„Das kooperative Gen“ – Farewell „Darwinismus“

Oktober 19, 2012

Die Evolution neu verstehen – Joachim Bauer „Das kooperative Gen Abschied | Kritik | Deutschlandradio Kultur.

Betreff:
Das kooperative Gen
Von:
Gerhard Altenhoff <gerhard.altenhoff@giordano-bruno-institut.de>
Datum:
18.10.2012 22:51
An:
Joachim Bauer <joachim.bauer@uniklinik-freiburg.de>
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Giordano-Bruno-Institut
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Sehr geehrter Herr Bauer,
als ich vor einiger Zeit in dem Buch „(R)Evolution 2012“  über die Worte „Kommunikation, Kooperation“ stolperte und den Hinweis auf Ihr Buch fand, witterte ich ein Plagiat:

(Die Dreifaltigkeit der Evolution ist und bleibt meine Entdeckung, meine gewaltlose Apokalypse, die Entschleierung des gottähnlichenHomo Sapiens Sapiens “ .Von ihm blieb nichts als der „Australopithecus Superbus Procrustes,  der hochnäsige Südaffe, der sich mit Gewalt alles passend machen will.) – Der kursiv gesetze Text ist nicht Inhalt der Mail an J. Bauer!

Also besorgte ich mir Ihr Buch „Das Kooperative Gen“ und mußte mit größter Genugtuung feststellen, daß Sie nicht einmal die geringste Ahnung davon hatten, daß die Wirkprinzipien „Kommunikation und Kooperation“ vor Ihrer Zeit und hinter Ihrem Rücken in die Evlutionsgeschichte eingeschlichen hatten.
Zufrieden und gleichzeitig verblüfft mußte ich feststellen, daß der von Ihnen verfolgte Ansatz weitestgehend zu demselben Ergebnis gelangt, zu dem ich gelangt war: Ohne Kommunikation und Kooperation, besser: „Wechselwirkung und Zusammenwirken“ kann kein Organismus funktionieren; auch die Evoltuion ist unabdingbar auf diese beiden Prinzipien angewiesen.
Die Evolution als „kreativen Prozeß“ zu beschreiben, geht jedoch fehl und vermittelt ein ebenso verzerrtes Bild wie das der „Kreationisten“ und von Darwin aus dem Entwicklerbad gezogene:
„Kreativität“ setzt  voraus, daß man vor Beginn der Arbeit eine Vorstellung vom „Endprodukt hat. – Unsere Vorfahren, die man Homo Erectus oder Neandertaler nennt, hatten eine bestimmte Vorstellung davon, welche „Endform“ die von ihnen zu bearbeitende Feuersteinknolle haben sollte. – Die Anfänge der „Bildhauerei“ sind hier zu finden. – Die Matapher „Kreativität“ ist also nicht ganz zutreffen, wenn nicht gar gänzlich verfehlt.
Dei Evolution ist zweifellos ein Prozeß, der gegenüber der Zukunft, gegenüber dem Endprodunkt „blind“ ist. – Das kann er auch sein, weil die Evolution ein dynamischer Prozeß, und zwar ein nichtlinear-dynamischer Prozeß. ist. Und dieser ist, wie die von der „Chaos-Forschung“ ins Visier genommene „nichtlinear-dynmaischen Systeme“, ein thermodynischer Prozeß. – Die Objekte der sogenannten Chaos-Forschung entsprechen den vier Elementen des Empedokles: Feuer, Wasser, Luft und Erde.
Als ich im Sommer 1999 begann, dem „Pfad der Evolution“ auf die Spur zu kommen stoperte ich zunächst über den Widerspruch in der Evolutionstheorie, daß wir bei Kälte zittern, aber mangels dichtem Fell nicht die Möglichkeit haben, die durch das Zittern erzeugte Wärem festzuhalten. – Unser – zweifellos vorhandenes –  aber „verkrüppeltes“ Fell setzt der Wärmeabgabe durch die Haut keinerlei Widerstand entgegen.
So war ich beim Ohmschen Gesetz angelangt, das den Ausgangspunkt meiner Überlegungen bildete:
„Wenn Sie Ihre Kaffeemaschine einschalten, setzen Sie dann das Ohmsche Gesetz in Kraft oder gab es das schon vor Ihrer Kaffeemaschine?“
Schnell stellte ich fest, daß die Biologie durchzogen ist von -unzulässigen- militaristischen und mechanistischen Metaphern.
Auch Sie sprechen von „Bauplangegen“. Ein „Bauplan“ wird von einer kreativen Person entworfen, der -sic! – eine vorstellung vom Endprodukt hat. – Der Inbegriff des „Statik“ im Körper eines Tieres, der Knochen, ist demgegenüber zu Lebzeiten ein dynamischer Prozeß, der sich den von außen wirkenden Kraflinien anpaßt. Er wird erst mit dem Eintritt des „Todes“ zu einem statischen Gebilde. – Um es kurz zu sagen, der Oberschenkelknochen eines ISS-Astronauten ist nach mehr als einem Jahr Aufenthalt im All ein anderer als zu Beginn seiner Mission. – Stirbt er bei der Landung, wird verschüttet und nach 30.000 Jahren wiederentdeckt, jeder Anthropologe oder Gerichtsmediziner wird ihn als „Alien“ einstufen, der wegen der Schwäche seiner Knochen nie und nimmer irdischen Ursprungs sein kann…
Sie werden sich sicher fragen, wie die Harmonie als drittes Wirkprinzip Eingang in die nichtlinear-thermodynamische Variante (http://evolutionlive.npage.de/) Eingang finden konnte: – Rein intuitiv, aber dennoch begründbar: Bei Beethovens Neunter nehmen wir grundsätzlich keinen einzelnen Ton wahr. – Erst dann, wenn ein Musiker „falsch spielt“, also die Harmonie gestört ist, werden wir aufmerksam. Der „Mißton“ fällt auf, alle anderen Töne werden als durchgehende Melodie interpretiert.
Es hat mich erschüttert, daß Ihre Hausverlage (Hoffmann & Campe / Heyne)  so wenig Reklame für Ihr Buch gemacht hatte, daß dessen Existenz meinen weit aufgespannten Lauschern entgangen ist. – Sie sollten sie entweder zum Teufel jagen oder ihnen den Vorschlag unterbreiten, eine Neuauflage zu planen: Das kooperative Gen – Evolution als nichtlinear-thermodynamischer Prozeß.
Die Verlagsleitungen können sich ja durchaus umsehen:

http://evolutionlive.npage.de/
https://advocatusdeorum.files.wordpress.com/2012/10/australopithecussuperbusmanuskript.pdf

Für Ihre freundliche Kenntnisnahme und Bemühungen danke ich im voraus!

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff


Darwins neue Welt – ZDF.de – Am Ende doch die ALTE?

Juli 16, 2012

Darwins neue Welt – ZDF.de.

Wie kommt man eigentlich dazu, Darwins Lehre in Zweifel zu ziehen und am Ende die Evolution über jeden Zweifel erhaben zu machen? – Man muß auf den Hund kommen:

„Das Wahre ist gottähnlich,“ sagt Goethe, „es erscheint nicht unmittelbar, wir müssen es aus seinen Manifestationen erraten.“1 Diese Worte des großen Dichters, Juristen und Naturforschers besagen nichts anderes, als daß man vom Vorliegen einer Tatsache nicht unbedingt unmittelbar auf eine andere schließen kann. Vielfach eröffnet erst ein ganzes Bündel von Einzel- oder Hilfstatsachen die Möglichkeit zu erkennen, was in Wahrheit vorgefallen ist. Im juristischen Sprachgebrauch nennt man Hilfstatsachen auch Indizien.
Das erste Indiz fand ich nicht einmal einen Steinwurf weit von mir entfernt:
Es war einer jener lichtdurchfluteten Sommersonntage des Jahres 1999. Wie üblich unternahm ich mit meinen Hunden Bobby und Madonna einen ausgedehnten Spaziergang durch die Felder. Während Madonna einem ihrer Hobbys nachging, nämlich dem untauglichen Versuch, Wühlmäuse oder Maulwürfe auszugraben, forderte Bobby mich unmißverständlich auf, Stöckchen oder Steine zu werfen, denen er dann nachjagte. Auf diese Weise hatte ich den Hund zu einer Reihe von Sprints veranlaßt, bis er plötzlich mitten im Lauf innehielt, die Richtung wechselte und das nächste schattige Plätzchen aufsuchte. Dort legte er sich hin und hechelte, was das Zeug hielt. Ab und zu rutschte er einen Meter vor, weil ihm der Boden unter dem Bauch buchstäblich zu heiß geworden war. Mehr als eine halbe Stunde versuchte der Hund verzweifelt, seine überschüssige Wärme an die warme Luft abzugeben. Mir war auch warm geworden, aber ich hatte es einfacher: ich zog mein Hemd aus und schwitzte vor mich hin. – Wasser, das ich dem Hund hätte geben können, war nicht in der Nähe; ich muß wohl irgendwie versucht haben, ihn durch eine dumme Bemerkung aufzuheitern, jedenfalls entfuhr mir der Satz: „Siehst Du, Dicker, das ist der Nachteil, wenn man ein Fell hat.“ Ich blickte in die mitleiderregenden Augen meines Hundes, der augenscheinlich hilf- und wehrlos auf dem Boden lag, sah aber einen Trupp kleiner Männchen. Es waren aber keine kleinen grünen Männchen, sondern dunkelhäutige, die ein unbekanntes Tier, das erheblich größer war als sie selbst, durch dessen eigene Körperwärme zu Boden gezwungen hatten. Damit war für mich eine Frage beantwortet, die nicht erst seit Charles Darwin Biologen in aller Welt beschäftigt, nämlich warum wir Menschen kein Fell haben.
Für mich jedenfalls stand seitdem fest, daß der Prozeß dessen, was wir als „Menschwerdung“ bezeichnen, untrennbar mit der merkwürdigen Gestaltung unserer Körperoberfläche verbunden sein mußte. Ein nach besten Kräften hechelnder Hund ist freilich kein Beweis für eine solche Behauptung. Weitere Beweismittel hielt die Gegenwart auf den ersten Blick nicht zur Verfügung. Folglich unternahm ich eine Reise in die Vergangenheit.
Als kleiner Junge hatte mich der tschechische Jugendfilm „Reise in die Urzeit“ mehr fasziniert als alle Schulbücher zusammen. In diesem Film unternahmen einige Jungen eine zunächst harmlose Flußfahrt mit einem Ruderboot. Diese führte sie in eine von Nebel erfüllte Höhle. Nachdem der Nebel sich gelichtet hatte, bemerkten die Jungen, daß sie sich langsam in die verschiedenen Erdzeitalter zurückbewegten. Vorbei an Mammuts, Sauriern und Großinsekten führte sie der Fluß an die Gestade des kambrischen Meeres, wo sie mit den Trilobiten in der Hand das Ziel ihrer Reise erreicht hatten.
Die Omnipräsenz dieses Films in meinem Gedächtnis wurde durch den Umstand gestärkt, daß einer der Jungen den Namen Jirka trug, ein Name, der auch einem meiner Studienfreunde zu eigen war. Der Stammbaum des Menschen mit seinen offenbar willkürlich und gewaltsam kupierten Seitenzweigen ist außerdem bei genauerer Betrachtung geradezu eine Einladung, eine Flußfahrt à la Jirka & Co zu unternehmen. Allerdings in umgekehrter Fahrtrichtung und ohne Ruder. Jirkas Boot treibt den Fluß entlang, dem Mündungsdelta entgegen. Dort stehen ihm viele Mündungsarme offen. Und dann wird es interressant, denn an jeder Gabelung kann es nur nach rechts oder nach links. Welchen Weg wird das Boot nehmen? Wenn es nach links fährt, erhebt sich automatisch die Frage, was hat Jirkas Boot dazu veranlaßt, eben nach links und nicht nach rechts zu fahren, welchen Wegweisern folgt es?
Ausgangspunkt meiner Reise war Ernst Haeckels sog. „Biogenetisches Grundgesetz“, wonach ein Lebewesen im Verlauf seiner Emryonalentwicklung (Ontogenese) die wichtigsten Stadien seiner Stammesgeschichte (Phylogenese) durchläuft.
Ich hatte mich vor mehr als 46 Jahren vom Einzeller zum Menschen entwickelt. Freilich klafft irgendwie ontogenentisch wie phylogenetisch eine Lücke: Ich hatte kurz vor meiner Geburt mein Fell eingebüßt, dafür aber einen Kopf bekommen, der bereits wenige Monate nach meiner Geburt nicht mehr durch den Geburtskanal gepaßt hätte. Vor langer, langer Zeit mußte etwas passiert sein, das diese Merkwürdigkeit zur Folge hatte. Wo ist die Weggabelung, die in der Stammesgeschichte dem Menschen den Pelz raubte?
Wer den Pfad der menschlichen Stammesgeschichte von seinem Anfang bis zum heutigen Tage nachvollziehen will, benötigt an den Wegscheiden der Evolution entsprechende Hinweisschilder, die an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Freilich haben diese Wegweiser im Laufe der Zeit erheblich gelitten und an Deutlichkeit verloren. Dennoch war es nicht sonderlich schwer, sie zu rekonstruieren und zu entziffern. Denn die Zeichen waren längst bekannt, doch schienen sie in einer exotischen Sprache abgefaßt, die zu mannigfachen Mißdeutungen Anlaß gab und bis heute Rätsel aufgibt. Der Grund dafür ist in unserem nach wie vor extrem anthropozentrischen Menschenbild zu suchen. Der Mensch steht danach außerhalb der Natur. Von Kindesbeinen an bekommen wir eingebleut, Gott hätte den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen. In der Schule betrachten wir auch in säkularen, staatlichen Bildungseinrichtungen ein biologisches Triptychon: Biologie der Pflanzen, Biologie der Tiere und Biologie des Menschen. – Diese Einteilung halte ich für unsinnig weil sie den Blick verstellt. Sie werden im Verlaufe meiner Geschichte feststellen, daß das Entschlüsseln der Wegweiser tatsächlich nicht sonderlich schwer ist:
Zuweilen hängt das Ergebnis nur davon ab, aus welcher Perspektive man eine Frage stellt. Ein Mensch, der das Licht der Welt erblickt, ist quasi noch ein halber Embryo. Gerade in den ersten Wochen und Monaten nach seiner Geburt ist die Größenzunahme seines Gehirns gewaltig. Stellt man vor diesem Hintergrund die Frage, warum der Mensch als halber Embryo geboren wird, kann die lapidare Antwort lauten: weil sein Kopf später nicht mehr durch den Geburtskanal passen würde. – Diese Antwort ist durchaus zutreffend, verbirgt aber das eigentliche Problem. Das erst erschließt sich, wenn die Frage lautet: warum konnte die Evolution auf eine Anpassung des Geburtskanals an die zunehmende Kopfgröße der Kinder verzichten? Die Antwort fällt offensichtlich nicht so leicht. Aber man kann sie suchen; – diese und andere.“

Der von mir oben zitierte Film „Reise in die Urzeit“ heißt eigentlich „Reise in die Urwelt“ und ist zwischenzeitlich auf DVD und Blue-Ray erhältlich.

