Mit Pipi den Planeten retten! – Urin – Kapital der Zukunft?

August 23, 2012

Phosphor aus Urin – Schweizer errichten Versuchsanlage in Durban.

Hoffentlich kommt die Bundesregierung nicht auf den Gedanken, die altrömische Idee der Urinsteuer erneut zu beleben. – Rom hatte sie erhoben, weil die Leder-  und Faserverarbeitende Industrie des alten Rom an allem Ecken und Enden des Reichs Urinsammelbecken aufgestellt hatte, um an den benötigten Harnstoff zu gelangen.  –  Geld hat noch nie gestunken, – es läßt sich auch mit dem Mythos „Urin“ Geld verdienen:

Die frühere Radio-Moderatorin und Buchautorin Carmen Thomas behauptet seit Jahr und Tag, Urin sei ein besonderer Saft. – Zum Überleben in der Wüste eignet es sich durchaus, aber ansonsten gibt es wohl schmackhaftere und „Schadstofffreiere“ Getränke.

Urin ist keine „besonderer Saft“, sondern ein flüssiger „Klebstoff“ zwischen Pflanzen und Tieren. Gehtr man dem  „besonderen Saft“ auf den Grund stellt man am Ende nicht ohne ein gewisses Erstaunen fest, daß Urin dem Organismus, der ihn an die „Umwelt“ abgibt, indirekt wieder zugute kommt:

Jim Lovelock, „Miterfinder“ der Gaia-Theorie, die den Planeten Erde als sich selbst erhaltenden „Gesamtorganismus“ betrachtet, meint, daß jemandem das Gaia-Konzept näherzubringen, dem Lehren von Schwimmen und Radfahren gleichkomme:

Vieles davon lässt sich nicht in Worte fassen. Um es leichter zu machen, werde ich sozusagen im flachen Wasser mit einer einfachen Frage beginnen, die den irritierenden Unterschied zwischen zwei gleich wichtigen Sichtweisen der Welt illustriert. Die erste ist die der Systemwissenschaft, die sich mit allem Belebten befasst, sei es ein Organismus oder ein technischer Mechanismus, der in Betrieb ist; die zweite ist die des Reduktionismus – des Kausalitätsdenkens, das die letzten beiden Jahrhunderte die Wissenschaft dominiert hat. Die Frage lautet: Was hat Pinkeln mit dem egoistischen Gen zu tun?

Als ich ein junger Mann war, erstaunte mich die Anzahl von Umschreibungen für den einfachen, aber lebenswichtigen Vorgang des Urinierens. Arzte und Krankenschwestern baten einen, eine »Probe zu geben« oder »etwas Wasser zu lassen«, und oft gaben sie einem dazu ein kleines Gefäß, um zu verdeutlichen, was sie meinten. In der Umgangssprache hieß es »das Schiff lenzen«, »ein Leck kriegen« oder »die Ladung verschütten«, und wir taten es dort, »wo kleine Jungs hingehen«, oder im »Badezimmer«. Manchmal hieß es bloß »einen Penny opfern«.

Wahrscheinlich war das alles ein Relikt des sexualfeindlichen 19. Jahrhunderts. Es war nicht nur unmöglich, öffentlich die Genitalien zu erwähnen – das Tabu erstreckte sich auch auf ihre sonstigen Funktionen. Aber im Jahr 1996 bemerkte der herausragende amerikanische Biologe George Williams, es sei schon eine ökonomische Merkwürdigkeit der Evolution, dass dasselbe Organ für den Lustgewinn, die Reproduktion und die Abfallentsorgung benutzt wird. Doch erst kürzlich begann ich mich zu fragen, ob nicht hinter diesem eher unbedeutenden Rätsel ein tieferer Grund steckt. Warum pinkeln wir? Das ist keine so dumme Frage, wie es scheint. Dass wir Abfallprodukte wie überflüssiges Salz, Harnstoff, Kreatinin und zahllose weitere Stoffwechselreste loswerden müssen, liegt auf der Hand, ist aber nur Teil der Antwort. Vielleicht pinkeln wir aus altruistischen Gründen. Wenn wir und andere Tiere nicht einem Teil des Pflanzenlebens der Erde Urin zukommen ließen, würde es jenem möglicherweise an Stickstoff mangeln.

Ist es möglich, dass während der Evolution Gaias, des großen irdischen Systems, Tiere sich dahin entwickelt haben, Stickstoff in Form von Harnstoff oder Harnsäure abzugeben, und nicht in Form von Stickstoff gas? Für uns ist die Ausscheidung von Harnstoff eine nicht unerhebliche Energie- und Wasserverschwendung. Warum sollten wir etwas für uns Nachteiliges ausbilden, wenn nicht aus altruistischen Gründen? Harnstoff ist das Abfallprodukt der Verdauung von dem Fleisch, Fisch, Käse und den Bohnen, die wir gegessen haben; sie alle sind reich an Proteinen, dem Stoff des Lebens. Wir verdauen, was wir essen, und zerlegen es in seine chemischen Bestandteile; wir nehmen nicht das Protein von Rindermuskeln und bauen es in unsere eigenen Muskeln ein. Wir bauen unsere Muskeln und andere Gewebe auf oder ersetzen sie, indem wir die Bestandteile, die Aminosäuren der Proteine, nach den Plänen unserer eigenen DNS zu neuen Proteinen zusammensetzen. Wollten wir unsere Muskeln direkt aus den Rinderproteinen aufbauen, gliche das dem Versuch, mit Teilen eines Traktors eine Waschmaschine zu reparieren. Der bei all diesem Zerlegen und Aufbauen übrig bleibende Abfall wird letztlich zu Harnstoff, und wir scheinen keine andere Möglichkeit zu haben, als ihn in Wasser gelöst loszuwerden, nämlich als Urin.

Harnstoff ist eine einfache Chemikalie, eine Kombination von Ammoniak und Kohlendioxid, die ein organischer Chemiker als Kohlensäurediamid oder NH2CONH2 bezeichnet. Warum haben wir und andere Tiere uns so entwickelt, dass wir unseren Stickstoff in dieser Form ausscheiden? Warum wird der Harnstoff nicht in Kohlendioxid, Wasser und gasförmigen Stickstoff zerlegt? Es wäre viel einfacher, gasförmigen Stickstoff auszuatmen, und wir würden das Wasser sparen, das zur Ausscheidung von Harnstoff nötig ist; den Harnstoff zu oxidieren würde sogar noch ein bissdien Wasser freisetzen, von Energie ganz zu schweigen.

Schauen wir uns ein paar Zahlen an. 100 Gramm Harnstoff entsprechen metabolisch 90 Kilokalorien oder, wenn Ihnen das lieber ist, 379 Kilojoule. Aber statt ihn zu nutzen, wird er in Urin gelöst abgegeben; mehr als vier Liter Wasser sind nötig, um diese 100 Gramm Harnstoff in ungiftiger Lösung auszuscheiden. Normalerweise geben wir pro Tag rund 40 Gramm Harnstoff, gelöst in rund 1,5 Litern Wasser, ab. Kein großes Problem, meinen Sie vielleicht, aber denken Sie einmal an Tiere, die in einer Wüstenregion leben, wo es wenig Nahrung und Wasser gibt. Wäre es zu einem Mutanten gekommen, der fähig gewesen wäre, Harnstoff zu Stickstoff, Kohlendioxid und Wasser zu verstoffwechseln, hätte er einen erheblichen Vorteil gehabt und wahrscheinlich mehr Nachkommen hinterlassen, als seine Harnstoff ausscheidenden Konkurrenten. Gemäß einer stark vereinfachten Interpretation der Darwinschen Theorie hätte die natürliche Auslese diese mutierte Eigenschaft begünstigt, sie hätte sich rasch verbreitet und wäre zur Norm geworden.

An diesem Punkt würde ein skeptischer Biochemiker sagen: »Ist Ihnen nicht klar, dass die Produkte der Oxidation von Ammoniak oder Harnstoff allesamt giftig sind und dies der Grund ist, warum wir Stickstoff in Form von Harnstoff ausscheiden?« Meine Antwort würde lauten: »Sagen Sie das den Bakterien, die Stickstoffverbindungen in Stickstoffgas umwandeln und die es im Boden und im Meer im Überfluss gibt.« Abgesehen davon wäre eine Symbiose mit Stickstoff entsorgenden Organismen genauso gut oder noch besser als die Verstoffwechselung von Harnstoff durch uns selbst.

Wie die Dinge stehen, ist Harnstoff für uns ein Abfallprodukt, und es zu entsorgen kostet wertvolles Wasser und Energie. Aber wenn wir und andere Tiere nicht pinkeln, sondern stattdessen Stickstoff ausatmen würden, gäbe es vielleicht weniger Pflanzen, und später würden wir Hunger leiden. Wie um alles in der Welt haben wir uns so entwickeln können, dass wir so altruistisch sind und unsere Eigeninteressen so kenntnisreich verfolgen? Vielleicht ist es weise, wie Gaia funktioniert und das egoistische Gen interpretiert.

Als ich vor nunmehr 40 Jahren über Gaia zu arbeiten begann, war die Wissenschaft noch nicht so hochorganisiert wie heute und wurde noch nicht im selben Umfang von Wirtschaftsunternehmen betrieben. So etwas wie Projektplanung oder Statusberichte gab es kaum, und fast nie wurde auf Konferenzen beschlossen, was als Nächstes zu tun sei. Um Gesundheit und Sicherheit kümmerte sich noch keine Bürokratie – man erwartete von uns als qualifizierten Wissenschaftlern, dass wir für unsere Sicherheit und die unserer Kollegen selbst verantwortlich waren. Der wichtigste Unterschied bestand darin, dass Forschung praktisch im Labor betrieben wurde, nicht als Simulation auf einem Computerbildschirm in einem Büro. In solch idyllischer Umgebung war es möglich, mittels Experiment eine Idee zu bestätigen oder zu verwerfen. Manchmal lautete die Antwort einfach richtig oder falsch, gelegentlich aber war sie mehrdeutig. Dieses »nicht genau wissen« war es, was durch glückliche Zufälle zur Enthüllung von etwas völlig Unerwartetem führte, zu einer echten Entdeckung.

So könnte es auch mit der Idee der Harnstoffabsonderung gewesen sein. Auf diese Weise über Stickstoff nachzudenken brachte mich auf das verflixte Problem des Sauerstoffs im Karbon, vor 300 Millionen Jahren. Ein wichtiger Hinweis, dass die Gaia-Theorie* richtig ist, liefert der Anteil der Atmosphärengase wie Sauerstoff und Kohlendioxid; diese werden so reguliert, dass sie ein den jeweils gerade existierenden Lebensformen zuträgliches Niveau haben. Es gibt gute experimentelle und auch theoretische Gründe zu der Annahme, dass der momentane Sauerstoffgehalt der Atmosphäre gerade richtig ist. Bei mehr als 21 Prozent steigt das Brandrisiko; bei 25 Prozent ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Funke einen Feuersturm auslöst, zehnmal so groß. (James Lovelock, Gaias Rache – warum die Erde sich wehrt,  Berlin 2007, S 32 ff)

Kunstdünger ist teuer, weil die Synthese von Harnstoff  Energie benötigt. – Pinkeln aber müssen wir alle. Warum also nicht den Urin in Flaschen füllen und verkaufen. – Das würde sich wiederum auf die „Entwässerungsgebühren“ der Kommunen auswirken. – Damit müßtten auch „die Grünen“ leben können.

Mein Vorschlag: Spenden Sie den „ersten Liter“ den „Grünen“ – Per DHL und „unfrei“ an die Parteizentrale. – Oder an den Bundesumweltminister, oder an den jeweiligen Umweltminister Ihres Bundeslandes. – Oder als Krönung an die EU-Kommission.

 

 


Leben am Limit? – Leben entstand in „lebensfeindlicher Umwelt“

November 16, 2011

Leben am Limit – ARTE.

Am Ende der 2. Folge wurde die Frage gestellt, ob sich eventuell das Leben in einer extremen Umwelt entwickelt haben könnte. – Bei extrem hohen Temperaturen und unter extremen chemischen Bedingungen.

Die Antwort lautete schon „JA“, lange bevor die Frage öffentlich gestellt werden durfte:

Die Ersten werden die Letzten sein –
Da ist etwas Wahres dran:

denn  >>die ersten lebenden Organismen, die sogenannten thermophilen Archaebakterien, werden dereinst auch die letzten sein. Sie werden mitbekommen, wenn sich in rund 5 Milliarden Jahren die Sonne zu einem sogenannten „Roten Riesen“ aufblähen wird. Wenn diese Zeit gekommen ist, werden die Weltmeere langsam aber sicher „verkochen“.
„Die Archaebakterien leben heute fast nur noch in unmittelbarer Nähe von Unterseevulkanen, die der Geologe „Black Smokers“ (Schwarze Raucher) nennt. Sie ernähren sich von dem dort allgegenwärtigen Schwefelwasserstoff und fühlen sich erst dann wirklich wohl, wenn das Wasser eine Mindesttemperatur von mehr als 110 Grad Celsius hat und unter hohem Druck steht. Die Archaebakterien leben dort aber nicht allein, sie bilden die Grundlage eines komplexen Ökosystems, das auf Erden einzigartig ist. Und es gibt dort unten ­- tief im Schoße von Poseidons Reich – eine Substanz, ohne die wir alle tot wären. Man nennt sie Hämoglobin. Hämoglobin macht das Blut rot. Hämoglobin transportieret den Sauerstoff in jede unserer Körperzellen. – Wenn wir aber Hämoglobin in den entlegensten, finstersten und unwirtlichsten Gegenden antreffen, die der Planet zu bieten hat, dann muß man sich die Frage stellen: wie kam es dort hin?
Die einfachste Anwort auf diese Frage ist, Hämoglobin gehört zu den ältesten biochemischen Substanzen überhaupt.
Hohe Temperatur, hoher Druck, komplexe Moleküle.
Vor Jahren sind Experimente gemacht worden, die das Entstehen des Lebens auf Mutter Erde nachvollziehen sollten. Man hat Chemikalien genommen, sie in einen Glaskolben gesteckt und dieses Gemisch elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt, um zu testen, ob unter den atmosphärischen Bedingungen der frühen Erde komplexe organische Moleküle entstehen konnten. – Die Experimente waren bis zu einem gewissen Maße erfolgreich, reichten jedoch nicht aus, die Entstehung des Lebens auf unserem Heimatplaneten zu erklären.
Der Fehler, der den Forschern unterlaufen ist, lag schlicht und ergreifend in der klassischen Sicht, den Planeten als „Bühne“ zu betrachten, auf dem das Leben abläuft. Eine Bühne ist statisch, sie bewegt sich nicht.
Mutter Erde ist jedoch ein höchst dynamischer Prozeß, wie auch das Weltall ein dynamischer Prozeß ist.(…)
Was ist in der Frühzeit der Erde abgelaufen?
Nachdem die Erde sich hinreichend abgekühlt hatte, entstanden die ersten Ozeane. Diese dürften zunächst kochend heiß gewesen sein. Im Laufe der Zeit kühlten sie sich allmählich weiter ab. Dabei wurden zwangsläufig alle Temperaturstufen durchlaufen. Das ermöglichte den Kohlenstoffatomen im Laufe der Zeit mit allen erdenklichen Elementen zu reagieren. Mit zunehmender Zeit fand der Kohlenstoff immer weniger „freie“ Atome und Moleküle für die Polymerisation.
In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, daß der Abkühlungsprozeß sich nach und nach verlangsamte. Das ist bei der Abkühlung immer so. Sie können diesen Prozeß bei jeder Tasse  beobachten: das Kaffeewasser ist schneller heiß als der Kaffee kalt. Und der Kaffee wird nicht kälter als die Umgebungstemperatur. Weil das immer so ist, hielten die frühen Weltmeere ziemlich  lange das jeweilige Temperaturniveau. Wenn bei chemischen Reaktionen auch nur Bruchteile von Wärmegraden eine Rolle spielten, verweilten die Ozeane lange genug in den entsprechenden Temperaturbereichen, um alle Möglichkeiten „auszutesten“ oder „duchzuspielen“.
Wie gesagt durchliefen die sich abkühlenden Ozeane nach und nach alle Temperaturstufen, die eine Reaktion der Kohlenstoffatome mit allen reaktionsfähigen Atomen und Molekülen begünstigten. Die Zahl der „freien“ Atome und Moleküle nahm mit der Zeit ab.
Statt dessen stieg die Wahrscheinlichkeit, mit Polymeren anderer Provenienz zusammenzutreffen und in Wechselwirkung zu treten. Es bildeten sich immer größere Organisationseinheiten, deren Zahl mit zunehmender Zeit zwar stetig abnahm, aber gleichzeitig die Basis für die Bildung immer komplexerer Einheiten schuf.
Der Prozeß der Lebensentstehung war positiv rückgekoppelt, er beschleunigte sich selbst. Das wiederum läßt den Schluß zu, daß „Leben“ entgegen der herrschenden Meinung in der Physik kein „Ding“ ist, das den Gesetzen der Thermodynamik zuwiderläuft, sondern ein thermodynamischer Prozeß, der auf dieser unserer Erde unvermeidbar war..
Damit war die Entstehung des ersten Zelle bereits vorgezeichnet, als die Erde noch ein glühender Ball flüssigen Gesteins war. Es bedurfte lediglich eines Schleusenereignisses, um sie zu schaffen. Nachdem die erste Zelle sich erst einmal geteilt hatte, war das Leben nicht mehr aufzuhalten; es „explodierte“ regelrecht in den Ozeanen.
Tagtäglich „explodiert“ das Leben auf einer kleineren Größenskala. Zunächst einmal bei jeder Geburt. Der Darm eines Neugeborenen ist keimfrei. Erst im Geburtskanal werden die Bakterien der „natürlichen Darmflora“ in den Verdauungstrakt „hineingeschleust“. Dort kommt es zu einer „Bevölkerungsexplosion“, an deren Ende die Zahl der Bakterien, die im menschlichen Darm siedeln, um ein Vielfaches höher ist als die Zahl der Zellen, die den Menschen formen.
Dann ist da noch das Hühnerei. Das Hühnerei ist zweifelsfrei eine „geordnete“ Struktur. Führt man einem befruchteten Hühnerei Aktivierungsenergie in Form von Wärme (Glucke oder Brutschrank) zu, nimmt die „Bevölkerungsexplosion“ in seinem Inneren ihren Lauf. Die Klone der befruchteten Eizelle besiedeln das Eiinnere solange, bis es fast vollständig in lebende Zellen ungewandelt ist. Anschließend „kippt“ das System. Das Küken sucht selbständig nach neuen Energiequellen. – Bis es am Ende auf dem Teller landet und selbst zur Energiequelle für uns und unsere Darmflora wird.“
(…)Hohe Temperatur, hoher Druck, komplexe Moleküle.

Je weiter sich die Ozeane in der Folgezeit abkühlten, desto weniger Wärme stand für die chemischen Prozesse des Lebens zur Verfügung. Aber die Folgen waren nicht dramatisch, denn irgendwo fand sich immer ein komplexes Molekül, das als „Biokatalysator“ die fehlende Wärmeenergie für die lebensnotwendige Reaktion ersetzte. Und erneut stoßen wir auf ein harmonisches Zusammenwirken der Beteiligten!
Wie das Hämoglobin dürfte auch das Chlorophyll zu den ältesten biochemischen Substanzen zählen. Chlorophyll gibt den Pflanzen ihre grüne Farbe und ist der Stoff, der Sonnenlicht in Zucker verwandelt. In den dunklen Tiefen des Ozeans, wo er einst erbrütet wurde,  ist er nutzlos. Die Stunde des Chlorophylls als treibende Kraft des Lebens schlug somit erst, als die Randbedingungen des Planeten es zuließen. Und seine Stunde schlägt immer noch, ebenso wie die des Hämoglobins.
Die Archaebakterien, die als erste die Erde „bevölkerten“, leben immer noch. Es wird sie weiterhin geben, solange die Erde ihre Gestalt wandelt. Weil sie so weit von uns entfernt sind und uns offenbar keinen erkennbaren Schaden zufügen, aber auch keinen Nutzen bringen, wird der Mensch sie in Ruhe lassen. So können sie sich ungestört bis in alle Zukunft vermehren. <<  (Austalopithecus Superbus)

Die Thermophilen werden bis zu dem Zeitpunkt überleben, den wir Menschen als das „Ende aller Tage“ bezeichnen. – Sie werden die letzten Lebewesen des Sonnensystems sein. – Aber nicht die letzten des Universums.


Unsichtbar – Sieben Milliarden und der „Frühchentod“ – Mal wieder ist der Planet pünktlich

November 4, 2011

Unsichtbar – Ein Thementag über verborgene Welten

Eigentlich lagen nur wenige Stunden zwischen der Meldung „wir sind sieben Milliarden“ und der Hiobsbotschaft von drei „Frühchen“, die einer Darminfektion erlegen waren.n

Nicht einmal eine Woche zuvor entdeckte ich beim Trödler an der Rheinbahn-Haltestelle „Elsässer Straße“ das Buch „Die Entdeckung des Chaos„. – Ein Buch, daß ich vor mehr als einem Jahrzehnt an „Ich-weiß-nicht-mehr-wen“ verliehen hatte. – Aber „entdeckte“ ich es wirklich? – Nein, es lag ganz obenauf und das „Apfelmännchen“ auf dem Cover lachte mir im Schein der Oktobersonne gewissermaßen entgegen.

Und nun zu der Frage, die Sie sich stellen: Was haben 7.000.000.000 Menschen und der Tod der Frühchen miteinander zu tun?

Die Antwort enthält gerade das von mir zitierte Buch in der wohl besten populärwissenschaftlichen Darstellung über die erstaunlichen Eigenschaften der „logistischen Funktion“:

John Briggs, F. David Peat, Die Entdeckung des Chaos, München 1993, S. 74ff :

„Wie die Würmer umdrehen
Die Indizien für den Zusammenhang zwischen Ganzheit und Chaos und dem seltsamen Attraktor ergeben sich teilweise aus einer Beschäftigung, die einer der Figuren in Alices Wunderland würdig wären. Als Wissen­schaftler untersuchten, was geschieht, wenn eine einfache mathematische Gleichung mit sich selbst rückgekoppelt wird, drangen sie tief in den tur­bulenten Spiegel ein. Die Untersuchung solcher iterierten Gleichungen enthüllte ein Prachtgemälde der erstaunlichsten mathematischen Eigen­schaften, und es stellte sich heraus, daß hier – wie durch Alices Spiegel -einige der scheinbar verrückten und verdrehten Vorgänge wiedergegeben werden, die sich in unserer wirklichen Welt ereignen.
Das Wachstum von Populationen weckte stets das Interesse von Biolo­gen, Ökologen, Epidemiologen – und auch von Mathematikern. Hinter den täuschend einfachen Formeln des Populationswachstums lauert näm­lich ein vielfältiges und abwechslungsreiches Verhalten, das von der ein­fachsten Ordnung bis zum Chaos reicht.
Die Geschichte bietet eine Fülle von Beispielen für Populationen, die außer Kontrolle gerieten: die Freisetzung einer kleinen Kaninchenschar in Australien, deren Nachkommen dann explosionsartig den ganzen Kontinent erfüllten; die Eroberung der nordöstlichen Vereinigten Staa­ten durch die Raupe des Großen Schwammspinners, die aus einem Bostoner Laboratorium entwichen war; die fortschreitende Flut der Kil­lerbienen; die Grippewellen, die jahrelang zu schlafen scheinen und dann plötzlich seuchenartig die ganze Erde umwandern, um schließlich wieder bis zum Beginn des nächsten Zyklus abzusterben.
Einige Populationen vervielfachen sich schnell, andere sterben rasch aus; einige wachsen und fallen mit periodischer Regelmäßigkeit; andere benehmen sich – wie wir gleich sehen werden – nach den Regeln seltsa­mer Attraktoren, also chaotisch.
Das Wachstum von Kaninchenpopulationen wäre ein zu komplexer Aus­gangspunkt, um den Ausbruch des Chaos zu verstehen. Das liegt daran, daß einige Kaninchen schon Junge kriegen, während andere noch heran­reifen oder gerade schwanger sind. Eine Gleichung, die die Kaninchen­population beschreiben soll, müßte all diese Faktoren berücksichtigen.
Ein viel einfacheres System, aus dessen Untersuchung man jedoch ebensoviel lernen kann, ist die Population eines Parasiten, der im Sommer lebt und nach der Ablage seiner Eier stirbt, wenn es kühl wird. Der Große Schwammspinner ist ein gutes Beispiel. Fangen wir mit einer klei­nen Kolonie an.
Nehmen wir an, daß jedes Jahr etwa der gleiche Prozentsatz von Eiern schlüpft und überlebt. Dann hängt dieses Jahr die Größe der Larvenkolo­nie davon ab, wieviele Larven sich im letzten Jahr verpuppten, in Falter verwandelten und dann Eier legten. Nehmen wir an, die Größe unserer Kolonie beträgt 100 Falter und die Kolonie verdoppelt sich jedes Jahr. Wenn im zweiten Jahr die Größe 200 beträgt, so wird sie im folgenden Jahr 400 sein.
Im dritten Jahr verdoppelt sich die Größe der Kolonie wiederum.
Es ist also ganz einfach, eine allgemeine Formel anzugeben, die es erlaubt, die Population eines Jahres aus der des vergangenen Jahres auszu­rechnen.
Natürlich verdoppeln sich nicht alle Populationen. Manche mögen schneller oder langsamer anwachsen. Wenn wir die Geburtenrate B nennen, dann ist jede Kolonie in diesem Jahr Bmal größer als im vorigen Jahr. In unserem Beispiel des Großen Schwammspinners nahmen wir B = 2 an, also die jährliche Verdoppelung der Population. Lassen wir nun aber auch andere Werte von B zu, so ergeben sich verschiedene Möglichkeiten von Wachstum.
Diese Gleichung des exponentiellen Wachstums gibt recht gut das Ver­halten kleiner oder verdünnter Populationen wieder, wenn es genügend Nahrung gibt und wenn sie genügend freien Raum vorfinden, in dem sie expandieren können. Aber die Formel hat offensichtlich ihre Grenzen. Wenden wir sie beispielsweise auf die Kaninchen an, die sich in jeder Ge­neration verdoppeln, dann sagt die Gleichung voraus, daß jenes ur­sprüngliche australische Pärchen sich nach nur 120 Generationen auf das ganze Universum ausgebreitet hätte! In der wirklichen Welt kann exponentielles Wachstum nicht ungebremst fortschreiten, weil jedes Popula­tionssystem von anderen Systemen in der Nahrungskette abhängig ist. Alle diese Systeme sind miteinander verknüpft, so daß schließlich die Populationsgröße von der gesamten Umwelt abhängt.
Im Jahre 1845 führte P. F. Verhulst, ein Wissenschaftler, der sich für die Mathematik des Populationswachstums interessierte, ein neues Glied in die Gleichung ein, um zu beschreiben, wie sich eine Population in einem abgeschlossenen Gebiet entwickelt. Die Einführung dieses Gliedes, das die Gleichung nichtlinear macht, -war ein einfacher, aber raffinierter Trick, um den Einfluß aller anderen Umweltfaktoren auf das Popula­tionswachstum zu berechnen.
Die breite Anwendbarkeit der nichtlinearen Version der Populationsgleichung wird überraschende Weiterungen nach sich ziehen: Wo immer diese Gleichung anwendbar ist, da lauert die Möglichkeit des Chaos.
Nichtlineare Metamorphose
Machen wir nun das vielfältige chaotische Verhalten der iterierten Wachs-tumsgleichung anschaulich und beginnen wir dabei mit einer Population ^on Larven des Großen Schwammspinners, die irgendeiner Form der Geburtenkontrolle unterworfen waren, z. B. indem sie mit einem Insekti­zid besprüht wurden. Wenn wir annehmen, daß die Biester nicht mutie-en, so wird die Population jedes Jahr ein bißchen niedriger ausfallen als m Jahr zuvor. Wenn die Geburtenrate B = 0,99 beträgt, so wird schließ­ich auch eine große Population auf o hin abfallen. Die Kolonie wird erlöschen.
Was aber geschieht, wenn die Geburtenrate größer als i ist, sagen wir ,5? Wegen des nichtlinearen Verhulst-Faktors wird dann eine große Population zunächst abnehmen, sich aber schließlich auf einen konstanten Wert von V3 oder 66% der ursprünglichen Größe einspielen. Genauso yird eine sehr kleine Anfangspopulation anwachsen und sich dieser Grenze vor V3 annähern.
Wählen wir die Geburtenrate B = 2,5, so liefert die Gleichung ein gewisses Schwingungsverhalten, weil die beiden konkurrierenden Wachstumsglieder einander widerstreben, aber anschließend wird doch die gleiche Populationszahl erreicht. Es sieht so aus, als wäre die Zahl von 66 % in Attraktor geworden.
Schieben wir nun den Wert von B bis auf 2,98. Was geschieht dann ? Die Schwingung hält länger an, aber auch hier läßt sich schließlich die Population bei 66 % ihrer ursprünglichen Größe nieder – wir sind wieder auf em Attraktor.
Gehen wir nun mit der Geburtenrate B noch ein wenig höher, so halten lese Schwingungen immer länger an, aber die Population erreicht schließlich immer die konstanten 66%. Wenn jedoch die Geburtenrate den kritischen Wert von 3,0 erreicht, so geschieht etwas Neues. Der Attraktor bei 0,66 wird instabil und spaltet sich in zwei. Nun nähert sich die Population nicht mehr dem einen Wert, sondern sie schwankt zwi­schen zwei stabilen Werten hin und her (Abb. 3.6).
In die Wirklichkeit übersetzt bedeutet dies, daß die kleine Falterpopu­lation sich wie wild vermehren will und eine große Menge Eier für die nächste Saison zurückläßt. In der nächsten Saison ist dann aber das ganze Gebiet überbevölkert, und dies führt zum Absterben, so daß die wenigen überlebenden Insekten nur eine kleine Anzahl von Eiern für das folgende Jahr zurücklassen. Die Population schwankt also zwischen hohen und niedrigen Anzahlen auf und nieder. Das Verhalten des Systems ist kom­plexer geworden
Kurbeln wir die Geburtenrate auf einen Wert über 3,4495 an, so wer­den die beiden festen Zahlen wiederum instabil, spalten sich auf und erzeugen eine Population, die zwischen vier verschiedenen Werten schwankt. Jetzt ist in jeweils vier aufeinanderfolgenden Jahren die Rau­penpopulation radikal verschieden.
Erreicht die Geburtenrate den Wert 3,56, so werden auch diese Schwan­kungen instabil, und es tritt Bifurkation in acht Fixpunkte ein. Bei 3,569 verzweigen sie sich weiter in nun 16 Attraktoren. Die Sache wird rasch sehr verworren. An dieser Stelle ist es schon fast unmöglich, daß Sie im Steigen und Fallen der Raupenpopulation in Ihrem Garten noch irgend­eine Ordnung erkennen. Von Jahr zu Jahr springt die Anzahl so gut wie zufällig hin und her, und wir können darin überhaupt kein Muster erken­nen. Schließlich, wenn die Geburtenrate den Wert 3,56999 erreicht, ist die Anzahl verschiedener Attraktoren unendlich groß geworden!
Robert May, ein Physiker aus Princeton, der zum Biologen wurde, ist eine der Schlüsselfiguren in der Geschichte, in deren Verlauf die Forscher entdeckten, was man heute den »Periodenverdoppelungsweg zum Chaos« nennt. (Periode nennt man die Zeit, die ein schwingendes System braucht, um in seinen ursprünglichen Zustand zurückzukehren.) Anfang 1970 benützte May ein Modell, das sich auf die Verhulst-Formel stützte, das ihm erlaubte, die Geburtenrate ansteigen oder abschwellen zu lassen, indem er das Nahrungsangebot änderte. May fand heraus, daß die Zeit, die das System brauchte, um an seinen Ausgangspunkt zurückzukehren, sich bei gewissen kritischen Werten der Gleichung verdoppelte. Dann aber, nach mehreren solchen Zyklen der Periodenverdoppelung, begann die Insektenpopulation in seinem Modell zufällig zu variieren, genau wie wirkliche Insektenpopulationen, bei denen keine vorhersagbare Periode für die Rückkehr in den Ausgangszustand zu beobachten ist (Abb. 3.8).
Dies ist aber, wenigstens mathematisch gesehen, nicht das Ende der Geschichte. Die Wissenschaftler haben erkannt, daß der Periodenverdoppelungsweg zum Chaos einen ganzen Zirkus von früher unvorstellbaren  Ordnungen enthält. Einige werden im Abb. 3.9 sichtbar. Hier hat ein Computer die Populationen für verschiedene Geburtenraten nach Ver-hulstens nichtlinearer Gleichung berechnet und aufgezeichnet.
Diese Zeichnung veranschaulicht, wieviel Struktur im Chaos verborgen liegt, und bietet so ein weiteres Abbild des seltsamen Attraktors.
Zunächst fallen die dunklen Flächen ins Auge, das sind all die Punkte, die die praktisch unendlich vielen Stellen bezeichnen, an denen das System sich aufhalten kann. Im Geburtenratenbereich von 3,56999 bis 3,7 (zwischen a und b am oberen Rand des Bildes) schwankt das System (die jährliche Anzahl der Larven) unvorhersagbar zwischen zunächst vier und dann zwei breiten anziehenden Bereichen hin und her. Diese dunklen Bereiche nähern sich einander an, bis sie schließlich an der durch den Pfeil bei b bezeichneten Stelle miteinander verschmelzen. Hier, ungefähr bei 3,7, könnte die Population (die Anzahl der Larven in Ihrem Garten) fast jeden beliebigen Wert annehmen, von nahe bei o bis zu einem sehr hohen Wert (der im Diagramm durch die Zahl i in der oberen linken Ecke bezeichnet ist). Dabei springt die Population von Jahr zu Jahr in einer verrückten, unvorhersagbaren Weise hin und her. Erst wenn die Geburtenrate 4,0 erreicht, ist jedoch der ganze Phasenraum ausgefüllt. Die Art, in der sich in diesem Rahmen die Punkte von links nach rechts immer weiter auffächern, deutet darauf hin, daß das chaotische Anfüllen des Phasenraumes ein zugleich seltsam geordneter Prozeß ist.
Zweitens fällt uns nun auf, daß sich in diesem sich ins Chaos entfaltenden Fächer dunkle parabelförmige Linien abzeichnen. Längs diesen Linien ist das System mit höherer Wahrscheinlichkeit anzutreffen. Wieder eine Form der Ordnung im Chaos.
Drittens nehmen wir in dem sich ausbreitenden Schatten des Chaos weiße, senkrechte Bänder wahr. Dies sind Bereiche – »Fenster« nennen dies die Physiker gern -, in denen das System stabil wird. Sehen wir beispielsweise den Bereich oberhalb von b = 3,8 an, im Bild durch die Klammer c-d bezeichnet. Hier, mitten in all diesem sich ausbreitenden Chaos, wird die Population plötzlich wieder vorhersagbar und wächst in zwei aufeinanderfolgenden Jahren an, um im dritten wieder abzunehmen. Wenn aber die Geburtenrate (das Nahrungsangebot) noch ein wenig höher gestupst wird, so reißt es das Fenster auf und das Chaos flutet wieder herein. Solche Bereiche von Stabilität und Vorhersagbarkeit mitten in den zufälligen Schwankungen nennt man »Intermittenz«.“

