„E.T.” landet im Berliner Wachsfiguren-Kabinett – mit Zwischenlandung in der schwäbischen Provinz

Oktober 24, 2012

Außerirdische: „E.T.” landet im Berliner Wachsfiguren-Kabinett – Nachrichten Panorama – Weltgeschehen – DIE WELT.

Der Planet ist pünktlich! – Freilich dauert es einige Zeit, bis eine Wachsfigur hergestellt ist. – Mich würde brennend interessieren, wann mit der Herstellung begonnen wurde Und zwar aus folgendem Grund:

Ist der Planet pünktlich? – „Der Planet ist pünktlich!“ ist bei mir inzwischen zu einem geflügelten Wort geworden:

– Wir schreiben den 29. September 2012. – Wenn ich mich recht zurückentsinne, dürften gut und gern 40 Jahre ins Land gegangen sein, seit ich eine aktuelle Ausgabe des „MÄRKLIN-MAGAZIN“ in der Hand hatte. – Kurz vor Abitur hatte ich andere Dinge im Kopf. – Dann kam die Bundeswehr. Während des Studiums bastelte ich zwar an einer Modellbahnanlage, merkte aber rasch, daß dieses Hobby noch mehr Geld kosten kann als Fotographieren, Filmen und Irland zusammen. – Also ließ die Eisenbahn Eisenbahn und den lieben Gott einen guten Mann sein. – Irgendwann während meiner Referendarzeit hatte ich mir einmal am Duisburger Hauptbahnhof (meine Stammdienststelle war das Landgericht Duisburg) ein MIBA (Miniaturbahnen) – Heft gekauft. – Es hatte mich auch noch über Jahre hinweg begleitet, kam dann aber irgendwie unter die Räder. – Das ist jetzt auch fast 30 Jahre her. Umso mehr überraschte mich das Titelblatt des MÄRKLIN-MAGAZIN:

Ausgabe August/September 2012

Vor allem – die eher unscheinbare – Ankündigung verblüffte mich nicht nur, sie ließ mir für einen Moment den Atem stocken:

Tag der offenen Tür - auch für Außerirdische?

Hatte ich doch vor gerade einmal 10 Tagen dem beliebtesten aller Außerirdichen den Märklin-Produktionsprozess „hautnah erleben“ lassen.  – Ich hatte zwar den Produktionsprozeß so beschreiben, wie er vor 47 Jahren abgelöaufen ist, aber da E.T. den unendlichen Weiten des Alls entstammt, was sind da schon 47 Jahre?

Mir war im April die Idee in den Kopf gekommen, vor den Gefahren, die sich aus einer wissenschaftlichen Theorienbildung anhand von „Modellen“ zu warnen. – Sie kam, kurz nachdem ich meine alten „MÄRKLIN“-Schätzchen aus ihren Särgen geholt und in eine Vitrine verfrachtet hatte. – Wie macht man die unvermeidlichen Denkfehler plausibel? – Die Dampflok kennt auch heute noch jedes Kind, dank Jim Knopf und „Emma“.  – Naturgemäß suchte ich zunächst den Einstieg in die Geschichte auf dem Umweg über Lummerland.  – Aber das klappte nicht so recht. „Emma“ war nicht die richtige Partnerin, obwohl sie jedem gelaüfig ist.

Bei einer der vielen Sendungen von n24 über Leben imWeltall kreuzten dann im Kinderzimmer E.T und die Dampflok ihre Wege, denn Dampfloks sind heute vorwiegend in Kinderzimmern anzutreffen.

– Vor allem aber auch E.T. .  Der ist der jungen Wisenschaftlergeneration vom Kinderzimmer her so bekannt wie ein Dinosaurier. – Und diese Generation von Wissenschaftlern ist es, die ich ansprechen möchte.

– Also mußte E..T. irgendwie in der Heimat meiner „Schätzchen“ , in Göppingen landen.

Der Inhalt des MÄKLIN-MAGAZINS Heft 4/2012 (August/September 2012) hätte mir den Einstieg in die Geschichte erleichtern können. – E.T. wäre so als gewöhnlicher Interressent zum Tag der offenen Tür bei MÄRKLIN erschienen, der am 14. und 15. September stattgefunden hatte…

E.T. und die Dampflok war Anfang September textmäßig abgeschlossen.

