Der „Kampf“ gegen „Corona“

Januar 17, 2022

Die „Führer“ der Art Homo Sapiens Sapiens hatten „einem“ Virus den Krieg erklärt. „Das“ „Coronavirus“ gab es nie, gibt es nicht und wird es nie geben. – „die Menschheit“ ist schließlich auch keine Person. Beides sind biologische Prozesse mit einer unaufhaltsamen Abfolge von Individuen. Deswegen ist der 1. Coronakrieg von vorneherein verloren. – Entgegen meiner Überzeugung benutze ich hier die Kriegsrethorik unserer Politiker, Virologen, Mediziner und sonstigen „Experten“: Eine Strategie, die nicht aufgehen kann, aber nicht infrage gestellt werden darf, endet in der bedingungslosen Kapitulation. Was hätte „der Mensch“ dem „Virus“ denn auch an akzeptablen Kapitulationsbedingungen auch anzubieten? – Verzichten auf die Impfpflicht? – Generelles Maskenverbot? – Pflichtkuscheln statt Sicherheitsabstand? – Die zwangsweise Wiedereinführung des „sozialistischen Bruderkusses“ – das wäre wohl das Mindeste.


Gemeinsames Musizieren vernetzt Gehirne – Im Bösen wie im Guten

Dezember 30, 2012

Gemeinsames Musizieren vernetzt Gehirne | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Erstaunlich, nicht wahr? – Musik verbindet. – Aber das ist nicht neu, denn die ersten, die das herausgefunden hatten, waren die „Militärs“. – Sie beherrschten über Jahrtausende die Menschheit. – Dann kamen die 60-er Jahre des 20. Jahrhunderts. – Und prompt die Gegenreaktion der Militärs… . – Das Musical „Hair“ ist dafür ein hervorragendes Beispiel. – Und ich wage eine provokante These: Der Vietnam-Krieg ist erst dann vorüber, wenn man Haschisch und Marihuana wieder in der Drogerie kaufen kann.

Irland ist das Land, in dem die Musik die besondere Bedeutung hat, mit der die eigentlich banale Erkenntnis des MPI bestätigt wird. – Irland hat für jede Stimmung zumindset ein kleines Liedchen bereit:

In den nächsten Wochen werden wir im Rheinland die geheimnisvolle „Synchronisation der Gehirne“ wieder einmal live erfahren können.  Denn die „Höhner“ haben – zumindest die fröhlichen  – irischen Melodien auch im deutschen Sprachraum unsterblich gemacht:

http://www.youtube.com/watch?v=hxpnRuLhTuI (Mitschnitt eines Live-Konzerts des leider allzu früh verstorbenen Luke Kelly)

Aber auch die „Höhner“ werden es nicht schaffen, rheinische Gehirne mit der Westküste Irlands zu vernetzen. – Den Zauber der irischen Westküste kann man auch akustisch nicht an den Rhein verfrachten:

Trotzdem erleben wir immer wieder, daß wir zu – augenscheinlich – „vollkommen fremden“ Personen einen nahezu unerklärlichen Zugang haben. – Man versteht sich ohne Worte. – Und das ist gut so!

 Dieses Phänomen ist nicht voller Geheimnisse, sondern eine einfache Regel der Biologie, die dem „Lehrkörper“ mangels Intereesse an der Sache verborgen bleibt.


Krebs: Mit Genmais gefütterte Ratten sterben viel früher – Nachrichten Gesundheit – DIE WELT

September 20, 2012

Krebs: Mit Genmais gefütterte Ratten sterben viel früher – Nachrichten Gesundheit – DIE WELT.

der Planet ist wieder einmal pünktlich. – Und deswegen muß man ernsthaft die Frge stellen:

ist das „Rattensterben“ durch Genmais  Eins zu Eins auf den Menschen übertragbar?

Die Ratte ist für die Wissenschaft ein „Modellorganismus“. – Und da beginnen die Schwierigkeiten:

Das „Modell entspricht nicht immer der Wirklichkeit. – Die tatsächlichen Unterschiede zwischen Vorbild und Modell können erheblicher sein als die augenscheinlichen Ähnlichkeiten.

Auch Mäuse gelten als „Modellorganismen“ – Daß ich eine Maus im Haus hatte, merkete ich daran, daß urplötzlich Chaos unter den Spülmaschinentabs herrschte und „Hinterlassenschaften“ im Karton waren, die an Goldhamster erinnerten.  – Ich weiß nicht, was die Maus mit den Tabs angestellt hat, aber wenn Sie auch nur einen davon verschluckten  – der Notarzt würde Sie mit Blaulicht ins Krankenhaus befördern.

Soviel zur Aussagekraft von Tierveruchen.

Daß man bei der Theorienbildung anhand von „Modellen“ so ziemlich „danebenhauen“ kann, hatte ich vor wenigen Tagen  in  E.T. und die Dampflok  niedergelegt.  und dann rauscht  der „Genmais“  wie mit dem Güterzug durch die Medien.

Aber nicht nur der „Genmais“ birgt Gefahren. Warum warnt man nicht vor der allgegenwärtigen Gefahr, die von organsicher Substanz ausgeht.  – Es lauert überall, das radioaktive Kohlenstoffatom C-14. Es wartet im ersten Tropfen der Muttermilch bis zum letzen Krümel und zum letzten Tropfen des letzten Abendmahls.
So radioaktiv es auch immer sein mag, es taugt nicht zur Panikmache. – Oder doch?

Universeller Warnhinweis

Alle organische Materie der Gegenwart enthält radioaktiven Kohlenstoff


„Altersarmut“ ist vermeidbar – fragt den Neandertaler!

September 3, 2012

Rentensystem: Von der Leyens dramatische Altersarmut-Prognose – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE.

„Altersarmut“ – gab es die eigentlich immer schon? – Nein, sie ist eine Folgeeerscheinung der „Staatenentstehung“. – Und das nur, weil „der Staat“, wie er uns geläufig ist, eine Erscheinung darstellt, die der Biologe „parasitär“ nennt. – Im Gegensatz zur Symbiose nimmt der parasit, gibt aber nicht. – Und genau so verhält sich auch der sogenannte „soziale Rechtsstaat“. – Dessen kameralistische Haushaltswirtschaft wurde auch bei  Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika und in der französichen Revolution Eins zu Eins aus dem überwunden geglaubten Feudalismus übernommen:

Der Staat kassiert Steuern und vergeudet sie.

Wir haben in aller Welt jede Menge Politiker, aber selbst die „Politikwissenschaft“  hat nicht einmal eine nachvollziehbare Bebgriffsbestimmung des Begriffs  „Politik“.

Auch Nigel Calder hat es in diesem Zusammenhang nicht geschafft, woran schon die Philosophen der Antike, erst recht aber die der Mo­derne gescheitert sind. Selbst Politologen haben den Begriff „Politik“ nie inhaltlich bestimmt und abgegrenzt. Erlebt wird „Poli­tik” überall in der Welt als ungehemmt ausgeübte soziale Dominanz. Auf den Punkt gebracht wurde es von der nationalsozilistischen Pro­paganda: „Führer befiehl, wir folgen!” – Es heißt nicht: „Führer schreite voran, wir folgen”. Der „Führer” ist mit der bedingungslo­sen Unterwerfung unter seine soziale Dominanzstellung jeder per­sönlichen Verantwortung für die Geführten enthoben, ordnen die sich doch seinem Willen unter, welche Motivation auch immer da­hinterstehen mag. – Und wenn der „Führer” den Untergang befiehlt, dann geht man eben unter, koste es, was es wolle. – Das aber ist nicht Sinn und Zweck der sozialen Dominanz. Sie kann ohne Ver­antwortlichkeit für das Ganze nicht existieren. Die soziale Führungs­position muß immer an den „besseren Überblick” gekoppelt sein.

Deswegen muß vor Beginn der Arbeit an einem Verfassungsentwurf nach Artikel 146 des Grundgesetzes der Begriff „Politik“ eindeutig bestimmt sein:

 

Politik ist das Organisieren der Erledigung von Gemeinschaftsaufga­ben.

Eine andere Begriffsbestimmung von „Politik“ ist kaum denkbar. Sie  korrespondiert ebenso mit den natürlichen Grundlagen menschlichen Sozialverhaltens, wie auch die „Menschenrechte“ mit den gemein­schaftsbezogenen Grundbedürfnissen des Menschen in Beziehung stehen. Die „Menschenrechte“ sind keine „Erfindung“ der Philoso­phen des 18. Jahrhunderts, vielmehr begannen die gemeinschaftsbe­zogenen Grundbedürfnisse des Menschen im Zeitalter ihrer stärksten Unterdrückung seit der Antike sich wie eine Blaupause durchzu­drücken.

 

Die Gemeinschaftsaufgaben

Vergleicht man den „sozialen Rechtsstaat“, der als „juristische Per­son des öffentlichen Rechts“ getrennt von den Mitgliedern der „Soli­dargemeinschaft“ sein Dasein fristet, mit den „Staaten“, wie sie in der Natur vorkommen, stellt man rasch fest, daß die juristischen Per­sonen des öffentlichen Rechts keine Daseinsberechtigung hat. Ob Termiten, Ameisen oder Bienen, alle „Staaten“ im Tierreich dienen nur einem Zweck, nämlich der Aufzucht des Nachwuchses. Darin unterscheiden sie sich nicht von den vielfältigen Sozialgemeinschaften des Tierreiches, ob man sie nun Herde, Horde, Schar, Schule oder Rudel nennt.

 Agenda des „Staates“

An erster Stelle steht die „Aufzucht des Nachwuchses“.

Alle Kinder haben gegenüber der Gemeinschaft einen Anspruch auf Unterkunft, Verpflegung und freie Heilfürsorge. Sie haben einen Anspruch auf Bildung und Ausbildung.

Es ist klar, daß 80.000.000 Menschen sich nicht persönlich darum kümmern können. Also sind im erforderlichen Umfang die entspre­chenden Geldmittel bereitzustellen. Aufgabe des „Staates“ als Orga­niastor ist es, die erforderlichen Beträge auf die Gemeinschaft umzu­legen.

Wer meint, das wäre unmöglich, der sein daran erinnert, daß es dem „sozialen Rechtsstaat“ nie schwergefallen ist, den Soldaten das zu gewähren, was den Kindern zukommt.

Der Mensch ist – soweit ersichtlich – die einzige Tierart auf Erden, die Alte und Kranke in ähnlicher Weise pflegt wie Säuglinge und Kleinkinder. Die Versorgung der Alten und Kranken steht bei der Erledigung von Gemeinschaftsaufgaben daher an zweiter Stelle.

An dritter Stelle ist Gemeinschaftsaufgabe die Gewährleistung des ungehinderten Zugangs zu Wasser und Wärmequellen. Seit den win­terlichen Stromausfällen im Münsterland dürfte auch der ungehin­derte Zugang zur Elektrizität den Gemeinschaftsaufgaben zuzurech­nen sein.

Über die Rangfolge der übrigen Gemeinschaftsaufgaben läßt sich streiten, unbestreitbar ist jedoch ihre Zugehörigkeit zu den Gemein­schaftsaufgaben:

·        Schaffung und Freihaltung von Verkehrswegen für den freien Verkehr von Waren und Dienstleistungen,

·        Das Justizwesen zur Bereinigung von Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern der Sozialgemeinschaft

·        Das Polizeiwesen als Instrument der Gefahrenabwehr im Sinne des preußischen Polizeirechts.[1]

·        Das „Versicherungswesen“ – Viele „versicherbare Risiken“ ent­puppen sich bei näherer Betrachtung als Gemeinschaftsaufgabe.

·        Dann kommt erst einmal gar nichts mehr

·        Am Ende steht die „Landesverteidigung“. – Sie ist für Deutsch­land aufgrund des Schengener Abkommens praktisch bedeu­tungslos geworden, denn die umgebenden „Staaten“ werden nicht versuchen, die Grenzen Deutschlands mit Waffengewalt einzureißen, weil es diese Grenzen nicht mehr gibt. Sie sind Ge­schichte. Im übrigen darf, sofern ein Vorhalten einer militäri­schen „Landesverteidigung“ für notwendig erachtet werden soll­te, diese nur nach Schweizer Vorbild organisiert sein. – Jeder hat sein Sturmgewehr zuhause im Schrank. – Die Unterhaltung eines „stehenden Heers“ ist nicht den Gemeinschaftsaufgaben zuzu­rechnen. – Jeder „waffenfähigen Person“, zu denen nach den neuesten Militärdoktrinen auch Frauen gehören, ein Gewehr in den Schrank zu stellen, reicht zur „Landesverteidigung“ voll­kommen aus. Immerhin hat die „Verteidigungsstrategie“ der Schweiz dieser eine seit 1840 andauernde Friedensperiode be­schert.[2]

 

Eine „Zentralgewalt” wird der deutschen Verfassung nach Artikel 146 fremd sein. Die „Zentralgewalt” war Folge der Entstehung der Nationalstaaten. Sie ist für ein funktionierendes Gemeinwesen nicht erforderlich. Der lockere Völkerbund der Germanen hat dem mit „Zentralgewalt” ausgestatten römischen Reich von der Varus­schlacht bis zu dessen Zusammenbruch erfolgreich die Stirn gebo­ten, ja selbst an dessen Untergang maßgeblich mitgewirkt. Auch das Heilige Römische Deutscher Nation kam ohne „Zentralgewalt” aus.

Gleichwohl wird man um eine „Zentrale”, die Gemeinschaftsaufga­ben koordiniert, nicht herumkommen. Allerdings darf diese keine „Macht” ausüben.

Die zu schaffende „gesetzgebende Körperschaft” hat die „Spielre­geln” menschlichen Zusammenlebens da aufzustellen, wo sie erfor­derlich und geboten sind.

Ein zweistufiger Aufbau des Gemeinwesens reicht vollkommen aus. Eine gesetzgebende Körperschaft, die sich auf das Notwendige be­schränkt, alle anderen Angelegenheiten werden von den Gemeinden erledigt.

Jeder kennt das vom Fußball her: Die Fifa stellt die Spielregeln auf, der Schiedsrichter setzt sie auf dem Spielfeld als Inhaber der sozia­len Dominanz durch.

Mehr braucht man eigentlich nicht.


[1]    Siehe Ernst Moritz Arndt, Verfassungen und Preßfreiheit

[2]    Siehe „Der Deutschen fünfte Chance”

Soweit der Auszug aus dem „Nievenheimer Manifest„.  – Es fußt nicht zuletzt auf den Knochen der Neandertaler, deren Skelette, so merkwürdig es klingt, darauf hindeuten, daß es sich bei den aufgefundenen Individuen um Personen handelte, die nach „bundesdeutschen“ Maßstäben als „Pflegefälle“ einzustufen wären.


Wir – die Erben der INSELAFFEN

März 6, 2012

Erbgut der Schimpansen – Differenzen zwischen Nachbarn – Wissen – sueddeutsche.de.

Das soll neu sein?

Bereits 1m Jahre 1999  vereöffentlichte das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie dieachfolgende Presseeerklärung. Entweder wurde sie von der Max-Plkanck-Gesellschaft irgendwann vom Server genommen, oder sie ist im „Rauschen“ der GOOGLE Informationen nur noch mit unvertretbarem Aufwand zu finden:

PRI B 17/99 (63)

4. November 1999

Kam der moderne Mensch durch ein „Nadelöhr“?

Die heutige Menschheit fing ganz klein an / Schimpansen sind genetisch wesentlich vielfältiger als Menschen zeigen neue DNA-Analysen

        Seit kurzem zählt man sechs Milliarden Menschen auf der Erde – verteilt über alle Kontinente sowie auf unzählige, nach Hautfarbe, Sprache, Religion, Kultur und Geschichte unterscheidbare Gruppen. Doch diese bunte Vielfalt ist nur „Fassade“. Denn auf molekulargenetischer Ebene, das zeigen jüngste Analysen an Schimpansen (Science, 5. November 1999), durchgeführt am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, bietet die Menschheit ein überraschend einheitliches, geradezu „familiäres“ Bild: Verglichen mit ihren nächsten tierischen Verwandten, den Schimpansen, sind alle derzeit lebenden modernen Menschen immer noch „Brüder“ beziehungsweise „Schwestern“…

Eine neue Studie aus dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig läßt folgern, daß Schimpansen-Unterarten im Vergleich zum Menschen eine höhere genetische Vielfalt haben – eine Feststellung, die früheren Forschungsergebnissen über die genetische Diversität von Schimpansen widerspricht. Diese Forschungsergebnisse haben Auswirkungen auf eine Reihe heftig debattierter Fragen, die vom Ursprung des modernen Menschen bis hin zum Schutz der Menschenaffen reichen. Die Untersuchungen untermauern auch die Theorie, daß kulturelle Unterschiede zwischen Schimpansenpopulationen wahrscheinlich nicht das Ergebnis einer genetischen Variation zwischen diesen Gruppen sind.

Die Molekulargenetik macht es heute möglich, die Entwicklungsgeschichte von Lebewesen zu rekonstruieren. Grundlage dieser „molekularen Ahnenforschung“ ist die Tatsache, daß die Erbinformationen an Desoxyribonukleinsäure – kurz DNA – gebunden sind: an lange Kettenmoleküle, die ähnlich einer Schrift aus nur vier verschiedenen Bausteinen, den Nukleotiden oder „genetischen Buchstaben“, zusammengesetzt sind.

Im Zug der Vererbung werden „Abschriften“ dieser molekularen Texte von einer Generation an die nächste weitergegeben. Doch dabei treten Mutationen auf, sozusagen „Kopierfehler“, und zwar mit einer für jede Spezies ziemlich konstanten Häufigkeit. Anhand vergleichender Sequenzanalysen – das heißt, aus der Zahl der molekularen Abweichungen innerhalb jeweils entsprechender DNA-Abschnitte – lassen sich deshalb die entwicklungsgeschichtlichen Abstände und Verwandtschaftsverhältnisse zwischen verschiedenen Lebewesen ermitteln.

Nach diesem Prinzip bestimmten und verglichen Prof. Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, und seine Mitarbeiter die genetische Variationsbreite von Schimpansen und Menschen. Als „Vergleichstext“ zogen sie dafür jeweils einen Abschnitt auf dem X-Chromosom heran, eine als Xq13.3 bezeichnete Sequenz. Sie untersuchten damit erstmals die DNA im Zellkern – im Unterschied zu früheren Analysen, die sich auf die DNA in den Mitochondrien bezogen. Die Mitochondrien-DNA weist höhere Mutationsraten auf als die DNA des Zellkerns und zeigt demnach evolutionäre Ereignisse auf kürzeren Zeitskalen.

Das mag mit ein Grund dafür sein, daß Pääbo und seine Mitarbeiter zu überraschenden, neuen Einsichten gelangten, die zum Teil älteren Befunden widersprechen. Die Forscher analysierten die Xq13.3-Sequenz von drei Unterarten der Schimpansen in Ost-, Zentral- und Westafrika sowie ihrer nahen Verwandten, den Bonobos. Ebenso wurde die Xq13.3-Sequenz von insgesamt 70 Menschen untersucht, die allen großen Sprachgruppen auf der Erde angehörten.

Das bedeutsamste Ergebnis dieser Vergleiche: Die Xq13.3-Sequenz wies bei den Schimpansen eine fast viermal so hohe Variabilität und damit ein fast dreimal so hohes Alter auf wie der entsprechende DNA-Abschnitt beim Menschen. Oder anders ausgedrückt: Zwei beliebig ausgewählte Menschen, die unterschiedlichen Sprachgruppen irgendwo in der Welt angehören, sind miteinander enger verwandt als zwei Schimpansen, die geographisch nahe nebeneinander in Afrika leben.

Diese erstaunlich geringe genetische Variabilität und ungemein enge Verwandtschaft aller Menschen läßt sich am einfachsten durch einen evolutionären „Flaschenhals“ erklären: durch eine Art „Nadelöhr“ auf dem Entwicklungsweg des heutigen modernen Menschen. Dieser Engpaß dürfte erst vor vergleichsweise kurzer Zeit, vor einigen hunderttausend Jahren, durchschritten worden sein – und damit lange nach der vor etwa fünf Millionen Jahren erfolgten Abspaltung der Hominiden von den Schimpansen.

Noch vor dieser Schlüsselstelle zweigten alle älteren Nebenlinien der Hominiden, darunter auch der Neandertaler, vom Entwicklungsweg ab. Und nur eine vergleichsweise kleine Population, vielleicht Überbleibsel eines vorhergehenden Zusammenbruchs, passierte schließlich den Flaschenhals, der zum heutigen, modernen Menschen führte – der dann in der Folge alle älteren „Hominiden-Modelle“ aus dem Feld schlug.

Weitere Ergebnisse aus der Analyse der Xp13.3-Sequenz betreffen die Beziehungen zwischen Schimpansen und Bonobos. Diese beiden getrennten Arten stehen sich offenbar näher als man bislang aufgrund anderer DNA-Analysen annahm: Einige Unterarten von Schimpansen sind genetisch voneinander weiter entfernt als jeweils vom Bonobo – ein Zeichen dafür, daß beide Primaten erst vor relativ kurzer Zeit getrennte Entwicklungswege eingeschlagen haben.

Außerdem schließt man aus der breiten genetischen Diversität innerhalb von Schimpansengruppen, daß „kulturelle“ Unterschiede zwischen solchen Populationen nicht genetisch begründet, sondern durch kulturelle Evolution bedingt sind – sich also ähnlich wie beim Menschen durch Tradition, durch Weitergabe erlernten Verhaltens, ausgeprägt haben.

Als nächstes Forschungsvorhaben wollen die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut in Leipzig auch die Xp13.3-Sequenz anderer Primaten, etwa der Gorillas oder Orang-Utangs, unter die Lupe nehmen. Die Frage ist, ob diese Primaten in puncto genetischer Variabilität mehr dem Schimpansen oder dem Menschen ähneln – ob also der moderne Mensch oder der Schimpanse unter den Primaten der „Sonderfall“ ist…

Originalarbeit:

Kaessmann, H., Wiebe, V., Pääbo, S. „Extensive Nuclear DNA Sequence Diversity Among Chimpanzees.“ Science 5 November 1999

Weitere Auskünfte erhalten Sie gern von

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Das MPI war aber nicht die einzige Institution, die auf das „Nadelöhr gekommen war:

Eine Forschungsgruppe um den Genetiker Lynn Jordy (University of Utah) ist zu dem Schluß gekommen, der moderne Mensch sei aus einer Population von allenfalls einigen zehntausend Individuen hervorgegangen, die vor etwa 70 bis 80.000 Jahren die Erde bevölkerten. Die Eruption eines Supervulkans soll nach dieser Ansicht die Weltbevölkerung dermaßen dezimiert haben, daß eben nur diese relativ kleine Menschheit übrigblieb.(Das Erwachen des Supervulkans ©NDR 2000, 5.12.2000)

Das würde allerdings voraussetzen, daß es nur eine einzige Menschheit gab und all die Neandertaler, die bis vor etwa 25.000 Jahren Zeitgenossen des „modernen“ Menschen waren, nicht zur Menschheit gehörten. Angesichts ihrer Vermessenheit ist diese Ansicht zu verwerfen. Außerdem fehlt jeder Beleg für ein analoges Massensterben im Pflanzen- und übrigen Tierreich aus jener Zeit. Dennoch dürfen wir die Grundlagen dieser These nicht achtlos beiseite schieben. Diese besteht nun einmal in der Erkenntnis, daß kaum mehr als 10.000 Menschen den Startpunkt für die Evolution unserer selbst bildeten. Demnach ist zu fragen, wie es geschehen konnte, daß einige Zehntausend Menschen sich von der übrigen Welt abspalteten und zu dem wurden, was wir heute noch repräsentieren? – Die Menschen standen, das dürfen Sie als sicher voraussetzten, seit Urzeiten in gegenseitigem Kontakt. Wodurch verlor diese Gruppe den Anschluß an die übrige damals lebende Menschheit? – Die Antwort auf diese Frage lautet sehr wahrscheinlich: Wasser.

Sie erinnern sich an Noah und seine Arche? – Bevor Gott die Erde flutete und alles Leben im Wasser versank, hieß er Noah eine Arche bauen und aus der Tierwelt der Umgebung je ein Paar an Bord nehmen. Dann läßt es der Herr vierzig Tage und vierzig Nächte regnen. Dann ist sein Werk

vollendet und seine ganze Schöpfung mit einem Schlag vernichtet. Nach 1. Mose 6 Vers 7 soll er gesagt haben: Ich will die Menschen, die ich ge schaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel, denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe.

Wie bei den Geschichten von Adam und Eva bzw. Kain und Abel fällt an dieser Geschichte zunächst einmal das widersprüchliche Verhalten Gottes auf. Hatte er noch bei der Schöpfung sein Werk für gut befunden, schienen seine Geschöpfe am Ende vom Pfade der Tugend abgekommen zu sein:

Vers 4: Es waren auch zu den Zeiten Tyrannen auf Erden, denn da die Kinder Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus Gewaltige in der Welt und berühmte Männer.

Vers 5: Da aber der Herr sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf

Erden und alles Dichten und Trachten nur böse war immerdar,

Vers 6: da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden und es bekümmerte ihn in seinem Herzen.

Seit der Geschichte von Kain und Abel wissen Sie, daß Mythen mitunter traumhaft verzerrte Darstellungen realer Vorgänge enthalten können; und einen Grund muß der Herr ja gehabt haben, seine Geschöpfe wieder zu vernichten. Zweckfreies Verhalten kann sich der Mensch kaum vorstellen, also muß es die Bosheit der Menschen gewesen sein.

Besonders stutzig macht hier die Verbindung des vollständigen Weltun tergangs mit der für eine bäuerliche Kultur gänzlich ungewöhnlichen Erwähnung des Schiffbaus.

Was passierte bei der Sintflut? 1. Mose 7 Vers 19: Und das Gewässer nahm überhand und wuchs so sehr auf Erden, daß alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden.

Jeder, der schon einmal mit einem Schiff gefahren ist, kennt den Anblick des von Horizont zu Horizont reichenden Wassers. Vor Erfindung der Seefahrt war den Menschen dieser Anblick verwehrt, auch dem Neandertaler.

Seit dieser die Weltbühne betreten hatte, kam es wiederholt zu erheblichen Klimaschwankungen. Der ständige Wechsel zwischen Kalt- und Zwischeneiszeiten ließ den Spiegel der Weltmeere mehrfach stark ansteigen und wieder absinken. Der „Tidenhub“ vom Höhepunkt der letzten Vereisung vor 18.000 Jahren bis zum heutigen Normalnull des Wassers beträgt satte 130 Meter!(Press/Sievers, Allgemeine Geologie, S. 346)

Zieht man also in Betracht, daß es gar nicht so lange her ist, daß Menschen über die Beringstraße zu Fuß von Asien nach Amerika und von der Themse an die Seine gelangen konnten, haben wir die „Wiege“ der heutigen Menschheit vermutlich nicht in Ostafrika zu suchen, sondern vielmehr vor der heutigen ostafrikanischen Küste, irgendwo auf dem Kontinentalschelf.

(Bei der Suche nach unserem „Kinderbettchen“ dürfte sich eine Computersimulation anbieten, die die Küstenlinie Afrikas nachzeichnet, wie sie vor etwa 70 – 80.000 Jahren aussah. Findet sich dort ein Hochplateau, das flächenmäßig zehn- bis zwanzigtausend Menschen unter Jäger- und Sammlerbedingungen ernähren konnte, so könnte es sich lohnen, im Schlamm zu wühlen.)

Die „Sintflut“ könnte man nämlich auch als Erinnerung an eine kollektive optische Täuschung interpretieren.

[…Die Insel hatte ich Lynn Jordy zu Ehren „Bottleneck“ getauft. – Hier wurde der „moderne Mensch“ zu dem, was er heute noch ist. – Nicht die „Krone der Schöpfung“; auch nicht ein Ruhmesblatt für alle anderen Schöpfergötter. – Der Mensch kam ans Arbeiten, neben den genetischen Beweisen ein weiteres Indiz für die „Inseltheorie“:

 Es sieht also ganz danach aus, als würde ein Neandertaler auf den Versuch eines Missionars, ihm das fünfte Gebot zu erläutern, mit Kopfschütteln reagieren: „Seid ihr nicht ganz dicht? Habt ihr keine Tötungshemmung? – Ihr bringt Eure Nachbarn und Verwandten einfach so um? Dann habt Ihr das fünfte Gebot wirklich bitter nötig!“ Und damit hat er vollkommen recht, der Herr Neandertaler, denn einzig und allein der moderne Mensch ist in der Lage, einen Freund zum Feind zu erklären und allein aus diesem Grund zu töten.

Wir werden auf diese Einstellung des modernen Menschen zum Leben seiner Mitmenschen im Zusammenhang mit seinem „Erfolg“ auf dieser Erde noch zurückkommen müssen. Doch zuvor gilt es einen Beweis neu zu würdigen, der bislang immer als Beleg für die überlegene Intelligenz des modernen Menschen herhalten mußte. Es handelt sich dabei um den

„Fortschritt“ in der Herstellung von Feuersteinwerkzeugen. Dieser ver meintliche Fortschritt läßt nämlich Rückschlüsse auf die Abspaltung der

„modernen“ von der „klassischen“ Variante des Menschen zu:

Die Faustkeile der frühen Erectus – Kultur ließen sich mit etwa 25 Schlägen in einem Arbeitsgang fertigen, bei den späteren waren schon zwei Arbeitsgänge mit insgesamt 65 Schlägen erforderlich. Für ein Messer des Neandertalers bedurfte es drei Arbeitsgängen mit 111 Schlägen (Moustérien-Technik); demgegenüber erfordert ein nach der Aurignacien- Technik hergestelltes Messer des Crô – Magnon – Menschen 251 Schläge in neun Arbeitsgängen.

