Der „Kampf“ gegen „Corona“

Januar 17, 2022

Die „Führer“ der Art Homo Sapiens Sapiens hatten „einem“ Virus den Krieg erklärt. „Das“ „Coronavirus“ gab es nie, gibt es nicht und wird es nie geben. – „die Menschheit“ ist schließlich auch keine Person. Beides sind biologische Prozesse mit einer unaufhaltsamen Abfolge von Individuen. Deswegen ist der 1. Coronakrieg von vorneherein verloren. – Entgegen meiner Überzeugung benutze ich hier die Kriegsrethorik unserer Politiker, Virologen, Mediziner und sonstigen „Experten“: Eine Strategie, die nicht aufgehen kann, aber nicht infrage gestellt werden darf, endet in der bedingungslosen Kapitulation. Was hätte „der Mensch“ dem „Virus“ denn auch an akzeptablen Kapitulationsbedingungen auch anzubieten? – Verzichten auf die Impfpflicht? – Generelles Maskenverbot? – Pflichtkuscheln statt Sicherheitsabstand? – Die zwangsweise Wiedereinführung des „sozialistischen Bruderkusses“ – das wäre wohl das Mindeste.


Was ist mit „CORONA“ los?

Juli 23, 2020


Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen züchte ich Coronas?

Juni 22, 2020

„Man kann anderen Menschen nur vor Kopf gucken“ – so will es ein bekanntes Sprichwort. Dank CT und MRT stimmt das nicht mehr so ganz. Als ich eine CT-Aufnahme meines eigenen Schädelinneren angeschaut hatte, konnte ich dort freilich nichts weltbewegendes feststellen. Dennoch behaupte ich, man kann auch ohne unmittelbar bildgebende Verfahren in begrenztem Umfang erkennen, was hinter der Stirn eines anderen vorgeht. – Nämlich immer dann, wenn er gedankenverloren vor sich hin brabbelt. So ist es Herrn Prof. Dr. Chr. Drosten in einer der ersten Talkshows zum Thema „Corona“ widerfahren:

Er sinnierte über das „exponentielle Wachstum“ – einfach so: 2, 4 , 8, 16… und schüttelte sichtlich entsetzt den Kopf. Daran läßt sich unschwer erkennen, daß er den aus der klassischen Mathematik bekannten Wachstumsalgorithmus X’ = r*x vor Augen hatte, der bekanntlich nach „oben offen“ ist, sich also im Prinzip in der Unendlichkeit verliert.

Quelle: Prof. Dr. Heinz Haber, Bausteine unserer Welt. Dieses Diagramm soll die Wirkungsweise der nuklearen Kettenreaktion veranschaulichen.

Herr Prof. Droste mag es bedauern, aber unbegrenztes Wachstum kommt in der Natur nicht vor:

Lerbinger/Kuchenbuch, Faszination Fraktale S 123: „Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: In einem Teich gäbe es eine bestimmte Anzahl von Fischen einer Sorte. Wir nehmen nun an, daß die Variable x die Anzahl der i-ten Generation von diesen Fischen bezeichnet.

Jeder ausgewachsene Fisch bekomme r Nachkommen für den Fall, daß die Probleme der Überbevölkerung vernachlässigt werden können. Weiterhin muß man noch annehmen, daß aufeinanderfolgende Generationen zeitlich deutlich voneinander getrennt sind. Für den Fall, daß sich das Fortpflanzungspotential von Generation zu Generation nicht ändert, kann diese Situation durch folgende lineare Gleichung X’ = r*x beschrieben werde, wobei X’ die Anzahl der Fische der folgenden Generation bezeichnet. Diese Gleichung ist jedoch eine zu starke Vereinfachung der Wirklichkeit. Kein Teich kann beliebig viele Fische enthalten. Man muß deshalb im Modell berücksichtigen, daß die Anzahl der Fische der nächsten Generation nicht nur linear von der derzeitigen Anzahl abhängen kann. Man benützt deshalb eine etwas kompliziertere Gleichung x’ = r*x*(1-x), um die zeitliche Entwicklung der Anzahl von Fischen in einem Teich zu modellieren. Der Term (1-x) beschreibt den Einfluß einer hohen Bevölkerungsdichte auf die nachfolgende Generation, das heißt, falls zu viele Fische in der i-ten Generation vorhanden sind, reicht das Nahrungsangebot nicht für alle Fische, und in der nachfolgenden Generation gibt es nur noch wenige Fische.“

Erst die Entwicklung leistungsfähiger Computer machte es möglich, die scheinbar chaotischen Zahlenwerte oberhalb einer Reproduktionsrate von 3, 57 graphisch darzustellen, und zwar als das Feigenbaum-Diagramm.

Feigenbaum Diagramm der logistischen Parabel Prof. Dr. Dörte ...

Diese Bifurkationskaskade setzt sich auf allen Größenskalen fort, ist aber auch an den „Fenstern“ für manch eine Überraschung gut:

Auf der linken Bildseite enden alle bis dahin angelaufenen Bifurkationskaskaden an dieser Stelle in einer Art Hotspot. Nur in dem kleinen Kästchen ist ein hauchdünnes Filament erkennbar, das eine Brücke zur anderen Seite des „Fensters“ bildet. – Erzeugt mit Fractint 18.2, Vergrößerung ungefähr 1: 10.000.000.000.000.000.000

Bifurkationskaskaden kennen wir vor allem aus der Biologie, nämlich von Bäumen, Blättern, Blutgefäßen und Nerven. – Vor diesem mathematischen Hintergrund ist das nicht verwunderlich, vor allem ist es kein „Wunder der Natur“. Bifurkationskaskanden findet man in Flußdelten, sehr häufig aber auch bei Hochgebirgsflüssen. Letztere sind aber nicht vom Wasser gegraben, sondern zeichnen lediglich die Bifurkationskaskaden nach, die der Planet bei der Gebirgsbildung ins Gestein gepreßt hatte.

An dieser Stelle sei – außer Konkurrenz – bemerkt, daß die logistische Funktion in irgendeiner verborgenen Weise mit der Gaußschen Normalverteilung verbunden sein muß. Denn das Galton-Brett, das für nach unten fallende Kugeln durch Nägel einen „Bifurkationsparcours“ bereithält, hat am Ende eines jeden Durchlaufs mit höchster Präzision die Gauß’sche Glockenkurve zum Ergebnis. – Auch das Trefferbild von Schrotmunition läßt auf eine Bifurkationskaskade schließen,. die freilich ohne Galton-Brett in jede beliebige Raumrichtung abgefeuert werden kann.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, folgt die belebte Natur unbeirrbar der logistischen Wachstumsfunktion, und das unter Konservierung des Pfades. So geschehen zu Beginn der Karwoche des Jahres 2020. „Plötzlich und unerwartet“ platzten montags die Knospen der Bäume auf und bildeten Blätter, die zunächst winzig klein waren, aber innerhalb weniger Stunden und Tage die unverkennbaren Bifurkationsmuster der Blätter ausbildeten. Und wer bewerkstelligte das? – Zellen! – Klone der Eizellen, die viele Jahre zuvor von einem umherirrenden Pollenkorn befruchtet worden waren.

Wunderlich ist allein, daß dem „Corona-Virus“ das Unterworfensein unter die zwingend vorgeschriebenen Wachstumsregeln der Natur abgesprochen wird. – Und das von führenden Wissenschaftlern.

Die „lineare“ Bifurkationskaskade“ sollte seinerzeit das Prinzip der nuklearen Kettenreaktion veranschaulichen. – Die nukleare Kettenreaktion hat ihrerseits zwei Aspekte, die in der Diskussion um die Atomkraft immer wieder durcheinander geworfen werden: Für die friedliche Nutzung der Kernenergie reicht eine relativ kleine Portion Uran 235 aus. – Das nutzt man in Kernkraftwerken. Wenn die Reaktorsteuerung versagt, kommt es zur Kernschmelze, und das war’s dann auch. Bei der Atombombe sieht das schon anders aus, hierfür braucht man hochangereichtertes Uran 235, sodaß am Ende eine „kritische Masse“ entsteht, die ohne weiteres Zutun die Kettenreaktion so stark beschleunigt, daß in Bruchteilen einer Sekunde eine ganze Stadt vernichtet wird.

Kritische Masse – Dies ist ein Begriff aus der Atomphysik. Aber ist er nicht auch auf andere Phänomene der Natur anwendbar? – Auf diesen Gedanken kam ich durch die Arbeit an meinen Blogbeitrag „Corona und die Luftwaffe„. – Hier entstand die Frage, warum die Hefevermehrung in der Küche nicht so gut klappt wie in der Hefefabrik. – Ganz einfach: Damit die Hefezellen unser tägliches Brot produzieren können, muß eine „kritische Masse“ im Teig vorhanden sein – Pro 500 Gramm Mehl 42 Gramm Hefe.

Damit ein Mann „fruchtbar“ ist, muß er eine „kritische Masse“ an Spermien produzieren. – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat als Richtwert für die Spermienzahl fruchtbarer Männer 15 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat festgelegt. – Eine Frau braucht demgegenüber nur eine einzige Eizelle pro Monatszyklus um „fruchtbar“ zu sein.