Ich brauchte noch ein Portrait von meiner alten 44er zur Illustration des Artikels. Eine Lokomotive auf einer Tischplatte ohne Schienen unter den Rädern sieht mehr als komisch aus. – Also war ich auf der Suche nach passenden Schienen. – Der Spielwarenladen in Dormagen hatte schon vor längerer Zeit seine Pforten geschlossen; die Fa. Toys Are Us hatte wohl vor Jahren  den Vetrieb von MÄRKLIN-“Primex“ – Artikeln eingestellt. Folglich blieb mir nur die Möglichkeit, Schienen in Düsseldorf aufzutreiben. Wegen des für den 9.9. angekündigükten „Garagentrödels“ in der Nachbarschaft kam mir eine ander Idee: Garagentrödel in einer Siedlung mit Kindern! – Hier sollten sich doch gebrauchte Schienen finden lassen. Also unterließ ich Fahndung nach Schienen in Düsseldorf und genoß statt dessen im „Irish-Pub“ am Spichernplatz zwei Guinness.

Beim Garagentrödel war ich zunächst enttäuscht, Krimskrams und Spielzeug für Kleinkinder. Ich war schon fast auf em Nachhauseweg, als ich einen Glastisch endeckte, auf dem ein kurzes Schienenstück mit Loks ausgestellt war. Ich blieb stehen und überlegte. Mein Ansinnen, ein paar Gleisstücke zu erwerben, stieß auf offene Ohren. Leider waren im Angebot nur „Komplettpackungen“ von ROCO, die man hätte auseinaderreißen müssen. – Das wollte ich nicht, denn wenn sich ein „Liebhaber“ finden sollte, dann sind Vollständigkeit und Originalverpackung wichtig und für den Preis entscheidend.

Bei einer Tasse Kaffee auf der Terrasse des „Bismarck-Grills“  in Nievenheim dachte ich plötzlich:

„Wenn die Schiene nicht zur Lok kommt, muß die Lok zur Schiene kommen.

Ich ging nach Hause und packte mir die 44er. – Selbstverständlich gestatte man mir den Fototermin. Ohne Brille konte ich freilich das Bild auf dem Display der Kamera nicht genau sehen, auf die eigentliche „Bildkomposition“ hatte ich daher keinerlei Einfluß. Ich war ebenso überrascht wie erfreut darüber, daß dieses Bild so gut gelungen war. – Es hatte sich aufgrund der Gegebenheiten – inklusive der Spiegelung – gewqissermaßen „selbst“ gestaltet:

Mit 47 Jahren noch ein schönes Model

Dampflok mit Elektroantieb

Am 19.9.2012 gelangte „E.T. Und die Dampflok“ ins Netz.

Und dann kam der 29.9.2012. Wieder einmal war ich auf dem Weg zu meiner Mutter. Ich hatte die Optionen Auto oder S-Bahn. – Ich liebäugelte mit dem Auto, weil es Gelegenheit geboten hätte, ohne zusätzliche Spritkosten bei REAL,- und SATURN vorbeizuschauen und bei IKEA einen Hot-Dog zu genießen. Aus Gründen, die mir selbst nicht ganz klar sind, fuhr ich aber mit der Bahn. Wie an einem Gummischnürchen gezogen lenkten sich meine Schritte in die Buchhandlung GRAUERT am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Die Abteilung „Modellbahn“ ist ziemlich weit hinten durch und ohne Hilfe des Personals kaum zu finden. Modellbahnzeitschriften sind „Bückware“: Sie wird zwar nicht unter dem Ladentisch gehandelt, aber man muß sich bücken, um sie überhaupt zu entdecken.  – Dann aber fiel mein Blick auf das MÄRKLIN-MAGAZIN. Ich hatte meine Brille noch nicht ganz aufgesetzt, da stach mir der Hinweis auf den „Tag der offenen Tür“ im Hause MÄRKLIN ins Auge. – Die Welt war, wie man so schön sagt, wieder in Ordnung:

Der Planet war pünktlich. Wäre ich mit dem Auto gefahren, hätte wich wohl nie mitbekommen, daß am 14./15. September jedermann ähnliche Beobachtungen hätte machen können, die E.T. zuvor gemacht hatte.

Mich erstaunt in diesem Zusammnhang immer wieder die „Gleichzeitigkeit“ udn die Übereinstimmung zwischen inneren und -objektivierbaren – äußeren Vorgängen.

Was also hat mich am 29.9.2012 veranlaßt, bei der Buchhandlung Grauert im Düssesldorfer Hauptbahnhof nach Modellbahnzeitschriften zu fahnden?

Eine Woche später hätte ich nicht einmal erfahren, daß MÄRKLIN Mitte September einen „Tag der offenen Tür“ veranstaltet hatte.

Und jetzt bekommt E.T. -mit einer der Bahn durchaus würdigen Verspätung -seine Wachsfigur.  – Damit ist meines Erachtens das Phänomen der „Gleichzeitigkeit“ gewahrt.

Sind Sie anderer Meinung? – Dann fahren Sie mal Bahn!


Wulff und kein Ende: Neues aus Lummerland

Februar 16, 2012

Wulff und kein Ende: Lummerland – Politik – FAZ.

Die Lummerlandhymne Berthold Kohlers ist unvollständig; es fehlt zuimindest eine Strophe:

Eine Insel mit zwei Bergen und dem Fernsprechtelefon,

Drohst du mir auf meiner Mailbox, weiß es morgen die Nation.

Soll die Alte nicht bemerken, daß dir eine neue hold,

Dann laß dir ein Handy sponsern von der Firma Groenewold.


Die Kraft und die Herrlichkeit des Stimmzettelfaschismus

Juli 6, 2010

In Nordrhein-Westfalen haben wir die Kraft, in Bayern haben wir die Kraft nicht, aber nach 1923 den zweiten Versuch, Demokratie durch autoritäre Strukturen zu ersetzen. – Die Bayern marschieren nicht nach Berlin, mit dem Umrubeln des absoluten Minderheitsvotums gegen das Rauchen in den Willen der Mehrheit des Volkes beginnt sich in Deutschland eine Art Stimmzettelfaschismus zu etablieren, der nicht hingenommen werden kann.

Seit wann sind 61% von 37,7% der Wahlberechtigten die „Mehrheit des Volkes“.

Das müssen Sie mir mal vorrechnen, aber bitte so, als wäre ich vier Jahre alt.

Zu Fuß“, also knapp vor dem Komma, komme ich gerade mal auf 23% auch nur der „Wahlberechtigten“!  – Kinder und Jugendliche, die auch in den Kneipen rauchen und saufen möchten, bleiben ganz draußen vor.

Mit der „veröffentlichten Meinung“ stimmt etwas nicht, es stimmte schon im „Dritten Reich“ nicht. Daß sie aber auch im Jahre 2010 von der Wahrheit  so gravierend abweicht, daß der Herr Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda seine helle Freude daran hätte ,  – das  gibt doch erheblich zu denken:

Könnte es sein, daß Johann W. v. Goethe darin beizupflichten ist, wenn er schreibt:

Die Zeitungen sind eigentlich nur da, um die Menge hinzuhalten und über den Augenblick zu verblenden, es sei nun, daß den Redakteur eine äußere Gewalt hindere, das Wahre zu sagen, oder daß ein innerer Parteisinn ihm ebendasselbe verbiete. (Goethe, Annalen, zitiert nach Maurer, Wert und Würde – Goethe Gedanken, Berlin 1947, S. 29) Fragezeichen!

Das totale Minderheitsvotum in den „Willen der Mehrheit“, gar in den expliziten Volkswillen umzurubeln, damit beschäftigen sich deutsche Historiker seit dem 30. Januar 1933. – Bekanntlich ist das der Tag, an dem das deutsche Volk einen Adolf Hitler zum Reichskanzler gewählt hatte, ohne eine einzige Stimme auch nur abzugeben.

Wir brauchen aber nicht bis ins Jahr 1933 zurückzugehen, um die Umkehr des vom Volk tatsächlich Gewollten in den vielbeschworenen „Wählerauftrag“, den es von „der Politik“ erbarmungungslos zu „vollstrecken“ gilt, anhand des Beispiels Nordrhein- Westfalens nachzuvollziehen. – Denn vor genau 10 Jahren bildete sich dort schon einmal eine rot-grüne „Regierung“.

Nun sind die Wahlen in Nordrhein-Westfalen gelaufen, die SPD und die Grünen haben „gewonnen“. Die Regierungsbildung ist abgeschlossen und stolz wird verkündet, man habe dem „Wählerauftrag“ Folge geleistet. Der Wähler habe die Parteien SPD und Bündnis 90/Die Grünen beauftragt, miteinander einen Koalitionsvertrag abzuschließen und eine gemeinsame Regierung zu bilden. – Der Koalitionsvertrag wurde nach einigen Geburtswehen abgeschlossen; alles, was die Vertragsparteien nach der Wahl miteinander ausgekungelt hatten, wurde als dem Wählerwillen entsprechend verkauft. Die zuständigen Parteigremien der Koalitionsparteien segneten diese Vereinbarung ab, die Regierungsbildung in NRW konnte endlich anlaufen. – Da kann doch was nicht stimmen. So weit kann die Liebe des Souveräns zu seinen Repräsentanten nun wirklich nicht reichen; denn der Inhalt der Koalitionsvereinbarung war nämlich dem Wähler vor der Wahl nicht bekannt. Und daß die Parteien im nachhinein den Wählerwillen repräsentieren könnten, das finde ich in keiner Verfassung dieser Republik niedergelegt. Die Möglichkeit einer Verfassungsänderung durch Parteienbrauch ist mir bislang auch unbekannt. Vielleicht habe ich aber auch nur die entsprechende Vorlesung versäumt. – Kann ja sein.

Aber nehmen wir den „Wählerwillen“ einmal unter die Lupe: Rund 56% der Wähler hatten ihre Stimme abgegeben. Rund 7% davon haben sich für die Grünen entschieden. Der Rest der Wahlberechtigten hat den Grünen eine klare Absage erteilt. – Dennoch geht die Firma Bärbel Höhn & Co hin und maßt sich an, den Menschen im Lande Vorschriften machen zu wollen, weil diese das so gewollt hätten.

Obgleich anonym, ist die Wählerstimme eine rechtsverbindliche Willenserklärung. Mit ihr entscheidet der Souverän rechtsverbindlich über die Zusammensetzung seiner Vertretung für die kommende Legislaturperiode. Man kann daher unter diesem Aspekt die Kandidaturen für ein Abgeordnetenmandate als ebenso rechtsverbindliche Angebote auffassen. Aus gutem Grunde gibt es im deutschen Recht den Grundsatz, daß das Schweigen auf ein rechtsverbindliches Angebot einem klaren „Nein!“ gleichkommt. Diesen Grundsatz setzen auch Grundgesetz und die Länderverfassungen stillschweigend voraus, denn sonst hätte es für Wahlen eine abweichende Regelung getroffen.

7% von 56% der Wahlberechtigten haben den Grünen ihre Stimme gegeben. 49% der Wahlberechtigten haben mit dem Stimmzettel den Grünen eine Absage erteilt. Die Fraktion der Nichtwähler, immerhin 44% der Wahlberechtigten, haben durch ihr Schweigen ebenfalls ihre Ablehnung gegenüber den Grünen zum Ausdruck gebracht. – Ergo haben rund 94% allein der Wahlberechtigten die Politik der Grünen abgelehnt. – Da die Jugend nicht wählen darf, schrumpft die Zustimmung – bezogen auf die Gesamtbevölkerung – auf ein geradezu unbedeutendes Maß.

Daß damit die Legitimation für den Ministerpräsidenten Wolfgang Clement auf tönernen Füßen steht, versteht sich von selbst. Jedenfalls kann er sich zur Rechtfertigung seiner Handlungen und Unterlassungen nicht auf den „Wählerauftrag“ berufen. Die Mehrheit des Wahlvolkes hat er nicht hinter sich scharen können.

Wenn man das Wort „Wählerauftrag“ in den Mund nimmt, sollte man die Landesverfassung zumindest greifbar haben. Dort ist nämlich festgehalten, daß der Landtag einen Ministerpräsidenten wählt. Der tatsächliche „Auftrag“ des Wählers richtet sich an die Abgeordneten, einen Dummen zu finden, dem sie nach ihrer freien Überzeugung das Amt des Ministerpräsidenten anvertrauen können.

Die Regierungsbildung in Nordrhein-Westfalen bietet auch ein augenfälliges Beispiel dafür, daß in unserer Republik der Souverän nicht mehr Herr im eigenen Hause ist, weil die Parteien längst in verfassungswidriger Weise die Macht an sich gerissen haben.

Die Koalitionsvereinbarung hatten zwar Landesfürst Wolfgang und seine Umweltministerin Höhn ausgekaspert; die tatsächliche Zusammenarbeit der entsprechenden Parlamentarier und die Vergabe der Ämter und Posten war aber davon abhängig, daß die jeweiligen Parteien diese Vereinbarung absegneten. Ob und wie Parlament und Regierung arbeiten können, wurde dem Willen der Parteitage unterworfen. Was bedeutet das?

Damit haben die Verhandlungsführer unverhohlen die Rolle eines Vertreters ohne Vertretungsmacht übernommen, die ihnen einerseits gegenüber den Parteien nicht zukommt, andererseits dem tatsächlichen Wählerauftrag als Vertreter des ganzen Volkes zuwiderläuft. Denn wer als Vertreter ohne Vertretungsmacht auftritt, muß seine Handlungen vom „Geschäftsherrn“ absegnen lassen.

Legt man den tatsächlichen Geschehensablauf der nordrhein-westfälischen Regierungsbildung zugrunde, heißen die „Geschäftsherrn“ sowohl SPD als auch Bündnis 90/Die Grünen. Denn die Kohabitation zwischen Fürst Wolfgang und der grünen Babsi bedurfte der Genehmigung durch deren jeweilige Partei. Dieses Procedere mag der Verfassung der Republik Lummerland entsprechen, der Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen entspricht es jedenfalls nicht, denn dort ist eben nicht niedergelegt, daß die Parteien im Lande das Sagen hätten. Ferner, das muß mit Nachdruck betont werden: aus dem eingangs erwähnten Zahlenspiel geht eindeutig hervor, daß der Souverän, verkörpert durch die Mehrheit der Wahlberechtigten, dem Fürsten Wolfgang eindeutig die Gefolgschaft verweigert hat. Sein dennoch wie selbstverständlich erhobener Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten überschreitet damit die Grenze der Usurpation und offenbart die aristokratische und autokratische Einstellung zum Amt und zum formalen Souverän. Kann das noch als demokratische Führungsverantwortung bezeichnet werden? (Gerhard Altenhoff, Der Bundesadel, S. 63)

Hannelore Kraft wurde vom „Wahlvolk“ beauftragt, eine Regierung zu bilden.

Goethe, hätte er diese Schlagzeile in der „Bild“ oder „Express“ gelesen, er hätte seine Zeilen von 1830 erneut an Zelter geschrieben:

Hierbei werd ich veranlaßt, dir etwas Wunderliches zu vermelden und zu vertrauen, daß ich nämlich nach einer strengen schnellen Resolution alles Zeitungslesen abgeschafft habe. Seit den sechs Wochen, daß ich die sämtlichen französischen und deutschen Zeitungen unter ihrem Kreuzband liegen lasse, ist es unsäglich, was ich für Zeit gewann, und was ich alles wegschaffte. (Maurer, a.a.O.)

Der „schweigenden Mehrheit“ nach dem Motto

„Qui tacet consentire videtur“

eine Zustimmung oder das ewige „Ja-Sagen“ zu unterstellen, geht zu weit.

Ich gebe ehrlich zu, bislang nicht weiter recherchiert zu haben, woher dieses Märchen der „modernen“ Demokratie stammt.

Jedenfalls kann die Lehre von der „schweigenden Mehrheit“, die stets den herrschenden Machtverhältnissen in die Hand spielt, die stets das „Gute will und das Böse schafft“, nicht länger Bestand haben. „Das Gute wollen – das Böse schaffen“ – das stellt die Verhältnisse, wie Mephisto sie nach der Auffassung Goethes gewollt hat, glatt auf den Kopf.

Aber

Der Geist, der stets verneint,

das ist der Geist der

„schweigenden Mehrheit“


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