Der Mensch ist ein Produkt der Evolution. Dem Prinzip des geringsten Zwangs folgend betreibt auch er im Regelfall nicht mehr Aufwand, als er muß. Unsere Freunde vom Erectus – Typ kamen mit ihren Werkzeugen über Hunderttausende von Jahren gut zurecht. Warum also sollten sie ihre Werkzeuge groß verfeinern? – Auch der Neandertaler wäre wahrscheinlich mit den von ihren Vorfahren ererbten Technologien zufrieden gewesen, wenn nicht die neuen Lebensbedingungen der Eiszeit sie gezwungen hätten, ihre Werkzeuge den Verhältnissen anzupassen. Und, das ist meines Erachtens die entscheidende Frage, warum bestand diese Anpassung gerade in der Verfeinerung der Werkzeuge?

Auf der Insel Rügen gibt es Feuerstein in Hülle und Fülle. Jeder kann sie in den Feuersteinfeldern aufsammeln und versuchen, sie als Rohstoff für Werkzeuge auf den Markt zu bringen. Freilich interessiert sich niemand mehr für Feuerstein als Rohstoff. Als der klassische Neandertaler der letz- te Schrei der Natur in Europa war, lagen die Dinge noch anders und die Feuersteinfelder Rügens unter einer mächtigen Eisdecke verborgen. Merk- würdig, aber die Antwort auf die obige Frage scheint offen vor unseren Augen zu liegen, freilich erst seit einer Zeit, da niemand mehr an Werk- zeugen aus Feuerstein interessiert war.

Als das Eis die Feuersteinfelder Rügens wieder freigab, war es für die Feuersteintechnologie bereits zu spät geworden. In anderen Teilen der Welt förderte man Knollen von besserer Qualität aus dem Boden, kurz darauf fertigte man die ersten Werkzeuge aus Metall.

Um ein klares Bild zu erzielen, müssen wir uns in die früheste Steinzeit versetzen:

Wenn Ihnen die Zivilisation einmal zu langweilig wird, fahren Sie nach Rügen, holen Sie sich eine Feuersteinknolle und setzen Sie sich an den Strand. Nehmen Sie ein Buch mit, in dem auch die „primitiven“ Werkzeuge unserer Freunde der Erectus – Kultur abgebildet sind.

Sie sind nun ein intelligenter Mensch des ausgehenden 20. Jahrhunderts und ihren Vorfahren weit überlegen. Erinnern Sie sich an die „stupide Steineklopferei“?:

Über eine Million Jahre, so lässt sich aus den kulturellen Überbleibseln der Urmenschen schließen, klopfte er stumpfsinnig auf Steinen herum“ Weiter heißt es: Der Bau von Speeren und Äxten erforderte besondere intellektuelle Fähigkeiten, die sich gravierend vom stupiden Steineklopfen der frühen Urmenschen unterschied.120

– Na dann frohes Schaffen! Aber seien Sie am Ende nicht enttäuscht. Sie werden es nämlich nicht fertigbringen, innerhalb Ihres Urlaubs auch nur ein halbwegs brauchbares Werkzeug, geschweige denn einen Faustkeil herzustellen, der der „primitivsten“ Stufe auch nur annähernd ähnlich sieht und dessen Funktionen erfüllen kann. Von wegen stupides Steineklopfen: die Herstellung von Steinwerkzeugen hat wenig mit „Intelligenz“ zu tun, mehr mit der Bildhauerei. Es erfordert Übung, Erfahrung und ein Gefühl für das Instrument, das man handhabt. Vor allem aber braucht man eine Vorstellung von dem, was am Ende herauskommen soll.

Bereits zu Beginn der Neandertaler-Ära hatte die Menschheit etwa drei bis dreieinhalb Millionen Jahre gesammelt und gejagt, ohne daß sich an den allgemeinen Lebensumständen etwas geändert hatte. Die ihnen zur Verfügung stehenden „primitiven“ Werkzeuge aus Stein dienten immer denselben Zweck, nämlich dem Bearbeiten von Fleisch, Häuten und Knochen.

– Allenfalls noch der Herstellung von Holzgeräten, etwa dem Schlagen und Zuspitzen hölzerner Speere. Diese allgemeinen Lebensumstände änderten sich weder nach dem Erscheinen der Neandertaler noch nach dem ersten Auftreten des „modernen“ Menschen.

Der „Technologiesprung“ von 25 Schlägen in einem Arbeitsgang auf neun Arbeitsgänge mit 251 Schlägen läßt sich mit höherer Intelligenz kaum erklären, denn am Ende dieser vielen Arbeit stehen zwar „Spezialwerkzeuge“, die in ihrer Gesamtheit aber auch nicht mehr leisten als ein gut durchdachter simpler Faustkeil. Jeder Betriebswirt würde sich ob des Aufwands, den Neandertaler und erst Recht Crô-Magnon-Menschen bei der Herstellung ihrer Steinklingen betrieben, die Haare raufen, denn die Arbeitskosten für die Fertigung dieser filigranen Petrefakte sind unter ökonomischen Aspekten immens hoch.

Die hohen Herstellungskosten könnten sich allerdings als notwendiges Übel herausstellen, wenn man die Kosten des Ausgangsmaterials berücksichtigt.

Menschen haben zu allen Zeiten die verschiedensten Steinsorten als Werk- zeuge verwendet. Eindeutiger Favorit war aber der Feuerstein wegen seiner besonderen Splittereigenschaften. Obsidian, schwarzes vulkanisches Gesteinsglas, hat ähnliche Eigenschaften und wurde damit – zumindest in Amerika – in bestimmten Gegenden der einzige echte „Konkurrenzwerkstoff“ zum Feuerstein. Aber nicht überall, wo die frühen Menschen siedelten, gab es Feuerstein oder Obsidian, Feuersteinknollen finden sich in Kreidefelsen, Obsidian in der Nähe von Vulkanen. Zur Beschaffung der begehrten Rohstoffe für ihre Werkzeuge waren die Menschen der Steinzeit also zumindest seit Erectus’ Zeiten auf den Handel angewiesen.

Wie hoch Feuerstein beim Übergang zur Kupferzeit an steinzeitlichen

Börsen gehandelt worden wäre, zeigt sich daran, daß unsere Crô-Magnon

– Vorfahren nicht mehr genug Feuersteinknollen an der Erdoberfläche aufsammeln konnten. Es hat sich für sie rentiert, Schächte in die Kreidefelsen Englands und in entsprechende Gesteinschichten Bayerns abzuteufen und tiefe Stollen zu graben, um den begehrten Rohstoff zu gewinnen.

(Der Spiegel, 21.10.02 S. 221)

Wäre die heutige Menschheit immer noch auf den Feuerstein angewiesen, man würde ihn wohl mit Diamanten aufwiegen.

Wesentlich plausibler erscheint mir daher im Zusammenhang mit der Verfeinerung der Abschlagtechnik eine Rohstoffverknappung, die den menschlichen Erfindungsgeist herausgefordert hatte. Der Mensch hatte das Bücken gelernt, denn offenbar waren bereits die Neandertaler dazu gezwungen, sich nach jedem Abschlag auch die Bruchstücke genau anzusehen, die ihre Vorfahren noch als Abfall betrachtet hatten. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn klimabedingt lag ein Teil der Rohstoff- vorkommen über lange Zeiträume hinweg unter dem Inlandeis begraben.

Unsere Vorfahren vom Erectus – Typ lebten vergleichsweise im Paradies. Sie konnten sich damit begnügen, aus einem Pfund Feuerstein nur 5 bis

20 cm Schnittkante herauszuholen. An dieser Stelle erinnere ich nochmals daran, daß alle Steinwerkzeuge der Welt ausschließlich dem Zweck dienten, Fleisch, Fell, Knochen und gelegentlich ein wenig Holz zu bearbeiten. Der Neandertaler war bereits gezwungen, seinen Einfallsreichtum darauf zu verwenden, aus einem Pfund Feuerstein 100 cm Schnittkante herzustellen. Mehr, so wird man aus ökonomischen Gründen fordern müssen, waren nicht erforderlich.

Ganz anders verhält es sich beim „Übergang“ zum rezenten Menschentyp: Der „Technologiesprung“ vom Moustérienmesser des Neandertalers zur

Aurignacienklinge des Crô-Magnon ließ nicht nur den Arbeitsaufwand

zur Herstellung einer scharfen Klinge um mehr als 100 % ansteigen, die Gesamtlänge der Arbeitskante, die aus einem Pfund Feuerstein herausgearbeitet wurden, wuchs auf die Länge von 12 Metern. (vgl. Constable aaO, S. 125). Ohne Veränderung des ursprünglichen Werkzeugzwecks, nämlich der Bearbeitung von Fleisch, Fellen, Knochen und ein wenig Holz erscheint ein solcher Arbeitsaufwand schon fast als übertriebener Luxus.

Also muß man doch die Frage stellen, warum der nach bisheriger Auffas- sung intelligenteste aller Hominiden derartig unwirtschaftlich handelt. Nach gängiger Lehrmeinung unterscheidet sich Crô-Magnon nicht mehr vom gegenwärtigen Menschen. Dieser aber wird auch mit dem Beinamen Homo oeconomicus belegt. Das ist der Mensch, der streng rational und nur auf seinen Vorteil bedacht handelt. Das paßt alles nicht zusammen. Und erneut sollte uns an dieser Stelle die „primitive Steineklopferei“ zu denken geben.

Wir haben bislang nur die formale Zweckbestimmung der Steinwerkzeuge betont, nämlich die Bearbeitung von Fellen, Fleisch, Knochen und Holz. Dahinter steht aber ein anderer, übergeordneter Zweck: das Überleben; und dazu reichten die „primitiven“ Werkzeuge allemal aus. Warum also leisteten sich unsere Vorfahren den Luxus filigraner Werkzeuge, wo die groben es doch auch taten? Immerhin bedeutet der hohe Arbeitsaufwand einen offensichtlichen Verstoß gegen das Prinzip des geringsten Zwangs, der auch das Evolutionsgeschehen beherrscht.