Obwohl Darwin die dynamischen Eigenschaften der Evolution unmittelbar vor Augen hatte, erkannte er sie nicht. – Ich sehe ihm das nach, denn auch an mir liefen die nichtlinear-thermodynamischen Eigenschaften der Evolution rund 14 Jahre vorbei, obwohl sie mir immer unmittelbar vor Augengestanden hatten. Und zwar genau seit dem 7.7.1985, seit der „Querschnitte“-Sendung „Fahrplan ins Chaos„.


Trau Dich, zart zu sein – die „lila Kuh“ und das Gras

Juli 10, 2012

Milka – Home.

In all den Sendungen, die uns jetzt wieder suggerieren wollen, die Welt wäre vom „Kampf ums Dasein“ geprägt, lauert ein Fehler: nämlich der der Perspektive. – Man blickt durch Darwins Augen auf die soziale Wirklichkeit im England des 19. Jahrhunderts. – Der gemeine Industriearbeiter, die Kinder unter Tage, die Frauen, die versuchten, beides unter einen Hut zu bringen und nebenbei noch zu arbeiten, die „kämpften“ ohne jeden Zweifel „ums Dasein“. – Es blieb ihnen nichts anderes übrig.

Darwins soziales Umfeld kann indes die Projektion seines erlebten „sozialen Weltbildes“ dessen Projektion in die „Wirklichkeit“ der Evolution nicht rechtfertigen.

Der „Kampf ums Dasein“ zwischen Kuh und Gras sieht so ganz anders aus als der zwischen Kapitalist und Arbeiter. – die Kuh „frißt“ kein Gras. – Die Kuh läßt die Graspflanzen nicht nur leben, sie düngt sie sogar noch und sät neues Gras:

Wenn eine Kuh „Pipi macht“, – und das macht sie reichlich, dann fügt sie dem Boden dringend benötigten Stickstoff in einer Form zu, der von den Bodenbakterien aufgearbeitet und den Pflanzen zugeführt werden kann.

Jeder Kuhfladen enthält – trotz aller Angriffe des Verdauungstrakts  einer Kuh – genügend keimfähige Samen verschiedenster Pflanzen , um an allen Orten, die eine Kuh bereist, eine neue Wiese zu erzeugen.

Kühe, wie  die Generation „50+“ noch aus Kindertagen kennt, standen auf einer eingezäunten Weide. – Sie waren also gezwungen, sich jeden Tag auf den eigenen Eßtisch zu scheißen. – Man verzeihe mir diese drastische Ausdrucksweise.

Das müssen sie heute wegen der Haltung auf  Spaltböden nicht mehr.  – Dennoch können sie ihr Instrument im Orchester der Evolution nicht mehr spielen: Sie können den Pflanzen, von denen sie leben, nicht mehr helfen, sichsanft und ohne Agression  zu verbreiten.

Gerade die  Rinder, die heute als „Klimakiller“ verteufelt werden, sind uns soweit voraus, daß wir uns eine Scheibe von ihnen abschneiden sollten, bevor wir sie in Stücke scheiden:

„Das, was der Mensch so gern als „Menschlichkeit bezeichnet, hat er nicht erfunden. „Menschlich­keit“ ist in der Natur häufiger anzutreffen als uns lieb sein kann, man muß nur genau hinsehen:
Die Verhaltensmuster eines Löwenkaters bildet bei Säugern die Ausnahme, im allgemeinen sind so­ziale Dominanz und Führungsverantwortung un­trennbar miteinander verknüpft. Das gilt sowohl für die Leitkuh einer Ele­fantenherde, für die Leitstute bei Pferden wie für den Leitwolf bzw die Leit­wölfin eines Rudels. In allen Fällen tragen sie die Verantwortung für das Ganze.
Diese Erscheinung macht nicht einmal vor unseren Hausrindern halt:
In Ostdorf auf der schwäbischen Alb lebt die einzige wirklich wildlebende Hausrinderherde Euro­pas, wenn nicht gar der Welt. Die Uria-Rinder von Ostdorf sind zudem der schlagende Beweis für den Mißerfolg menschlicher Züchtung: Fressen und dumm in der Gegend herumstehen, das hätten die Rinderzüchter ihren „Produkten“ wohl gern angezüchtet. Aber Jahrtausende der Domestikation haben es nicht vermocht, Rindern die In­stinkte zu rauben, die sie nun einmal brauchen, um in „frei­er Wildbahn“ zu überleben. Ganz gewöhnliche Hausrinder verfügen immer noch über das vollstän­dige Verhaltensrepertoire, das es ihnen ermöglicht, unabhängig von der Obhut des Menschen ihre Kälber großzuziehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Tiergesellschaften spielen die Männer dabei eine nicht nur unerhebliche Rolle:
Zeus soll sich der Legende nach einer seiner vielen Angebeteten in der Gestalt des Stiers genähert haben. Ihr Name war Europa. Seither gilt der Stier als Sinnbild unbeugsamer Manneskraft, weil sich die Menschen keine andere Vorstellung von einem Stier machen konnten.
Nach der „Rückkehr des Zeus“ am 4.7.20043 erschien der Stier vor dem verzerrten Bild der Schöp­fung, das der Mensch sich von ihr macht, in einer vollkommen veränderten Gestalt.. Eine Gestalt, die für Frauen nicht weniger attraktiv sein dürfte als das „klassische“ Bild, das man gewöhnlich von einem Stier hat. Der Stier versinnbildlicht nämlich in erster Linie soziale Kompetenz, Sanftmut und Führungsverantwortung.
Alles begann im Sommer 2004 ganz harmlos. Ich machte mich auf die  Suche nach einer eingängi­gen Metapher für das perpetuum mobile, jener Maschine, die ohne Energiezufuhr ständig Energie abgeben kann. Die Almigurth-Reklame brachte mich auf die Spur. Darin wurde zeitweise der Slo­gan verwendet: „Wir geben unser Bestes“ – „Quatsch“, dachte ich, „die Kuh gibt keine Milch, der Bauer nimmt sie ihr weg“. Denn die Schöpfung hat die Milch dem Kalb zugedacht und nicht dem Bauern. Und damit war der zu beschreibende thermodynamische Kreisprozeß schon fast geschlos­sen. Der Bauer mußte nur noch die Kuh mit ihrer eigenen Milch füttern. – Ich glaube, auch dem Einfältigsten dürfte klar sein, daß eine Kuh, die nur mit ihrer eigenen Milch gefüttert wird, bald ver­endet. Ich glaube, auch der Einfältigste wird den Bauern, der seine Kuh nur mit ihrer eigenen Milch füttert, zutreffend für nicht mehr ganz dicht halten.
Es ging scheinbar so harmlos weiter. Ich schaltete meinen Fernseher ein, und zwar genau um 15.15 Uhr. Es begann gerade eine Sendung aus der Rei­he „Abenteuer Wildnis“. Der Titel war ganz inter­essant: „Die wilde Seele unserer Haustiere“. Also schaute ich mir die Sendung an. Ich hätte es mir nicht träumen lassen, aber seit Karel Zemans „Reise in die Urwelt“ kann ich mich nicht erinnern, von einem Film so fasziniert gewesen zu sein.
In diesem Zusammenhang wurde ich am Bildschirm Zeuge einer Auseinan­dersetzung zwischen zwei rivalisierenden Stieren. Ein „Youngster“ maßte sich an, sich mit einem zum „Establishment“ gehörenden Stier zu messen. Am Ende verdrängte er den „Etablierten“ nicht nur aus seiner sozialen Rangstellung, er nahm ihm sein „Amt“. Spontan brachte sich mir „der kleine Stowasser“ in Erinne­rung. In diesem lateinisch-deutschen Standard­wörterbuch wird das Wort „praesidere“ mit „schüt­zen“ bzw. „decken“ übersetzt. – (Na,na! „Decken“ meint nicht das, was Sie jetzt spon­tan im Zu­sammenhang mit dem Stier denken, sondern das militärische Decken)
Der Stier, der seinen „Rivalen“ „besiegt“ hatte, übernahm unverzüglich dessen „Amt“, das darin be­steht, die ziehende Herde nach hinten gegen Gefahren abzuschirmen.
Der Stier, der die Herde anführt, trägt die größte Verantwortung. Er allein entscheidet darüber, ob eine unbekannte Situation für die Herde bedrohlich ist oder nicht. Die Herde folgt blind seiner Ent­scheidung. Mit anderen Worten, macht er einen Fehler, kann dies den Untergang der Herde zur Fol­ge haben. Der Leitbulle ist der eigentliche „Präsident“ der Herde; die anderen Stiere will ich einmal  als Vizepräsidenten bezeichnen –  Geschützt durch die Kompetenz des „Präsidenten“ und seiner „Vize“ kön­nen die Kühe in aller Ruhe ihren Nachwuchs großziehen. Sie verfügen dabei sogar über eine Einrichtung, die wohl als einzige mit einer vom Men­schen erschaffenen Institution gleichge­setzt werden kann: sie bilden einen Kindergarten. Während das Gros der Herde ihrer alltäglichen Beschäfti­gung nachgeht, spielen die Kälber unter der Aufsicht einiger Kühe.
Nun könnte Ihnen einfallen, sich für die „beherrschende Lebensform“ des Planeten Erde zu halten. Als solche könnten Sie geneigt sein, auch von den Uria-Rindern Ihren Tribut in Form von Milch zu fordern. Ich kann davon nur abraten, denn ein echter Bulle ist in Ausübung seines Amtes humor- und kompromißloser als ein New Yorker Cop. Er wird Ihnen unmißver­ständlich klarmachen, daß Mutter Erde die Milch den Kälbern zugedacht hat. Und er wird Sie, notfalls unter Anwendung un­mittelbaren Zwangs, samt Ihrem Milchkännchen zum Teufel jagen. Und wenn wirklich ern­sthafte Gefahr drohen sollte, machen die Stiere wie auf Kommando gemeinsam Front. – Wohlgemerkt, „wie auf Kommando“ und nicht „auf Kommando“! Denn der Leitstier kommandiert keines seiner Herdenmit­glieder in der Gegend herum. Er gibt nur Signale von sich, die von den an­deren als Auf­forderung zum gemeinsamen Handeln verstanden werden.
Im „Innenverhältnis“ freilich sind Bullen regelrechte „Weicheier“, vom Bild des „wilden Stiers“ bleibt hier nichts, aber auch gar nichts übrig: das Sexleben der Rinder ist nicht leicht zu beobachten, denn wenn sich eine Kuh in einen Bullen verguckt hat, schlagen die beiden sich im Anschluß an ausgiebige Liebesbezeugungen nach einiger Zeit „in die Büsche.“ Das ist durchaus sinnvoll, denn bei dieser Art von Beschäftigung vergessen wohl auch Rinder Raum und Zeit und sind damit an­greifbar.
Rinderkindern in „freier Wildbahn“ geht es augenscheinlich erheblich bess­er geht als Millionen von Menschenkindern in aller Welt, daher sei mir die Frage erlaubt, wer in Gottes weitem Rund die wahren Hornochsen sind.
Wie über die Bienen offenbart sich auch über die Rindviecher das grundsät­zlich falsche Bild, das wir uns von unserer Stellung in der Evolution machen:
Die Kuh „gibt“ keine Milch, der Bauer hindert sie vielmehr durch das Melken am „Abstillen“, ob­wohl ihr Kalb in vielen Fällen längst als Medail­lon, Schnitzel oder Haxe der Freßlust des Menschen zum Opfer gefallen ist.
Aber wehe ein Braunbär wie „Bruno“ reißt ein Kalb oder greift der Biene Maja in die Waben! Flugs wird er zum „Problembären“ erklärt und stan­drechtlich erschossen!
In Wahrheit sind all die vielen Tüten Milch und die vielen Gläser Honig, die wir im Supermarkt fin­den, nichts anderes als Diebesgut. Ein qualitativ­er Unterschied zum Inhalt des „Staatssäckels“ be­steht nicht.“  ( https://www.triboox.de/manuskripte/biene-maja-der-glueckliche-loewe-und-die-sozialversicherung/tV0L0yXCgcfa/ – S. 29ff)

Die „Lila Kuh“ hat – hoffe ich – nicht nur ihre Farbe geändert, sondern auch ihre Gestalt.


Der Mond – ein „Abkömmling“ der Erde? – Wenn ja, wieviele Erden mag es geben?

März 29, 2012

Mond-Entstehung: Gesteinsanalyse stellt Crash-Theorie in Frage – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft.