Das augenscheinlich langweilige Bifurkationsamuster, auf das „Alice“ hier sein Fernrohr richtet, ist erstens so langweilig gar nicht, vielmehr enthält es atemberaubende Elemente; zweitens ist genau dise nichtlineare Waachstumsfunktion für die Menschheit ebenso „zuständig“ wir für Darmkeime, Ebola-Viren, Pest & Cholera, aber auch EHEC. Und weil das so ist, war meine Voraussage, daß EHEC keine große „Reichweite“ haben würde, auch zutreffend.

Auch die „Reichweite“ des Menschen ist begrenzt. Er darf sich nicht wundern, wenn in nicht allzu ferner Zukunft die Population -ohne erkennbaren äußeren Anlaß  einbricht.

Die Frage danach, wieviele Menschen der Planet verträgt, erübrigt sich.

Jeder, der sich mit den Fragen nach dem Schicksal des Planeten beschäftigt, darf sich die Bahnkurve der logistischen Funktion nicht entgehen lassen. Als „Biflambda“ findet er sie in der Liste der Fraktale in „Fractint“. – Ich empfehle, mit der „Zoombox“ in die „Fenster“ zu zoomen. – Da wird es atemberaubend!

Erstaunlich, was im Inneren der "logistischen Funtion" so alles los ist.

Im „geordneten Chaos“  ist mächtig was los! – Und niemand und nichts entgeht ihm!

Deswegen ist es auch müßig, den „Urpsrung“ der Bakterien zu suchen, die zum tode der „Frühchen“ geführt hat, – die „Quelle“ hat sich längst verfielfältigt und lauert quasi überall.

Nur der Mensch braucht sie , um „Schuld“ zuweisen zu können. – Das ist der schlimmste Zwang, dem der Mensch unterliegt. – Wenn „der Schuldige“ gefunden ist, wird alle Wissenschaft unwichtig.


Gurkenvergifter oder „Arschkriecher“ ? – Neues von EHEC

Juni 7, 2011
Betreff: Phoenix-„Vor Ort“ vom 7.6.2011: EHEC: Gurkenvergifter oder „Arschkriecher“?
Datum: Tue, 07 Jun 2011 23:38:49 +0200
Von: Gerhard Altenhoff <gerhard.altenhoff@giordano-bruno-institut.de>
An: Michael.Lentze@ukb.uni-bonn.de

Lieber Herr Professor Lentze,

bezugnehmend auf Ihre Äußerungen und Erläuterungen in der Phoenix-Sendung „Vor Ort“ vom 7.6.2011 möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf die von Ihnen verwendeten Begriffe „Kettenreaktion“ und „Gesundheitsvorsorge“ lenken:

Die Verwendung des Begriffs „Kettenraktion“ ruft beim unbefangenen Zuhörer sofort eine fatale Assoziation hervor, nämlich die der nuklearen Kettenreaktion in Form der Hiroshima-Bombe, vor allem nach Fukushima. – Kaum jemand weiß, daß dieser Begriff aus der „gewöhnlichen“ Chemie stammt und auch so alltägliche Ereignisse wie die Verhältnisse im Inneren eines Dieselmotors oder den Untergang der „Hindenburg“ beschreibt, nämlich einen sich selbst beschleunigenden Energiewandlungsprozeß.