Die Menschen, die sich später anschickten, die Erde zu dominieren, hatten wohl ursprünglich keine andere Wahl, als auch noch aus dem letzten Splitter einer Feuersteinknolle etwas Brauchbares herauszuholen. – Dieser Umstand deutet auf eine geradezu dramatische Verknappung des Roh- stoffs Feuerstein hin. Der Mensch war, wie wir gesehen haben, auch damals schon auf den Handel angewiesen; der Rohstoffmangel basiert daher vermutlich auf einem Handelshemmnis, das fast an ein Embargo oder einen Boykott erinnert.

Die Ereignisse am Ende der Steinzeit erhärten den Verdacht auf eine dramatische Feuersteinverknappung:

Wenn es sich schon lohnte, die Knollen tief aus dem Leib der Mutter

Erde graben, lag das Bedürfnis nach Ersatz bereits in der Luft.

Am Ende der Jungsteinzeit, also vor etwa 7.000 Jahren, war das Töpfer- handwerk bereits mindestens 2.000 Jahre alt. Die ältesten bislang gefundenen Keramiken stammen zwar aus Japan, aber das heißt noch lange nicht, daß Menschen in anderen Teilen der Welt nicht auf denselben Trichter gekommen wäre. Denn auch heute noch, bekanntestes Beispiel ist die Erfindung des Telefons, werden Erfindungen in verschiedenen Erdteilen unabhängig voneinander gemacht. Und die Abwesenheit eines Beweises für einen Vorgang ist schließlich kein Beweis dafür, daß der Vorgang nicht stattgefunden hat.

Die Herstellung von Keramikwaren ohne Feuer ist nicht denkbar. Und die jungpaläolithischen Töpfer werden in Gegenden mit entsprechenden Erz- vorkommen nach dem Brennen ihrer Waren immer wieder Metallklumpen gefunden haben. Diese hatte das Feuer aus den Wandsteinen ihrer Brennöfen herausgeschmolzen. Sie werden gemerkt haben, daß sich das Zeug der Form von Hohlräumen anpaßte und verformen ließ. Damit lag die Erfindung von Metallwerkzeugen geradezu in der Luft. Das relativ leicht schmelzbare, dennoch ausreichend feste Kupfer machte den Anfang.

Rund 2.000 Jahre brauchten die Menschen, um die wesentlich härtere Bronze zu „erfinden“. Bronze ist eine Legierung von rund 90% Kupfer und 10% Zinn. Forschungslaboratorien, wie wir sie heute kennen, gab es damals nicht. Aber Betrüger, die gab es damals wie heute. Und angesichts dessen ist es erstaunlich, warum es so lange gedauert hat, bis die Bronze „erfunden“ war: Nahezu von Anfang an wird es Hersteller und Händler gegeben haben, die der Versuchung nicht widerstehen konnten, ihren Profit dadurch zu steigern, daß sie Kupfer mit Metallen wie Blei und Zinn „streckten“. Der Schmelzpunkt von Zinn und Blei ist erheblich niedriger als der von Kupfer. Unter diesem Gesichtspunkt war die Bronzezeit eine unausweichliche Phase in der Menschheitsgeschichte. – Ihre Taufpaten aber waren Lug und Trug.

Vor rund 3.000 Jahren war dann in Europa und Asien der Markt ziemlich leergefegt. Die Kupferminen waren weitgehend ausgebeutet, der Preis für Kupfer stieg in schwindelerregende Höhen. Ähnliches widerfuhr den Zinnminen Europas und Asiens. Die Menschen fingen an, sich mit dem erst bei wesentlich höherer Temperatur schmelzenden Eisen zu beschäftigen. Man siedelt den Beginn der Eisenzeit etwa zu Beginn des ersten vor- christlichen Jahrtausends an. Es sollten seitdem fast dreitausend Jahre ver- gehen, bis der Mensch lernte, Eisen zu gießen und den Stahl herzustellen, der abgewrackt auf den Schlachtfeldern und am Meeresboden zurückblieb. – Welch eine Verschwendung von Rohstoffen und Energie.

Die vergangenen Weltkriege und der vor uns liegende drehen sich nur um ein Thema: Rohstoffe und Energie. – Es sieht ganz danach aus, als sei der „moderne“ Mensch von allen guten Geistern verlassen. Das Handelswesen Mensch hat augenscheinlich, was Energie und Rohstoffe angeht, das Vertrauen in den Handel verloren. Die Angst vor Embargo und Boykott sind offenbar so tief verwurzelt, daß der Mensch bereit ist, mehr Energie auf die Eroberung von Rohstoffvorkommen und Energiequellen aufzuwenden, als er durch Handel aufwenden müßte. Ist dieses aberwitzige Verhalten auf eine uralte kollektive Erinnerung an ein gravierendes Handelshemmnis zurückzuführen?

Wie kommt das? – Der Neandertaler wird den „modernen“ Menschen nicht boykottiert haben.

Boykott und Embargo sind Handelssanktionen, die darauf abzielen, den Boykottierten zu isolieren. Ein Abreißen des Handels, eine Isolation, kann aber auch ganz einfache natürliche Ursachen haben kann.

Eine solche natürliche Ursache wäre die Isolation einer Population aufgrund von Umweltveränderungen. Die Abgeschiedenheit, der mangelnde Kontakt zu Artgenossen läßt den Verdacht aufkeimen, daß die Theorie, der rezente Mensch habe sich in einem isolierten Bereich Afrikas entwickelt, sich als zutreffend erweist.

[Die ganze Geschichte ist hier nachzulesen, und zwar ab S. 157:australopithecussuperbus (Manuskript)

 

 

 

 

 

 


Leben in der Finsternis: Von wegen „Grusel-Skorpion“

Februar 16, 2012

Leben in der Finsternis: Grusel-Skorpion in vietnamesischer Höhle entdeckt – Nachrichten Wissenschaft – WELT ONLINE.

Was ist an diesem Skorpion so Besonderes? – Daß er keine Augen hat? Daß er farblos ist? – Dieses Schicksal teilt er mit vielen anderen Höhlenbewohnern.

Die Frage ist doch, warum derartige Krüppel überhaupt existieren, obwohl sie – im wahrsten Sinne des Wortes -augenscheinlich den Anforsderungen des „Darwinismus“ nicht annähernd genügen. Eigentlich hätte die „Selektion“ sie aussortieren müssen. Der darwinistische „Hilfsansatz“, wonach Strukturen, die nicht „gebraucht“ werden, rudimentieren, also verkrüppeln, verfängt nicht. Wir sind selbst der beste Beweis: obwohl kaum eine unserer Mütter ein Fell hat, funktioniert der Klammerrefdlex beim menschlichen Säugling so hervorragend wie bei anderen Affenkindern auch.

Betrachtet man die Evolution hingegen als dynamisches System, in dem der „Druck“ von den Organismen kommt, ist die Sache ganz einfach:

Die Besiedlung der Insel Surtsey durch eine Vielzahl von Lebewesen beweist, daß ein neuer Lebensraum rasch besiedelt wird. Surtsey wurde Mitte der sechziger Jahre durch einen Vulkanausbruch vor Island geschaffen.
– Wir wissen es nicht, aber viele Pflanzen und Tiere, die heute auf Surtsey leben, hätten ohne diese Insel vermutlich keine Chance gehabt. Nur ein Beispiel: Das Samenkorn einer Pflanze, deren Nachkommen heute auf Surtsey beheimatet sind, hätte nie keimen können, wenn es an derselben Stelle bereits 1960 von einem Vogel „abgeworfen“ worden wäre.
Die von Mount St. Helens verwüstete Landschaft erholte sich ebenfalls erstaunlich schnell. So erstaunlich ist das aber nicht mehr, wenn man die belebte Natur als laminares System ansieht. Organismen fließen in den frei gewordenen Lebensraum zurück. Das werden sie auch nach den – für menschliche Maßstäbe – verheerenden Waldbränden des Jahres 2000 tun. Die Zeiträume, in denen das geschieht, kommen uns nur sehr lang vor, tat- sächlich aber wird dies im Handumdrehen geschehen.
Das gesuchte Spannungsverhältnis entspricht also der Differenz zwischen freiem Lebensraum und dem Fortpflanzungspotential der Gesamtheit der Organismen. Da die Menge aller Organismen aus den   Teilmengen der einzelnen Fortpflanzungsgemeinschaften gebildet wird, erscheint es zulässig zu sagen, daß über das Fortpflanzungspotential jeder Organismus auf seine Umwelt einen Fortpflanzungs- oder Reproduktionsdruck ausübt.
Sie erinnern sich an meine Ausführungen über das gemeine Gänseblümchen? – Jedes Jahr fallen Millionen von Gänseblümchen den chemischen Angriffen des Menschen zum Opfer; kaum aber sind die letzten verendet, keimen die ersten schon fast wieder. Gänseblümchen haben eine hohe Reproduktionsrate. Mit der Zeit läßt die Wirkung der Gifte nach. Der Reproduktionsdruck läßt die Gänseblümchen einfach auf die Wiese zurückfließen.

