auch am absoluten Temperaturnullpunkt die Zeit exakt Null. Zusammen mit der Zeit verschwindet aber auch der Raum, er wird bedeutungslos. Damit drängt sich der Verdacht auf, daß Lichtgeschwindigkeit und absoluter Nullpunkt zwei Aspekte ein- und desselben Phänomens sind.
Fassen wir noch einmal zusammen: Am absoluten Nullpunkt haben Energiequanten nur noch Lichtgeschwindigkeit. Auch aus dem Blickwinkel des absoluten Nullpunkts bilden Pauli-Verbot und Unschärferelation eine für Materie unüberwindliche Grenze. Weder durch Zuführen von Energie, noch durch Entzug von Energie kann Materie den Zustand reiner Strahlung erreichen. Daraus folgt im Umkehrschluß, daß alle Energiequanten mit Lichtgeschwindigkeit keine Temperatur haben, sich also am absoluten Nullpunkt aufhalten. Lichtgeschwindigkeit und absoluter Nullpunkt müssen daher identisch sein.
Das wiederum ist Grund genug, die Gleichung E = mc2 näher zu beleuchten: Energie ist gleich masse mal Lichtgeschwindigkeit (c) zum Quadrat. Lösen wir die Gleichung nach c auf. Um es etwas anschaulicher zu machen, setzen wir willkürliche Werte ein:
75 = 3 * 52
75 : 3 = 52
(75 : 3) : 5 = 5
Also ergibt sich folgende Rechung: (E : m) : c = c, oder, Mathematiker sehen solche Formeln lieber: c = E (mc)-1. Die Lichtgeschwindigkeit ist konstant, daraus folgt, daß auch das Verhältnis von Energie zu masse immer konstant ist. Das stimmt mit dem Ersten Hauptsatz der Thermodynamik überein. Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken, m darf nie den Wert 0 annahmen. Denn die Division durch Null ist nicht definiert. Eine Berechnung der Lichtgeschwindigkeit aus den Werten E und m ist dann nicht mehr möglich. Die Bezugsgrößen für die Feststellung einer Geschwindigkeit, nämlich Raum und Zeit, sind dann augenscheinlich „verschwunden“. Ihr Fortbestehen scheitert an den Gesetzen der Mathematik.
Also ist der Anwendungsbereich der Relativitätstheorie auf unser „materielles“ Universum beschränkt; wenn keine Materie mehr da ist, läuft die Relativitätstheorie leer. Das hat auch zur Konsequenz, daß sich aus der Strahlung keine Aussagen über das „vorher“ und „nachher“ mehr ableiten lassen. Eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Situation beim Urknall.
Wie gesagt, am absoluten Nullpunkt und bei Lichtgeschwindigkeit verschwinden Raum und Zeit, die mit dem Urknall entstanden waren. Damit wäre ein Zustand erreicht, der dem der Urknallsingularität spiegelsymmetrisch gegenübersteht, denn Raum und Zeit sind wieder verschwunden.
Wenn aber Raum und Zeit verschwunden sind, ist ebenfalls ein singulärer Zustend erreicht, bei dem alle Vorhersagbarkeit endet. Damit können wir die Behauptung wagen, die Nullpunkt-Lichtgeschwindigkeitsingularität sei zur Urknallsingularität spiegelsymmetrisch.
Sowohl bei der Urknallsingularität als auch bei der Nullpunkt-Lichtgeschwindigkeitssingularität (N/L-Singularität) bleibt nach dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik die Energie erhalten. Die Gesamtenergie des Universums ist also immer gleich, unabhängig von seinem konkreten Zustand Das konstant bleibende Verhältnis von Energie zur Masse, das sich aus der Relativitätstheorie ergibt, zeigt das ebenfalls.
