Verteidigungsminister : SPD-Chef Gabriel fordert Rücktritt de Maizières – Nachrichten Politik – Deutschland – DIE WELT

Juni 14, 2013

Verteidigungsminister : SPD-Chef Gabriel fordert Rücktritt de Maizières – Nachrichten Politik – Deutschland – DIE WELT.

Nun fordert auch Bundeserzengel Gabriel Herrn De Maiziére zum „Rücktritt“ auf. – Er offenbart mit damit wieder einmal seine Ignoranz gegenüber dem Willen des Inhabers der verfassungsgebenden Gewalt, denn dieser hat in Artikel 64 Absatz 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland rechtsverbindlich Beginn und die vorzeitige Beendigung eines Ministeramts. Danach werden die Bundesminister auf Vorschlag des Bundeskanzlers vom Bundespräsidenten ernannt und entlassen. Ein Bundesminister wird nicht gefragt, ob er bleiben darf oder gehen muß – ob er gehen darf oder bleiben muß, das entscheidet allein und einsam der Bundeskanzler.

Was der Bundeserzengel dem Inhaber der Befehls und Kommandogewalt über die Streitkräfte empfiehlt, entspricht dem Verhalten des Commandante Schettino, der die „Costa Concordia“ als erster verlassen hatte. – Aber das ist ja bei „Berufspolitikern“ üblich: „Verlasse das sinkende Schiff, bevor die anderen merken, daß es sinkt“. – Nur Ratten sind schneller! Ob in Rathäusern (Duisburg!) oder im Bundespräsidialamt: der „Rücktritt“ gilt als Allheilmittel, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Klar, daß der „Rücktritt“ eine Art „politisches Allheilmittel“ ist: Stehle dich gefälligst aus der Verantworrtung, damit ich es im Falle eines Falles auch tun kann.

Aber einen „Rücktritt vom Amt“ im Sinne eines einseitgen Verzichts gibt es weder im Grundgesetz noch in den untergeordneten Rechtsvorschriften. Der einzige, der sein Amt durch einseitige Erklärung aufgeben darf, ist ein deutscher Papst.

Welch groteske Formen der ( „politisch gewollte“) Fehlgebrauch des Begriffs „Rücktritt“ haben kann, zeigte sich 1993 Im Landkreis Rügen, der Kreis, der zusammen mit der Stadt Stralsund den Wahlkreis der Bundestagsabgeordneten Angela Merkel bildet:

Anders im Kreis selbst. — Dort hatte Landrat Eckfeldt die fast unbeschränkte Entscheidungsbefugnis. In der Regel entschied er etwas und ließ es sich vom Kreisausschuß absegnen. Die Beschlüsse des Kreisausschusses wurden ebenso regelmäßig vom Kreistag ohne Diskussion genehmigt. Nur gelegentlich gab es Aufruhr im Kreistag, der aber rasch sein Ende fand, weil Eckfeldt mit Rücktritt drohte oder sich einer Notlüge bediente.

Regte sich einmal Opposition in den Reihen der gutbürgerlichen Koalition aus CDU, FDP und SPD drohte Landrat Eckfeldt ungeniert an, sich die erforderlichen Stimmen bei der PDS auszuleihen.

Eine Aussprache oder Debatte über die Entscheidungen des Landrats Eckfeldt konnte es auch gar nicht geben. Die Geschäftsordnung des Kreistages beschränkte nämlich den Abgeordneten ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung auf vorher angekündigte Redebeiträge und Fragen.

Von mir wurde in einem anderen Zusammenhang der Begriff des „spätstalinistischen Kasperltheaters“ geprägt. Dieser machte als Beschreibung des Verlaufs der Kreistagssitzungen in Windeseile die Runde. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Die Frage ist nur, ob die Kreistagsabgeordneten so begriffsstutzig waren, daß sie die Tragweite des eigenen Handeln nicht überblicken konnten. War es für sie wirklich nicht erkennbar, daß das von ihnen veranstaltete spätstalinistische Kasperltheater den Willen der Kommunalverfassung ins Gegenteil verkehrte? Haben sie tatsächlich nicht sehen können, daß sie damit den Wählerauftrag verrieten und sich gar selbst entmachteten?“ (Störtebekers Erben, S. 94ff)

Ende August oder Anfang September 1993 war es dann nicht mehr zu verhindern, daß der positive Befund bezüglich eines gewissen Herrn Klaus Eckfeldt auf dem Tisch lag. An dem betreffenden Abend fand allerdings keine außerordentliche Fraktionssitzung der CDU statt.

Ob man wohl Herrn Eckfeldt Gelegenheit geben wollte, sich vor einem Fraktionsausschluß zu den erhobenen Vorwürfen zu äußern und sie vielleicht. zu entkräften? — Das Verwaltungsgericht forderte ein derartiges Verfahren jedenfalls. So belehrt, hätte das für die Fraktion ein Motiv sein können, in diesem Fall keine Fraktionssitzung abzuhalten. Das hätte das Motiv sein können, wäre die Entscheidung des Verwaltungsgerichts nicht erst am 22. Oktober 1993, also mehr als einen Monat nach Eckfeldts Abgang ergangen.

Der Verdacht, in den Landrat Eckfeldt geraten war, veranlaßte den Innenminister, diesem mit sofortiger Wirkung die Weiterführung seiner Amtsgeschäfte zu untersagen, dieser Vorgang wird gemeinhin als „Suspendierung“ bezeichnet. Der Minister forderte den Kreistag auf, Eckfeldts Ernennung zum Landrat zurückzunehmen.

Mit Rücknahme bezeichnet man die Beseitigung eines rechtswidrigen Verwaltungsakts. Die Beamtenernennung ist ein Verwaltungsakt. Dieser war rechtswidrig, denn Herr Eckfeldt hätte wegen seiner früheren Nähe zum DDR-Regime in der Bundesrepublik Deutschland nicht Beamter werden dürfen. Klaus Eckfeldt hatte anläßlich seiner Berufung in das Beamtenverhältnis die frühere Mitarbeit beim VEB Horch, Guck und Greif verschwiegen. Das hätte von Rechts wegen eine rückwirkende Beseitigung seiner Ernennung zur Folge gehabt. Deren Folgen wären vor allem finanzieller Art gewesen; Klaus Eckfeldt hätte die von ihm kassierten Gehälter zurückzahlen dürfen und wäre seines Pensionsanspruchs verlustig gegangen.