Dieses Phänomen, das eigentlich nur bei Reptilien, Vögeln und Säugern auftritt, nämlich das extreme Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Fortpflanzungszellen, versperrt den Blick auf das, was in der Natur die Regel ist:

Pflanzen, aber auch die überwiegenden Anzahl der Tiere müssen unzählbar viele Eizellen produzieren, damit es klappt mit der „Arterhaltung“. Also gibt es auch im Leben „kritsche Massen“. – Zwischen Atomphysik und Biologie gibt es offensichtlich einen inneren Zusammenhang. – Sie glauben das nicht? – Brauchen Sie auch nicht. Trotzdem sollten Sie einfach weiterlesen:

Auch die unbelebte Natur ist voll von kritischen Massen: Zumeist treten diese als „zündfähiges Gemisch“ auf; – in Motoren, bei Mehlstaubexplosionen und in der Pyrotechnik:

Wenn in „Alarm für Cobra 11“ wieder einmal unter lautem Knall ein Auto zerlegt wird, mußte der Pyrotechniker dafür sorgen, daß die Luft eine Mindestanzahl an brennbaren Teilchen enthält. – Das gilt übrigens nicht nur für Kohlenwasserstoffe und organische Stäube, sondern auch für Wasserstoff. In Lakehurst entstand im Jahre 1937 eine „kritische Masse“ Wasserstoff in der Luft – es genügte ein Funke von rund 625° Celsius, und 37 Sekunden später hatte die chemische Kettenreaktion 200.000 Kubikmeter Wasserstoff in reines Wasser und die Hindenburg in ein verbogenes Gewirr von Aluminiumstreben verwandelt.

Selbst den Pharmazeuten ist der Begriff „kritische Masse“ nicht fremd. Hier firmiert er allerdings unter „therapeutisch wirksame Dosis“. – Übrigens ein zweischneidiges Schwert, denn bei manch einer pharmakoligischen Substanz git es eine „kritische Masse“, die als „letale“, also tödliche Dosis bezeichnet wird. – Ein Medikament, das bei Herzkrankheiten einegesetzt wird, hat neben der „therapeutisch wirksamen“ Dosis auch eine explosive „kritische Masse“, nämlich Glycerintrinitrat oder Nitroglycerin. Kieselgur mit mikroskopisch kleinen Kammern aus den Skeletten von Kieselalgen verhindert die Bildung einer zur Detonation führenden „kritischen Masse“ dieses Medikaments. Erst die Initialzündung, die Explosion einer Sprengkapsel zerstört die filigranen Hohlkörper des Kieselgurs und ermöglicht dem Nitroglycerin die Bildung der „kritischen Masse, die aus Nitroglycerin wieder einen Sprengstoff macht.

Kehren wir zurück zu dem, was wir gemeinhin als belebte Natur bezeichnen:

Während meines Studiums arbeitete ich als Werkstudent für einen Arzneimittelgroßhandel und belieferte Apotheken. Eines Tages wurde die Belegschaft des Unternehmens alarmiert und zur Röntgenreihenuntersuchung gebeten. Bei einem Fahrer war Tuberkulose diagnostiziert worden. – Dieser Fahrer hatte fast alle Apotheken im Einzugsbereich dieses Großhandelsunternehmen gehabt, damit auch zu einer Vielzahl von Angestellten. TBC nutzt bekanntlich denselben Infektionsweg wie Corona. – Mit Sicherheit hat dieser Kollege Tuberkelbazillen an alle seine „Kontaktpersonen“ verteilt, auch an mich, denn er war zwei Tage lang mit mir unterwegs, um mich in die Liefertour Wesel-Emmerich einzuweisen. – Ohne Maske und Mindestabstand in der Fahrerkabine eines VW-Transporters. – Und auch sonst haben sich alle Fahrer über Monate hinweg in den Kaffeepausen mit ihm bei „Tchibo am Brehmplatz“ zum Plausch getroffen. – Eng beieinanderstehend. Trotz fehlendem Mindestabstand und ohne Maske blieben alle Kontaktpersonen von TBC verschont.

War das ein Wunder, oder lag es daran, daß Bakterien nun einmal schwerer als die erheblich kleineren Viren sind? – oder sind einfach nur nicht genügend TBC-Erreger in die Atemwege seiner Gesprächspartner geraten? – War, mit anderen Worten, die „kritische Masse“ an Tuberkelbakterien nicht erreicht? – Das ist die wahrscheinlichste Erklärung:

Die „kritische Masse“ ist skaleninvariant, mit anderen Worten, sie findet sich auf allen Größenordnungen wieder, die die Welt zu bieten hat. Deswegen muß man, wenn man ein natürliches Phänomen vor sich hat, immer die Frage stellen:

Was ändert sich? – Das Prinzip oder lediglich die Größenskala? Lassen wir die Kirche im Dorf oder „losse mer dä Dom en Kölle“? – Ohne jeden Zweifel ist das nur eine Frage der Größenskala!

Das mechanistische Weltbild verlangt, daß die Prozesse, die man mathematisch beschreibt, reversibel sind. Was vorwärts geht, muß nach hinten zu seinem Ursprung genau berechenbar sein. Wer Feuer bekämpft, der kann es auch legen – Wer Krankheiten bekämpft, muß sie auch erschaffen können:

Was also bräuchten wir, um unsere allgegenwärtige Corona, die im Gegensatz zur Spanischen Grippe nur einen verschwindend geringen Teil der Menschen in Europa erwischt hat, zu züchten?

Zur Beantwortung der Frage wäre es ratsam, einmal die Landkarten der einzelnen Länder und Regionen zu Rate zu ziehen. – Da ergibt sich ein Flickenteppich. Und es ergibt sich eine durchaus übersichtliche Zahl von „Hotspots“. Nach der von allen Seiten behaupteten Infektiosität dürfte das nicht sein. Denn bevor Corona anhand der Symptome von Medizinern und Behörden entdeckt werden kann, müßte es sich schon wesentlich weiter verbreitet haben. – Mit einem „Vorsprung“ von mindestens einer Woche. – Offensichtlich war und ist das nicht der Fall.

Es gab lokalisierbare Massenveranstaltungen, in denen sich viele Menschen angesteckt hatten, aber im Laufe der Zeit trotz unbeschränkter Sozialkontakte kaum jemand anderen infizierten.

Um das Infektionspotential von Covid-19 realistisch zu beurteilen, braucht man wohl nicht nur eine „kritische Masse“ von Viren, sondern auf der anderen Seite eine „kritische Masse“ Menschen, die für eine Infektion mit Corona empfänglich sind. Angesichts des „persönlichen Lebensraums“, die der Mehrheit der Menschen zur Verfügung steht, muß man sich wundern, daß die Corona-„Pandemie“ weltweit nicht schon längst Millionen Todesopfer gefordert hat. – Folgt man der Darstellung „führender“ Wissenschaftler über die Gefährlichkeit der Corona-Viren müßten wir uns Sorgen machen über die billigen Textilien aus Indien und Bangla-Desh; die Favellas in Brasilien wären mangels Bevölkerungsrückgangs für die dortige Regierung keine „Problemzone“ mehr – wenn Sie wissen, was ich meine.

Brauen und Backen, dafür gibt es genügend Rezepte. Aber nur derjenige, der mir das Rezept zur erfolgreichen Züchtung von Corona-Viren liefert, kann auch glaubhafte Argumente für die gegenwärtigen Anti-Corona-Beschränkungen vorbringen. (Argumentum ex Fahrenheit 451):

Wer erfolgreich suchen will, muß erst das Verstecken lernen!

Und wer Viren erfolgreich bekämpfen will, muß sie erfolgreich in die Welt setzen können. – Sie glauben Ray Bradbury diese Vorzeichenumkehr nicht?

Leider Gottes ist sie im zweiten Weltkrieg versucht worden. Zwar nicht mit Viren, aber mit Anthrax: Sowohl Briten als auch Japaner erxperimentierten damit; – wohl in Erwartung, einen biologischen Kampfstoff zu bekommen, der eine ähnlich verheerende Wirkung wie die Spanische Grippe hat. Die Versuche sind -Gott sei Dank(!) gescheitert.

Aber das Prinzip bleibt und läßt tief blicken: Käme dem Corona-Virus die Gefährlichkeit zu, die man uns glauben machen will, in allen Laboratorien der USA, Chinas und Rußlands würde fieberhaft daran gearbeitet, die „kritische Masse“ der Viren zu ergründen. Das dürfte ja am Anfang auch gar nicht so schwer sein. – Man braucht Zellkulturen des primär betroffenen Gewebetyps (Schleimhautzellen der Atemwege), Abstriche von „Corona-Positiven“ (ohne Symptome) und tatsächlich an Covid 19 nachweislich Erkrankten – und zwar in allen Stadien des Krankheitsverlaufs. – Damit läßt sich zumindest ein „Anfangsverdacht“ über die „kritische Masse“ im Wege des „Jedenfalls“ begründen: Wenn ein Abstrich eine Zellkultur mit Sicherheit infiziert, enthält sie „jedenfalls“ die mindestens erforderliche Anzahl an Covid-19-Viren, also die „kritische Masse.

Leider verfüge ich nicht die Laboratoriumskapazität des RKI, die der weltweit verbreiteten Universitäten und erst recht nicht über die des Militärs. – Ich habe nur eine Küche, in der ich mit Hefe experimentieren kann. – Heute backen, morgen brauen – Ende! – Corona züchten – Fehlanzeige!

Na sag’s ich’s doch!