Wie schön, die favorisieerte Theorie der Mondentstehung, nämlich der „Einschlag“ eines Himmelskörpers von der Größe des Mars hätte den Mond aus der Erde „herausgeschlagen“, hat Risse bekommen, und zwar Risse, die wohl nicht mehr zu kitten sind.

Damit erhält langfristig die „Abspaltungstheorie“, die von einer Abspaltung der Mondmasse aus der „früher“ flüssigen Erde ausspricht, erneut Aufwind. – Und das ist gut so!

Was die „Inneren Planeten“ des Sonnensystems angeht, werden diese als „Festkörper“ angesehen. – Sie sind es mitnichten. Auch Die Erde und selbst der Mond sind immer noch flüssig.  Die aus unserem Blickwinkel wahrnehmbare starre „Kuste“ ändert am flüssigen Zustand der Planeten nichts.

In diversen Fernsehsendungen wurde die „Einschlagstheorie“ hinreichend mit Computeranimationen unterlegt. –  Bei all diesen fällt auf, daß die folgen des Einschlags die Erde in Trümmer schlagen als wäre sie eine Kristallkugel. – Und das funktioniert eben nicht.

Als Atlas mal austreten mußte, , bat er Herakles, die Erdkugel zu tragen. Wenn Atlas mich um den gleichen Gefallen bäte, würde ich die Erde einfach mal fallen lassen und zusehen, was passiert:

Die Erde würde nicht auf dem Boden zerspringen. Nein, sie würde vielmehr eine ähnlich klebrige Schweinerei anrichten wie ein rohes Ei. – Aber, welch Wunder, unter dem Einfluß der eigenen Schwerkraft würde sie sich genaus so wieder selbst organisieren, wie sie es vor langer Zeit getan hatte. – Vielleicht schlägt bei der nächsten Spacelab-Mission einfach mal einer ein rohes Ei auf und guckt genau hin, was passiert.

Das Sonnensytem ist kein Uhrwerk. Auch das Uhrenmuseum in Furtwangen beherbert ein Abbild des Sonnensystems, aber auch das ist nur ein Modell, dessen „exakte“ Zeitangaben nur kurzfristiegn Wert haben. – Auch das Furtwangener Modell des Sonnensystems leidet an derselben Krankheit wie die Modelleisenbahn: Nicht alle Strukturen lassen sich maßstabsgerecht verkleinern, und zieht einer den Stecker heraus oder ist die Feder abgelaufen, kommt das ganze System zum Stillstand.

Die Sonne und ihre Planeten bilden hingegen ein nichtlinear-dynamisches System. Es ist ein Muster. Ich kann mir gut vorstellen, daß in 149.000.000 km von einem Stern der Sonnengröße langfristig nur ein Doppelplanet existieren kann, dessen Masseverhältnisse dem des Erde/Mond-Systems gleichkommen.  – Da unsere Sonne ein ziemlich durchschnittlicher Stern im Universum ist, könnte auch unser Sonnensystem ein ziemlich durchschnittliches sein, in dem die Materie ein verblüffend ähnliches Muster bildet. – 149.000.000 km vom Zentralgestirn entfernt existiert ein Doppelplanet mit flüssigem Wasser und lebender Substanz. – Die Erde – Massenware in den Grabbelkisten von Woolworth!

Ich kann mir das gut vorstellen. – Mangels kosmologischer Gegenbeweise stelle ich mir nur noch die Frage:

Muß ich mir das vorstellen?


Wir – die Erben der INSELAFFEN

März 6, 2012

Erbgut der Schimpansen – Differenzen zwischen Nachbarn – Wissen – sueddeutsche.de.

Das soll neu sein?

Bereits 1m Jahre 1999  vereöffentlichte das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie dieachfolgende Presseeerklärung. Entweder wurde sie von der Max-Plkanck-Gesellschaft irgendwann vom Server genommen, oder sie ist im „Rauschen“ der GOOGLE Informationen nur noch mit unvertretbarem Aufwand zu finden:

PRI B 17/99 (63)

4. November 1999

Kam der moderne Mensch durch ein „Nadelöhr“?

Die heutige Menschheit fing ganz klein an / Schimpansen sind genetisch wesentlich vielfältiger als Menschen zeigen neue DNA-Analysen

        Seit kurzem zählt man sechs Milliarden Menschen auf der Erde – verteilt über alle Kontinente sowie auf unzählige, nach Hautfarbe, Sprache, Religion, Kultur und Geschichte unterscheidbare Gruppen. Doch diese bunte Vielfalt ist nur „Fassade“. Denn auf molekulargenetischer Ebene, das zeigen jüngste Analysen an Schimpansen (Science, 5. November 1999), durchgeführt am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, bietet die Menschheit ein überraschend einheitliches, geradezu „familiäres“ Bild: Verglichen mit ihren nächsten tierischen Verwandten, den Schimpansen, sind alle derzeit lebenden modernen Menschen immer noch „Brüder“ beziehungsweise „Schwestern“…

Eine neue Studie aus dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig läßt folgern, daß Schimpansen-Unterarten im Vergleich zum Menschen eine höhere genetische Vielfalt haben – eine Feststellung, die früheren Forschungsergebnissen über die genetische Diversität von Schimpansen widerspricht. Diese Forschungsergebnisse haben Auswirkungen auf eine Reihe heftig debattierter Fragen, die vom Ursprung des modernen Menschen bis hin zum Schutz der Menschenaffen reichen. Die Untersuchungen untermauern auch die Theorie, daß kulturelle Unterschiede zwischen Schimpansenpopulationen wahrscheinlich nicht das Ergebnis einer genetischen Variation zwischen diesen Gruppen sind.

Die Molekulargenetik macht es heute möglich, die Entwicklungsgeschichte von Lebewesen zu rekonstruieren. Grundlage dieser „molekularen Ahnenforschung“ ist die Tatsache, daß die Erbinformationen an Desoxyribonukleinsäure – kurz DNA – gebunden sind: an lange Kettenmoleküle, die ähnlich einer Schrift aus nur vier verschiedenen Bausteinen, den Nukleotiden oder „genetischen Buchstaben“, zusammengesetzt sind.

Im Zug der Vererbung werden „Abschriften“ dieser molekularen Texte von einer Generation an die nächste weitergegeben. Doch dabei treten Mutationen auf, sozusagen „Kopierfehler“, und zwar mit einer für jede Spezies ziemlich konstanten Häufigkeit. Anhand vergleichender Sequenzanalysen – das heißt, aus der Zahl der molekularen Abweichungen innerhalb jeweils entsprechender DNA-Abschnitte – lassen sich deshalb die entwicklungsgeschichtlichen Abstände und Verwandtschaftsverhältnisse zwischen verschiedenen Lebewesen ermitteln.

Nach diesem Prinzip bestimmten und verglichen Prof. Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, und seine Mitarbeiter die genetische Variationsbreite von Schimpansen und Menschen. Als „Vergleichstext“ zogen sie dafür jeweils einen Abschnitt auf dem X-Chromosom heran, eine als Xq13.3 bezeichnete Sequenz. Sie untersuchten damit erstmals die DNA im Zellkern – im Unterschied zu früheren Analysen, die sich auf die DNA in den Mitochondrien bezogen. Die Mitochondrien-DNA weist höhere Mutationsraten auf als die DNA des Zellkerns und zeigt demnach evolutionäre Ereignisse auf kürzeren Zeitskalen.

Das mag mit ein Grund dafür sein, daß Pääbo und seine Mitarbeiter zu überraschenden, neuen Einsichten gelangten, die zum Teil älteren Befunden widersprechen. Die Forscher analysierten die Xq13.3-Sequenz von drei Unterarten der Schimpansen in Ost-, Zentral- und Westafrika sowie ihrer nahen Verwandten, den Bonobos. Ebenso wurde die Xq13.3-Sequenz von insgesamt 70 Menschen untersucht, die allen großen Sprachgruppen auf der Erde angehörten.

Das bedeutsamste Ergebnis dieser Vergleiche: Die Xq13.3-Sequenz wies bei den Schimpansen eine fast viermal so hohe Variabilität und damit ein fast dreimal so hohes Alter auf wie der entsprechende DNA-Abschnitt beim Menschen. Oder anders ausgedrückt: Zwei beliebig ausgewählte Menschen, die unterschiedlichen Sprachgruppen irgendwo in der Welt angehören, sind miteinander enger verwandt als zwei Schimpansen, die geographisch nahe nebeneinander in Afrika leben.

Diese erstaunlich geringe genetische Variabilität und ungemein enge Verwandtschaft aller Menschen läßt sich am einfachsten durch einen evolutionären „Flaschenhals“ erklären: durch eine Art „Nadelöhr“ auf dem Entwicklungsweg des heutigen modernen Menschen. Dieser Engpaß dürfte erst vor vergleichsweise kurzer Zeit, vor einigen hunderttausend Jahren, durchschritten worden sein – und damit lange nach der vor etwa fünf Millionen Jahren erfolgten Abspaltung der Hominiden von den Schimpansen.

Noch vor dieser Schlüsselstelle zweigten alle älteren Nebenlinien der Hominiden, darunter auch der Neandertaler, vom Entwicklungsweg ab. Und nur eine vergleichsweise kleine Population, vielleicht Überbleibsel eines vorhergehenden Zusammenbruchs, passierte schließlich den Flaschenhals, der zum heutigen, modernen Menschen führte – der dann in der Folge alle älteren „Hominiden-Modelle“ aus dem Feld schlug.

Weitere Ergebnisse aus der Analyse der Xp13.3-Sequenz betreffen die Beziehungen zwischen Schimpansen und Bonobos. Diese beiden getrennten Arten stehen sich offenbar näher als man bislang aufgrund anderer DNA-Analysen annahm: Einige Unterarten von Schimpansen sind genetisch voneinander weiter entfernt als jeweils vom Bonobo – ein Zeichen dafür, daß beide Primaten erst vor relativ kurzer Zeit getrennte Entwicklungswege eingeschlagen haben.

Außerdem schließt man aus der breiten genetischen Diversität innerhalb von Schimpansengruppen, daß „kulturelle“ Unterschiede zwischen solchen Populationen nicht genetisch begründet, sondern durch kulturelle Evolution bedingt sind – sich also ähnlich wie beim Menschen durch Tradition, durch Weitergabe erlernten Verhaltens, ausgeprägt haben.

Als nächstes Forschungsvorhaben wollen die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut in Leipzig auch die Xp13.3-Sequenz anderer Primaten, etwa der Gorillas oder Orang-Utangs, unter die Lupe nehmen. Die Frage ist, ob diese Primaten in puncto genetischer Variabilität mehr dem Schimpansen oder dem Menschen ähneln – ob also der moderne Mensch oder der Schimpanse unter den Primaten der „Sonderfall“ ist…

Originalarbeit:

Kaessmann, H., Wiebe, V., Pääbo, S. „Extensive Nuclear DNA Sequence Diversity Among Chimpanzees.“ Science 5 November 1999

Weitere Auskünfte erhalten Sie gern von

Prof. Svante Pääbo
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
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ISSN 0170-4656

Das MPI war aber nicht die einzige Institution, die auf das „Nadelöhr gekommen war:

Eine Forschungsgruppe um den Genetiker Lynn Jordy (University of Utah) ist zu dem Schluß gekommen, der moderne Mensch sei aus einer Population von allenfalls einigen zehntausend Individuen hervorgegangen, die vor etwa 70 bis 80.000 Jahren die Erde bevölkerten. Die Eruption eines Supervulkans soll nach dieser Ansicht die Weltbevölkerung dermaßen dezimiert haben, daß eben nur diese relativ kleine Menschheit übrigblieb.(Das Erwachen des Supervulkans ©NDR 2000, 5.12.2000)

Das würde allerdings voraussetzen, daß es nur eine einzige Menschheit gab und all die Neandertaler, die bis vor etwa 25.000 Jahren Zeitgenossen des „modernen“ Menschen waren, nicht zur Menschheit gehörten. Angesichts ihrer Vermessenheit ist diese Ansicht zu verwerfen. Außerdem fehlt jeder Beleg für ein analoges Massensterben im Pflanzen- und übrigen Tierreich aus jener Zeit. Dennoch dürfen wir die Grundlagen dieser These nicht achtlos beiseite schieben. Diese besteht nun einmal in der Erkenntnis, daß kaum mehr als 10.000 Menschen den Startpunkt für die Evolution unserer selbst bildeten. Demnach ist zu fragen, wie es geschehen konnte, daß einige Zehntausend Menschen sich von der übrigen Welt abspalteten und zu dem wurden, was wir heute noch repräsentieren? – Die Menschen standen, das dürfen Sie als sicher voraussetzten, seit Urzeiten in gegenseitigem Kontakt. Wodurch verlor diese Gruppe den Anschluß an die übrige damals lebende Menschheit? – Die Antwort auf diese Frage lautet sehr wahrscheinlich: Wasser.

Sie erinnern sich an Noah und seine Arche? – Bevor Gott die Erde flutete und alles Leben im Wasser versank, hieß er Noah eine Arche bauen und aus der Tierwelt der Umgebung je ein Paar an Bord nehmen. Dann läßt es der Herr vierzig Tage und vierzig Nächte regnen. Dann ist sein Werk

vollendet und seine ganze Schöpfung mit einem Schlag vernichtet. Nach 1. Mose 6 Vers 7 soll er gesagt haben: Ich will die Menschen, die ich ge schaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel, denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe.

Wie bei den Geschichten von Adam und Eva bzw. Kain und Abel fällt an dieser Geschichte zunächst einmal das widersprüchliche Verhalten Gottes auf. Hatte er noch bei der Schöpfung sein Werk für gut befunden, schienen seine Geschöpfe am Ende vom Pfade der Tugend abgekommen zu sein:

Vers 4: Es waren auch zu den Zeiten Tyrannen auf Erden, denn da die Kinder Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus Gewaltige in der Welt und berühmte Männer.