Der Kreistag, allen voran die CDU-Fraktion, wollte ihrem verdienten Landrat derartige Schande jedoch ersparen. Mit überwältigender Mehrheit nahm der Kreistag daher seinen Rücktritt an. Familiäre und gesundheitliche Gründe hatten Eckfeldt zu diesem Schritt bewogen. Um die schändliche Rücknahme zu vermeiden, bediente sich der Kreistag eines technischen Kunstgriffs. Als die Tagesordnung beschlossen wurde, zog man die Beschlußfassung über Eckfeldts Rücktritt einfach vor. Der Kreistag stimmte diesem zu; die Entscheidung über die Rücknahme der Ernennung stand damit zwangsläufig nicht mehr zur Debatte.“ (Störtebekers Erben, S. 117 ff)

Es dauerte nicht lange, da bewilligte unbestätigten Berichten zufolge der Kreistag des Landkreises rügen dem früheren Landrat und desse Beigeordneten einen „Ehrensold“ in Höhe von DM 2000,– monatlich. – Ehrensold? – Da war doch kürzlich was? – Ach ja, der Fall Wulff…


Mayakalender: Nur die Dombauhütte kann uns retten, denn ORION hat Verspätung

November 20, 2012

Mayakalender: Wissenschaftler sagt Weltuntergang 2012 ab – Nachrichten Wissenschaft – DIE WELT.

Vor fast genau 45 Jahren war die Fernsehnation schockiert über die Meldung: „Die Invasion ist nicht mehr aufzuhalten, ich schlage vor, mit den Frogs zu verhandeln.“

Originalrep0rtage

Aus den Verhandlungen wurde nichts. – Sie erübrigten sich am Ende, weil, wie Sie gesehen haben,  von der Obersten Raumbehörde Order an die Crew der „Orion“ erging: „Gehen Sie auf Hyperspace-Geschwindigkeit und fliegen Sie „Gordon“ an! Eliminieren Sie „Gordon“ mit Overkill! Dies ist ein Befehl der Weltregierung!“

Es wurde ein Wettlauf mit der Zeit, aber „Gordon“ wurde rechtzeitig eliminiert.

All das geschah innerhalb weniger Minuten.

Innerhalb weniger Minuten kann viel passieren. – Mit diese Worten wirbt die WELT für WELT-ONLINE.- Daß die zuständige Werbeagentur den Slogan mit einem Bildnis des Papstes unterlegt hat, versetzt mich doch etwas in Erstaunen, denn weder die Wahl eines Papstes noch dessen Amtszeit sind eine Sache von wenigen Minuten.

Es sei, wie es ist, denn innerhalb weniger Minuten kann allerdings tatsächlich viel passieren, das hat sich am 2.3.2007 gezeigt:

Kurz vor den 15-Uhr Nachrichten des Senders n-tv hatte ich begonnen, das Feuilleton der WELT durchzublättern. Unter der Überschrift „Ecce Herbert!“ sollte Herbert Grönemeyer auf Seite 27 zum Religionskritiker hochstilisiert werden. – Da Grönemeyer keine Alternativen zu bieten hat, gewissermaßen mit leeren Händen dasteht, ist dem Verfasser des Artikels seine Absicht wohl nicht so ganz gelungen. Als gelungen empfand ich jedoch, daß auf der Folgeseite in der o.g. Anzeige der Papst ebenfalls mit leeren Händen dastand.

N-tv meldete, nach einem geheimen UN-Bericht wäre die Klimakatastrophe nicht mehr aufzuhalten. Mit wem aber sollte die UNO diesmal verhandeln?

Die WELT, obwohl erdgebunden, ging ebenfalls auf Hyperspace-Geschwindigkeit, denn die WELt und n-tv überholten sich bei der Berichterstattung gegenseitig:“ ‚Orion‘ hat Verspätung“, meldete sie auf ihrer Wissenschaftsseite (Seite 31). – Wenn „Orion“ Verspätung hat, wer soll die Welt dann noch retten können? – Captain Kirk?

Laut n-tv werden auch er und seine Crew zur Rettung der Erde nichts beitragen können. Laut n-tv nämlich wurde „Enterprise“ von Tornados weitgehend zerstört. Die Schäden waren so gravierend, daß George W. Bush sie höchstpersönlich inspizieren mußte. (Enterprise ist eine Kleinstadt im Südwesten der USA)

Gibt es dennoch eine Rettung? – So könnte man vermuten, wenigstens dann, wenn die elektrische Anlage der „Enterprise“ von Siemens gefertigt wurde. Denn laut WELT (S. 31) heißt Siemens: „Gott hat gehört“.

Ob Gott gehört hat, weiß ich nicht, die Götter jedenfalls scheinen gehört zu haben, denn auf Seite 32 berichtet die WELT mit erheblicher zeitlicher Verzögerung über den Ausbruch des Stromboli. Und dieser räusperte sich fast zur gleichen Zeit, als folgender Text durch das Netz der Netze gejagt wurde:

„Ob es sich bei den Ausbrüchen des Krakatau, des Vesuv oder des Mount St. Helens tatsächlich um „Katastrophen“ handelt, die „die Umwelt“ beeinträchtigen, darf nach der Lektüre der oben zitierten Wissenschaftsseite der WELT mit Fug und Recht bezweifelt werden. Denn offensichtlich bildet die Vulkanasche, die nach und nach wieder zu Boden sinkt,  globalen Dünger, der Organismen zu Lande und zu Wasser nützt. „Es ist, als wenn der Vulkangott Vulcanus und die Fruchtbarkeitsgöttin Freya mit Neptun eine Vereinbarung getroffen haben, von der wir erst jetzt etwas erfahren.“ So zitiert die WELT (Vulkanasche ist Dünger) den Geomar-Wissenschaftler Svend Duggen.

Da ist was Wahres dran.

Und es ist erstaunlich, diese Worte aus dem Munde eines Naturwissenschaftlers zu hören. Noch erstaunlicher ist, daß der Mann am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften tätig ist. – Leibniz hatte den Tieren den Verstand abgesprochen. Laut Leibniz brauchen Tiere keinen Verstand, weil Gott ihn für sie habe. – Der Verstand, der Leibniz vorschwebte, reicht offenbar weit über das Tierreich hinaus. Die olympische Düngemittelgesellschaft läßt sich tatsächlich so darstellen, wie Duggen es getan hat. Freilich sind ihm zwei Details entgangen: Die olympische Fruchtbarkeitsgöttin heißt Demeter und nicht Freya. Ferner hat Duggen Aeolos vergessen, der mit von der Partie ist, weil er für den weltweiten Vertrieb des Düngers verantwortlich zeichnet.“

Die Mail ging am 27.2.2007 an die FAZ ab, hier der Original-Header:

—-Ursprüngliche Nachricht—–

Von: gerhard.altenhoff@email.de

Gesendet: 27.02.07 15:43:19

An: redaktion@faz.de

CC: jora@jora-hypno.de, wissenschaft@welt.de,

wissen-online@sueddeutsche.de, leserbriefe@bild.de

Betreff: FW: Unser Planet stirbt

– Die Liparischen Inseln, zu denen der Vulkan Stromboli gehört, werden auch die  Aeolischen(!) Inseln genannt! –

Das Mitlesen von Mails ist offenbar keine Erfindung der Geheimdienste, der Olymp liest wohl schon recht lange mit, zumindest seit der Einführung des Internet.