Auch Virologen verfügen über eine kritische Masse :

„Coronavirus (SARS-CoV-2): Wann beginnt die Infektiosität? | Im-Fokus“ https://www.medmedia.at/im-fokus/corona/wann-beginnt-die-infektiositaet/






„Das kooperative Gen“ – Farewell „Darwinismus“

Oktober 19, 2012

Die Evolution neu verstehen – Joachim Bauer „Das kooperative Gen Abschied | Kritik | Deutschlandradio Kultur.

Betreff:
Das kooperative Gen
Von:
Gerhard Altenhoff <gerhard.altenhoff@giordano-bruno-institut.de>
Datum:
18.10.2012 22:51
An:
Joachim Bauer <joachim.bauer@uniklinik-freiburg.de>
X-Mozilla-Status:
0001
X-Mozilla-Status2:
00000000
FCC:
mailbox://nobody@Local%20Folders/Sent
X-Identity-Key:
id1
X-Account-Key:
account2
Nachricht-ID:
<50805C6E.7030808@giordano-bruno-institut.de>
Organisation:
Giordano-Bruno-Institut
X-Mozilla-Draft-Info:
internal/draft; vcard=1; receipt=0; DSN=0; uuencode=0
User-Agent:
Mozilla/5.0 (Windows NT 5.1; rv:12.0) Gecko/20120428 Thunderbird/12.0.1
MIME-Version:
1.0
Content-Type:
text/html; charset=ISO-8859-15
Content-Transfer-Encoding:
8bit

Sehr geehrter Herr Bauer,
als ich vor einiger Zeit in dem Buch „(R)Evolution 2012“  über die Worte „Kommunikation, Kooperation“ stolperte und den Hinweis auf Ihr Buch fand, witterte ich ein Plagiat:

(Die Dreifaltigkeit der Evolution ist und bleibt meine Entdeckung, meine gewaltlose Apokalypse, die Entschleierung des gottähnlichenHomo Sapiens Sapiens “ .Von ihm blieb nichts als der „Australopithecus Superbus Procrustes,  der hochnäsige Südaffe, der sich mit Gewalt alles passend machen will.) – Der kursiv gesetze Text ist nicht Inhalt der Mail an J. Bauer!

Also besorgte ich mir Ihr Buch „Das Kooperative Gen“ und mußte mit größter Genugtuung feststellen, daß Sie nicht einmal die geringste Ahnung davon hatten, daß die Wirkprinzipien „Kommunikation und Kooperation“ vor Ihrer Zeit und hinter Ihrem Rücken in die Evlutionsgeschichte eingeschlichen hatten.
Zufrieden und gleichzeitig verblüfft mußte ich feststellen, daß der von Ihnen verfolgte Ansatz weitestgehend zu demselben Ergebnis gelangt, zu dem ich gelangt war: Ohne Kommunikation und Kooperation, besser: „Wechselwirkung und Zusammenwirken“ kann kein Organismus funktionieren; auch die Evoltuion ist unabdingbar auf diese beiden Prinzipien angewiesen.
Die Evolution als „kreativen Prozeß“ zu beschreiben, geht jedoch fehl und vermittelt ein ebenso verzerrtes Bild wie das der „Kreationisten“ und von Darwin aus dem Entwicklerbad gezogene:
„Kreativität“ setzt  voraus, daß man vor Beginn der Arbeit eine Vorstellung vom „Endprodukt hat. – Unsere Vorfahren, die man Homo Erectus oder Neandertaler nennt, hatten eine bestimmte Vorstellung davon, welche „Endform“ die von ihnen zu bearbeitende Feuersteinknolle haben sollte. – Die Anfänge der „Bildhauerei“ sind hier zu finden. – Die Matapher „Kreativität“ ist also nicht ganz zutreffen, wenn nicht gar gänzlich verfehlt.
Dei Evolution ist zweifellos ein Prozeß, der gegenüber der Zukunft, gegenüber dem Endprodunkt „blind“ ist. – Das kann er auch sein, weil die Evolution ein dynamischer Prozeß, und zwar ein nichtlinear-dynamischer Prozeß. ist. Und dieser ist, wie die von der „Chaos-Forschung“ ins Visier genommene „nichtlinear-dynmaischen Systeme“, ein thermodynischer Prozeß. – Die Objekte der sogenannten Chaos-Forschung entsprechen den vier Elementen des Empedokles: Feuer, Wasser, Luft und Erde.
Als ich im Sommer 1999 begann, dem „Pfad der Evolution“ auf die Spur zu kommen stoperte ich zunächst über den Widerspruch in der Evolutionstheorie, daß wir bei Kälte zittern, aber mangels dichtem Fell nicht die Möglichkeit haben, die durch das Zittern erzeugte Wärem festzuhalten. – Unser – zweifellos vorhandenes –  aber „verkrüppeltes“ Fell setzt der Wärmeabgabe durch die Haut keinerlei Widerstand entgegen.
So war ich beim Ohmschen Gesetz angelangt, das den Ausgangspunkt meiner Überlegungen bildete:
„Wenn Sie Ihre Kaffeemaschine einschalten, setzen Sie dann das Ohmsche Gesetz in Kraft oder gab es das schon vor Ihrer Kaffeemaschine?“
Schnell stellte ich fest, daß die Biologie durchzogen ist von -unzulässigen- militaristischen und mechanistischen Metaphern.
Auch Sie sprechen von „Bauplangegen“. Ein „Bauplan“ wird von einer kreativen Person entworfen, der -sic! – eine vorstellung vom Endprodukt hat. – Der Inbegriff des „Statik“ im Körper eines Tieres, der Knochen, ist demgegenüber zu Lebzeiten ein dynamischer Prozeß, der sich den von außen wirkenden Kraflinien anpaßt. Er wird erst mit dem Eintritt des „Todes“ zu einem statischen Gebilde. – Um es kurz zu sagen, der Oberschenkelknochen eines ISS-Astronauten ist nach mehr als einem Jahr Aufenthalt im All ein anderer als zu Beginn seiner Mission. – Stirbt er bei der Landung, wird verschüttet und nach 30.000 Jahren wiederentdeckt, jeder Anthropologe oder Gerichtsmediziner wird ihn als „Alien“ einstufen, der wegen der Schwäche seiner Knochen nie und nimmer irdischen Ursprungs sein kann…
Sie werden sich sicher fragen, wie die Harmonie als drittes Wirkprinzip Eingang in die nichtlinear-thermodynamische Variante (http://evolutionlive.npage.de/) Eingang finden konnte: – Rein intuitiv, aber dennoch begründbar: Bei Beethovens Neunter nehmen wir grundsätzlich keinen einzelnen Ton wahr. – Erst dann, wenn ein Musiker „falsch spielt“, also die Harmonie gestört ist, werden wir aufmerksam. Der „Mißton“ fällt auf, alle anderen Töne werden als durchgehende Melodie interpretiert.
Es hat mich erschüttert, daß Ihre Hausverlage (Hoffmann & Campe / Heyne)  so wenig Reklame für Ihr Buch gemacht hatte, daß dessen Existenz meinen weit aufgespannten Lauschern entgangen ist. – Sie sollten sie entweder zum Teufel jagen oder ihnen den Vorschlag unterbreiten, eine Neuauflage zu planen: Das kooperative Gen – Evolution als nichtlinear-thermodynamischer Prozeß.
Die Verlagsleitungen können sich ja durchaus umsehen:

http://evolutionlive.npage.de/
https://advocatusdeorum.files.wordpress.com/2012/10/australopithecussuperbusmanuskript.pdf

Für Ihre freundliche Kenntnisnahme und Bemühungen danke ich im voraus!

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff


Genie der Natur

Oktober 12, 2011

Programm – ARTE.

Wer diese Sendereihe genossen hat und immer noch an den „Kampf ums Dasein“ glaubt, dürfte dem Adelsgeschlecht von Gestern angehören.

Nicht weil der Kreationismus fröhliche Urständ‘ feiert, sondern weil Darwin richtig lag mit der Erkenntnis, daß die Natur ein evolvierendes, sich ständig veränderndes System ist. – Darwin konnte nicht anders, als zu kurz zu greifen. – Er beschränkte mangels Beobachtungsdaten die Evolution auf den „biologischen“ Bereich der Natur. Die Evolution ist aber, das haben die Erkenntnisse der jüngsten Nobelpreisträger für Physik und Chemie gezeigt, tatsächlich „All-umfassend“. – Und das ist gut so. – Im Hinblick auf den von vielen erwarteten Weltuntergang ist es sehr beruhigend zu wissen, daß die Kreiszahl Pi zumindest seit Beginn des Universums konstant ist, denn soweit man auch ins Weltall zurückblickt: Alles läuft und ist rund. – Ohne Pi wäre es das nicht, wie auch ein rechter Winkel ohne Pi kein rechter Winkel wäre.

Die Sendereihe „Das Genie der Natur“ kommt nach eigenen Angaben ohne Wechselwirkung, Zusammenwirken und Harmonie nicht aus. Und auch das ist gut so, denn – so hat es meine Überprüfung der Darwinschen Beweisaufnahme ergeben – sind das die drei Wirkprinzipien der Evolution, die man – unabhängig von der „Religionszugehörigkeit“ mit „Gott“ in Verbindung bringen kann:

Was dem einen Gott ist dem anderen Evolution
Who is Who?