Vers 5: Da aber der Herr sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf

Erden und alles Dichten und Trachten nur böse war immerdar,

Vers 6: da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden und es bekümmerte ihn in seinem Herzen.

Seit der Geschichte von Kain und Abel wissen Sie, daß Mythen mitunter traumhaft verzerrte Darstellungen realer Vorgänge enthalten können; und einen Grund muß der Herr ja gehabt haben, seine Geschöpfe wieder zu vernichten. Zweckfreies Verhalten kann sich der Mensch kaum vorstellen, also muß es die Bosheit der Menschen gewesen sein.

Besonders stutzig macht hier die Verbindung des vollständigen Weltun tergangs mit der für eine bäuerliche Kultur gänzlich ungewöhnlichen Erwähnung des Schiffbaus.

Was passierte bei der Sintflut? 1. Mose 7 Vers 19: Und das Gewässer nahm überhand und wuchs so sehr auf Erden, daß alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden.

Jeder, der schon einmal mit einem Schiff gefahren ist, kennt den Anblick des von Horizont zu Horizont reichenden Wassers. Vor Erfindung der Seefahrt war den Menschen dieser Anblick verwehrt, auch dem Neandertaler.

Seit dieser die Weltbühne betreten hatte, kam es wiederholt zu erheblichen Klimaschwankungen. Der ständige Wechsel zwischen Kalt- und Zwischeneiszeiten ließ den Spiegel der Weltmeere mehrfach stark ansteigen und wieder absinken. Der „Tidenhub“ vom Höhepunkt der letzten Vereisung vor 18.000 Jahren bis zum heutigen Normalnull des Wassers beträgt satte 130 Meter!(Press/Sievers, Allgemeine Geologie, S. 346)

Zieht man also in Betracht, daß es gar nicht so lange her ist, daß Menschen über die Beringstraße zu Fuß von Asien nach Amerika und von der Themse an die Seine gelangen konnten, haben wir die „Wiege“ der heutigen Menschheit vermutlich nicht in Ostafrika zu suchen, sondern vielmehr vor der heutigen ostafrikanischen Küste, irgendwo auf dem Kontinentalschelf.

(Bei der Suche nach unserem „Kinderbettchen“ dürfte sich eine Computersimulation anbieten, die die Küstenlinie Afrikas nachzeichnet, wie sie vor etwa 70 – 80.000 Jahren aussah. Findet sich dort ein Hochplateau, das flächenmäßig zehn- bis zwanzigtausend Menschen unter Jäger- und Sammlerbedingungen ernähren konnte, so könnte es sich lohnen, im Schlamm zu wühlen.)

Die „Sintflut“ könnte man nämlich auch als Erinnerung an eine kollektive optische Täuschung interpretieren.

[…Die Insel hatte ich Lynn Jordy zu Ehren „Bottleneck“ getauft. – Hier wurde der „moderne Mensch“ zu dem, was er heute noch ist. – Nicht die „Krone der Schöpfung“; auch nicht ein Ruhmesblatt für alle anderen Schöpfergötter. – Der Mensch kam ans Arbeiten, neben den genetischen Beweisen ein weiteres Indiz für die „Inseltheorie“:

 Es sieht also ganz danach aus, als würde ein Neandertaler auf den Versuch eines Missionars, ihm das fünfte Gebot zu erläutern, mit Kopfschütteln reagieren: „Seid ihr nicht ganz dicht? Habt ihr keine Tötungshemmung? – Ihr bringt Eure Nachbarn und Verwandten einfach so um? Dann habt Ihr das fünfte Gebot wirklich bitter nötig!“ Und damit hat er vollkommen recht, der Herr Neandertaler, denn einzig und allein der moderne Mensch ist in der Lage, einen Freund zum Feind zu erklären und allein aus diesem Grund zu töten.

Wir werden auf diese Einstellung des modernen Menschen zum Leben seiner Mitmenschen im Zusammenhang mit seinem „Erfolg“ auf dieser Erde noch zurückkommen müssen. Doch zuvor gilt es einen Beweis neu zu würdigen, der bislang immer als Beleg für die überlegene Intelligenz des modernen Menschen herhalten mußte. Es handelt sich dabei um den

„Fortschritt“ in der Herstellung von Feuersteinwerkzeugen. Dieser ver meintliche Fortschritt läßt nämlich Rückschlüsse auf die Abspaltung der

„modernen“ von der „klassischen“ Variante des Menschen zu:

Die Faustkeile der frühen Erectus – Kultur ließen sich mit etwa 25 Schlägen in einem Arbeitsgang fertigen, bei den späteren waren schon zwei Arbeitsgänge mit insgesamt 65 Schlägen erforderlich. Für ein Messer des Neandertalers bedurfte es drei Arbeitsgängen mit 111 Schlägen (Moustérien-Technik); demgegenüber erfordert ein nach der Aurignacien- Technik hergestelltes Messer des Crô – Magnon – Menschen 251 Schläge in neun Arbeitsgängen.

Der Mensch ist ein Produkt der Evolution. Dem Prinzip des geringsten Zwangs folgend betreibt auch er im Regelfall nicht mehr Aufwand, als er muß. Unsere Freunde vom Erectus – Typ kamen mit ihren Werkzeugen über Hunderttausende von Jahren gut zurecht. Warum also sollten sie ihre Werkzeuge groß verfeinern? – Auch der Neandertaler wäre wahrscheinlich mit den von ihren Vorfahren ererbten Technologien zufrieden gewesen, wenn nicht die neuen Lebensbedingungen der Eiszeit sie gezwungen hätten, ihre Werkzeuge den Verhältnissen anzupassen. Und, das ist meines Erachtens die entscheidende Frage, warum bestand diese Anpassung gerade in der Verfeinerung der Werkzeuge?

Auf der Insel Rügen gibt es Feuerstein in Hülle und Fülle. Jeder kann sie in den Feuersteinfeldern aufsammeln und versuchen, sie als Rohstoff für Werkzeuge auf den Markt zu bringen. Freilich interessiert sich niemand mehr für Feuerstein als Rohstoff. Als der klassische Neandertaler der letz- te Schrei der Natur in Europa war, lagen die Dinge noch anders und die Feuersteinfelder Rügens unter einer mächtigen Eisdecke verborgen. Merk- würdig, aber die Antwort auf die obige Frage scheint offen vor unseren Augen zu liegen, freilich erst seit einer Zeit, da niemand mehr an Werk- zeugen aus Feuerstein interessiert war.

Als das Eis die Feuersteinfelder Rügens wieder freigab, war es für die Feuersteintechnologie bereits zu spät geworden. In anderen Teilen der Welt förderte man Knollen von besserer Qualität aus dem Boden, kurz darauf fertigte man die ersten Werkzeuge aus Metall.

Um ein klares Bild zu erzielen, müssen wir uns in die früheste Steinzeit versetzen:

Wenn Ihnen die Zivilisation einmal zu langweilig wird, fahren Sie nach Rügen, holen Sie sich eine Feuersteinknolle und setzen Sie sich an den Strand. Nehmen Sie ein Buch mit, in dem auch die „primitiven“ Werkzeuge unserer Freunde der Erectus – Kultur abgebildet sind.

Sie sind nun ein intelligenter Mensch des ausgehenden 20. Jahrhunderts und ihren Vorfahren weit überlegen. Erinnern Sie sich an die „stupide Steineklopferei“?:

Über eine Million Jahre, so lässt sich aus den kulturellen Überbleibseln der Urmenschen schließen, klopfte er stumpfsinnig auf Steinen herum“ Weiter heißt es: Der Bau von Speeren und Äxten erforderte besondere intellektuelle Fähigkeiten, die sich gravierend vom stupiden Steineklopfen der frühen Urmenschen unterschied.120

– Na dann frohes Schaffen! Aber seien Sie am Ende nicht enttäuscht. Sie werden es nämlich nicht fertigbringen, innerhalb Ihres Urlaubs auch nur ein halbwegs brauchbares Werkzeug, geschweige denn einen Faustkeil herzustellen, der der „primitivsten“ Stufe auch nur annähernd ähnlich sieht und dessen Funktionen erfüllen kann. Von wegen stupides Steineklopfen: die Herstellung von Steinwerkzeugen hat wenig mit „Intelligenz“ zu tun, mehr mit der Bildhauerei. Es erfordert Übung, Erfahrung und ein Gefühl für das Instrument, das man handhabt. Vor allem aber braucht man eine Vorstellung von dem, was am Ende herauskommen soll.

Bereits zu Beginn der Neandertaler-Ära hatte die Menschheit etwa drei bis dreieinhalb Millionen Jahre gesammelt und gejagt, ohne daß sich an den allgemeinen Lebensumständen etwas geändert hatte. Die ihnen zur Verfügung stehenden „primitiven“ Werkzeuge aus Stein dienten immer denselben Zweck, nämlich dem Bearbeiten von Fleisch, Häuten und Knochen.

– Allenfalls noch der Herstellung von Holzgeräten, etwa dem Schlagen und Zuspitzen hölzerner Speere. Diese allgemeinen Lebensumstände änderten sich weder nach dem Erscheinen der Neandertaler noch nach dem ersten Auftreten des „modernen“ Menschen.

Der „Technologiesprung“ von 25 Schlägen in einem Arbeitsgang auf neun Arbeitsgänge mit 251 Schlägen läßt sich mit höherer Intelligenz kaum erklären, denn am Ende dieser vielen Arbeit stehen zwar „Spezialwerkzeuge“, die in ihrer Gesamtheit aber auch nicht mehr leisten als ein gut durchdachter simpler Faustkeil. Jeder Betriebswirt würde sich ob des Aufwands, den Neandertaler und erst Recht Crô-Magnon-Menschen bei der Herstellung ihrer Steinklingen betrieben, die Haare raufen, denn die Arbeitskosten für die Fertigung dieser filigranen Petrefakte sind unter ökonomischen Aspekten immens hoch.

Die hohen Herstellungskosten könnten sich allerdings als notwendiges Übel herausstellen, wenn man die Kosten des Ausgangsmaterials berücksichtigt.

Menschen haben zu allen Zeiten die verschiedensten Steinsorten als Werk- zeuge verwendet. Eindeutiger Favorit war aber der Feuerstein wegen seiner besonderen Splittereigenschaften. Obsidian, schwarzes vulkanisches Gesteinsglas, hat ähnliche Eigenschaften und wurde damit – zumindest in Amerika – in bestimmten Gegenden der einzige echte „Konkurrenzwerkstoff“ zum Feuerstein. Aber nicht überall, wo die frühen Menschen siedelten, gab es Feuerstein oder Obsidian, Feuersteinknollen finden sich in Kreidefelsen, Obsidian in der Nähe von Vulkanen. Zur Beschaffung der begehrten Rohstoffe für ihre Werkzeuge waren die Menschen der Steinzeit also zumindest seit Erectus’ Zeiten auf den Handel angewiesen.

Wie hoch Feuerstein beim Übergang zur Kupferzeit an steinzeitlichen

Börsen gehandelt worden wäre, zeigt sich daran, daß unsere Crô-Magnon

– Vorfahren nicht mehr genug Feuersteinknollen an der Erdoberfläche aufsammeln konnten. Es hat sich für sie rentiert, Schächte in die Kreidefelsen Englands und in entsprechende Gesteinschichten Bayerns abzuteufen und tiefe Stollen zu graben, um den begehrten Rohstoff zu gewinnen.

(Der Spiegel, 21.10.02 S. 221)

Wäre die heutige Menschheit immer noch auf den Feuerstein angewiesen, man würde ihn wohl mit Diamanten aufwiegen.

Wesentlich plausibler erscheint mir daher im Zusammenhang mit der Verfeinerung der Abschlagtechnik eine Rohstoffverknappung, die den menschlichen Erfindungsgeist herausgefordert hatte. Der Mensch hatte das Bücken gelernt, denn offenbar waren bereits die Neandertaler dazu gezwungen, sich nach jedem Abschlag auch die Bruchstücke genau anzusehen, die ihre Vorfahren noch als Abfall betrachtet hatten. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn klimabedingt lag ein Teil der Rohstoff- vorkommen über lange Zeiträume hinweg unter dem Inlandeis begraben.

Unsere Vorfahren vom Erectus – Typ lebten vergleichsweise im Paradies. Sie konnten sich damit begnügen, aus einem Pfund Feuerstein nur 5 bis

20 cm Schnittkante herauszuholen. An dieser Stelle erinnere ich nochmals daran, daß alle Steinwerkzeuge der Welt ausschließlich dem Zweck dienten, Fleisch, Fell, Knochen und gelegentlich ein wenig Holz zu bearbeiten. Der Neandertaler war bereits gezwungen, seinen Einfallsreichtum darauf zu verwenden, aus einem Pfund Feuerstein 100 cm Schnittkante herzustellen. Mehr, so wird man aus ökonomischen Gründen fordern müssen, waren nicht erforderlich.

Ganz anders verhält es sich beim „Übergang“ zum rezenten Menschentyp: Der „Technologiesprung“ vom Moustérienmesser des Neandertalers zur

Aurignacienklinge des Crô-Magnon ließ nicht nur den Arbeitsaufwand

zur Herstellung einer scharfen Klinge um mehr als 100 % ansteigen, die Gesamtlänge der Arbeitskante, die aus einem Pfund Feuerstein herausgearbeitet wurden, wuchs auf die Länge von 12 Metern. (vgl. Constable aaO, S. 125). Ohne Veränderung des ursprünglichen Werkzeugzwecks, nämlich der Bearbeitung von Fleisch, Fellen, Knochen und ein wenig Holz erscheint ein solcher Arbeitsaufwand schon fast als übertriebener Luxus.

Also muß man doch die Frage stellen, warum der nach bisheriger Auffas- sung intelligenteste aller Hominiden derartig unwirtschaftlich handelt. Nach gängiger Lehrmeinung unterscheidet sich Crô-Magnon nicht mehr vom gegenwärtigen Menschen. Dieser aber wird auch mit dem Beinamen Homo oeconomicus belegt. Das ist der Mensch, der streng rational und nur auf seinen Vorteil bedacht handelt. Das paßt alles nicht zusammen. Und erneut sollte uns an dieser Stelle die „primitive Steineklopferei“ zu denken geben.