Damit hat das Universum einen konstanten Energiegehalt und zwei genau definierte Grenzen, nämlich die Urknall- und die N/L- Singularität Es ist daher geschlossen, und, die zwischen den Grenzen wirksamen Kräfte und ablaufenden Prozesse zeigen es, es ist bipolar aufgebaut.
Bipolarität findet sich also auf allen Größenskalen des Universums. Da wir auf allen Größenskalen des Universums auch Muster haben, handelt es sich bei Teilchen ebenfalls um Energiemuster. Dann aber scheinen, – man kann kaum andere Worte dafür finden – Energiequanten, die in unseren materiellen Teil derWelt gehören, nicht zu „wissen“, zu welchem Zustand sie „gehören“.
Als geschlossenes System befindet sich das Universum im Anwendungsbereich des Zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik.
Nun ist, wie wir gesehen haben, Strahlung nur vordergründig ungeordnet. Strahlung hält sich an der N/L – Singularität auf. Bei jeder physikalischen Wechselwirkung nimmt die Entropie zu, und damit der Anteil der Strahlung. Wenn Materie in Mustern gefangene Energie ist, dann besagt der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik, daß der Anteil der in Mustern „gefangenen“ Energie nach und nach abnehmen muß. Die Zunahme der Entropie ist unumkehrbar. Damit erleidet das Weltall einen unaufhörlichen Masseverlust. Aber nur bei der Kernfusion tritt ein meßbarer Masseverlust ein.
Sinkt der Anteil der Materie gegenüber der Strahlung, muß aber zwangsläufig die Angriffsfläche für die Schwerkraft insgesamt abnehmen. Die Gravitation als Massenanziehungskraft setzt das Vorhandensein von Materie voraus. Materieteilchen sind aber, wie wir gesehen haben, Energiemuster.
Die Auflösung der Einsteinschen Gleichung nach c hin belegt, daß die Masse im gleichen Verhältnis abnehmen muß, wie die Entropiegewinnung im Innern der Sterne zunimmt. Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik zwingt zu der Annahme, daß der Wert von E im Universum insgesamt größer wird, was zur Folge hat, daß m kleiner werden muß. Folglich steht die Relativitätstheorie meiner Vermutung, daß die Gesamtgravitation des Universums abnimmt, nicht entgegen.
Als ob der Name Programm wäre, erweist sich auch hier die Schwerkraft als die am schwersten zu erfassende Kraft im Kosmos. Sie wirkt lokal, wir werden uns dessen spätestens dann bewußt, wenn uns ein Hammer auf den Fuß fällt. Sie wirkt global, die Gezeiten der Meere legen darüber beredtes zeugnis ab; ohne die Gravitation gäbe es keine Sonne und keine Erde. Ohne sie könnte die Erde sich nicht auf ihrer Bahn halten. Sie wirkt im ganzen Universum. Wo auch immer sie Wirkung entfaltet, sie wirkt immer punktförmig, die Gravitation ist konstituierend für die Bildung von Schwerpunkten. Die Schwerkraft hat scheinbar immer ein Ziel, auf das sie gerichtet ist, sie hat einen Wegweiser, einen Vektor. Gravitation ist eine vektorielle Kraft.
Der Schwerpunkt der Erde ist ihr Mittelpunkt. Erde und Mond kreisen um einem gemeinsamen Schwerpunkt, weil die Mondbahn nicht vollkommen kreisförmig ist. Das Sonnensystems hat ebenfalls einen Gesamtschwerpunkt. Unsere Milchstraße auch.. Das ganze Universum ist erfüllt von Materie, folglich muß die Gesamtmaterie des Weltalls auch einen gemeinsamen Schwerpunkt haben.
Wirkt die Schwerkraft punktförmig, wo immer man sie antrifft, muß auch der Vektor der auf die Gesamtheit der Materie im Weltall einwirkenden Gravitation auf einen Punkt weisen. Wenn das Universum aus der Urknallsingularität hervorgegangen ist, kann eben dieser Punkt nur die Urknallsingularität sein. Dann aber ist die Gravitation eine Wirkung der Urknallsingularität, die mit den bei der Musterbildung der Materie auftretenden Wechselwirkungen (Kernkräften) nichts zu tun hat.
