Homo Sapiens – Superstar oder „Slapstick-Affe“?

August 31, 2013

Homo Sapiens Superstar – History – ZDFmediathek – ZDF Mediathek.

Angesichts des „globalen Bürgerkriegs“, der allenthalben rational nicht erklärbar ist, erscheint schon die für unsere Spezies gängige Artbezeichnung „Homo Sapiens Sapiens“ (der Weise-zum-Quadrat-Mensch) als blanker Hohn. – „Homo Sapiens“ auch noch zum „Superstar“ zu erklären, überschreitet die „rote Linie“ des philosophisch wie biologisch Erträglichen. – Mit Waffen ausgestattet, die mehr Menschen das Leben kosten können als alle Chemiewaffendepots Assads zusammen, benimmt sich der „Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika“ wie ein Oberlehrer, der sich anschickt, einen aufsässigen Schüler mit dem Rohrstock zu maltraitieren. – Rohrstock, man kann einen solchen auch als „Schlagstock“ bezeichnen. Der Schlagstock der „Keystone-Cops“ verlieh in den zwanziger Jahren  des vergangenen Jahrhunderts einer bestimmten Art von Filmkomödie ihren Namen: SLAPSTICK. – Das Herumschleichen um den Teil des globalen Bürgerkriegs, der zur Zeit die sozialen Turbulenzen im nahen Osten beherrscht, zeigt unzweideutig, daß der „moderne Mensch“ alles andere ist als ein „Homo Sapiens Sapiens“. – Vor allem ist er kein „Homo Sapiens Superstar“. – Schon die Eingangssequenz des verlinkten Films verfälscht die Geschichte des Menschen, vor allem die Geschichte seines Jagdverhaltens, das mehrere Millionen Jahre älter ist als der erste „Homo Sapiens“:

„Wir rekapitulieren, daß bei der Entstehung der Savanne in Ostafrika die für diese Landschaft typischen Lebewesen sukzessiv eingesickert sind. Die Vorfahren des Menschen gehörten zu den Pionieren. Die Nachstellungen durch Fleischfresser hielt sich in Grenzen. – Nach und nach besiedelten die typischen Pflanzenfresser der offenen Ebene, vorwiegend Huftiere, den Lebensraum unserer Vorfahren. Die Jäger, deren Hauptnahrungsquelle die Huftiere waren, folgten nach.

Damit wurde auch das Leben für unsere Vorfahren gefährlicher, denn der relativ langsame Mensch war für einen schnellen Jäger ein willkommener Leckerbissen; und gegenüber Raubtieren, die im Rudel jagten, hatte er nicht einmal den Hauch einer Chance.

Da sich die Rahmenbedingungen in der Natur fortlaufend ändern, können wir die, unter denen eine Rückkoppelungsschleife für die unbehaarte Haut ansetzen konnte, nur anhand des weiteren Geschehensablaufes bestimmen.

Unsere Vorfahren waren wesentlich intelligenter, als man bislang annahm. Erst jüngst hat der Verhaltensforscher Christope Boesch zeigen können, daß auch Schimpansen beim Werkzeuggebrauch kulturelle Unterschiede kennen. Der Unterschied bei der Handhabung eines Gegenstandes setzt eine voneinander verschiedene Idee über dessen Gebrauch voraus. Ferner lernen Schimpansenkinder von ihren Müttern nicht nur die verschiedenen Arten genießbarer Pflanzen zu unterscheiden; sie lernen auch, zu welchem Zeitpunkt die jeweiligen Früchte reif sind. Ohne diese „Schulstunden“ sind sie in freier Wildbahn nicht lebensfähig. Handaufgezogene Schimpansen, denen ihre Pfleger ein Leben in Freiheit ermöglichen wollten, wurden auf eine für diesen Zweck reservierte Insel verfrachtet und mußten unter der Obhut des Menschen erst einmal lernen, sich dort selbst zu ernähren.i

Wir sollten also gar nicht mehr hinhören, wenn gesagt wird, das Gehirn unserer hominiden Vorfahren hätte „lediglich“ die Größe eines Schimpansenhirns gehabt. Denn gegenüber den Kenntnissen und Fertigkeiten, die ein Schimpansenkind lernt, erscheint, was den Nahrungserwerb anbelangt, unsere Zivilsation als ein Verharren im Säuglingszustand. – Mit dem Supermarkt an der Ecke als ewige Mutterbrust.

Wenn Schimpansenkinder ihre Nahrungsquellen in der beschriebenen Weise nur durch Tradition kennenlernen, setzt das voraus, daß sie klassifizieren können. Klassifizieren bedeutet, die Einheit in der Vielfalt erkennen. – Einheit in der Vielfalt aber ist das Kennzeichen jeder echten Sammlung. Nach diesem Muster wird übrigens auch das Angebot in einem Supermarkt gestaltet.

Die intellektuellen Fähigkeiten eines Schimpansen reichen auch vollkommen aus, Werkzeuge in differenzierter Weise zu gebrauchen. Die Erkenntnisse, die Christophe Boesch gewonnen hat, beziehen sich auf die Benutzung feiner Werkzeuge, nämlich auf die Handhabung von Grashalmen beim Ameisen- bzw. Termitenfang.

Nun kann der Mensch dank seiner Fähigkeit zum „Pinzettengriff“ Gegenstände erheblich besser manipulieren als ein Schimpanse. Aber allein die Tatsache, daß unsere nächsten Verwandten sie benutzen, läßt den Schluß zu, daß unsere gemeinsamen Vorfahren sich ähnlich verhielten.

Nach dem Übergang zur bipeden Lebensweise war der Daumen zunächst neutralisiert. Seiner Funktion beim Baumhangeln, die eine Mutation in Bereich der Hand zum tödlichen Risiko hätten werden lassen, war er beraubt. Veränderungen an seiner Struktur waren unschädlich, soweit sie einem Werkzeuggebrauch nicht im Wege waren. Das tatsächliche Verhalten unserer Altvordern, nämlich eifrig Werkzeuge zu benutzen, setzte eine Rückkoppelungsschleife in Gang und ließ die menschliche Hand in ihre heutige Form fließen.

Nicht nur der Werkzeuggebrauch bewirkte Neuerungen im Leben unserer Vorfahren.

Der Einzug des Großwildes und der ihnen folgenden Fleischfresser in die Savanne forderte von unseren Vorfahren erhöhte Aufmerksamkeit und eine ständige Beobachtung der Umgebung, wobei sie lernten, mit der latenten Gefahr durch Freßfeinde fertig zu werden, indem sie lernten, deren Verhalten einzuschätzen.ii

Unsere Vorfahren kannten die Gewohnheiten ihrer natürlichen Feinde sehr genau. Dabei sind ihnen mit Sicherheit die diversen Jagdstrategien gemeinschaftlich lebender Fleischfresser nicht entgangen.iii Sie waren auch dazu in der Lage, artfremde Verhaltensweisen nachzuahmen. – Einen Vorgang, der – auf die entsprechende Neigung der Schimpansen bezogen – in der deutschen Sprache mit „Nachäffen“ tituliert wird.

Im 20. Jahrhundert beobachteten Forscher über Jahre hinweg das Verhalten sozial lebender Fleischfresser. „Eine Löwinnen-Gruppe, die Seite an Seite in offener Querformation ruhig und zielstrebig auf ihre Beute zusteuert, dürfte wohl die erstaunlichste menschenähnliche Verhaltensweise im ganzen Tierreich sein. Die Gruppenjagd bietet ganz offensichtlich Vorteile. Während die Wildhunde auf diese Weise Zebras töten können, sind gemeinsam angreifende Löwinnen in der Lage, es mit großen Tieren wie Büffeln und Giraffen aufzunehmen, die mit einer einzelnen Raubkatze durchaus fertig werden könnten. Außerdem gelingt es einem einzelnen Löwen, der sich auf eine Herde grasender Tiere stürzt, in neun von zehn Fällen nicht, Beute zu schlagen, während die gemeinschaftlich jagenden Löwen viel häufiger Erfolg haben, besonders wenn sie nachts im Dickicht jagen oder sich ihrer Beute gegen den Wind nähern. Manchmal lauern Löwen auch ihren Opfern auf, ein anderes Mals greifen sie offen an und treiben die Tiere in eine Sackgasse.“ ( Nigel Calder, Das Lebensspiel S. 145 f )

Heute ist es möglich, einen Beobachtungszeitraum von drei Jahren mit wenigen Zeilen Text oder einigen Minuten Film allen Menschen dieser Welt unmittelbar zugänglich zu machen. Vor vier Millionen Jahren sah das etwas anders aus. Die künftige Jagdstrategie im Rahmen eines Sandkastenspiels zu diskutieren, lag weit außerhalb der Möglichkeiten unserer Vorfahren. Sie waren darauf angewiesen, es einfach zu versuchen. – In diesem Zusammenhang erscheint das Hervorheben der Menschenähnlichkeit des Verhaltens von jagenden Löwinnen als Verwechslung von Original und Fälschung.

Gute Beobachter waren sie, unsere Vorfahren. Im Nachahmen waren sie Meister. Sie verfügten ferner über eine ausgeprägte Abenteuerlust. Also wird es nur eine Frage der Zeit gewesen sein, bis sie begannen, das Verhalten ihrer Freßfeinde zu kopieren. Das ist der Grund, weshalb wir im Jagdverhalten mancher Raubtiere etwas Menschenähnliches zu entdecken glauben. Wir sind die Plagiatoren!

Allerdings bleibt auch nach dieser Feststellung die Frage offen, warum unsere Vorfahren das Verhalten ihrer Freßfeinde kopierten.

Wir haben oben gesehen, daß Organismen die neu entstandene Savanne nach einem bestimmten Schema besiedelten. Zunächst die Pflanzen und Insekten, mit ihnen die Insektenfresser, es folgen die Pflanzenfresser, dann die Fleischfresser, die die Pflanzenfresser fressen.

Mit der Zeit erwuchs den frühen Zweibeinern der Savanne ernsthafte Konkurrenz durch die klassischen herbivoren Steppentiere. Ferner mußten sie sich nun mit deren Jägern auseinandersetzen, die mit Sicherheit keine Skrupel kannten, einen bipeden Affen zu schlagen.

Um zu überleben, wird unseren Vorfahren nichts anderes übrig geblieben sein, als sich ihre Nahrung auch durch die Jagd zu verschaffen.“

Australopithecus Superbus, der Mensch im Licht nichtlinear-dynamischer Evolution, S. 73 ff:

http://www.lulu.com/shop/gerhard-altenhoff/australopithecus-superbus-der-mensch-im-licht-nichtlinear-dynamischer-evolution/ebook/product-544454.html

Am Anfang war das Feuer, so der Titel eines Films über die angeblichen Anfänge der Menschheit. – Das ist so nicht richtig. Wenn man der Darstellung folgt, die Stanley Kubrick an den Anfang stellte, kristallisierte sich mit der Verwendung des Schlagstocks die Menschheit aus der übrigen Affenwelt heraus:

http://www.myvideo.de/watch/4122757/Am_Anfang_war_der_der_Schlagstock

Aber wir folgen der Darstellung Kubricks nicht, weil den „Vor- und Frühmenschen“ dessen Verwendung mehr als fremd war. – Bis zum Auftreten des „Homo Sapiens Superstar“ bildete die Menschheit eine Art globalen „Swingerclub“:

https://advocatusdeorum.files.wordpress.com/2013/01/sexclub-neandertal.pdf

i vgl. auch Wolfgang Köhler, Intelligenzprüfungen am Menschenaffen, S. 70ff u. 103ff

ii Meiner Ansicht nach finden wir das Echo jener Zeit in der Tatsache, daß der Mensch dazu fähig ist, reale Gefährdungen der Natur zu ignorieren. Beispielsweise siedelt er in hochgradig erdbebengefährdeten Gebieten und an Vulkanhängen. Aus allen Begründungen, die dafür abgegeben werden, läßt sich entnehmen, daß die Erwartung, alles unter Kontrolle zu haben, verhindert, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Das schwere Erdbeben von Kobe, der Ausbruch des Montserrat und die Flutwellen der letzten Jahre haben gezeigt, daß es auch bestimmtes emotionales Muster zur Bewältigung solcher Katastrophen gibt. Anstatt sich mit der Tatsache abzufinden, daß das Unvermeidliche geschehen ist, reagieren die Menschen enttäuscht und suchen unsinnigerweise nach den Schuldigen.

iii Die Gabe, die Phänomene der Umgebung ausdauernd zu beobachten, spiegelt sich wieder in den Kenntnissen prähistorischer Astronomen. Sie mußten eine unglaubliche Geduld an den Tag legen und außerdem ein Gespür für Veränderungen haben, das beim zivilisierten Menschen einer schnellebigen Zeit nicht verloren, aber unterdrückt ist, so daß es sich nur noch in seinen Phantasien entfalten kann.

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Die Welt ist ein Dorf. – Ob es einem paßt oder nicht!

Januar 2, 2013

1850_Liberator_HammattBillings_design.png (PNG-Grafik, 640 × 264 Pixel).

Liberator

„Our Country is the World,

our Countrymen are all Mankind“

„Unser Land ist die Welt, – die gesamte Menschheit unsere Landsleute „ – Dieser an Neil Armstrongs berühmten Satz vom „kleinen Schritt für einen Menschen“ erinnernde Untertitel für den „LIBERATOR“ war seiner Zeit um rund 170 Jahre voraus. Denn erst ganz am Ende des 20. Jahrhunderts wurde vom Max-Plack-Institut für evolutionäre Anthropologie unzweifelhaft fgestgestellt, wie eng alle Menschen miteinander verbandelt sind. – Die nachfolgende Presserklärung der Max-Planck-Gesellschaft fand ich durch „Zufall“(??), als ich nach unseren engsten Verwandten, den Bonobos, googlete.  – Zwischenzeitlich wurde sie wohl von der MPG vom Server genommen, denn ich habe sie in jüngster Zeit nicht wiederfinden können.  Sie können es gerne selbst versuchen.

Bevor ich Sie auf die Presseerklärung der MPG loslasse, erlauben Sie mir noch folgende Stellungnahme:

1999 – Es war das Jahr, in dem es mir so erging wie Carl-Friedrich Gauß, dem das Zitat zugeschrieben wird:

„Das Ergebnis hatte ich schon, ich mußte nur noch den Weg dorthin finden“

Ebenso war es mir im Sommer 1999 ergangen:

„Es war einer jener lichtdurchfluteten Sommersonntage des Jahres 1999. Wie üblich unternahm ich mit meinen Hunden Bobby und Madonna einen ausgedehnten Spaziergang durch die Felder. Während Madonna einem ihrer Hobbys nachging, nämlich dem untauglichen Versuch, Wühlmäuse oder Maulwürfe auszugraben, forderte Bobby mich unmißverständlich auf, Stöckchen oder Steine zu werfen, denen er dann nachjagte. Auf diese Weise hatte ich den Hund zu einer Reihe von Sprints veranlaßt, bis er plötzlich mitten im Lauf innehielt, die Richtung wechselte und das nächste schattige Plätzchen aufsuchte. Dort legte er sich hin und hechelte, was das Zeug hielt. Ab und zu rutschte er einen Meter vor, weil ihm der Boden unter dem Bauch buchstäblich zu heiß geworden war. Mehr als eine halbe Stunde versuchte der Hund verzweifelt, seine überschüssige Wärme an die warme Luft abzugeben. Mir war auch warm geworden, aber ich hatte es einfacher: ich zog mein Hemd aus und schwitzte vor mich hin. – Wasser, das ich dem Hund hätte geben können, war nicht in der Nähe; ich muß wohl irgendwie versucht haben, ihn durch eine dumme Bemerkung aufzuheitern, jedenfalls entfuhr mir der Satz: „Siehst Du, Dicker, das ist der Nachteil, wenn man ein Fell hat.“ Ich blickte in die mitleiderregenden Augen meines Hundes, der augenscheinlich hilf- und wehrlos auf dem Boden lag, sah aber einen Trupp kleiner Männchen. Es waren aber keine kleinen grünen Männchen, sondern dunkelhäutige, die ein unbekanntes Tier, das erheblich größer war als sie selbst, durch dessen eigene Körperwärme zu Boden gezwungen hatten. Damit war für mich eine Frage beantwortet, die nicht erst seit Charles Darwin Biologen in aller Welt beschäftigt, nämlich warum wir Menschen kein Fell haben.

 Für mich jedenfalls stand seitdem fest, daß der Prozeß dessen, was wir als „Menschwerdung“ bezeichnen, untrennbar mit der merkwürdigen Gestaltung unserer Körperoberfläche verbunden sein mußte. Ein nach besten Kräften hechelnder Hund ist freilich kein Beweis für eine solche Behauptung. Weitere Beweismittel hielt die Gegenwart auf den ersten Blick nicht zur Verfügung.“  (G. Altenhoff, Australoptihecus Superbus – der Mensch im Licht nichtlinear-dynamischer Evolution)

Ich hatte das Ergebnis plastisch vor Augen. – Und es war ein erstaunlicher Weg, dorthin zu finden. – Aber mit einem einzigen Steinwurf war die Krone der Schöpfung erledigt:

„Ferner werden Sie Zeuge werden eines in der Naturgeschichte beispiellosen Vorgangs, nämlich der Entwicklung dessen, was wir Sprache nennen und Sie werden erleben, daß die Ursache der Sprachentwicklung eigentlich ziemlich banal ist und daß unser Gehirn nur deshalb so exorbitant groß ist, weil die Umsetzung von Bildern in akustische Signale beim „Sender“ und die Rückumwandlung in Bilder beim Empfänger einen riesigen „Arbeitsspeicher“erfordert .

 Und sie werden verblüfft feststellen daß weder seßhafte Lebensweise noch Staatenbildung Errungenschaften des menschlichen Geistes sind. Sie haben sich nur nicht vermeiden lassen. Die Turbulenzen, von den die Menschheit immer wieder heimgesucht wird, zeigen, daß die Bildung von Großgesesellschaften als evolutionärer Prozeß noch lange nicht abgeschlossen ist. Viel menschliches Leid hat seinen Grund darin, daß wir uns für mehr gehalten haben als wir tatsächlich sind. – Eben „nur“ Australopithecinen.

D as Leben als Australopithecus hat freilich auch Vorteile, denn – um vorab nur ein Beispiel zu nennen – eine der wesentlichen Errungenschaften der Aufklärung, nämlich die Menschenrechte, erscheinen plötzlich als Grundbedürfnisse des Menschen, die im Verlaufe der Kulturgeschichte unter die Räder kamen. Sie gehören damit zur Natur des Menschen und nicht zu seinem kulturellen Überbau. Man kann sie negieren und auch zeitweise gewaltsam unterdrücken. Sie sind dennoch allgegenwärtig wie der Sex – und den hat schließlich auch keiner abschaffen können.

 Was Staaten anbelangt, so werden langfristig nur die überleben können, die ein demokratisch verfaßtes Gemeinwesen repräsentieren, sehr wahrscheinlich wird die Verfassung dieser Gemeinwesen nur das sogenannte Mehrheitswahlrecht kennen und Parteien nur eine untergeordnete Rolle spielen. Deren Einfluß wird auf das für notwendige Polarisierung erforderliche Maß reduziert sein. Mit Australopithecinen ist eben auf lange Sicht kein anderer Staat zu machen. Es wird freilich noch lange dauern, bis die Menschheit das Machtstreben und die Herrschsucht ihrer Häuptlinge auf ein gesundes Maß zurechtgestutzt und unter Kontrolle gebracht hat.

 In der Welt des Australopithecus ist kein Raum für Rassismus; dieser schrumpft auf die Dimension einer Familienfehde. Denn aus der Sicht des Australopithecus ist auch der „weiße Mann“, diese merkwürdige „Herrenrasse“, nichts anderes als ein verkrüppelter Neger; der „Weiße“ ist unvollständig, weil ihm Hautpigmente fehlen. Die Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palestinensern, zwischen Hutus und Tutsis  erscheinen als ins Groteske übertriebener Bruderzwist. – Und damit steht dieser Konfliktherd nicht allein da. – Allerdings, erst wenn diese Erkenntnis Eingang in die Köpfe unserer Mitmenschen gefunden hat, können Schwerter zu Pflugscharen werden.

 Damit aber ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen, deshalb wird die Menschheit bis dahin noch einen unermeßlichen Blutzoll zu zahlen haben; für den sind weniger die Völker, umso mehr aber deren Repräsentanten verantwortlich. Dennoch wird die Natur sich nicht aufhalten lassen; nicht einmal die nuklearen Knallfrösche sind in der Lage, alle Menschen zu vernichten.

 Auch jene, die da glauben, durch Genmanipulation den perfekten oder zumindest besseren Menschen schaffen zu können, werden eine herbe Enttäuschung hinnehmen müssen. Das, was den Menschen wirklich ausmacht, ist mehr als die Fähigkeit, zwei und zwei zusammenzählen zu können. Es ist ein bunter Strauß von Verhaltensmustern und Fertigkeiten, die sich nicht aufspalten und trennen lassen, ohne sie bzw. das Ganze zu zerstören. Frankensteins Traum wird auf ewig einer bleiben und der perfekte Mensch das Reich der Phantasie nicht verlassen. Dort bleiben aus guten Gründen auch unsere geklonten Politiker und deren Wunschuntertanen. Sie sind da alle auch sehr gut aufgehoben, denn das Reich der Phantasie, das ist die eigentliche Domäne des Menschen, die er mit keinem anderen Lebewesen dieser Erde zu teilen braucht.

 Aber all die Phantasten, die solche Vorstellungen hegen, darf man dafür nicht tadeln, denn gerade die Entwicklung der oftmals als blühend gescholtenen Phantasie hat die Menschheit vor dem drohenden kollektiven Kältetod bewahrt. “ (G. Altenhoff, aaO, S. 13ff)

Wissen kann man erwerben, Erkenntnisse nur gewinnen.

Das ist meine Erfahrung seit 1999. Eines der Geheimnisse des Erkenntnisgewinns lautet schlicht und ergreifend „Vorzeichenumkehr„. Aus „Plus“ mach „Minus“ und umgekehrt.