Nun kann und will ich nicht ausschließen, daß dieses durchaus provokante Diagramm das Blut religiöser Fanatiker aller Couleur  – bis hin zu den organisierten Atheisten – in Wallung bringt.

Alle die, deren Blut in Wallung gerät, sollten sich aber einmal fragen, warum es das Phanomen „Blut“ überhaupt gibt und warum es rot ist.  – die Antwort ist nicht schwer, aber so verblüffend, daß sich das in Wallung geratene Blut schneller abkühlen sollte als die Erde vor fast vier Milliarden Jahren:

Die Ersten Werden Die Letzten Sein

Da ist etwas Wahres dran, denn die ersten lebenden Organismen, die sogenannten thermophilen Archaebakterien, werden dereinst auch die letzten sein. Sie werden mitbekommen, wenn sich in rund 5 Milliarden Jahren die Sonne zu einem sogenannten „Roten Riesen“ aufblähen wird. Wenn diese Zeit gekommen ist, werden die Weltmeere langsam aber sicher „verkochen“.

Die Archaebakterien leben heute fast nur noch in unmittelbarer Nähe von Unterseevulkanen, die der Geologe „Black Smokers“ (Schwarze Raucher) nennt. Sie ernähren sich von dem dort allgegenwärtigen Schwefelwasserstoff und fühlen sich erst dann wirklich wohl, wenn das Wasser eine Mindesttemperatur von mehr als 110 Grad Celsius hat und unter hohem Druck steht. Die Archaebakterien leben dort aber nicht allein, sie bilden die Grundlage eines komplexen Ökosystems, das auf Erden einzigartig ist. Und es gibt dort unten ­- tief im Schoße von Poseidons Reich – eine Substanz, ohne die wir alle tot wären. Man nennt sie Hämoglobin. Hämoglobin macht das Blut rot. Hämoglobin transportieret den Sauerstoff in jede unserer Körperzellen. – Wenn wir aber Hämoglobin in den entlegensten, finstersten und unwirtlichsten Gegenden antreffen, die der Planet zu bieten hat, dann muß man sich die Frage stellen: wie kam es dort hin?
Die einfachste Anwort auf diese Frage ist, Hämoglobin gehört zu den ältesten biochemischen Substanzen überhaupt.
Hohe Temperatur, hoher Druck, komplexe Moleküle.
Vor Jahren sind Experimente gemacht worden, die das Entstehen des Lebens auf Mutter Erde nachvollziehen sollten. Man hat Chemikalien genommen, sie in einen Glaskolben gesteckt und dieses Gemisch elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt, um zu testen, ob unter den atmosphärischen Bedingungen der frühen Erde komplexe organische Moleküle entstehen konnten. – Die Experimente waren bis zu einem gewissen Maße erfolgreich, reichten jedoch nicht aus, die Entstehung des Lebens auf unserem Heimatplaneten zu erklären.
Der Fehler, der den Forschern unterlaufen ist, lag schlicht und ergreifend in der klassischen Sicht, den Planeten als „Bühne“ zu betrachten, auf dem das Leben abläuft. Eine Bühne ist statisch, sie bewegt sich nicht.
Mutter Erde ist jedoch ein höchst dynamischer Prozeß, wie auch das Weltall ein dynamischer Prozeß ist. In der Frühzeit des Universums entstand die Materie, die sich im Laufe der Zeit selbst organisierte, und zwar exakt in der Art und Weise, die dem Chemiker als „Periodensystem“ der chemischen Elemente vertraut ist. Die Elemente verhalten sich innerhalb des Periodensystems in einer bestimmten, meist vorhersagbaren Art und Weise. Dennoch gibt es „Exoten“, die entweder in der Natur nicht vorkommen, wie die Elemente Technetium und Promethium, oder die ein wenig aus der Reihe tanzen, wie der Kohlenstoff.
In diesem Zusammenhang ist interessant, daß im Jahre 1865 der englische Chemiker R. Newlands das „Gesetz der Oktaven“ in die Chemie einbrachte. Ähnlich wie auf einer Klaviatur, wo beim Spiel einer Tonleiter nach sieben Tönen der achte Ton (Oktave) als harmonische Konsonanz dem Grundton nahe verwandt ist, folgt bei den nach Atomgewichten geordneten Elementen von Lithium bis Eisen die Oktave Natrium bis Chlor. Dabei zeigen die untereinander stehenden Elemente nahe Verwandtschaft, insbesondere hinsichtlich ihrer Wertigkeit. Freilich gilt das Gesetz der Oktave nur für die leichteren Elemente, ab dem Element Kalium aufwärts umfaßt eine Reihe des Periodensystems 18 Elemente.
Der Rhythmus der Elemente im gesamten Periodensystem ist durch die Zahlen 2, 8, 8, 18, 18, 32 vorgegeben. ( Kelker/Klages/Schwarz, Ds Fischer Lexikon Chemie, Frankfurt/Main 1964 S. 267ff)
Die mathematische Beziehung zwischen den Elementen des Periodensystems entspricht 2 n2 , mit n = 1,2,3,4. Jenseits der 4 hören die stabilen Verhältnisse auf, Elemente jenseits des Urans kommen in der Natur nicht vor. Der einfachen mathematischen Beziehung des Periodensystems verdanken wir alle unser Leben, denn an ziemlich unscheinbarer Stelle in diesem Periodensystem versteckt, da liegt eben das Element, dem unzweifelhaft schöpferische Eigenschaften zugebilligt werden müssen: Das Kohlenstoffatom.
Kohlenstoffverbindungen bilden die Grundlage allen Lebens, ohne Kohlenstoff keine Biochemie. Es neigt dazu, langkettige Moleküle, sog. Polymere, zu bilden und damit Energie gewissermaßen zu „sammeln“ (Alle unsere Treib- und Sprengstoffe sind Kinder des Kohlenstoffs!). Theoretisch sind die Möglichkeiten der atomaren Zusammensetzung eines Polymers fast unbegrenzt, dennoch läßt das Auftreten immer wiederkehrender Muster darauf schließen, daß die Zahl der Möglichkeiten zwar außerordentlich hoch ist, sich aber in der Natur in engen Grenzen hält.
Was ist in der Frühzeit der Erde abgelaufen?
Nachdem die Erde sich hinreichend abgekühlt hatte, entstanden die ersten Ozeane. Diese dürften zunächst kochend heiß gewesen sein. Im Laufe der Zeit kühlten sie sich allmählich weiter ab. Dabei wurden zwangsläufig alle Temperaturstufen durchlaufen. Das ermöglichte den Kohlenstoffatomen im Laufe der Zeit mit allen erdenklichen Elementen zu reagieren. Mit zunehmender Zeit fand der Kohlenstoff immer weniger „freie“ Atome und Moleküle für die Polymerisation.
In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, daß der Abkühlungsprozeß sich nach und nach verlangsamte. Das ist bei der Abkühlung immer so. Sie können diesen Prozeß bei jeder Tasse  beobachten: das Kaffeewasser ist schneller heiß als der Kaffee kalt. Und der Kaffee wird nicht kälter als die Umgebungstemperatur. Weil das immer so ist, hielten die frühen Weltmeere ziemlich  lange das jeweilige Temperaturniveau. Wenn bei chemischen Reaktionen auch nur Bruchteile von Wärmegraden eine Rolle spielten, verweilten die Ozeane lange genug in den entsprechenden Temperaturbereichen, um alle Möglichkeiten „auszutesten“ oder „duchzuspielen“.
Wie gesagt durchliefen die sich abkühlenden Ozeane nach und nach alle Temperaturstufen, die eine Reaktion der Kohlenstoffatome mit allen reaktionsfähigen Atomen und Molekülen begünstigten. Die Zahl der „freien“ Atome und Moleküle nahm mit der Zeit ab.
Statt dessen stieg die Wahrscheinlichkeit, mit Polymeren anderer Provenienz zusammenzutreffen und in Wechselwirkung zu treten. Es bildeten sich immer größere Organisationseinheiten, deren Zahl mit zunehmender Zeit zwar stetig abnahm, aber gleichzeitig die Basis für die Bildung immer komplexerer Einheiten schuf.
Der Prozeß der Lebensentstehung war positiv rückgekoppelt, er beschleunigte sich selbst. Das wiederum läßt den Schluß zu, daß „Leben“ entgegen der herrschenden Meinung in der Physik kein „Ding“ ist, das den Gesetzen der Thermodynamik zuwiderläuft, sondern ein thermodynamischer Prozeß, der auf dieser unserer Erde unvermeidbar war..
Damit war die Entstehung des ersten Zelle bereits vorgezeichnet, als die Erde noch ein glühender Ball flüssigen Gesteins war. Es bedurfte lediglich eines Schleusenereignisses, um sie zu schaffen. Nachdem die erste Zelle sich erst einmal geteilt hatte, war das Leben nicht mehr aufzuhalten; es „explodierte“ regelrecht in den Ozeanen.
Tagtäglich „explodiert“ das Leben auf einer kleineren Größenskala. Zunächst einmal bei jeder Geburt. Der Darm eines Neugeborenen ist keimfrei. Erst im Geburtskanal werden die Bakterien der „natürlichen Darmflora“ in den Verdauungstrakt „hineingeschleust“. Dort kommt es zu einer „Bevölkerungsexplosion“, an deren Ende die Zahl der Bakterien, die im menschlichen Darm siedeln, um ein Vielfaches höher ist als die Zahl der Zellen, die den Menschen formen.
Dann ist da noch das Hühnerei. Das Hühnerei ist zweifelsfrei eine „geordnete“ Struktur. Führt man einem befruchteten Hühnerei Aktivierungsenergie in Form von Wärme (Glucke oder Brutschrank) zu, nimmt die „Bevölkerungsexplosion“ in seinem Inneren ihren Lauf. Die Klone der befruchteten Eizelle besiedeln das Eiinnere solange, bis es fast vollständig in lebende Zellen ungewandelt ist. Anschließend „kippt“ das System. Das Küken sucht selbständig nach neuen Energiequellen. – Bis es am Ende auf dem Teller landet und selbst zur Energiequelle für uns und unsere Darmflora wird.
Unser Leben verdanken wir, daran kann kein Zweifel bestehen, einer „Neigung“ des Kohlenstoffatoms, der aus dem chemischen Periodensystem heraus nicht ersichtlich und nicht erklärbar ist.
Wie dem auch sei, der Kohlenstoff muß im Laufe der Jahrmillionen alle tatsächlichen Möglichkeiten der Polymerisation durchgespielt haben. Daher erscheint es zunächst um so erstaunlicher, daß er an den uns bekannten Mustern „hängenblieb“. Dieses Phänomen aber, ich sagte es bereits, deutet auf eine begrenzte Anzahl von Möglichkeiten in der Natur hin, biochemische Polymere zu bilden. Nur diese sind wohl zu einer Form von Wechselwirkung befähigt, die ein harmonisches Zusammenwirken herbeiführt.
Hohe Temperatur, hoher Druck, komplexe Moleküle.
Je weiter sich die Ozeane in der Folgezeit abkühlten, desto weniger Wärme stand für die chemischen Prozesse des Lebens zur Verfügung. Aber die Folgen waren nicht dramatisch, denn irgendwo fand sich immer ein komplexes Molekül, das als „Biokatalysator“ die fehlende Wärmeenergie für die lebensnotwendige Reaktion ersetzte. Und erneut stoßen wir auf ein harmonisches Zusammenwirken der Beteiligten!
Wie das Hämoglobin dürfte auch das Chlorophyll zu den ältesten biochemischen Substanzen zählen. Chlorophyll gibt den Pflanzen ihre grüne Farbe und ist der Stoff, der Sonnenlicht in Zucker verwandelt. In den dunklen Tiefen des Ozeans, wo er einst erbrütet wurde,  ist er nutzlos. Die Stunde des Chlorophylls als treibende Kraft des Lebens schlug somit erst, als die Randbedingungen des Planeten es zuließen. Und seine Stunde schlägt immer noch, ebenso wie die des Hämoglobins.
Die Archaebakterien, die als erste die Erde „bevölkerten“, leben immer noch. Es wird sie weiterhin geben, solange die Erde ihre Gestalt wandelt. Weil sie so weit von uns entfernt sind und uns offenbar keinen erkennbaren Schaden zufügen, aber auch keinen Nutzen bringen, wird der Mensch sie in Ruhe lassen. So können sie sich ungestört bis in alle Zukunft vermehren.
Wenn dereinst die Sonne sich zum „Roten Riesen“ aufblähen wird, werden sie die letzten Zeugen dieses Vorgangs sein. Aber auch dann, wenn die Polymere des Lebens sich wieder in Einzelelemente auflösen und es die Erde nicht mehr geben sollte, wird das nicht das Ende des Lebens sein.
Unser Sonnensystems ist der vorläufige Endpunkt eines Prozesses. Im Rahmen dieses Prozesses hat sich die Materie zu den uns bekannten Mustern selbst organisiert: Auf den inneren Planetenbahnen findet man die zusammengeballten „schweren“ Elemente in den massiven Kleinplaneten wieder, weiter draußen die Gasplaneten. Die Sternentstehung folgt einem immer wiederkehrenden dynamischen Muster. Daher ist zu erwarten, daß bei der Entstehung von Sternen der Sonnengröße sich die Materie in ähnlicher Weise organisiert wie unser Sonnensystem. Damit dürfte die Zahl der erdähnlichen Planeten in diesem Universum größer sein, als wir es uns in unseren kühnsten Träumen vorstellen können.
Und alle haben bei ihrer Entstehung einen ähnlichen Abkühlungsprozeß durchlaufen wie unsere Mutter Erde. Wenn das aber so ist, sind sie voller Leben, denn unter irdischen wie erdähnlichen Bedingungen ist „Leben“ ein wahrscheinlicher Quantenzustand. Dem Ei sei Dank!
Aber alles Warten auf den Weltuntergang ist vergeblich.

Wer kann diesen Planeten zerstören?

Wo sind denn hier die Menschen?


EHEC: Lübecker Restaurant untersucht | tagesschau.de

Juni 4, 2011

EHEC: Lübecker Restaurant untersucht | tagesschau.de.

Was soll die Suche nach der „Quelle“? – Geht denn wirklich jemand davon aus, daß die Ansteckung nur durch den Genuß des „Quellwassers“ erfolgen kann?

Weit gefehlt! – Die zur Zeit sich teilenden Bakterein sind weiter von der „Stammzelle“ entfernt als der heutige Mensch von den ersen Vorfahren mit der bauchwärts verkrüppelten Wirbelbrücke.

EHEC verhält sich dem Grunde nach nicht anders als der Mensch: Es hat Nachkommen. Und diesen wohnt eine explöosive Tendenz inne. Das ist nicht verwunderlich, denn die Evolution ist ein nichtlinear-thermodynamisches System. Organismen vermehren sich in einem sich selbst beschleunigenden Prozeß. – So sind auch wir entstanden. Nur haben unsere Körperzellen es nicht geschafft, sich voneinander zu lösen. – Mit Ausnahme der Blutzellen.

Auch EHEC hat ein Problem: Mit jedem „neuen“ Menschen, der durch EHEC „infiziert“ wird, besiedelen die Bekterien einen Lebensraum. – Sie machen es nicht anders als die Menschen mit dem Planeten Erde. – Wenn die Besiedlung mangels ausreichender Anpassung zum Untergang des Lebensraums führt, haben die Bakterien verloren. Der Zweig des Stamms, der das sterbende Individuum auf dem Gewissen hat, geht mit diesem endgültig unter. Wenn sich kein Weg findet, vom untergegangenen Lebensraum einen neuen zu erobern, muß die „Infektionswelle“ langfristig abebben. – Das ist in der Geschichte wiederholt geschehen (schwarzer Tod!) und wird auch wieder vorkommen.

Wer also nur nach der „Quelle“ sucht, die Verzweigungen, die der Strom nimmt, aber vernachlässigt, macht einen nicht wieder gutzumachenden Fehler.

Und wenn ich mich an dieser Stelle wiederhole: Gegen Coli-Bakterien gibt es ein Mittel: Das sind die Bakteriophagen, die in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die ausgesprochenen Lieblinge der Molekulargenetiker waren.

Obwohl ich mir die Freiheit genommen habe, den Sprachgebrauch der Evolution zu „entmilitarisieren“, plädiere ich heute dafür, die EHEC-Kulturen mit Bakteriophagen zu „bombardieren“. Denn erst das „Bombardement“ ermöglicht dem „Blindgängereffekt“, den Phagen, die den rezenten EHEC-Stamm als „Fortpflanzungsquelle“ nutzen können, positiv rückgekoppelt Nachkommen in die Welt zu setzen.

Bei meinen Recherchen zur Revision der Darwinschen Evolutionstheorie stoplperte ich über Hoimar von Ditfurths Äußerung, daß die Evolution sich bei der „Verschwendung“ genetischen Materials verhalte wie ein Schütze, der „blind in der Gegend herumballere“. ‚Ein Schütze, der seine Munition verschießt, hat am Ende keien Patrone mehr. – Um aber festzustellen, welche Bombe als Blindgänger zu Boden geht, der muß einen Bombenrteppich abwerfen. Der „Blindgänger“ hat die Eigenschaft, seinen zunächst angestrebten Erfolg zu verfehlen. – Aber er kann immer noch „hoc hgehen“

Dem Blindgängereffekt verdanken wir alle unsere Existenz, denn der theoretische Wert von einem Spermium pro Eizelle wird in der Praxis nicht erreicht. Man braucht Millionen davon, damit ein Spermium als „Blindgänger“ den Staffelstab der Evolution weitertragen kann.

Angesiochts der ungemütlichen Zustände im menschlichen Darm ist es auch für ein einzelnes Bakterium schwer, eine „Infektion“ auszulösen. Sie müssen schon ganz massiv auftreten.

Wichtiger als die „Quelle“ ist der „Vertriebsweg“. – Beim Abebben der „Epidemie“ aus den oben genannten Gründen solllte man sich dennoch weiter um den „Vertriebsweg“ kümmern, denn der „Kanal“ könnte auch in Zukunft von EHEC genutzt werden.


Evolution: Aufrechter Gang brachte erste Schlägertypen hervor – Nachrichten Wissenschaft – WELT ONLINE

Mai 19, 2011

Evolution: Aufrechter Gang brachte erste Schlägertypen hervor – Nachrichten Wissenschaft – WELT ONLINE.

Das ist mein Kommentar, der auf welt.de zu lesen ist:

Sich prügeln, das ist keine Erfindung des Menschen, das können Hasen ebensogut wie auch Känguruhs. – Aber unsere Vorfahren vor 5 bis 6 Millionen Jahren hatten kaum Anlaß sich zu prügeln. Sie dürften ähnlich sanftmütig wie die Bonobos gewesen sein. Hätten sie sich ebenso danebenbenommen wie die rezente (gegenwärtige) Menschenform, kein Wort wäre je über menshliche Lippen gekommen. – Und wie Sarkozy, Berlusconi und andere haben Bonobos  eine Lieblingsbeschäftigung: Sex.
Noch in den Fellhütten des guten alten Neandertalers dürfte es zugegangen sein wie in einem Swingerclub. – Erst als der selbsternannte Homo Sapiens Sapiens (1xWeisheit reicht wohl nicht!) die Weltbühne betrat, ging das Prügeln und Morden los. – Des Rätsels Lösung dürfte einfach sein: Wir leiden nicht nur an einer verkrümmten Wirbelbrücke, die uns zum aufrechten Gang zwingt, wir leiden wohl auch an einer erheblichen Unterversorgung des Kuschelhormons Oxytocin.
Nun, wie komme ich dazu, so etwas zu behaupten, wo doch der Mensch auch im Zeitalter des Darwinismus nicht aufhören konnte, sich als „Krone der Schöpfung“ zu empfinden und – als wäre das nicht genug – im Wege des Sozialdarwinismus noch einen draufzusetzen: Nur der Weiße ist als „Herrenrasse“ die Krone der Schöpfung.
Weit gefehlt, liebe Zeitgenossen!
Der Mensch, also du, ich, der Neandertaler und die berühmte „Lucy“ – ebenso wie Frau Merkel – gehören der Gattung „Australopithecus“ an.  Die Gattung „Homo“ ist eine Illusion, sie existiert nicht. – Und weil wir dazu neigen, überheblich zu sein, habe ich mir die Freiheit und Überheblichkeit genommen, die Gattung „Homo“ in Australopithecus Superbus umzutaufen. – Und weil der Mensch sich gern alles mit Gewalt passend machen möchte, fiel mir der zweite Beiname fast in den Schoß. – Die griechische Mythologie hält für fast alles und jedes den passenden Mythos bereit.  Und hier ist es der des Prokrustes – jenes bronzezeitlichen Hoteliers, der die zu kurz geratenen Gäste streckte und den zu lang geratenen die Glieder abschlug.
Australopithecus Superbus Procrustes – der hochnäsige Südaffe, der sich mit Gewalt alles passend macht.
Man kann ihn auch mit Fug und Recht – Osama, Obama, Gaddafi und Assad sind wohl die bekanntesten rezenten Beispiele –
Tyrannopithecus Majestix
titulieren.
Den Weg, der mich zu dieser Erkenntnis geführt hatte,  habe ich aufgezeichnet. Die Aufzeichnung ist noch nicht vollständig, aber unter
https://www.triboox.de/manuskripte/australopithecus-superbus/zmRm24GGadEe/
erhältlich.

„Ardi“, „Lucy“ und „Angie“ – Wir bleiben, wer wir waren

Oktober 7, 2009

Quelle: Rheinische Post vom 3.10.2009
Quelle: Rheinische Post vom 3.10.2009

In ihrer Ausgabe vom 3.10. 2009 rätselt die RHEINISCHE POST auf ihrem Titelblatt mit der „ganzen Welt“ über Urfrau Ardi. – Auf Seite A 8 teilt die RHEINISCHE POST dann mit, daß Ardi bereits aufrecht gehen konnte. – Nun gut, das abgebildete Skelett Ardis läßt den Schluß darauf ohne weiteres zu.

Sie ähnelt, wen wundert es, der weltbekannten „Lucy“.

Verblüfft hat mich dann doch der Hinweis des Autors Ludwig Juvanovic, daß Ardi bereits den Schädel auf der Wirbelsäule „balancierte“, während bei Affen das Rückgrat direkt am Hinterkopf  endet. –

Es fiel mir wie Schuppen von den Augen und ich hätte mir in das untere Ende meiner Wirbel-“säule“ beißen können: Verdammt nochmal! – Jedes Menschenaffenkind beherrscht das „Balacieren“ seines Schädels auf der Wirbelsäule, weil der Winkel, den seine Schädelbasis zur Wirbelsäule bildet, exakt dem des Menschen entspricht. – Das entscheidende anatomische Merkmal, das den „Menschen“ ausmacht und ihn von Schimpansen, Bonobos, Orang-Utans und Gorillas scheidet, sitzt uns buchstäblich im Nacken. – Die „kraniale Flexur“ war für mich jedoch so selbstverständlich, daß ich sie als kontituierendes Element für das Menschsein einfach übersehen hatte. Zwei andere anatomische Anomalien des menschlichen Körpers wären hinreichend gewesen, die Entwicklung des „aufrechten Gangs“ zu rechtfertigen, aber die „kraniale Flexur“ war die wohl notwendige Bedingung. Aber fangen wir mit der „Wirbelsäule“ an. Ich darf zitieren aus „Australoptithecus Superbus – Der Mensch im Licht nichtlinear-dynamischer Evolution“ (S. 63ff) denn Evolution ist alles andere als „das Überleben des Tüchtigsten“,  sie ist vielmehr:

Die Stunde der Krüppel.

Discovery treibt gemächlich den Fluß des Lebens hinab und begleitet den letzten gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Schimpanse. Langsam wird die erste Gabelung sichtbar, ein Graben tut sich auf:

Bis vor etwa 5 Mio. Jahren war Afrika von der West- bis zur Ostküste von Wald bedeckt. Danach veränderte der Planet die Lebensbedingungen im östlichen Afrika. Die ostafrikanische Senke, das Rift-Valley, begann, nach und nach den Kontinent zu teilen . Das Rift-Valley ist der Grabenbruch, der vermutlich dereinst Afrika auseinanderreißen wird.  Während westlich des Rift-Valley keine wesentliche Veränderung eintrat, änderte sich östlich des Grabenbruchs das Klima. Die Wälder verschwanden allmählich und machten einer ausgedehnten Savanne Platz.

Westlich des Rift-Valley blieben unsere baumbewohnenden Verwandten vorherrschend. Für deren Verwandte im Osten Afrikas wurden die Lebensbedingungen naturgemäß immer problematischer. Mit dem langsamen Waldsterben schrumpfte auch der Lebensraum für Baumhangler. –

Wie aber konnten Lebewesen, die an ein Leben in den Bäumen gewohnt waren, in die Savanne vordringen und warum haben sie in diesem Zusammenhang den aufrechten Gang erworben?

An dieser Stelle müssen wir uns vor Augen halten, daß es eine Reihe von Affen gibt, die ebenfalls in der Savanne zuhause sind, beispielsweise der Pavian. Im Gegensatz zum Menschen läuft der Schimpanse grundsätzlich auf vier Beinen.

Wenn wir in der Geschichte der Organismen blättern, stellen wir zudem fest, daß der Mensch nicht das erste Lebewesen ist, daß die zweibeinige (bipede) Lebensweise angenommen hat. Vögel laufen auf zwei Beinen, Känguruhs laufen bzw. hüpfen auf zwei Beinen, Hasen ebenso. Fledermäuse sind zwar nicht gut zu Fuß, aber ebenfalls Zweibeiner. Bei Dinosauriern, von denen unsere Vögel ja abstammen, war bipede Lebensweise ebenfalls gang und gäbe. Der bekannteste Vertreter ist Tyrannosaurus Rex, der Gigant mit dem Riesenschädel und der lächerlichen Ärmchen. – Eben die Arme des T. Rex geben uns einen Hinweis. Bei bipeden Dinosauriern waren die Vordergliedmaßen verkrüppelt. Aus diesen Verkrüppelungen gingen die Flügel der Vögel hervor und auch die Schwingen der  Flugsaurier, die denen der Fledermäuse verblüffend ähneln. Hasen haben verkürzte Vorderbeine, Känguruhs auch. Allen gemeinsam ist aber nach wie vor die Form der Wirbelsäule. Sie gleicht denen aller andern Landwirbeltiere:

Landwirbeltiere haben eine bogenförmige Wirbelsäule. – Der Begriff „Wirbelsäule“ trifft eigentlich nur auf den Menschen zu. Bei Landwirbeltieren von „Wirbelbogen“ oder „Wirbelbrücke“ zu sprechen, wäre zutreffender. (64) Nun haben wir aus dem Biologieunterricht behalten, daß der Mensch eine doppelt S-förmig gebogene Wirbelsäule hat, die die Belastungen durch den aufrechten Gang optimal abfedert. Die V- förmige Ausrichtung derOberschenkelknochen dient ebenfalls der optimalen Gewichtsverteilung.

Soweit die von Generation zu Generation kolportiere Legende von der perfekten Anpassung.

Wie sieht es in Wahrheit aus? – Immer mehr Menschen haben Probleme mit den Bandscheiben. Der Meniskus, ein Knorpelstück im Kniegelenk, das die Last des Körpers auf die geraden „Stempel“ der Unterschenkel verteilt, ist gegen Verschleiß sehr anfällig. Wahrscheinlich ist die hohe Anfälligkeit des menschlichen Skeletts gegen Abnutzungserscheinungen in früheren Zeiten nicht so sehr aufgefallen, weil die Menschen nicht so alt wurden wie heute.