Wenn die Gravitation aber die Kraft ist, deren Vektor auf die Urknallsingularität, auf diesen Punkt gerichtet ist, ergibt sich die Krümmung des Raumes, die Einsteins Relativitätstheorie vorhersagt, von selbst.
Die Wirkung der Gravitation ist nichtlinear-dynamisch, wie Einsteins Gleichungen zeigen und die Sterne beweisen.
Unter diesem Blickwinkel erscheint es also nicht verwunderlich, daß die Gravitation ein wenig aus dem Rahmen des Einsteinschen Universums zu fallen scheint; sie ist neben der kosmischen Hintergrundstrahlung der einzige uns zugängliche Aspekt der Urknallsingularität. Und Einstein wußte noch nichts von Hochleistungsrechnern und deren Befähigung, uns die Muster zu zeigen, die nichtlineare Gleichungen hervorrufen können.
Gravitation wirkt lokal und universal. Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik wurde auf der Erde entwickelt, wo eigentlich gar keine Erzeugung von Entropie stattfindet, die mit einem meßbaren Masseverlust einhergeht. Nun ist die Erde kein geshlosssenes System; die Entwicklung des Zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik unter irdischen Verhältnissen legt aber nahe, daß dieser Satz neben der universalen auch lokale Auswirkungen hat. – In dieser Eigenschaft steht er der Gravitation in nichts nach. Demnach erscheint es zulässig, den Zweiten Hauptsatz der Themodynamik als den Gegenspieler der Gravitation zu betrachten. Damit wäre sowohl Bipolarität als auch Symmetrie gewahrt.
Das Wirken der beiden Singularitäten bekommen wir also einmal als Schwerkraft und einmal als Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik zu spüren.
Wenn die N/L-Singularität tatsächlich eine ist, muß sich das Universum in dessen Nähe entprechend verändern. Trotz der unaufhörlichen Erzeugung von Entropie wird das Weltall kälter und verliert zunehmend Masse, die Gesamtgravitation nimmt ab, und zwar um den Betrag, der bei der Kernfusion in den Sternen an Masse verlorengeht. Die Abnahme der Gesamtgravitation raubt den „Sternenleichen“ von heute, den „weißen Zwergen“, und vor allem den Neutronensternen die Kraft zum inneren Zusammenhalt. Sie zerfallen, ihre Teilchen diffundieren in den Raum und verbreiten einen Hauch von Restwärme.
Um zu ergründen, was dann passiert, brauchen wir ausnahmsweise keinen teuren Teilchenbeschleuniger, allenfalls eine Teilchenbremse. Denn Wärme ist Teilchenbewegung. Was passiert, wenn ich ein Teilchen so sehr bremse, daß es dem absoluten Nullpunkt nahe kommt? – Wenn alle Teilchenbewegung aufhören soll, darf es kein Teilchen mehr geben, das der Heisenbergschen Unschärferelation und dem Paulischen Ausschließungsprinzip unterliegt, also kein Teilchen mehr, das eine Masse hat. Dann aber muß vorher ein Zustand eintreten, der symmetrisch zur Urknallsingularität ist, mit anderen Worten, die Stärken der Wechselwirkungen müssen wieder gleich sein. Es muß die Symmetrie zwischen starker, schwacher und elektromagnetischer Wechselwirkung hergestellt werden.
Daher müssen wir erneut einen Blick auf die Verhältnisse kurz nach dem Urknall werfen:
10-43 Sekunden (Planckzeit), also im Minimalabstand von der Urknallsingularität, bestand noch vollkommene Symmetrie zwischen der starken, der schwachen und der elektromagnetischen Wechselwirkung.