Für die eingefleischten Mechanistiker kommt es noch schlimmer:

Am 8.3.2007 wurde die Zufahrt zum Düsseldorfer Flughafen in der Zeit von 21.45 Uhr bis 23.00 Uhr gesperrt, weil ein Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg entschärft werden mußte. An dieser Bombe muß ich in jungen Jahren einige hundert Mal vorbeigegangen und mit Rad und Auto vorbeigefahren sein, denn sie wurde nur wenige hundert Meter von meinem Elternhaus entfernt gefunden.

Wenn Sie so wollen legten die Götter ihrem Advocatus Deorum den „Blindgänger“ zu Füßen, und zwar mit Vorankündigung:

Planmäßig hob Flug LT 147 am 8.3.2007 von der Rollbahn des Flughafens in Alicante ab. Weil auch der Landeanflug planmäßig verlief, setzte LT 147 mit dem Advocatus Deorum an Bord pünktlich um 22.55 Uhr auf der Düsseldorfer Rollbahn auf. – Während des Landeanflugs war ein Feuerwerker damit beschäftigt, einen Spagat zu absolvieren: einerseits

mußte er den „Blindgängereffekt“ zu vermeiden suchen, andererseits mußte er ihn fördern. Er mußte vermeiden, daß das Ding hochging und ihm damit „Zukunft“ sichern.

Mutter Erde ist schon erstaunlich: Ich glaube nicht, daß die Besatzung der B-17, die seinerzeit die Bombe ausgeklinkt hatte, jemals einen Gedanken daran verschwendete, daß wenig mehr als 63 Jahre nach dem Abwurf derjenige , der den „Blindgängereffekt“ der klassischen Evolutionstheorie hinzufügte und „Uncle Sam“ die Worte „Join the IRA – Drop! Your! Fucking! Guns! Now!“ in den Mund legte, ihren Kurs kreuzen würde, – wenn sie denn den eigenen Fliegerhorst je wieder erreichte.

Der „Blindgängereffekt“ wurde inspiriert durch eine Textstelle in Hoimar von Ditfurths „Wir sind nicht nur von dieser Welt“:

>Das hier beschriebene Experiment wurde tatsächlich durchgeführt, und zwar vom amerikanischen Nobelpreisträger Joshua Lederberg. Zum Ergebnis dieses Experiments und zum Phänomen des Albinismus bemerkt Hoimar von Ditfurth:

„Dies Ergebnis – es ist für das Verständnis so wichtig, daß ich es noch einmal hervorheben möchte – war weder angezielt worden (das Genom kann nicht zielen: Mutationen erfolgen zufällig und ungerichtet!) noch vorhersehbar gewesen (Eiszeiten, geologische Katastrophen oder die Invasion überlegener Konkurrenten kündigen sich nicht vorher an). Vielleicht war der Treffer, das ist alles, was dazu gesagt werden soll, unter diesen Umständen allein als Folge gerade eines völlig ziellosen >Herumballerns< durch den Mutationsprozeß möglich geworden. Denn ein zum Zielen befähigter Schütze hätte, wie gesagt, die >richtige< Richtung womöglich planmäßig ausgespart, weil es dort noch nichts gab, worauf er in dem Augenblick, in dem er abdrückte, hätte zielen können.“[1]

Ich habe lange darüber nachgedacht, warum die gewählte Metapher vom sinnlosen „Herumballern“ nicht stimmen konnte. Das paßte nicht zu dem. was v.Dithfurth auf der vorhergehenden Seite geschrieben hatte:

„Das Genom (die Summe der Erbanlagen eines Organismus) ist zwar unbelehrbar, unfähig, aus der Umwelt Informationen zu beziehen und aus Fehlern mutativer Anpassung zu lernen. Daran läßt sich nichts ändern. Aus der Welt der Organismen gelangt keine Information in die Welt der Elementarteilchen. Aber die daraus resultierende Blindheit jeder einzelnen Mutation gegenüber der Situation des Organismus, an dessen Bauplan sie planlos herumspielt, hat immerhin auch einen Vorteil: Diese gänzlich unvermeidliche Blindheit läßt die Art >offen< bleiben für noch gänzlich unvorhersehbare zukünftige Möglichkeiten.

Es wurde schon gesagt, daß die Lernunfähigkeit des Genoms sich zum Beispiel darin äußert, daß bei den verschiedensten Arten immer wieder Albinos auftauchen: eine Mutation, die einem Hirsch, einer Amsel oder einer Maus unter normalen Umständen nichts als Nachteile einträgt. Unter den Bedingungen der freien Natur werden diese Varianten denn auch von der Umwelt sehr schnell wieder <ausgelesen>“.[2]

Bei ziellosem „Herumballern“ wären der Evolution mit Sicherheit bald die Patronen ausgegangen, wenn sie mit einem Gewehr eine Zielscheibe hätte treffen müssen. Sie haben oben aber gesehen, daß der „Munition“, die die Natur verwendet, eine explosive Tendenz innewohnt. Die Evolution gleicht daher nicht einem „herumballernden“ Präzisionsschützen, sie gleicht vielmehr dem Trommelfeuer des Ersten Weltkrieges oder den Bombenteppichen des Zweiten Weltkrieges. Beide hinterließen eine Unzahl von Bomben und Granaten, die zwar nicht ihr Ziel, aber zunächst einmal ihren Zweck verfehlten, indem sie als Blindgänger zu Boden gingen. Alle „perfekt“ an den „Zweck“ ihres „Daseins“ angepaßten Sprengkörper hatten ihre Mission erfüllt. Allein die Blindgänger nicht. Einige von ihnen harren heute noch tief im Boden ihrer „Zweckbestimmung“.

Je häufiger aber „Blindgänger“ in die Welt gesetzt werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß irgendwann einmal einer von ihnen explodiert. – Der Präzisionsschütze, der seine Munition „verballert“ hat, kann demgegenüber keinen einzigen Treffer mehr erzielen. Das ist der Unterschied. Vielleicht wäre v. Ditfurth auf den richtigen Gedanken gekommen, hätte er die zutreffende Metapher benutzt.

Darwin prägte den Begriff vom „survival of the fittest“. Die deutsche Sprache machte daraus das „Überleben des Tüchtigsten“. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts und die europäische Einigungsbestrebung rechtfertigen es wohl, in versöhnlichem Ton vom „survival of the blindgängers“ zu reden.<

Wie der Zufall es so wollte, wurde die Maschine von Flugkapitän Lütgemüller gesteuert. Trotz erheblicher Turbulenzen während des Fluges, sah ich einer sicheren Landung entgegen, denn F.W. Lütgemüller hieß der Mann, der die Mensuren, die ich als Corpsstudent ausfechten mußte, sekundiert hatte. Und der Zufall wollte es so, daß all dies an dem Tag stattfand, an dem Rudolf Reiner Anicetus Jirka Geburtstag hat, der Mann, dessen Nachname Karel Zeemans „Reise in die Urwelt“ unauslöschlich in mein Gedächtnis gebrannt hat. – Wenn das „Zufall“ war, Reiner Zufall war das nicht.