Ich weiß nicht mehr, wo ich den Satz gelesen habe. Da es mir nicht liegt, mich mit fremden Federn zu schmücken, zitiere ich ihn trotzdem: „Wäre der liebe Gott allmächtig, hätte er dem Menschen statt der Wirbelsäule eine Spiralfeder eingebaut.“

Betrachten wir die menschliche Wirbelsäule ein wenig näher. Drehen wir sie einmal um 90 Grad in die Horizontale und vergleichen wir sie mit der Wirbelsäule aller anderen Landwirbeltiere.

Um 90° verdreht und auf die für Landwirbeltiere übliche Wirbelbrücke projiziert, vermittelt die menschliche Wirbelsäule im unteren Brust- undim Lendenbereich einen geradezu „eingefallenen“ und damit verkrümmten,  verkrüppelten Eindruck.

Stellen wir uns einen baumbewohnenden Affen vor, bei dem ein genetischer Defekt im Jugendalter dazu führt, daß seine Wirbelsäule sich zum Bauch hin verkrümmt. Welche Chance hätte er, sich erfolgreich fortzupflanzen? – Nach der klassischen Evolutionstheorie keine, denn die Mutation ist ja nachteilig.

Aus der Sicht einer als laminar begriffenen Evolution ist eine derartige Mutation nur vordergründig nachteilig. Die Vermehrungsmöglichkeiten derart verkrüppelter Lebewesen wird durch die selektive Impedanz, dieden Lebensraum und die ökologische Nische der Art definieren, stark eingeschränkt. Als Baumhangler im Wald werden die Träger dieser Anomalie erhebliche Probleme gehabt haben. Dennoch, unsere eigene Wirbelsäule ist der Beleg dafür, ist ein solcher genetischer „Defekt“ immer wieder aufgetreten.

Vor fünf Mio. Jahren erlebten unsere Vorfahren eine Art Klimakatastrophe. Der Lebensraum für waldbewohnende Baumhangler schrumpfte im Laufe der Zeit dramtisch.

Könnte sich der Nachteil einer verkrüppelten Wirbelsäule unter veränderten Lebensbedingungen in einen Vorteil verwandelt haben?

Das setzt voraus, daß die Fortpflanzungschancen eines derart benachteiligten Wesens nicht mehr annähernd Null waren.

(65) Nun vollzog sich der Übergang vom Regenwald zur Savannenlandschaft nicht ruckartig, sondern allmählich. Junge Bäume konnten mangels Wasser nicht mehr nachwachsen, die alten starben nach und nach ab. In den dadurch freiwerdenden Lebensraum sickerten zunächst Pflanzen ein, denen Pflanzenfresser folgten. Diese wiederum lockten nach und nachdie Fleischfresser an. – Die Natur folgte auch hier dem immer gleichbleibenden Muster der Besiedlung.

Unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, sind keine Nahrungsspezialisten, wir sind es auch nicht. Unsere gemeinsamen Vorfahren konnten es daher ebenfalls nicht gewesen sein. Aus diesem Grunde waren sie in der Lage, ihr Futter auch im offenen Gelände zu suchen. In den frühen Savannentagen, als es dort erst wenige andere Pflanzenfresser gab, war auch die Gefährdung durch die ihnen folgenden Raubtiere sehr gering.

Freilich steht dem Nahrungserwerb eines Waldbewohners in der Savanne ein nicht zu unterschätzender Widerstand entgegen. Dieser ist im Organismus selbst zu finden und heißt Angst. Angst ist eine körperliche Reaktion auf tatsächliche oder vermeintliche Gefahren. Sie setzt vor allem Adrenalin frei, das Hormon, das den Organismus auf die Reaktionen Kampf oder Flucht vorbereitet. Alle bekannten Wirbeltiere erleben ungewohnte Situationen als Bedrohung; das ist sinnvoll, weil Unbekanntes lebensgefährlich sein kann. Diese Schwelle galt es für unsere Vorfahren zu überwinden, wenn sie den Wald und damit ihre gewohnte Umgebung verlassen wollten. Nun gibt es innerhalb jeder Art Individuen, die ängstlicher sind als der Durchschnitt, aber auch Vertreter, die sich vom Durchschnitt durch mehr Mut unterscheiden. An diesem Ende des Spektrums sind diejenigen unserer Vorfahren zu finden, die sich als erste in das offene Gelände vorwagten. Sie stießen bei der Nahrungssuche zunächst einmal auf wenig Konkurrenz und ein niedriges Gefährdungspotential. Nach und nach, wohl über Generationen hinweg, zogen die ängstlicheren Vertreter der Art nach.

Wer aber gilt als der mutigste Artgenosse? – Wahrscheinlich der, der dieGefahrensituation als lustvoll erlebt. Das Lusterlebnis als Gegenspieler der Angst. In einem „intakten“ Ökosystem, in dem das Zusammenspiel von Fressen und Gefressenwerden eingependelt ist, bedeutet Lustgewinndurch Angst den frühen Tod. – Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin  um.

Nicht so unsere Vorfahren. Sie trafen bei ihren Ausflügen unter den freien Himmel nur wenig reale Gefahren für Leib und Leben an. Das muß so gewesen sein, denn die Lust an der Gefahr hat sich bis zum heutigen Tage in unserem Erbgut erhalten. Das können Sie beim Zappen durch die Sender leicht feststellen. Actionfilm hier, Kriegsfilm da, auf Kanaldrei und fünf je ein Western; nach dem nächsten Werbeblock folgt dann ein Horrorfilm.- Allen gemeinsam ist, daß sie Bedrohung und die Gefahr für Leib und Leben des Protagonisten zum Thema haben. Von der Odyssee bis zu den Romanen von John Grisham und Stephen King finden Sie über die Jahrtausende kontinuierlich die Schilderung von Gefahrensituationen in den Bestsellerlisten. Aber nicht nur Filmindustrie und Verla- (66)ge verdienen gut am Spaß mit dem Schrecken. Kein Jahrmarkt ohne Achterbahn, und die Geisterbahn darf auch nicht fehlen. Der zivilisierte Mensch gibt sehr viel Geld dafür aus, Angst lustvoll erleben zu dürfen.

Auch in der alltäglichen Realität ist Selbstgefährdung gang und gäbe. Expeditionen in unbekannte Gegenden, Bergsteigen und Skirennen, Fallschirmspringen und Bungeejumping. – Diese Aufzählung ist keineswegs vollständig, es sind nur Beispiele für all die Situationen, in denen sich Menschen bewußt einer Gefahr aussetzen. Ohne diese Neigung wäre die Menschheit allerdings keinen Schritt weiter als vor etwa 5 Mio. Jahren, denn das lustvolle Erleben der Gefahr ist ein konstituierendes Element dessen, das wir gemeinhin als Pioniergeist bezeichnen. Und es ist wieder einmal das biologische Erbe, das Geistesinhalten Gestalt verleiht.

Zum Leidwesen vieler gehört hierher aber auch das Rasen über Autobahn und Landstraße. Das lustvolle Erleben der Gefahr ist stärker als alle Vernunft. – Auch die härtesten Strafen werden das Phänomen nicht aus der Welt schaffen können, dafür ist es viel zu tief in uns verwurzelt.

Angst und Vorsicht sind auch Raubtieren nicht fremd, und solange diese in den Resten des Regenwalds genügend Nahrung fanden, werden sie esvermieden haben, ins offene Gelände überzuwechseln. Die selektive Impedanzf ür die Vermehrung der Gefährdungshungrigen war praktisch Null.

Der relativ geringe Kontrolldruck durch natürliche Feinde verringerte denWiderstand gegen die Vermehrung „erbkranken“ Nachwuchses. Die nachteiligen Wirkungen einer Wirbelsäulenverkrümmung waren durch die Lebensumstände neutralisiert.

Wenn Sie das nächste Mal einen Einkaufsbummel in einer Großstadt machen, achten Sie verstärkt auf die Hinterteile Ihrer Mitmenschen. Deren Form wird im wesentlichen von der Breite der Beckenknochen bestimmt. bewußt darauf achten, werden Sie erstaunt sein, wie groß die Variationsbreite des menschlichen Beckens ist. Bei Frauen ist das augenscheinlicher als bei Männern, aber auch bei diesen gibt es erhebliche Unterschiede.

Bei Ihrem nächsten Besuch im Freibad schauen Sie Ihren Mitmenschen einmal ungeniert auf die Beine. Sie werden sehen, daß X- bzw. O – Bein gar nicht einmal so selten sind. In beiden Fällen handelt es sich um Fehlstellungen der hinteren Extremitäten.

Wir sehen im Laufe unseres Lebens Tausende von Menschen, aber kaum Schimpansen. Die Breite der Beckenschaufeln dürfte beim Schimpansenin ähnlicher Weise variieren wie beim Menschen. Auch unter Schimpansen werden Fehlstellungen der Beine vorkommen. – Letzteres bedeutet infreier Wildbahn in der Regel den frühen Tod, denn jede Fehlstellung der Beine vermindert das Tempo beim Klettern und erhöht die Wahrscheinlichkeit, einem Freßfeind zum Opfer zu fallen.