Wir haben bislang nur die formale Zweckbestimmung der Steinwerkzeuge betont, nämlich die Bearbeitung von Fellen, Fleisch, Knochen und Holz. Dahinter steht aber ein anderer, übergeordneter Zweck: das Überleben; und dazu reichten die „primitiven“ Werkzeuge allemal aus. Warum also leisteten sich unsere Vorfahren den Luxus filigraner Werkzeuge, wo die groben es doch auch taten? Immerhin bedeutet der hohe Arbeitsaufwand einen offensichtlichen Verstoß gegen das Prinzip des geringsten Zwangs, der auch das Evolutionsgeschehen beherrscht.

Die Menschen, die sich später anschickten, die Erde zu dominieren, hatten wohl ursprünglich keine andere Wahl, als auch noch aus dem letzten Splitter einer Feuersteinknolle etwas Brauchbares herauszuholen. – Dieser Umstand deutet auf eine geradezu dramatische Verknappung des Roh- stoffs Feuerstein hin. Der Mensch war, wie wir gesehen haben, auch damals schon auf den Handel angewiesen; der Rohstoffmangel basiert daher vermutlich auf einem Handelshemmnis, das fast an ein Embargo oder einen Boykott erinnert.

Die Ereignisse am Ende der Steinzeit erhärten den Verdacht auf eine dramatische Feuersteinverknappung:

Wenn es sich schon lohnte, die Knollen tief aus dem Leib der Mutter

Erde graben, lag das Bedürfnis nach Ersatz bereits in der Luft.

Am Ende der Jungsteinzeit, also vor etwa 7.000 Jahren, war das Töpfer- handwerk bereits mindestens 2.000 Jahre alt. Die ältesten bislang gefundenen Keramiken stammen zwar aus Japan, aber das heißt noch lange nicht, daß Menschen in anderen Teilen der Welt nicht auf denselben Trichter gekommen wäre. Denn auch heute noch, bekanntestes Beispiel ist die Erfindung des Telefons, werden Erfindungen in verschiedenen Erdteilen unabhängig voneinander gemacht. Und die Abwesenheit eines Beweises für einen Vorgang ist schließlich kein Beweis dafür, daß der Vorgang nicht stattgefunden hat.

Die Herstellung von Keramikwaren ohne Feuer ist nicht denkbar. Und die jungpaläolithischen Töpfer werden in Gegenden mit entsprechenden Erz- vorkommen nach dem Brennen ihrer Waren immer wieder Metallklumpen gefunden haben. Diese hatte das Feuer aus den Wandsteinen ihrer Brennöfen herausgeschmolzen. Sie werden gemerkt haben, daß sich das Zeug der Form von Hohlräumen anpaßte und verformen ließ. Damit lag die Erfindung von Metallwerkzeugen geradezu in der Luft. Das relativ leicht schmelzbare, dennoch ausreichend feste Kupfer machte den Anfang.

Rund 2.000 Jahre brauchten die Menschen, um die wesentlich härtere Bronze zu „erfinden“. Bronze ist eine Legierung von rund 90% Kupfer und 10% Zinn. Forschungslaboratorien, wie wir sie heute kennen, gab es damals nicht. Aber Betrüger, die gab es damals wie heute. Und angesichts dessen ist es erstaunlich, warum es so lange gedauert hat, bis die Bronze „erfunden“ war: Nahezu von Anfang an wird es Hersteller und Händler gegeben haben, die der Versuchung nicht widerstehen konnten, ihren Profit dadurch zu steigern, daß sie Kupfer mit Metallen wie Blei und Zinn „streckten“. Der Schmelzpunkt von Zinn und Blei ist erheblich niedriger als der von Kupfer. Unter diesem Gesichtspunkt war die Bronzezeit eine unausweichliche Phase in der Menschheitsgeschichte. – Ihre Taufpaten aber waren Lug und Trug.

Vor rund 3.000 Jahren war dann in Europa und Asien der Markt ziemlich leergefegt. Die Kupferminen waren weitgehend ausgebeutet, der Preis für Kupfer stieg in schwindelerregende Höhen. Ähnliches widerfuhr den Zinnminen Europas und Asiens. Die Menschen fingen an, sich mit dem erst bei wesentlich höherer Temperatur schmelzenden Eisen zu beschäftigen. Man siedelt den Beginn der Eisenzeit etwa zu Beginn des ersten vor- christlichen Jahrtausends an. Es sollten seitdem fast dreitausend Jahre ver- gehen, bis der Mensch lernte, Eisen zu gießen und den Stahl herzustellen, der abgewrackt auf den Schlachtfeldern und am Meeresboden zurückblieb. – Welch eine Verschwendung von Rohstoffen und Energie.

Die vergangenen Weltkriege und der vor uns liegende drehen sich nur um ein Thema: Rohstoffe und Energie. – Es sieht ganz danach aus, als sei der „moderne“ Mensch von allen guten Geistern verlassen. Das Handelswesen Mensch hat augenscheinlich, was Energie und Rohstoffe angeht, das Vertrauen in den Handel verloren. Die Angst vor Embargo und Boykott sind offenbar so tief verwurzelt, daß der Mensch bereit ist, mehr Energie auf die Eroberung von Rohstoffvorkommen und Energiequellen aufzuwenden, als er durch Handel aufwenden müßte. Ist dieses aberwitzige Verhalten auf eine uralte kollektive Erinnerung an ein gravierendes Handelshemmnis zurückzuführen?

Wie kommt das? – Der Neandertaler wird den „modernen“ Menschen nicht boykottiert haben.

Boykott und Embargo sind Handelssanktionen, die darauf abzielen, den Boykottierten zu isolieren. Ein Abreißen des Handels, eine Isolation, kann aber auch ganz einfache natürliche Ursachen haben kann.

Eine solche natürliche Ursache wäre die Isolation einer Population aufgrund von Umweltveränderungen. Die Abgeschiedenheit, der mangelnde Kontakt zu Artgenossen läßt den Verdacht aufkeimen, daß die Theorie, der rezente Mensch habe sich in einem isolierten Bereich Afrikas entwickelt, sich als zutreffend erweist.

[Die ganze Geschichte ist hier nachzulesen, und zwar ab S. 157:australopithecussuperbus (Manuskript)

 

 

 

 

 

 


Leben in der Finsternis: Von wegen „Grusel-Skorpion“

Februar 16, 2012

Leben in der Finsternis: Grusel-Skorpion in vietnamesischer Höhle entdeckt – Nachrichten Wissenschaft – WELT ONLINE.

Was ist an diesem Skorpion so Besonderes? – Daß er keine Augen hat? Daß er farblos ist? – Dieses Schicksal teilt er mit vielen anderen Höhlenbewohnern.

Die Frage ist doch, warum derartige Krüppel überhaupt existieren, obwohl sie – im wahrsten Sinne des Wortes -augenscheinlich den Anforsderungen des „Darwinismus“ nicht annähernd genügen. Eigentlich hätte die „Selektion“ sie aussortieren müssen. Der darwinistische „Hilfsansatz“, wonach Strukturen, die nicht „gebraucht“ werden, rudimentieren, also verkrüppeln, verfängt nicht. Wir sind selbst der beste Beweis: obwohl kaum eine unserer Mütter ein Fell hat, funktioniert der Klammerrefdlex beim menschlichen Säugling so hervorragend wie bei anderen Affenkindern auch.

Betrachtet man die Evolution hingegen als dynamisches System, in dem der „Druck“ von den Organismen kommt, ist die Sache ganz einfach:

Die Besiedlung der Insel Surtsey durch eine Vielzahl von Lebewesen beweist, daß ein neuer Lebensraum rasch besiedelt wird. Surtsey wurde Mitte der sechziger Jahre durch einen Vulkanausbruch vor Island geschaffen.
– Wir wissen es nicht, aber viele Pflanzen und Tiere, die heute auf Surtsey leben, hätten ohne diese Insel vermutlich keine Chance gehabt. Nur ein Beispiel: Das Samenkorn einer Pflanze, deren Nachkommen heute auf Surtsey beheimatet sind, hätte nie keimen können, wenn es an derselben Stelle bereits 1960 von einem Vogel „abgeworfen“ worden wäre.
Die von Mount St. Helens verwüstete Landschaft erholte sich ebenfalls erstaunlich schnell. So erstaunlich ist das aber nicht mehr, wenn man die belebte Natur als laminares System ansieht. Organismen fließen in den frei gewordenen Lebensraum zurück. Das werden sie auch nach den – für menschliche Maßstäbe – verheerenden Waldbränden des Jahres 2000 tun. Die Zeiträume, in denen das geschieht, kommen uns nur sehr lang vor, tat- sächlich aber wird dies im Handumdrehen geschehen.
Das gesuchte Spannungsverhältnis entspricht also der Differenz zwischen freiem Lebensraum und dem Fortpflanzungspotential der Gesamtheit der Organismen. Da die Menge aller Organismen aus den   Teilmengen der einzelnen Fortpflanzungsgemeinschaften gebildet wird, erscheint es zulässig zu sagen, daß über das Fortpflanzungspotential jeder Organismus auf seine Umwelt einen Fortpflanzungs- oder Reproduktionsdruck ausübt.
Sie erinnern sich an meine Ausführungen über das gemeine Gänseblümchen? – Jedes Jahr fallen Millionen von Gänseblümchen den chemischen Angriffen des Menschen zum Opfer; kaum aber sind die letzten verendet, keimen die ersten schon fast wieder. Gänseblümchen haben eine hohe Reproduktionsrate. Mit der Zeit läßt die Wirkung der Gifte nach. Der Reproduktionsdruck läßt die Gänseblümchen einfach auf die Wiese zurückfließen.

Viele Tiere, die unter der Erde leben, können nicht sehen; ihre Augen sind, wie der Biologe sagt, nur rudimentär angelegt, also nicht voll entwickelt. Biologen erklären dieses Phänomen regelmäßig damit, daß Organe, die nicht gebraucht werden, verkümmern. Damit wird aber keine Erklärung dafür geliefert, was Maulwürfe unter der Erde und Höhlenbewohner ins Dunkel der Höhle getrieben haben. Im Dunkel der Höhle verliert sich vor allem die Frage, welchen evolutionären Vorteil das bringen soll.
Eine Höhle, die aus irgendwelchen Gründen einen Lebensraum darstellt, wird irgendwann von Lebewesen zufällig aufgesucht. Tiere, die Angst vor der Dunkelheit haben, werden sich nicht in die Höhle hineinwagen. Nun kommt es immer wieder vor, daß Nachkommen gezeugt werden, die blind sind. Blindgeborene gibt es schließlich nicht nur unter Menschen. Wenn der Zufall die Mütter der Blinden in die Nähe einer Höhle verschlagen hat, bot die Höhle den Blinden, die den Unterschiede zwischen Licht und Dunkelheit nicht kannten, eine Überlebenschance, und damit eine Chance, Nachkommen zu zeugen. Wenn in der Höhle keine Monster hausten, bekamen alle blinden Nachkommen unter dem schützenden Dach die Gelegenheit, sich fortzupflanzen. Damit war der Widerstand gegenüber einer Ausbreitung der „blinden“ Variante praktisch Null, einer positiven Rückkoppelung zur Ausfüllung des Lebensraums stand nichts im Wege.“  (G. Altenhoff, Australopithecus Superbus, S. 39ff)

Damit ist der ‚“Grusel-Skorpion“ nicht gruseliger als die Spinne an der Wand, die mich mit ihren acht Augen begutachtet und denkt: „Warum hat der Kerl bloß Angst vor mir?“


Kaplan des Teufels? – Darwins läßliche Sünde

Dezember 29, 2011

PHOENIX – Charles Darwin – Kaplan des Teufels?.

Die von Charles Darwin durchgeführte „Beweisaufnahme“ ist in keinster Weise anfechtbar. – Auch sein Schluß auf die Evolution hält jeder Revision stand. Allein seine „Beweiswürdigung“ ging fehl:

„Darwin selbst hatte festgestellt, daß Haustierzüchtungen, denen man gestattet, sich ohne Selektion zu vermehren, schon nach wenigen Generationen wieder mehr oder weniger zum Wildtyp zurückkehren. Trotz der augenscheinlichen Vielfalt ist die tatsächliche genetische Vielfalt äußerst gering; künstlich selektierte Merkmale sind nicht stabil. Sich selbst überlassene Hausschweine gewöhnen sich leicht an die Freiheit, sie bekommen mehr Borsten, die Hauer wachsen nach, und die Frischlinge kommen gestreift zur Welt. Man hat über 100 Goldfischvarietäten, mitunter groteske Formen mit Auswüchsen am Kopf und hervorquellenden Augen, in einem Teich ausgesetzt. Man ließ sie unbehelligt und sie nahmen bald wieder ihre ursprüngliche Gestalt an.“10

„Zudem zeigt die Tierzucht auch die Grenzen des Variation- Selektions- prinzips auf. Trotz aller Unterschiede bleiben Hunde Hunde, auch wenn man sie kreuzt oder wenn man Wolfsbastarde züchtet. Auch die durch Domestikation hervorgebrachten Rassen von Katzen, Tauben und ande- ren Arten gehören nach wie vor zur Spezies ihrer Vorfahren. Den Züch- tern sind die Grenzen ihres Wirkens durch das Reservoir an Variationen, das in der Spezies vorliegt, vorgegeben“.11

Der Zwang, bei der Züchtung eine Auswahl treffen zu müssen, offenbart die Neigung der Natur zur Vielfalt. Zuchtrassen leiden trotz augenfälliger Unterschiede unter genetischer Verarmung. Das aber kann nur ein Indiz dafür sein, daß die genetische Differenz zwischen dänischer Dogge und Dackel im Bereich dessen liegt, was man Nuance nennt.

Darwin kannte aus eigenem Erleben die Tätigkeit von Tier- und Pflanzen- züchtern. Er hat gesehen, daß bei jeder neuen Generation eine Verände- rung gegenüber der vorangegangenen eingetreten war. „Darwins Schlußfolgerung, daß nämlich solche Veränderungen grenzenlos weitergehen können und die Natur auf diese Art über Millionen von Jahren all die verschiedenen Gattungen, Familien, Klassen und so weiter hervorge- bracht hat, drängt sich geradezu auf.“12  Der Mensch spielt, wie wir gese- hen haben, bei der bewußten Züchtung eine höchst aktive Rolle. Er wählt

aus dem „Angebot“, das ihm die Natur unterbreitet, die Individuen aus, die er für seine Zwecke als besonders passend ansieht. Nicht nur zu Dar- wins Zeiten war es üblich, unerwünschten oder „unbrauchbaren“ Nach- wuchs in einer Zucht kurzerhand zu beseitigen. Ist es daher verwunderlich, daß er der Selektion die Hauptrolle im Naturgeschehen zudiktierte?

Es ist also das mechanistische Weltbild, das kartesianische Denken  jener Zeit, das Darwin bei der Abfassung seines Werkes im Kopf hatte. Die An schauung einer Welt, in der Ventile den Dampfdruck regulierten und in der geglaubt wurde, wer die Hand am Regler habe, könne die Welt be herrschen. Bezüglich der Kulturpflanzen und Haustiere hatte der Mensch den Regler in der Hand. – Den Zynismus, den menschliche Züchter auch heute noch gegenüber „lebensunwertem“ Leben an den Tag legen, proji- zierte Darwin auf das Wirken in der Natur. Unter diesem Aspekt nimmt es also nicht wunder, daß Darwin den Schwerpunkt auf das Wirken der Selektion legte und die Lehre vom „survival of the fittest“ begründete. Die Elemente der Darwinschen Evolutionslehre entsprechen dem damaligen Weltbild. Es ist demnach vollkommen klar, daß bis heute Fragen offen sind, die sich mit dem Wirken der Selektion nicht erklären lassen.“

10 vgl. Wesson, Chaos, Zufall und Auslese in der Natur, 1995, S 223f
11 Wesson S 221f
12 Wesson S 221

(G. Altenhoff, Australopithecus Superbus – Der Mensch im Licht nichtlinear-dynamischer Evolution,  die Numerierung der Fußnoten entsprechen dem Original))

Der Teufel brauchte keinen Kaplan, weil der Kaplan am Ende ohne Teufel dasteht. Drei Dingen werden Sie in Ihrem Leben nie begegnen: Dem Teufel, dem Tod und dem „reinen “ Zufall.  Die Welt ist durch die sie beherrschenden nichtlinearen Gleichungen bis ins Detail determiniert. – Aber die Zahl der Freiheitsgrade ist so hoch, daß die Zahl der Muster im Weltall so groß ist, daß wir sie nicht berechnen können. – Jeder hat seinen eigenen unverw4echselbaren Fingerabdruck. Der ist ihm von der Zeugung ab mitgegeben und gewissermaßen „einmalig“, weil die Wahrscheinlichkeit, daß es einen zweiten davon geben könnte, so gering ist, daß man ihn in praxi vernachlässigen kann. – Aber ganz ausgeschlossen kann eine „zweite Existenz“ Ihres Fingerabdrucks auch nicht werden.

Obwohl es extrem unwahrscheinlich ist, es kann draußen im All, zu unserer Zeit, eine oder mehrere Erden geben, auf denen sich verblüffend ähnliche Szenarien abspielen wie bei uns.

Wir werden es jedoch nie erfahren, weil wir von diesen Welten zu weit entfernt sind. – Und diese von uns. – Es gibt zwei Dinge in dieser Welt, die sicher sind: Die  Kreiszahl Pi ist und bleibt konstant, und jeder Blick ins All ist ein Blick in die Vergangenheit: Wir sehen den Mond, wie er noch vor einer Sekunde war. Wenn die Sonne explodiert, erfahren wir es rund acht Minuten später. Was heute auf Alpha-Centauri passiert, erfahren wir frühestens in viereinhalb Jahren.  – Ober der Andromeda-Nebel heute noch existiert?

All diese Fragen sind müßig, festzuhalten bleibt, daß der Pfad der Evolution, so wie Darwin ihn beschrieben hatte, auch dann noch Bestand hat, wenn dessen unfreiwilliger Abkömmling, der „Sozialdarwinismus“, den letzten Atemzug hinter sich hat.

Und wenn die „Kinder der Evolution“ erst einmal den Pfaden der eigenen Evolution  gefolgt sein werden, werden sie ihre „Politiker“ endgültig zum Teufel jagen.

Womit wir wieder beim Teufel wären!


Terra X – ZDF.de Das vergessene Element

Oktober 17, 2011

Terra X – ZDF.de.

Leider stellt die Terra-X-Redaktion die Sendereihe nach der 4. folge ein. Als gäbe es das „Fünfte Element“ nicht, nämlich das Leben.

Warum es das „fünfte Element“ ist?- Nun, der gute alte Empedokles ging von vier Elementen aus. Diese vier Elemente setzten sich in der Erzähltradition des christlichen Abendlands fort. – Feuer, Wasser, Luft und Erde – das sind die vier nichtlinear-thermodynamischen Phänomene,iide wir unmittelbar mit unseren Sinnen als gestaltende Prozesse wahrnehmen können. – Wobei wir mit der „Erde“ schon Schwierigkeiten haben, weil sie sich nur von Zeit zu Zeit zu Wort meldet. Das fünfte Element aber, das die Oberfläche des Planeten gestaltet wie kein anderes der anderen vier, nehmen wir als „Element“ gar nicht wahr:

das Leben:

Hier der Ausgangspunkt meiner Überlegungen zum „fünften Element“, die man eigentlich seit Jahren schon hätte nachlesen können, wenn man nur gewollt hätte:

Das fünfte Element

1859 landete Charles Darwin mit seinem Werk „Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“ einen Volltreffer. Er wirbelte die gottgewollte Ordnung der Geschöpfe dermaßen durcheinander, daß der Kampf ums Dasein zwischen Evolutionisten und Kreationisten bis zum heutigen Tage fortdauert.

Allerdings sind Darwin und seine wissenschaftlichen Erben an dem erwähnten Theorienstreit nicht ganz unschuldig. Die Evolutionstheorie ist nämlich nicht ganz vollständig und – ich möchte es so ausdrücken – mit der falschen Rollenverteilung formuliert.

Ich werde Ihnen meinen Standpunkt in aller Ruhe darlegen, und das geht am besten bei einer guten Tasse Kaffee. Ich setze voraus, daß Sie eine Kaffemaschine besitzen; ich möchte Sie in die Küche begleiten, denn breits Ihre Kaffeemaschine weiß Erstaunliches über die Evolution zu berichten.

Wenn Sie Kaffee zubereiten, schütten Sie Wasser in den Tank und geben Kaffeemehl in den Filter. Sie werden feststellen, daß sich in Ihrem Filter ein kleiner Hügel gebildet hat. Das aber ist im Moment nicht so wichtig.

Wichtiger ist vielmehr, daß Sie sich anschicken, als Gesetzgeber zu fungieren. Wenn Sie die Kaffeemaschine nämlich einschalten, setzen Sie das

Ohmsche Gesetz

in Kraft.

Das Ohmsche Gesetz regelt bekanntlich die Beziehungen zwischen Spannung, Strom und Widerstand im geschlossenen Stromkreis. Das Ohmsche Gesetz beherrscht alle Stromkreise dieser Welt, eine Taschenlampe ebenso wie ein Auto; Ihre Kaffemaschine, auch die Hardware eines Computers. Das Ohmsche Gesetz regiert also alle mit elektrischem Strom betriebenen Geräte, aber nicht ein einziges davon ließe sich aus diesem Gesetz herleiten. Alle elektrischen Geräte sind Produkte menschlichen Erfindungsreichtums, die das Ohmsche Gesetz zuläßt. Das Internet gehört ebenso dazu wie der elektrische Stuhl.

Beleuchten wir unter diesem Aspekt Ihre Kaffeemaschine ein wenig genauer. Deren Hauptelement ist die Heizspirale, ein Widerstand. Ihr Sohn ist ein Physikfan, er hat ihre Kaffeemaschine mit Meßinstrumenten verbunden, jeweils eines für die Stromstärke und eines für die Spannung.

Leider hat Ihr Sohn vergessen, die Anzeigen mit Skalen und Maßeinheitenzu versehen. Wenn Sie nun Kaffee machen wollen, werden Sie feststellen, daß beim Einschalten sich die Stellung der Zeiger kurzfristig verändert.

Danach bewegen diese sich nicht mehr und alles sieht hübsch ordentlich aus. Sie bekommen zu allem Überfluß überraschend Besuch, der um eine Tasse Kaffee bittet. Ihr Besucher wird anhand der Meßinstrumente das technische Geschick Ihres Sohnes bewundern, nicht aber die Frage entscheiden können, ob die Maschine an oder aus ist. Zwischen Spannung und Strom besteht scheinbar ein Gleichgewicht, die Zeiger bewegen sich ja nicht. Sie hören aber das Brodeln des kochenden Wassers und spüren, daß sich in Ihrer Kaffemaschine ein ungeheuer dynamischer Vorgang abspielt.Daher wird es Zeit, die einzelnen Größen des Stromkreises näher zu betrachten. Spannung, Stromstärke und Widerstand. Lehrer und viele Autoren populärwissenschaftlicher Literatur erläutern die Wirkungsweise des Ohmschen Gesetzes gern anhand eines Wasserkreislaufs mit Umwälzpumpe als Spannungsquelle und Absperrhahn als Widerstand. Die Spannung entspricht dem von der Pumpe auf der einen Seite erzeugten Druck gegenüber dem am Ansaugstutzen vorhandenen Sog. Das Ventil bestimmt je nach Stellung die Durchflußgeschwindigkeit des Wassers. Die Verhältnisse sind in der Tat verblüffend ähnlich, denn dreht man hier das Ventil auf vollen Durchfluß auf, steht auf dem Ansaugstutzen der Pumpe plötzlich der volle Wasserdruck. Das hält keine Pumpe lange aus, sie versagt ihren Dienst. Ihre Aufgabe ist es nämlich, den am Ansaugstutzen vorhandenen Druck zu erhöhen. Daß sie den Druck, den sie selbst erzeugt, nicht bis ins Unendliche verstärken kann, versteht sich von selbst. Wenn Sie das Heizelement Ihrer Kaffeemschine mit einem Draht überbrücken, geschieht etwas Ähnliches, nur wird die Zerstörung der Spannungsquelle durch das Herausspringen der Sicherung verhindert.

Warum besteht diese Ähnlichkeit zwischen dem hier beschriebenen Wasserkreislauf und dem geschlossenen Stromkreis?

In der Natur gibt es keinen geschlossenen Stromkreis, und auch der natürliche Wasserkreislauf hat mit dem hier beschriebenen keine Ähnlichkeit.

Elektrizität ist aber ganz alltäglich, Blitz und Donner führen uns das immer wieder vor Augen. Fließendes Wasser und auch Gegenstände, die sich dem Fluß des Wassers entgegenstellen und ihm Widerstand leisten, ibt es ebenfalls reichlich. Wir kennen den reißenden Gebirgsbach in seinem schmalen Bett ebenso wie den gemächlich dahinfließenden weiten Strom, der an einer Stromschnelle wieder die spürbare Dynamik des Gebirgsbachs zurückzugewinnen scheint.

Der Wasserkreislauf der Erde ist natürlich erheblich komplexer als unser technischer Wasserkreislauf. Denn Wasser fließt nicht nur bergab. Es kennt auf Erden die drei Aggregatzustände fest (Eis), flüssig („Wasser“i.e.S.) und gasförmig (Dampf). Als Wasser und Eis folgt es bei seinem Fluß grundsätzlich der Schwerkraft. Als Dampf hingegen kann es in dieWolken aufsteigen..

Alles flüssige Wasser strebt den Ozeanen zu. Wenn es nicht vorher verdunstet, kann nichts das Wasser daran hindern, dieses Ziel zu erreichen.

Es kann durch diverse Widerstände nur aufgehalten werden. Welch verheerende Wirkungen es haben kann, wenn Wasser ungebremst fließt, lehren uns die Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre. Kann es daher sein, daß Ohmsches Gesetz und sein Äquivalent für den geschlossenen Wasserkreislauf lediglich Sonderfälle eines allgemeinen Prinzips darstellen? – Es erscheint ausgeschlossen, daß das Ohmsche Gesetz erst Gültigkeit erlangte, nachdem Georg Simon Ohm es formuliert hatte. Es muß so alt sein wie die Welt, Ohm hat es nur sicht- und erfahrbar gemacht.

Ich hoffe, Ihr Kaffee ist inzwischen fertig. Bevor Sie ihn jetzt in Ihre Tasse schütten, wollen wir uns Ihrer Kaffeemaschine aus der Sicht des Wassers nähern. Ihre Kaffeemaschine kann definiert werden als Vorrichtung,die geeignet und bestimmt ist, das Wasser auf seinem natürlichen Weg inen Ozean aufzuhalten. Einer der Widerstände, die dem Wasser dabei begegnen, ist Ihr Kaffeefilter. Er läßt an seinem unteren Ende weniger Wasser durch als oben hineinfließen kann. Das ist auch gut so, denn Ihr Kaffee würde sonst allzu dünn, aber darauf kommt es hier nicht an. Wenn Sie den Abfluß des Filters verstopfen, wird der Widerstand zunächst unendlich hoch, es wird folgendes passieren: Der Wasserspiegel im Filter wird  ansteigen, bis er randvoll ist. Dann sinkt der Widerstand für das Wasser plötzlich auf Null. Die Folge ist eine mittlere Überschwemmung in Ihrer Küche. Chaos nennt man das. Nicht nur das Überlaufen bringt Chaos…

Wie es weitergeht? – Hier geht es weiter:

http://www.lulu.com/product/file-download/australopithecus-superbus—der-mensch-im-licht-nichtlinear-dynamischer-evolution/544454?productTrackingContext=search_results/search_shelf/center/1


Genie der Natur

Oktober 12, 2011

Programm – ARTE.

Wer diese Sendereihe genossen hat und immer noch an den „Kampf ums Dasein“ glaubt, dürfte dem Adelsgeschlecht von Gestern angehören.

Nicht weil der Kreationismus fröhliche Urständ‘ feiert, sondern weil Darwin richtig lag mit der Erkenntnis, daß die Natur ein evolvierendes, sich ständig veränderndes System ist. – Darwin konnte nicht anders, als zu kurz zu greifen. – Er beschränkte mangels Beobachtungsdaten die Evolution auf den „biologischen“ Bereich der Natur. Die Evolution ist aber, das haben die Erkenntnisse der jüngsten Nobelpreisträger für Physik und Chemie gezeigt, tatsächlich „All-umfassend“. – Und das ist gut so. – Im Hinblick auf den von vielen erwarteten Weltuntergang ist es sehr beruhigend zu wissen, daß die Kreiszahl Pi zumindest seit Beginn des Universums konstant ist, denn soweit man auch ins Weltall zurückblickt: Alles läuft und ist rund. – Ohne Pi wäre es das nicht, wie auch ein rechter Winkel ohne Pi kein rechter Winkel wäre.

Die Sendereihe „Das Genie der Natur“ kommt nach eigenen Angaben ohne Wechselwirkung, Zusammenwirken und Harmonie nicht aus. Und auch das ist gut so, denn – so hat es meine Überprüfung der Darwinschen Beweisaufnahme ergeben – sind das die drei Wirkprinzipien der Evolution, die man – unabhängig von der „Religionszugehörigkeit“ mit „Gott“ in Verbindung bringen kann:

Was dem einen Gott ist dem anderen Evolution
Who is Who?

Nun kann und will ich nicht ausschließen, daß dieses durchaus provokante Diagramm das Blut religiöser Fanatiker aller Couleur  – bis hin zu den organisierten Atheisten – in Wallung bringt.

Alle die, deren Blut in Wallung gerät, sollten sich aber einmal fragen, warum es das Phanomen „Blut“ überhaupt gibt und warum es rot ist.  – die Antwort ist nicht schwer, aber so verblüffend, daß sich das in Wallung geratene Blut schneller abkühlen sollte als die Erde vor fast vier Milliarden Jahren:

Die Ersten Werden Die Letzten Sein

Da ist etwas Wahres dran, denn die ersten lebenden Organismen, die sogenannten thermophilen Archaebakterien, werden dereinst auch die letzten sein. Sie werden mitbekommen, wenn sich in rund 5 Milliarden Jahren die Sonne zu einem sogenannten „Roten Riesen“ aufblähen wird. Wenn diese Zeit gekommen ist, werden die Weltmeere langsam aber sicher „verkochen“.

Die Archaebakterien leben heute fast nur noch in unmittelbarer Nähe von Unterseevulkanen, die der Geologe „Black Smokers“ (Schwarze Raucher) nennt. Sie ernähren sich von dem dort allgegenwärtigen Schwefelwasserstoff und fühlen sich erst dann wirklich wohl, wenn das Wasser eine Mindesttemperatur von mehr als 110 Grad Celsius hat und unter hohem Druck steht. Die Archaebakterien leben dort aber nicht allein, sie bilden die Grundlage eines komplexen Ökosystems, das auf Erden einzigartig ist. Und es gibt dort unten ­- tief im Schoße von Poseidons Reich – eine Substanz, ohne die wir alle tot wären. Man nennt sie Hämoglobin. Hämoglobin macht das Blut rot. Hämoglobin transportieret den Sauerstoff in jede unserer Körperzellen. – Wenn wir aber Hämoglobin in den entlegensten, finstersten und unwirtlichsten Gegenden antreffen, die der Planet zu bieten hat, dann muß man sich die Frage stellen: wie kam es dort hin?
Die einfachste Anwort auf diese Frage ist, Hämoglobin gehört zu den ältesten biochemischen Substanzen überhaupt.
Hohe Temperatur, hoher Druck, komplexe Moleküle.
Vor Jahren sind Experimente gemacht worden, die das Entstehen des Lebens auf Mutter Erde nachvollziehen sollten. Man hat Chemikalien genommen, sie in einen Glaskolben gesteckt und dieses Gemisch elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt, um zu testen, ob unter den atmosphärischen Bedingungen der frühen Erde komplexe organische Moleküle entstehen konnten. – Die Experimente waren bis zu einem gewissen Maße erfolgreich, reichten jedoch nicht aus, die Entstehung des Lebens auf unserem Heimatplaneten zu erklären.
Der Fehler, der den Forschern unterlaufen ist, lag schlicht und ergreifend in der klassischen Sicht, den Planeten als „Bühne“ zu betrachten, auf dem das Leben abläuft. Eine Bühne ist statisch, sie bewegt sich nicht.
Mutter Erde ist jedoch ein höchst dynamischer Prozeß, wie auch das Weltall ein dynamischer Prozeß ist. In der Frühzeit des Universums entstand die Materie, die sich im Laufe der Zeit selbst organisierte, und zwar exakt in der Art und Weise, die dem Chemiker als „Periodensystem“ der chemischen Elemente vertraut ist. Die Elemente verhalten sich innerhalb des Periodensystems in einer bestimmten, meist vorhersagbaren Art und Weise. Dennoch gibt es „Exoten“, die entweder in der Natur nicht vorkommen, wie die Elemente Technetium und Promethium, oder die ein wenig aus der Reihe tanzen, wie der Kohlenstoff.
In diesem Zusammenhang ist interessant, daß im Jahre 1865 der englische Chemiker R. Newlands das „Gesetz der Oktaven“ in die Chemie einbrachte. Ähnlich wie auf einer Klaviatur, wo beim Spiel einer Tonleiter nach sieben Tönen der achte Ton (Oktave) als harmonische Konsonanz dem Grundton nahe verwandt ist, folgt bei den nach Atomgewichten geordneten Elementen von Lithium bis Eisen die Oktave Natrium bis Chlor. Dabei zeigen die untereinander stehenden Elemente nahe Verwandtschaft, insbesondere hinsichtlich ihrer Wertigkeit. Freilich gilt das Gesetz der Oktave nur für die leichteren Elemente, ab dem Element Kalium aufwärts umfaßt eine Reihe des Periodensystems 18 Elemente.
Der Rhythmus der Elemente im gesamten Periodensystem ist durch die Zahlen 2, 8, 8, 18, 18, 32 vorgegeben. ( Kelker/Klages/Schwarz, Ds Fischer Lexikon Chemie, Frankfurt/Main 1964 S. 267ff)
Die mathematische Beziehung zwischen den Elementen des Periodensystems entspricht 2 n2 , mit n = 1,2,3,4. Jenseits der 4 hören die stabilen Verhältnisse auf, Elemente jenseits des Urans kommen in der Natur nicht vor. Der einfachen mathematischen Beziehung des Periodensystems verdanken wir alle unser Leben, denn an ziemlich unscheinbarer Stelle in diesem Periodensystem versteckt, da liegt eben das Element, dem unzweifelhaft schöpferische Eigenschaften zugebilligt werden müssen: Das Kohlenstoffatom.
Kohlenstoffverbindungen bilden die Grundlage allen Lebens, ohne Kohlenstoff keine Biochemie. Es neigt dazu, langkettige Moleküle, sog. Polymere, zu bilden und damit Energie gewissermaßen zu „sammeln“ (Alle unsere Treib- und Sprengstoffe sind Kinder des Kohlenstoffs!). Theoretisch sind die Möglichkeiten der atomaren Zusammensetzung eines Polymers fast unbegrenzt, dennoch läßt das Auftreten immer wiederkehrender Muster darauf schließen, daß die Zahl der Möglichkeiten zwar außerordentlich hoch ist, sich aber in der Natur in engen Grenzen hält.
Was ist in der Frühzeit der Erde abgelaufen?
Nachdem die Erde sich hinreichend abgekühlt hatte, entstanden die ersten Ozeane. Diese dürften zunächst kochend heiß gewesen sein. Im Laufe der Zeit kühlten sie sich allmählich weiter ab. Dabei wurden zwangsläufig alle Temperaturstufen durchlaufen. Das ermöglichte den Kohlenstoffatomen im Laufe der Zeit mit allen erdenklichen Elementen zu reagieren. Mit zunehmender Zeit fand der Kohlenstoff immer weniger „freie“ Atome und Moleküle für die Polymerisation.
In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, daß der Abkühlungsprozeß sich nach und nach verlangsamte. Das ist bei der Abkühlung immer so. Sie können diesen Prozeß bei jeder Tasse  beobachten: das Kaffeewasser ist schneller heiß als der Kaffee kalt. Und der Kaffee wird nicht kälter als die Umgebungstemperatur. Weil das immer so ist, hielten die frühen Weltmeere ziemlich  lange das jeweilige Temperaturniveau. Wenn bei chemischen Reaktionen auch nur Bruchteile von Wärmegraden eine Rolle spielten, verweilten die Ozeane lange genug in den entsprechenden Temperaturbereichen, um alle Möglichkeiten „auszutesten“ oder „duchzuspielen“.
Wie gesagt durchliefen die sich abkühlenden Ozeane nach und nach alle Temperaturstufen, die eine Reaktion der Kohlenstoffatome mit allen reaktionsfähigen Atomen und Molekülen begünstigten. Die Zahl der „freien“ Atome und Moleküle nahm mit der Zeit ab.
Statt dessen stieg die Wahrscheinlichkeit, mit Polymeren anderer Provenienz zusammenzutreffen und in Wechselwirkung zu treten. Es bildeten sich immer größere Organisationseinheiten, deren Zahl mit zunehmender Zeit zwar stetig abnahm, aber gleichzeitig die Basis für die Bildung immer komplexerer Einheiten schuf.
Der Prozeß der Lebensentstehung war positiv rückgekoppelt, er beschleunigte sich selbst. Das wiederum läßt den Schluß zu, daß „Leben“ entgegen der herrschenden Meinung in der Physik kein „Ding“ ist, das den Gesetzen der Thermodynamik zuwiderläuft, sondern ein thermodynamischer Prozeß, der auf dieser unserer Erde unvermeidbar war..
Damit war die Entstehung des ersten Zelle bereits vorgezeichnet, als die Erde noch ein glühender Ball flüssigen Gesteins war. Es bedurfte lediglich eines Schleusenereignisses, um sie zu schaffen. Nachdem die erste Zelle sich erst einmal geteilt hatte, war das Leben nicht mehr aufzuhalten; es „explodierte“ regelrecht in den Ozeanen.
Tagtäglich „explodiert“ das Leben auf einer kleineren Größenskala. Zunächst einmal bei jeder Geburt. Der Darm eines Neugeborenen ist keimfrei. Erst im Geburtskanal werden die Bakterien der „natürlichen Darmflora“ in den Verdauungstrakt „hineingeschleust“. Dort kommt es zu einer „Bevölkerungsexplosion“, an deren Ende die Zahl der Bakterien, die im menschlichen Darm siedeln, um ein Vielfaches höher ist als die Zahl der Zellen, die den Menschen formen.
Dann ist da noch das Hühnerei. Das Hühnerei ist zweifelsfrei eine „geordnete“ Struktur. Führt man einem befruchteten Hühnerei Aktivierungsenergie in Form von Wärme (Glucke oder Brutschrank) zu, nimmt die „Bevölkerungsexplosion“ in seinem Inneren ihren Lauf. Die Klone der befruchteten Eizelle besiedeln das Eiinnere solange, bis es fast vollständig in lebende Zellen ungewandelt ist. Anschließend „kippt“ das System. Das Küken sucht selbständig nach neuen Energiequellen. – Bis es am Ende auf dem Teller landet und selbst zur Energiequelle für uns und unsere Darmflora wird.
Unser Leben verdanken wir, daran kann kein Zweifel bestehen, einer „Neigung“ des Kohlenstoffatoms, der aus dem chemischen Periodensystem heraus nicht ersichtlich und nicht erklärbar ist.
Wie dem auch sei, der Kohlenstoff muß im Laufe der Jahrmillionen alle tatsächlichen Möglichkeiten der Polymerisation durchgespielt haben. Daher erscheint es zunächst um so erstaunlicher, daß er an den uns bekannten Mustern „hängenblieb“. Dieses Phänomen aber, ich sagte es bereits, deutet auf eine begrenzte Anzahl von Möglichkeiten in der Natur hin, biochemische Polymere zu bilden. Nur diese sind wohl zu einer Form von Wechselwirkung befähigt, die ein harmonisches Zusammenwirken herbeiführt.
Hohe Temperatur, hoher Druck, komplexe Moleküle.
Je weiter sich die Ozeane in der Folgezeit abkühlten, desto weniger Wärme stand für die chemischen Prozesse des Lebens zur Verfügung. Aber die Folgen waren nicht dramatisch, denn irgendwo fand sich immer ein komplexes Molekül, das als „Biokatalysator“ die fehlende Wärmeenergie für die lebensnotwendige Reaktion ersetzte. Und erneut stoßen wir auf ein harmonisches Zusammenwirken der Beteiligten!
Wie das Hämoglobin dürfte auch das Chlorophyll zu den ältesten biochemischen Substanzen zählen. Chlorophyll gibt den Pflanzen ihre grüne Farbe und ist der Stoff, der Sonnenlicht in Zucker verwandelt. In den dunklen Tiefen des Ozeans, wo er einst erbrütet wurde,  ist er nutzlos. Die Stunde des Chlorophylls als treibende Kraft des Lebens schlug somit erst, als die Randbedingungen des Planeten es zuließen. Und seine Stunde schlägt immer noch, ebenso wie die des Hämoglobins.
Die Archaebakterien, die als erste die Erde „bevölkerten“, leben immer noch. Es wird sie weiterhin geben, solange die Erde ihre Gestalt wandelt. Weil sie so weit von uns entfernt sind und uns offenbar keinen erkennbaren Schaden zufügen, aber auch keinen Nutzen bringen, wird der Mensch sie in Ruhe lassen. So können sie sich ungestört bis in alle Zukunft vermehren.
Wenn dereinst die Sonne sich zum „Roten Riesen“ aufblähen wird, werden sie die letzten Zeugen dieses Vorgangs sein. Aber auch dann, wenn die Polymere des Lebens sich wieder in Einzelelemente auflösen und es die Erde nicht mehr geben sollte, wird das nicht das Ende des Lebens sein.
Unser Sonnensystems ist der vorläufige Endpunkt eines Prozesses. Im Rahmen dieses Prozesses hat sich die Materie zu den uns bekannten Mustern selbst organisiert: Auf den inneren Planetenbahnen findet man die zusammengeballten „schweren“ Elemente in den massiven Kleinplaneten wieder, weiter draußen die Gasplaneten. Die Sternentstehung folgt einem immer wiederkehrenden dynamischen Muster. Daher ist zu erwarten, daß bei der Entstehung von Sternen der Sonnengröße sich die Materie in ähnlicher Weise organisiert wie unser Sonnensystem. Damit dürfte die Zahl der erdähnlichen Planeten in diesem Universum größer sein, als wir es uns in unseren kühnsten Träumen vorstellen können.
Und alle haben bei ihrer Entstehung einen ähnlichen Abkühlungsprozeß durchlaufen wie unsere Mutter Erde. Wenn das aber so ist, sind sie voller Leben, denn unter irdischen wie erdähnlichen Bedingungen ist „Leben“ ein wahrscheinlicher Quantenzustand. Dem Ei sei Dank!
Aber alles Warten auf den Weltuntergang ist vergeblich.

Wer kann diesen Planeten zerstören?

Wo sind denn hier die Menschen?


Crash laß nach! – Der Tod der Volkswirtschaftslehre

August 19, 2011

boerse.ARD.de : Abgabedruck lässt etwas nach.

Aber der Crash läßt nicht nach, weil die „Marktteilnehmer“ nichts anderes sind als Zocker. Die „Börse“ ist schlicht und ergreifend ein gigantischer Spielautomat.

Das ist wegen der die Börse umgebenden Propaganda nicht so offensichtlich, aber es ist schließlich auch nicht offenkundig, daß der Slogan

St Pankratius bleibt in Nievenheim!

  nichts anderes besagt, als

Mer losse d’r Dom en Kölle!

Die Kirche bleibt im Dorf, es ändert sich allein die Größenskala.

Die gegenwärtigen Turbulenzen an den Börsen waren zwar nicht plan- aber vorhersehbar. Ansatzweise hatte ich die damals (2000) absehbaren Konsequenzen der rezenten Form der „Zockerherrschaft“ grob skizziert:

Betrachten wir die belebte Natur als Fluß. Dieser nahm vor mindestens 3,5 Milliarden Jahren seinen Anfang. Erst bei einer Gleichsetzung von einem Millimeter für jedes Jahr gewinnt dieser Fluß ein vorstellbare Dimension. Liegt die Quelle 3,5 Mrd Jahre hinter uns, ist sie 3,5 Mrd Millimeter von uns entfernt. 3,5 Mrd Millimeter sind 3.500 Kilometer. – Etwa fünf Flugstunden; darunter kann man sich etwas vorstellen. Bei Stromkilometer 2.900 erscheinen die ersten mehrzelligen Organismen. Das Ende der Dinosaurier, die den Strom über 160 km beherrscht haben, liegt 65 km zurück. Vom letzten Neandertaler trennen uns 30 Meter, von Jesus Christus und Caesar zwei Meter. Napoleons Marsch gen Moskau liegt knapp 20 cm von uns entfernt, Hitlers Angriff auf die Sowjetunion 5,9 cm. Die Ermordung Kennedys hat einen Abstand von 3,7cm, die Ära Kohl begann 1,8 cm von der Gegenwart entfernt. Sie war so breit wie Ihr Daumennagel. Sie selbst haben Gelegenheit, durchschnittlich 7,5 cm in diesem Fluß mitzuschwimmen. Nicht eben viel.

 Wie gesagt, der Bundesadel setzt in seinem Verhältnis zu den Bürgern der Bundesrepublik zunehmend auf Deckelung und Repression. Repression des Staates gegen seine Bürger kann auf Dauer nicht gutgehen, denn Repression ist in der Geschichte letztendlich immer gescheitert. Immer! – Und zwar im Handumdrehen. Nehmen sie ein Lexikon oder Geschichtsbuch zur Hand: Die Sowjetunion erreichte eine Länge von 7,2 cm, der gesamte Ostblock brachte es auf gerade einmal 4,4 cm. Der „Eiserne Vorhang“ war von der ersten Öffnung der ungarischen Grenze bis zum Fall der Mauer nach 0,2mm bereits verschwunden, regelrecht weggesprengt. – Die Vollendung des Kommunismus durch Mao Tse-tung verlief nach wenigen Millimetern im Sande. Auch den islamischen Gottesstaaten werden nach wenigen Zentimetern die Puste ausgehen.

 Das alles ist auch nicht weiter verwunderlich, denn jeder Versuch des „Staates“, menschliche Schwächen kraft Gesetzes auszurotten, hat eine positive Rückkoppelung – und damit Chaos – zur Folge. Den Menschen werden Sanktionen angedroht, sollten sie das unerwünschte Verhalten zeigen. Nicht alle, mitunter nur ein geringer Teil, folgen dem „Gesetzesbefehl“. Die Folge sind härtere Sanktionen, da der „Staat“ sich offenbar nicht so recht durchsetzen kann. Als weitere Folge wird ein immer größerer Personenkeis diskriminiert, wenn nicht gar kriminalisiert. Der Apparat, mit dem die wachsende Insubordination bekämpft werden muß, bläht sich immer mehr auf.

 Die Beispiele reichen vom Falschparken über die Prostitution bis zum Rauchen. Verbote, wo man nur hinschaut. Ein Heer von Politessen ist unterwegs, Falschparker abzustrafen. Tausende von Überstunden bei der Polizei könnten abgebaut werden, wenn Polizisten nicht ständig dazu mißbraucht würden, „Temposünder“ zur Kasse zu bitten, und zwar genau an den Stellen, an denen ein Tempolimit durch keine Gefahrenabwehrfunktion gerechtfertigt ist.

 In diesem Zusammenhang bietet das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ein geradezu phantastisches Beispiel dafür, daß unbegrenzte Möglichkeiten durchaus ihre Grenzen haben, und zwar sehr natürliche: Einen Säugling kann man trockenlegen, eine Nation aber nicht. Genau das war es aber, was in den Golden Twenties die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika mit der Prohibition beabsichtigte. Ich will das Thema hier nicht weiter vertiefen, aber es war eine der größten Herausforderungen an die Phantasie der Menschen. Schwarzbrauen, Schwarzbrennen und Schwarzmarkt waren die Folge. Diese wiederum hatten jede Menge Schwarzgeld im Schlepptau, weil nur der gut fährt, der gut schmiert. Der Staat und seine Gesetze aber hechelten eifrig hinterher. Teuer, und alles für die Katz! – Sollten dereinst Historiker und Informatiker interdisziplinär zusammenarbeiten, würde es mich nicht wundern, wenn in diesem Gewirr von Rückkopplungsschleifen der „Schwarze Freitag“ als zwangsläufige Folge solch staatlichen Irrsinns auftauchen würde.

 Dann aber wären „Schwarze Freitage“, wie der von 1929 in den USA, kein einmaliger historischer Vorgang, sondern das Damoklesschwert jeder Demokratie, die ihre Lektion noch nicht gelernt hat. Irgendwo im Dickicht von Gesetzen und Verordnungen, Absprachen und Schiebereien hängt es. Und wenn es fällt, ist die soziale Sicherung von Millionen Menschen im Eimer. – Es sei denn, das Sozialversicherungssystem ist nach dem ursprünglichen deutschen Muster organisiert und mit Lernfähigkeit ausgestattet.

 Ein System der sozialen Sicherung, das sich auf die Gemeinschaft aller stützt, kann nur dann lernfähig sein, wenn ihre Repräsentanten lernfähigkeit und -willig sind. Grundlage unseres Sozialsystems ist die Reichsversicherungsordnung; deren Entwicklungsfähigkeit hängt also unmittelbar von der Lern- und Anpassungsfähigkeit unserer Politiker ab.

Diese aber sind augenscheinlich nur insoweit lernfähig, als es ihren eigenen Geldbeutel angeht.Denn sie beweisen Tag für Tag, daß sie unfähig sind, sich mit den Fundamenten ihrer Tätigkeit und den Zielen ihrer Aufgaben zu beschäftigen.

 Menschliche Staatengemeinschaften sind eine relativ neue Erfindung der Natur. Im Strom des Lebens haben sie gerade einmal eine Länge von 8 Metern erreicht. Woraus wird ein Staat gebildet? – Aus Organismen, die gemeinhin als Menschen bezeichnet werden. Der Staat hat Organe, also muß er sich selbst als Organismus behandeln lassen. Sie sind ein Organismus, ich bin einer. Alle Ihre und meine Handlungen dienen eigentlich nur dem Zweck, die rund dreissig Billionen Zellen, aus denen Ihr und mein Körper jeweils bestehen, mit Nahrung zu versorgen. Welchem anderen Zweck soll daher ein Organismus namens Staat dienen, als dem, die Organismen, die ihn bilden, am Fressen zu halten? – Freilich nicht in dem Sinne, daß der Staat seine Bürger versorgen muß; er hat aber alles zu tun, was seinen Bürgern ermöglicht, sich selbst entsprechend der Wirtschaftskraft der Gemeinschaft angemessen zu versorgen.

 Aus dieser Warte hat der Staat also die Aufgabe, für das Wohlergehen seiner Bewohner zu sorgen. Staaten sind seßhafte Organismen, damit haben sie große Ähnlichkeit mit den Pflanzen. Auch die können ihren Standort nicht verändern.

 Der einzelne Mensch und auch Wirtschaftsunternehmen sind hingegen in der Wahl ihres Standortes einigermaßen flexibel, sie können als „Global Player“ relativ frei über den Planeten wandern und ihr Glück überall da versuchen, wo ihnen die Lebensbedingungen angemessen erscheinen. Unsere Politiker beklagen sich larmoyant darüber, daß die „Global Player“ das auch tatsächlich tun!

 Die relative Freiheit des einzelnen Menschen ist indes stark eingeschränkt. Um seiner Rolle als „Global Player“ gerecht zu werden, braucht er sehr viel Geld. Geld ist eine merkwürdig transzendente Form von Energie. Die aber wird ihm normalerweise nicht in die Wiege gelegt; die allermeisten Menschen müssen dafür schuften. Das wiederum bindet sie an ihren Standort, ihren Staat.

 Die Abhängigkeiten zwischen Mensch und Staat können wir daher annähernd in folgender Metapher zusammenfassen:

 Der Staat als seßhafter Organismus hat für das Wohlergehen aller ihn bildenden Organismen zu sorgen. Alle Repräsentanten eines Staates sind also gehalten, die Welt aus der Sicht einer Pflanze betrachten, die alle ihre Zellen am Leben erhalten muß.

 Die Organismen, aus denen ein Staat besteht, sind allerdings ziemlich wuselige und eigenwillige Tiere, die in erster Linie dem Augenblick, nicht aber der Zukunft verpflichtet sind.

 Das ist natürlich für jeden Politiker, der sich im Glanz seiner Erfolge sonnen möchte, ein grausiges Dilemma. Warum? – Wenn Politiker für mehr Eigenverantwortung des Bürgers bezüglich seiner sozialen Absicherung plädieren, verkünden sie ihr eigenes Versagen und offenbaren ihre Unfähigkeit zur Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben. Denn der Mensch ist kein Lebewesen, das aus eigenem Antrieb seine soziale Absicherung betreibt; er verläßt sich auf andere, die das für ihn tun. Seit Urzeiten waren das die Kinder, die er reichlich in die Welt setzte. – Mit der hormonalen Empfängnisverhütung hat sich die Welt dramatisch verändert. Die Menschen, die in ihr leben, sind dennoch die geblieben, die sie immer waren. Von Alaska bis Feuerland, von Spitzbergen bis zum Kap der Guten Hoffnung. Von China bis Irland und von Indien bis Tasmanien. (Gerhard Altenhoff, der Bundesadel)

Im Feudalismus durfte nur der Landesherr und dessen Lehensleute ihre Mitmenschen ausbeuten. Mit dem Ende des Absolutismus, das mit der Gründung der USA seinen Anfang nahm, gab man jedem die „Freiheit“, sich als Ausbeuter zu betätigen. – Der Grundsatz der Privatautonomie, die „Vertragsfreiheit“ floß erst später in das Zivilrecht ein, hat aber bis heute den Durchbruch nicht geschafft. – Man erkennt es an den immer länger werdenden „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“, die umgekehrt proportional sind zur Bereitschaft des Verwenders, die eigenen Vertragspflichten zu erfüllen . – Mit anderen Worten: je länger und detaillierter die „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“, desto geringer die Vertragstreue.

In diesem Klima muß es immer wieder zu Turbulenzen kommen. Im Frühjahr 2005 war ich mir über das Sterben der Volkswirtschaftslehre klar und machte mir entsprechende Notizen, die ich unter Tod der Volkswirtschaftslehre abspeicherte.

 


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