Filbinger, Ostern und der Herr der Ringe

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: gerhard.altenhoff@email.de
Gesendet: 08.04.07 02:55:59
An: zentralredaktion@westdeutsche-zeitung.de
CC: redaktion.meerbusch@westdeutsche-zeitung.de
Betreff: WZ vom 5.4.2007: Ostern, furchtbare Juristen und der Herr der Ringe

Liebes WZ-Team

Als mir am 5.4.2007 im „Gohrer Café – und Backhaus“ die WZ überreicht wurde, hatte ich zwar schon einige Überraschungen hinter mir, aber ich hätte nicht gedacht, daß mir die Lektüre dieser Zeitung tatsächlich die Sprache verschlagen würde. Der Reihe nach:
Die BILD – Zeitung vom 5.4.2007 hatte auf der Titelseite den Papst abgebildet. Offenbar war es dasselbe Bild, das die WELT im Februar für ihre Anzeigenkampagne zugunsten von WELT-ONLINE verwendet hatte. – Der Papst stand, wie ich seinerzeit bemerkt hatte, wieder einmal mit leeren Händen da.
Es gehört zu meinen Gewohnheiten, gelegentlich im „Gohrer Café – und Backhaus“ einzukehren und neben einem Kännchen Kaffee auch die NGZ zu konsumieren. Nun war aber die NGZ selbst nicht mehr da, die hatte ein Gast mitgehen heißen. Aber die jüngste Ausgabe des „PRISMA“ war noch da. So konnte ich wenigstens das Fernsehprogramm der kommenden Woche studieren.
Was den Ostersonntag anbelangte, mußte ich schmunzeln, denn die ARD wartet mit der Sendung „Grüß Gott, Herr Anwalt“ auf. – Ostersonntag, der 8. April, das ist immerhin mein Geburtstag. – Ich glaube nicht, daß die Progammdirektoren der ARD bei der Festlegung des Sendetermins dabei an meinen Geburtstag gedacht hatten.
Ich glaube auch nicht, daß die Progammplaner von RTL nur einen einzigen Gedanken an subtile Zusammenhänge verschwendet haben, die so unfaßbar erscheinen wie die wahren Geschichten der Sendereihe X-Faktor.
RTL setzt dem schlichten „Grüß Gott, Herr Anwalt“ scheinbar übermächtige Konkurrenz entgegen, nämlich den dritten Teil von „Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“.
Wer die Geschichte vom Herrn der Ringe kennt, der weiß, das den eigentlichen „Helden“ die eher unscheinbare Figur des Sam Gamgee ist. Dieser sorgt am Ende dafür, daß der Ring des Bösen vernichtet wird. Er kehrt nach Hause zurück „Der Herr der Ringe“ endet mit seiner lakonischen Bemerkung. „Well, he said, I’m back again“ ( „Nun“, sagte er, „ich bin wieder zurück“ ) – Ein Zitat, das, Sie werden es zugeben, zu Ostern nicht ganz unpassend ist. – Erstaunlich, nicht?
Aus dem Staunen aber kam ich allerdings nicht mehr heraus, als mir die WZ als Lektüre angeboten wurde:
Wenige Tage zuvor suchte ich auf der Website der Uni Bonn nach meinem alten Professor Helmut Marquardt, bei dem ich 1978 an einem der entscheidenden Seminare meines Lebens teilgenommen hatte. Ich fand ihn nicht, aber ich fand heraus, daß Udo die Fabio nunmehr in Bonn lehrt. Di Fabio war der Berichterstatter in dem Prozeß vor dem Bundesverfassungsgericht, an dessen Ende dem Schröder die Fahnenflucht höchstrichterlich gestattet wurde.
Er bekam eine Mail von mir, und er wird weitere Mails von mir bekommen, ob sie ihm schmecken oder nicht.
Bei http://www.lulu.com/advocatusdeorum kann man den „Schröder-Kalender erwerben. Im August 2007 kann jeder einen Monat lang die Richterinnen und Richter des Bundesverfassungsgerichts als Ensemble der „Karlsruher Puppenkiste“ betrachten, die an Schröders Fäden hängen.
„Furchtbare Juristen!“
Dieser Begriff wurde vor vielen Jahren vom Schriftsteller Rolf Hochhuth anläßlich der „Filbinger-Affäre“ geprägt. Heute weiß darüber kaum noch jemand etwas. Das „Schröder-Urteil“ des Bundesverfassungsgerichts ließ mich da noch einen draufsetzten:

Man müßte sich eigentlich schämen, in dieser Welt Jurist zu sein.

Hochhuths „Furchtbarer Jurist“ entstand, weil Filbinger als Militärstaatsanwalt am 16.4.1945 die Vollstreckung eines Todesurteils geleitet hatte. – Ob wegen „Feigheit vor dem Feind“ oder wegen „Fahnenflucht“, das kann hier offen bleiben.
Am 8.4.1945, exakt neun Jahre vor meiner Geburt, eröffneten „furchtbare Juristen“ das Standgerichtsverfahren gegen Dietrich Bonnhoefer. Den „furchtbaren Juristen“, der die Vollstreckung dieses Todesurteils geleitet hat, den kennen wir freilich nicht.
Diese „furchtbaren Juristen“ stehen, wer wollte es leugnen, in der Tradition eines Pontius Pilatus. Der war wohl weniger Jurist, aber als römischer Verwaltungsbeamter dazu berufen, die Gesetze und Verordnungen des römischen Kaisers zu vollziehen. Und das tat er auch, ohne jede Gnade.
Pilatus kennt jeder, aber seien Sie man ehrlich: wer von der „Generation 50-minus“ kennt noch Hans Filbinger und dessen Verstrickungen?
Sie werden unschwer erraten, daß ich auf der Suche nach dem „missing link“ war, als Hans Filbingers Tod gemeldet wurde.
Als Hans Filbinger starb, war ich auf der Suche nach dem „fehlenden Bindeglied“ zwischen dem „furchtbaren Juristen“ und der Schamhaftigkeit, die man als Jurist in dieser Welt eigentlich an den Tag legen müßte..
Die gesuchte Information kam frei Haus und „just in time“. Sie hatte die Gestalt des Leserbriefs, den Uwe Koopmann aus Düsseldorf verfaßt hatte. Koopmann weist in seinem Leserbrief auf die Vollstreckung von fünf Todesurteilen in der Nacht vom 16. zum 17. 4. 1945 in Düsseldorf hin. Auch hier dürften „furchtbare Juristen“ am Werke gewesen sein.
Die Information kam „just in time“, ich brauchte sie nicht zu suchen; sie war darüber hinaus detaillierter, als ich es jemals hätte erwarten können. – So ein Zufall!
„Furchtbare Juristen“ gehörten auch zu den mehr oder minder „willigen Vollstreckern“ der „Heiligen Inquisition“.
„Furchtbare Juristen“ waren zu allen Zeiten und in allen Religionen an unglaublichen Unrechtshandlungen aktiv beteiligt, weil man ihnen beigebracht hatte, daß Recht und „staatliches “ bzw. „kirchliches“ Gesetz kompatibel wären.
Den Theologen hat man beigebracht, daß die Dogmen des Vatikans oder der Imame kompatibel wären mit dem Willen Gottes. „Furchtbare Theologen“?
Vermutlich ja, denn zufällig wurde der Marinesoldat Walter Gröger unter der Leitung von Hans Filbinger am 16.4.1945 erschossen. Auch in Düsseldorf wüteten an diesem Tage die „furchtbaren Juristen“.
Und hier haben wir ein „missing link“ zwischen dem „Advocatus Deorum“, der sich diese Rolle gewiß nicht ausgesucht hat, und dem „Pontifex maximus“, der den (heidnischen!) Titel zwar trägt, dem Göttervater und den Göttinen und Göttern indes feindselig und mit leeren Händen gegenübersteht:
Der Geburtstag Benedikts XVI. ist der 16. April.
Laut WZ vom 5.4.2007, Lokalteil Meerbusch, findet der „Herr der Ringe“ in der Reithalle statt.
So ein Zufall!

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Altenhoff
Bismarckstr. 40
41542 Dormagen
Tel. 0 21 33 97 30 29
http://www.bundesadel.de
Publikationen:
http://www.lulu.com/advocatusdeorum

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: