Geht Deutschland pleite?

Oktober 12, 2008
Deutschland - er wartet!

Deutschland - er wartet!

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bullshit

Karaoke für die Geier

die deutsche Pleite

Bezüglich dieser Frage war die RHEINISCHE POST ausnahmsweise schneller als die BILD-Zeitung, denn die Headline erschien in der RP genau einen Tag früher als in der BILD. Das ändert nichts daran, daß in beiden Zeitungen die Frage nur halbwahrheitlich beantwortet wurde:

Weder im Kommunismus noch im Kapitalismus, vor allem in seiner heutigen Gestalt des Shareholder-Value-Kapitalismus hat reziprokes Verhalten seinen Platz. Es ist aber auch aus Sicht der menschlichen Evolution unabdingbar. Deswegen ist der Shareholder-Value-Kapitalismus ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Kommunismus. Die Frage ist nur, unter welchen Turbulenzerscheinungen er zugrunde gehen wird.

Diese Sätze haben schon einige Jahre auf dem Buckel:

Anfang Mai 2004 wollte ich den nachfolgend wiedergegebenen Text bei OPINIO, der „Leserredaktion” der RHEINISCHEN POST unter dem Titel „Tod der Volkswirschaftslehre” posten. Die Redakteure meinten allerdings, der Text eigne sich nicht. – Nun ist er brutalstmögliche Realität. Der Shareholder-Value-Kapitalismus ist in genau die Turbulenzen geraten, die ich ihm seinerzeit ans Herz gelegt hatte. – Und jetzt läuft alle Welt laut gackernd der Asche hinterher, die der „rote Hahn” vom „guten” Geld hinterläßt. – Dabei kennen doch Merkel und Steinbrück die „Politik des verbrannten Geldes” nur zu gut. – Unter Merkels „Schirmherrschaft” wurden allein auf Rügen allein in den Jahren 1990 bis 1995 zig-Millionen Steuergelder verbraten, ohne daß sich die „Bonner Politik” groß darüber aufgeregt hätte. Den Augenzeugenbericht finden Sie bei www.lulu.com/advocatusdeorum unter dem Titel „Störtebekers Erben – Geschichten aus Merkels Leichenkeller” . Der Steinbrück hat in seiner Eigenschaft als Finanzminister und Ministerpräsident in der Kasse des Landes NRW ein größeres „schwarzes Loch” hinterlassen als die Physiker am CERN je schaffen können. – Wie dem auch sei, jetzt ist das apokalyptische Heulen und Zähneklappern nicht mehr zu überhören. – Merkwürdig, aber vor vier Jahren war die von Steinbrück verteufelte „Gier” noch beim SPD-Chef angesiedelt:

Die Hiobsbotschaften häufen sich: In der „Wirtschaft“ werden exorbitante Gewinne erzielt und trotzdem Arbeitsplätze abgebaut. Franz Müntefering, der unlängst gefordert hatte, dem „Staat“ mehr Geld zu geben, entpuppt sich als Killerdackel, denn zu mehr als zur Wadenbeißerei ist er nicht fähig. Er hat die Ausnahme vor Augen, prügelt aber auf die Regel ein. Das kann nicht gutgehen und wird auch nicht gutgehen. Aber das Getöse, das er damit ausgelöst hat, ist für einen ganz anderen Prozeß, der sich unterdessen abgespielt hat, vielleicht ganz hilfreich.

Denn die „Volkswirtschaftlehre“ konnte still und sanft entschlafen, ohne daß es jemand gemerkt hätte. Eingeschläfert wurde sich an der Universität Zürich, genauer gesagt vom Institute for Emperical Research in Economics. Eine der grundlegenden Arbeiten wurde von Armin Falk als Working Paper Nr 79 unter dem Titel „Homo Oeconomicus versus Homo Reciprocans“ veröffentlicht. Danach entspricht die absolute Mehrheit der Menschen nicht dem Standardmodell der Wirtschaftswissenschaften, die den Menschen für ein streng rational handelnden und nur auf den eigenen Vorteil bedachtes Wesen hält. Die Lehren vor Volks- und Betriebswirtschaft sind ausnahmslos auf dieser Prämisse aufgebaut. Stimmen aber die Prämissen nicht, ist die Lehre falsch.

Ich wußte nichts von den Forschungsarbeiten der Schweizer Volkswirte, als ich 1999 begann, den Tausch-und-teile-Instinkt aus alten Mythen, Berichten über das Verhalten von Schimpansen und dem Bürgerlichen Gesetzbuch zu extrahieren. Konfuzius und Aristoteles waren vor langer Zeit auch auf diesen Instinkt gestoßen, ohne ihn aber einordnen zu können, weil für sie der Begriff „Instinkt“ noch in ferner Zukunft lag. Das alles hier näher auszuführen, würde zu weit führen, aber ich kann Ihnen versichern, daß Abel den Mordanschlag seines Bruders überlebte. Er mußte nur in der alttestamentarischen Erzähltradition sterben, weil das alttestametarischen Israel eine voll entwickelte Sklavenhaltergesellschaft war. Und Sklaverei ist nun einmal eine eklatante Frustration des Tausch-und-teile-Instinkts.

>>Als ob es eine Ironie des Schicksals gäbe, spiegeln gerade die kulturell vorgegebenen Tötungsweisungen reziprokes Verhalten wider: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Die Todesstrafe, die Blutrache, die „Vergeltungswaffen“ V-1 und V-2, die „Vergeltung“ Israels für palästinensische Terrorangriffe und die „Vergeltung“ Amerikas für das zerstörte World-Trade-Center durch Krieg gegen den Irak haben im reziproken Verhalten ihren Ursprung. Und als hätte es der „moderne“ Mensch nicht schwer genug, aber hier fällt ihm reziprokes Verhalten leichter als beim Zahlen fairer Löhne für ordentliche Arbeit.

Hier redet man seit Adam Smith Kain das Wort. Der alte Früchtefresser, der nichts abgeben will, gewann in der Wirtschaft die Oberhand, obgleich sowohl die klassische chinesische Philosophie als auch die griechische das reziproke Verhalten als Grundlage der Wirtschaft erkannt hatten. Der kindliche Nachahmungstrieb wird wieder einmal Pate gestanden haben. Im Absolutismus gab es nur einen, der sich die Taschen nach Belieben auf Kosten anderer füllen durfte. Nach dem Abschütteln des absolutistischen Jochs konnte im Prinzip jeder diese Rolle übernehmen. Das Echo des Absolutismus, die starren Grenzen zwischen den Bevölkerungsschichten bildete nach der Entmachtung des Adels den Nährboden für das aufstrebende Bürgertum. Seit Generationen kannten die Menschen in Europa nichts anderes, als daß die höheren Schichten die jeweils niederen ausplünderten.

Auf diesen Nährboden fiel 1859 Charles Darwins Arbeit „Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“. Darwins unvermeidlicher Fehler, der „natürlichen Zuchtwahl“ oder „Selektion“ den aktiven Part im Evolutionsgeschehen zuzubilligen, mündete nach kurzer Zeit in den „Sozialdarwinismus“. Und dieser wiederum führte Schnurstracks an die „Selektionsrampe“ von Auschwitz. Auf unserer Skala ( 1 Jahr entspricht 1 Millimeter )macht das gerade einmal eine Zigarettenlänge aus. Nahezu zeitgleich mit Darwin erschien Karl Marx auf der Weltbühne und stellte seine Theorien vor. Auch der Marxismus blieb von Darwin nicht unbeeinflußt.

Denn der „Kampf ums Dasein“ als Grundlage des Lebens eint Kapitalismus und Kommunismus. (Es ist nicht auszuschließen, daß gerade der „Kampf ums Dasein” englischer Industriearbeiter im 19. Jahrhundert Darwin zu seiner Vorstellung vom Wirken der Evolution inspiriert hatte)

Die „Arbeit“ fing an, mit dem „Kapital“ um die Macht zu rivalisieren.

Man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, daß die NSDAP nicht von „Kapitalisten“ gegründet worden war, sondern von Hoffnunglosen, die die Abschlachtungsorgie des ersten Weltkrieges überlebt hatten. Der erste Weltkrieg war zu Beginn noch eine Art „Familienfehde“ der europäischen Fürstenhäuser gewesen. Der „Kampf ums Dasein“ der Weltmodelle gipfelte in den Abschlachtungsorgien des zweiten Weltkriegs, den Abschlachtungsorgien der chinesischen Kulturrevolution und den Abschlachtungsorgien in Südostasien. Vietnam, Laos, Kamboscha.

Das alles mit rationalen Argumenten nicht erklärbar, denn das Scheitern des Kommunismus hatte bereits Aristoteles erkannt. Bezüglich des Gemeineigentums an Land und Erträgen schreibt er:

Wenn die Leute, die die Felder bebauen, andere sind (als die Staatsbürger), dann ist es etwas anderes und die Sache geht leichter; wenn aber die Bürger für sich selbst arbeiten, dann wir der Kommunismus große Schwierigkeiten mit sich bringen. (…) Dagegen wird der Egoismus mit Recht getadelt. Denn dieser besteht nicht darin, daß man sich selbst liebt, sondern daß man sich mehr liebt als man darf: geradeso tadelt man die Habsucht, obwohl jeder etwas zu haben liebt. Es gewährt ja doch auch große Freude, Freunden oder Fremden oder Bekannten zu helfen oder einen Dienst zu erweisen. Das aber ist nur möglich unter der Voraussetzung des Priavteigentums (Älteste Politik, Kap. 2)

Im vorletzten Satz läßt Aristoteles die Neigung zu reziprokem Verhalten anklingen, dessen Wert für das Zusammenleben er in seiner Nikomachischen Ethik nicht zuletzt durch die Worte unterstreicht:

Allerdings bewährt sich die wiedervergeltende Gerechtigkeit in allem auf Gegenseitigkeit beruhenden Verkehr eine zusammenhaltende Kraft, aber nach dem Grundsatz der Proportionalität und nicht der Gleichheit. Denn dadurch, daß er verhältnismäßig Vergeltung ausübt, erhält sich der Staat. Denn entweder versucht man das Böse zu vergelten, weil man ohne das keinen Staat, sondern einen Zustand der Sklaverei hätte, oder das Gute, weil ohne das keine Mitteilung des Guten stattfinden würde, worauf doch die Volksgemeinschaft beruht“ (Nikomachische Ethik, Ethische Tugenden: Gerechtigkeit)

Die konfuzianische Lehre erschließt sich nicht so einfach durch den Ur-Text wie bei Aristoteles, da Konfuzius selbst keine Schriften hinterlassen hat. Ein Bestandteil der konfuzianischen Lehre ist ren, welches „Fähigkeit zur Integration in die Gemeinschaft“ und „Mit-Menschlichkeit“ bedeutet.

In Kapitel XII,22 finden wir den Satz:

(Der Schüler) Fan Chi wollte wissen, was sittliches Verhalten (ren) sei.

Konfuzius antwortete: „Die Menschen lieben.“

Die Menschen lieben, das heißt sich selbst zurücknehmen, sich eben nicht selbst lieben, sondern Eigensucht und Egoismus ablegen und die Expansion des Ego verhindern. (…) Das Verfahren, in welchem ren umgesetzt wird, ist shu, oft als „gegenseitige Rücksichtnahme“. „Reziprozität“ übersetzt. Wir verstehen die folgende Textstelle aus XII, 2 als Erklärung:

Was du selbst nicht wünschst, das tue auch anderen nicht an.“

Auffällig ist die negative Formulierung dieses Grundsatzes, bei der nicht davon ausgegangen wird, daß das, was für einen selbst gut ist, auch für andere gut sein muß; sie bedeutet damit eine stärkere Zurücknahme des Ego im Verhältnis zu einer positiven Formulierung. (Moritz, Ralf, Konfuzius „Gespräche“, Stuttgart 1998, S. 193f

Also stellt auch bei Konfuzius das reziproke Verhalten eines der wichtigsten Verhaltensmuster dar, das für ein geordnetes menschliches Miteinander unabdingbar ist. Aber weder die Kaiser noch die Diktatoren Chinas wollten diesen Teil der konfuzianischen Lehre in die Tat umsetzen.

Weder im Kommunismus noch im Kapitalismus, vor allem in seiner heutigen Gestalt des Shareholder-Value-Kapitalismus hat reziprokes Verhalten seinen Platz. Es ist aber auch aus Sicht der menschlichen Evolution unabdingbar. Deswegen ist der Shareholder-Value-Kapitalismus ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Kommunismus. Die Frage ist nur, unter welchen Turbulenzerscheinungen er zugrunde gehen wird.

Das über die Jahrmillionen herausgebildete reziproke Verhalten des Menschen ging nur zu einem geringen Teil verloren, aber das reichte aus, die Welt auf den Kopf zu stellen. Die explosive Verbreitung des Crô-Magnon-Typs trug der Evolution erneut eine turbulente Phase ein, von der niemand sagen kann, wann sie abgeschlossen sein wird. Jeder von uns ist Teil und Zeuge dieses Prozesses. Eines ist allerdings mit Sicherheit auszuschließen: es wird nie gelingen, einen „perfekten“ Menschen zu „züchten“ oder gar durch Genmanipulation zu „kreieren“. Die Evolution läßt sich nicht überholen, und wenn wir es übertreiben, wird sie uns ad acta legen. Und es wird niemand geben, der sich für die Spuren, die wir hinterlassen, interessieren wird. So einfach ist das.