10-35 Sekunden nach dem Urknall sonderte sich die starke Wechselwirkung ab. Nach etwa 10-11 Sekunden sonderten sich die elektromagnetische und die schwache Wechselwirkung voneinander ab.
Aus Gründen der Symmetrie müßte dann auch bei Annäherung an den absoluten Nullpunkt auch die Symmetrie der Kräfte in umgekehrter Reihenfolge wiederhergestellt werden. Als erstes müßten dann schwache und eletromagnetische Wechselwirkung wieder vereint werden.
Ich könnte fast wetten, daß 10 -35 Sekunden vor Erreichen des absoluten Nullpunkts die Symmetrie wiederhergestellt sein wird. Kurz vor Erreichen der Strahlungssingularität. Danach geht vollends das Licht an und alle Uhren bleiben stehen.
Ein weiteres Indiz für die beiden gestaltbildenden Antagonisten liefert auch folgende Überlegung:
Einsteins Theorie besagt, daß die Ausdehnung des Kosmos irgendwann einmal zur Ruhe kommen muß, falls- und dies ist entscheidend – die sogenannte >mittlere Materialdichte< einen kritischen Wert überschreitet. Dann würden sich die Galaxien mit stetig wachsender Geschwindigkeit wieder aufeinander zubewegen. So käme es letztlich zu einer Umkehrung des >Big Bang< zum >Big Crunch<
>Dieses Verhältnis der im Weltraum vorliegenden Materialdichte und der kritischen Dichte ist heute berechenbar<, erklärt der theoretische Physiker und P:M.-Autor Professor Dr. Harald Fritzsch. >sie wird von den Astrophysikern als Omega bezeichnet<. (…) >Man weiß heute<, so erklärt Astronom John Gribbin, >daß die Zahl nicht sehr von eins abweichen kann<. Wäre Omega im frühen Weltall nur ein wenig schwächer gewesen als tatsächlich der Fall, so wäre das Universum unter seinen eigenen Gravitation wieder in sich zusammengestürzt. Umgekehrt hätte Omega auch nicht viel stärker sein dürfen, sonst wäre die Materie nach allen Seiten zerstreut worden. Keine Chance mehr für die Bildung von Galaxien. (…) Dieses Rätsel der Feinabstimmung zu lösen gelang erst vor einigen Jahren dem amerikanischen Physiker Dr. Alan Guth. Er errrechnete: Omega ist automatisch gleich eins, wenn es in der Frühphase des Kosmos, kurz nach dem Urknall, eine äußerst starke Expansion gegeben hat; eine >Inflation< (…) (J. Scheppach, Plötzlich sieht das All ganz anders aus, P.M. – Magazin 4/88, S. 83)
Betrachten wir den Urknall einmal als Folge eines Schleusenereignisses, das eintrat, als sich ein Ungleichgewicht zwischen Materie und Antimatierie herausbildete. Dann aber muß es zwischen dem hypothetischen und dem tatsächlichen Urknall zu einer Phasenverschiebung gekommen sein:
Mit dem hypothetischen Urknall begann der Übergang in die Strahlungssingularität. Dabei kam es zu einer Phase der Instabilität, während der sich Energiemuster (Teilchen und Antiteilchen) bildeten, die beim Zusammentreffen vollkommen in Strahlung übergingen. Der tatsächliche Urknall fand erst statt, als – aus welchen Gründen auch immer – im „Teilchenstadium“ des Übergangs sich eine „kritische Masse“ an Materie gebildet hatte. Erst dann hatte die Gravitation die Möglichkeit, störend in den Geschehensablauf einzugreifen. Das Universum zuckte einen Augenblick. Dann erst kam es zu dem Ereignis, das wir als „Urknall“kennen. Dann erst wurden die Anfangsbedingungen gesetzt, die das für uns sichtbare Universum hervorbrachten. Der tatsächliche Urknall ist vom hypothetischen also um eine Nuance verschoben. Da die kosmische Hintergrundstrahlung aber das Echo des noch vollkommen symmetrischen hypothetischen Urknalls repräsentiert, ist ihr Wert für uns anscheinend in allen Himmelsrichtungen konstant.