   „Als so der Gott, wer immer es war, die Materie geordnet,

So sie zerteilt und die Teile zu wirklichen Gliedern gestaltet,

Ballte er gleich zu Beginn die Erde, damit sie auf jeder

Seite sich gänzlich gleiche, zur Form einer riesigen Kugel.“

„Quisquis fuit ille deorum“, so lautet „der Gott, wer immer es war“ im Original. Ovid und seine Zeitgenossen rätselten über die Identität des „Schöpfergottes“. Die naturwissenschaftliche Kriminalistik hat ihn eindeutig identifizierbar gemacht. Es ist Vulkanus, den die Griechen Hephaistos nannten. – Den Passus der Identifikation des Schöpfergottes hatte ich aus meiner o.g. Mail an die FAZ gestrichen, weil ich ihn für zu dick aufgetragen hielt…

Alle Substanzen, ich vermeide das Wort „Bausteine“, denn Bausteine sind passiv, die zur Organisation des Lebens beitragen, wurden und werden von Hephaistos aus dem Bauch der Erde an deren Oberfläche befördert. Allen voran das Wasser, gefolgt vom Kohlenstoff bis hin zu den „Spurenelementen“. Die besten Zeugen sind die thermophilen Archaebakterien, die nach wie vor Schwefelwasserstoff fressen, heute aber nur noch in der Nähe von unterseeischen Vulkanen (Black Smoker) siedeln. Sie sind die ältesten Lebewesen des Planeten.

Und, das sei hier nur am Rande erwähnt, Hephaistos kann zwar hervorragend mit Hammer und Amboß umgehen, er ist aber kein Waffenschmied, sondern eher als Werkzeugmacher anzusehen, der Poseidon und Aeolos die Werkzeuge schmiedet, mit denen sie den Menschen nach Belieben Freude bereiten oder Schrecken einjagen.

In der heutigen Welt sind und bleiben die mittelozeanischen Rücken das Haupttätigkeitsgebiet des Hephaistos, seine Black Smokers sind nämlich vor allem da zu finden, wo neue Erdkruste sich bildet, eben an den mittelozeanischen Rücken.

Warum aber bildet sich überhaupt neue Erdkruste, warum wandern die Kontinente ziellos über den Planeten. Diese Frage wurde mir bislang von keiner geologischen oder geophysikalischen Veröffentlichung beantwortet. Es besteht der Verdacht, daß sie nicht einmal gestellt worden ist.

Um sie zu beanworten, müssen wir unseren Blick wohl wieder einmal gen Himmel richten, wo der Mond seine Bahnen zieht. Die Erde dreht sich um ihre eigene Achse, der Mond auch. Beide zusammen drehen sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt, um eine gemeinsame Achse. Diese wirkt im flüssigen Erdinneren gewissermaßen als „Rührstab“, der für ein wenig Chaos sorgt, das sich auf die Erdkruste als Plattenbewegung auswirkt.

Betrachten wir deshalb zur Abwechslung einmal den Mond als den Hammer des Hephaistos. Dann bekommt der Zufall, daß die sich eingangs erwähnten Ereignisse innerhalb von wenigen Minuten genau am 2.3.2007 abspielten, eine neue Bedeutung, denn es war der Tag des Vollmonds und der Vorabend der Mondfinsternis, die am 3.3.2007 von Spanien aus von Anfang bis Ende zu beobachten war.

Wie der „Zufall“ es wollte, sind Naturereignisse und Spielfilme im Fernsehen wenig kompatibel. Also zappte ich solange, bis ich eine Musiksendung gefunden hatte, die die Himmelserscheinung ein wenig untermalte. Wie der „Zufall“ es so wollte, strahlte der NDR just zu der Zeit, in der der Mond verdunkelt war, die Wiederholung der Wahl für den deutschen Beitrag des „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ des Jahres 2006 aus. – Der Gewinner verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden, denn es handelte sich dabei um „No, no, never“ von Texas Lightning. – Es war für mich von Anfang an ein besonderes Lied, ohne daß ich diese Besonderheit zunächst hätte beschreiben können. Erst viel später erkor ich es zum Gegenstück des 23. Psalms. Aber erst anläßlich der Wiederholung wurde mir bewußt, daß der „Grand Prix“ im Jahre 2006 in Athen stattgefunden hatte.

Sie können mich gerne für verrückt erklären, da wären Sie nicht der Erste, aber während ich mir Gedanken über die letztgenannten Zeilen machte, schaute ich kurz in das Video-Band aus dem Jahre 1984, auf dem sich sowohl „Der Tag, an dem die Erde Feuer fing“ als auch der BBC-Dreiteiler „Die Entstehung eines Kontinents“ befinden. Dort wird „El Capitan“ erwähnt, eine vom Eis extrem glatt geschliffene Felswand in Kalifornien, die 1000 Meter hoch ist. Und was soll ich Ihnen sagen? – Kaum fünf Minuten später wird im ARD-Nachtamagazin der neu Film von Pete Dankwart vorgestellt, der die Besteigung des „El Capitan“ zum Thema hat: „Am Limit“.

Ich gehe davon aus, daß Sie nunmehr am Limit ihres rationalen Fassungsvermögens angelangt sind.

Was würde der „Vulkanier“ wohl dazu sagen?

  „Faszinierend“

Und was macht der Papst? – Er steht immer noch mit leeren Händen in der WELT vom 2.3.2007. Auf Seite 28.

Und der Kölner Dom wird auch am 22.12.2012 noch an  „sinnem ahle Plaas“ zu finden sein. – Und das ist gut so!

ä


[1] H. von Ditfurth, Wir sind nicht nur von dieser Welt, Hamburg 1981, S. 103

[2] v.Ditfurth aaO, S 101f


Des Todes Totenschein

Juni 20, 2012

Man redet nicht drüber: Aber in den letzten Tagen wurde ich von einer dunklen Vorahnung beunruhigt. Jeden Morgen war ich froh, wenn ich sah, daß meine nunmehr 16 Jahre alte Hündin „Madonna“ atmete. Ich war froh, die Stimme meiner Mutter am Telefon zu hören. Zu meinem weiteren „sozialen Umfeld“ gehören hoch betagte und todkranke Menschen.  – Ich hatte die Vorahnung auf sie bezogen. – Am 17. Juni kam Mariechen zur Welt. – Kind wohlauf, Mutter wohlauf. – Die Unruhe blieb. – Am 18. 6. erhielt ich die Nachricht, daß sich eine Frau aus dem engeren Bekanntenkreis meiner Eltern umgebracht hätte. – Mit ihr war ich vor Jahrzehnten im Düsseldorfer Rheinstation zum Schwimmen gegangen. – Sie war vor vielen Jahren eigentlich das erste Kind, das ich bewußt vom „Säugling“ an kannte.

– Ihr Vater hatte als  Standesbeamter meine 2. Frau mit ihrem 2. Mann verheitratet. – Ohne dieses Ereignis hätte ich sie nie kennengelernt, denn ohne Trauschein keine Scheidung.