Bezüglich der von „Brüdern und Schwestern in Christo“ über die Ideale der französischen Revolution bis zur „Moslembruderschaft“ immer wieder eingeforderten „Brüderlichkeit“  ist der Satz:

„Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag‘ ich dir den Schädel ein.“

– mit einem negativen Vorzeichen zu versehen:

„Ich will nicht mehr dein Bruder sein, drum schlag‘ ich dir den Schädel ein.“

Beweis:

PRI B 17/99 (63)

4. November 1999

Kam der moderne Mensch durch ein „Nadelöhr“?Die heutige Menschheit fing ganz klein an / Schimpansen sind genetisch wesentlich vielfältiger als Menschen zeigen neue DNA-AnalysenSeit kurzem zählt man sechs Milliarden Menschen auf der Erde – verteilt über alle Kontinente sowie auf unzählige, nach Hautfarbe, Sprache, Religion, Kultur und Geschichte unterscheidbare Gruppen. Doch diese bunte Vielfalt ist nur „Fassade“. Denn auf molekulargenetischer Ebene, das zeigen jüngste Analysen an Schimpansen (Science, 5. November 1999), durchgeführt am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, bietet die Menschheit ein überraschend einheitliches, geradezu „familiäres“ Bild: Verglichen mit ihren nächsten tierischen Verwandten, den Schimpansen, sind alle derzeit lebenden modernen Menschen immer noch „Brüder“ beziehungsweise „Schwestern“…Eine neue Studie aus dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig läßt folgern, daß Schimpansen-Unterarten im Vergleich zum Menschen eine höhere genetische Vielfalt haben – eine Feststellung, die früheren Forschungsergebnissen über die genetische Diversität von Schimpansen widerspricht. Diese Forschungsergebnisse haben Auswirkungen auf eine Reihe heftig debattierter Fragen, die vom Ursprung des modernen Menschen bis hin zum Schutz der Menschenaffen reichen. Die Untersuchungen untermauern auch die Theorie, daß kulturelle Unterschiede zwischen Schimpansenpopulationen wahrscheinlich nicht das Ergebnis einer genetischen Variation zwischen diesen Gruppen sind.Die Molekulargenetik macht es heute möglich, die Entwicklungsgeschichte von Lebewesen zu rekonstruieren. Grundlage dieser „molekularen Ahnenforschung“ ist die Tatsache, daß die Erbinformationen an Desoxyribonukleinsäure – kurz DNA – gebunden sind: an lange Kettenmoleküle, die ähnlich einer Schrift aus nur vier verschiedenen Bausteinen, den Nukleotiden oder „genetischen Buchstaben“, zusammengesetzt sind.Im Zug der Vererbung werden „Abschriften“ dieser molekularen Texte von einer Generation an die nächste weitergegeben. Doch dabei treten Mutationen auf, sozusagen „Kopierfehler“, und zwar mit einer für jede Spezies ziemlich konstanten Häufigkeit. Anhand vergleichender Sequenzanalysen – das heißt, aus der Zahl der molekularen Abweichungen innerhalb jeweils entsprechender DNA-Abschnitte – lassen sich deshalb die entwicklungsgeschichtlichen Abstände und Verwandtschaftsverhältnisse zwischen verschiedenen Lebewesen ermitteln.Nach diesem Prinzip bestimmten und verglichen Prof. Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, und seine Mitarbeiter die genetische Variationsbreite von Schimpansen und Menschen. Als „Vergleichstext“ zogen sie dafür jeweils einen Abschnitt auf dem X-Chromosom heran, eine als Xq13.3 bezeichnete Sequenz. Sie untersuchten damit erstmals die DNA im Zellkern – im Unterschied zu früheren Analysen, die sich auf die DNA in den Mitochondrien bezogen. Die Mitochondrien-DNA weist höhere Mutationsraten auf als die DNA des Zellkerns und zeigt demnach evolutionäre Ereignisse auf kürzeren Zeitskalen.Das mag mit ein Grund dafür sein, daß Pääbo und seine Mitarbeiter zu überraschenden, neuen Einsichten gelangten, die zum Teil älteren Befunden widersprechen. Die Forscher analysierten die Xq13.3-Sequenz von drei Unterarten der Schimpansen in Ost-, Zentral- und Westafrika sowie ihrer nahen Verwandten, den Bonobos. Ebenso wurde die Xq13.3-Sequenz von insgesamt 70 Menschen untersucht, die allen großen Sprachgruppen auf der Erde angehörten.Das bedeutsamste Ergebnis dieser Vergleiche: Die Xq13.3-Sequenz wies bei den Schimpansen eine fast viermal so hohe Variabilität und damit ein fast dreimal so hohes Alter auf wie der entsprechende DNA-Abschnitt beim Menschen. Oder anders ausgedrückt: Zwei beliebig ausgewählte Menschen, die unterschiedlichen Sprachgruppen irgendwo in der Welt angehören, sind miteinander enger verwandt als zwei Schimpansen, die geographisch nahe nebeneinander in Afrika leben.Diese erstaunlich geringe genetische Variabilität und ungemein enge Verwandtschaft aller Menschen läßt sich am einfachsten durch einen evolutionären „Flaschenhals“ erklären: durch eine Art „Nadelöhr“ auf dem Entwicklungsweg des heutigen modernen Menschen. Dieser Engpaß dürfte erst vor vergleichsweise kurzer Zeit, vor einigen hunderttausend Jahren, durchschritten worden sein – und damit lange nach der vor etwa fünf Millionen Jahren erfolgten Abspaltung der Hominiden von den Schimpansen.Noch vor dieser Schlüsselstelle zweigten alle älteren Nebenlinien der Hominiden, darunter auch der Neandertaler, vom Entwicklungsweg ab. Und nur eine vergleichsweise kleine Population, vielleicht Überbleibsel eines vorhergehenden Zusammenbruchs, passierte schließlich den Flaschenhals, der zum heutigen, modernen Menschen führte – der dann in der Folge alle älteren „Hominiden-Modelle“ aus dem Feld schlug.Weitere Ergebnisse aus der Analyse der Xp13.3-Sequenz betreffen die Beziehungen zwischen Schimpansen und Bonobos. Diese beiden getrennten Arten stehen sich offenbar näher als man bislang aufgrund anderer DNA-Analysen annahm: Einige Unterarten von Schimpansen sind genetisch voneinander weiter entfernt als jeweils vom Bonobo – ein Zeichen dafür, daß beide Primaten erst vor relativ kurzer Zeit getrennte Entwicklungswege eingeschlagen haben.Außerdem schließt man aus der breiten genetischen Diversität innerhalb von Schimpansengruppen, daß „kulturelle“ Unterschiede zwischen solchen Populationen nicht genetisch begründet, sondern durch kulturelle Evolution bedingt sind – sich also ähnlich wie beim Menschen durch Tradition, durch Weitergabe erlernten Verhaltens, ausgeprägt haben.

Als nächstes Forschungsvorhaben wollen die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut in Leipzig auch die Xp13.3-Sequenz anderer Primaten, etwa der Gorillas oder Orang-Utangs, unter die Lupe nehmen. Die Frage ist, ob diese Primaten in puncto genetischer Variabilität mehr dem Schimpansen oder dem Menschen ähneln – ob also der moderne Mensch oder der Schimpanse unter den Primaten der „Sonderfall“ ist…

Originalarbeit:

Kaessmann, H., Wiebe, V., Pääbo, S. „Extensive Nuclear DNA Sequence Diversity Among Chimpanzees.“ Science 5 November 1999

Weitere Auskünfte erhalten Sie gern von

Prof. Svante Pääbo
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
Telefon: (03 41) 99 52 – 500
Fax: (03 41) 99 52 – 2 01
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Impressum:
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Pressesprecher:
Dr. Bernd Wirsing
Biologie, Medizin:
Dr. Christina Beck, Walter Frese, Beatrice Froese
Chemie, Physik, Technik:
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Geisteswissenschaften:
Dr. Bernd Wirsing

ISSN 0170-4656


Uria – Von diesen Rindern kann sich der Mensch eine Scheibe abschneiden!

November 24, 2012

Uria – Für eine artgerechte Nutztierhaltung.

http://www.tagesschau.de/kommentar/mursi172.html

Prima Facie geht es bei dem Projekt „Uria-Rinder“ um die „artgerechte Haltung“ von Tieren.  Rinder können uns indes viel über unser Spannungsverhältnis zwischen der menschlichen Natur und dem Anspruch, eine auf „Vernunft“ basierende „Gesellschaft“ schaffen zu wollen, verraten.

Plakat

Man braucht nur die „Verfassung“ dieser in Europa, ja wahrscheinlich weltweit einzigen Hausrinderherde näher zu betrachten:

Das, was der Mensch so gern als „Menschlichkeit bezeichnet, hat er nicht erfunden. „Menschlich­keit“ ist in der Natur häufiger anzutreffen als uns lieb sein kann, man muß nur genau hinsehen:

Die Verhaltensmuster eines Löwenkaters bildet bei Säugern die Ausnahme, im allgemeinen sind so­ziale Dominanz und Führungsverantwortung un­trennbar miteinander verknüpft. Das gilt sowohl für die Leitkuh einer Ele­fantenherde, für die Leitstute bei Pferden wie für den Leitwolf bzw die Leit­wölfin eines Rudels. In allen Fällen tragen sie die Verantwortung für das Ganze.

Diese Erscheinung macht nicht einmal vor unseren Hausrindern halt:

In Ostdorf auf der schwäbischen Alb lebt die einzige wirklich wildlebende Hausrinderherde Euro­pas, wenn nicht gar der Welt. Die Uria-Rinder von Ostdorf sind zudem der schlagende Beweis für den Mißerfolg menschlicher Züchtung: Fressen und dumm in der Gegend herumstehen, das hätten die Rinderzüchter ihren „Produkten“ wohl gern angezüchtet. Aber Jahrtausende der Domestikation haben es nicht vermocht, Rindern die In­stinkte zu rauben, die sie nun einmal brauchen, um in „frei­er Wildbahn“ zu überleben. Ganz gewöhnliche Hausrinder verfügen immer noch über das vollstän­dige Verhaltensrepertoire, das es ihnen ermöglicht, unabhängig von der Obhut des Menschen ihre Kälber großzuziehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Tiergesellschaften spielen die Männer dabei eine nicht nur unerhebliche Rolle:

Zeus soll sich der Legende nach einer seiner vielen Angebeteten in der Gestalt des Stiers genähert haben. Ihr Name war Europa. Seither gilt der Stier als Sinnbild unbeugsamer Manneskraft, weil sich die Menschen keine andere Vorstellung von einem Stier machen konnten.

Nach der „Rückkehr des Zeus“ am 4.7.20043 erschien der Stier vor dem verzerrten Bild der Schöp­fung, das der Mensch sich von ihr macht, in einer vollkommen veränderten Gestalt.. Eine Gestalt, die für Frauen nicht weniger attraktiv sein dürfte als das „klassische“ Bild, das man gewöhnlich von einem Stier hat. Der Stier versinnbildlicht nämlich in erster Linie soziale Kompetenz, Sanftmut und Führungsverantwortung.

Alles begann im Sommer 2004 ganz harmlos. Ich machte mich auf die Suche nach einer eingängi­gen Metapher für das perpetuum mobile, jener Maschine, die ohne Energiezufuhr ständig Energie abgeben kann. Die Almigurth-Reklame brachte mich auf die Spur. Darin wurde zeitweise der Slo­gan verwendet: „Wir geben unser Bestes“ – „Quatsch“, dachte ich, „die Kuh gibt keine Milch, der Bauer nimmt sie ihr weg“. Denn die Schöpfung hat die Milch dem Kalb zugedacht und nicht dem Bauern. Und damit war der zu beschreibende thermodynamische Kreisprozeß schon fast geschlos­sen. Der Bauer mußte nur noch die Kuh mit ihrer eigenen Milch füttern. – Ich glaube, auch dem Einfältigsten dürfte klar sein, daß eine Kuh, die nur mit ihrer eigenen Milch gefüttert wird, bald ver­endet. Ich glaube, auch der Einfältigste wird den Bauern, der seine Kuh nur mit ihrer eigenen Milch füttert, zutreffend für nicht mehr ganz dicht halten.

Es ging scheinbar so harmlos weiter. Ich schaltete meinen Fernseher ein, und zwar genau um 15.15 Uhr. Es begann gerade eine Sendung aus der Rei­he „Abenteuer Wildnis“. Der Titel war ganz inter­essant: „Die wilde Seele unserer Haustiere“. Also schaute ich mir die Sendung an. Ich hätte es mir nicht träumen lassen, aber seit Karel Zemans „Reise in die Urwelt“ kann ich mich nicht erinnern, von einem Film so fasziniert gewesen zu sein.

In diesem Zusammenhang wurde ich am Bildschirm Zeuge einer Auseinan­dersetzung zwischen zwei rivalisierenden Stieren. Ein „Youngster“ maßte sich an, sich mit einem zum „Establishment“ gehörenden Stier zu messen. Am Ende verdrängte er den „Etablierten“ nicht nur aus seiner sozialen Rangstellung, er nahm ihm sein „Amt“. Spontan brachte sich mir „der kleine Stowasser“ in Erinne­rung. In diesem lateinisch-deutschen Standard­wörterbuch wird das Wort „praesidere“ mit „schüt­zen“ bzw. „decken“ übersetzt. – (Na,na! „Decken“ meint nicht das, was Sie jetzt spon­tan im Zu­sammenhang mit dem Stier denken, sondern das militärische Decken)

Der Stier, der seinen „Rivalen“ „besiegt“ hatte, übernahm unverzüglich dessen „Amt“, das darin be­steht, die ziehende Herde nach hinten gegen Gefahren abzuschirmen.

Der Stier, der die Herde anführt, trägt die größte Verantwortung. Er allein entscheidet darüber, ob eine unbekannte Situation für die Herde bedrohlich ist oder nicht. Die Herde folgt blind seiner Ent­scheidung. Mit anderen Worten, macht er einen Fehler, kann dies den Untergang der Herde zur Fol­ge haben. Der Leitbulle ist der eigentliche „Präsident“ der Herde; die anderen Stiere will ich einmal als Vizepräsidenten bezeichnen – Geschützt durch die Kompetenz des „Präsidenten“ und seiner „Vize“ kön­nen die Kühe in aller Ruhe ihren Nachwuchs großziehen. Sie verfügen dabei sogar über eine Einrichtung, die wohl als einzige mit einer vom Men­schen erschaffenen Institution gleichge­setzt werden kann: sie bilden einen Kindergarten. Während das Gros der Herde ihrer alltäglichen Beschäfti­gung nachgeht, spielen die Kälber unter der Aufsicht einiger Kühe.

Nun könnte Ihnen einfallen, sich für die „beherrschende Lebensform“ des Planeten Erde zu halten. Als solche könnten Sie geneigt sein, auch von den Uria-Rindern Ihren Tribut in Form von Milch zu fordern. Ich kann davon nur abraten, denn ein echter Bulle ist in Ausübung seines Amtes humor- und kompromißloser als ein New Yorker Cop. Er wird Ihnen unmißver­ständlich klarmachen, daß Mutter Erde die Milch den Kälbern zugedacht hat. Und er wird Sie, notfalls unter Anwendung un­mittelbaren Zwangs, samt Ihrem Milchkännchen zum Teufel jagen. Und wenn wirklich ern­sthafte Gefahr drohen sollte, machen die Stiere wie auf Kommando gemeinsam Front. – Wohlgemerkt, „wie auf Kommando“ und nicht „auf Kommando“! Denn der Leitstier kommandiert keines seiner Herdenmit­glieder in der Gegend herum. Er gibt nur Signale von sich, die von den an­deren als Auf­forderung zum gemeinsamen Handeln verstanden werden.

Im „Innenverhältnis“ freilich sind Bullen regelrechte „Weicheier“, vom Bild des „wilden Stiers“ bleibt hier nichts, aber auch gar nichts übrig: das Sexleben der Rinder ist nicht leicht zu beobachten, denn wenn sich eine Kuh in einen Bullen verguckt hat, schlagen die beiden sich im Anschluß an ausgiebige Liebesbezeugungen nach einiger Zeit „in die Büsche.“ Das ist durchaus sinnvoll, denn bei dieser Art von Beschäftigung vergessen wohl auch Rinder Raum und Zeit und sind damit an­greifbar.

Rinderkindern in „freier Wildbahn“ geht es augenscheinlich erheblich bess­er geht als Millionen von Menschenkindern in aller Welt, daher sei mir die Frage erlaubt, wer in Gottes weitem Rund die wahren Hornochsen sind.

Wie über die Bienen offenbart sich auch über die Rindviecher das grundsät­zlich falsche Bild, das wir uns von unserer Stellung in der Evolution machen:

Die Kuh „gibt“ keine Milch, der Bauer hindert sie vielmehr durch das Melken am „Abstillen“, ob­wohl ihr Kalb in vielen Fällen längst als Medail­lon, Schnitzel oder Haxe der Freßlust des Menschen zum Opfer gefallen ist.

Aber wehe ein Braunbär wie „Bruno“ reißt ein Kalb oder greift der Biene Maja in die Waben! Flugs wird er zum „Problembären“ erklärt und stan­drechtlich erschossen!

In Wahrheit sind all die vielen Tüten Milch und die vielen Gläser Honig, die wir im Supermarkt fin­den, nichts anderes als Diebesgut. Ein qualitativ­er Unterschied zum Inhalt des „Staatssäckels“ be­steht nicht.

Diese hier gewonnene Erkenntnis ist allerdings nicht grundsätzlich neu, denn bereits vor mehr als 2000 Jahren bemerkte Cicero: „remota iustitia quod sunt regna nisi magna latrocinia?“ – Ohne Ge­rechtigkeit sind Regierungen nichts als eine große Räuberbande. – In die Sprache der Mod­erne über­setzt, könnte das heißen: die Regierungen dieser Welt sind nichts als organisierte Kriminalität. (Gerhard Altenhoff, Die Biena Maja, der glückliche Löwe und die Sozialversicherung, S. 22ff)

Ich muß hier eine Korrektur einfügen, denn der lateinische Satz stammt nicht von Cicero, sondern vom „Kirchenvater“ Augustinus. – Er war mir beim Durchblättern von Ciceros „Der Staat“,  Rowohlt 1967,  im dortigen Essay von Rainer Beer dermaßen ins Auge gesprungen, daß ich den vorangehenden Hinweis auf die Urheberschaft zunächst gar nicht wahrgenommen hatte.

Wir erleben es alle live mit, vor allem in dem Land, in dem „der Staat“ quasi erfunden wurde:

in Ägypten, das jetzt wieder einen Pharao hat:

Die Trennung des „Alpha-Tieres“ von der Sozietät. – Von der „Verantwortung für das Wohlergehen der Sozietät“, das im Tierreich das „Alpha-Tier“ auszeichnet,  ist der „Anspruch auf Gehorsam“ übriggeblieben. – Und den begehren die Skrupellosesten. – Ob in der Mafia, den „USA“ oder in der „BRD“ – Von der „DDR“ oder „UDSSR“ ist schließlich außer den Skrupellosesten nichts mehr übrig:

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Ohne rücksicht auf die nicht auslöschbaren Instinkte des Menschen wird es keinen Weg geben, den „globalen Bürgerkrieg“, der uns von den Institutionen der „sozialen Dominanz“ als „Weltfrieden“ verkauft wird, zu beenden. Aber:

Es ist Zeit! – Nicht nur für glückliche Kühe, auch für glückliche Menschen! – Nicht umsonst umfaßt die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika als unveräußerliches Menschenrecht das „Streben nach Glück“

Machen wir uns auf den Weg: Schritt für Schritt!


„Kandidatenduelle“ – Vertane Sendezeit

Oktober 4, 2012

TV-Duell: Amerikaner wollen echte Debatte statt Phrasen | tagesschau.de.

Wenn die Frage „wer kann Präsident“  davon abhängen sollte, er sich rhetorisch am besten verkauft, der sollte seine Zuflucht im alten rom suchen, nicht aber in einem demokratisch verfaßten Gemeinwesen. – Derartiger Quatsch erinnert fatal an das Verhalten der Laubenvögel.

Wer sich am besten präsentieren kann, bekommt den Zuschlag.  – Obama „konnte“ wohl nicht so ganz „Präsident“, denn hätter es gekonnt, müßte er nicht im „Kandidatenduell“ antreten. – Und Romney kann wohl auch nicht mehr als Worte machen.

Und im nächsten Herbst werden wir die Kopie dieses originellen Schauspiels auch live erleben dürfen: Das „Duell“ zwischen der Rügenwalder Teewurst und dem „Kabeljau der Nation“.

Ich darf in diesem Zusammenhang an ein „Kanzlerkandidatenduell“ erinnern, das einem gewissen Gerhard Schröder die Besetzung des Kanzleramts gesichert hatte. Der nachfolgende Text ging damals als Leserbrief an die Redaktionen der „großen“ Tageszeitungen, wurde aber meines Wissens nie veröffentlicht.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Nun ist es vorüber, das erste „Duell“ zwischen dem Kanzler und seinem „Herausforderer“. – Ein Medienspektakel aller gesellschaftlich relevanten Fernsehkanäle.

Wer hingeschaut hat, wird mir am Ende darin beipflichten, daß „Ben Hur“ spannender war und daß Charlton Heston und Stephen Boyd die besseren Schauspieler sind.

Es ging und geht jedoch nicht um den „Oscar“. – Den hatte Schröder schon, der ist ihm aber davongelaufen. Es geht auch nicht um die Frage, ob man der Wirtschaft Beine macht oder ihr mit „ruhiger Hand“ im Laufen die Schuhe besohlt.

Es geht vielmehr um das Entsetzen, das eine derartige Horrorshow verbreiten muß. Erschreckend ist nämlich, daß Deutschland offenbar den „Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland“ verlassen hat. Mit ihrer Teilnahme am verbalen Wagenrennen haben beide „Kandidaten“ ohne jeden Zweifel öffentlich zur Schau gestellt, daß sie es mit der Verfassung nicht so genau nehmen.

Guido Weterwelle, dem Kanzlerkandidaten der FDP, hat man die Starterlaubnis verweigert. Er hätte wohl gern das „Duell“ per Gerichtsbeschluß in einen Schußwechsel mit drei Pistolen verwandelt. Aber er wäre gut beraten, die Prozeßart zu wechseln:

Statt auf Teilnahme an der Kandidatenkirmes zu klagen, nimmt man in solchen Fällen das Grundgesetz zur Hand und liest es. Nach der Lektüre fällt einem ide Entscheidung leichter, ob man zum Hörer greift und den „Personalchef“ der Bundeskanzler anruft oder sich über 11 88 0 mit Karlsruhe verbinden läßt. – In beiden Fällen werden Sie geholfen:

Ich zitere aus Abschnitt VI des Grundgesetzes den Artikel 63 Absatz 1:

„Der Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom Bundestage ohne Aussprache gewählt.“

Der Bundespräsident hat nach dem Wortlaut des Grundgesetzes das alleinige Vorschlagsrecht, somit haben ihn alle Bewerber für das Amt des Bundeskanzlers  als Personalchef zu akzeptieren. In der Kanzlerfrage hat der Bundespräsident folglich die Qual der Wahl nach der Wahl. Und die kann ihm niemand abnehmen. Das ergibt sich aus dem weiteren Procedere, das Art. 63 anordnet:

Das Parlament darf erst dann aus eigenem Antrieb einen Dummen für das Kanzleramt finden, wenn der vom Bundespräsidenten Vorgeschlagene nicht mit der erforderlichen absoluten Mehrheit gewählt wird. Dafür hat der Bundestag nach Art. 63 Abs. 3 vierzehn Tage Zeit. Einigen sich die parlamentarischen Streithähne innerhalb dieser Frist nicht, reicht im nächsten Wahlgang die einfache Mehrheit. Wenn in dieser Situation von den mehr als sechshundert Abgeordneten nur noch zehn im Plenarsaal sind, weil die anderen genervt in der Kantine oder bei ihren Freundinnen herumhängen, reichen sechs Stimmen zur Kanzlerwahl. Ob eine solche Kanzlerwahl im Sinne des „Wählervotums“ ist, darüber hat erneut der Bundespräsident zu befinden. Er hat sieben Tage Zeit, den auf den Schild Gehobenen zum Kanzler zu ernennen. Tut er das nicht, muß er den Bundestag auflösen. So will es das Gesetz. Nachzulesen ist das in Artikel 63 Absatz 4 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland.