Nun haben wir auch keine Schwierigkeiten mehr, die Kluft zwischen der Heisenbergschen Unschärferelation und der Kausalität der klassischen Physik zu schließen. – Das Universum ist akausal, aber musterstabil. Was der Mensch subjektiv als Kausalität von Ereignissen erlebt, ist sein Vertrauen in die Konstanz der Muster.
Allerdings eröffent sich ein ganz anderer Fragenkomplex, der sich aus dem Muster „Welle“ ergibt. Von elektromagnetischen Wellen wird behauptet, daß deren Energie mit der Frequenz zunehme. Röntgenstrahlung sei energiereicher als Radiostrahlung. Allerdings läßt sich das nicht aus der Einsteinschen Gleichung ableiten, denn elektromagnetische Strahlung entzieht sich der Berechenbarkeit. Andererseits haben wir auch in unserem berechenbaren Teil des Universums Wellen. Wellen übertragen in Gasen, Wasser und Festkörpern Schallschwingungen. Wasserwellen durchqueren Ozeane und erfreuen die Surfer vor der kalifornischen Küste. Erdbebenwellen haben dazu beigetragen, den Geologen einen Überblick über den inneren Aufbau der Erde zu verschaffen. Wellen sind also allgegenwärtig. Ob Licht, Schall oder Erdbeben, alle Wellen haben eines gemeinsam: sie tragen und übertragen Information über ihre Entstehung. Die Welle an sich ist bereits ein Thema, das dazu einlädt, näher hinzusehen, weil auch hier die Skaleninvarianz augenscheinlich durchschlägt.
Beim Anblick der auf meinem Computerbildschirm erscheinenden Muster, die auf ziemlich simplen Rechenvorschriften beruhen, drängt sich mir eine gänzlich andere Frage auf, die uns auf dem Markt an jedem Obst- und Gemüsestand begegnen kann:
Wenn Sie das nächste Mal einen Blumenkohl kaufen, können Sie Studien an einem fraktalen Objekt betreiben, ohne erst in die geheiligten Hallen der Wissenschaft eintreten zu müssen. Bricht man aus einem Blumenkohlkopf ein Blumenkohlröschen heraus und betrachtet es etwas genauer, so stellt man überraschenderweise fest, daß es dem Blumenkohl ziemlich ähnlich sieht – es ist zwar kleiner, aber besitzt die gleiche Struktur. Man kann nun aus diesem ersten Blumenkohlröschen ein zweites, kleineres Blumenkohlröschen herausbrechen, welches bei genauem Hinsehen dem ersten Blumenkohlröschen ziemlich ähnlich sieht – kleiner zwar, aber die gleiche Struktur besitzend. Hier müssen wir normalerweise unsere Untersuchung abbrechen, denn ein noch kleineres Blumenkohlröschen finden wir nur ganz selten…(Lerbinger/Kuchenbuch aaO, S. 17)
Warum gleicht das Blumenkohlröschen dem ganzen Blumenkohl? – Warum erscheint das „Apfelmännchen“ auf meinem Bildschirm auf allen denkbaren Größenskalen? – Anderes gefragt: Wo ist das „Apfelmännchen“, wenn es nicht auf meinem Bildschirm zu sehen ist? Daß es „existiert“, ist naturwissenschaftlich „beweisbar“, denn, wenn wir ein entsprechendes Computerprogramm als „Versuchsanordnung betrachten, läßt sich das „Experiment Apfelmännchen“ beliebig oft mit demselben „Ergebnis“ wiederholen.
Stellen wir die Frage erneut anders: Gibt es neben der allgegenwärtigen Information auch so etwas wie „Präformation“, die die Muster festlegt?

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