Raubtiere hinterlassen allerdings kaum Belege für anatomische Anomalien. Dennoch wird es sie geben, aus welchem Grunde sollten Affen die Ausnahme bilden? – Die von menschlichen Züchtern gesteuerte Entwicklung des Wolfes zum Dackel basiert auf Verkrüppelungen des Beinskeletts; bei der „modernen“ Variante des deutschen Schäferhundes mit sei- (67) ner angeborenen Hüftdysplasie gilt die Fehlstellung der hinteren Extremitätenals der letzte Schrei.

Halten wir uns vor Augen, daß die sich öffnende Savanne für unsere  Vorfahren eine Art Reservat darstellte , in dem sie vor Nachstellungen relativsicher waren. Innerhalb des Reservats lebten sowohl Affen mit Rückgratverkrümmung als auch Affen, die ein breites Becken und einwärts gerichtete Oberschenkel hatten.

Innerhalb dieses Reservats ist eine Kreuzung zwischen den „Varianten “ nahezu unvermeidlich. Halten wir fest, daß es innerhalb der Variationsbreiteder Skelettbildung genügend Ansatzpunkte gab, den  „Mangel“ der verkrümmten Wirbelsäule zu kompensieren. Inzestuöse Beziehungen zwischen „Sonderlingen“ erhöhen zudem die Wahrscheinlichkeit der Merkmalskombination. Das reicht vollkommen aus, um eine Rückkoppelungsschleife in Gang zu setzen.

Minus mal minus ergibt plus, sagen die Mathematiker; in der Natur gilt dieser Satz mit der Einschränkung, daß die Randbedingungen es zulassen.

Die Randbedingungen waren zur damaligen Zeit allerding nicht so, daß die sich bildende Savanne genügt hätte, die junge Menschheit zu ernähren. Sie stellte überwiegend Gräser als Nahrungsmittel zur Verfügung, das haben Pollenanalysen ergeben. Früchte, deren Transport sich gelohnt hätte, hielt die Savanne also nicht bereit.

Dank langjähriger Beobachtung weiß man heute, daß selbst Schimpansen zur Fortbewegung gelegentlich nur die hinteren Extremitäten benutzen,vor allem dann, wenn sie begehrenswerte Früchte transportieren wollen.  Der Aktionsradius unseres Vorfahren war nicht auf die Savanne beschränkt. Seine Abenteuerlust ermöglichte ihm die Rückkehr in seine ursprüngliche Heimat, die Reste des Regenwaldes. Damit konnte er auch dessen Nahrungsquellen anzapfen; eine Gelegenheit, die die Natur nur sehr wenigen Lebewesen bietet.

Und dieses Dasein als „Grenzgänger“ könnte unseren Vorfahren den entscheidenden Überlebensvorteil gewährt haben. Die infolge der einander  kompensierenden Verkrüppelungen geschaffene Möglichkeit, mehr Nahrungsmittelzu transportieren als die Konkurrenten, gab der Rückkoppelungsschleife in Richtung des aufrechten Gangs weiteren Schwung.

Computeranimationen zeigen, daß aus heutiger Sicht der damalige aufrechteGang unserer Vorfahren ein wenig watschelhaft erscheint. Aber wir, ihre Nachkommen, sind der Beweis, daß sie sich äußerst erfolgreichdurchs Leben geschlagen haben.

Zwei einander kompensierende anatomische Anomalien sind für die Entwicklungdes aufrechten Gangs hinreichend. Die Rahmenbedingungen ließen es zu. – (Ende des Zitats)

Sie sehen, die „kraniale Flexur“, die fast rechtwinklige Verbindung zwischen Schädelbasis und Wir belsäule ist nicht erwähnt.

die kraniale Flexur

die kraniale Flexur

Warum aber ist sie für die Unterscheidung von Mensch und seinen Mitaffen von zentraler Bedeutung?

Erstens: Erst im Laufe der Kindheit eines Menschenaffen wandert die Verbindungsstelle zwischen Schädel und Wirbelsäule in Richtung Hinterkopf. – Stellen Sie sich einmal einen Affen vor, der wegen eines Leidens, das man „kraniale Flexur“ nennt, gezwungen ist, zeitlebens seinen Blick entweder zum Boden zu richten oder ständig mit einem „Hans-Guck-in-die Luft“- Hals durch die Weltgeschichte zu hangeln. – Große Chancen, das fortpflanzungsfähige Alter zu erreichen, hätte er jedenfalls nicht.

Zweitens: Wie bewerkstelligt es die Natur, das Hinterhauptsloch (die Nahtstelle zwischen Schädel und Wirbelbogen) an den Hinterkopf „wandern“ zu lassen? – Nun, ganz einfach: die Knochenmasse an der Schädelbasis nimmt zu. – Wenn sie es nicht tut, bleibt die „kraniale Flexur“ erhalten. Wenn diese aber erhalten bleibt, ist das ein weiteres gutes Indiz für die Schlüssigkeit des Neoteniekonzepts: Die Evolution hat an dieser Stelle „vergessen“, wie es weitergeht. Und es zeigt sich gerade hier, wie einmalig die „Erfindung“ des „aufrechten“ Gangs war:

Drittens: Die „kraniale Flexur“ ermöglicht auch bei „doppelt-S-förmig“ verbogenem Wirbelbogen, also nach Ausbildung der „Wirbelsäule“ einen nach vorn gerichteten Blick und eine ungestörte räumliche Wahrnehmung des Lebensraums. – Und das ist es, worauf es ankommt.

Deswegen ist das Vorhandensein der „kranialen Flexur“ das hauptsächliche Kriterium zur Entscheidung der Frage, ob ein Lebewesen „schon“ Mensch oder aber „noch“ Affe ist. – Ardi ist demnach eindeutig ein Mensch. – Was sie von „Lucy“, die vor rund 3,5 Mio Jahren lebte, und „Angie“, die heute versucht, die Domina der Welt zu spielen, genetisch unterscheidet, sind nur noch Nuancen.

„Ardi“ war wegen der kranialen Flexur eindeutig ein Mensch.

Aber ihre Anatomie sagt uns noch nichts über ihr Sozialverhalten. Dennoch gibt es Hinweise aus dem Sozialverhalten der Bonobos, die wir auch bei uns wiederfinden, seit Jahrtausenden freilich auf sogenannte „Rotlichtviertel“ beschränkt. Bonobos praktizieren Sex öffentlich. „Öffentlichen Sex“, den gibt es beim Menschen weltweit erst wieder seit der Erfindung des Internet. Das gibt durchaus Anlaß, einmal darüber nachzudenken, ob die kulturelle Sexualfeindlichkeit eine „natürliche“ Ursache haben kann:

Sexclub Neandertal

Bei Bonobofrauen sehr beliebt ist „Hoka-Hoka“ von Biologen auch G-G-Rubbing genannt:

Forscher beschreiben Sex zwischen Bonoboweibchen mit einem stimmigen, aber für unsere Zwecke doch zu sterilen Begriff: Genito-genitales Reiben. Denn der Ausdruck GG-Reiben (so wird er im Allgemeinen abgekürzt) wird kaum der Hingabe und Verzückung gerecht, mit denen zwei Weibchen diese Art Sex praktizieren. Wir wollen daher lieber das Wort der Mongandus benutzen, um diesen bemerkenswerten Akt zu kennzeichnen: Hoka-Hoka.

Hoka-Hoka sieht folgendermaßen aus: Das junge Weibchen sitzt da und beobachtet das ältere. Wenn das ältere Hoka-Hoka wünscht und gesehen hat, dass das jüngere auf eine Einladung wartet, legt es sich auf den Rücken und spreizt die Beine. Das jüngere springt dann auf, nähert sich, und beide umarmen sich. Gesicht an Gesicht, wie Menschen in der Missionarsstellung, haben die Weibchen schnellen, erregten Sex. Ihre Hüften bewegen sich rasch und im Gleichtakt, ihre sensitivsten Sexualorgane – die Klitoris – reiben sich aneinander. Die Klitoris der Bonoboweibchen ist groß, verglichen mit der der menschlichen Frau oder der Menschenaffenweibchen, und liegt, im Vergleich zu den Schimpansen, mehr zum Bauch hin. Kano ist davon überzeugt, dass sich Lokalisierung und Form der Bonobo-Klitoris entwickelt haben, um schönes Hoka-Hoka zu ermöglichen. Hoka-Hoka endet damit, dass beide Weibchen laut aufschreien, die Glieder fest ineinander verkrallt, die Muskeln kontrahiert. Dann ein stiller, intensiver Moment. Es sieht ganz nach Orgasmus aus. (Wrangham/Petersen „Bruder Affe“, 2001 S. 259)

Man findet diese Art des Verhaltens auch beim heutigen Menschen.   Man schweigt darüber, aber „Hoka-Hoka“ begeistert bei YouPorn.com sogar ein Millionenpublikum…

Wir heutigen Menschen sollten uns am Sozialverhalten unserer Vorfahren und unserer nächsten Verwandten im Tierreich ein Beispiel nehmen. „Make Love not War“ – ist keine Erfindung der „68er“ – es ist ein Gebot der Biologie. Man könnte auch sagen:

„Kuscheln statt Killen“

Und wenn Sie das nächste Mal in den Spiegel schauen, werden Sie ein weiteres Neotenes Merkmal erkennen, denn Ihre Gesichtsporportionen entsprechen dem eines Affensäuglings. – Wenn Sie so wollen, hat auch „‚Angie“ nichts anderes als eine verkrüppelte Schnauze, ob ihr das paßt oder nicht.


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