Und so haben wir bei der Ausbreitung des EHEC-Bakteriums an der Oberfläche des menschlichen Körpers (Das Innere des Darms ist „Oberfläche!“ ) tatsächlich mit einer Kettenreaktion zu tun. In diesem Zusammenhang darf ich auf mein Zitat https://advocatusdeorum.wordpress.com/2011/05/29/durchfall-erreger-ehec-und-das-ganseblumchen/ verweisen.

Fragen Sie einen Physiker, es ist gar nicht so einfach, eine nukleare Kettenreaktion in Gang zu setzen, wenn komplexe Atome oder Moleküle daran beteiligt sind. Dann müssen die Bedingungen ziemlich genau kontrolliert werden. – Fragen Sie doch nur bei den Brötchengebern von Sebastian Vettel oder Micheal Schumacher nach, wie schwer es ist, eine chemische Kettenrekation so zu steuern, daß eine nahezu vollständige Verbrennung des Sprits erreicht wird.. – Demgegegenüber ist die Knallgasreaktion simpel, es sind ja auch nur zwei simpel miteinander reagierende Elemente beteiligt. Ein Funke von rund 625 Grad Wärme genügt, um 200.000 Kubikmeter Wasserstoff innerhalb von 34 Sekunden in Wasser zu oxidieren – Das hat die „Hindenburg“ vor aller Augen gezeigt.

Nichtsdestoweniger ist auch die Vermehrung von Organismen eine Kettenreaktion. Denn auch sie folgt dem Pfad der logitischen Funktion, der auch wir unser aller Leben verdanken. Daß nach einer Sprengstoffexplosion die Möglichkeit besteht, den Sprengstoff zu analysieren, beruht auf dem von mir postulierten „Blindgängereffekt“: https://advocatusdeorum.wordpress.com/2011/06/04/ehec-lubecker-restaurant-untersucht-tagesschau-de/

In meinem Blog-Beitrag https://advocatusdeorum.wordpress.com/2011/05/31/ehec-evolution-nein-danke/ habe ich einfach mal die Frage gestellt, ob nicht eine „Schmierinfektion“ von „Darm zu Darm“ zur Übertragung von EHEC ausreichen würde…

Dank Ihrer Ausführungen und meiner Recherchen fand ich meine Vermutung dem Grunde nach bestätigt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Escherichia_coli http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/ehec.htm: „Übertragung von Mensch zu Mensch Im Unterschied zu anderen bakteriellen Erregern von Durchfallserkrankungen spielt bei EHEC-Bakterien aufgrund ihrer geringeren Infektionsdosis (unter 100 EHEC-Bakterien sind ausreichend; zum Vergleich: Salmonellen: 104-106 Bakterien) die Möglichkeit einer direkten Übertragung von Mensch zu Mensch durch Schmierinfektion eine größere Rolle. So können EHEC-Bakterien, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden und sich bei mangelhafter Hygiene auf Händen oder Gegenständen (Spielzeug, Handtücher) befinden können, beispielsweise innerhalb von Toilettengemeinschaften (z.B. in Familien oder Kindergärten) oder bei der Pflege von Kranken (z.B. beim Wickeln erkrankter Säuglinge) übertragen werden.“

In der oben genannten Phoenix-Sendung wurde dann noch ein Beitrag zum Thema „Sprossen“ gezeigt, in dem erwähnt wurde, daß Coli-Bakterien sich bei einer Temperatur von 38Grad Celsius besonders schnell vermehren können.

Vor vielen Jahren warnten Ärzte Männer vor dem Tragen enger Jeans, weil dort Temperaturen von 38 Grad und mehr erreicht werden könnten. was die Produktion von Spermien erschweren und -zumindest temporäre – Unfruchtbarkeit bewirken könnte. – Wenn also in der Unterhose ideale Lebensbedingungen für EHEC herrschen, warum warnt man dann vor Gurken und läßt das Klopapier außer acht?

Diese Frage erhebt sich vor allem deshalb, weil durch den Mund aufgenommene Bakterien erst einmal die Barriere der Magensäure, dann die chemisch höchst aggressiven Enzyme des Dünndarms überleben müßten. – Der Zugang von „hinten“ ist weit weniger geschützt. Womit wir dann bei der „Gesundheitsvorsorge“ wären.

Rund 2000 EHEC – Infektionen. – Diese Zahl ist nur ein Bruchteil der Infektionen mit „Krankenhauskeimen“. – Aus Gründen der Gesundheitsvorsorge müßte vor Krankenhausaufenthalten intensiver gewarnt werden:

Meiner Ex-Frau wurde 2007 ein Ovarialkarziom entfernt. Einige Monate später wurde sie aufgrund von Komplikationen nachoperiert, wobei die Bauchdecke ein wenig „verunstaltet“ wurde. Im September 2008 unterzog sie sich einer erneuten Operation mit Bauchplastik in der Uni-Klinik Düsseldorf. Der Aufenthalt dort wurde mit 10 bis 14 Tage veranschlagt. – Infolge einer Wundnekrose wurden zwei Monate daraus. – Woher die Infektion kam, wurde nie geklärt. Im Gegensatz zu EHEC hat sich auch niemand die Mühe gemacht, den Stamm der Erreger und deren Herkunft aufzuklären.

Wie der ‚“Zufall“ es so will, wurde im „Fall Kachelmann“ das Urteil gesprochen, in dem nach Auffassung des Gerichts „der Verdacht“ bleibt. – Und einen Verdacht, den kann niemand widerlegen, denn daß etwas nicht geschehen ist, kann niemand nachweisen. – So können Frau Aigner oder Frau Merkel niemals nachweisen, daß sie kein Verhältnis mit dem Teufel haben. Auch Frau Schröder (sie fungierte bis zur Babypause als Familienministerin) wird schwerlich beweisen können, daß der Vater ihres Kindes in Wahrheit nicht der Teufel ist. – Es sei denn der Teufel hätte eine DNS. Gurken und Tomaten, Salat und Bohnenkeime werden sich von dem Verdacht, EHEC-Verbreiter zu sein, kaum jemals wieder befreien können! – Das ist die Konsequenz der „Gesundheitsvorsorge“!

Grüßen Sie mir meine Alma Mater Bonn und – sofern Sie ihn kennen sollten, meinen Mentor Prof. Dr. (em.) Helmut Marquardt (kriminologies Seminar).

Für Ihre freundliche Kenntnisnahme und Bemühungen danke ich im voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff

Bismarckstr. 45

41542 Dormagen

02133 97 30 29

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EHEC: Lübecker Restaurant untersucht | tagesschau.de

Juni 4, 2011

EHEC: Lübecker Restaurant untersucht | tagesschau.de.

Was soll die Suche nach der „Quelle“? – Geht denn wirklich jemand davon aus, daß die Ansteckung nur durch den Genuß des „Quellwassers“ erfolgen kann?

Weit gefehlt! – Die zur Zeit sich teilenden Bakterein sind weiter von der „Stammzelle“ entfernt als der heutige Mensch von den ersen Vorfahren mit der bauchwärts verkrüppelten Wirbelbrücke.

EHEC verhält sich dem Grunde nach nicht anders als der Mensch: Es hat Nachkommen. Und diesen wohnt eine explöosive Tendenz inne. Das ist nicht verwunderlich, denn die Evolution ist ein nichtlinear-thermodynamisches System. Organismen vermehren sich in einem sich selbst beschleunigenden Prozeß. – So sind auch wir entstanden. Nur haben unsere Körperzellen es nicht geschafft, sich voneinander zu lösen. – Mit Ausnahme der Blutzellen.

Auch EHEC hat ein Problem: Mit jedem „neuen“ Menschen, der durch EHEC „infiziert“ wird, besiedelen die Bekterien einen Lebensraum. – Sie machen es nicht anders als die Menschen mit dem Planeten Erde. – Wenn die Besiedlung mangels ausreichender Anpassung zum Untergang des Lebensraums führt, haben die Bakterien verloren. Der Zweig des Stamms, der das sterbende Individuum auf dem Gewissen hat, geht mit diesem endgültig unter. Wenn sich kein Weg findet, vom untergegangenen Lebensraum einen neuen zu erobern, muß die „Infektionswelle“ langfristig abebben. – Das ist in der Geschichte wiederholt geschehen (schwarzer Tod!) und wird auch wieder vorkommen.

Wer also nur nach der „Quelle“ sucht, die Verzweigungen, die der Strom nimmt, aber vernachlässigt, macht einen nicht wieder gutzumachenden Fehler.

Und wenn ich mich an dieser Stelle wiederhole: Gegen Coli-Bakterien gibt es ein Mittel: Das sind die Bakteriophagen, die in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die ausgesprochenen Lieblinge der Molekulargenetiker waren.

Obwohl ich mir die Freiheit genommen habe, den Sprachgebrauch der Evolution zu „entmilitarisieren“, plädiere ich heute dafür, die EHEC-Kulturen mit Bakteriophagen zu „bombardieren“. Denn erst das „Bombardement“ ermöglicht dem „Blindgängereffekt“, den Phagen, die den rezenten EHEC-Stamm als „Fortpflanzungsquelle“ nutzen können, positiv rückgekoppelt Nachkommen in die Welt zu setzen.

Bei meinen Recherchen zur Revision der Darwinschen Evolutionstheorie stoplperte ich über Hoimar von Ditfurths Äußerung, daß die Evolution sich bei der „Verschwendung“ genetischen Materials verhalte wie ein Schütze, der „blind in der Gegend herumballere“. ‚Ein Schütze, der seine Munition verschießt, hat am Ende keien Patrone mehr. – Um aber festzustellen, welche Bombe als Blindgänger zu Boden geht, der muß einen Bombenrteppich abwerfen. Der „Blindgänger“ hat die Eigenschaft, seinen zunächst angestrebten Erfolg zu verfehlen. – Aber er kann immer noch „hoc hgehen“

Dem Blindgängereffekt verdanken wir alle unsere Existenz, denn der theoretische Wert von einem Spermium pro Eizelle wird in der Praxis nicht erreicht. Man braucht Millionen davon, damit ein Spermium als „Blindgänger“ den Staffelstab der Evolution weitertragen kann.

Angesiochts der ungemütlichen Zustände im menschlichen Darm ist es auch für ein einzelnes Bakterium schwer, eine „Infektion“ auszulösen. Sie müssen schon ganz massiv auftreten.

Wichtiger als die „Quelle“ ist der „Vertriebsweg“. – Beim Abebben der „Epidemie“ aus den oben genannten Gründen solllte man sich dennoch weiter um den „Vertriebsweg“ kümmern, denn der „Kanal“ könnte auch in Zukunft von EHEC genutzt werden.


EHEC – EVOLUTION – NEIN DANKE?

Mai 31, 2011

Größer könnte der Kontrast nicht sein:

Bei der Vogelgrippe ist man sich zu 100% über den Infektionsweg, der Menschen offenbar weitgehend verschont, sicher. 10.000 weitere Hühner werden getötet.  – So zumindest die jüngsten Medienmeldungen.

Anders bei EHEC, deswegen stimmt da was nicht:

Man sucht immer noch nach der „Infektionsquelle“ – ohne jede Aussicht, sie jemals zu finden. Wieder einmal spielt die Verwendung der falschen Metapher den Schlußfolgerungen einen Streich: Wenn man beim Wasser die „Quelle“ findet und sie verstopft, hört der Fluß auf zu fließen. – So einfach ist das, – ja wenn da die dynamischen Eigenschaften des Wassers nicht wären; – eine sprudelnde Quelle lässt sich nicht einfach „verstopfen“ – das Wasser bahnt sich seinen Weg an anderer Stelle. Man hat wohl bei der Verwendung des Begriffes „Quelle“ eher den Wasserhahn im Sinn, den man zudrehen möchte. Selbst wenn man diesen Wasserhahn finden würde, es wäre zu spät. Das EHEC-Bakterium dieses besonderen Stammes hat sich von seiner „Stammzelle“ ausgehend auf den Weg in die Welt gemacht. Aber deswegen braucht man keine Angst zu haben, es wird uns nicht vernichten. – Auch wir werden uns daran gewöhnen, und zwar in einer Art und Weise, daß kaum noch „Erkrankungen“ dieser Art auftreten werden, denn schließlich haben wir uns auch an andere Varianten der Coli-Bakterien angepaßt. – Aber es dauert halt und „Kollateralschäden“ sind in der Evolution nicht ungewöhnlich.

„Das biogenetische Grundgesetz spiegelt im Individuum den Pfad der Stammesgeschichte wider. In den Erbanlagen eines jeden Lebewesens ist also die Abfolge der Schleusenereignisse gespeichert. Das führt zwangsläufig zu der Frage, mit welchen Mitteln sich das Genom sich diesen Weg gemerkt hat. Damit drängt sich die Vermutung auf, daß die DNA mehr Informationen enthält, als wir ihr bisher entlocken konnten.

Einsteins Kommentierung zu Heisenbergs Unschärferelation bestand aus einem Satz: „Gott würfelt nicht.“ – Er würfelt nicht, weil die Möglichkeiten des Würfels zu begrenzt sind. Gott bevorzugt das Kartenspiel, – das würde eher zutreffen. Jedes Individuum ist ein Runde mit unendlich vielen Karten, bei der Fortpflanzung werden die Karten neu gemischt, einige weggelassen, andere hinzugefügt. Wer die nächste Runde erreicht, hat gewonnen. Das allerdings gilt auf den ersten Blick nur für vielzellige Lebewesen. Wie aber sehen die Verhältnisse im Mikrokosmos aus?

Einzellige Lebewesen wie Bakterien und Pantoffeltierchen vermehren sich durch Zellteilung, wobei aus einer zwei identische Zellen entstehen. Das scheint einer Teilnahme am großen Spiel entgegenzustehen, denn wo werden da die Karten neu gemischt? – Einzeller tauschen von Zeit zu Zeit genetisches Material aus. Gene enthalten Informationen; auch unter einzelligen Lebewesen findet daher ein Informationsaustausch statt. Wenn sie so wollen, gibt es Schwatzhaftigkeit bereits im Mikrokosmos. – Und das ist auch sehr sinnvoll:

Folgender Fall: In einer Petri-Schale eines pharmazeutischen Labors wächst eine Bakterienkolonie. Bakterie A verfügt über eine Gensequenz, die wir als y bezeichnen wollen. Diese Gensequenz y verlangsamt die Teilungshäufigkeit und erschwert den Energieumsatz. A gerät dadurch gegenüber seinen Artgenossen ins Hintertreffen. Gleichwohl überträgt A im Zuge mehrerer Konjugationen y auf seine Geschwister. Diese werden dadurch ebenfalls benachteiligt.

Bakterien in einer Petri-Schale sind Versuchsobjekte. Also werden sie eines Tages mit einen neuentwickelten Antibiotikum konfrontiert. Alle Bakterien sterben ab, bis auf die Träger der Gensequenz y, die nebenbei gegen das Antibiotikum resistent macht. Ohne Genaustausch wäre A als einziges Bakterium übriggeblieben. Das hätte als Ansatzpunkt für eine Rückkoppelungsschleife ausgereicht, denn bereits nach wenigen Stunden hätte A tausende von Nachkommen gehabt. – Alle immun gegen das neue Medikament. Durch den Informationsausstausch im Mikrokosmos erhöhte sich die Chance um ein Vielfaches, denn A hätte wegen seiner „Randexistenz“ zugrunde gehen können, lange bevor sich der Laborant entschloß, die chemische Keule in die Petri-Schale zu werfen.[1] (Gerhard Altenhoff, Australopithecus Superbus – der Mensch im Licht nichtlinear-thermodynamischer Evolution)

In Sachen EHEC ./. Mensch ist die Evolution bislang Sieger nach Punkten. – Und sie wird es auch bleiben. Nachdem nunmehr klar geworden ist, daß die spanischen Gurken nicht mit „unserem“ Stamm kontaminiert worden waren, geht das muntere Rätselraten weiter.

Egal, wo und wie das „Mutterbakterium“ erzeugt wurde, der Weg in die Zukunft seiner (ihrer – wir wollen ja nicht sexistisch sein) ist vorgezeichnet:

Der Mensch als „Lebensraum“ – man kann diesen auch als „ökologische Nische“ bezeichnen, eignet sich für „unseren“ EHEC-Stamm nicht, weil er am Ende vernichtet wird. – EHEC sägt den Ast ab, auf dem er sitzt. Wenn EHEC langfristig keinen Weg mehr findet, auf andere Menschen übertragen zu werden, ist das Aussterben dieses Zweigs des EHEC-Stammes unvermeidlich. – So wollen es die Regeln der Evolution. – Man muß sich in diesem Zusammenhang vor Augen führen, daß nach einer Inkubationszeit von etwa 10 Tagen die Individuen des 10. Tages weiter von ihrer „Stammzelle“ entfernt sind als die heutigen Menschen von den ersten Menschen, die seßhaft wurden. (Bei einer „menschlichen“ Generation von angenommenen 33 Jahren und einer  Reproduktionsgeschwindigkeit des Bakteriums von einer Generation/Stunde) – In dieser Zeit wächst nicht nur die Zahl der Individuen, es wächst auch das Mutationspotential. Somit kann die scheinbare „Epidemie“ nicht nur dadurch zum Stillstand kommen, daß „Infektionswege“ blockiert werden, sie kann auch einfach dadurch aufhören, daß eine Variante um sich greift, die sich mit dem Menschen gewissermaßen „arrangiert“. – So einfach ist Evolution, ihr Pfad ist wenig erstaunlich.

Erstaunlich ist nur die Inkonsequenz unserer Politiker. Da werden -zigtausende  von Hühnern aus Angst vor der Vogelgrippe „vorsorglich“ getötet; Horst Seehofer setzte gar „Tornados“ ein, als die ersten toten Vögel auf Rügen einschlugen.  – Da werden aus Angst vor Erdbeben & Co Kernkraftwerke vom Netz genommen. – Alles nach dem von Karl Valentin entwickelten Grundsatz:

„Sicherheit geht vor Seltenheit“.

– Ja wo bleiben denn die Vernichtungsaktionen gegenüber dem als „gesünder“ propagierten Grünzeug? – Müßten nicht aus Gründen der „Gefahrenvorsorge“ sämtliche auf dem Markt befindliche Gurken, Tomaten und Salate verbrannt werden? Müßten nicht umgehend alle entsprechenden Pflanzen, deren Früchte fast zur „Marktreife“ gelangt sind, rasch und konsequent gerodet werden? – Solange die „Quelle“ nicht identifiziert ist, besteht immer die Gefahr, daß erneut kontaminierte Gurken, Tomaten und Salate auf den Teller ahnungsloser Verbraucher gelangen. – Bakterien sind so heimtückisch wie Strahlung: Niemand kann sie sehen!

Nein! – In diesem Fall verläßt sich „die Politik“ auf den „Kachelmann-Effekt“ – und der wirkt:

Weil die „Verbraucher“ durch die „fehlenden Entwarnungen“ seitens „der Politik“ verunsichert sind, müssen Gurken und andere „verdächtige“ Feldfrüchte in der Größenordnung von hunderten von Tonnen vernichtet werden, weil sie frisch nicht verkauft werden können und später nicht mehr verkauft werden dürfen.

Es ist eine Sünde und eine Schande.

Warum eigentlich werden öffentlich zugängliche Toiletten nicht umgehend gesperrt? – Wer Durchfall hat, sucht wohl eher eine öffentlich zugängliche Toilette auf als jemand ohne Durchfall. Wer Durchfall hat ist auch dann geneigt, eine öffentlich zugängliche Toilette aufzusuchen, wenn er sie sonst meidet. Und auf öffentlich zugänglichen Toiletten ist das Toilettenpapier ebenfalls öffentlich zugänglich. Es ist kaum vorstellbar, daß sich jemand die Hände wäscht, bevor er sich den Hintern abwischt. Hat er aber einmal Bakterien auf dem Klopapier hinterlassen, kommt der nächste „Besucher“ damit in Kontakt. – Niemand kann sich darauf verlassen, daß sich dieser anschließend die Hände wäscht. – Ist die öffentlich zugängliche Toilette in einem Restaurant – na dann „Nacht Mattes“!

Wie eingangs gesagt, da stimmt was nicht. Das einzige was nicht stimmt, ist die Reaktion „der Politik“. Unsere Politiker beschuldigen und verurteilen schnell und ohne Beweis. – Hier stehen sie vor einem Problem, das für sie unlösbar ist: Sie haben keine Ahnung, wen sie beschuldigen können, ihre übliche Maßnahme, nämlich Gewalt und Verbot, müssen versagen, weil ansonsten die Eingangsbereiche der Supermärkte leergefegt wären und die Kids vor den Pommesbuden endlose Schlangen bilden würden.

EHEC: Eßt Heute Eine Currywurst, denn Gurken kann tödlich sein.


[1]              Unter diesem Aspekt ergeben sich aus den in der Natur vorhandenen Muster ganz neue Fragen:

Aus dem Biologieunterricht kennen Sie noch den Begriff der analogen Organe. Diese tauchen bei gänzlich unterschiedlichen Lebewesen auf. Der Maulwurf ist ein Säugetier, die Maulwurfsgrille ein Insekt. Dennoch sind beide mit schaufelförmigen Vordergliedmaßen ausgestattet, die sowohl von der Funktion als auch vom Aussehen her fast deckungsgleich sind.

Dinosaurier und Säugetiere brachten in zeitlicher Abfolge ebenfalls Strukturen hervor, bei denen die Ähnlichkeit den Betrachter durchaus in Erstaunen versetzten kann. Vergleichen Sie nur den Bau der Flügel bei Flugsauriern und Fledermäusen.

Bei Beutel- und Plazentatieren, gibt es Parallelentwicklungen, die verblüffend ähnliche Lebewesen hervorbrachten.

Alle drei Feststellungen werfen die Frage auf: Wie kommt das? -Betrachten wir Ernst Haeckels biogenetisches Grundgesetz, wonach jedes Individuum in seiner Individualentwicklung die Stammesgeschichte in ihren Grundzügen wiederholt, aus Sicht einer laminaren Evolution, so könnte man behaupten, daß Lebewesen von der Zeugung an in ihre endgültige Form fließen.

Als nichtlineare dynamische Systeme geraten sie ständig an irgendwelche Verzweigungspunkte. Wenn sich dabei in vollkommen verschiedenen Familien und Klassen erstaunliche Ähnlichkeiten im Muster ergeben, wirft das natürlich die Frage auf, ob nicht die DNA, das Erbmolekül erheblich mehr Informationen enthält, als wir es uns bislang vorstellen können.

Wer sagt uns denn, daß die Nachfahren der heutigen Hasen und Kaninchen nicht dereinst die Känguruhs der Plazentatiere sein werden? Mit ihren verkürzten Vordergliedmaßen und powervollen Hinterbeinen sind sie dafür geradezu prädestiniert. Der Osterhase als Missing Link der Zukunft?

Es ist allerdings auch möglich, daß der „verstümmelte“ Schwanz der Hasen verhinderte, daß diese zu „vollwertigen“ Känguruhs der Plazentatiere wurden. Vielleicht entwickelten sie die heute bekannten Überlebensstrategien gerade aus diesem Grunde. – Wir leben nicht lange genug, und wir greifen zu tief in den Ablauf der Evolution der uns umgebenden Pflanzen und Tiere ein, um diese Frage jemals entscheiden zu können.

Wer garantiert, daß die Nachfahren der Robben und ihrer Verwandten nicht eines Tages zu einer „voll“ aquatischen Lebensweise übergehen werden? – Sind auch sie die „Missing links“ der Zukunft?


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