Ich hatte an anderer Stelle schon darauf hingewiesen, daß der Tod einen Totenschein hat. – Er müßte im Archiv der Chefredaktion der „WELT“ ruhen. – Aber nicht nur da, er war auch auf meiner Festplatte, ich kam freilich nicht mehr dran, weil in einem vorsintlutlichen Format abgespeichert. – Dank „Open freely“ konnte er bis ins Detail rekonstruiert werden:

(Briefkopf)

7.4.2005

Welt am Sonntag
z.Hd. Herrn Christoph Keese
via Fax 030 25 91 77 81 1

Sehr geehrter Herr Keese,
Ich danke Ihnen für Ihren Beitrag in der WamS vom 3.4.2005 „Der Papst des Lebens“. Darin schreiben Sie:
> „Ich bin froh, seid Ihr es auch“ , ließ Wojtyla selbst verkünden. Für den naturwissenschaftlich geprägten Menschen klingen solche Sätze wie Euphemismen. Freundliche Umschreibungen eines septischen Schocks, einer Harnwegsinfektion, eines Kreislaufzusammenbruchs, eines ermattenden Atems. Aus Sicht der modernen Wissenschaft ist der Glaube an ein Leben nach dem Tod schlichter Selbstbetrug. Was ist aber, wenn dieser Sterbende in Rom es ernst meint? Glaubt er wirklich an eine Begegnung mit seinem Gott?<
Sie können davon ausgehen, daß der „Sterbende in Rom“ es ernst meinte. Ihre zweite Frage führt allerdings zu der Frage, wenn er erst nach seinem Tode bei seinem Gott ist, war dann zu seinen Lebzeiten „sein“ Gott nicht bei ihm?. – Gute Frage! – nächste Frage:
Wieso soll der Glaube an ein Leben nach dem Tod Selbstbetrug sein?
Dem Wort Glauben wird einerseits die Bedeutung Vertrauen, andererseits die Bedeutung Nichtwissen beigemessen. – Nichtwissen ist im Zivilprozeß ein pfiffiges Werkzeug, mit dem ich Tatsachen, die nicht Gegenstand meiner eigenen Handlung oder Wahrnehmung gewesen sind, qualifiziert bestreiten und damit den Gegner zum Beweis zwingen kann. (§ 138 Abs. 4 ZPO)
Mit Nichtwissen bestreite ich Ihre Behauptung, aus Sicht der modernen Wissenschaft sei der Glaube an ein Leben nach dem Tod schlichter Selbstbetrug. – So , und nun beweisen Sie mal schön. Und zwar so, daß ein Richter nach seiner freien Überzeugung Ihrer Darstellung folgt. Nach § 286 ZPO hat nämlich das Gericht nach seiner freien Überzeugung zu entscheiden, ob eine tatsächliche Behauptung für wahr oder für nicht wahr zu erachten sei.
Sie können Ihre Behauptung nicht beweisen. Auch diejenigen, die behaupten, es gebe ein Leben nach dem Tod, können ihre Behauptung nicht beweisen. Also muß man doch einmal die Frage stellen, ob die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, nicht vielleicht falsch gestellt ist.
Können Sie sich eine Situation vorstellen, in der einem der Tod abhanden kommt? – Nein? – Ich kann Ihnen sagen, dieser Moment hat etwas Unerträgliches, aber auch etwas Erleichterndes.
Der ganze Streit um ein Leben nach dem Tod setzt zwingend die Existenz des Todes voraus. Der Tod als Ende des Lebens.
Der Tod ist nicht das Ende des Lebens, er markiert nur die zeitliche Grenze eines nach individuellen Merkmalen zu bestimmenden Lebensprozesses. Die räumliche Grenze eines derart definierten Prozesses erleben Sie als „Gestalt“. Bei vielzelligen Lebewesen wird diese Gestalt durch eine Vielzahl von Individuen hervorgerufen, die ein bestimmtes Muster bilden. So ist der Mensch nicht aus Zellen zusammengesetzt, es sind vielmehr weit über 60 Billionen Zellen, die ihn gestalten. Und es nicht immer dieselben Zellen, es herrscht vielmehr ein ständiges Kommen und Gehen. Dieser Gestaltungsprozeß wäre ohne ständige Kommunikation, ohne Kooperation und ohne Harmonie ein Ding der Unmöglichkeit. Auch ein Papst repräsentiert einen derartigen Gestaltungsprozeß.
In meiner E-mail an den Papst vom 28.3.2005, den ich auch Ihrer Leserbriefredaktion übermittelt hatte, finden Sie folgende Worte:
>Fürst Rainier von Monaco liegt „im Sterben“, alle Welt macht sich gerade zum Fest der Wiederauferstehung Sorgen, auch der Papst könne in nächster Zukunft sterben.
„Wenn Du die Leute unter Kontrolle halten willst, mach’ ihnen Angst“. Ich halte dagegen: „Fürchtet Euch nicht!“ – Denn es geht nicht darum, den „Tod“ zu überwinden. Das ist nicht möglich und nicht nötig, denn man kann nichts überwinden, was nicht existiert. Es gibt den „Tod“ nicht, er existiert nur in unserem Bild, das wir uns von dieser Welt machen. Das, was wir als „Tod“ empfinden, ist lediglich die zeitliche Grenze eines nach individuellen Merkmalen bestimmbaren Lebensprozesses. Aber das ist nicht das Ende des Lebens. Schließlich bedeutet ein Urteil im Zivilprozeß nicht das Ende der Zivilprozeßordnung.<
Ich will nicht verhehlen, von den Ereignissen überrascht worden zu sein. Denn ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit, daß der Papst den Fürsten Rainier in einer Art und Weise „überholt“, die ihn so  zeitig hat sterben lassen, daß pünktlich zu meinem Geburtstag die „größte Trauerfeier der Weltgeschichte“ stattfinden kann. Ich kann auch hierzu nur sagen: der Planet ist punktlich!
Ihr Kommentar, in dem Sie die „Wissenschaften“ bemühen, war für mich Veranlassung, näher zu begründen, woher der „Tod“ kommt. Ich brauchte freilich nicht lange zu suchen, denn der „Tod“ wird da „erzeugt“, wo auch ein „großer Staatsmann“ erzeugt wird:
Vor mehr als 50 Jahren berichtete Adolf Portmann in seinem Werk „Das Tier als soziales Wesen“ über folgende Begebenheit, zu der anzumerken ist, daß Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen „Führern“ weder beabsichtigt noch zufällig sind:
„Während der Brunft (Dezember 1952) mußte der sechsjährige α-Schaufler (Albino) abgetan werden, da er einen Spießer und eine Kuh tödlich geforkelt hatte. Das α-Männchen wurde deshalb in Sichtweite der anderen Tiere abgeschossen. Durch den Abschuß entstand im Rudel eine merkliche Entspannung, und bald wurde die α-Stellung vom vierjährigen β-Bock, der regelmäßig mit dem α-Bock gekämpft hatte, eingenommen. Am toten Tier trennte man den Kopf ab, um ihn später im Fell zu präparieren. Das Stück wurde einige Tage für das Rudel unsichtbar in einem benachbarten Schopf aufbewahrt. Nun brachte man den Kopf außerhalb am Gitter des Geheges in der Höhe eines zur Kampfstellung geneigten Kopfes an. Die Geweihzacken wurden zu diesem Zweck in die Maschen des Gitters festgeklemmt. Sobald das Rudel den Kopf wieder erblickte, flüchtete es, soweit das Gehege gestattete. Bald darauf näherte es sich aber vorsichtig dieser Stelle, wobei der neue Leithirsch der Herde voranging. Er patrouillierte in einer Distanz von zwei Metern vor dem Kopf hin und her, indem er ihn seitlich anäugte. Schließlich wendete er sich ihm frontal zu und versuchte mit ihm zu kämpfen. Als aber kein Gegenstoß erfolgte, verzichtete er sehr bald auf diesen „Kampf“, versuchte es noch ein zweites Mal und nahm dann schließlich nie mehr eine Kampfstellung ein. Auch die übrigen Männchen und weiblichen Glieder der Herde wurden nun vom neuen α-Hirsch an den Kopf herangelassen. Sie näherten sich furchtsam, auf eine Distanz von höchstens 50 Zentimeter.