Da stehen sie nun: Schröder, Stoiber und Westerwelle; – obwohl getrennt, rappeln sie doch gemeinsam am Tor zum Kanzleramt und betteln um jede Simme. Auf der anderen Seite steht in aller Erhabenheit Artikel 63 des Grundgesetzes.

Aber keiner weiß, wie es weitergeht, denn Art. 63 GG gibt keine Auskunft darüber, wie der Bundespräsident an die Vorschläge kommt, die er dem Parlament zu machen hat. Soll er sie zufällig aus dem Stuttgarter Telefonbuch auswählen? – So jedenfalls wurde die Jury für die in vergangen Zeiten beliebte Sendung „Wie würden Sie entscheiden?“ zusammengestellt. – Wie soll der arme Johannes Rau herausfinden, wen er dem Parlament vorschlagen kann? – Nur keine Panik!:

Der gesetzgeberischen Tradition entsprechend hat auch das Grundgesetz so etwas wie einen Allgemeinen Teil und einen Besonderen Teil. Für den Juristen hat das den Vorteil, daß er die Antwort auf Fragen, die der Besondere Teil aufwirft, meist im Allgemeinen Teil findet. Traditionell finden sich die allgemeinen Regelungen vorne im Gesetz. Die Abschnitte des Grundgesetzes sind zwar nicht ausdrücklich so gegliedert, dennoch folgt die Unterteilung dem traditionellen Muster.

Bezüglich der Stellenbesetzung im Öffentlichen Dienst wird man im Abschnitt II fündig, der überschrieben ist mit  „Der Bund und die Länder“. In Artikel 33 GG heißt es unter dem Begriff „staatsbürgerliche Rechte“ in Absatz 2:

„Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.“

Diese Regelung gilt aufgrund seiner Stellung im Gesetz für den Bund und die Länder. Art. 33 GG ist nach seiner Stellung im Gesetz eine allgemeine Vorschrift. Art. 33 GG ist damit für die Vergabe von öffentlichen Ämtern in Bund, Ländern und Gemeinden einschlägig, mangels spezialgesetzlicher Regelung damit auch für das Amt des Bundeskanzlers.

Im Normalfall sucht die öffentliche Hand die nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung geeigneten Bewerber aus, indem sie die freiwerdende Stelle öffentlich ausschreibt. Die öffentliche Ausschreibung ist auch die einzige Methode, das Recht aller Deutschen auf freien Zugangs zu allen öffentlichen Ämtern bundesweit sicherzustellen.

Im Normalfall. – Aber was ist schon normal in der Politik? – Und: „ach nun kommen Sie mir doch nicht mit dem Grundgesetz, wenn wir da erst anfangen wollten…“ (Originalton MdL -MV Gesine Skrepski, CDU, zitiert nach Stadtanzeiger Bergen auf Rügen vom 4.3.1995 S. 11)

Zur Zeit jedenfalls buhlen offiziell nur drei Bewerber, nämlich Schröder, Stoiber und Westerwelle um die Gunst des „Wählers“. Sie betteln um das „Wählervotum“, das den Weg ins Kanzleramt ebnen soll. Sie präsentieren sich so, als hätten sie nach  dem „Wahlsieg“ ihrer Partei einen Rechtsanspruch auf das Hausrecht im Kanzleramt.

Die Kontrahenten des Fernsehduells können aber für sich das Amt des Bundeskanzlers nur dann beanspruchen, wenn das Gesetz es vorsieht, wenn also das Grundgesetz bezüglich des Bundeskanzlers eine Ausnahme vom oben zitierten Regelfall der Stellenbesetzung bestimmt.

Dann müßte das Grundgesetz vorschreiben, daß das Amt des Bundeskanzlers ein „öffentliches Amt“ ist, das eben nicht für Jedermann offensteht.

Wo aber steht geschrieben, daß nur der Kanzler werden kann, der von einer Partei als „Kanzlerkandidat“ nominiert wurde? – Und das auch nur, wenn die Nominierung durch eine „große“ Partei oder gar eine „Koalition“ erfolgt?

Das mag die Verfassung der Republik Lummerland so vorschreiben, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland tut es jedenfalls nicht. Die einzige verfassungsrechtliche Zugangsschranke gilt für Präsidentschaftskandidaten. Diese müssen gemäß Art. 54 Abs. 1 Satz 2 GG das Wahlrecht zum Bundestage besitzen und das vierzigste Lebenjahr vollendet haben.

Der gegenwärtig geübte Brauch der Bewerberauswahl für das Amt des Bundeskanzlers ist also mit den Buchstaben des Grundgesetzes nicht vereinbar. Nicht mit den Buchstaben und erst recht nicht mit dessen Geist:

Es ist das alleinige und unbeschränkte Recht des Bundestages, den Bundeskanzler zu wählen. Und das aus demselben guten Grund, der Aristoteles vor mehr als 2.300 Jahren veranlaßte, sich in seiner „Politik“ gegen die „Volksdemokratie“ zu entscheiden. Das Volk als „Monarch“ verhält sich laut Aristoteles nicht anders als ein tyrannischer König: „…beide vergewaltigen die tüchtigeren Bürger, die Volksbeschlüsse sind das, was dort persönliche Befehle sind, und der Demagog und der Schmeichler sind dieselbe Menschenart und entsprechen einander. Beide haben bei beiden die einflußreichste Stellung: die Schmeichler bei dem Tyrannen und die Demagogen bei einem solchen Volke. Diese sind daran schuld, daß die Volksbeschlüsse und nicht die Gesetze den Ausschlag geben, da sie alles vor das Volk bringen. Sie gewinnen dadurch den Vorteil, daß sie großmächtige Herren werden, da das Volk Herr über alles ist, sie selbst aber Herren über die Meinung des Volkes; denn die Menge schenkt ihnen Glauben.“

Die Demagogen, von denen Aristoteles spricht, gibt es freilich nicht mehr. – Die Deutsche Mark gibt es aber auch nicht mehr. Was mal Mark war ist heute Euro. Aber Geld bleibt Geld. Weil bei den Römern der Name des Volkes populus war, und weil die Griechen das Volk demos nannten, bleibt der Populist ein Demagoge.

Verfassung hin, Verfassung her, mangels Klagebefugnis des Bürgers bei Verletzung formaler Verfassungsbestimmungen konnten und können Politiker aller Couleur das Grundgesetz auf Teufel-komm-‘raus mit Füßen treten.

Und die Medien schalten sich selbst gleich und verkaufen den offensichtlichen Verfassungsbruch des „Fernsehduells“ als so etwas wie den demokratischen Orgasmus im Nachkriegsdeutschland.

Dabei fußt das verfassungswidrige Brauchtum bei der Kanzlerwahl auf dem Ammenmärchen vom „Wählerauftrag“. Der aber existiert nur in der Phantasie der Politiker. Bei der Wahl geht es um Mandate. Mandat kommt aus dem Lateinischen: mandare = anvertrauen. – „Auftrag“ heißt auf Latein imperium.

–  Also, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, reicht Eure Bewerbungsunterlagen und Wahlvorschläge beim Bundespräsidenten ein. Bis zum 22.9.2002 habt Ihr dafür Zeit.

Und, lieber Herr Westerwelle, wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer handfesten „Konkurrentenklage“? – Vielleicht kommen Sie damit nicht ins Kanzleramt, aber für einen Einzug in die Geschichtsbücher, da reicht es allemal. Und da wollt Ihr doch alle hin, oder?


Crash laß nach! – Der Tod der Volkswirtschaftslehre

August 19, 2011

boerse.ARD.de : Abgabedruck lässt etwas nach.

Aber der Crash läßt nicht nach, weil die „Marktteilnehmer“ nichts anderes sind als Zocker. Die „Börse“ ist schlicht und ergreifend ein gigantischer Spielautomat.

Das ist wegen der die Börse umgebenden Propaganda nicht so offensichtlich, aber es ist schließlich auch nicht offenkundig, daß der Slogan

St Pankratius bleibt in Nievenheim!

  nichts anderes besagt, als

Mer losse d’r Dom en Kölle!

Die Kirche bleibt im Dorf, es ändert sich allein die Größenskala.

Die gegenwärtigen Turbulenzen an den Börsen waren zwar nicht plan- aber vorhersehbar. Ansatzweise hatte ich die damals (2000) absehbaren Konsequenzen der rezenten Form der „Zockerherrschaft“ grob skizziert:

Betrachten wir die belebte Natur als Fluß. Dieser nahm vor mindestens 3,5 Milliarden Jahren seinen Anfang. Erst bei einer Gleichsetzung von einem Millimeter für jedes Jahr gewinnt dieser Fluß ein vorstellbare Dimension. Liegt die Quelle 3,5 Mrd Jahre hinter uns, ist sie 3,5 Mrd Millimeter von uns entfernt. 3,5 Mrd Millimeter sind 3.500 Kilometer. – Etwa fünf Flugstunden; darunter kann man sich etwas vorstellen. Bei Stromkilometer 2.900 erscheinen die ersten mehrzelligen Organismen. Das Ende der Dinosaurier, die den Strom über 160 km beherrscht haben, liegt 65 km zurück. Vom letzten Neandertaler trennen uns 30 Meter, von Jesus Christus und Caesar zwei Meter. Napoleons Marsch gen Moskau liegt knapp 20 cm von uns entfernt, Hitlers Angriff auf die Sowjetunion 5,9 cm. Die Ermordung Kennedys hat einen Abstand von 3,7cm, die Ära Kohl begann 1,8 cm von der Gegenwart entfernt. Sie war so breit wie Ihr Daumennagel. Sie selbst haben Gelegenheit, durchschnittlich 7,5 cm in diesem Fluß mitzuschwimmen. Nicht eben viel.

 Wie gesagt, der Bundesadel setzt in seinem Verhältnis zu den Bürgern der Bundesrepublik zunehmend auf Deckelung und Repression. Repression des Staates gegen seine Bürger kann auf Dauer nicht gutgehen, denn Repression ist in der Geschichte letztendlich immer gescheitert. Immer! – Und zwar im Handumdrehen. Nehmen sie ein Lexikon oder Geschichtsbuch zur Hand: Die Sowjetunion erreichte eine Länge von 7,2 cm, der gesamte Ostblock brachte es auf gerade einmal 4,4 cm. Der „Eiserne Vorhang“ war von der ersten Öffnung der ungarischen Grenze bis zum Fall der Mauer nach 0,2mm bereits verschwunden, regelrecht weggesprengt. – Die Vollendung des Kommunismus durch Mao Tse-tung verlief nach wenigen Millimetern im Sande. Auch den islamischen Gottesstaaten werden nach wenigen Zentimetern die Puste ausgehen.

 Das alles ist auch nicht weiter verwunderlich, denn jeder Versuch des „Staates“, menschliche Schwächen kraft Gesetzes auszurotten, hat eine positive Rückkoppelung – und damit Chaos – zur Folge. Den Menschen werden Sanktionen angedroht, sollten sie das unerwünschte Verhalten zeigen. Nicht alle, mitunter nur ein geringer Teil, folgen dem „Gesetzesbefehl“. Die Folge sind härtere Sanktionen, da der „Staat“ sich offenbar nicht so recht durchsetzen kann. Als weitere Folge wird ein immer größerer Personenkeis diskriminiert, wenn nicht gar kriminalisiert. Der Apparat, mit dem die wachsende Insubordination bekämpft werden muß, bläht sich immer mehr auf.

 Die Beispiele reichen vom Falschparken über die Prostitution bis zum Rauchen. Verbote, wo man nur hinschaut. Ein Heer von Politessen ist unterwegs, Falschparker abzustrafen. Tausende von Überstunden bei der Polizei könnten abgebaut werden, wenn Polizisten nicht ständig dazu mißbraucht würden, „Temposünder“ zur Kasse zu bitten, und zwar genau an den Stellen, an denen ein Tempolimit durch keine Gefahrenabwehrfunktion gerechtfertigt ist.

 In diesem Zusammenhang bietet das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ein geradezu phantastisches Beispiel dafür, daß unbegrenzte Möglichkeiten durchaus ihre Grenzen haben, und zwar sehr natürliche: Einen Säugling kann man trockenlegen, eine Nation aber nicht. Genau das war es aber, was in den Golden Twenties die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika mit der Prohibition beabsichtigte. Ich will das Thema hier nicht weiter vertiefen, aber es war eine der größten Herausforderungen an die Phantasie der Menschen. Schwarzbrauen, Schwarzbrennen und Schwarzmarkt waren die Folge. Diese wiederum hatten jede Menge Schwarzgeld im Schlepptau, weil nur der gut fährt, der gut schmiert. Der Staat und seine Gesetze aber hechelten eifrig hinterher. Teuer, und alles für die Katz! – Sollten dereinst Historiker und Informatiker interdisziplinär zusammenarbeiten, würde es mich nicht wundern, wenn in diesem Gewirr von Rückkopplungsschleifen der „Schwarze Freitag“ als zwangsläufige Folge solch staatlichen Irrsinns auftauchen würde.

 Dann aber wären „Schwarze Freitage“, wie der von 1929 in den USA, kein einmaliger historischer Vorgang, sondern das Damoklesschwert jeder Demokratie, die ihre Lektion noch nicht gelernt hat. Irgendwo im Dickicht von Gesetzen und Verordnungen, Absprachen und Schiebereien hängt es. Und wenn es fällt, ist die soziale Sicherung von Millionen Menschen im Eimer. – Es sei denn, das Sozialversicherungssystem ist nach dem ursprünglichen deutschen Muster organisiert und mit Lernfähigkeit ausgestattet.

 Ein System der sozialen Sicherung, das sich auf die Gemeinschaft aller stützt, kann nur dann lernfähig sein, wenn ihre Repräsentanten lernfähigkeit und -willig sind. Grundlage unseres Sozialsystems ist die Reichsversicherungsordnung; deren Entwicklungsfähigkeit hängt also unmittelbar von der Lern- und Anpassungsfähigkeit unserer Politiker ab.

Diese aber sind augenscheinlich nur insoweit lernfähig, als es ihren eigenen Geldbeutel angeht.Denn sie beweisen Tag für Tag, daß sie unfähig sind, sich mit den Fundamenten ihrer Tätigkeit und den Zielen ihrer Aufgaben zu beschäftigen.

 Menschliche Staatengemeinschaften sind eine relativ neue Erfindung der Natur. Im Strom des Lebens haben sie gerade einmal eine Länge von 8 Metern erreicht. Woraus wird ein Staat gebildet? – Aus Organismen, die gemeinhin als Menschen bezeichnet werden. Der Staat hat Organe, also muß er sich selbst als Organismus behandeln lassen. Sie sind ein Organismus, ich bin einer. Alle Ihre und meine Handlungen dienen eigentlich nur dem Zweck, die rund dreissig Billionen Zellen, aus denen Ihr und mein Körper jeweils bestehen, mit Nahrung zu versorgen. Welchem anderen Zweck soll daher ein Organismus namens Staat dienen, als dem, die Organismen, die ihn bilden, am Fressen zu halten? – Freilich nicht in dem Sinne, daß der Staat seine Bürger versorgen muß; er hat aber alles zu tun, was seinen Bürgern ermöglicht, sich selbst entsprechend der Wirtschaftskraft der Gemeinschaft angemessen zu versorgen.

 Aus dieser Warte hat der Staat also die Aufgabe, für das Wohlergehen seiner Bewohner zu sorgen. Staaten sind seßhafte Organismen, damit haben sie große Ähnlichkeit mit den Pflanzen. Auch die können ihren Standort nicht verändern.

 Der einzelne Mensch und auch Wirtschaftsunternehmen sind hingegen in der Wahl ihres Standortes einigermaßen flexibel, sie können als „Global Player“ relativ frei über den Planeten wandern und ihr Glück überall da versuchen, wo ihnen die Lebensbedingungen angemessen erscheinen. Unsere Politiker beklagen sich larmoyant darüber, daß die „Global Player“ das auch tatsächlich tun!

 Die relative Freiheit des einzelnen Menschen ist indes stark eingeschränkt. Um seiner Rolle als „Global Player“ gerecht zu werden, braucht er sehr viel Geld. Geld ist eine merkwürdig transzendente Form von Energie. Die aber wird ihm normalerweise nicht in die Wiege gelegt; die allermeisten Menschen müssen dafür schuften. Das wiederum bindet sie an ihren Standort, ihren Staat.

 Die Abhängigkeiten zwischen Mensch und Staat können wir daher annähernd in folgender Metapher zusammenfassen:

 Der Staat als seßhafter Organismus hat für das Wohlergehen aller ihn bildenden Organismen zu sorgen. Alle Repräsentanten eines Staates sind also gehalten, die Welt aus der Sicht einer Pflanze betrachten, die alle ihre Zellen am Leben erhalten muß.

 Die Organismen, aus denen ein Staat besteht, sind allerdings ziemlich wuselige und eigenwillige Tiere, die in erster Linie dem Augenblick, nicht aber der Zukunft verpflichtet sind.

 Das ist natürlich für jeden Politiker, der sich im Glanz seiner Erfolge sonnen möchte, ein grausiges Dilemma. Warum? – Wenn Politiker für mehr Eigenverantwortung des Bürgers bezüglich seiner sozialen Absicherung plädieren, verkünden sie ihr eigenes Versagen und offenbaren ihre Unfähigkeit zur Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben. Denn der Mensch ist kein Lebewesen, das aus eigenem Antrieb seine soziale Absicherung betreibt; er verläßt sich auf andere, die das für ihn tun. Seit Urzeiten waren das die Kinder, die er reichlich in die Welt setzte. – Mit der hormonalen Empfängnisverhütung hat sich die Welt dramatisch verändert. Die Menschen, die in ihr leben, sind dennoch die geblieben, die sie immer waren. Von Alaska bis Feuerland, von Spitzbergen bis zum Kap der Guten Hoffnung. Von China bis Irland und von Indien bis Tasmanien. (Gerhard Altenhoff, der Bundesadel)

Im Feudalismus durfte nur der Landesherr und dessen Lehensleute ihre Mitmenschen ausbeuten. Mit dem Ende des Absolutismus, das mit der Gründung der USA seinen Anfang nahm, gab man jedem die „Freiheit“, sich als Ausbeuter zu betätigen. – Der Grundsatz der Privatautonomie, die „Vertragsfreiheit“ floß erst später in das Zivilrecht ein, hat aber bis heute den Durchbruch nicht geschafft. – Man erkennt es an den immer länger werdenden „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“, die umgekehrt proportional sind zur Bereitschaft des Verwenders, die eigenen Vertragspflichten zu erfüllen . – Mit anderen Worten: je länger und detaillierter die „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“, desto geringer die Vertragstreue.

In diesem Klima muß es immer wieder zu Turbulenzen kommen. Im Frühjahr 2005 war ich mir über das Sterben der Volkswirtschaftslehre klar und machte mir entsprechende Notizen, die ich unter Tod der Volkswirtschaftslehre abspeicherte.

 


Wikileaks-Gründer: „Anarchist“ Julian Assange – oder Erzdemokrat?

November 30, 2010

Wikileaks-Gründer: Das Netz des Anarchisten Julian Assange – Nachrichten Debatte – Kommentare – WELT ONLINE.

Ich wußte gar nicht, daß Assange Angehöriger der RAF war. Anarschist er im Gegensatz zu einigen Dokumentierten sicher nicht, denn er hat einen Arsch in der Hose. Und er ist der Vollstrecker des Traumes, den vor mehr als 200 Jahren Ernst Moritz Arndt geträumt hatte, als er seine Schrift „Verfassung und Preßfreiheit“ verfaßte. Arndt schwebte die „unbeschänkteste Preßfreiheit“ vor:

Auch um Preßfreiheit bittet das Volk, ja auch danach schreit es als nach einer Not. Warum? Weil die Freiheit und Gerechtigkeit als die höchsten irdischen Ideen nie ohne Herrschaft der Idee haben bestehen können und also in einem solchen Zeitalter, als das unsrige ist, ohne Ideenherrschaft immer nur ein leeres Hirngespinst oder eine politische Gaukelei sein werden. Die Generalgewaltiger der Polizei und die Herren der Presse, d. h. diejenigen, welche alleine eine Preßfreiheit ausüben, nämlich zu pressen, lächeln freilich über die Bitte wie über das Geschrei und über die Ansprüche der geistigen Freiheit und finden es sehr wunderlich, wie die dummen Menschen den Zustand nicht als den behaglichsten, anmutigsten und freiesten loben, wo die Regierung die meisten Sorgen des Lebens für sie übernimmt, die Landstraßen sicher, die Märkte voll, die Wirtstafeln wohl besetzt, die Schauspielhäuser und Ballsäle frei von Zank und Balgerei, die H…häuser – kurz, wo sie ihnen alles eben und bequem macht, daß sie mit Weib und Kindern ein gar gemächliches, geruhiges und gottseliges Leben führen mögen und nichts weiter zu bedenken haben, als wie mit mit ihrer Arbeit und ihrem Gewerbe auf die leichteste und geschwindeste Weise das meiste gewinnen und es dann auf das lustigste und angenehmste genießen und verzehren wollen. Diese Lehre, die sie uns recht liebenswürdig vorhalten, scheint wirklich nicht ganz uneben, aber sie hätte vor dreißig oder fünfzig Jahren mehr Verehrer gefunden als jetzt. Jetzt zweifeln die meisten an ihrer Wahrheit, ja sie zweifeln gar daran, ob es mit dem höchsten Zweck der Sicherheit und des Wohllebens, womit jene sich brüsten, auch so ganz aufrichtig gemeint sei. (58)

Die Preßfreiheit aber hat vor allem noch das Schlimme mit sich, daß ihre Vergehungen gewöhnlich eine Straflosigkeit mit sich führen, welche keinem andern Verbrechen zuteil wird. Die sich auf Kniffe und Pfiffe der Wörter und Gedanken, auf eine geschickte Vermäntelung und Verblümung und Umblümung des Persönlichen verstehen, werden dem Richter fast immer entrinnen. Ein gefährliches Beispiel von Gesetzlosigkeit. Deswegen findet man auch in vielen Staaten die Preßfreiheit so unzulässig, weil es so schwer ist, Gesetze zu finden, die sie zügeln und ihre Verbrechen zur Strafe bringen. So daß diese Anstalt, die man als eine Pflegerin und Nährerin hoher Gemüter und großer Gedanken und Gefühle preist, gar leicht auch die gefährliche Pflegerin und Nährerin aller Tücke und Bosheit und des hämischsten und giftigsten Hasses wird. (64)

Gebt uns nur endlich Preßfreiheit, fangt nur endlich an, Verfassungen und Stände einzurichten, so werden jene verworrenen Träume über Staat und Gesetzgebung, worüber ihr klagt, jener endlose und spiegelfechterische Krieg aller gegen alle, jenes dumme Geschrei der Schriftsteller, wovon ihr nur gern das Dümmste laut werden lasset, sich endlich selbst schlichten und stillen. Sobald hier unten auf der festen Erde etwas Festes gemacht worden ist, werden die leeren Plänkeleien und Scharmützel droben in den Lüften, die freilich meistens ein Krieg um nichts sind, von selbst ernstere und würdigere Gefechte werden. Denn wo Freiheit und Leben sein soll, muß immer Krieg der Geister sein. Das dürfen wir aber gegen alle Anklage kühn behaupten, daß diese in Deutschland keine Umwälzungen machen werden; dazu ist, wie sie mit Recht bemerken, des deutschen Volkes Charakter zu kühl, mild mund mäßig. Nur ein entsetzliches Leid, nur die finstere Nacht der Knechtschaft und Willkür, worin auch keine Hoffnung bliebe, daß es je wieder licht werden könne, nur eine schimpfliche Unterjochung durch Fremde, wo das scheußlichste Unrecht schon alle Ordnung zerrüttet hätte, könnte in Deutschland solches hervorbringen; oder auch, wenn diejenigen, welche jetzt allein die Preßfreiheit haben, diese so gebrauchen wollten, daß dem Deutschen um den Untergang seines geistigen Besitzes bange würde, da könnte der fürchterliche Druck einen noch fürchterlicheren Gegendruck veranlassen.