So einfach vollzog sich die Evolution des Menschen. Aber sie ist noch nicht an ihrem Endpunkt angelangt. Wir dürfen gespannt sein, wie sie weitergeht. Trotz allen gegenteiligen Beteuerungen führender Politiker hängt es nicht von uns ab, wie es mit der Menschheit weitergeht. Im Positiven wie im Negativen sind wir zu unbedeutende Lebewesen, als daß sich die Evolution in ihrem Wirken davon großartig beeinflussen ließe. Die Tendenz ist freilich unverkennbar: Alles in der Natur strebt nach Selbstähnlichkeit und Harmonie, nach gleichmäßiger Energieverteilung. Ohne dieses Streben gäbe es keinen osmotischen Druck, ohne osmotischen Druck kein Leben. Die durch das Ungleichgewicht der Energieverteilung bewirkten Ströme sind es, die uns am Leben halten. Wie der Mensch im Alltagsleben nicht mit dem Feuerzeug in den Benzintank hineinleuchten sollte, wie er vermeiden sollte, Stromkreise kurzzuschließen, so muß er dafür Sorge tragen, daß die innerartlichen Energieströme in den Bahnen des Handels und Wandels fließen und nicht durch Plünderung und Krieg wirkungslos verpuffen. Die Prinzipien der Evolution lassen sich durch menschliches Handeln nicht aushebeln. Wir werden uns diesen beugen müssen, es sei denn, wir entschließen uns in einem demokratischen Prozeß für den gemeinschaftlichen Untergang der Menschheit.

Dazu wird es jedoch nicht kommen, denn vielleicht ist es ja wirklich so, wie Hoimar von Ditfurth vor mehr als dreißig Jahren schrieb:

Bei ihren Versuchen, Pflanzen in Atmosphären künstlicher, „nichtirdischer“ Zusammensetzung aufzuziehen, machten amerikanische Raumfahrtbiologen jüngst eine bemerkenswerte Entdeckung. Ihre Schützlinge gediehen am besten nicht etwa in der gewöhnlichen Luft, die wir auf der Erde atmen, sondern in einem experimentell erzeugten Gasgemisch. Am üppigsten wucherten Tomaten, Blumen und andere Alltagsgewächse dann, wenn man das Sauerstoffangebot auf etwas weniger als die Hälfte reduzierte und gleichzeitig den CO2-Anteil – normalerweise nur 0,3% – kräftig erhöhte.

Dieses Resultat erscheint zunächst einmal deshalb bemerkenswert, weil es eine geläufige und ohne großes Nachdenken für selbstverständlich gehaltene Ansicht als Vorurteil entlarvt, die Ansicht nämlich, die auf der Erde herrschenden Bedingungen seinen für alle hier existierenden Lebensformen optimal. Aber die Bedeutung des Befundes der amerikanischen Biologen reicht darüber weit hinaus. Ihr Experiment erweist sich bei näherer Betrachtung als ein Exempel für die von vielen Zeitgenossen noch immer nicht erkannte Tatsache, daß die Menschen heute erst die Erde wirklich kennenlernen, da sie sich anschicken, sie zu verlassen. Erst die Beschäftigung mit dem, was jenseits der Erde liegt, gibt uns die Möglichkeit, zu begreifen, was uns als alltägliche Umwelt umgibt.

Pflanzen setzen bei der Photosynthese Sauerstoff frei. Ohne Pflanzenwelt wäre der Sauerstoffvorrat der Erdatmosphäre innerhalb von etwa drei Jahrhunderten verbraucht, wäre die Erde nach dieser Zeit für Menschen unbewohnbar. Die Versuche der Exobiologen erinnern uns nun daran, daß auch das Umgekehrte gilt. Bevor die Pflanzen auf der Erdoberfläche erschienen, war die Erdatmosphäre praktisch frei von Sauerstoff. Als die Pflanzen ihn zu erzeugen begannen, gab es noch niemanden, dem er hätte nützen können. Er war Abfall. Dieser Abfall reicherte sich in der Atmosphäre unseres Planeten mehr und mehr an bis zu einem Grad, der die Gefahr heraufbeschwor, daß die Pflanzen in dem von ihnen selbst erzeugten Sauerstoff würden ersticken müssen. Der Versuch der Exobiologen zeigt, wie nahe die Entwicklung dieser Gefahrengrenze tatsächlich schon gekommen war.

In dieser kritischen Situation holte die Natur zu einer gewaltigen Anstrengung aus. Sie ließ eine Gattung ganz neuer Lebewesen entstehen, deren Stoffwechsel just so beschaffen war, daß sie Sauerstoff verbrauchten. Während wir gewohnt sind, die Pflanzen einseitige als die Lieferanten des von Tieren und Menschen benötigten Sauerstoffs anzusehen, verschafft uns die Weltraumforschung hier eine Perspektive, die uns das gewohnte Bild aus einem ganz anderen Blickwinkel zeigt.: Wir stehen unsererseits im Dienste pflanzlichen Lebens, das in kurzer Zeit erlöschen würde, besorgten wir und die Tiere nicht laufend das Geschäft der Beseitigung des als Abfall der Photosynthese entstehenden Sauerstoffs

Wenn man auf diesen Aspekt der Dinge erst einmal aufmerksam geworden ist, glaubt man, noch einen anderen seltsamen Zusammenhang zu entdecken. Die Stabilität der wechselseitigen Partnerschaft zwischen dem Reiche pflanzlichen Lebens und dem von Tier und Mensch ist ganz sicher nicht so groß, wie es die Tatsache vermuten lassen könnte, daß sie heute schon seit mindestens einer Milliarde Jahre besteht. Es gibt viele Faktoren, die ihr Gleichgewicht bedrohen. Einer von ihnen ist der Umstand, daß ein beträchtlicher Teil des Kohlenstoffs, der für den Kreislauf ebenso notwendig ist wie Sauerstoff – keine Photosynthese ohne CO2 –, von Anfang an dadurch verlorengegangen ist, daß gewaltige Mengen pflanzlicher Substanz nicht von Tieren gefressen, sondern in der Erdkruste abgelagert und von Sedimenten zugedeckt wurden. Dieser Teil wurde dem Kreislauf folglich laufend entzogen, und zwar, so sollte man meinen, endgültig.

Wieder aber geschieht etwas sehr Erstaunliches: In eben dem Augenblick – in den Proportionen geologischer Epochen –, in dem der systematische Fehler sich auszuwirken beginnt, erscheint wiederum eine neue Lebensform und entfaltet eine Aktivität, deren Auswirkungen die Dinge wie beiläufig wieder ins Lot bringen. Homo faber tritt auf und bohrt tiefe Schächte in die Erdrinde, um den dort begrabenen Kohlenstoff wieder an die Oberfläche zu befördern und durch Verbrennung dem Kreislauf von neuem zuzuführen.

Manchmal wüßte man wirklich gern, wer das Ganze programmiert. (Hoimar v. Ditfurth, Zusammenhänge, Reinbek 1979, S. 18ff)

Wer das Ganze programmiert? – Das Ganze! – Aber das Ganze „programmiert“ nicht. Es wirkt, aber keiner wird je erfahren, wie. Eines jedenfalls steht fest, der 2. Hauptsatz der Thermodynamik duldet auf Dauer keine Energiekonzentrationen an einem Ort. Wie wir gesehen haben, bilden Feuer, Wasser; Luft, Erdball und Zellen ein Gesamtsystem. Keines dieser Teilsysteme kann mehr oder gänzlich andere Eigenschaften haben als das Gesamtsystem selbst, auch der Mensch nicht.

Aus diesem Grunde ist es nicht so falsch, was am Anfang des Dekalogs gesagt wird:

Ich bin der Herr!

Und die Vorstellung der alten Griechen, Göttervater Zeus schleudere die Blitze zur Erde, ist ebenfalls nicht ganz unrichtig. Denn es ist der 2.Hauptsatz der Thermodynamik, der die Trennung elektrischer Ladungen anläßlich eines Gewitters wieder aufhebt. Damit läßt sich das 1. Gebot unschwer in eine physikalische Fassung bringen:

Wer vorsätzlich oder fahrlässig den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik verletzt, mißachtet oder im Einzelfall Für nicht anwendbar erklärt, kann Katastrophen unübersehbaren Ausmaßes für sich und andere bewirken.

Niemand macht uns das Recht streitig, die Wege der Natur zu erforschen. Aber das angemaßte Recht, die Natur zu beherrschen, wird, wenn wir nicht darauf verzichten, uns gnadenlos um die Ohren gehauen.

Das größte Spannungsverhältnis, das der Mensch je auf Erden erzeugt hat, hat er durch Einsperren ungeheurer Energien in die nuklearen Knallfrösche geschaffen. Kehren wir zum Anfang und zum Ohmschen Gesetz zurück: Wie lange können die Isolatoren der nach Entladung drängenden Energie standhalten. Wohlgemerkt, es geht nicht um die Frage, wie lange die Behälter bei guter Pflege halten; der Mensch mit seinen Entscheidungsalternativen ist Bestandteil der „Isolatoren“. Und er ist die entscheidende Schwachstelle im Gesamtsystem. Wie lange kann er die Finger noch weit genug vom „roten Knopf“ weglassen? – Wird es ihm gelingen, Atomwaffen zu delaborieren und das spaltbare Material für uns nutzbringend in Wärme umzurubeln?

Oder wird das eintreten, was anläßlich des „Militärschlags“ der NATO gegen Jugoslawien beinahen eingetreten wäre, demnächst Wirklichkeit:

Der Fehlwurf eines Bombers traf seinerzeit die chinesische Botschaft. Es bedurfte aller nur erdenklichen diplomatischen Anstrengungen, die chinesische Führung davon abzuhalten, dies als „feindseligen Akt“ zu betrachten und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen

Der arme Pilot, dem das Malheur passiert war, hatte dem Kaiser von China nur versehentlich „ins Revier gepinkelt“. Die „diplomatischen Kanäle“ waren intakt und haben gehalten. Was aber ist, wenn ein unpassendes „Bächlein“ über keinen diplomatischen Kanal mehr abfließen kann? – Wenn der, dessen Hose naß wird, ähnlich borniert reagiert wie der Präsident der Vereinigten Staaten auf den 11.9.2001? << G. Altenhoff, Australopithecus Superbus Procrustes – der Mensch, ein Hologramm der Evolution, unv. Manuskript, 2001)

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, den zellulären Aufbau und die thermodynamische Natur des Phänomens „Wirtschaft“ näher zu erläutern. Ich verweise insoweit auf meine Ausführungen unter www.bundesadel.de.

„Soziale Spannungen“ sind ganz in Ordnung. Ohne sie gäbe das Phänomen „Wirtschaft“ gar nicht. Aber diese Spannungen sind, in die Sprache der Elektrotechniker übersetzt, Niederspannungen. Lege ich an an ein Niederspannungssystem Hochspannung an, geht es unweigerlich kaputt. Und „soziale Hochspannung“ entsteht unweigerlich bei dauerhafter Verletzung des Tausch-und-teile-Instinkts. Sie entwickeln sich gerade jetzt unter unseren Augen, mitten in Deutschland.

Sie brauchen mir all das, was Sie gelesen haben, nicht zu glauben. Aber wenn Sie mir nicht glauben wollen, machen Sie zumindest folgendes Experiment: Verbinden Sie Ihre Modellbahnanlage unter Umgehung des Trafos unmittelbar mit dem 220 Volt-Netz. Aber informieren Sie bitte vorher die Feuerwehr, damit das Haus Ihrer Nachbarn nicht auch noch abfackelt.

Ich glaube nicht, daß es Ihnen aufgefallen ist, aber ich habe soeben – in aller Weltöffentlichkeit, denn das „Web“ ist die Weltöffentlichkeit – in das Revier eines „staatstragenden“ Wissenschaftszweigs hineingepinkelt. Gut, daß die von „Münte“ angefachte Diskussion alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Sicher werden Sie jetzt fragen, wie man das Phänomen, das wir „Wirtschaft“ nennen, denn überhaupt wissenschaftlich beschreiben könne, ohne die „Volkswirtschaftslehre“ zu bemühen? Die Antwort liegt nicht fern, aber sie würde den hier gegebenen Rahmen sprengen.

Zum Schluß noch einmal der Kernsatz:

Weder im Kommunismus noch im Kapitalismus, vor allem in seiner heutigen Gestalt des Shareholder-Value-Kapitalismus hat reziprokes Verhalten seinen Platz. Es ist aber auch aus Sicht der menschlichen Evolution unabdingbar. Deswegen ist der Shareholder-Value-Kapitalismus ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Kommunismus. Die Frage ist nur, unter welchen Turbulenzerscheinungen er zugrunde gehen wird.

Es ist schon merkwürdig: Noch nie habe ich mir bewußt einen Boxkampf angesehen. Aber nach Abschluß der Korrekturen an diesem Beitrag, der als Leserbrief gedacht war, wollte ich wissen, ob Vitali Klitschko genügend Milchschnitten gegessen hat. – Prompt gibt der Weltmeister wenige Minuten vor 12 den Kampf auf. – Welcher Weltmeister wird den Kampf noch aufgeben? – Der im Geldverbrennen?

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Das MuNaKo

August 20, 2020

Das MuNaKo kennt heute jeder, ohne zu wissen, was es ist. Wenn Sie den folgenden Text gelesen haben, werden auch Sie erfahren, was es mit dem MuNaKo auf sich hat.

Vor nunmehr 20 Jahren hatte ich in meiner „Der Bundesadel“ getauften Betrachtung über die damalige „Verfassungswirklichkeit“ in der „BRD“ folgenden Text zu Papier gebracht. Ich hätte nicht gedacht, daß ich jemals dazu gezwungen wäre, die Titelsequenz der Serie „Raumpatrouillle“ umzuschreiben.

Was gestern noch wie ein Märchen klang, ist heute schon gruselige Wirklichkeit, die morgen noch schlimmer werden kann

Die Abhängigkeiten zwischen Mensch und Staat können wir daher annähernd in folgender Metapher zusammenfassen:

Der Staat als seßhafter Organismus hat für das Wohlergehen aller ihn bildenden Organismen zu sorgen. Alle Repräsentanten eines Staates sind also gehalten, die Welt aus der Sicht einer Pflanze betrachten, die alle ihre Zellen am Leben erhalten muß.

Die Organismen, aus denen ein Staat besteht, sind allerdings ziemlich wuselige und eigenwillige Tiere, die in erster Linie dem Augenblick, nicht aber der Zukunft verpflichtet sind.

Das ist natürlich für jeden Politiker, der sich im Glanz seiner Erfolge sonnen möchte, ein grausiges Dilemma. Warum? – Wenn Politiker für mehr Eigenverantwortung des Bürgers bezüglich seiner sozialen Absicherung plädieren, verkünden sie ihr eigenes Versagen und offenbaren ihre Unfähigkeit zur Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben. Denn der Mensch ist kein Lebewesen, das aus eigenem Antrieb seine soziale Absicherung betreibt; er verläßt sich auf andere, die das für ihn tun. Seit Urzeiten waren das die Kinder, die er reichlich in die Welt setzte. – Mit der hormonalen Empfängnisverhütung hat sich die Welt dramatisch verändert. Die Menschen, die in ihr leben, sind dennoch die geblieben, die sie immer waren. Von Alaska bis Feuerland, von Spitzbergen bis zum Kap der Guten Hoffnung. Von China bis Irland und von Indien bis Tasmanien.

Mit Recht werden Sie fragen, warum ich den Geburtenrückgang in der westlichen Welt als dramatischen Änderung bezeichne. – Ich habe auf der Penne zwar häufig das getan, was der Name sagt. Aber daran kann ich mich gut erinnern: 1971 erörterten wir im Rahmen des Erdkundeunterrichts die Folgen dessen, was später als „Pillenknick“ Furore machte. Der drastische Geburtenrückgang, sollte er anhalten, werde bis zum Ende des Jahrtausends das sogenannte demographische Dreieck ( die Jungen an der Basis, die Alten an der Spitze ) zu einem fast quadratischen Block deformieren. Das werde sich auf die Alterssicherung der Bevölkerung natürlich auch auswirken… Da kann doch etwas nicht stimmen! – Diese absehbare Entwicklung soll unseren Politikern entgangen sein? – Nach meinem Verständnis von Politik ist diese dazu da, vorausschauend die Zukunft zu gestalten. Da allüberall in der Politik „Expertenanhörungen“ stattfinden, wird diese Kunde, die damals an meine Pennälerohren gelangt ist, auch auf den Schreibtischen der zunächst sozial-liberalen und später christlich-liberalen Koalitionen gelandet sein. Dennoch hat man eine vorausschauende Reform der sozialen Sicherungssysteme nicht in Angriff genommen. Ganz im Gegenteil, man hat sie im Rahmen der Wiedervereinigung einer Belastungsprobe ausgesetzt, die sie nur schwer verkraften können.

Pflichtversicherung“ – der Begriff klingt vielleicht obrigkeitsstaatlich, ist es aber nicht im geringsten. – Es ist nun einmal die verdammte Pflicht und Schuldigkeit eines Politikers, für andere mitzudenken und den Zickzackkurs von Modeerscheinungen in der Gesellschaft abzupuffern. Und die sozialen Sicherungssysteme sind aus den obigen Gründen ureigenste Angelegenheit der Politik. Sich um diese Angelegenheiten zu kümmern, dafür überträgt der Souverän dem Politiker Macht. – Nicht aber dafür, den Organismen, die den Staat bilden, mit ständig neuen Gesetzen, Verordnungen, Bußgeldern und Strafen auf die Nerven zu fallen.

Der Staat hat Regeln da aufzustellen, wo sie notwendig sind, nicht aber in den Fällen, in denen es auch Sicht der Politik wünschenswert erscheint. Die Regulierungswut der Regierungen und Parlamente führt wegen der positiven Rückkoppelung zwangsläufig zu Reformunfähigkeit und zunehmender Bevormundung des Bürgers.

Nur ein Beispiel: Rabattgesetz und Zugabeverordnung sollen abgeschafft werden. Das ist auch gut so, aber warum macht man es nicht sofort, sondern erst zur Mitte des nächsten Jahres? Der Text für ein Gesetz, das ein bestehendes Gesetz aufhebt, ist in weniger als zwei Minuten niedergeschrieben:

Art. 1

Das ….gesetz vom soundsovielten, zuletzt geändert durch.Gesetz vom… wird aufgehoben.

Art. 2

Dieses Gesetz tritt am Tage nach seiner Verkündung in Kraft

Sehen Sie, so einfach ist das. Mehr als diese Worte braucht man nicht, um dem Bürger mehr Freiheit und Handlungsspielraum zu geben. Man kann daraus sogar ein Formular machen, damit unsere wahlkampfgestressten Abgeordneten nicht soviel schreiben und lesen müssen.

Aber den Handlungsspielraum des Einzelnen zu erweitern, scheint für unsere Politgrößen ein ungeheures Schreckgespenst zu sein. Das gilt übrigens auch bezüglich des Ladenschlußgesetzes. – Hier wird die Republik endgültig zum Tollhaus. Da mischen sich „gesellschaftlich relevante Gruppen“ in die Diskussion, die Kirchen werben für den arbeitsfreien Sonntag. Jahrhunderte hatten sich die Hirten nicht um die Sonntagsruhe ihrer Schäflein gekümmert, erst das Verbot der Sonntagsarbeit für Frauen und Kinder durch das säkulare Preußen im Jahre 1839 läutete in Europa den Ausstieg aus der Sonntagsarbeit ein.

Folge der gegenwärtigen Diskussion aber ist, daß mehr als 625 Abgeordnete, die dafür bezahlt werden, Entscheidungen zu treffen, sich dafür entscheiden, die Entscheidung aufzuschieben. – Und Sonntags trifft man den Nachbarn dann eben immer noch nicht im Supermarkt, sondern an der Tankstelle. Merkwürdig, aber da arbeiten auch Menschen. Ja dürfen die denn das?

Auf die staatlichen Repressalien gegen Autofahrer und andere gesellschaftlich nicht relevante Gruppen wie Raucher und Zecher hatte ich bereits hingewiesen. In all diesen Fällen wird vor allem mit den Kosten für das Gesundheitswesen argumentiert, die diese Gruppen verursachen.

Nun bin ich einmal an der Reihe mit einer linearen Extrapolation: Die Anzahl der Aids-Kranken nimmt auch in unserer Republik beständig zu. Aids-Kranke verursachen, vor allem dann, wenn man sie so lange wie möglich am Leben erhält, immense Kosten. Das einzig bekannte Mittel gegen die Ausbreitung dieser Krankheit ist bislang, den Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten zu verhindern. Seit einigen Jahren hat jeder Autofahrer Aids-Handschuhe im Verbandskasten, weil es sie dort zu haben hat. – So will es der Verkehrsminister. Außer dem Straßenverkehr gibt es noch andere Gelegenheiten, bei denen man sich infizieren kann. Bei steigenden Zahlen der Infektionen dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auf Kondompackungen der Hinweis zu finden ist: – „Die EG – Verkehrsminister: Bumsen ohne Gummi gefährdet die Gesundheit!“- Pardon, ich habe die Ressorts verwechselt, es muß natürlich heißen: „Die EG – Gesundheitsminister.“

Freilich wird auch das die Menschen in unserem Lande nicht davon abhalten, es auch „ohne“ zu treiben. Die Zahl der Aids-Infizierten steigt folglich weiter. – Ausreichend wäre allerdings, wenn die Zahl der Erkrankten nicht sinkt, um folgendes Szenario realistisch erscheinen zu lassen:

Die Kosten für die Behandlung der AIDS-Kranken und die Zahl der Aids-Toten ist so hoch, daß ein Eingreifen des Gesetzgebers erforderlich ist.

Also wird der Verkehr zwischen den Geschlechtern durch Gesetz geregelt. „Ohne“ ist nicht mehr drin. – Es besteht Kondompflicht.

In § 1 des „Gesetzes zur Regelung des Verkehrs zwischen getrennt- und gleichgeschlechtlichen Paaren“ (KondomG) wird es zunächst Begriffsbestimmungen geben.

Die Hauptarbeit der Parlamentarier und ihrer Adlaten in den Ministerien wird über Monate hinweg darin bestehen, eine gesetzliche Definition des Kondoms zu finden. Ferner muß der Begriff des Geschlechtsverkehrs definiert werden. Nicht nur die Affäre Clinton ./. Lewinski hat gezeigt, das es äußerst schwer ist festzulegen, wann man Sex hat und wann nicht. „Der Begriff des Geschlechtsverkehrs (…) umfaßt nicht jede unzüchtige Handlung, ist aber auch nicht auf den Beischlaf beschränkt. Er umfaßt den gesamten natürlichen und naturwidrigen Geschlechtsverkehr, also außer dem Beischlaf auch alle geschlechtlichen Betätigungen mit einem Angehörigen des anderen Geschlechts, die nach der Art ihrer Vornahme bestimmt sind, anstelle des Beischlafs der Befriedigung des Geschlechtstriebes zumindest des einen Teils zu dienen.“ ( Amtliche Sammlung der Entscheidungen des Reichsgerichts in Strafsachen, 70. Band S. 375 )

Deswegen wird im Gesetzgebungsverfahren zunächst eine Expertenanhörung stattfinden. Vielleicht kommt Dolly Buster noch zu ungeahnten Ehren.

Wenn die o.g. Fragen soweit geklärt sind, muß in den Ausschüssen über Ausnahmeregelungen diskutiert werden, denn die ständige Benutzung von Kondomen führt bei Entbindungsstationen und Hebammen zu erheblichen Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze. Katholische Bischöfe werden mit blankem Entsetzen reagieren und fordern, dann den Sex doch ganz zu verbieten…

Und dann wird zu allem Überfluß das Gesetz mit Straf- und Verwaltungsvorschriften garniert.

Zumindest wird jeder, analog zu den Bestimmungen der Straßenverkehrszulassungsordnung ( dieses Monster gibt es wirklich! ) über die Mitführungspflicht von Gummihandschuhen, ständig ein Kondom mit sich führen müssen, was natürlich durch die Polizei überwacht werden muß. Wird jemand ohne Kondom angetroffen, ist ein Bußgeld fällig.

Die Dritte Durchführungsverordnung zu § 4711a, Abs. 7 Satz 2, Buchstabe v  KondomG z.B. wird die Betreiber von Bordellen zur Vekehrsüberwachung verpflichten. Nach der fünften Verwaltungsanordnung zur Dritten Durchführungsverordnung zu § 4711a  KondomG haben die Puffmütter täglich der zuständigen Behörde die Zahl der Besucher zu melden und die Zahl der benutzen Kondome unter Beifügung der Originale nachzuweisen…

Sich die Geschichte weiter auszumalen, überlasse ich Ihrer Phantasie.

Seien wir doch mal ehrlich: Ohne das Übermaß an Gesetzen und Verordnungen hätte es unser Adelsstand sehr schwer, die eigene Existenz zu rechtfertigen. Von dem Tag an, an dem alle überflüssigen Gesetze formularmäßig außer Kraft gesetzt sind, gibt es außer Wahlkampf für die meisten Politiker nichts mehr zu tun.

Ich nehme an, daß mir die geneigte Leserin/*/der geneigte Leser zugesteht, in den „Corona-Regeln“ einige nicht von der Hand zu weisende Parallelen zu diesem Auswuchs meiner blühenden Phantasie zu erkennen. – Und das erschreckt mich mehr als die globale Bedrohung durch ein aus dem Hut gezaubertes „Wundervirus“.

Das Verhalten unserer Politiker/*/innen hat dazu geführt, daß wir alle bei fast jeder Gelegenheit das MuNaKo tragen müssen, das

Mund-Nasen-Kondom


Wieler disqualiziert sich selbst!

August 2, 2020

Am 28. 7. 2020 hielt einer der konkurrierenden Corona-Päpste wieder einmal eine Pressekonferenz ab. In Corona-Zeiten heißt das "Presse-Briefing", was an der Sache nichts ändert. Allerdings kommt das "Briefing" eher aus der Sprache der Militärs, was mich sehr, sehr mißtrauisch macht. Vor allem, wenn die "formellen" Medienkanäle  darauf anspringen.Herr Professor Wieler ist kein militärischer Führer. Deswegen habe ich seine - auch - per Twitter verbreitete Stellungnahme mir folgendem Kommentar retweetet:

Ab Sendeminute 25.00 ist mir das Blut in den Adern gefroren. Mit welcher Unverforenheit verkündet ein Naturwissenschaftler, die von ihm bzw. dem von ihm geleiteten Institut erstellten Regeln dürften nicht „HINTERFRAGT“ werden. Damit hat er eine rote Linie überschritten. https://t.co/nc0yyYzi0W

Wenn ein wissenschaftliches Institut für die Entscheidungsträger der Gemeinschgaft Empfehlungen ausspricht, müssen diese wissenschaftlich fundiert sein, also auf unleugbaren Tatsachen, Fakten genannt, oder aber auf einer tragfähigen wissenschaftlichen Theorie beruhen. Eine wissenschafltiche Theorie ist allerdings nur dann tragfähig, wenn sie die Möglichkeit zu ihrer Widerlegung bereits in sich trägt.Und jeder ernstzunehmende Wissenschaftlicher wird seine Theorie jederzeit einer möglichen Widerlegung zur Verfügung stellen.

Anders bei einem Dogma

Dogmata sind Lehrsätze, die von einer Autorität verkündet und für allgemeinverbindlich erklärt werden. Niemand darf sie jemals hinterfragen.

Ob Herr Prof. Wieler sich der Bedeutung seiner Worte und deren Tragweite für die Bevölkerung bewußt war, darf bezweifelt werden, denn sonst hätte er nicht wenige Minuten später mit den „drohenden Pfoten“ von Mienz und Maunz, den Katzen, nochmals betont, die A.-H. – Regeln „können und dürfen nicht infrage gestellt“ werden.

A.-H. – Da war doch mal wer mit den Initialen A und H, dessen Anweisungen und Befehle nicht hinterfragt werden durften.

Ich will Herrn Prof. Wieler nicht die Absicht unterstellen, das Volk bevormunden zu wollen. Aber er steht dem Institut vor, das zur Zeit diejenigen berät, die nichts lieber tun, als ihren Mitmenschen vorzuschreiben, was sie zu tun oder zu lassen haben. Und die haben die Möglichkeit und vom „Gesetzgeber“ die „Ermächtigung“, durch „Rechtsverordnung“ genannte Monster ihre Mitmenschen zu veranlassen, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht wollen. – Man nennt so etwas „Macht“. Mit dem „Ermächtigungsgesetz“ von März 2020 sind Rechtssetzungsbefugnis, deren Vollzug und die Verhängung von Sanktionen in die Hand der „Regierung“ gelegt worden, also alle drei Staatsgewalten in einer Hand vereint. Das aber nennt man seit den Tagen des alten Roms

DIKTATUR

Die alten Griechen hatten für diese Form der Staatsorganisation ein weniger feines Wort zur Verfügung:

TYRANNIS

Einer der bekanntesten Tyrannen Athens war ein gewisser Drakon. Nach ihm sind die Strafen  benannt, die der Obrigkeit ermöglichen sollen, ihre Gesetze, Verordnungen, Erlasse, Befehle etc. durchzusetzen. – Was in der Verfassung steht, interessiert keinen mehr. Perfide ist, daß in der ersten deutschen Tyrannis nach Beendigung des „Dritten Reichs“ die „dritte Gewalt“, nämlich die Rechtsprechung gegen die Verhängung einer Sanktion, euphemistisch „Bußgeld“ genannt, erst nach Verhängung der Sanktion angerufen werden kann. Die Verwaltungsbehörde(!) verhängt eine „Bußgeld“ genannte Sanktion, die sich im Geldbeutel des Betroffenen von einer durch ein Gericht verhängte „Geldstrafe“ nicht unterscheidet:

Die Kohle ist weg!

Und das Gesetz, das Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG),  ist seit 1968 die Einstiegsdroge für machtbesessene Minister geworden. Die Zahl der „bußgeldbewehrten“ Handlungen, Duldungen oder Unterlassungen übersteigen die „strafbewehrten“ um mindestens das 10.000 – fache. – Nach meinem Dafürhalten hat die Bundesrepublik Deutschland damals, 1968, den vom Grundgesetz festgelegten „demokratischen Rechtsstaat“ verlassen. Alle Welt hat sich damals über die sogenannten „Notstandsgesetze“ echauffiert. – Die wahre Gefahr für Demokratie und Rechtsstaat hat damals weder die Fachwelt noch die Protestbewegung erkannt. Und die Alt 68er sind seit spätestens Joschka Fischer (kennt den noch jemand) und dem „Kriegseintritt“ Deutschlands gegen den Irak aus dem Lager der Tauben ins lager der Falken gewechselt. Ihre Abkömmlinge haben als „Grüne“ erstmals in der deutschen Rechtsgeschichte den auch von A.H. zementierten Grundsatz ins Gesetz geschrieben: „Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns!“ – Vor allem waren damit die Raucher gemeint. In aller ihnen zur Verfügung stehenden Perfidie haben sie in allen Bundesländern für Gesetze gesorgt, die nicht justiziabel sind: die sogenannten Nichtraucherschutzgesetze. Denn jeder Richter wurde damit zum „Richter in eigener Sache“, weil er entweder Tabakkonsument oder eben „Nichtraucher“ ist: in jedem Fall besteht gegen ihn die „Besorgnis der Befangenheit“, die ihn von der Entscheidung ausschließt.

Wir sind nach fast 3.000 Jahren von einer zweiten, dritten oder gar n-ten Welle der Tyrannei nicht nur nicht weit entfernt, wir sind mittendrin. – Und ich verwette meinen empfangenen Wehrsold, daß in nicht allzu ferner Zukunft aus Gründen des Gesundheitsschutzes eine „allgemeine Maskenpflicht“ eingeführt wird. – Denn was gegen „Corona“ schützt, wehrt auch andere Viren ab und senkt die Belastung des Gesundheitswesens. – Und weil das nicht so recht funktionieren will und auch die Bevölkerung murrt und sich verweigert, müssen, so munktelt man in Regierungskreisen, die Sanktionen für „A-H-Regelverweigerer und Regelverletzer“ drastisch – also drakonisch  verschärft werden.

Wir werden uns, wenn die Welle der neujustierten und in Erfindung begriffenen Corona – Richtlinien, – Verordnungen, -Erlassen und -Allgemeinverfügungen auch auf einen neuen „Deutschen Gruß“ einstellen müssen:

HALT ABSTAND !

 

 

 

 


Was ist mit „CORONA“ los?

Juli 23, 2020


Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen züchte ich Coronas?

Juni 22, 2020

„Man kann anderen Menschen nur vor Kopf gucken“ – so will es ein bekanntes Sprichwort. Dank CT und MRT stimmt das nicht mehr so ganz. Als ich eine CT-Aufnahme meines eigenen Schädelinneren angeschaut hatte, konnte ich dort freilich nichts weltbewegendes feststellen. Dennoch behaupte ich, man kann auch ohne unmittelbar bildgebende Verfahren in begrenztem Umfang erkennen, was hinter der Stirn eines anderen vorgeht. – Nämlich immer dann, wenn er gedankenverloren vor sich hin brabbelt. So ist es Herrn Prof. Dr. Chr. Drosten in einer der ersten Talkshows zum Thema „Corona“ widerfahren:

Er sinnierte über das „exponentielle Wachstum“ – einfach so: 2, 4 , 8, 16… und schüttelte sichtlich entsetzt den Kopf. Daran läßt sich unschwer erkennen, daß er den aus der klassischen Mathematik bekannten Wachstumsalgorithmus X’ = r*x vor Augen hatte, der bekanntlich nach „oben offen“ ist, sich also im Prinzip in der Unendlichkeit verliert.

Quelle: Prof. Dr. Heinz Haber, Bausteine unserer Welt. Dieses Diagramm soll die Wirkungsweise der nuklearen Kettenreaktion veranschaulichen.

Herr Prof. Droste mag es bedauern, aber unbegrenztes Wachstum kommt in der Natur nicht vor:

Lerbinger/Kuchenbuch, Faszination Fraktale S 123: „Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: In einem Teich gäbe es eine bestimmte Anzahl von Fischen einer Sorte. Wir nehmen nun an, daß die Variable x die Anzahl der i-ten Generation von diesen Fischen bezeichnet.

Jeder ausgewachsene Fisch bekomme r Nachkommen für den Fall, daß die Probleme der Überbevölkerung vernachlässigt werden können. Weiterhin muß man noch annehmen, daß aufeinanderfolgende Generationen zeitlich deutlich voneinander getrennt sind. Für den Fall, daß sich das Fortpflanzungspotential von Generation zu Generation nicht ändert, kann diese Situation durch folgende lineare Gleichung X’ = r*x beschrieben werde, wobei X’ die Anzahl der Fische der folgenden Generation bezeichnet. Diese Gleichung ist jedoch eine zu starke Vereinfachung der Wirklichkeit. Kein Teich kann beliebig viele Fische enthalten. Man muß deshalb im Modell berücksichtigen, daß die Anzahl der Fische der nächsten Generation nicht nur linear von der derzeitigen Anzahl abhängen kann. Man benützt deshalb eine etwas kompliziertere Gleichung x’ = r*x*(1-x), um die zeitliche Entwicklung der Anzahl von Fischen in einem Teich zu modellieren. Der Term (1-x) beschreibt den Einfluß einer hohen Bevölkerungsdichte auf die nachfolgende Generation, das heißt, falls zu viele Fische in der i-ten Generation vorhanden sind, reicht das Nahrungsangebot nicht für alle Fische, und in der nachfolgenden Generation gibt es nur noch wenige Fische.“

Erst die Entwicklung leistungsfähiger Computer machte es möglich, die scheinbar chaotischen Zahlenwerte oberhalb einer Reproduktionsrate von 3, 57 graphisch darzustellen, und zwar als das Feigenbaum-Diagramm.

Feigenbaum Diagramm der logistischen Parabel Prof. Dr. Dörte ...

Diese Bifurkationskaskade setzt sich auf allen Größenskalen fort, ist aber auch an den „Fenstern“ für manch eine Überraschung gut:

Auf der linken Bildseite enden alle bis dahin angelaufenen Bifurkationskaskaden an dieser Stelle in einer Art Hotspot. Nur in dem kleinen Kästchen ist ein hauchdünnes Filament erkennbar, das eine Brücke zur anderen Seite des „Fensters“ bildet. – Erzeugt mit Fractint 18.2, Vergrößerung ungefähr 1: 10.000.000.000.000.000.000

Bifurkationskaskaden kennen wir vor allem aus der Biologie, nämlich von Bäumen, Blättern, Blutgefäßen und Nerven. – Vor diesem mathematischen Hintergrund ist das nicht verwunderlich, vor allem ist es kein „Wunder der Natur“. Bifurkationskaskanden findet man in Flußdelten, sehr häufig aber auch bei Hochgebirgsflüssen. Letztere sind aber nicht vom Wasser gegraben, sondern zeichnen lediglich die Bifurkationskaskaden nach, die der Planet bei der Gebirgsbildung ins Gestein gepreßt hatte.

An dieser Stelle sei – außer Konkurrenz – bemerkt, daß die logistische Funktion in irgendeiner verborgenen Weise mit der Gaußschen Normalverteilung verbunden sein muß. Denn das Galton-Brett, das für nach unten fallende Kugeln durch Nägel einen „Bifurkationsparcours“ bereithält, hat am Ende eines jeden Durchlaufs mit höchster Präzision die Gauß’sche Glockenkurve zum Ergebnis. – Auch das Trefferbild von Schrotmunition läßt auf eine Bifurkationskaskade schließen,. die freilich ohne Galton-Brett in jede beliebige Raumrichtung abgefeuert werden kann.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, folgt die belebte Natur unbeirrbar der logistischen Wachstumsfunktion, und das unter Konservierung des Pfades. So geschehen zu Beginn der Karwoche des Jahres 2020. „Plötzlich und unerwartet“ platzten montags die Knospen der Bäume auf und bildeten Blätter, die zunächst winzig klein waren, aber innerhalb weniger Stunden und Tage die unverkennbaren Bifurkationsmuster der Blätter ausbildeten. Und wer bewerkstelligte das? – Zellen! – Klone der Eizellen, die viele Jahre zuvor von einem umherirrenden Pollenkorn befruchtet worden waren.

Wunderlich ist allein, daß dem „Corona-Virus“ das Unterworfensein unter die zwingend vorgeschriebenen Wachstumsregeln der Natur abgesprochen wird. – Und das von führenden Wissenschaftlern.

Die „lineare“ Bifurkationskaskade“ sollte seinerzeit das Prinzip der nuklearen Kettenreaktion veranschaulichen. – Die nukleare Kettenreaktion hat ihrerseits zwei Aspekte, die in der Diskussion um die Atomkraft immer wieder durcheinander geworfen werden: Für die friedliche Nutzung der Kernenergie reicht eine relativ kleine Portion Uran 235 aus. – Das nutzt man in Kernkraftwerken. Wenn die Reaktorsteuerung versagt, kommt es zur Kernschmelze, und das war’s dann auch. Bei der Atombombe sieht das schon anders aus, hierfür braucht man hochangereichtertes Uran 235, sodaß am Ende eine „kritische Masse“ entsteht, die ohne weiteres Zutun die Kettenreaktion so stark beschleunigt, daß in Bruchteilen einer Sekunde eine ganze Stadt vernichtet wird.

Kritische Masse – Dies ist ein Begriff aus der Atomphysik. Aber ist er nicht auch auf andere Phänomene der Natur anwendbar? – Auf diesen Gedanken kam ich durch die Arbeit an meinen Blogbeitrag „Corona und die Luftwaffe„. – Hier entstand die Frage, warum die Hefevermehrung in der Küche nicht so gut klappt wie in der Hefefabrik. – Ganz einfach: Damit die Hefezellen unser tägliches Brot produzieren können, muß eine „kritische Masse“ im Teig vorhanden sein – Pro 500 Gramm Mehl 42 Gramm Hefe.

Damit ein Mann „fruchtbar“ ist, muß er eine „kritische Masse“ an Spermien produzieren. – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat als Richtwert für die Spermienzahl fruchtbarer Männer 15 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat festgelegt. – Eine Frau braucht demgegenüber nur eine einzige Eizelle pro Monatszyklus um „fruchtbar“ zu sein.

Dieses Phänomen, das eigentlich nur bei Reptilien, Vögeln und Säugern auftritt, nämlich das extreme Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Fortpflanzungszellen, versperrt den Blick auf das, was in der Natur die Regel ist:

Pflanzen, aber auch die überwiegenden Anzahl der Tiere müssen unzählbar viele Eizellen produzieren, damit es klappt mit der „Arterhaltung“. Also gibt es auch im Leben „kritsche Massen“. – Zwischen Atomphysik und Biologie gibt es offensichtlich einen inneren Zusammenhang. – Sie glauben das nicht? – Brauchen Sie auch nicht. Trotzdem sollten Sie einfach weiterlesen:

Auch die unbelebte Natur ist voll von kritischen Massen: Zumeist treten diese als „zündfähiges Gemisch“ auf; – in Motoren, bei Mehlstaubexplosionen und in der Pyrotechnik:

Wenn in „Alarm für Cobra 11“ wieder einmal unter lautem Knall ein Auto zerlegt wird, mußte der Pyrotechniker dafür sorgen, daß die Luft eine Mindestanzahl an brennbaren Teilchen enthält. – Das gilt übrigens nicht nur für Kohlenwasserstoffe und organische Stäube, sondern auch für Wasserstoff. In Lakehurst entstand im Jahre 1937 eine „kritische Masse“ Wasserstoff in der Luft – es genügte ein Funke von rund 625° Celsius, und 37 Sekunden später hatte die chemische Kettenreaktion 200.000 Kubikmeter Wasserstoff in reines Wasser und die Hindenburg in ein verbogenes Gewirr von Aluminiumstreben verwandelt.

Selbst den Pharmazeuten ist der Begriff „kritische Masse“ nicht fremd. Hier firmiert er allerdings unter „therapeutisch wirksame Dosis“. – Übrigens ein zweischneidiges Schwert, denn bei manch einer pharmakoligischen Substanz git es eine „kritische Masse“, die als „letale“, also tödliche Dosis bezeichnet wird. – Ein Medikament, das bei Herzkrankheiten einegesetzt wird, hat neben der „therapeutisch wirksamen“ Dosis auch eine explosive „kritische Masse“, nämlich Glycerintrinitrat oder Nitroglycerin. Kieselgur mit mikroskopisch kleinen Kammern aus den Skeletten von Kieselalgen verhindert die Bildung einer zur Detonation führenden „kritischen Masse“ dieses Medikaments. Erst die Initialzündung, die Explosion einer Sprengkapsel zerstört die filigranen Hohlkörper des Kieselgurs und ermöglicht dem Nitroglycerin die Bildung der „kritischen Masse, die aus Nitroglycerin wieder einen Sprengstoff macht.

Kehren wir zurück zu dem, was wir gemeinhin als belebte Natur bezeichnen:

Während meines Studiums arbeitete ich als Werkstudent für einen Arzneimittelgroßhandel und belieferte Apotheken. Eines Tages wurde die Belegschaft des Unternehmens alarmiert und zur Röntgenreihenuntersuchung gebeten. Bei einem Fahrer war Tuberkulose diagnostiziert worden. – Dieser Fahrer hatte fast alle Apotheken im Einzugsbereich dieses Großhandelsunternehmen gehabt, damit auch zu einer Vielzahl von Angestellten. TBC nutzt bekanntlich denselben Infektionsweg wie Corona. – Mit Sicherheit hat dieser Kollege Tuberkelbazillen an alle seine „Kontaktpersonen“ verteilt, auch an mich, denn er war zwei Tage lang mit mir unterwegs, um mich in die Liefertour Wesel-Emmerich einzuweisen. – Ohne Maske und Mindestabstand in der Fahrerkabine eines VW-Transporters. – Und auch sonst haben sich alle Fahrer über Monate hinweg in den Kaffeepausen mit ihm bei „Tchibo am Brehmplatz“ zum Plausch getroffen. – Eng beieinanderstehend. Trotz fehlendem Mindestabstand und ohne Maske blieben alle Kontaktpersonen von TBC verschont.

War das ein Wunder, oder lag es daran, daß Bakterien nun einmal schwerer als die erheblich kleineren Viren sind? – oder sind einfach nur nicht genügend TBC-Erreger in die Atemwege seiner Gesprächspartner geraten? – War, mit anderen Worten, die „kritische Masse“ an Tuberkelbakterien nicht erreicht? – Das ist die wahrscheinlichste Erklärung:

Die „kritische Masse“ ist skaleninvariant, mit anderen Worten, sie findet sich auf allen Größenordnungen wieder, die die Welt zu bieten hat. Deswegen muß man, wenn man ein natürliches Phänomen vor sich hat, immer die Frage stellen:

Was ändert sich? – Das Prinzip oder lediglich die Größenskala? Lassen wir die Kirche im Dorf oder „losse mer dä Dom en Kölle“? – Ohne jeden Zweifel ist das nur eine Frage der Größenskala!

Das mechanistische Weltbild verlangt, daß die Prozesse, die man mathematisch beschreibt, reversibel sind. Was vorwärts geht, muß nach hinten zu seinem Ursprung genau berechenbar sein. Wer Feuer bekämpft, der kann es auch legen – Wer Krankheiten bekämpft, muß sie auch erschaffen können:

Was also bräuchten wir, um unsere allgegenwärtige Corona, die im Gegensatz zur Spanischen Grippe nur einen verschwindend geringen Teil der Menschen in Europa erwischt hat, zu züchten?

Zur Beantwortung der Frage wäre es ratsam, einmal die Landkarten der einzelnen Länder und Regionen zu Rate zu ziehen. – Da ergibt sich ein Flickenteppich. Und es ergibt sich eine durchaus übersichtliche Zahl von „Hotspots“. Nach der von allen Seiten behaupteten Infektiosität dürfte das nicht sein. Denn bevor Corona anhand der Symptome von Medizinern und Behörden entdeckt werden kann, müßte es sich schon wesentlich weiter verbreitet haben. – Mit einem „Vorsprung“ von mindestens einer Woche. – Offensichtlich war und ist das nicht der Fall.

Es gab lokalisierbare Massenveranstaltungen, in denen sich viele Menschen angesteckt hatten, aber im Laufe der Zeit trotz unbeschränkter Sozialkontakte kaum jemand anderen infizierten.

Um das Infektionspotential von Covid-19 realistisch zu beurteilen, braucht man wohl nicht nur eine „kritische Masse“ von Viren, sondern auf der anderen Seite eine „kritische Masse“ Menschen, die für eine Infektion mit Corona empfänglich sind. Angesichts des „persönlichen Lebensraums“, die der Mehrheit der Menschen zur Verfügung steht, muß man sich wundern, daß die Corona-„Pandemie“ weltweit nicht schon längst Millionen Todesopfer gefordert hat. – Folgt man der Darstellung „führender“ Wissenschaftler über die Gefährlichkeit der Corona-Viren müßten wir uns Sorgen machen über die billigen Textilien aus Indien und Bangla-Desh; die Favellas in Brasilien wären mangels Bevölkerungsrückgangs für die dortige Regierung keine „Problemzone“ mehr – wenn Sie wissen, was ich meine.

Brauen und Backen, dafür gibt es genügend Rezepte. Aber nur derjenige, der mir das Rezept zur erfolgreichen Züchtung von Corona-Viren liefert, kann auch glaubhafte Argumente für die gegenwärtigen Anti-Corona-Beschränkungen vorbringen. (Argumentum ex Fahrenheit 451):

Wer erfolgreich suchen will, muß erst das Verstecken lernen!

Und wer Viren erfolgreich bekämpfen will, muß sie erfolgreich in die Welt setzen können. – Sie glauben Ray Bradbury diese Vorzeichenumkehr nicht?

Leider Gottes ist sie im zweiten Weltkrieg versucht worden. Zwar nicht mit Viren, aber mit Anthrax: Sowohl Briten als auch Japaner erxperimentierten damit; – wohl in Erwartung, einen biologischen Kampfstoff zu bekommen, der eine ähnlich verheerende Wirkung wie die Spanische Grippe hat. Die Versuche sind -Gott sei Dank(!) gescheitert.

Aber das Prinzip bleibt und läßt tief blicken: Käme dem Corona-Virus die Gefährlichkeit zu, die man uns glauben machen will, in allen Laboratorien der USA, Chinas und Rußlands würde fieberhaft daran gearbeitet, die „kritische Masse“ der Viren zu ergründen. Das dürfte ja am Anfang auch gar nicht so schwer sein. – Man braucht Zellkulturen des primär betroffenen Gewebetyps (Schleimhautzellen der Atemwege), Abstriche von „Corona-Positiven“ (ohne Symptome) und tatsächlich an Covid 19 nachweislich Erkrankten – und zwar in allen Stadien des Krankheitsverlaufs. – Damit läßt sich zumindest ein „Anfangsverdacht“ über die „kritische Masse“ im Wege des „Jedenfalls“ begründen: Wenn ein Abstrich eine Zellkultur mit Sicherheit infiziert, enthält sie „jedenfalls“ die mindestens erforderliche Anzahl an Covid-19-Viren, also die „kritische Masse.

Leider verfüge ich nicht die Laboratoriumskapazität des RKI, die der weltweit verbreiteten Universitäten und erst recht nicht über die des Militärs. – Ich habe nur eine Küche, in der ich mit Hefe experimentieren kann. – Heute backen, morgen brauen – Ende! – Corona züchten – Fehlanzeige!

Na sag’s ich’s doch!

Auch Virologen verfügen über eine kritische Masse :

„Coronavirus (SARS-CoV-2): Wann beginnt die Infektiosität? | Im-Fokus“ https://www.medmedia.at/im-fokus/corona/wann-beginnt-die-infektiositaet/






Corona, Rassimus und eine falsche Formulierung

Juni 17, 2020
www.giordano-bruno-institut.de

Wie kann man „Corona“ mit Rassismus in Verbindung bringen? – Ganz einfach, durch eine falsche Formulierung:

Wir wollen versuchen, in aller Kürze zu ergründen, warum die Schöpfung 99,84% ihrer Zeit bis heute verstreichen ließ, sich selbst die Krone aufzusetzen. – Das war meine falsche Formulierung. – Aber wie kam es dazu? – Es würde zu lange dauern, es Ihnen zu erklären. Nehmen Sie sich einfach die Zeit, es von Anfang an nachzulesen:

Beginn des Zitats:

Das erste, was mir auf der Suche nach Antworten klar wurde, war, daß einer dabei auf der Strecke bleiben mußte, nämlich der Homo sapiens sapiens. Er entpuppte sich immer mehr als virtuelles Wesen, das vor gut 250 Jahren von Carl von Linné kreiert worden war, aber nie eine reale Existenz erlangte. Wer im Geschichtsunterricht gut aufgepaßt hat, dem wird auffallen, daß diese Artbezeichnung seit ihrer Erfindung fast ausschließlich auf Menschen europäischer Herkunft angewandt wurde und mehr als einmal selbst dort dem Angehörigen des Nachbarvolkes, ja dem unmittelbaren Nachbarn „entzogen“ wurde, um ungehemmt und ungestraft töten zu können.

Sapiens sapiens! Das lateinische Wort sapiens bedeutet weise. Diese Überbetonung, ja Beschwörung der Weisheit, die war mir schon suspekt, als Menschen auf dem Mond landeten und dies zum riesigen Sprung für die Menschheit erklärten, während Millionen ihrer Mitmenschen auf der Erde durch Bomben, Granaten und Napalm vom Leben zum Tode befördert wurden.

Homo sapiens sapiens war also in meinen Augen schon vorher auf dem absteigenden Ast. Den Startschuß für seinen endgültigen Untergang gaben – aus einem vollkommen anderen Zusammenhang heraus – Artgenosse Milosevic und sein Faible für „Ethnische Säuberungen“, sowie die Unfähigkeit der „zivilisierten“ Menschheit, einem auf frischer Tat ertappten mutmaßlichen Völkermörder den Garaus bzw. ihn dingfest zu machen. Homo sapiens sapiens hauchte sein virtuelles Leben in den zerschossenen Häuserzeilen Grosnys (Tschetschenien) endgültig aus. Homo sapiens sapiens löste sich damit buchstäblich in Schall und Rauch auf. Den Ausschlag für diese Beurteilung gab der als „Terroristenjagd“ getarnte Eroberungskrieg und das große Schweigen der „zivilisierten“ Menschheit hierzu.

Aber keine Sorge, die Menschheit wird den Untergang des Homo sapiens sapiens überleben. Freilich wird die Umfirmierung in Australopithecus superbus1 ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, läßt sich aber meines Erachtens nicht vermeiden, denn die Reise von der Urzeit bis an die Schwelle des dritten nachchristlichen Jahrtausends endet unter anderem in der erstaunlichen Feststellung, daß wir uns von jenem Zweibeiner, der vor gut drei Millionen Jahren lebte und den die Forscher liebevoll „Lucy“ 2 tauften, weniger unterscheiden als ein Dackel vom Wolf.

Auf unserer Reise in Jirkas Boot werden wir von der Zeit an, da sich die Wege zwischen Mensch und Schimpansen trennten, bis zur Gegenwart an sechs Stellen die Richtung ändern. Mehr nicht.

Sie werden sehen, warum die Natur aus einer angeborenen Wirbelsäulenverkrümmung der aufrechten Gang entwickeln konnte und ein kleiner Gendefekt einen erfolgreichen Jäger entstehen ließ.

Sie werden auch sehen, daß unsere Vorfahren vor nicht einmal 2 Millionen Jahren gezwungen waren, ihr Hirnvolumen zu steigern, um nicht jämmerlich zu erfrieren. Die Auseinandersetzung mit der Umwelt verlangte damals zunehmend analytische Fähigkeiten und Phantasie.

Ferner werden Sie Zeuge werden eines in der Naturgeschichte beispiellosen Vorgangs, nämlich der Entwicklung dessen, was wir Sprache nennen und Sie werden erleben, daß die Ursache der Sprachentwicklung eigentlich ziemlich banal ist und daß unser Gehirn nur deshalb so exorbitant groß ist, weil die Umsetzung von Bildern in akustische Signale beim „Sender“ und die Rückumwandlung in Bilder beim Empfänger einen riesigen „Arbeitsspeicher“erfordert .

Und sie werden verblüfft feststellen daß weder seßhafte Lebensweise noch Staatenbildung Errungenschaften des menschlichen Geistes sind. Sie haben sich nur nicht vermeiden lassen. Die Turbulenzen, von den die Menschheit immer wieder heimgesucht wird, zeigen, daß die Bildung von Großgesesellschaften als evolutionärer Prozeß noch lange nicht abgeschlossen ist. Viel menschliches Leid hat seinen Grund darin, daß wir uns für mehr gehalten haben als wir tatsächlich sind. – Eben „nur“ Australopithecinen.

Das Leben als Australopithecus hat freilich auch Vorteile, denn – um vorab nur ein Beispiel zu nennen – eine der wesentlichen Errungenschaften der Aufklärung, nämlich die Menschenrechte, erscheinen plötzlich als Grundbedürfnisse des Menschen, die im Verlaufe der Kulturgeschichte unter die Räder kamen. Sie gehören damit zur Natur des Menschen und nicht zu seinem kulturellen Überbau. Man kann sie negieren und auch zeitweise gewaltsam unterdrücken. Sie sind dennoch allgegenwärtig wie der Sex – und den hat schließlich auch keiner abschaffen können.

Was Staaten anbelangt, so werden langfristig nur die überleben können, die ein demokratisch verfaßtes Gemeinwesen repräsentieren, sehr wahrscheinlich wird die Verfassung dieser Gemeinwesen nur das sogenannte Mehrheitswahlrecht kennen und Parteien nur eine untergeordnete Rolle spielen. Deren Einfluß wird auf das für notwendige Polarisierung erforderliche Maß reduziert sein. Mit Australopithecinen ist eben auf lange Sicht kein anderer Staat zu machen. Es wird freilich noch lange dauern, bis die Menschheit das Machtstreben und die Herrschsucht ihrer Häuptlinge auf ein gesundes Maß zurechtgestutzt und unter Kontrolle gebracht hat.

In der Welt des Australopithecus ist kein Raum für Rassismus; dieser schrumpft auf die Dimension einer Familienfehde. Denn aus der Sicht des Australopithecus ist auch der „weiße Mann“, diese merkwürdige „Herrenrasse“, nichts anderes als ein verkrüppelter Neger; der „Weiße“ ist unvollständig, weil ihm Hautpigmente fehlen. Die Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palestinensern, zwischen Hutus und Tutsis erscheinen als ins Groteske übertriebener Bruderzwist. – Und damit steht dieser Konfliktherd nicht allein da. – Allerdings, erst wenn diese Erkenntnis Eingang in die Köpfe unserer Mitmenschen gefunden hat, können Schwerter zu Pflugscharen werden.

Damit aber ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen, deshalb wird die Menschheit bis dahin noch einen unermeßlichen Blutzoll zu zahlen haben; für den sind weniger die Völker, umso mehr aber deren Repräsentanten verantwortlich. Dennoch wird die Natur sich nicht aufhalten lassen; nicht einmal die nuklearen Knallfrösche sind in der Lage, alle Menschen zu vernichten.

Auch jene, die da glauben, durch Genmanipulation den perfekten oder zumindest besseren Menschen schaffen zu können, werden eine herbe Enttäuschung hinnehmen müssen. Das, was den Menschen wirklich ausmacht, ist mehr als die Fähigkeit, zwei und zwei zusammenzählen zu können. Es ist ein bunter Strauß von Verhaltensmustern und Fertigkeiten, die sich nicht aufspalten und trennen lassen, ohne sie bzw. das Ganze zu zerstören. Frankensteins Traum wird auf ewig einer bleiben und der perfekte Mensch das Reich der Phantasie nicht verlassen. Dort bleiben aus guten Gründen auch unsere geklonten Politiker und deren Wunschuntertanen. Sie sind da alle auch sehr gut aufgehoben, denn das Reich der Phantasie, das ist die eigentliche Domäne des Menschen, die er mit keinem anderen Lebewesen dieser Erde zu teilen braucht.

Aber all die Phantasten, die solche Vorstellungen hegen, darf man dafür nicht tadeln, denn gerade die Entwicklung der oftmals als blühend gescholtenen Phantasie hat die Menschheit vor dem drohenden kollektiven Kältetod bewahrt.

Damit will ich mein Eingangsplädoyer abschließen, alle Indizien und Beweismittel vorlegen und Ihnen damit ein eigenes Urteil ermöglichen.

Bevor wir in Jirkas Boot von Ortstermin zu Ortstermin reisen, müssen wir uns erst einmal über die Wirkungsweise der Evolution klar werden. Denn immerhin liegen vom Startpunkt unserer Reise aus gerechnet, rund 3,5 Milliarden Jahre Entwicklungsgeschichte der Organismen hinter uns. Nur die letzten fünf Millionen Jahre bereisen wir; das sind nur rund 0,16%. Wir wollen versuchen, in aller Kürze zu ergründen, warum die Schöpfung 99,84% ihrer Zeit bis heute verstreichen ließ, sich selbst die Krone aufzusetzen. – Sie werden sehen, daß die Methoden der Evolution, neuartige Lebewesen zu schaffen, nicht ganz den Vorstellungen ihres Entdeckers entsprechen.

Ende des Zitats

„Wir wollen versuchen, in aller Kürze zu ergründen, warum die Schöpfung 99,84% ihrer Zeit bis heute verstreichen ließ, sich selbst die Krone aufzusetzen“. – Das war meine in der Sache fehlerhafte Formulierung. Nicht die Evolution hat sich die Krone selbst aufgesetzt – das hat nur Napoleon Bonaparte getan. Der Mensch hat es ihm gleichgetan und ist jetzt von einem Wesen, das nur mit dem Rasterelektronenmikroskop sichtbar gemacht werden kann, auf Rang 2 der „Kronen der Schöpfung“ verwiesen worden. Originell, aber nicht unzutreffend, hat man in Unkenntnis der Fähigkeiten dieses Nano-Wesens diesem den Namen „Corona“ (lat. Krone) verpaßt.

Bevor die befürchtete „Zweite Welle“ kommen kann, muß die „Erste“ erst einmal nachweisbar abgeebt sein. – Und der Nachweis ist schwierig zu führen, denn „Covid 19“ bleibt in dieser Welt wie die Pest oder die Tuberkulose, wie Mumps und Masern oder Ebola.

Mangelnde „Schwarmintelligenz“ des „Homo Sapiens Sapiens“ führt heute noch zu solchen Dummheiten wie „Rassismus“. – Vor 21 Jahren bot sich die Gelegenheit, mit dieser Dummheit ein für allemal Schluß zu machen, so wie die Naturwissenschaft mit Galileo, Leibniz, Kant und Newton der Vorherrschaft des Klerus ein Ende gesetzt hatte.

Aber die „Medien“, an die sich eine „Presseerklärung“ nun einmal wendet, fanden im Jahre 1999 nicht einmal für nötig, überhaupt von ihr Notiz zu nehmen. – Wäre es anders gewesen, hätten auch die Kultusminister davon Notiz nehmen und die Lehrbücher umschreiben müssen. – Menschenrassen – eine Erfindung des menschlichen Geistes ohne jedweden wissenschaftlichen Hintergrund. Das ist zum Leidwesen Gottes unterblieben. – Und so muß sich auch „die Presse“ vorwerfen lassen, der Flamme des Rassismus den Sauerstoffhahn weiter aufgedreht zu haben.

Wenn in der menschlichen Evolution überhaupt von „Rasse“ gesprochen werden kann, dann allenfalls im Hinblick auf die zeitliche Abfolge der Menschen“typen“, die seit dem ersten Auftreten des „aufrechten Gangs“ die Erde bevölkerten: Seit Urzeiten ist es das entscheidende Merkmal, das den Menschen von den übrigen Primaten unterscheidet, die ventral (bauchwärts) verschobene Mitte der Wirbelbrücke. – Daß diese sich erst in den ersten Lebensmonaten – zumindest beim modernen Menschen . bildet und ihm den „aufrechten Gang“ zwangsweise in den Rücken drückt, deutet auf eine in ihrem Ursprung angelegte „Erbkrankheit“ hin:

Unsere frühen Vorfahren sind nicht „von den Bäumen herabgestiegen“, sie hatten vielmehr Schwierigkeiten, auf selbige zu klettern, bevor die Räuber des Dschungels sie erwischten. Sie hatten Glück, weil sich infolge des afrikanischen Grabenbruchs in Ostafrika der dadurch ausgelöste „Klimawandel“ eine baumarme Zone geschaffen hatte, in der sie vor den Jägern des Waldes sicher waren. – Mensch, da haste Schwein jehabt!

Die „Informationsblase“ in der die hergebrachten „Medien“ viele Nutzer der „Social Networks“ verorten, haben sie vor langer Zeit selbst geschaffen. Sie berichten nur, was in ihr Weltbild paßt, und das ist vor allem das, was die Inhaber der sozialen Dominanz, die „Politiker“ verbal ausscheiden. – Propaganda.


Der „NEUE KNIGGE“ für Juristen

Juni 11, 2020

 

Wenden wir uns nun zu den Juristen. Nächst den natürlichen Gütern, nächst der Wohlfahrt des Geistes, der Seele und des Leibes ist in der bürgerlichen Gesellschaft der sichre Besitz des Eigentums das Heiligste und Teuerste. Wer dazu beiträgt, uns diesen Besitz zuzusichern, wer sich weder durch Freundschaft noch Parteilichkeit, noch Weichlichkeit, noch Leidenschaft, noch Schmeichelei, noch Eigennutz, noch Menschenfurcht bewegen läßt, auch nur einen einzigen, kleinen Schritt von dem graden Wege der Gerechtigkeit abzuweichcn, wer durch alle Künste der Schikane und Überredung, durch die Unbestimmtheit, Zweideutigkeit und Verwirrung der geschriebnen Gesetze hindurch klar zu schauen und den Punkt, den Vernunft, Wahrheit, Redlichkeit und Billigkeit bestimmen, zu treffen weiß, wer der Beschützer des Armen, des Schwachem und Unterdrückten gegen den Stärkern, Reichern und Unterdrücker — wer der Waisen Vater, der Unschuldigen Retter und Verteidiger ist —, der ist gewiß unsrer ganzen Verehrung wert.

Was ich hier gesagt habe, beweist aber auch zugleich, wie sehr viel dazu gehört, auf den Titel eines würdigen Richters und auf den eines edeln Sachwalters Anspruch machen zu dürfen, und es ist, am gelindesten gesprochen, sehr übereilt geurteilt, wenn man behauptet, es werde, um ein guter Jurist zu sein, wenig gesunde Vernunft, sondern nur Gedächtnis, Schlendrian und ein hartes Herz erfordert, oder die Rechtsgelehrsamkeit sie nichts anders wie die Kunst, die Leute auf privilegierte Art um Geld und Gut zu bringen. Freilich, wenn man unter einem Juristen einen Mann versteht, der nur sein römisches Recht im Kopfe hat, die Schlupfwinkel der Schikane kennt und die spitzfindigen Distinktionen der Rabulisten studiert hat, so mag man recht haben; aber ein solcher entheiligt auch sein ehrwürdiges Amt.

Doch ist es in der Tat traurig — um auch das Böse nicht zu verschweigen —, daß in diesem Stande die Handlungen so vieler Richter und Advokaten sowie die Justizverfassung in den mehrsten Ländern sehr mannigfaltige Gelegenheit zu jenen harten Beschuldigungen geben. Da widmen sich denn die schiefsten Köpfe dem Studium der Rechtsgelehrsamkeit, womit sie keine andre feine Kenntnisse verbinden, dennoch aber so stolz auf diesen Wust von alten römischen, auf unsre Zeiten wenig passenden Gesetzen sind, daß sie von dem Manne, der die edlen Pandekten nicht am Schnürchen hat,glauben, er könne gar nichts gelernt haben. Ihre Gedankenreihe knüpft sich nur an ihr Buch aller Bücher, an das Corpus juris an, und ein steifer Zivilist ist wahrlich im gesellschaftlichen Leben das langweiligste Geschöpf, das man sich denken mag. ln allen übrigen menschlichen Dingen, in allen andern den Geist aufklärenden, das Ilcrz bildenden Kenntnissen unerfahren, treten sie dann in öffentliche Ämter. Ihr barbarischer Stil, ihre bodenlangen Perioden, ihre Gabe, die einfachste, deutlichste Sache weitschweifig und unverständlich zu machen, erfüllt jeden, der Geschmack und Gefühl für Klarheit ht, mit Ekel und Ungeduld. Wenn du auch nicht das Unglück rlebst, daß deine Angelegenheit einem eigennützigen, parteiischen, faulen oder schwachköpfigen Richter in die Hände fallt, so ist es schon genug, daß dein oder deines Gegners Advokat ein Mensch ohne Gefühl, ein gewinnsüchtiger Gauner, ein Pinsel oder ein Schikaneur sei, um bei einem Rechtsstreite, den Jeder unbefangne, gesunde Kopf in einer Stunde schlichten konnte, viele Jahre lang hingehalten zu werden, ganze Zimmer voll Akten zusammcngeschmiert zusehn und dreimal soviel an Unkosten zu bezahlen, wie der Gegenstand des ganzen Streits wert ist. ja am Ende die gerechteste Sache zu verlieren und dein offenbares Eigentum fremden Händen preiszugeben. Und wäre beides nicht der Fall, wären Richter und Sachwalter geschickte und redliche Männer, so ist der Gang der Justiz in manchen Ländern von der Art, daß man Methusalems Alter erreichen muß, um das Ende eines Prozesses zu erleben. Da schmachten dann ganze Familien im Elende und Jammer, indes sich Schelme und hungrige Skribler in ihr Vermögen teilen. Da wird die gegründetste Forderung wegen eines kleinen Mangels an elenden Formalitäten für nichtig erklärt. Da muß der Ärmere sichs gefallen lassen, daß sein reichrer Nachbar ihm sein väterliches Erbe entreißt, wenn die Schikane Mittel findet, den Sinn irgendeines alten Dokuments zu verdrehn, oder wenn der Unterdrückte nicht Vermögen genug hat, die ungeheuren Kosten zu Führung des Prozesses aufzubringen. Da müssen Söhne und Enkel ruhig zusehn, wie die Güter ihrer Voreltern unter dem Vorwande, die darauf haftenden Schulden zu bezahlen, Jahrhunderte hindurch in den Händen privilegierter Diebe bleiben, indes weder sic noch die Gläubiger Genuß davon haben, wenn diese Diebe nur die Kunst besitzen, Rechnung aufzustellen, die der gebräuchlichen Form nach richtig sind. Da muß mancher Unschuldige sein Leben auf dem Blutgerüste hingeben, weil die Richter nicht so bekannt mit der Sprache der Unschuld wie mit den Wendungen einer falschen Beredsamkeit sind. Da lassen Professoren Urteile über Gut und Blut durch ihre unbärtigen Schüler verfassen und geben demjenigen recht, der das Responsum bezahle — doch was helfen alle Deklamationen, und wer kennt nicht diesen Greuel der Verwüstung?

Einen bessern Rat weiß ich nicht zu geben wie den: man hüte sich, mit seinem Vermögen oder seiner Person in die Hände der Justiz zu fallen!

Man weiche auf alle mögliche Weise jedem Prozesse aus und vergleiche sich lieber, auch bei der sichersten Überzeugung von Recht, gebe lieber die Hälfte dessen hin, was uns ein andrer streitig macht, bevor man es zum Schriftwechsel kommen lasse!

Man halte seine Geschäfte in solcher Ordnung, mache alles darin bei Lebzeiten so klar, daß man auch seinen Erben nicht die Wahrscheinlichkeit eines gerichtlichen Zwistes hinterlasse!

Hat uns aber der böse Feind zu einem Prozesse verholfcn. So suche man sich einen redlichen, uneigennützigen, geschickten Advokaten – man wird oft ein wenig lange suchen müssen und bemühe sich, mit ihm also einig zu werden, daß man ihm außer seinen Gebühren noch reichere Bezahlung verspreche — nach Verhältnis der Kürze der Zeit, binnen welcher er die Sache zu Ende bringen wird!

Man mache sich gefaßt, nie wieder in den Besitz seiner Güter zu kommen, wenn diese einmal in Advokaten- und Kuratorenhände geraten sind, besonders in Ländern, wo alter Schlendrian, Schläfrigkeit und Inkonsequenz in Geschäften herrschen!

Man erlaube sich keine Art von Bestechung der Richter! Wer dergleichen gibt, der ist beinahe ein ebenso arger Schelm wie der, welcher nimmt.

Man waffne sich mit Geduld in allen Geschäften, die man mit Juristen von gemeinem Schlage vorhat!

Man bediene sich auch keines solchen zu Dingen, die schleunig und einfach behandelt werden sollen!

Man sei äußerst vorsichtig im Schreiben. Reden, Versprechen und Behaupten gegen Rechtsgelehrte! Sie kleben am Buchstaben; ein juristischer Beweis ist nicht immer ein Beweis der gesunden Vernunft, juristische Wahrheit zuweilen etwas mehr, zuweilen etwas weniger wie gemeine Wahrheit, juristischer Ausdruck nicht selten einer ändern Auslegung fähig wie gewöhnlicher Ausdruck, und juristischer Wille oft das Gegenteil von dem, was man im gemeinen Leben Willen nennt!

(Adolph Freiherr Knigge, Über den Umgang mit Menschen, 5.Auflage, Leipzig 1989, S. 273ff)


Wo bleibt MRSA?

Juni 9, 2020

Nach Schätzungen des RKI, das täglich die Reproduktionsziffer von Covid19 mit banger Erwartung bekannt gibt, starben heute zwischen 27 und 54 Menschen in deutschen Krankenhäusern an MRSA.


Schau dir „mickey mouse zauberlehrling deutsch“ auf YouTube an

Juni 9, 2020

Herr, die Not ist groß, denn die ich rief die Geister, die werd‘ ich nun nicht los!


Der ewige Kalte Krieg

Juni 9, 2020

Sie haben Corona den Krieg erklärt. Nun können sie ihn nicht mehr beenden, weil sie den Gegner nicht kennen. – So wird die Frage, wann die“Zweite Welle“ kommen wird, uns bis in die fernste Zukunft beschäftigen.

Hätte Odysseus nicht das Hölzerne Pferd erfunden, die Trojaner hätten zwar ihre Stadt gerettet, wären aber heute noch mit der Frage beschäftigt, ob die Griechen abgesegelt sind oder ihre Schiffe lediglich hinter dem Horizont verborgen haben.


Corona und die Luftwaffe

Juni 4, 2020

Was hat Corona mit der Luftwaffe zu tun? Nun, den Blindgänger. Aber eins nach dem anderen:

Präambel

In dieser Sendung wurde gezeigt, welche Wucht sich vermehrende Organismen entfalten können
Aus einem zehntel Gramm werden 30 Tonnen. Freilich nur unter optimierten Bedingungen

Wenn ich das jemandem erzähle, schaut er mich an, als käme ich von einem anderen Stern. Deswegen sehe ich mich gezwungen, dem Vorschub zu leisten, was einige Leserinnen und Leser wohl schon bei der Lektüre erwägen:

„Da will jemand Corona verharmlosen und die dadurch heraufbeschworene Gefahr herunterspielen bzw. relativieren.“ Denn Corona muß, so wollen es die Politik und die „klassischen“ Medien, die größte Herausforderung der Menschheit seit dem Zweiten Weltkrieg sein. – Da hat sich doch unkontrolliert ein Virenstamm entwickelt, das nicht in das übliche Schema medizinischer Erfahrung paßt. – So eine Frechheit des Mikrokosmos! – Aber – bei Licht besehen – ein ganz natürlicher Vorgang, der den Menschen dazu zwingt, sich an das Leben mit Corona biologisch anzupassen, nicht umgekehrt! – Wohlgemerkt: Nicht umgekehrt! Denn der Kampf, den das „Macrönchen de la France“ zum Krieg hochstilisierte, ist aussichtslos, er muß am Ende mit der Bedingungslosen Kapitulation enden, weil wir auf Gedeih und Verderb von den Lebewesen des Mikrokosmos abhängig sind. Diese leben neben, auf und in uns. Und nur ein Bruchteil von ihnen „schaden“ uns. Und sie verändern sich unablässig auf der Suche nach einem geeigneten Lebensraum, vor allem aber nach „Brutrevieren“, in denen sie sich ungestört vermehren können. – Diese Veränderungen wurden von den Biologen als „Mutationen“ gebrandmarkt. – Hier endet die Präambel, das Wort haben die

Blindgänger:

Laut biologischer Definition sind Mutationen spontane, d. h. natürlich verursachte, oder durch Mutagene induzierte Veränderungen des Erbguts (Veränderung der Basensequenz), die sich möglicherweise phänotypisch zeigen. Die Bezeichnung „Mutation“ wurde um 1901 von HUGO DE VRIES eingeführt. Cytologisch lassen sich Mutationen in 3 Gruppen einteilen: Genommutationen, Chromosomenmutationen und Genmutationen oder Punktmutationen. MAX DELBRÜCK (1906-1981) und SALVADOR LURIA (1912-1991) bewiesen in ihren Experimenten 1943 sowie JOSHUA LEDERBERG (1925-2008) 1952 die spontane Entstehung von Mutationen und die Nichtausrichtung auf einen bestimmten Adaptationswert.“ ( https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/biologie-abitur/artikel/beweis-des-zufallscharakters-von-genmutationen )

Den Hinweis auf Lederbergs Experiment fand ich vor Jahren bei Hoimar von Ditfurth,„wir sind nicht nur von dieser Welt“.

Ich machte mir dazu folgende Notiz:

Das hier beschriebene Experiment wurde tatsächlich durchgeführt, und zwar vom amerikanischen Nobelpreisträger Joshua Lederberg. Zum Ergebnis dieses Experiments und zum Phänomen des Albinismus bemerkt Hoimar von Ditfurth:

Dies Ergebnis – es ist für das Verständnis so wichtig, daß ich es noch einmal hervorheben möchte – war weder angezielt worden (das Genom kann nicht zielen: Mutationen erfolgen zufällig und ungerichtet!) noch vorhersehbar gewesen (Eiszeiten, geologische Katastrophen oder die Invasion überlegener Konkurrenten kündigen sich nicht vorher an). Vielleicht war der Treffer, das ist alles, was dazu gesagt werden soll, unter diesen Umständen allein als Folge gerade eines völlig ziellosen >Herumballerns< durch den Mutationsprozeß möglich geworden. Denn ein zum Zielen befähigter Schütze hätte, wie gesagt, die >richtige< Richtung womöglich planmäßig ausgespart, weil es dort noch nichts gab, worauf er in dem Augenblick, in dem er abdrückte, hätte zielen können.“1

Ich habe lange darüber nachgedacht, warum die gewählte Metapher vom sinnlosen „Herumballern“ nicht stimmen konnte. Das paßte nicht zu dem. was v.Dithfurth auf der vorhergehenden Seite geschrieben hatte:

Das Genom (die Summe der Erbanlagen eines Organismus) ist zwar unbelehrbar, unfähig, aus der Umwelt Informationen zu beziehen und aus Fehlern mutativer Anpassung zu lernen. Daran läßt sich nichts ändern. Aus der Welt der Organismen gelangt keine Information in die Welt der Elementarteilchen. Aber die daraus resultierende Blindheit jeder einzelnen Mutation gegenüber der Situation des Organismus, an dessen Bauplan sie planlos herumspielt, hat immerhin auch einen Vorteil: Diese gänzlich unvermeidliche Blindheit läßt die Art >offen< bleiben für noch gänzlich unvorhersehbare zukünftige Möglichkeiten.

Es wurde schon gesagt, daß die Lernunfähigkeit des Genoms sich zum Beispiel darin äußert, daß bei den verschiedensten Arten immer wieder Albinos auftauchen: eine Mutation, die einem Hirsch, einer Amsel oder einer Maus unter normalen Umständen nichts als Nachteile einträgt. Unter den Bedingungen der freien Natur werden diese Varianten denn auch von der Umwelt sehr schnell wieder >ausgelesen<.2

Bei ziellosem „Herumballern“ wären der Evolution mit Sicherheit bald die Patronen ausgegangen, wenn sie mit einem Gewehr eine Zielscheibe hätte treffen müssen. Sie haben in der Präambel aber gesehen, daß der „Munition“, die die Natur verwendet, eine explosive Tendenz innewohnt. Die Evolution gleicht daher nicht einem „herumballernden“ Präzisionsschützen, sie gleicht vielmehr dem Trommelfeuer des Ersten Weltkrieges oder den Bombenteppichen des Zweiten Weltkrieges. Beide hinterließen eine Unzahl von Bomben und Granaten, die zwar nicht ihr Ziel, aber zunächst einmal ihren Zweck verfehlten, indem sie als Blindgänger zu Boden gingen. Alle „perfekt“ an den „Zweck“ ihres „Daseins“ angepaßten Sprengkörper hatten ihre Mission erfüllt. Allein die Blindgänger nicht. Einige von ihnen harren heute noch tief im Boden ihrer „Zweckbestimmung“.

Je häufiger aber „Blindgänger“ in die Welt gesetzt werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß irgendwann einmal einer von ihnen explodiert. – Der Präzisionsschütze, der seine Munition „verballert“ hat, kann demgegenüber keinen einzigen Treffer mehr erzielen. Das ist der Unterschied. Vielleicht wäre v. Ditfurth auf den richtigen Gedanken gekommen, hätte er die zutreffende Metapher benutzt.

Darwin prägte den Begriff vom „survival of the fittest“. Die deutsche Sprache machte daraus das „Überleben des Tüchtigsten – oder Stärksten“. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts und die europäische Einigungsbestrebung rechtfertigen es wohl, in versöhnlichem Ton vom „survival of the blindgängers“ zu reden.

Ironie des Schicksals: Viren haben im Gegensatz zu Bakterien und einzelligen Eukaryonten die Eigenschaft, sich statt durch Zellteilung, also Verdoppelung, im Stil von Clusterbomben zu vermehren. Diese platzen zwar nach dem Aufprall, explodieren jedoch nicht, sondern verbreiten den Inhalt der Bombe als Bomblets, die mehr oder weniger die Funktion von Minen übernehmen.

Auch die von Ditfurths behauptete Lernunfähigkeit des Genoms ist so für das Evolutionsgeschehen unzutreffend:

Genaugenommen ist diese Betrachtungsweise zwar objektiv richtig, aber dennoch einseitig: zu sehr aus der Perspektive individueller (menschlicher) Lernfähigkeit gesehen, um ausschließlich an ihr als Norm der Gelehrsamkeit gemessen zu werden. Denn diese aus unserer Sicht so »dumm« wirkende Unbelehrbarkeit ist zugleich ja die Ursache der sich bei jeder Umweltänderung aufs neue erweisenden, geradezu unglaublichen Anpassungsfähigkeit und Flexibilität der Natur. Als »Fehler« sind die von ihr hervorgebrachten (und so »unbelehrbar« wiederholten) Abweichungen ja nur so lange zu betrachten, wie die Norm dem Optimum der Anpassung an die gerade existierende Umwelt entspricht. Daß mit so hartnäckiger Unbelehrbarkeit von dieser Norm abweichende »Fehler« immer wieder auftreten, kann daher auch als konstante Offenheit der Anpassungsbereitschaft der lebenden Natur an die jederzeit bestehende Möglichkeit einer Umweltänderung gedeutet werden. Schließlich verdanken Schneehase, Schneehuhn und Eisbär ihre optische Anpassung an arktische Verhältnisse eben der »Unfähigkeit« der Evolution, auf das Experiment »abnormer Pigmentvarianten« aufgrund einer Unzahl negativer Ereignisse in der Vergangenheit zu verzichten.

– Soweit meine Notiz.

Diese „Offenheit“ fand ich Jahre später in Joachim Bauer, „das kooperative Gen“ wieder. – Also Häkchen dran!

In der Tat läßt sich das Thema „Lernfähigkeit“ insgesamt unter diesem Gesichtpunkt abhandeln, wenn man auf den Mikrokosmos schaut, der sich in, auf und um die vielzelligen Organismen befindet. Denn die Lernfähigkeit begann vor 3,5 Mrd. Jahren in eben diesem Mikrokosmos. – Auf allen Größenskalen erscheint sie bis hin zur sogenannten Schwarmintelligenz. Da auch unser eigenes Gehirn nicht mehr ist als ein wohlorganisierte Schwarm von Nervenzellen, dürfte unsere eine Intelligenz über die eines Schwarms nicht hinausreichen, so leid mir das tut.

Begeben wir uns in unseren eigenen Körper, aber nicht in das Gehirn, sondern in den Schwarm von Zellen, der Immunsystem genannt wird.

Das Immunsystem muß im Regelfall den richtigen Umgang Krankheitserregern erst erlernen. Erst dieser Lernvorgang schafft die Vielzahl der hochspezialisierten Lymphozyten, die gezielt einen „Erreger“, dann aber ausschließlich diesen, „attackieren“ und „bekämpfen“ können. In zivilisierter Sprache ausgedrückt: Sie lernen, was sie fressen dürfen. Johannes S. Schwegler bemerkte in „Der Mensch – Anatomie und Physiologie“3 vor mehr als 20 Jahren hierzu, daß der Körper auf Vorrat für Zehntausende möglicher oder denkbarer körperfremder Moleküle (Antigene) jeweils einen spezifischen Lymphozytentyp (Idiotyp) bilde, der dann ausschließlich mit diesem einen Antigen bzw eng verwandten Antigen reagieren könne; von jedem Idiotypen könnten naturgemäß nur wenige, vielleicht nur ein einziges existieren, damit alle Idiotypen Platz in den lymphatischen Organen Platz hätten. Jeder Kontakt eines derart spezifischen Lymphozyten mit „seinem“ Antigen führe, so Schwegler, innerhalb weniger Tage durch einfache Mitose (Zellteilung) zur Bildung eines entsprechenden Lymphozytenklons; diese – von Schwegler so genannte – „klonale Expansion“ sei damit die eigentliche Grundlage der spezifischen Immunabwehr. $Schwegler4 5

Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte man entdeckt, daß sich heranreifende Lymphozyten ihre Spezifität nach dem Zufallsprinzip selbt auswählen:

„Drei verschiedene DNA-Regionen auf drei unterschiedlichen Chromosomen – V, D und J – werden dabei bewußt schlampig abgelesen, Basenpaare ausgelassen, abgeschnitten und zufällig zusammengewürfelt. Außerdem, finden sich in diesen Regionen 100 bis 1000mal mehr Mutationen als sonst.“ $Schwegler1

Meine urprüngliche Notiz ist fast 20 Jahre alt, stammt also aus der Zeit vor der „Entschlüsselung“ des menschlichen Genoms der Genome von Mäusen und anderen Lebewesen. Wie gesehen, hat sich seit dieser Zeit in der Genetik viel getan. – Nicht aber im Verständnis der Naturwissenschaft zu unserer nicht-menschlichen Mitwelt.

Bei allem Forschungsdrang konnten nirgendwo irgendwelche Gene gefunden werden, die Instinkthandlungen „codieren“. Die müßte es aber eigentlich geben, denn woher soll eine Gans sonst wissen, wann es Zeit ist, in den Süden zu ziehen. Woher soll ein Baum sonst mit großer Präzision wahrnehmen können, wann es Zeit ist zu blühen?

Wie dem auch sei, fest steht, daß ein Blindgänger namens Corona herausgefunden hat, daß sich Menschen als „Brutgebiet“ eignen. – Dabei hat es jedoch einige Hürden zu überwinden:

Wenn Viren in eine Zelle eindringen wollen, müssen sie zunächst die Zelle als „hablitable Zone“ erkennen. Das geht nur über nach dem „Schlüssel-Schloß-Prinzip“ funktionierende Erkennung der Zelloberfläche. Im digitalen Zeitalter würde man wohl sagen: das Virus braucht den Zugangscode zur Zelle. Hat es ihn nicht, ist die Reise zuende.

Viren haben mir Spermien eines gemeinsam: Sie kommen selten allein. Spermien müssen – aus luftwaffentechnischer Sicht – mit einer gigantischen Luftflotte einfliegen, damit ein Spermium im Wege des Blindgängereffekts die „Erhaltung der Art“ fortsetzen kann. Bei menschlichen Spermien ist die Mindestzahl zum Erreichen der „Fruchtbarkeitsgrenze“ recht gut ermittelt. – Für Viren kennt diese bisher niemand – auch nicht die „führenden“ Virologen. Aber weil die Gesetze der Natur keine Ausnahme kennen, muß auch hier eine Ansteckungsuntergrenze postuliert werden.

Werden Viren nach dem untauglichen Versuch, in menschliche Zellen einzudringen, wieder in die Umwelt abgegeben, sind es nur noch kümmerliche Reste, die andere Menschen überhaupt erreichen können. Und zwar auch dann, wenn sich zwei Menschen sehr nahe kommen.

Dank CSI und MEDICAL DETECTVES weiß heute jedes Kind, daß infolge der PCR – Methode kleinste Spermaspuren ausreichen, um den Herkunftsnachweis zu führen. PCR – Polymerase-Chainreaction. – Polymerase-Kettenreaktion – Kettenreaktion, also ein sich selbst beschleunigender Prozeß; – Polymerase ist ein in jedem Eukaryonten vorhandenes Enzym, daß die Wechselwirkung zwischen der DNA und der RNA, die den Informationsfluß zwischen Zellkern und der übrigen Zelle sicherstellt. – die von der Polymerase ausgelöste Kettenreaktion sorgt – in der Natur wie im Labor – dafür, daß sich selbst kleinste DNA-Schnipsel mit zunehmender Geschwindigkeit, also rasend schnell vervielfältigen.

Bleiben wir mal bei einer Spermaspur. Die PCR-Methode gibt genaue Auskunft über die Identität des Spurenlegers. Sie kann aber nichts – wirklich absolut nichts – darüber aussagen, ober der Mann nach medizinischen Maßstäben überhaupt zeugungsfähig war bzw. ist. Also ist der Corona-Nachweis im Hinblick auf die „Infektiosität“ des positiv Getesteten vollkommen unbrauchbar.

Gelingt es einem Virus, in eine Zelle einzudringen, muß sie die zelleigene Immunabwehr überwinden. Dieses auf molekularer Ebene operierende System kann „fremde“ DNA erkennen. Ist die Virus-DNA – heute häufiger mit DNA abgekürzt – erkannt, geht die Zelle in den „Harakiri-Modus“ – sie löst sich auf. Die Biologen nennen das Apoptose oder programmierten Zelltod.- Auch hier ist der virale Traum von zahlreiche Kindern und Kindeskindern jäh zuende.

Dann und erst dann, wenn ein Virus es schafft, in den Zellkern vorzudringen, kann es mit seiner Genmanipulation beginnen und die Zelle veranlassen, bis zur Erschöpfung nur noch Viren zu produzieren. Die früheste Form der Versklavung sozusagen, denn Viren gab es vom Anfang des Lebens an.

Da die Ausbreitung von Viren nicht kontinuierlich erfolgt, sondern bereits bei ihrer Entstehung Cluster bildet, ist es nicht verwunderlich, daß die Clusterbildung auf allen Größenskalen anzutreffen ist. Die Selbstähnlichkeit in der Natur schreibt das wohl sogar zwingend vor. Auf unseren epidemologischen Landkarten nehmen wir das als „Hotspots“ wahr. Man braucht sich nur die entsprechende Karte der Masern anzusehen oder die traurigste aller Karten, die der Verbreitung der Maul- und Klauenseuche 2001 in Großbritannien.

Hotspots, die findet man sogar auf der Bahnkurve des Algorithmus, der hinter allem biologischen Geschehen steckt, nämlich der logistischen Wachstumsfunktion – Man muß sie nur ausreichend vergrößern, was mit fractint hervorragend gelingt. – Man muß nur die „Bildschärfe“ auf das Maximum stellen, über die Zoombox in die Tiefe gehen und ausreichend Kaffee bereithalten. Denn der Rechner braucht seine Zeit, all die erforderlichen Rechenoperationen durchzuführen, die es eben braucht, die folgenden Bilder auf den Schirm zu zaubern.

Man erkennt im letzten Bild nur bei genauem Hinsehen am Rechteck der Zoombox einen dünnen Faden. Hier und nur hier eröffnert sich der WEg zu nächsten Bifurkationskaskade. Alle anderen bisher angelaufenen Bifurkationskaskaden finden hier ihr jähes Ende. – Wie mit dem Rasiermesser abgeschnitten.

Der hier beschriebene Blindgängereffekt ist eigentlich in der ganzen Natur bekannt. Allein unsere Zugehörigkeit zur Familie der Säugetiere hat uns den Blick versperrt. Denn nur bei Reptilien, Vögeln und Säugetieren spielt er wegen der Umhüllung der befruchteten Eizellen durch Eier im engeren Sinn bzw. die Umhüllung durch den Mutterleib nicht mehr die Rolle, die ihm in der verbleibenden Natur mehrheitlich und auf alllen Größenskalen zukommt. Die „verbleibende Natur“ repräsentiert übrigens die „absolute Mehrheit“ auf unserem Planeten:

Der Biologe bezeichnet Fortpflanzungszellen gewöhnlich als Gameten. Davon erzeugt die Natur unabzählbar viele, mit denen sie nur so um sich wirft:

Pflanzen schaffen Millionen von Blüten, in denen sich pro Blüte eine Eizelle befindet. Milliarden, wenn nicht gar Billionen von pflanzlichen Pollen, dem Pendant zur Samenzelle, wird in einer Menge erzeugt, die um einige Zehnerpotenzen höher sein dürfte als die Zahl der korrespondierenden pflanzlichen Eizellen. – Versuchen Sie doch bitte einmal im kommenden Frühjahr die auf Ihrem SUV an einem Tag gelandeten Pollenkörner zu zählen.

Auch die Zahl der pflanzlichen Eizellen, die auf ihre Befruchtung warten, ist so groß, daß sie fast ausreicht, die Menschheit zu ernähren. Jedes Korn, das geerntet wird, jede Nuẞ, die zu Weihnachten unter ihrem noch nicht geschlechtsreifen Baum landet, ist aus einer pflanzlichen Eizelle hervorgegangen. Sie beinhalten sogar einen gestandenen Pflanzenembryo.

– Fröhliche Abtreibung! –

Doch Spaß beiseite, denn es geht hier um die Natur, die all die moralischen Werturteile menschlicher Phantasie und Zwangsvorstellungen nicht kennt. Wir haben das Problem, daß wir als „höhere“ Lebewesen nur noch bei der Zeugung auf den Blindgängereffekt auf den ersten Blick nicht mehr angewiesen zu sein scheinen: Mütter bringen Kinder zur Welt, abgesehen von Zwillingen nacheinander. Die Aufzucht dauert lange. Mehr als zehn Kinder pro Frau sind auch bei Naturvölkern eher die Ausnahme. Zumeist erreichen zwei davon das fortpflanzungsfähige Alter. Wenn ein neu entstandenes Lebewesen ein altes ersetzt, erhält das nach Darwin „die Art“; und das mitten im „Kampf ums Dasein“.

Tatsächlich überschwemmt die absolute Mehrheit der vielzelligen Organismen des Planeten Erde alljährlich mit einer geradezu astronomischen Anzahl von Gameten. Wie gesagt, Gameten sind Fortpflanzungszellen, das Geschlecht spielt dabei keine Rolle.

Und – abgesehen von Reptilien, Vögeln und Säugetieren – erkennen wir den Blindgängereffekt in allen Bereichen und auf allen Größenskalen:

Eizellen und Samenzellen

Embryonen, Larven und Puppen

Sämereien und Früchte

Auch der Apfel, der Newton angeblich auf den Kopf gefallen und ihn auf die Spur der Gravitation gesetzt haben soll, ist eine Schöpfung des Blindgängereffekts. Er fällt zwar bekanntlich nicht weit vom Stamm, enthält aber die Samenkerne, die von Tieren über weite Gebiete verteilt werden. Wenn sie nicht zur größten Teil vernichtet würden, wäre die Welt mit Apfelbäumen übersät.

Und so kehren wir ungezwungen zur Präambel zurück. Wir sind nicht nur das Produkt des Blindgängereffekts, der den biologischen Urknall im Rahmen meiner und Ihrer Zeugung wiederholte, wir leben auch von ihm, denn er beschert uns die Pflanzenembryonen, die man seit jeher als „Brot“ von den Göttern erbittet und als „Bier“ gern in vollen Zügen genießt. – Beides wäre ohne die dynamischen Eigenschaften der Hefe nichtz denkbar.

Und nichts, absolut gar nichts von dem wäre möglich ohne den Mikrokosmos, dem maßgebliche Vertreter der Menschheit zu Beginn der sogenannten „Corona-Krise“ den Kampf angesagt, gar den „Krieg“ erklärt haben.

Imprimatur:

Heute, am 4. 6. 2020 teilte die Helios-Klinik Duisburg-Hochfeld mit, ein 99 Jahre alter Mann hätte seine Corona-Infektion überlebt und wäre auf dem Weg der Besserung.

Genau in dem Krankenhaus, in dem mein Vater auf den Tag genau vor genau 43 Jahren verstarb. Zufall? – Oder ist der Planet wieder einmal pünktlich? – Unheimlich ist es auf jeden Fall.

1 H. von Ditfurth, Wir sind nicht nur von dieser Welt, Hamburg 1981, S. 103

2 v.Ditfurth aaO, S 101f

3Johannes S. Schweggler, Der Mensch – Anatomie und Physiologie, 2. Auflage, Stuttgart; New York 1998 , S. 180

4Schwegler aaO

5Schwegler aaO


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