Nun wurden vor dem aufgehängten Kopf, innerhalb des Geheges, in verschiedenen Distanzen Roßkastanien, ihr Lieblingsfutter, ausgelegt. Bis auf eine Entfernung von ein bis zwei Metern wagten sich nun sämtliche Tiere heran, um Kastanien aufzunehmen. Näher wagte sich einzig der neue α-Hirsch. Es konnte also in diesem Fall beobachtet werden, daß vom α-Tier-Symbol (Kopfgeweih) immer noch eine autoritative, Distanz gebietende Wirkung ausging.
Der Kopf wurde dann einige Stunden entfernt und am selben Tag wieder aufgehängt. Das Verhalten des Rudels war ungefähr dasselbe, nur daß diesmal der junge Leitbock es wagte, die Geweihenden seines ehemaligen Rivalen zu beschnuppern.“
Eine Ähnlichkeit mit einem einbalsamierten Papst ist ebenfalls nicht beabsichtigt, aber auch nicht eben zufällig; weil der „Tod“ im limbischen System steckt.
Als „beherrschende Lebensform“ und „rational“ denkender Mensch werden Sie einwenden, so einfach könne es nicht sein, weil sich der Mensch dank seines Denkvermögens von den Tieren erheblich unterscheide.
Ich halte dagegen: „So einfach ist das!“  – Ein von Konrad Lorenz begründeter Zweig der Verhaltenswissenschaften nennt sich „Humanethologie“, die Lehre vom menschlichen Verhalten. Lorenz war auch Mitbegründer der „vergleichenden Verhaltensforschung“. Aber weder Konrad Lorenz noch seine Jünger haben jemals „Organethologie“ betrieben. Sie haben sich lediglich mit dem geäußerten Verhalten der Gesamtorganismen beschäftigt. Demgegenüber beschäftigt sich die „vergleichende Anatomie“ mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Gestaltgebung der verschiedenen Organe. Vergleicht man jedoch das Verhalten der Organe miteinander, so kommt man ohne Schwierigkeiten zu der Feststellung, daß sich das Herz eines Damhirsches dem eines Menschen ähnlich verhält. Dasselbe gilt für Magen, Leber, Darm, Lunge, Niere etc. etc. bis hin zu den Muskeln, Bindegeweben und Knochen. Auch das Gehirn eines Damhirsches verhält sich ähnlich wie ein menschliches Gehirn. Es hat eine kleinere Großhirnrinde, aber es hat ein limbisches System und einen Mandelkern; es verfügt also über die Strukturen, in denen Gefühle „gemacht“ werden. Nennen Sie mir einen Grund, warum sich das limbische System des Menschen grundsätzlich anders verhalten sollte als das des Damwildes, und Sie können meine folgende Bemerkung aus dem Protokoll streichen:
Die Wahrnehmung des Todes hängt von unserer persönlichen Beziehung zu dem Organismus ab, der „stirbt“.  – Ich habe einmal mit einer Vegetarierin an einem Tisch gesessen, die genüßlich ihren Salat und ihre Kartoffeln verspeiste. Ich habe sie einfach gefragt: „Weißt Du eigentlich, daß die Kartoffel erst dann stirbt, wenn Du sie kochst?“ – Ich hoffe, daß die Dame zwischenzeitlich nicht vollständig verhungert ist. – „Tod“ ist der vollständige Abbruch der Kommunikation mit einem Lebensprozeß, der seine zeitliche Grenze erreicht hat. Als soziales Wesen ist der Mensch auf ständige Kommunikation mit seinen Sozialpartnern angewiesen. „Äußert“ sich eines dieser Wesen nicht mehr, so löst dies einen ganzen Strauß von Emotionen aus, für die man so recht keine Erklärung findet.  Fragen Sie einmal die Leute, deren Angehörige als „vermißt“ gelten. Sie haben ähnliche Empfindungen, die zum Teil noch quälender sind als das Wissen um deren „sicheren“ Tod.
Wir haben, im Gegensatz zu anderen Lebewesen, mit dem „Tod“ ein ganz spezifisches Problem, das Sprachproblem: Für unser Sprachbewußtsein ist das Phänomen, daß jemand, mit dem wir uns gerade noch unterhalten haben, plötzlich nicht mehr antwortet und nie wieder antworten wird, nicht zu „fassen“ und daher un-„begreiflich“.
Auch wenn wir es nicht begreifen können: der „Tod“ existiert nur in unserer Einbildung. Der Tod ist nicht das Ende des Lebens.
Obwohl der Tod nicht existiert, wird es ihn für unser subjektives Welterleben immer geben, denn obwohl die Erde um die Sonne kreist, wird bei Capri die rote Sonne im Meer versinken. Auch der Sonnenuntergang an den Cliffs of Moher wird für jeden, der ihn erlebt, wegen der zauberhaften Stimmung unvergessen bleiben. Und die Eindrücke einer Fahrt durch die Dolomiten bei Vollmond und leichter Bewölkung bleiben auch dann atemberaubend, wenn der Mond sich um die Erde dreht und  in Wahrheit nicht „hoch am Himmel“ steht. Das limbische System kennt die „objektive Wahrheit“ nicht, es wird sie auch nie kennenlernen, aber es wird auch in alle Zukunft unser Welterleben gestalten.
Aus dem oben Gesagten heraus erklärt sich auch unschwer die Existenz von „Führerbildchen“, Leninstatuen und anderen „Insignien“ der Macht bis hin zur Ehrfurcht gegenüber dem Kreuz.
Kein Geringerer als Friedrich Schiller hat dieses Phänomen zum „Geßlerhut“ verarbeitet. Nur ist der Geßlerhut heute im wesentlichen von „Nationalsymbolen“ verdrängt worden.   Allerdings sind manche Geßlerhüte heute mobiler als zu Schillers Zeiten, sie tragen Brioni-Anzüge oder schicken „Amerikas Söhne“ zum Sterben in den Irak. Aber sie sind und bleiben Geßlerhüte, denn auch Schröder und Bush sind nichts anderes als multipel verkrüppelte Schmalnasenaffen, denen Mutter Natur die Schnauze plattgedrückt hat. Auch Bush und Schröder gehören zu der Gattung, die ich zwar nicht „entdeckt“, wohl aber „entlarvt“ habe: Australopithecus Superbus Procrustes (der überhebliche Südaffe, der sich mit Gewalt alles passend macht). Wenn Sie sich bei diesem Gedanken unwohl fühlen, sollten Sie ernsthaft den Gang zum nächsten Tierarzt in Betracht ziehen!
Anatole France hat einmal gesagt: „Es liegt in der Natur des Menschen, vernünftig zu denken und unvernünftig zu handeln.“ Gottfried Wilhelm Leibniz bemerkte, es sei richtig, daß der Mensch einen Verstand habe; Tiere hätten keinen Verstand, sie bräuchten ihn aber auch nicht, weil Gott ihn für sie hätte. – Kollege Leibniz war im Hinblick auf den menschlichen Verstand wohl ein wenig allzu optimistisch. Man braucht nur die letzten 250 Jahre der Menschheitsgeschichte zu betrachten und das explosionsartige „Wachstum“ in der Leichenproduktion. Man braucht nur die Bilder, die uns aus Rom und Monaco erreichen, zu betrachten und mit den oben erwähnten Damhirschen in Beziehung zu setzen. – Offensichtlich ist der Mensch unter diesem Aspekt ein Wesen, das, wenn es ihn je hatte, den Verstand verloren hat.
Für Ihre freundliche Kenntnisnahme und Bemühungen danke ich im voraus.
 
Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff

– So ging der Schnitter über den Jordan„.

Karol Woitily starb so pünktlich, daß er an meinem 51. Geburtstag beederdigt wurde. – Eigentlich war für diesen Tag die Hochzeit von Charles und Camilla vorgesehen..


Nicht vorschnell an die Einhheit gewöhnen!

Oktober 3, 2011

Video: Bonn: Deutsche feiern Tag der Einheit – Nachrichten Videos – Politik – WELT ONLINE.

Man sollte sich nicht vorschnell an die Einheit gewöhnen“ – sch schallte es von der Kanzel. – Aber man wird sich wohl eher an die deutsche Einheit gewöhnen als an die  „Einigkeit“ der Schuldenmacher:

Der Papst benutzte Das Augustinus-Zitat, aber er zitierte so falsch wie „K-T“ in seiner Doktorarbeit:

„remota iustitia quid sunt regna nisi magna latrocinia.“

(Ohne Gerechtigkeit sind Regierungen nichts als eine große Räuberbande.) –Einen halben Globus von Rom entfernt findet sich beim Chinesen Konfuzius eine verblüffend ähnliche Bemerkung:

Ai-gong (Herrscher von Lu) sprach zu (dem Schüler) You Ruo: „ Das ist kein gutes Jahr. Es brachte eine Mißernte, so daß Mangel herrscht. Was soll ich tun?“

You Ruo antwortete mit einer Gegenfrage: „Warum nicht die Steuern und Abgaben senken?“

Doch Ai gong entgegnete: „ Schon jetzt reichen die Steuern und Abgaben nicht aus, wie könnte ich sie dann noch senken?“

Daraufhin sprach You Ruo: „Wenn das Volk keinen Mangel leidet, wie könnte dann der Herrscher darben?

Hat das Volk aber kein gesichertes Auskommen, wieso kann dann der Herrscher in Wohlstand leben?“

Die Geschichte wiederholt sich zwar nicht, aber die Probleme ändern sich wohl auch nicht.

Warum im Deutschland des 21. Jahrhunderts der/die Herrscher(in) auch dann in Wohlstand leben kann, wenn das Volk darbt, läßt sich im „Jugendlexikon Wirtschaft“ nachlesen; da findet man unter dem Stichwort „Merkantilismus“ etwas sehr Interessantes:

Merkantilismus (von lat. mercator = Kaufmann) ist das wirtschaftspolitische System der absolutistischen Staaten des 16. bis 18. Jahrhunderts. Der Staat nahm in dieser Zeit starken Einfluß auf die Wirtschaft., um mit ihrer Hilfe den nationalen (volkswirtschaftlichen) Reichtum zu vergrößern und die Macht des Staates zu erhöhen. Die Grundüberlegung der Merkantilisten bestand darin, daß Staatsreichtum mit hohen Edelmetallbeständen gleichzusetzen sei. Daher war die Wirtschaftspolitik darauf ausgerichtet, alles zu fördern und zu unterstützen, was Geld und Edelmetalle ins Land brachte. Als Ziel galt daher eine aktive Handelsbilanz, also ein Überschuß der Ausfuhr über die Einfuhr. Dies sollte unter anderem erreicht werden durch Ausfuhr hochwertiger Fertigwaren, Exportprämien, Einfuhrverbote und –zölle (Zoll), billigen Bezug der Rohstoffe aus eigenen Kolonien und gezielte Bevölkerungspolitik (mehr Arbeitskräfte).

In Deutschland, bzw. in den nach dem Dreißigjährigen Krieg auf deutschem Boden entstandenen auf deutschem Boden, entwickelte sich eine besondere Art des Merkantilismus, die Kameralismus genannt wird (von lat. camera = Kammer, gemeint ist die Schatzkammer der Fürsten). Beim Kameralismus, der „Lehre vom fürstlichen Staatshaushalt“ kam es darauf an, möglichst hohe fürstliche Staatseinkünfte zu erzielen, um die Staatsausgaben (z.B. Besoldung des Militärs und der Beamten, Finanzierung des Baus von Schlössern) decken zu können. Die Steuer wird in dieser Zeit zu einer ständigen Einrichtung. Noch heute ist die staatliche Verwaltung nach den Grundsätzen des Kameralismus gestaltet. (Kameralistische Buchführung bei Behörden).

(Horst Günter, Jugendlexikon Wirtschaft- Einfache Antworten auf schwierige FragenReinbek 1975, S. 121f)

Alles klar? – In der Bibel steht zwar: „Du sollst nicht stehlen!“ – Aber daran haben sich die Fürsten der Welt noch nie gehalten. Und Konfuzius sprach zu Ji Kang-zi, der unter dem Räuberunwesen litt:

„Wäret Ihr nicht so habgierig, würde keiner rauben und plündern, selbst wenn es dafür eine Belohnung gäbe.“

– Ähnlichkeiten mit der „Bekämpfung“ der „Schwarzarbeit sind weder beabsichtigt noch zufällig.

Der bekannteste Vertreter des Merkantilismus und des Absolutismus war Ludwig XIV. 1789 war sein Enkel Ludwig XVI. pleite und bekam keine Kredite mehr. Seine an Franz Münteferings Appell „Gebt dem Staat mehr Geld!“ erinnernde Forderung quittierten die Franzosen mit Revolution. – Eine Guillotine auf dem „Pariser Platz“ wäre zwar ganz originell, aber wohl nicht mehr zeitgemäß.