Viele Tiere, die unter der Erde leben, können nicht sehen; ihre Augen sind, wie der Biologe sagt, nur rudimentär angelegt, also nicht voll entwickelt. Biologen erklären dieses Phänomen regelmäßig damit, daß Organe, die nicht gebraucht werden, verkümmern. Damit wird aber keine Erklärung dafür geliefert, was Maulwürfe unter der Erde und Höhlenbewohner ins Dunkel der Höhle getrieben haben. Im Dunkel der Höhle verliert sich vor allem die Frage, welchen evolutionären Vorteil das bringen soll.
Eine Höhle, die aus irgendwelchen Gründen einen Lebensraum darstellt, wird irgendwann von Lebewesen zufällig aufgesucht. Tiere, die Angst vor der Dunkelheit haben, werden sich nicht in die Höhle hineinwagen. Nun kommt es immer wieder vor, daß Nachkommen gezeugt werden, die blind sind. Blindgeborene gibt es schließlich nicht nur unter Menschen. Wenn der Zufall die Mütter der Blinden in die Nähe einer Höhle verschlagen hat, bot die Höhle den Blinden, die den Unterschiede zwischen Licht und Dunkelheit nicht kannten, eine Überlebenschance, und damit eine Chance, Nachkommen zu zeugen. Wenn in der Höhle keine Monster hausten, bekamen alle blinden Nachkommen unter dem schützenden Dach die Gelegenheit, sich fortzupflanzen. Damit war der Widerstand gegenüber einer Ausbreitung der „blinden“ Variante praktisch Null, einer positiven Rückkoppelung zur Ausfüllung des Lebensraums stand nichts im Wege.“  (G. Altenhoff, Australopithecus Superbus, S. 39ff)

Damit ist der ‚“Grusel-Skorpion“ nicht gruseliger als die Spinne an der Wand, die mich mit ihren acht Augen begutachtet und denkt: „Warum hat der Kerl bloß Angst vor mir?“


LUCA und die letzten Zeugen des biologischen Urknalls

Oktober 23, 2011

oe1.ORF.at Wissen.

Heute nachmittag lief ein wunderschöner Film in Arte:

Die phantastische Vielfalt der Natur:

Sonntag, 23. Oktober 2011 um 15.05 Uhr

Wiederholungen:
Keine Wiederholungen
Die wunderbare Artenvielfalt
(Frankreich, 2008, 81mn)
ARTE F
Regie: Denis van Waerebeke, Vincent Gaullier
Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Nach Schätzungen von Wissenschaftlern besiedeln zwischen fünf und 100 Millionen verschiedene Arten von Lebewesen unseren Planeten. Mit humorvoller Distanz betrachtet der Dokumentarfilm die Wissenschaft von der Einordnung dieser Lebewesen in Arten, Familien und Gattungen.

Wissenschaftler, die in diesem Dokumentarfilm zu Wort kommen, gehen davon aus, dass die Millionen von Arten, die sich auf der Erde bewegen – einschließlich des Menschen – zu einer einzigen, riesigen Familie gehören. Aber wie und nach welchen Kriterien lassen sich diese Arten klassifizieren? Etwa nach der Anzahl ihrer Beine oder danach, ob sie Flügel, Federn, Fell oder Schuppen haben?
„Die wunderbare Artenvielfalt“ gibt einen Überblick über den derzeitigen Stand der Wissenschaft und räumt mit manchem Vorurteil in Sachen Evolution auf. Der Mensch stammt nicht vom Affen ab, sondern Mensch und Affe haben einen gemeinsamen Vorfahren. Der Mensch ist auch nicht höher entwickelt als eine Bakterie. Menschen haben zwar die Wissenschaft, die Philatelie und die Schwarzwälder Kirschtorte erfunden, Bakterien können sich dafür bei einer Temperatur von 100 Grad Celsius 14 Mal pro Minute teilen.
Denis van Waerebeke und Vincent Gaullier gewähren – mitunter überraschende – Einblicke in die Verwandtschaftsbeziehungen der Menschen zu anderen Lebewesen und informieren auf klare, unterhaltsame Weise über den aktuellen Stand der Forschung. Und ihr Film liefert Verständnishilfen zur heutigen wissenschaftlichen Debatte über die Entstehung und Entwicklung von Leben auf der Erde.

Und so nebenbei erfuhr ich von „LUCA“ (Last Universal Common Ancestor) – der letzte universelle gemeinsame Vorfahre aller Lebewesen.

Nun kam LUCA mir sehr bekannt vor, hatte ich ihn doch bereits vor gut 10 Jahren postuliert:

Also müssen wir uns über die Breite des Flusses klar werden: Nehmen Sie ein Biologiebuch zur Hand und schlagen sie die Übersicht mit dem Stammbaum der Organismen auf. Oben finden Sie schematisch dargestellt die Ordnung der rezenten Organismen. Nehmen Sie nun das Buch, drehen Sie es auf den Kopf und schauen Sie vom Rand aus darauf. Dann haben sie die Breite des Stroms.

Damit drängt sich unwillkürlich der oben erwähnte Vergleich zur Geschichte der Waffentechnik geradezu auf. Stellen Sie jeweils einen Krieger jeder Epoche nebeneinander auf, bilden diese die klassische griechische Schlachtordnung, die Phalanx.

Von der Amöbe bis zum Menschen, vom Bakterium bis zum Mammutbaum – die Natur bildet keine Hierarchien, keine „höheren“ oder „niedrigen“ Lebewesen. Die Evolution ging nicht in die Höhe, sondern in die Breite! Die Evolution strebt nicht vom Einfachen zum Komplexen. Die Komplexität wurde erforderlich, weil andere Wege versperrt waren. Die hierarchische Struktur der Evolution, an deren Spitze wir uns so gerne sehen, entpuppt sich aus diesem Blickwinkel tatsächlich als Wahnvorstellung des Menschen. Erst unter diesem Blickwinkel offenbart sich auch die schier unglaubliche Kraft und Kreativität der Evolution, trotz aller Widrigkeiten Nachkommen in die Welt zu setzen.

Wir glaubten bisher allzu gerne, außerhalb dieser Phalanx der übrigen Organismen zu stehen und sie eines Tages unterwerfen zu können. Der Phalanx des Lebens hat kein Mensch auf der Welt etwas entgegenzusetzen. Sie macht uns deutlich, daß der weit verbreitete Glaube, da regulierend eingreifen zu können, ein gewaltiger Irrtum und Ausfluß unserer eigenen Überheblichkeit ist. Das zeigt uns bereits das gemeine Gänseblümchen. Kein Wunder, daß gegen Unkraut letztlich kein Kraut gewachsen ist. Kein Wunder, daß Mediziner und Pharmakologen immer wieder vor der Anpassungsfähigkeit ihrer Widersacher aus dem Mikrokosmos kapitulieren müssen. Sieht man die Evolution als ein fließendes Etwas an, wird es verständlich, warum letztlich alle Widerstände, die der Mensch ihr entgegensetzt, immer wieder an Wirkung einbüßen. Sie werden umflossen oder weggeschwemmt.1

Weiter oben hatten wir den „Planeten Mensch“ erwähnt, der erst sichtbar wurde, nachdem der Mensch den „Mikrokosmos“ hatte sichtbar machen können. Mit Hilfe des Computers ist der Mensch heute in der Lage, eines der erstaunlichsten virtuellen Gebilde auf den Bildschirm zu zaubern, das man sich vorstellen kann. Es ist die Darstellung der sogenannten „Mandelbrot-Menge“. Vielen dürfte sie als „Apfelmännchen“ bekannt geworden sein. Betrachtet man den Rand des „Apfelmännchens“, so erscheinen bei jeder Vergrößerung immer neue „Apfelmännchen“. Wie wir gesehen haben, ist der Mensch so etwas wie ein Planet auf dem Planeten. Anderen Lebewesen ergeht es nicht anders. Ein Baum wird von einer Unzahl anderer Lebewesen bevölkert. Auch er erscheint als Planet auf dem Planeten. Das Eichhörnchen, das den Baum bewohnt, teilt als Säugetier weitgehend unser Schicksal und sieht damit aus wie ein Planet auf einem Planeten auf dem Planeten… .

Da nicht einmal alle rezenten Arten entdeckt und beschrieben sind, kann gegenwärtig auch niemand ermessen, wie breit der Strom des Lebens tatsächlich ist. – Jedenfalls ist er so breit, daß Jirkas Boot nicht steckenbleiben wird.   (PDF mit Fußnoten und Quellenangaben: phalanx)

Und immer wieder wird betont,- so auch im Ausgangsartikel, welch grandiose Ausnahmeerscheinung das Leben doch sei. – Weit gefehlt! – Das Leben widerspricht nicht dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik, es ist vielmehr sein eigenes Geschöpf. – Der Fehler inder Burteilung des Phänomens Leben beruht darauf, daß für uns Lebendige Materie „ordentlich“ ist, der 2. Hauptsatz aber alle Ordnung am Ende auflöst.

Das liegt aber daran, daß unser Gehirn uns vorschreibt, die Dinge zu kategotisieren“ sie „einzuordnen“. – Die scheinbare „Ordnung“ steckt im Gehirn, nicht in der Natur. Die sit und bleibt nichtlinear-thermodynamisch. – Und vor den nichtlienar-thermodynamischen Eigenschaften haben die Menschen einen derartigen Respekt, daß sie seinen schlimmsten Phantasien Flügelnverleiht:

Filme wie „Outbreak“ und andere Pandemie-Szenarien bezeugen das.

Dabei bei wiederholt sich jeden Tag der „Biologische Urknall“  innerhalb der Menschheit, nämlich immer dann, wenn ein „Neuer Mensch“ gezeugt wird:

Muster finden wir also auf allen Größenskalen.
Doch kehren wir auf die uns gerade noch geläufige Ebene des Atoms zurück. An ziemlich unscheinbarer Stelle im Periodensystem versteckt, da liegt eben das Element, den unzweifelhaft schöpferische Eigenschaften zugebilligt werden müssen: Das Kohlenstoffatom.
Kohlenstoffverbindungen bilden die Grundlage allen Lebens, ohne Kohlenstoff keine Biochemie.
Es neigt dazu, langkettige Moleküle, sog. Polymere zu bilden und damit Energie gewissermaßen zu „sammeln“ (Alle unsere Treib- und Sprengstoffe sind Kinder des Kohlenstoffs!). Trotz der theoretisch Unbegrenztheit der atomaren Zusammensetzung eines Polymers, läßt das Auftreten immer wiederkehrender Muster darauf schließen, daß die Zahl der Möglichkeiten zwar außerordentlich hoch, aber eben endlich ist. Was ist in der Frühzeit der Erde abgelaufen?
Nachdem die Erde sich hinreichend abgekühlt hatte, entstanden die ersten Ozeane. Diese dürften zunächst kochend heiß gewesen sein. Im Laufe der Zeit kühlten sie sich dann ab. Dabei wurden zwangsläufig alle Temperaturstufen durchlaufen, die den Kohlenstoffatomen ermöglichten, mit allen erdenklichen Elementen zu reagieren. Zwangsläufig fand der Kohlenstoff nach und nach immer weniger „freie“ Atome und Moleküle für die Polymerisation. Statt dessen stieg die Wahrscheinlichkeit, mit Polymeren anderer Provenienz zusammenzutreffen und in Wechselwirkung zu treteten. Es bildeten sich immer größere Bausteine, deren Zahl mit zunehmender Zeit zwar stetig abnahm, aber gleichzeitig die Basis für die Bildung immer komplexerer Einheiten schuf. – Das deutet auf einen sich selbst beschleunigenden Prozeß, auf eine positive Rückkopplungsschleife hin. Damit war die Entstehung des ersten Zelle bereits vorprogrammiert, es bedurfte lediglich eines Schleusenereignisses, um sie zu schaffen. Nachdem die erste Zelle sich erst einmal geteilt hatte, war das Leben nicht mehr aufzuhalten; es „explodierte“ regelrecht, der logistischen Gleichung x’ = r*x*(1-x) folgend. Unser Leben verdanken wir demnach einer Neigung des Kohlenstoffatoms. Da aber der Kohlenstoff im Laufe der Jahrmillionen alle tatsächlichen Möglichkeiten der Polymerisation durchgespielt haben muß, ist es umso erstaunlicher, daß er an den uns bekannten Mustern „hängenblieb“.
Es kann einem schon kalt den Rücken herunterlaufen, wenn man bedenkt, daß dieses relativ simple Atom einerseits das härteste Mineral, den Diamanten, hervorbringt, der das Licht in einmaliger Weise erstrahlen läßt; daß dieses simple Atom andererseits die komplexeste Struktur geschaffen hat, die auf Erden bekannt ist, nämlich das menschliche Gehirn. Dieses wiederum ist in der Lage, die Gesetze der nichtlinearen Mathematik zu ergründen und Rechenmaschinen zu entwickeln, die in der Lage sind, dem menschlichen Gehirn die Ähnlichkeiten zwischen den Mustern der reinen Mathematik und denen der Natur begreifbar zu machen. (PDF mit Fußnoten und Quellenangaben: biourknall)

Erstaunlich, was im Inneren der "logistischen Funtion" so alles los ist.

Schleusenereignisse en masse

Die Archaebakterien, die es immer noch gibt und die sich im kochenden Wasser unter vollständigem Luftabschluß wie die Geiseskranken vermehren, sind die „letzten Zeugen“ des bilogischen Urknalls.


Rösler erntet Kritik – Zur Geschichte der McFlurry-Politik

September 13, 2011

Vom liberalen Kampfhund zur liberalen Eiscreme – Mr. McFlurry

Rösler erntet Kritik nach Aussage zur griechischen Insolvenz | tagesschau.de.

Es ist was passiert, was nicht hätte passieren sollen, und schon zerreissen sich die Politiker aller Couleur nicht nur die Mäuler, sie zerreissen sich auch gegenseitig.

Ausnahmsweise sind nicht die Raucher und Kraftfaher die Objeke des gegenseitigen Gezerre. – Diesmal ist es der Euro, was da<s nachfolgen geschilderte Verhaltensmuster für uns alle so gefährlich macht:

Wie unsere Politiker es immer wieder schaffen, sie zu schaffen, nämlich die Gesetze, die die Welt nicht braucht, hatte ich anhand des von mir kreierten „KondomG“ gezeigt. Die Realität bundesdeutscher Politik hat mich in rasantem Tempo hinter sich gelassen, wobei die Bürgerfreiheiten natürlich auf der Strecke blieben. Schauen wir uns den zunächst den skurril wirkenden Aktionismus unserer Politiker in Bund und Ländern an. Er erscheint wie eine in den Plural gesetzte Komödie von Curt Goetz, die den Namen „Der Maulkorb“ trägt:

In Hamburg stirbt ein kleiner Junge an den Folgen einer Kampfhundattacke. Er ist im Laufe der Geschichte nicht das erste und nicht das letzte Opfer eines Unfalls mit Hunden. Für unsere Politiker wird dies allerdings zum Signal, ihrerseits zur Angriff überzugehen. Die Innenminister des Bundes und der Länder zeigen sich empört und beschließen unverzüglich zu handeln. Weil von allen Hunden ein potentielle Gefährdung ausgehen kann, wirft man im Interesse der Sicherheit des Bürgers alle Hunde in einen Topf und schüttet in blindem Aktionismus das Kind mit dem Bade aus. Frau Landesumweltministerin Bärbel Höhn, die wie kaum eine andere die Fahne „Ökologie“ schwenkt, outet sich gar, den Inhalt dieses Begriffs nicht zu kennen.

Ökologie ist die Lehre vom Zusammenleben der Organismen. Mensch und Hund bilden seit vielen tausend Jahren eine ökologische Einheit, wobei der Vierbeiner seinem zweibeinigen „Freund“ immer zur Seite gestanden hat. Eine echte Symbiose ist der Mensch mit dem Hund allerdings nie eingegangen. Das würde nämlich voraussetzen, daß beide Teile etwas geben, damit der andere auch etwas gibt. Der Hund aber gibt seine Sympathie und Treue nicht deswegen, weil er dafür Futter bekommt; er gibt sie vielmehr, weil er den Menschen als seinen Artgenossen akzeptiert. Ferner ist beim Urahn aller Hunderassen, dem Wolf, das gesamte Verhaltensrepertoire in den Dienst der Gemeinschaft gestellt; selbst die arterhaltende Leistung der Fortpflanzung ist den sozialen Beziehungen im Rudel untergeordnet. Dies ungewöhnliche Fähigkeit zur Ein- und Unterordnung, die extrem hohe soziale Kompetenz hat den Hund zum idealen Begleiter und Helfer des Menschen werden lassen. Der Mensch aber, dessen soziale Kompetenzen demgegenüber stark eingeschränkt erscheinen, übt Verrat an seinem besten Freund. Er mißbraucht und quält ihn. Der Mensch nutzt die soziale Kompetenz des Hundes erbarmungslos für seine Zwecke aus. Er instrumentalisiert dieses Mitgeschöpf in vielfältiger Weise, als Blindenhund, für Rettungseinsätze; aber auch als Waffe. – Und wenn ein Unglück geschieht, schiebt man die Schuld ganz einfach auf den „bösartigen“ Hund. So geht es nicht. Auch beim Tode des kleinen Volcan war der Mensch der Teufel, nicht das Tier.

Daß, wie unlängst in Möchengladbach, ein 85-jähriger seine 79-jährige Lebensgefährtin mit einem Beil erschlägt, rechtfertigt weder Handschellenzwang für Opas noch die Einführung einer Waffenscheinpflicht für Beile. Die todbringende Verwendung von Ziegelsteinen, Küchenmessern Damenstrümpfen und Hämmern ist ebenfalls an der Tagesordnung, aber kein Grund, deren Abgabe an jedermann zu unterbinden. – Mit anderen Worten, ob ein Gegenstand Werkzeug oder Waffe ist, entscheidet der, der ihn benutzt. Die Waffe findet im Kopf statt. – Das verkennt auch der ehemalige Öko- und jetzige Sozialfreak Otto Schily mit seinem Entwurf zum gesetzlichen Verbot von Kampfhunden. – Null Ahnung, aber 100% Macht.

Da sowohl Wolfgang Clement, der sich wie ein Kampfhund in den als unsinnig erkannten Leinenzwang verbeißt, der Bundesinnenminister und der Kanzler selbst, alle sind Juristen. Aber sie waren mit der 68er Revolution wohl so sehr beschäftigt, daß sie in der Uni nicht aufpassen konnten. Das gilt für andere auch, denn offensichtlich herrscht bei den Bundesaristokratinnen-und -kraten vollkommene Unkenntnis bezüglich der von ihnen repräsentierten Gesetze zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Der gewöhnliche Jurastudent lernt diese als „Polizei- und Ordnungsrecht“ kennen.

Es liegt mir fern, hier eine ordnungsrechtliche Vorlesung abzuhalten, dennoch sei erwähnt, daß die Ordnungsbehördengesetze der Länder sogenannte Generalklauseln enthalten. Diese ermächtigen die örtlichen Ordnungsbehörden, bei Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung die im Einzelfall erforderlichen und zweckmäßigen Maßnahmen zu ergreifen. Diese Regelung geht auf das preußische Allgemeine Landrecht zurück. Nun steht Preußen gewiß nicht im Verdacht, einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung den Weg geebnet zu haben. Dennoch schuf es diese intelligente und flexibel zu handhabende Waffe im Kampf gegen die Gefahren , die Menschen für Leib und Leben ihrer Mitmenschen heraufbeschwören. Die preußischen Könige waren zu einer Erkenntnis gelangt, die man dem Bundesadel wünschen würde: Der Staat kann nicht alle Wechselfälle des Lebens bis ins Detail gesetzlich regeln. Erschüttert muß der Bürger eines angeblich freien Landes feststellen, daß der treueste Freund des Menschen zum Anlaß genommen wird, der eigenen Regelungswut freien Lauf zu lassen. – Wie gesagt, nicht einmal durch die bessere Einsicht der nordrhein-westfälischer Parlamentarier lassen sich Höhn und Clement in ihrem Starrsinn an die Leine nehmen.

Die Erschütterung geht bis in Grundfesten, denn der Bürger kommt nicht umhin, bei den Staatsdienern, die das Geschäft der Gefahrenabwehr zu betreiben haben, Lethargie, Obrigkeitsgläubigkeit und Duckmäusertum zu vermuten. Ohne Rechtsverordnung, Verwaltungsanweisung und Ministererlaß traut sich offensichtlich kein Beamter mehr, das zu tun, wofür er bezahlt wird. – Wir werden noch sehen, warum das so ist, aber jetzt erst einmal zu den „Kollateralschäden“ undurchdachten politischen Handelns.

Nach Erlaß der Hundeverordnung setzen sich die Beamten in Marsch und kontrollieren auf Teufel komm raus. – Endlich hat „der Staat“ ihnen Kriterien an die Hand gegeben, die sie zum Handeln nötigen. – Keiner weiß genau, welcher Hund welche Rasse repräsentiert, aber man kann den Bürger die Staatsmacht spüren lassen, sein Dasein und sein Gehalt rechtfertigen.

Die oben erwähnte Erschütterung geht auch deshalb in die Grundfesten, weil sich zeigt, daß der vielzitierte „Schoß, aus dem das kroch“, so fruchtbar ist wie eh und je. – Er ist so fruchtbar wie im alten Rom. Er ist so fruchtbar wie zu Zeiten der heiligen Inquisition und der französischen Revolution. Fruchtbar wie im Dritten Reich, der Sowjetunion und der DDR. Auch Senator McCarthy konnte sich auf diesen Schoß hundertprozentig verlassen.

Glaubt man den Presseberichten, gehen bei den Ordnungsämtern laufend „sachdienliche Hinweise“ über Verstöße gegen die Leinen und Maulkorbpflicht ein. Freilich verwahren sich die Ordnungsämter dagegen, diese Mitteilungen „rechtstreuer Bürger“ als gemeine und hinterhältige Denunziation zu werten.

Pöbeleien und Ungehörigkeiten gegenüber Hundebesitzern gehören jetzt zur Tagesordnung. – Es gehört sich nun wirklich nicht, eine ältere Dame über Leinen- und Maulkorbzwang zu belehren. – Der Hund ist kaum größer als ein Yorkshire-Terrier und kann mit seinen dreizehn Jahren kaum noch laufen. Aber auch das ist die Realität unter der Herrschaft der freiesten Verfassung, die Deutschland je kannte

Bei der Protestveranstaltung der Hundebesitzer in Düsseldorf wurden Hunde mit dem gelben Davidsstern versehen. Das wiederum wurde von verschiedenen Seiten mit Empörung zur Kenntnis genommen. – Die Kritik ist allerdings nur zum Teil berechtigt: Der Davidsstern diente zunächst dazu, die zu diskriminierende Gruppe plakativ zu kennzeichnen und identifizierbar zu machen. Nicht jeder Mensch, der sich zum Judentum bekennt oder „jüdische“ Vorfahren hat, sieht „jüdisch“ aus. Hundebesitzer sind aber per se gekennzeichnet, schließlich muß der Hund muß regelmäßig „Gassi“. Das Faktum der Diskriminierung ist allerdings nicht wegzuleugnen. Ich will die Diskussion hier nicht vertiefen, auf den Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen gehen wir später noch ein; aber wenn die ersten Fensterscheiben zu Bruch gehen, die ersten Hunde vergiftet sind, sprechen wir uns wieder.

Wenn der „Staat“ eine Ausgrenzung der Hundebesitzer auch nicht unmittelbar befürwortet und fordert, so verstößt er dennoch gegen seine Pflichten. Denn Diskriminierung, aus welchen Gründen auch immer, ist undemokratisch, bereitet den Boden für Gewalt und fördert die einer freien Gesellschaft unwürdigen und darin auch schädlichen Neigung, andere zu verpetzen, weil man ihnen schaden will.

Der erhöhte Einsatz von Arbeitskraft zur Durchsetzung der Hundeverordnung macht augenfällig, daß Repression verdammt teuer ist. Steuergelder, die für soziale Zwecke dringend benötigt werden, fallen der Verschwendung anheim.

Unkenntnis schützt vor Strafe nicht, das werden viele Hundebesitzer von Beam ten zu hören bekommen. – Eben, Unkenntnis schützt vor Strafe nicht. Die Unkenntnis der Politikerinnen und Politiker bezüglich der oben geschilderten Zusammenhänge kann auch nicht davor schützen, ihr Verhalten als McFlurry – Politik zu brandmarken:

flott zubereitet, total durchgedreht und eiskalt durchgesetzt.

Die in diesem Zusammenhang sich geradezu aufdrängende Frage, ob die auf allen Hierarchieebenen handelnden Vertreter des Staates die Vergütung wert sind, die der Souverän ihnen gewähren muß, will ich offenlassen. Die mag jeder für sich selbst entscheiden.“ Gerhard Altenhoff, (Der Bundesadel S. 67ff)

Nun ist im Anmarsch genau das, was ich vor der Einführung des Euro – damals noch mangels Internet in privaten Kreis prophezeiht hatte:

  1. Ihr werdet dem Euro noch dankbar sein, weil ihr dann nicht mitansehen müßt, daß ihr für euer Geld nicht mehr viel bekommt. – Hat sich bewahrheitet, denn wer bekommt noch für 50 Pfennige bei Tchibo eine Tasse Kaffee; der Spritpreis nähert sich der in den siebzieger und achtziger Jahren von den Grünen, zu denen auch Frau Künast gehört, der 5,– DM – Marke.

  2. Sie werden sich noch wundern, denn die „Staatspleite“ gehört zu den systemimmaneten Komponenten der „kameralistischen Haushaltswirtschaft“. Diese wurde nach der Gründung der Vereinigten Staaten, aber auch nach der französischen Revolution Eins zu Eins in die sogenannte Demokratie übernommen. – Der Unterschied zwischen Merkel und Marie Antoinette ist so groß also nicht. – Allein, Marie Antoinette wurde auch öffentlich „Madame Defizit“ genannt. – Ggenüber dem Schuldenberg, den ihre deutsche Amtskollegin vor sich herschiebt, war Marie-Antoinette ein Waiseknäblein- Pardon, Waisenmädel“!

Nun realisiert sich das, was langfristig kommen mußte: Das Phänomen „Nationalstaat“, das seit jeher von fremdem Geld lebte, steht vor der grandiossen Pleite. – Die geschuldeten Beträge haben eien Größenordnung erreicht, deren Rückzahlung die durchschnittliche Lebenserwartung eines Nationalstaats bei weitem überschreitet. – Um das Kapital aufzubringen, das erforderlich ist, die diversen „gegenwärtigen“ Staatsverschuldungen zum gegenwärtigen Wert zurückzuzahlen, hätte der Neandertaler mit dem Ansparen anfangen müssen.

Kein Mensch weiß, was passiert, wenn die „Staaten“ Europas pleite gehen, – und das werden sie unausweichlich. – Daß sie pleite gehen werden, müßten die Banken seit Jahrhunderten wissen, denn niemand kennt die „Öffentlichen Haushalte“ besser als die Banken..- Und wenn ich mit meinem beschränkten Juristenverstand und einem Taschenrechner darauf kommen kann, daß die Tilgung von „Staatsschulden“ erst nach der nächsten Eiszeit vollständig abgeschlossen sein kann, dann muß das ein  Josef Ackermann erst recht wissen. Oder bei Bankern werden die letzten Nullen nach der dritten Stelle gerundet.

Aber wir werden unseren Euro nicht verlieren, wenn wir ihn nicht verlieren wollen. Wir werden ihn zur europäischen Währung machen, wie der Dollar die Währung der USA ist. – Auch da hat der Dollar je nach Staat eine unterschiedliche Kaufkraft. – Und Europa ist die ureigenste Angelegenheit der Völker. Unsere „Politiker“ haben da eigentlich nichts mehr herumzukaspern!

Wohlgemerkt, seit dem Inkrafttreten den Grundgesetzes ist es kein Utopie mehr:

Eine verfassungsgebende Versammlung entwirft eine (oder besser: mehrere Verfassungsentwürfe) und stellt sie zur Volksabstimmung. – Es ist heute möglich, eine Verfassung zu kreieren, der mehrheitlich nicht nur alle Menschen zustimmen können. – Sie könnten sie sogar blind unterschreiben. – Und das ist das Ziel.


EHEC in Frankfurter Bach gefunden | tagesschau.de

Juni 18, 2011

EHEC in Frankfurter Bach gefunden | tagesschau.de.

Hat da wohl jemand in den Bach geschissen? – Und wenn das jemand tat, dann besteht durchaus die Möglichkeit, daß Bakterien auf dem Acker gelandet sind und die „Seuche“ weiterverbreiten; – vorausgesetzt, daß Freilandpflanzen sich biologisch überhaupt als Übertragungsweg eignen. – Jedenfalls sollte – im Rahmen der „Gefahrenvorsorge“ sämtliches mit dem beschissenen Wasser verunreinigtes Gemüse sofort vernichtet werden. – Man kann es aber auch in den Kantinen von Bundestag und B undesministerien verfüttern.


EHEC und Guttenberg: Blogbeiträge sind keine Dissertationen

Juni 12, 2011

Auch nachdem mein  Blogbeitrag

https://advocatusdeorum.wordpress.com/2011/06/04/ehec-lubecker-restaurant-untersucht-tagesschau-de/

erschienen war, stellte weder ein nennenswerter Wissenschaftler noch ein Journalist die „Gurkentheorie“ in Frage. Gurken- Tomaten und Salatbauern erlitten dadurch einen Millionenschaden. – Kein Biologe, kein Mediziner setzte sich für „Schmierinfektion“ als Verursacherquelle ein. – Man ließ die armen Landwirte europaweit ins offene Messer laufen!

Wenn jetzt auch nur ein „Experte“ die Begriffe „Schmierinfektion“ und „alternativer Infektionsweg“ in den Mund nimmt, muß er sich den Vorwurf des Plagiats gefallen lassen. Nicht nur das, er muß sich auch mit dem Vorwurf der

vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung der Gemüsebauern Europas

auseinandersetzen, denn jeder Feld- Wald und Wiesenbiologe hätte die Schuldzuweiseungen gegenüber den Gemüsebauern als haltlos entlarven können und müssen. – Zu demselben Ergebnis hätte auch jeder halbgebildete Landarzt kommen müssen.

Auch als Mediator kann man den betroffenen Landwirten nur raten, von Bund und Ländern, vom Robert-Koch-Institut und vom Bundesinstitut für Risikobewertung zunächst einmal vollen Schadenersatz zu verlangen.

Danach kann man über alles reden. -Auch darüber, bei wem sich „der Steuerzahler“, der die „Staatsahftung“ finanziert, sich das Geld wieder zurückholt. – In erster Linie wohl beim „Krisenmanagement“.


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