Was wir schon gesehen haben, wird dann täglich allgemeiner werden. Ja was wir schon gesehen haben? Was ist es denn? Einzelne Pamphlets, die sich um Persönlichkeiten drehen, wodurch einzelne Staatsmänner oder Beamte und Gelehrte beleidigt und gemißhandelt oder auch nur öffentlich hingestellt sind? – Das ist freilich unvermeidlich, wann Preßfreiheit da ist, ja es ist notwendig mit der Preßfreiheit verbunden. Wo Freiheit ist, muß, wer öffentlich auftritt, sich auch öffentlich behandeln und verhandeln und mitunter wohl mißhandeln lassen. Diese Stärke des Gemüts, diese Tugend muß er haben. Mag er das nicht, so setze er sich in der Werkstatt hin und nähe Schuhe und Röcke, oder an den Zahltisch und ziehe Rechnungen aus, statt daß er Heere befehligen oder Staaten einen neuen Rock anmessen will – oder er treibe den Pflug ins Feld und pflanze seinen Kohl, statt daß er durch Bücher unterweisen und strafen oder gar glänzen will. Ich nannte die Geduld des Öffentlichen eben eine Gemütsstärke, eine Tugend. Die freien Völker des Altertums hielten sie für eine de größten Tugenden, die einen Biedermann schmücken können; sie haben es vielen hoch angerechnet, daß sie in ihrer Zeit den Mut hatten, für das Vaterland Feindschaften zu übernehmen und Tadel und Schmähungen auf sich zu laden. Denn allerdings prüft das Freie und Öffentliche die Männer, es lockt Haß und Feindschaft hervor. Ich sage nicht, daß es Haß und Feindschaft macht; denn gewiß schafft es weniger Groll und Haß als das Unfreie und Geheime. Bei dem Zustande des Unfreien und Geheimen kriecht und wimmelt und krimmelt und wurmt alles durcheinander und zerdrückt, zerquetscht, zernagt und zerbeißt sich in der blinden Wut, ohne daß es weiß wen; bei dem Freien und Öffentlichen wird der edle Kampf freilich auch lauter, es springen aber nicht immer Hyänen und Tiger hervor (noch weniger Schlagen, deren Wurmverlies ist das Dunkel), sondern auch stolze Löwen. Ein Volk, das lange nichts Politisches und Öffentliches mehr gehabt hat, muß freilich erst wieder fest und stark werden, damit es gesunde, frische Kraft der Rede und oft etwas zu herbe Kost der Schrift verdauen lerne. Unserer gutmütigen, deutschen Weichlichkeit, die fast alles in gesellschaftliche Verhältnisse und Beziehungen hinabzuzerren gewohnt ist, was hoch über diesem engen Kreise schwebend bleiben sollte, tut das vor allen anderen not. Daß bei dieser Öffentlichkeit auch das herrlichste und leuchtendste Verdienst in Staatsmännern, Gelehrten und anderen öffentlichen Menschen verkannt und gemißhandelt, daß ihre besten Absichten und trefflichsten Ideen von absichtlicher Bosheit oder verblendeter Parteisucht zuweilen müssen mißgedeutet und verdrehet werden, das ist das Unvermeidliche. So liegen jedem hohen Gute ihre Übel immer sogleich zur Seite. Aber was wirklich trefflich, würdig und herrlich ist, wird wohl zuweilen auf einen Augenblick verkannt und verdunkelt werden aber nie auf immer beschmutzt und benachtet werden können. So siegreich ist die Wahrheit in allen Zeiten gewesen und immer am siegreichsten, wo die meiste Freiheit herrschte. Gebärdet euch nur nicht, als ob ihr für den Anstand so viel Sorge hättet. Es ist der allerschlechteste Anstand, wo stumme und zierliche Knechte sich Verbeugungen und Bücklinge vormachen und einander einbilden, daß ein leeres und lügenhaftes und verschnittenes und verziertes Leben auch ein Leben ist. Alle knechtische Staaten, während sie die Freiheit des Wortes und der Idee unterdrückten und die kleine Persönlichkeit schirmten, da sie keine große gelten lassen, haben den Anstand gegen die Sitten immer gern verletzen lassen, sie haben liederliche und schändliche Schriften ungestraft drucken und verteilen lassen und Spielhäuser und H…häuser unter öffentlichen Schutz genommen, als jeder Stolz und jede Hoheit des Gemüts in Bann und Acht war. Den allerjüngsten Beleg dieser Behauptung haben uns Fouché, der unsterbliche Großmeister aller Polizei, und Napoleon geliefert. Waren die Einkünfte jener Häuser der Schande und des Elends nicht recht eigentlich für den Unterhalt der hohen Polizei und für ihre geheimen Ausgaben und Besoldungen gerechnet und angeschlagen? Gebärdet euch nur nicht, als wenn ihr für die Ehre so zarte Sorge traget; wahrlich, diese Freiheit ist recht eigentlich für die Ehre erfunden. Sie wird Ehre und Schande nicht ineinander verrinnen und in gleichem Schmutze liegen lassen; ja diese erste Sonderin und Scheiderin, diese größte Alchimistin vom Anfang der Zeiten wird das Gold schon von den Schlacken sondern. Wer mit Ehre gerüstet ist, darf dann wohl auftreten; jeder Schmutz, den man auf ihn wirft, fällt immer wirkungslos von seiner glänzenden Glätte ab. Wer aber Makel der Ehre an sich trägt, sehe sich vor, wohin er tritt; wahrlich, seine Feinde werden sie ihm nicht schenken, er muß sie öffentlich hören. Das Volk aber – wir sprechen von dem deutschen Volke, das immer als ein treues, gerechtes und wahrheitsliebendes Volk anerkannt worden ist – wird gerechtes Gericht pflegen, und Ehre und Tugend, die wohl auf Augenblicke verleumdet und verkannt werden können, werden wohl Ehre und Tugend bleiben. Das aber ist immer gut, daß jeder, wo und wie hoch er auch stehe, der sichern Rechtschaffenheit und Wandellosigkeit erinnert werde, daß er fühle, er kann nur ein Ehrenmann scheinen, wann er es auch ist. Den Stolz aber sollen wir noch lernen, daß die Menschen, was sie im stillen und geheimen von uns reden und urteilen, auch als lautes und öffentliches Urteil aussprechen dürfen. Denn das kann ein Fürst oder Minister oder Feldherr oder berühmter Gelehrter und jeder, der in der bürgerlichen Ordnung irgend hoch und über viele gesetzt ist, wohl wissen, daß die ihm immer nur Süßes und Wohlgefälliges und Ohrenschmeichelndes sagen, ihm etwas vorlügen, daß vielmehr die verschiedensten und ungleichsten und oft ungerechtesten Urteile über sie gefällt und die abgeschmacktesten und unmöglichsten Forderungen an ihn gemacht werden. Warum will er sich nicht zu dem Stolz überwinden, dies auch öffentlich werden zu lassen? Was schadet es dem Sonnenberge, wenn sich unten an seinem Fuße Nebel sammeln und zuweilen seine Strahlenscheitel bedecken? Siehe, zu einem so Stolzen werden auch schöne Wahrheiten emporklingen, auch manches süße Lob und lieblichen Preis wird er vernehmen, die er sich bei der Öffentlichkeit zueignen kann, weil sie ihm aus einem mehr reinen Element kommen. Und wenn auch die größte Verwirrung und Verblendung wäre, wenn ein edler Mensch und das Streben und Wollen eines edlen Menschen lange verleumdet, gemißhandelt und verkannt werden könnte, jeder Wackere wird durch sein Gewissen getröstet, und daß die rechte Tat und die rechte Tugend endlich doch bleiben, was sie sind, und aus aller der Umnebelung und Verdunkelung strahlend hervorleuchten.

Und sie fürchten, die Preßfreiheit wird uns entdeutschen, uns zu einem ganz anderen Volk machen, alle unsre milden und stillen Tugenden aus unsern Herzen bannen, und mit allen wilden und wütenden Leidenschaften des Stolzes, Hasses, Ehrgeizes und der Unruhe wieder einziehen, sie wir uns Trotz für Sanftmut, Ungehorsam für Stille, Übermut für Demut, Barbarei für Wissenschaft, Geschwätz für Philosophie geben, und was der überflüssigen Sorgen mehr ist.

Freilich etwas entdeutschen wird sie uns hoffentlich, zu einem etwas anderen Volke wird sie uns hoffentlich machen. Aber, liebe Leute, es ist nicht alles deutsch, was ihr deutsch nennt; vieles ist sogar recht undeutsch und in jenen Zeiten weiland nimmer an den Deutschen erfunden, welche die Geschichte als ihre größten und glücklichsten Zeiten preist. Jene Faulheit und Gleichgültigkeit, woran wir so lange gekrankt haben, wo wir wohl neugierig fragten, was sich am Ohio und Ganges, an der Themse oder Seine begab, aber kaum, wie es am Rhein und an der Elbe stand, jene Faulheit, wo wir die Hände in den Schoß legten und Gott im Himmel und wer sonst wollte, walten und regieren ließen und uns bei der Schmach oder der Ehre des Vaterlands dumm angafften, als ginge uns das nichts an, als dürften wir darüber nicht räsonieren sondern stehe es den Herren Polizeimeistern und und ihren Zeitungsschreibern zu, wie wir darüber denken und empfinden sollten, fängt gottlob! An, etwas selten zu werden; jene gemeine, philisterige Ruhe, wo alles vortrefflich ist, wenn nur der einzelne alles seinem Leibe zur Bequemlichkeit und Genußlichkeit eingerichtet findet, nimmt freilich auch alle Tage ab. Aber den alten Deutschen suchte man nicht hinter dem Ofen oder auf der Bärenhaut, wann von Vaterland und Freiheit oder von Ehre und Kampf und Gefahr fürs Vaterland die Rede war; dann fand man ihn sicher in der Volksversammlung oder auf dem Schlachtfelde. Und von solchen Männern haben wir den Namen Deutsche geerbt und wahrscheinlich auch das, was man deutsches Gemüt oder deutsche Tugend nennet. Dahin müssen wir aus der verderblichen Gleichgültigkeit und Nichtigkeit, worin wir versunken waren, wieder verdeutscht werden, was jene entdeutschen nennen. Freilich bei freien Verfassungen und freiem Leben treten auch die Gebrechen und Unarten der menschlichen Natur kräftiger und kühner hervor, man wird dann allerdings mehr Stolz und Trotz und Ehrgeiz und Unruhe und Übermut sehen, als wo nur ein führender und stimmgebender Leithammel ist, dem alle Schöpfe blindlings nachbäen und nachtreten, Aber dem armen Leithammel, wie geht es ihm in Not und Gedränge? Da muß er immer zuerst den Sprung ins Wasser wagen und weiß noch nicht, ob jene ihm nachspringen werden. Ist Milde, Sanftmut, Stille und Demut wirklich im deutschen Charakter, sie werden nur schöner leuchten und wirken und lieblicher erscheinen, wenn Männlichkeit, Tapferkeit und Stolz und jede hohe Ehre und kühne Tugend durch die Männerbrust klopfen. Sind wir, worüber die Eigenen und Fremden einig sind, die stillsten, langmütigsten und mäßigsten aller Europäer (ja zuviele Geduld werfen sie uns oft vor), warum sollten wir jetzt die Freiheit nicht so gut ertragen können, als unsere Väter sie einst ertrugen? – Und das waren blinde Heiden, und wir sind erleuchtete Christen.

Ernst Moritz Arndt war Rüganer.  In der Zeit von 1991 bis 1995 durfte ich die Mentalität der Rüganer am eigenen Leibe erfahren. – Aber es waren nicht die Rüganer, die mir zu schaffen machten, es waren bundesdeutsche Politiker. – Merkwürdigerweise waren die die schlimmsten, die in ihrem Parteilogo das „C“ trugen. – Naturgemäß gehörte hierzu auch eine gewisse Angela Merkel. Stralsund-Rügen, das ist immerhin ihr Wahlkreis und der Wahlkreis, in dem sich ehemalige Stasi-Spitzel so wohl fühlten wie Nazis in Argentinien.

1992 mußte ich anläßlich eines Treffens mit Teflon-Angie erfahren, daß diese Frau glatt ist. – Aalglatt wäre eine Beleidigung für die Aale. Verglichen mit Merkel hat der gewöhnliche Aal eine Haut, die sich anfühlt wie Schmirgelpapier.

Warum bin nicht ich auf den Vergleich mit dem Teflon gekommen? – Dafür könnte ich mich heute noch in den eingangs erwähnten A… beißen.


Chris Wulff – Amtseid und Mehrwertsteuer

Juli 4, 2010

Sie haben es sicher alle gehört, der Christian Wulff hat geschworen,

Gerechtigkeit gegenüber jedermann

üben zu wollen:

Hier kommt die erste Trainingseinheit:

„Der Sinn sozialen Lebens liegt in der Aufzucht des Nachwuchses. – Das aber scheint beim Men­schen nicht oder nur eingeschränkt zu funktion­ieren. Sieht man von den sogenannten „primitiven“ Sozialgemeinschaften des Menschen einmal ab, funktioniert das eigentlich gar nicht mehr, vor al­lem nicht innerhalb der vielbeschworenen „Staatengemeinschaft“ der „zivilisierten“ Welt. In der „zivilisierten“ Welt muß der Mensch tatsächlich und tagtäglich darum kämpfen, sein wohlverdien­tes Geld behalten zu dür­fen oder aber er muß einen grotesk anmutenden Papierkrieg um die paar Kröten führen, die ihm „der Staat“ gnädigerweise als „Grundsicherung“ zu­billigt. Immerhin sagt „der Staat“ von sich, die „Daseinsvorsorge“ gehöre zu seinen Aufgaben, zu deren Finanzierung er die Steuereinnahmen benötige.

Der Haken daran ist nur, daß das „staatenbildende“ Volk definitionsgemäß im Gegenzug keinerlei Ansprüche gegenüber „dem Staat“ erheben darf, denn

„Steuern sind ein Teil der öffentlichen Abga­ben. Man versteht darunter einmalige oder laufende Geldleistungen an den Staat (Bund, Län­der, Gemeinden) und auch an Kirchen (Kirchensteuer). Der Steuerzahler (private Haushalte, Unterneh­men) hat keinen Anspruch auf eine bes­timmte Gegenleistung.1“

Rund 41% der Deutschen leben heute „auf Kosten“ der „sozialen Sicherungssysteme“, so jedenfalls behaupten es jüngste Pressemeldungen. Aber auch Rentner, Krankengeldempfänger und Arbeitslose werden zur Zahlung der sogenannten „indirekten“ Steuern herangezogen. „Indirekte“ Steuern sind die, über die Ihnen „der Staat“ keinen rechtsmittelfähigen Bescheid erteilt. Der aber ist Vorausset­zung dafür, daß Sie sich im fi­nanzgerichtlichen Verfahren gegen die vom „Staat“ behauptete Steu­erpflicht zur Wehr setzen können. Die bekannteste indirekte Steuer ist die Mehrwertsteuer. Nehmen wir das Verhältnis von sozialen Sicherungssystemen zur Mehrwertsteuer einmal ein wenig unter die Lupe:

Otto-Normalhartzvierempfänger wird vom „Staat“ zur Zeit als Exis­tenzminimum € 347,– zugebil­ligt. Die bekommt er am Anfang des Monats. Otto Normalrentner bekommt ebenfalls zu Beginn des Monats sein Geld. Im Laufe des Monats geben beide ihr Geld aus. Für Luxus ist kein Platz, also wird das Geld für den alltäglichen Bedarf ausgegeben. Es gibt zwei Mehrwertsteuersätze, nämlich den vollen Mehrwertsteuersatz in Höhe von 19% und den ermäßigten Mehrwertsteuersatz in Höhe von 7%. 19 plus 7 ist gleich 26, geteilt durch 2 ist gleich 13. Am Ende des Monats sind von den Geldern, die vom „Staat“ als Existenzminimum gewährt werden, im Mittel 13% wieder im „Staatssäckel“ gelandet. Und aus der Rentenkasse wandern Monat für Monat im Mittel ebenfalls 13% im „Staatssäckel“.- Und das allein über die Mehrwertsteuer. Opa raucht gern sein Zigärr­chen, Oma vielleicht hin und wieder eine Zigarette. Opa und Oma haben vielleicht sogar ihre Freu­de an dem langersehnten Mer­cedes. Und wieder werden indirekte Steuern fällig: Tabak- und Mine­ralölsteuern….

Wer wenig Geld hat, kann nicht viel ausgeben. Wenn nun rund 41% der Deutschen von den sozia­len Sicherungssystemen versorgt werden, dann ist es nicht unbedingt unrealistisch zu behaupten, daß rund ein Drittel allein des Mehrwertsteueraufkommens aus den sozialen Sicherungssystemen stammt. Bei der Tabaksteuer verhält es sich ähnlich, bei der Mineralöls­teuer dürfte der Anteil der sozialen Sicherungssysteme geringer sein, wenn auch nur geringfügig.

Viele alleinstehende Mütter sind heutzutage auf Hartz IV angewiesen. Den­noch erhebt „der Staat“ auf Pampers 19% Mehrwertsteuer. Es ist daher also durchaus zulässig zu behaupten, „der Staat“ klaue den Kindern die Kohle unterm Hintern weg!

13% – Das sind rund 30% mehr als der „Zehnte“, den die Menschen im Mittelalter abgeben mußten. – Wohlgemerkt, das allein an „Mehrwertsteuer“! – Die Begründung für die Anhebung der Mehrwertsteuersatzes von 16% auf 19% war, den Druck auf die sozialen Sicherungssysteme zu senken. Aber dem, dem man gibt, nimmt man am Ende immer mehr weg. Und alles funktioniert nach einem Prinzip:

man füttert die Kuh mit ihrer eigenen Milch, denn das Geld, das „der Staat“ seinen Bürgern gibt, stammt aus den Taschen der Bürger.

Otto Normalhartzvierempfänger hat im Jahre 2007 pro Monat genau 2,– € mehr in der Tasche als im Jahre 2006. Die „Preisexplosionen” bei Milch- Milchprodukten und Backwaren haben Schlagzeilen gemacht, sind aber wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Davon wird aber das Geld in den Taschen der Normalhartzvierempfänger auch nicht mehr.

Früher griff der als „Monarch“ bezeichnete Imker der Biene Maja solange in die Waben, bis – im wahrsten Sinne des Wortes – keine Kohle mehr da war. Die Vorgeschichte der großen Revolutionen der letzten 250 Jahre zeigt das sehr deutlich. In den „modernen“ Staaten, die nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika gebildet wurden, gibt es zwar keinen formalen Monarchen mehr. Virtuell ist er dennoch vorhanden, Ludwig XIV. geistert als „Staatshaushalt“ weiter durch die Welt­geschichte. Auch im Deutschen wird der „Staatshaushalt“ schließlich immer noch als „Etat“ be­zeichnet und damit „dem Staat“ gleichgestellt.

Die „Regierung“ war eigentlich stets auf seiten des Monarchen angesiedelt, in England ist das auch formal immer noch so: Her Majesty’s Government. Auch Deutschland hat eine „Regierung“, die sich in Opposition zu den In­teressen des Volkes befindet, aber vorgibt, die Interessen Deutschlands wahrzunehmen. Und wir haben ein Parlament, das entwicklungs­geschichtlich wie etymologisch „Sprachrohr“ des Volkes gegenüber dem König sein sollte, heute aber zu einem mehr oder weniger willfährigen Herrschaftsinstrument der „Regierung“ verkommen ist.

Die häufig zu hörenden Schlagworte wie „Fraktionsdisziplin“ .oder „Regierungskoalition“ legen hierfür ein beredtes Zeugnis ab. Ich habe das einmal als „Vervolkskammerung“ des Bundestages bezeichnet und als En­twicklung der jüngsten deutschen Geschichte wahrgenommen. Bei näherer Betrachtung der deutschen Verfassungswirklichkeit zeigte sich indes, daß die „Vervolkskamme­rung“ des Bundestages eigentlich schon zu Adenauers Zeiten abgeschlossen war. Den Grund dafür finden Sie im Gundgesetz. Dieses billigt der „vollziehenden Gewalt“ (Regierung) ein Gesetzesini­tiativrecht zu. Mit anderen Worten, die „Regierung“, die dem Willen des Par­laments unterworfen sein sollte, kann dem Parlament Gesetzesentwürfe vorlegen. – Der Knecht kann dem Herrn also vor­schreiben, was der Herr dem Knecht vorzuschreiben befugt sein soll.

Unter dieser Bedingung, nämlich der, die allgemeinen Geschäftsbedingun­gen der Knechtschaft selbst festlegen zu können, würde ich wohl gerne Knecht werden wollen; – dann aber gnade Gott dem Herrn!

(Gerhard Altenhoff, Die Biene Maja, Der glückliche Löwe und die Sozialversicherung – unv. Manuskript S. 7 ff)

So, nun mag Herr Wulff einmal Gerechtigkeit in dieses verkorkste System bringen. 5000 geladene Gäste zum Sommerfest – die werden das wohl nicht bewerkstelligen. – Die führen nur dazu, daß noch mehr Otto-Normalhartzvierempfänger so richtig geladen sind.

Ich darf Christian Wulff nochmals daran erinnern, daß er Herr Otto Normalhartzvierempfänger mit seinen Worten:

Vom Staat gibt es kein Geld ohne Gegenleistung

die Elle gezeigt hat, an der er nun gemessen wird.

Christian Wulff, nun tu‘ mal was für Dein Geld!


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