Aber es wird in diesem Zusammenhang die Frage notwendig und erlaubt sein, bei wem „der Staat“ verschuldet ist. Bei „Bundesanleihen“ und „Kommunalobligationen“, die jeder Steuerzahler erwerben kann, ist Gläubiger des „Staates“ unmittelbar der „Steuerzahler“ selbst. Wie können Banken und Sparkassen da noch guten Gewissens empfehlen, Geld in „Staatspapieren“ anzulegen?


Papst verzichtet auf Steuern!

September 25, 2011

Papst hat Deutschlandbesuch beendet | tagesschau.de.

Matthäus 11, 15: Wer Ohren hat zu hören, der höre!:

Ich weiß gar nicht, was die Papstkritiker wollen. – Er kam als Staatsoberhaupt und erklärte zum Abschluß seiners „Staatsbesuchs“ es sei besser, auf „Privilegien“ zu verzichten. – So auch auf die Steuereinnahmn, die seit dem Reichskonkordat von 1935 auch der katholischen Kirche nicht unerhebliche Summen zu Lstten des „Steuerzahlers“ sichern.

Damit wird die Kirche nicht „entweltlicht“, also „vergeistigt“, vielmehr tritt der Papst in meine Fußstapfen:

Nicht „Steuern“ sind das Allheilmittel für die Problme dieser Welt; vielmehr sind Steuern die Grundlage allen Übels.

Jesus hatte zwar keine Berührungsängste gegenüber den damaligen Steuereintreibern (Zöllnern),aber er war kein Freund des römischen Reichs und auch nicht des Establishments:

Matthäus 11, 19: Des Menschen Sohn ist gekommen, ißt und trinkt; so sagen sie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, der Zöllner und der Sünder Geselle!

Ich glaube zwar nicht, daß der Papst bei seiner Rede diese Stelle der Bibel vor Augen hatte, aber vom Ergebnis her ist ihm beizupflichten: Der „Staat“ ist nicht dazu da, die Finazierung der Religionsgemeinschaften sicherzustellen. – Ganz im Sinne der Götter.


Papst, Augustinus und Cicero

September 22, 2011

Die Papst-Rede im Bundestag – 22.09.2011 Teil 1/2 – YouTube.

Ich bin zwar evangelisch und ausserdem Mitbegründer des Giordano-Bruno-Instituts für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung, dennoch spricht der Papst mir an manchen Stellen seiner Rede geradezu aus der Seele. An dieser Stelle sei nur auf seine Einleitung eingegangen:

Der Papst zitiert Augustinus, freilich unter Weglassung des lateinischen Originals:

remota iustitia quid sunt regna nisi magna latrocinia

Ohne Gerechtigkeit – was sind Staaten (Regierungen?) wenn nicht eine große Räuberbande.

Als mir vor Jahren das RoRoRo-Bändchen „Cicero der Staat“ auf dem Pfarrfest von St. Pankratius in Nievenheim in die Hände fiel, fiel mir bei Durchblättern dieses Zitat sofort auf. Ich war davon so begeistert, daß den einleitenden Halbsatz überlesen hatte und in der Folge das Zitat fälschlicherweise dem großen Cicero zuschrieb. – Hätte auch irgendwie gepaßt, denn immerhin war Cicero nach Caesars Tod zum Opfer der Prokriptionen Octavians geworden. – Octavian ist bekannter unter dem Namen Kaiser Augustus.

Jetzt, wo ich die Textstelle nochmals nachlese, scheint mir, daß der Papst zu Beginn seiner Rede nur wiederholt, was schon vor der Hinrichtung Jesu bekannt war:

„“Er ( Cicero) hatte ein lebendiges Wissen um das schicksalhafte Zusammnwirken von Macht und Geist in der Geschichte, daß Staaten ohne sittliche und geistige Grundkräfte auf die Dauer nicht existieren können. Über 2000 Jahre hinweg dringt eine Stimme zu uns, von Mensch zu Mensch, von Geist zu Geist. eine Stimme, die in manchem eine uns ungewohnte, im wesentlichen aber unsere Sprache spricht, weil sie die Situation des Menschen in ihrer Wesentlichkeit auszusagen sich bemüht. Anruf und Trost kann dieses Wort sein. Im Grunde vernehmen wir eine schlichte Lehre, die aber dennoch, wie die Jahrhunderte zeigen, schwer lernbar ist trotz ihrer Dringlichkeit: es ist die Lehre von der sinnerfüllten Selbstverwirklichung des Menschen in der politischen Gemeinschaft durch Gerechtigkeit. Mit Pathos hat davon Jahrhunderte später Augustinus gekündet, obgleich eer auch um die Bedeutung der Liebe zum Nächsten wußt, den Ruin des Staates vor Augen, dem Cicero auf durch die literarische Tat zur Dauer verhelfen wollte: rewmota iusatitia quid sunt regna magna latrocinia (civ IV 4) – Ohne Gerechtigkeit sind Staaten nur große Räuberbanden.

Auf die Hörenden kommt es an, die Wahrheit, auch die politische, soweit sie Grunderkenntnisse meint, die immer die gleichen beliben, ist da; der Entscheidung für sie oder gegen sie kann niemand sich entziehen.“ (Rainer Beer, in Marcus Tullius Cicero, Der Staat, Rowohlt 1967, 122)

Ich stimme mit dem Papst auch darin überein, daß der „Gesetzbgeber“ in der Lage ist, kraft seiner Normsetzungsbefugnis Unrecht in die Welt zu setzen. Ich gehe aber darüber weit hinaus, indem ich behaupte, daß mehr als 99% des in der Welt exisierenden Unrechts durch „den Gesetzgeber“ geschaffen  wird.


Der neue Familienpräsident | RP ONLINE

Dezember 26, 2010

Der neue Familienpräsident | RP ONLINE.

Nanu, da ist er doch noch, der verschollen geglaubte „Familienpräsident“.

Auch den intelligentesten Suchmaschinen kann man nicht immer trauen – mag ja am Wetter liegen.

Aber am Ergebnis wird das nichts ändern: Die RHEINISCHE POST hat schon recht, er ist sein eigener Familienpräsident. Mehr aber auch nicht. Möge er, um im Konjunktiv des Papstes und der Kirchen zu bleiben, seiner Frau und seinen Kindern ein würdiger „Beschützer“ sein. – Denn das lateinische Wort „Präsident“ meint nichts anderes. – Unser aller Beschützer und Hüter ist unser Light-Wulff jedenfalls nicht!

Erstaunlich ist nur, wie schnell der fahnenflüchtige Niedersachse sich der „Selbstinszenierung“ des Gockels Konstantin und dessen Henne Berta angeschlossen hat. – „G.K.“ und „H.B.“ sind besser bekannt unter dem Begriff „Ehepaar zu Guttenberg“.


%d Bloggern gefällt das: